Schreibmotorik Institut veröffentlicht innovative Fördermaterialien für Lehrkräfte und Eltern

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Am 23. Januar ist der Tag der Handschrift

„Die Erfahrungen im Unterricht bestätigen die Erkenntnisse aus der Forschung. Schon eine Stunde besonderer Handschreib-Förderung in der Woche reicht aus, um die Schreibmotorik der Kinder deutlich zu verbessern“ – sagt Dr. Marianela Diaz Meyer, Ergonomie-Expertin und Geschäftsführerin des Schreibmotorik Instituts. Das Schreibmotorik Institut hat ein von der EU gefördertes Forschungsprojekt zur Handschreib-Förderung koordiniert, das in Kooperation mit den Regierungen von Mittelfranken und Niederbayern an dortigen Grund- und Mittelschulen durchgeführt wurde. Das Projekt wurde jetzt abgeschlossen. Materialien, die in dessen Rahmen entwickelt wurden, stehen ab sofort für die freie Nutzung durch Lehrkräfte und Eltern bereit. Der bevorstehende Tag der Handschrift am 23. Januar ist ein guter Anlass, auf die Bedeutung des Handschreibens für den Bildungsprozess hinzuweisen.

Auch auf die richtige Stifthaltung kommt es an. Foto: Shutterstock

Geschätzt 27.000 Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler und deren Eltern profitierten bisher von den Projektaktivitäten. Im Rahmen des Projektes wurden Lehrerinnen und Lehrer in Sachen Handschreib-Förderung fortgebildet und Schülerinnen und Schüler erhielten eine entsprechende Förderung. Fast ein ganzes Jahr wurde der Regelunterricht durch schreibmotorische Übungen ergänzt. Die Effekte sind beeindruckend: Weil die Schreibgeschwindigkeit und die Motivation der Schülerinnen und Schüler so viel besser geworden sind, sparen die geschulten Lehrkräfte den zeitlichen Aufwand für die Förderung an anderer Stelle im Unterricht wieder ein: von der Tafel etwas abschreiben, schriftliche Aufgaben erledigen – das geht jetzt alles sehr viel schneller“, so berichtet Dr. Marianela Diaz Meyer.

Die Materialien können auch in der Zeit der Schulschließungen in der Corona-Pandemie für das Lernen zu Hause genutzt werden

Das von ERASMUS+ geförderte Forschungsprojekt, an dem Partner aus Deutschland, Österreich und Italien beteiligt waren und das vom Schreibmotorik Institut in Heroldsberg koordiniert wurde, war 2018 gestartet und wurde nun abgeschlossen. Unter dem Titel „Handschrifterwerb-Tutorials – Praktische Module zur Förderung von Schreibfertigkeiten in Schulen und im Übergang Kita-Schule“ hatte sich das Projekt zum Ziel gesetzt, wissenschaftlich fundierte Handreichungen zu erarbeiten, die in der Unterrichts- und Kitapraxis erprobt und reflektiert werden. „Handschrifterwerb-Tutorials“ wurde mit dem „Erasmus+-Qualitätssiegel“ im Schulbereich ausgezeichnet. Somit gilt das Projekt als Beispiel guter pädagogischer Praxis.

r. Marianela Diaz Meyer, Ergonomie-Expertin und Geschäftsführerin des Schreibmotorik Instituts. Foto: Schreibmotorik Institut

Gemeinsam mit den Lehrkräften wurden Materialien entwickelt, die auch in der Zeit der Schulschließungen in der Corona-Pandemie für das Lernen zu Hause genutzt werden können. So unterstützen 32 frei zugängliche Lernvideos die Förderung des Handschreibens praxisnah und bedarfsgerecht mit Tipps und Übungen. Das Material richtet sich nicht nur an Grundschullehrkräfte und pädagogischen Fachkräfte in Kindergarten, die ihre Kompetenzen zur Förderung der Handschrift als Schlüsselkompetenz erweitern möchten. Auch Kinder und ihre Eltern werden hier adressiert und können von Praxishinweisen und -tipps profitieren und die Entwicklung ihrer Kinder unterstützen. Hier sind die Videos gratis abrufbar: www.schreibmotorik-institut.com/index.php/de/aktuelles/zuhause-ueben-und-gesund-bleiben

Hier sind weitere Gratis-Materialien für Kita und Grundschule zu finden: www.hs-tutorials.eu/lehr-und-lernmaterialien

Die Animation „Was macht unser Gehirn beim Handschreiben?“, die ebenfalls im Rahmen des Projekts entstand, vermittelt Kindern, wie wichtig die Handschrift auch heute noch ist: Schreiben von Hand trainiert auch das Gehirn. Kinder können sich besser vorstellen, was das Gehirn beim Schreiben von Hand macht, wenn sie es mit einem Orchester vergleichen, das gerade ein neues Stück lernt. Damit die Musik am Ende gut klingt, braucht das Orchester Noten, einen Dirigenten und vielseitige Übungen. Genau so funktioniert es mit den Fingern, der Hand und dem Arm mit all ihren Muskeln beim Handschreiben. Sie sind die Musiker, die vom Gehirn dirigiert werden. Hier ist das Video abrufbar:  www.youtube.com/watch?v=spl2jp02uD4

Warum ist es wichtig, dass Kinder eine Handschrift erlernen? Diaz Meyer: „Weil Handschreiben schlauer macht. Die handschriftlichen Bewegungen aktivieren zwölf Hirnareale und unterstützen dadurch nachhaltig das Lesen- und Schreibenlernen. Sowohl Kinder als auch Erwachsene können besser Lesen lernen, sich Faktenwissen besser merken sowie ein besseres inhaltliches Verständnis erlangen. Handschreiben spielt also eine entscheidende Rolle für die Bildungschancen. Wer heute nicht mehr richtig mit der Hand schreiben kann, tut sich auch bei elementaren Dingen wie Lesen oder Rechtschreibung immer schwerer.“

An die Bedeutung des Handschreibens erinnert der internationale Tag der Handschrift am bevorstehenden 23. Januar. Hintergrund zum Tag der Handschrift, der auf den National Handwriting Day in den USA zurückgeht: Der 23. Januar ist der Geburtstag von John Hancock (1737 –1793), dem Erstunterzeichner der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Seine handschriftliche Signatur auf dem Dokument ist aufgrund ihrer Größe besonders markant.

Dies ist eine Pressemitteilung des gemeinnützigen Schreibmotorik Instituts.

Symposium zum Handschreiben: „Schüler brauchen dringend eine zielführende Unterstützung“

 

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