Digitalpakt: Wer bei der Anschaffung von digitaler Technik für seine Schule jetzt Fehler macht, wird das später teuer bezahlen

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Corona hat deutlich gezeigt, dass die Mehrzahl der Schulen nicht darauf vorbereitet war, adäquate Lernszenarien außerhalb des Lernraums Schule ad hoc und strukturiert auf Dauer mittels IT-Unterstützung umzusetzen. Das kann man weder den Schulen noch den Lehrkräften vorwerfen. Entwicklung und Findung von praktischen und sich gleichzeitig dynamisch ändernden Unterrichtskonzepten benötigt (ebenso wie die Festlegung der „richtigen“ Ausstattung) Know-how, Erfahrung, Planungssicherheit und Weitblick. Hardware ist dabei nur ein Baustein in einer langen, sich gegenseitig beeinflussenden Prozesskette. Allerdings ein wichtiger: Wer bei der Anschaffung bereits Fehler macht, wird das später mit Mehraufwand bei Service und Administration bezahlen.

Bei der Geräteanschaffung für Schulen gilt es, wichtige Punkte zu beachten. Foto: Shutterstock

Dabei steht kein bestimmter Gerätetyp im Vordergrund, sondern es geht um ein Hilfsmittel bei der Vermittlung von Wissen. Je homogener dabei der Pool an Endgeräten ist, desto automatisierbarer ist die notwendige Arbeit. Wer hingegen 5 verschiedene Gerätetypen von 5 verschiedenen Herstellern einsetzt, wird auch 5 unterschiedliche Backups, Updates und Services bereitstellen müssen, da bereits Unterschiede bei den Treibern eine Einheitlichkeit verhindern. Lehrer und IT-Verantwortliche wie Jan Weiß, Lehrer und IT-Administrator am ESG in Filderstadt, betonen immer wieder: „Wir wollen unser Schul-IT für unsere pädagogische Kernaufgabe nutzen. Wir haben aber nicht die Zeit, dieses grundsätzlich ans Laufen zu bringen oder uns ewig einer Fehlermeldung zu widmen.“ Genau dafür gibt es Spezialisten auf dem freien Markt. Damit eine Lösung vom Kollegium genutzt wird, darf sie auch IT-Anfänger nicht überfordern oder gar abschrecken.

AixConcept

Sie sind Schulleiterin oder Schulleiter und stehen vor der Frage, welche Geräte Sie für die Schüler*innen und Lehrer*innen Ihrer Schule anschaffen sollen? Sie vertreten einen Schulträger, der jetzt in Technik für seine Schulen investieren soll – und diese IT dann später auch zu managen hat? AixConcept ist ein im Umgang mit Schulen sehr erfahrener IT-Komplettanbieter, der Ihnen vom Gerät über Software und Cloud bis zum Service finanzierbare, praktikable, bedarfsgerechte und aufeinander abgestimmte Lösungen anbietet. Weitere Informationen: https://aixconcept.de/endgeraetefoerderung

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Tel. 02402 – 389 4110


Nicht alle Geräte sind zudem gleich gut geeignet. Viele vergessen: Jede Hardware muss bei Beantragung über den Digitalpakt pädagogisch begründet sein (Stichwort TPEK, Technisch-Pädagogisches-Entwicklungs-Konzept).

Es leuchtet ein, dass zum Beispiel ein Kurs der Stufe 11, der an aufwändigen Video- und Audioproduktionen arbeitet, einen anderen Rechner und andere Software benötigt als eine 3. Klasse, die sich mit dem Vergleichen von Herbstlaub beschäftigt. Nach wie vor gilt das Postulat: Pädagogik vor Technik. Bevor also gekauft wird, muss man sich darüber im Klaren sein, welche Geräte überhaupt technisch geeignet sind, die Pädagogik und damit die curricularen Vorgaben zu erfüllen. Leider gibt es – von ganz wenigen Ausnahme abgesehen – keine Hilfen der Länder für die (Mindest-)Vorgaben bei der Technik. Genau das wäre allerdings notwendig: Die Schulen benötigen mehr als „schöne“ Endgeräte und WLAN: sie brauchen Unterstützung, Spezialisten, Wissen und Zeit.

