„Sinnfreie Prozesshanselei“: Streit ums Kopftuchverbot für Lehrerinnen kocht hoch

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BERLIN. Am Berliner Neutralitätsgesetz scheiden sich schon länger die Geister – auch innerhalb des Senats. Nun will die Bildungssenatorin neue juristische Wege gehen. Die mitregierenden Grünen bringt das auf die Palme.

Lehrerinnen in Berlin dürfen kein Kopftuch tragen – in anderen Bundesländern schon. Foto: Shutterstock

Das Berliner Neutralitätsgesetz mit dem Kopftuchverbot für Lehrerinnen sorgt einmal mehr für heftigen Zwist in der rot-rot-grünen Koalition. Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) und die Grünen-Fraktion reagierten mit harscher Kritik auf die Ankündigung von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD), nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichtes gegen das Kopftuchverbot nun das Bundesverfassungsgericht anzurufen.

«Das ist sinnfreie Prozesshanselei», sagte Behrendt auf Anfrage. «Wir sind verwundert, dass neuerdings Verfassungsbeschwerden ohne Senatsbeschluss eingereicht werden.» Die Bildungsverwaltung sei mit ihrer Rechtsauffassung beim Neutralitätsgesetz durch alle Instanzen unterlegen. «Es ist bedauerlich, dass die Bildungsverwaltung trotz rechtlicher Bedenken an ihrem Vorgehen festhalten möchte. Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Novellierung des Neutralitätsgesetzes unnötig verschleppt werden soll.»

Ein generelles, präventives Verbot religiöser Symbole oder Kleidungsstücke in der Schule ist nicht rechtens

Das schon länger umstrittene Neutralitätsgesetz untersagt Pädagogen an allgemeinbildenden Berliner Schulen, aber auch Richtern und Staatsanwälten, Polizisten und Justizmitarbeitern das Tragen religiöser Symbole im Dienst. Das kann ein Kopftuch sein, aber auch ein Kreuz oder eine Kippa.

Im August 2020 hatte das Bundesarbeitsgericht die Regelung in Frage gestellt. Einer Muslimin, die wegen ihres Kopftuches nicht in den Schuldienst übernommen worden war, sprach das Gericht eine Entschädigung von rund 5159 Euro zu, weil sie wegen ihrer Religion diskriminiert worden sei. Es bestätigte damit eine Entscheidung des Landesarbeitsgerichts vom November 2018, gegen die das Land in Revision gegangen war.

Gleichzeitig verwiesen die Erfurter Richter auf die Rechtssprechung des Bundesverfassungsgerichts, nach der ein generelles, präventives Verbot religiöser Symbole oder Kleidungsstücke nicht rechtens sei. Vielmehr müssten konkrete Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Schulfriedens vorliegen. Während sich seinerzeit Behrendt, die Grünen und auch die Linke in ihrer Ablehnung des Neutralitätsgesetzes bestätigt sahen und eine Abschaffung oder Novellierung forderten, halten Senatorin Scheeres und zumindest Teile der SPD daran fest. Nach monatelanger Prüfung der Urteilsbegründung des Bundesarbeitsgerichtes will Scheeres in Karlsruhe nun Verfassungsbeschwerde einlegen.

Am Dienstag informierte die SPD-Politikerin darüber den Senat. Dort habe es eine «breitere Debatte» gegeben, berichtete Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne). Es handele sich um ein Vorhaben der Senatsbildungsverwaltung und nicht des gesamten Senats, so Günther. Im Senat sei nicht zuletzt darüber gesprochen worden, inwieweit das Bundesverfassungsgericht überhaupt zuständig ist. «Es wurden da die Meinungen ausgetauscht. Aber die Senatsverwaltung für (Bildung und) Familie hat gesagt, sie wird ihren Weg weitergehen.»

Grünen-Fraktion zeigt ihren Ärger über Scheeres: Ihr Vorgehen lasse eine «Verschleppungsstrategie» befürchten

Scheeres selbst oder ihre Senatsverwaltung äußerten sich zunächst nicht zu dem ganzen Vorgang. Umso deutlicher wurde die Grünen-Fraktion: «Mit dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts liegt (…) eine eindeutige höchstrichterliche Bewertung des Berliner Neutralitätsgesetzes vor. Dieses hat bekräftigt, dass das aktuelle Gesetz rechts- und verfassungswidrig ist», erklärte ihr Sprecher für Antidiskriminierung, Sebastian Walter.

