Trotz Schwesigs Appellen: Mehr Eltern schicken ihre Kinder wieder zur Schule

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SCHWERIN. Trotz der Corona-Appelle der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern schicken mehr Eltern ihre Kinder wieder in die Schule. Nach Erhebungen des Schweriner Bildungsministeriums waren am Dienstag 31,2 Prozent der Grundschüler in der Schule. Von den Fünft- und Sechstklässlern waren es demnach 16,4 Prozent. Am Montag waren es den Angaben zufolge noch 29,1 Prozent der Grundschüler und 14,7 Prozent der Fünft- und Sechstklässler gewesen.

Appelliert -hält die Schulen aber offen: Manuela Schwesig, Regierungschefin von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: SPD / Susie Knoll

Kurz vor den Weihnachtsferien, am 17. Dezember 2020, waren dem Ministerium zufolge 24 Prozent der Grundschüler und 13,2 Prozent der Fünft- und Sechstklässler von ihren Eltern in die Schule geschickt worden. In Mecklenburg-Vorpommern sind die Schulen bis Klasse sechs grundsätzlich geöffnet, die Eltern werden jedoch dringend gebeten, wenn irgend möglich ihre Kinder zu Hause zu behalten. dpa

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17 KOMMENTARE

  1. Und die Familien, die etwas gegen die Eindämmung der Pandemie tun und nicht in die Schule gehen, sind benachteiligt, weil die Lehrer*innen durch die Betreuung weniger Zeit haben, für sie einen halbwegs vernünftigen Distanzunterricht zu bieten.

  2. Bei uns letzte Woche von 8 Klassen Stufe 5 und 6 sechs Schüler, diese Woche 18 Schüler. Prognose: Nächste Woche wieder mehr.
    Betreuung am Anfang 1:1, da Klassen nicht vermischt werden durften, obwohl sie eine Kohorte bilden., jetzt bis zu 4 Schüler in einer Klasse.Wenn das so weiter geht, auch exponentielles Wachstum der Schülerschsft….
    Von mir erhobene Gründe z.B.: Geschwister vertragen sich nicht zu Hause, Kind kann in der Schule besser arbeiten, Eltern haben Angst, Kind versäumt etwas ….

  3. Nach solchen Aussagen von mir gab es zwar immer Empörung, aber trotzdem.
    Erstaunlicher Weise erscheint es vielen Eltern weniger schlimm eventuell ein paar Menschenleben zu gefährden als sich mal ein paar Wochen selbst um die Frucht ihrer Lenden zu kümmern.
    Man schafft sich heute die Plagen ja nicht mehr an um damit selbst Arbeit zu haben.
    Erziehungsplan: Krippe, Kindergarten, Grundschule, Schule + Betreuung und dann mit 18 raus.
    Nach Betreuungsende um 18 Uhr gibt es noch ne Stulle auf Brett und dann ab ins Bett.
    Die Wochenenden mit Betreuung durch das TV sind schon schlimm genug. Da hatte man eventuell schon geahnt, dass Klausi nicht hochbegabt, sondern nur nervig ist. Mit ein paar Bier ist das aber für Sa. und So. machbar.
    Aber wochenlang! Da für ist das leben zu kurz!!
    Also ab in den Kindergarten und die Schule. Kinder sterben ja meist nicht daran, die Eltern sind so um die 40 Jahre. Risiko auch überschaubar. Opa und Oma? Was solls, die erzählen eh nur Quatsch aus der alten Zeit und riechen komisch.
    Alles noch durch das altbekannte Bildung ist Sache des Staats und Kinder brauche Kinder Gewäsch schön geredet und schon scheint die Sonne wieder heller.
    Bevor jemand fragt, ja ich habe Kinder. Ich arbeite momentan in Home Office und kann es bestätigen, mit Kinder kann das nervig sein. Videokonferenz oder dringende Arbeit und schon steht der Nachwuchs mit einem Physikheft da und hat Aufgaben die er in zwei Stunden abgeben muss.
    Wer sich Kinder anschafft muss mit so was rechnen, nennt sich mit einem alten Begriff Erziehung. Kinder bedeuten, neben unendlich vielen schönen Dingen auch 20 Jahre Arbeit, Kosten, Einschränkungen und Sorgen.
    Wer in der jetzigen Krise irgendwie die Möglichkeit hat seine Kinder zu betreuen und dies nicht erträgt, der hätte eventuell besser zuerst mit einem Dackel geübt.