Medienkompetenz und Mindestvoraussetzungen

Zurecht werden heute bereits Konzepte und Pläne zu Medienentwicklung von Schulen (und Trägern) gefordert, bevor es an die Finanzierung und Umsetzung der IT-Ideen geht. Planungen sind notwendig, weil die Anforderungen der Schulen individuell unterschiedlich sind und ebenso individuell definiert werden müssen. Diese Konzepte und Pläne beinhalten, wie bei einem Projektplan, eine genaue Analyse und die daraus ableitbaren und aufeinander folgenden Schritte. In der Regel zeigen die Konzepte zwar ähnliche Vorgehensweisen für die Schulen auf, sind aber im Detail unterschiedlich. Einheitlichkeit sollte sich jedoch in den beim Aufbau finden: Infrastrukturanalyse und -definition – päd. und technisches Mapping der Anforderungen – IT-Management – Medienkompetenzbildung und Qualifizierung – Investitionsplanung, Umsetzung, Evaluation und gegebenenfalls Anpassung.

Die Erfahrungen der letzten Monate in allen Bundesländern hat gezeigt, dass die Idee dahinter nicht überall verstanden wurde. Auch die Einführung des TPEK (Technisch-Pädagogisches-Einsatz-Konzept) bei Förderanträgen und die klare Anweisung „Pädagogik vor Technik“ inklusive der Beschreibung curricular verbindlicher Ziele, die die jeweilige Technik unterstützen muss, hat wenig bewirkt. Es gibt nach wie vor kaum verbindliche Anweisungen welche Voraussetzungen ein Gerät mitbringen muss, damit es pädagogisch nutzbar ist. Unabhängig vom Preis gibt es jedoch Mindestvoraussetzungen für Schülerlaptops, die erfüllt sein müssen, damit überhaupt sinnvoll gearbeitet werden kann. Darunter fallen die Punkte:

  • Der Bildschirm darf nicht zu klein sein
  • Die Bildschirmauflösung sollte HD darstellen können
  • Die Grafikkarte muss aktuellen Standards entsprechen (Videokompatibilität)
  • Die Akkulaufzeit ist ein entscheidendes Kriterium, um unabhängig von Strom zu sein
  • Der Arbeitsspeicher sollte mindestens 8Gb betragen
  • Die Prozessorleistung muss alle Anforderungen erfüllen (die sich im Laufe der Schulzeit erhöhen)
  • Eine Kamera ist Pflicht für Klassen-Videokonferenzen
  • Multitasking-Fähigkeit des Laptops, damit gleichzeitig Programme laufen können (z.B. Video und Aufgabenblatt)
  • Nicht zu schwer, nicht zu groß, wenn er auch in der Schule genutzt werden soll (sonst passt es nicht mehr in den Ranzen und belastet den Rücken)
  • Genügend Anschlüsse
  • Altersgerechte Ausstattung

In aller Regel erreichen Einsteiger- oder Mittelklassegeräte bereits die oben aufgeführten Kriterien. Man sollte sich vor Augen führen, dass Schüler*innen-Laptops primär fürs Lernen gedacht sind und weniger fürs Gaming oder Videobearbeitung, daher ist eine Überdimensionierung weder notwendig noch hilfreich.

Das Kollegium muss integriert werden

Die Erfahrung hat gezeigt: Wird das Kollegium nicht „abgeholt“, also geschult, bleibt auch der neue Satz Rechner im Schrank stehen. Dabei reicht zunächst aus, Medienkompetenz zur Bedienung (!) zu vermitteln. Je „einfacher“, sprich homogener, die eingesetzten Endgeräte sind, desto eher können sich die Pädagog*innen auf Ihren Unterrichtkonzentrieren und sind nicht nebenher für die Administration zuständig.