Scheeres‘ Vorgehen sei «mehr als verwunderlich» und lasse eine «Verschleppungsstrategie» befürchten. «Was wir stattdessen erwarten, ist ein Bekenntnis zu einer verfassungsgemäßen gesetzlichen Klarstellung, die rasch auf den Weg gebracht werden muss», so Walter. dpa

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32 KOMMENTARE

    • Vor ca. 100 Jahren, direkt nach dem 1. Weltkrieg, trat die SPD für die Abschaffung des Religionsunterrichts an staatlichen Schulen ein. Begründung: Man müsse die Jugend vor dem reaktionären Einfluss der Kirchen schützen, die mit den korrupten Eliten des wilhelmischen Kaiserreiches allzu eng zusammengearbeitet hatten. Analog könnte man heute an die korrupten Eliten im Iran, in Saudi-Arabien und in der Türkei Erdogans denken. Die liberalen Muslime in Deutschland fordern kein Kopftuch an Schulen, es sind immer nur die reaktionären Islam-Verbände, die damit Politik machen wollen. Die zetteln diese Prozesse an (von wegen „Prozesshanseln“).
      Zur Linkspartei: Die könnte uns mal erklären, ob ihre Vorgängerpartei (die SED) in der DDR Lehrerinnen mit Kopftuch zugelassen hatte. Hat jemand was davon gehört?
      Zu den Grünen: Die könnten doch in die bevorstehenden Wahlkämpfe mit dem Slogan ziehen: „Mehr Kopftücher an unsere Schulen“. Frau Baerbock besucht demonstrativ mit einem Kopftuch eine Moschee sowie eine kopftuchtragende Lehrerin. Mal sehen, was das Wahlvolk sagt.

        • Bei mir ebenso. Das Kopftuch ist ein eindeutiges Zeichen religiöser Überzeugungen und ist daher innerhalb der Schule, von der Lehrkraft getragen, problematisch. In ihrer Freizeit kann es aber natürlich getragen werden. Viele Muslima, die den Glauben liberal statt konservativ auslegen, sind auch selbst strikt gegen das Kopftuch.

        • Verstehe, wenn ich was ablehne, dann haben andere das zu akzeptieren und sich danach zu richten. Da sind dann auch Grundrechte völlig egal.

        • In Art. 4 GG steht „die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet“, aber damit sind wohl Besuche von Gotteshäusern, Gottesdienste, Rituale wie Taufen und Trauungen etc. gemeint. Es müsste begründet werden, warum eine Lehrerin beim Unterrichten pausenlos ihre Religion ausübt und wieso diese Art von Religionsausübung durch einen Verzicht auf das Kopftuch „gestört“ wird. Schließlich geben auch islamische Autoritäten zu, dass eine Pflicht zu diesem Kopftuch in den maßgeblichen heiligen Schriften nicht gefordert wird. Das Kopftuch ist schlicht und einfach nur eine gesellschaftliche Tradition in bestimmten Gesellschaften, z.B. in der Türkei. Aber die stehen nicht unter dem Schutz des GG und sind keine Grundrechte.

  1. Viel besorgniserregender finde ich die große Hemmung über diese Thematik offen zu diskutieren. Das zeigt sich ja an diesem spärlichen Kommentarbereich. Aber vielleicht gibt es hierzu auch zu wenig zu sagen, beziehungsweise jeder hat stillschweigend seine Meinungen dazu.

    • @Bedauerlich

      Nö, ich kann meine Meinung mal darstellen.

      An meinem Dienstort gab es bisher zwei Muslima im Referendariat, beide ohne Kopftuch.

      Es gibt unter den SuS eine Vielzahl von Muslima – mit und ohne Kopftuch.
      Nebenbei: Mit sämtlichen Schattierungen von Hauttönen.
      Auch nebenbei: Mir ist das alles vollkommen egal.

      Mir wurde glücklicherweise seit der ersten Klasse meiner eigenen Schulzeit vorgelebt, dass der Mensch und sein Verhalten zählt – auf lange Sicht wird aus dem gezeigten Verhalten zumindest ein deutlicher Hinweis auf den Charakter.

      Mir wurde auch vorgelebt, dass andere Dinge vollkommen „schnurzpiepe“ sind, hier eine kleine Auswahl:
      – Äußerlichkeiten (Haarfarbe/Frisur, Hautton, Schuhgröße, mit oder ohne Brille/Kontaktlinsen, … sind in der Regel „Geschmackssache“ und stellen sich oft bei längerem Kontakt zu Mitmenschen als Nebensache heraus). Ich persönlich freue mich über „sauber und gepflegt“.
      – Geschlecht (Man kann mit m/w ganz normal „unverfänglich“ befreundet sein und auch mit allen „anderen“ – z.B. divers (erkenne ich nicht ohne weiteres), wobei ich die sexuelle Präferenz meiner Mitmenschen gar nicht kenne und auch nicht hinterfrage, weil mich das meiner Ansicht nach gar nichts anzugehen hat. Das ist Privatsache und jenseits der eigenen Partnerschaft für mich denkbar uninteressant.)
      – modisch up-to-date, klassisch-sportlich, freestyle, öko oder modisch-total-egal … ist ebenfalls Privatsache
      – unter Erwachsenen ist der Verdienst oder (nicht) vorhandenes oder zu erwartendes Erbe … Sie ahnen es: „schnurzpiepe“.
      – eigenes Auto? – Sie ahnen es.
      – Waren die Vorfahren „biodeutsch“? – Sie ahnen es.
      – unter Erwachsenen: Beruf? – Sie ahnen es. (In meinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es die unterschiedlichsten Berufe und die Leute decken eine ziemliche Altersspanne ab, mit und ohne Kinder – eine „bunte“ Truppe.)
      usw.