    Toll.

    • Widersprüche über Widersprüche.

      Home Office können nicht alle machen. Zuhause bleiben, Verdienstausfall hinnehmen bei unserem Lohnniveau in Verhängnis der Erhaltungskosten stehen viele ganz schnell unter Harz 4. Guter Vorschlag von Ihnen sehr lukrativ und Familien freundlich.

      Home Office für die, für es können. Sehr gut geschildert nur die falschen schlüsse gezogen. Klar man kann Video Konferenz und ne Physikarbeit der Kids gleichzeitig machen, freut den Chef oder den Kunden am anderen Ende. Daumen hoch.

      Ich gehe davon aus dass keine Kinder in Ihrem Haushalt leben oder lebten, wenn es so wäre. Hätten Sie diese riesen Haufen dünnes hier nicht gepostet.

      Kinder sind unser ALLER Zukunft und ein wohlhabender Staat wie unserer hat diesbezüglich Pflichten zu erfüllen so wie die Eltern ihre Pflichten erfüllen tun.

      • Nicht gelesen? Ich habe Kinder die in meinem Haushalt leben.
        Ich spreche auch nicht von Eltern die unbedingt in Präsenz arbeiten müssen weil sie sonst den Job verlieren.
        Ich spreche von den Eltern die eine Heimbetreuung organisieren könnten, aber keinen Bock haben.
        Gibt es nicht?
        Ich kenne sie reihenweise!
        „Kinder müssen unter Kinder, der Staat hat eine Pflicht zur Bildung…“
        Das mag in normalen Zeiten alles stimmen.
        WIR HABEN ABER KEINE NORMALEN ZEITEN!
        Es ist eine Krise die für den Einzelnen eventuell tödliche Folgen haben kann.
        Andererseits ist (hoffentlich) ab Frühling eine Besserung ab zu sehen.
        Glauben sie mir, die meisten Lehrer machen ihre Arbeit sehr gerne, als wir uns aber entschlossen haben unser Leben der Bildung der Schüler zu widmen, haben wohl die wenigsten geglaubt, dass das unter Umständen wörtlich gemeint sein könnte.
        Sorry, die Pflicht des Staates die Kinder zu Betreuen damit sich Eltern, die auch anders könnten, ihre Kinder verwahrt wissen, geht mir in dieser Pandemie dort vorbei wo nie die Sonne scheint.
        Ich habe selbst Familie die mich braucht, ich Lebe ganz gerne und ich mag auch meine Eltern und sogar meine Schwiegereltern.
        So lange mir der Staat zur Erhaltung meiner Gesundheit nicht mehr bieten kann als einen Lappen vor dem Gesicht und ein offenes Fenster kann ich kein Verständnis für Eltern aufbringen die nicht jede Möglichkeit ausgeschöpft haben um ihre Kinder vielleicht doch nicht zur Schule schicken zu müssen.
        Wenn diese Eltern das Risiko für sich, ihre Kinder und die Großeltern auf sich nehmen möchten, dann bitte.
        Aber ich bin nicht bereit dieses Risiko aufgrund solch hohlen Geredes wie der staatlichen Pflicht zur Bildung oder de sozialen Folgen für Kinder die ihre Freunde nicht sehen können auf mich zu nehmen.
        Wie sind den die psychischen folgen für Kinder die den Virus anschleppen und Oma dann nie wieder sehen? Egal das Home Office läuft eben ohne Kinder leichter.