Dafür sind dann integrierte Systeme, sogenannte Schul-IT Netzwerke, als Lernplattform und zur Administration zuständig, die den Pädagoginnen und Pädagogen Schutz vor Störungen garantieren und Unterstützung bei der Vermittlung garantieren. Es sind die digitalen Stützräder und sie geben den Anwenderinnen und Anwendern Sicherheit, da viele Probleme automatisiert behoben werden oder durch gute Planung erst gar nicht auftreten.

Dadurch werden gleich mehrere kritische Probleme gelöst: Die Lehrkraft wird zum Nutzer und nicht zum Administrator, Störungen im Unterricht durch nicht funktionierende Systeme oder hackende Schülerinnen oder Schüler werden weitestgehend ausgeschlossen, die Schul-IT lässt sich an jedes einzelne Fach anpassen, Betriebssystemfunktionen werden durch benutzerfreundliche Arbeitsoberflächen aufbereitet, ergänzt und für den Schulalltag nutzbar gemacht. Und vor allem: die Administration des Gesamtsystems obliegt den Administratoren und nicht dem/r einzelnen Pädagoge/in.

Aus diesen Gründen ist es sinnvoll, IT in der Schule als Gesamtkonzept zu betrachten, das

  • die pädagogisch sinnvollen Geräte (siehe oben) mit
  • der technisch notwendigen Infrastruktur
  • einer fachübergreifenden Lernplattform und
  • dem dazugehörigen Ausbildungsplan für das Kollegium sowie
  • einer möglichst universellen IT-Management Lösung
  • mit dem Investitionsplan für die nächsten Jahre

in Einklang bringt. Sind solche holistischen Lösungen verfügbar? Die Antwort lautet: Ja. Allerdings sollte man bei den Anbietern genau hinsehen und vergleichen. Und es versteht sich von selbst, dass die wichtigsten Kriterien langjährige Erfahrung im Schulumfeld und entsprechende Referenzen darstellen.

Die weiter oben beschriebene Vorgehensweise hat sich auch während des „Lockdowns“ bewährt. Petra Schiele, Schulleiterin an der Maria-Ward-Realschule Schrobenhausen des Schulwerks der Diözese Augsburg beschreibt: „Wir hatten das Glück, wenige Wochen vor dem Shutdown durch die Corona-Krise auf eine Schulnetzwerklösung umsteigen zu können. Gerade in der Krisenzeit konnten wir dank dieser Technik und unseres motivierten Kollegiums einen funktionierenden Online-Unterricht auf die Beine stellen. Selbst nicht-IT-affine Lehrkräfte konnten in kürzester Zeit geschult werden und waren verblüfft, wie unkompliziert das Unterrichten online ermöglicht wurde“.

Chancen – und Risiken

Gerade jetzt ist die Zeit ideal, sich über Veränderungen und Anpassungen Gedanken zu machen. Nie gab es mehr Fördergeld. Das eröffnet neue Möglichkeiten und die große Chance, tatsächlich ganzheitlich über IT in der Schule nachzudenken und entsprechende Änderungen auf den Weg zu bringen. Zum Beispiel das lange notwendige WLAN in allen Klassenräumen oder die Abschaffung der alten Server, eine Netzwerklösung, die den/die IT-Administrator*innen weniger belastet, die Schulungen für das Kollegium oder Festlegung von IT-Standards und Endgeräte. Einfach gesagt, gute Lehrer*innen- und Schüler*innen Geräte unterstützen den Prozess, während schlechte oder ungeeignete ihn bremsen.

Der Autor

Ulrich Sawade, Leiter Marketing AixConcept GmbH

Ulrich Sawade arbeitet, nach einem Lehramtstudium Sek I und II in Essen und Canterbury (GB), seit mehr als 30 Jahren im Bildungsmarkt in der Schnittstelle zwischen Pädagogik und Technik.