      Ich bin froh, dass es mir so vorgelebt wurde, dass hat für mich einiges leichter gemacht.

      Wie man sich fremdschämt, habe ich auch schon früh gelernt:
      Ich war in der fünften oder sechsten Klasse, da bekamen wir einen neuen Mitschüler.
      Was mir als erstes optisch auffiel, war der Kleidungsstil: So „proper“ und edel-klassisch (später ähnlich als Popper-Mode bekannt geworden), das hatte ich vorher an der ganzen Schule noch nicht gesehen! Wahnsinn, die schönsten Schuhe (College-Slipper, für meine Eltern damals preislich nicht machbar), die ich jenseits von Schaufenstern gesehen habe. Dann hat er sich vorgestellt (auf Deutsch, aber mit eindeutig englischem Akzent) und unsere notenmäßig Klassenbeste hat laut losgelacht. Das habe ich nicht verstanden, viele andere waren auch irritiert, der neue Junge auch – aber irgendwie schien er sowas zu kennen. Als ich dann in der nächsten Pause mal bei der Klassenbesten nachfragte kam als Antwort: „Na, der ist doch Neger!“ – Aua!
      Das hat sich bei mir eingebrannt.
      (Für alle, die sich jetzt Gedanken machen: Die ehemals Klassenbeste ist nicht Lehrerin geworden.)
      Nach diesem peinlichen Moment kriegte der neue Junge seinen Sitzplatz, wir waren hingerissen von diesem Wahnsinns-Englisch und in der nächsten Pause ging es erst mal darum, wie das denn so ist in England und ob da an der Schule wirklich Schuluniformen getragen werden usw. Der Junge hat gerne gelernt und hatte entsprechend gute Noten, er hatte einen tollen Charakter und er erschien noch lange zu den Abi-Ehemaligen-Treffen, aber je länger man aus der Schule raus ist, desto unregelmäßiger erscheinen einzelne Leute, oft weil sie auch zeitweilig im Ausland leben. Aber was bei mir geblieben ist, ist die Erinnerung an einen tollen Schulkameraden. Und ich hoffe, dass er mal wieder beim Abi-Ehemaligen-Treffen dabei sein wird.

    • Ich finde das nicht weiter verwunderlich, weil Corona die meisten der PC-Vertreter in der Kommentarsektion bei n4t entweder vertrieben oder auf den Boden der Tatsachen zurückgefahren hat, vorausgesetzt die Redaktion veröffentlicht prozentual gesehen nach wie vor ähnlich viele Kommentare wie bis Ende 2019.

  2. Ich bin schon lange der Meinung, dass Religion jedermanns/-frau Privatangelegenheit ist. M.E. gehört jeglicher konfessionelle Religionsunterricht an öffentlichen Schulen durch Ethikunterricht ersetzt. Damit wäre auch das Betreuungsproblem von nichtteilnehmenden SuS jeglicher Coleur gelöst. In diesem Zuge könnte auch das Einziehen der Kirchensteuer durch den Staat abgeschafft werden. Aber die Kirchenlobby hat unsere Regierung leider zu fest im Griff.

    • Das wird aber schon dadurch zunichte gemacht, indem Kinder von klein an nach katholischen und evangelischen Kindergärten sortiert und getrennt werden, dann auf katholische und evangelische Grundschulen gehen. Blöd, wenn die nächste Schule nicht der Religion des Schülers entspricht und man dann einen längeren Weg hat.
      Wie will man einem Kleinkind eigentlich erklären, dass der beste Freund aus dem gleichen Haus zu einem anderen Kindergarten oder Schule geht? Auch eine Art von Apartheid.
      Was soll der Blödsinn eigentlich? Wird Englisch auf katholischer Art anders gelehrt?
      Und dann noch das kirchliche Arbeitsrecht, welches das Privatleben fast vorschreibt.
      Ist ein geschiedener Lehrer plötzlich weniger kompetent?