        • „Man schafft sich heute die Plagen ja nicht mehr an um damit selbst Arbeit zu haben.“

          Das ist dennoch unsachlich und trägt nicht dazu bei, dass Sie Ihren Standpunkt überzeugend darzustellen. Sie wissen selbst, dass heute meist beide Eltern berufstätig sein müssen, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können und viele sicher in einer ständigen Bredouille sind und auch Angst haben, ihren Job zu verlieren.

          Außerdem heißt das Blagen (auch wenn manche sie als Plagen empfinden).

          https://rp-online.de/politik/wenn-aus-blagen-plagen-werden_aid-18053853

      • Besser noch Hartz 4 als mitverantwortlich zu sein, dass Menschen wegen meinem Verhalten sterben müssten oder schwer erkranken….und ja, ich bin seit Monaten in Kurzarbeit als Schulmitarbeiter (es gibt da nämlich nicht nur verbeamtete Lehrer, sondern auch anderes Personal) und es fehlt Geld hinten und vorne, aber Gesundheit steht nun mal ganz oben. Deshalb sollten Schule und Kita zu sein, ohne Notbetreuung….
        Sie wollten Kinder, nun kümmern Sie sich auch mal darum. Ich war im ersten Kita Jahr meiner Töchter mehr als ein halbes Jahr zu Hause, da sie immer krank waren. Dem AG hat das nicht gefallen logisch, aber es ist meine Verantwortung als Mutter auch in schwierigen Zeiten dann für meine Kinder da zu sein.

    • Genauso ist es – sehr gut formuliert!!!
      Man hat das Gefühl, dass sich viele Eltern Kinder nur noch als Statussymbol „anschaffen“, aber nicht, um sich um sie zu kümmern.
      Traurig für die Kinder, aber leider fast normal in der heutigen Zeit.
      Nun kommt eine Situation, die keiner gewollt hat und was ist nun….da schreien Eltern und beschweren sich, weil sie sich mal selbst um die Kinder kümmern sollen UND viele fordern hierfür sogar noch bezahlt zu werden….mir fehlen hierfür die Worte.
      Ich war und bin immer für meine Kinder da, sie stehen an Stelle Nr. 1 und zwar ohne wenn und aber….

  4. Es stimmt, dass viele Eltern für ihre Kinder heute eine Art „Dauerbetreuungsschleife“ organisiert haben, die es jetzt so nicht mehr gibt. Im Bekanntenkreis scheint das für viele – vor allem Akademikereltern – ein echtes Problem zu sein. Der Klavierunterricht fällt aus? Die Fußball-AG entfällt? Die Indoor-Kletterhallen sind geschlossen? Was machen wir jetzt nur? Dazu kommt noch, dass Kinder, die Dauer-Animation gewöhnt sind, es nicht gelernt haben, kreativ zu sein und sich auch mal selbst zu beschäftigen. Symptomatisch für diese Kinder ist die Frage: Was soll ich jetzt machen? Gepaart mit dem Vorwurf: Mir ist langweilig!

    • @Grundschullehrer

      „Dazu kommt noch, dass Kinder, die Dauer-Animation gewöhnt sind, es nicht gelernt haben, kreativ zu sein und sich auch mal selbst zu beschäftigen. Symptomatisch für diese Kinder ist die Frage: Was soll ich jetzt machen? Gepaart mit dem Vorwurf: Mir ist langweilig!“

      Genau das ist ein großes Problem (von vielen großen Problemen, leider).

      Langeweile müssen Kinder aushalten lernen (, Eltern, die das in ihrer eigenen Kindheit schon „verpasst“ haben, ebenso).
      Nicht nur – aber eben auch – aus Langeweile können kleine und große eigene Ideen, also Kreativität, entstehen.

  5. @Schattenläufer:
    Danke für Ihre beiden Beiträge!
    Manchmal kann man das Ganze nur noch mit Flapsigkeit beschreiben.
    Und dabei super formuliert!

    • @Schattenläufer

      Ich schließe mich der Antwort von Mary-Ellen an.

      (Sorry, Mary-Ellen, aus Zeitgründen hänge ich mich mal an Ihren Kommentar dran, ohne schriftlichen Antrag in dreifacher Ausfertigung 😉 …)

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