  3. An dem Gymnasium, an dem ich arbeitete, gab es eine Fünftklässlerin mit Kopftuch. Die anderen Mädchen wollten gerne mal ihre Haare sehen. Es wurden dann alle Jungen des Raumes verbannt, abgeschlossen, die Rollos heruntergelassen und dann hat sie ihr Kopftuch für einen Moment abgenommen.
    Kleine harmlose Geschichte? Nein, sie erklärte ihren Mitschülerinnen, sie käme in die Hölle, wenn einer der Jungen ihre Haare sehen würde.
    Mir gruselts! Kopftücher haben in der Schule nichts zu suchen! Mir liegt es am Herzen, dass Mädchen frei und unbeschwert aufwachsen und lernen, dass sie selbstbestimmt leben udn ALLES werden können!

    • Wobei man sagen muss, dass es auch viele erwachsene Frauen freiwillig tragen! Nichstdestotrotz ist das Kopftuch auch in patriarchalischen Strukturen und entsprechend orietierten Ländern Zeichen der Unterdrückung von Frauen.

      • Was ist freiwillig? Wenn ich einem Kind von Anfang an beibringe, dass man Kopftücher tragen muss, um eine gute Muslima zu sein. Wenn wir Feste mit der ganzen Familie feiern und alle sie für ihr tolles Kopftuch loben und wir ihr immer wieder klar machen wie glücklich sie Mama und Papa macht wenn sie das Kopftuch trägt…..

        Ja dann trägt sie es irgendwann auch freiwillig ihr Leben lang.

  4. An meiner Schule stellte sich eine neue Eingliederungshelferin für ein Kind mit besonderem Förderbedarf vor: im Heimatland nach eigener Aussage Anwältin gewesen, sprach fast kein Deutsch, verstand weder uns noch das Kind richtig und trug Hidschab. Wurde von einem externen Träger geschickt.
    Sie wurde von Kindern und Eltern abgelehnt, aber nur hinter vorgehaltener Hand. Lehrerinnen und Schulleitung sahen auch Probleme, aber nur hinter vorgehaltener Hand. In diesem Fall wäre noch hinzugekommen, dass die Eingliederungshelferin das Kind auch im Fach Kath. Religionslehre begleitet hätte.
    Gespräch SL mit Personalverantwortlicher: SL leitet das Gespräch ein mit Rechtfertigung, man habe ja nichts gegen usw…
    Zum Glück waren die Sprachkenntnisse derart schlecht, dass wir die Frau ganz klar mit der Begründung „mangelhafte Sprachkenntnisse“ ablehnen konnten. Wäre das nicht so gewesen, dann wäre sie wohl eingestellt worden. Und das, obwohl Kinder, Eltern des Kindes, SL und Lehrkräfte Bedenken hatten.
    Es muss ja bei Lehrerinnen immer im Einzelfall begründet werden, warum durch das Tragen eines Kopftuches der Schulfrieden gestört wird. Wenn sich schon bei einer Eingliederungshelferin niemand traut, etwas zu sagen, was geschieht dann bei einer Lehrerin?

  5. Die Grünen unter Behrendt wollen also einen auf Erdogan machen, der im Zuge seiner muslimischen Radikalisierung der Türkei, zu der ja auch aufgeflogene Waffenlieferungen an ISIS und Unterstützung islamistischer Milizen mit offiziellem türkischen Militär, auch die Abschaffung des Kopftuches an Bildungs- und Behördeneinrichtungen, welches vom säkularen türkischen Gründervater Atatürk eingeführt wurde, gehört.

    Gratulation, Berlin. Wenn ich den Medienberichten über Berlin und auch deren Schulen glauben schenken darf, dann sollte Berlin sich eher Gedanken über weniger Kopftücher machen.

    Und wenn wir schon dabei sind: Begründet wird das Ganze dann mit Religionsfreiheit, aber auch Meinungsfreiheit ist ein Grundrecht. Warum sollte ein Lehrer dann also nicht mit einem Shirt der MLPD vor die Schüler treten oder mit einem von Thor Steinar?
    Ich bin mir sicher, dass es viele Menschen gibt, denen Religion gar nichts bedeutet, aber deren (politische) Weltanschauung. Wer will jetzt sagen was Wichtiger ist?

    Und überhaupt, ich als Christ (aber nicht Religionslehrer), frage mich, warum sollten wir diese Missionierung nur einer Religion überlassen? Ich bin mir sicher, dass es auch im Christentum oder Judentum genug Regeln zum deutlichen Demonstrieren der Religion gibt.

    Das sind doch berechtigte Fragen…

  6. Nun doch noch einmal:
    Der Vater einer muslimischen Freundin, ein liberaler Imam, eingewandert vor etwa 20 Jahren aus dem Iran, hat mir vor einiger Zeit das Kopftuch erklärt. Ich hoffe, ich gebe es hier richtig wieder!
    1. Das Kopftuchgebot lässt sich aus dem Koran so nicht herleiten, es hat eher traditionelle und stammesrechtliche Gründe.
    2. Das Kopftuchgebot leitet sich aus einem tradierten „Ehrbegriff“ ab. „Die Ehre der Familie liegt zwischen den Schenkeln der Frauen“. Sollte die Frau am Tag ihrer Hochzeit keine Jungfrau mehr sein, hat die Familie die „Ehre“ verloren!
    3. Wenn ein Mädchen anfängt, „Schönheit“ zu entwickeln (so ab 12 bis 14 Jahren), soll es sich verhüllen, um Männer nicht zu reizen!
    4. Wenn ein Mann, gereizt durch die Schönheit des Mädchens/der Frau, dann über dieses herfällt, ist es die Schuld des Mädchens/der Frau, die sich nicht ausreichend verhüllt hat oder z.B. allein unterwegs war. Der Mann ist damit vor Allah gerechtfertigt.
    5. Junge Mädchen/Kinder/Frauen werden somit zum Sexualobjekt degradiert, die hilflose Männer zur Sünde verleiten.
    6. Zur Freiwilligkeit des Kopftuchtragens hat @Alexander am 14.02 um 10 Uhr schon alles Wichtige gesagt!
    7. Dieses tradierte Stammesdenken war genau eines der Gründe, warum der Imam aus dem Iran geflohen ist.
    8. Er ärgert sich darüber, dass unter dem Deckmantel der „Toleranz“ solche frauenverachtende Tendenzen in der BRD von selbsternannten Gutmenschen unterstützt werden.
    9. Er wünscht sich sehr, dass die Menschen in Deutschland das Kopftuch aus Schulen/Behörden/Gerichten verbannen! Das wäre ein Bekenntnis zur Gleichwertigkeit von Mann und Frau!
    10. Und NEIN, er ist kein AFD-ler, nur weil er aufklären möchte!
    11. Er ist der Meinung, dass ein „richtiger Mann“ sich selbst unter Kontrolle haben sollte, und seine „Missetaten“ nicht den Mädchen/Frauen anlasten soll!

    Als ich noch Junglehrerin war, vor ca. 35 Jahren, wurde im Park vor meiner Wohnung ein (deutsches) Mädchen brutal vergewaltigt. Der (deutsche) Richter verurteilte den (deutschen) Täter zu 2 Jahren mit Bewährung, da das Mädchen ihn ja „provoziert“ habe, da es „abends im Minirock“ durch den Park nach Hause gegangen sei.
    Wollen wir wirklich in die Zeit zurück, @ Thomas?
    Wo der Täter das Opfer und das Opfer der Täter war?
    Denkt doch mal darüber nach!
    Toleranz kann auch Ignoranz oder einfach Arroganz sein…..

    • @N4T
      Bitte, liebes news4teachers Team, verbannt den Artikel nicht von eurer Startseite!
      Trotz Corona mit all seinen Folgen und Diskussionen, das ist WICHTIG. Genauso wie die Diskussion über die Deutschkenntnisse!
      Wenn wir in Deutschland etwas verbessern wollen, braucht es eine vernünftige, zielorientierte Diskussion.
      Bisher habt ihr es ja gut geschafft!

      • Liebe Alla,

        der Beitrag wandert – wie alle Beiträge auf News4teachers – nach und nach ins große Archiv von News4teachers, bleibt dort aber auffindbar. Und kann auch weiter diskutiert werden. Wir bringen jeden Tag wichtige Beiträge, die auch nach vorne wollen 🙂

        Herzliche Grüße
        Die Redaktion

    • @ Alla
      Fazit: Nach Ihren Ausführungen ist nicht erkennbar, warum das Kopftuch an Schulen unter dem Schutz des Grundgesetzes stehen soll. Das Bundesverfassungsgericht möge entscheiden. Warum das „Prozesshanselei“ sein soll, ist ebenfalls nicht erkennbar. Es ist halt eine Grundsatzfrage, über die niemand sonst entscheiden kann, schon gar nicht einzelne Parteipolitiker.

  7. Wie schön! Endlich mal ein Meinungsaustausch! 🙂

    @Pit 2020

    Ich bin in meinem bisherigen Leben einen sehr bunten Pfad gegangen. Habe viele tolle und liebenswerte Menschen verschiedenster Kulturen getroffen. War mal zu einem Zuckerfest bei einer türkischen Familie eingeladen. War an einer Schule mit Schülern unterschiedlichster Nationalitäten (ca.92% Migrationshintergrund). Es war/ist eine tolle Schule und ein gutes Beispiel das mit entsprechendem Engagement der Schulleitung Integration gelingen kann! Es gab aber natürlich auch Konflikte. Ich musste leider mit erleben, wie eine Mitschülerin von Ihren Eltern und Verwanden stark unter Druck gesetzt wurde und zum Teil bedroht damit sie ein Kopftuch trägt. Die Lehrer waren absolut machtlos. Sie war danach, wie wir sie auch vorher schon kannten, ein unglaublich liebenswürdiger Mensch, aber das Kopftuch trug sie nicht aus freiem Willen und das machte mir zu schaffen. Hat mich sicher auch sehr geprägt. Ich fände es daher gut, wenn das tragen eines Kopftuchs für Minderjährige verboten ist. So würden die Kinder geschützt. Ich bin an sich religionsfrei, aber Religionen gegenüber offen und bemüht wertfrei (was man natürlich nie ist).
    Ich finde jedoch, dass insbesondere in der Schule darauf wert gelegt werden muss die Schülerschaft vor politischen und religiösen Einflüssen zu schützen (abgesehen vom Religionsunterricht). Als Lehrkörper muss man so neutral wie nur möglich sein.

    • @Bedauerlich-nicht mehr

      „Ich finde jedoch, dass insbesondere in der Schule darauf wert gelegt werden muss die Schülerschaft vor politischen und religiösen Einflüssen zu schützen (abgesehen vom Religionsunterricht).“

      Zunächst zum Thema „Religionsunterricht“:
      @ Dorfschulmeisterlein 13. Februar 2021 um 02:58 hat den Ethikunterricht ins Spiel gebracht und das ist meiner Ansicht nach eine gute Idee. Das sollte mit Klasse 1 anfangen und in der Tat haben die drei großen Weltreligionen auch Gemeinsamkeiten. Wenn die betont würden wäre das ein guter Ansatz.
      Allerdings könnte das immer noch – wie vieles im menschlichen Zusammenleben – zum „doppelten“ Spiel werden, das wird schon heute in vielen Familien so gehandhabt, und das meine ich nicht nur auf das Thema „Religion“ bezogen. Das ist bei so ziemlich jedem Thema möglich, auch ohne das man politisieren müsste. (Es funktioniert wahrscheinlich auch mit anderen Religionen und deren Besonderheiten ebenso gut. Allerdings bin ich keine Religionsfachkraft, so entzieht sich das sachlich einer abschließenden persönlichen Beurteilung.)

      @ Alla 17. Februar 2021 um 17:48 hat sich ausführlich zum Thema „Kopftuch“ geäußert, und im Grunde deckt sich das mit den Informationen, die ich selber durch Recherche im Laufe von vielen Jahren gesammelt habe. Dazu gehören auch Gespräche mit „echten“ Menschen, die selbst Muslime sind: m/w, Eltern, SuS, privater Bekanntenkreis.

      Gleichberechtigung von Mann und Frau:
      Das beginnt ja schon in den Familien als „Lernprozess“ für die Kinder, also auch schon bevor sie in die Kita kommen.
      Wenn Papa sich Zuhause nicht selbst etwas zu trinken holt, sondern die Frau immer dafür sorgen muss, dass ein Getränk nur eine Armlänge weit entfernt ist … dann kann man später den Kindern in der Kita etwas anderes vorleben.
      Lernen werden sie womöglich Folgendes: An anderen Orten als Zuhause muss ich mich anders verhalten als Zuhause, damit ich nicht „dumm“ auffalle!
      Leider habe ich keine Idee, wie man HIER ansetzen kann, denn das Familienleben ist meiner Meinung nach Privatsache und das sollte es im Normalfall natürlich auch bleiben!
      Allerdings: Wenn Jungen im Unterricht ein Thema „nutzen“, um damit zu prahlen, dass ihre Schwester (egal ob jünger oder älter) das Zimmer des Jungen aufräumen muss – dann kann man das wunderbar aufgreifen und diskutieren.
      Ebenso tatsächlich geschehen: Ein Junge prahlt damit „Wenn ich zur Schwester sage ‚Hol mir ein Glas Wasser!‘ und sie macht das nicht dann schlage ich sie!“ dann ist mir das durchaus eine Diskussion wert. Beifall oder Anerkennung bekam er übrigens auch von anderen SuS nicht. (Wie das nach Unterrichtsende aussah, kann ich natürlich nicht beurteilen – so „blauäugig“ bin ich nicht …) Aber immerhin wird so gezeigt, dass man eben nicht „so einfach“ davon kommt, und genau da KANN ein Umdenken ansetzen. (Methode: Steter Tropfen …)

      In „Wolkenkuckucksheim“ lebe ich aber auch nicht und so hatten die Ereignisse ab dem 15. Juli 2016 in der Türkei natürlich auch an deutschen Schulen – so auch an meinem Dienstort – sichtbare Resultate.
      Hier meine Beobachtungen:
      Einige muslimische SuS hatten türkische Flaggen dabei und trugen sie als Umhang – wobei sich die Mädchen (bei dieser Aktion durchweg mit Kopftuch, ABER: nicht alle Kopftuch tragenden Mädchen beteiligten sich, sondern nur wenige davon) in der Anzahl den muslimischen Jungen gegenüber deutlich hervortaten, ebenso in ihrem Bemühen um Aufmerksamkeit (lautes Kreischen auf den Fluren).
      Das waren aber SuS ab Klasse 9, die unteren Klassen hielten sich ausnahmslos zurück und zeigten ein Verhalten irgendwo zwischen „ratlos – befremdet – beschämt“ und distanzierten sich auch sofort zu Beginn der Pausen, indem sie sich ans andere Eck des Pausenhofes stellten. Am zweiten Tag sagten mir das auch einige der jüngeren SuS, da waren es aber auch nur noch vereinzelte SuS aus den Klassen 9 und 10, sie wurden immer weniger und unauffälliger.
      Wie die Reaktionen sonst an der Schule waren, habe ich nicht so intensiv mitbekommen, denn ich habe es mir und allen (!) Klassen gleich an Tag 1 nach den o.g. Ereignissen gegönnt, das Gespräch zu suchen, und zwar (zeit)intensiv:
      Nach 3 Minuten Fähnchenschwenken (ohne Kreischen, nur mit Gegibbel und nach Bestätigung suchenden Blicken) zu Beginn der ersten Stunde (inklusive stetig weniger werdendem Gegrinse einiger Mitschüler, m/w) landeten die Blicke dann ausschließlich bei meiner Person.
      Offensichtlich hatte man gedacht, ich würde mit „Kinder, bitte, bitte, ach so geht das doch nicht!“ reagieren. … Nö. 🙂 (Im Referendariat sagt mir ein damals älterer Kollege – natürlich in einem anderen Zusammenhang: „Man muss es auch mal aushalten können – aber nur kurz. Erspart einem unterm Strich in der Folge so einiges …“)
      Nachdem alle müde Ärmchen hatten, ließ der Spaß dann deutlich nach. Genau das habe ich dann angesprochen, bin aber ansonsten ernst geblieben. (Das ist authentisch „Ich“, so kennen meine SuS das von mir.) Danach habe ich offensiv zwei Angebote zur Auswahl gestellt:
      1. Wir diskutieren auf sachlicher Ebene.
      2. Wenn es schon einmal ruhig geworden ist, wäre die Alternative Unterricht nach Plan.

      Was Wunder, die Wahl traf auf Möglichkeit 1.
      Aus meinem Unterricht kennen die SuS: Wenn man über etwas nachdenken bzw. diskutieren möchte, muss man wohl erst einmal „klären, was Sache ist“.
      Genau an diesem Punkt kam dann nicht viel! Man erkannte in der Klasse selbst, dass man
      – eigentlich gar nicht informiert war
      – die Lage im „Heimatland Türkei“ 1 Tag später auch noch gar nicht eingeordnet werden konnte
      – von anderen SuS (auch und gerade mit Migrationshintergrund Türkei) wurde angemerkt, dass es sich von hier aus (= aus Deutschland heraus) ja auch ganz bequem „beurteilen“ ließe. Da kam dann auch gleich die Frage auf, ob man in der Türkei ebenso die Fahnen geschwenkt hätte …?
      Es war dann sehr still, das setzte sich in den folgenden Stunden so fort.
      (Ausschließlich meine Erfahrungen.)
      Und in diesem Punkt stimme ich zu: „Als Lehrkörper muss man so neutral wie nur möglich sein.“ (Wer sagt denn, dass das – ebenso wie vieles andere im Leben – einfach sei?)

  8. @Pit 2020 Viel Dank für Ihren Kommentar.

    Ich füge meinem vorherigen Kommentar hinzu: Neutral sein bedeutet keinesfalls passiv und unkritisch sein. Und ja, einfach ist es nicht.

  9. Steht nicht in Art. 1 des GG: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Seine individuelle Persönlichkeit (Art. 2 GG) steht zuvorderst und soll geschützt werden.

    Ich habe im Studium sehr viele muslimische Kommilitoninnen gehabt – viele mit, manche ohne Kopftuch, ja, sogar eine konvertierte mit Kopftuch, alle mit verschiedenen nationalen Hintergründen. Soweit ich es beurteilen kann, trugen sie das Kopftuch aus Überzeugung. Am Anfang fand ich es noch etwas befremdlich (ich stamme aus einem Dorf), aber durch die gemeinsame Arbeit in den Seminaren verschwand die Auffälligkeit bis zur Unsichtbarkeit. Ich habe heute noch zu der ein oder anderen Kontakt – das Kopftuch spielt keine Rolle dabei.

    Ich bin der festen Überzeugung, dass es auf den Menschen als Lehrkraft ankommt. Die Lebenswelt der Kinder ist bunt und reich an Kopftüchern. Wir als Pädagogen sollten uns nicht über das Wetter aufregen, sondern zeigen, dass es passende Kleidung gibt, um damit umzugehen. Sprechen wir offen darüber, wenn wir bemerken, dass das Lehren von Kolleg*innen demokratische Grenzen verlässt (neutral ist es sowieso nie). Das kann passieren – das hat nichts mit einem Kopftuch oder einem anderen Kleidungsstück zu tun – es darf aber nicht zum Kalkül werden (vgl. Höcke).

    In einer multikulturellen Gesellschaft hat die gemeinsame Verfassung eine tragende Funktion. Das heißt aber nicht, dass wir Nichtmuslime den muslimischen Frauen sagen müssen, ob sie die Tradition fortführen oder einen Schlussstrich ziehen. Das ist einzig und alleine ihre persönliche Sache (Stichwort Persönlichkeitsrecht). Wenn die Zeit reif ist, wird sich in der Breite etwas verändern (so oder so – vgl. auch Maria 2.0).

    Angst ist eine schlechte Ratgeberin – Gelassenheit und Sachlichkeit im sozialen Austausch sind gute Voraussetzungen, um zukünftig in Frieden miteinander zu leben und arbeiten zu können.

    Beispiel: Meine Schulzeit war begleitet von ehemaligen Nazis als Lehrer, von körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt gegenüber Schüler*innen. Ich habe keine einzige von diesen Haltungen mit übernommen in mein Berufsleben (so hoffe ich – meine Kolleg*innen passen da schon auf – danke an dieser Stelle! :))

    • Dann fragen sie doch bitte einmal in einem islamischen Staat wie dem Iran oder Saudi-Arabien nach wie freiwillig das Tragen des Kopftuches ist und auch wenn sie es aus dem akademischen Elfenbeinturm Universität nicht kennen, aber ich erlebe als Lehrer jeden Tag wie selbst Mädchen in der 5./6. Klasse gezwungen werden Kopftuch zu tragen (und das sind auch noch die harmlosen Geschichten, aber vielleicht wollen sie uns ja auch noch erzählen, dass wir Zwangsehen und ausgesuchte/-handelte Partner als „Tradition“ zu Tode tolerieren sollen) und da brauchen wir an Schulen nun wirklich auch noch Lehrerinnen, die diesen Druck auch noch weiter erhöhen und von der Bedeutung des Beutelsbacher Konsens habe ich noch gar nicht angefangen zu reden.

    • PS: „Beispiel: Meine Schulzeit war begleitet von ehemaligen Nazis als Lehrer, von körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt gegenüber Schüler*innen.“

      Achten sie lieber darauf, dass sie tolerant gegenüber allen „Tradionen“ sind! *SarkasmusAus*

  10. Lieber @Max Kleine,

    ich verstehe Ihren Unmut über Zwangsehen und bin ebenfalls der Meinung, dass diese Menschenrechte verletzen. Wenn Sie konkret den Verdacht haben, dass dies in Ihrer Klasse der Fall ist, sprechen Sie den Fall an bei Kolleg*innen und Schulleitung und bleiben Sie nicht allein mit dieser Vermutung.

    Alle Kolleg*innen muslimischen Glaubens, die ein Kopftuch tragen, unter Generalverdacht zu stellen, verletzt ebenfalls Menschenrechte.

    Begeben wir uns nicht auf die gleiche Ebene derer, die Menschenrechte verletzen. Praktizieren wir eine Unterrichtskultur, die auf sozialem Austausch gründet und sprechen wir offen unsere Ängste und Sorgen an. Fordern wir von den Verantwortlichen die Rahmenbedingungen für Strukturen, die die Last von unseren Schultern nehmen. So können wir in einer multikulturellen Gesellschaft Schule machen und zeigen unseren Schüler*innen und Deren Eltern, was Demokratie und Rechtsstaatlichkeit bedeutet.

    Traditionen sind wichtig und Teil jeder Kultur. Solange sie nicht die Rechte Dritter verletzen, finden Sie auch Platz in einer demokratischen Welt.

    Bleiben Sie gesund!

  11. Es stimmt, Traditionen sollten toleriert und reflektiert werden. Doch an erster Stelle steht der Schutz der Kinder und wie ich finde die Vermittlung einer demokratischen Lebensweise. Auch wenn man gerade an dieser Stelle denken mag, na dann lasst doch die Kinder selber entscheiden, ist das in der Realität nicht möglich.

    Denn es sind die Eltern die ihre Kinder erziehen und die Gesellschaft (unter anderem die Institution Schule) hat nur einen kleinen Einfluss darauf. Und es ist leider oft (nicht immer) so, dass diese Eltern ihre Vorstellungen auf die Kinder projizieren und diese eben nicht nach ihren Wünschen fragen und sie selber entscheiden lassen. (Das betrifft natürlich verschiedene Bereiche und nicht nur die Kleidung.) Auch gibt es Muslime/a die sich sehr kritisch zum Kopftuch äußern.

    Bei Erwachsenen ist das alles natürlich anders zu bewerten, aber Kinder brachen einen besonderen Schutz, gerade um sich frei und selbstbestimmt zu entfalten.

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