Den größten Teil seiner beruflichen Laufbahn war er bei weltweit operierenden US-Unternehmen tätig. Seit vier Jahren leitet er den Bereich Marketing bei der AixConcept GmbH, Stolberg. Kontakt: USawade@aixconcept.de

Dies ist eine Pressemitteilung der AixConcept GmbH.

https://aixconcept.de/

 

 

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7 KOMMENTARE

  1. Vorab zwei Dinge:

    1. Die Technik ist nur ein Aspekt beim digitalen Lernen. Da Lernen keine Medaille mit zwei Seiten ist, sondern eher ein Dreieck mit drei Ecken (Lehrkraft/Schüler*innen/Wissen), sollte man eher von einem Tetraeder ausgehen mit der Technik als Spitze.

    2. Nicht der Mensch sollte sich der Technik anpassen, sondern die Technik dem Menschen. Also: digitale Medien als ein Hilfsmittel im Lehrprozess – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

    Dieser Artikel stellt jedoch vor dem Hintergrund von Corona und Distanzunterricht die Technik in den Fokus und signalisiert damit, dass es ausreiche, eine adaptive Technologie zu implementieren, um erfolgreich lehren zu können.

    „‚Wir haben aber nicht die Zeit, dieses grundsätzlich ans Laufen zu bringen oder uns ewig einer Fehlermeldung zu widmen.‘ Genau dafür gibt es Spezialisten auf dem freien Markt.“

    Genau dafür sollte es endlich Spezialisten an jeder Schule geben; IT-Administration für Leherer*innen und Schüler*innen in Festsanstellung an jede Schule sind eine sehr gute und nachhaltige Lösung für Innovation und Support!

    „Leider gibt es – von ganz wenigen Ausnahme abgesehen – keine Hilfen der Länder für die (Mindest-)Vorgaben bei der Technik. Genau das wäre allerdings notwendig: Die Schulen benötigen mehr als „schöne“ Endgeräte und WLAN: sie brauchen Unterstützung, Spezialisten, Wissen und Zeit.„

    Richtig! Aber vor allem brauchen sie Autonomie, finanziellen Spielraum, eine bundesweite Plattform für sichere und kostenfreie Software (KMK!), durchgängiges Fortbildungskonzept unter dem Stichwort ‚lebenslanges Lernen’ (KMK!), abgebaute Hierarchie- und Funktionsbarieren und Vertrauen in ihre Fähigkeit, die Dinge unter dem Primat der Didaktik und dem Schutz ihrer Mitarbeiter*innen für jedes Kind zu regeln.

    „Zurecht werden heute bereits Konzepte und Pläne zu Medienentwicklung von Schulen (und Trägern) gefordert, bevor es an die Finanzierung und Umsetzung der IT-Ideen geht.“

    So ein Schmarrn! Durch diesen Konzeptwahnsinn sind doch die meisten Schulen abgeschreckt worden und viele Gelder nicht abgerufen. Wenn nur Schubladen zur Verfügung stehen, damit da etwas reinkommt, wird entweder etwas künstlich gefunden, was reinkommt, oder sie bleiben leer. Jede Schule hat ihre eigenen Anforderungen und Möglichkeiten; diese Konzepte setzen Kriterien voraus, die teilweise noch in der Entwicklung sind. Mal abgesehen davon, dass beispielsweise ein stabiles W-LAN an vielen Schulen noch gar nicht vorhanden ist (Bundesregierung!).

    „Nie gab es mehr Fördergeld. Das eröffnet neue Möglichkeiten und die große Chance, tatsächlich ganzheitlich über IT in der Schule nachzudenken und entsprechende Änderungen auf den Weg zu bringen.“

    … und sich von der Wirtschaft abhängig zu machen, damit die IT-Branche da weiter machen kann, wo die Verlage aufgehört haben? Fördern kann man nur dann, wenn man eine Analyse macht – ist den Lehrkräften hinreichen bekannt. Förderung setzt am Einzelfall an. Eine Förderung wie der Digitalpakt hätte greifen können, wenn

    – flächendeckend stabile (Glasfaser-)Netze vorhanden gewesen wären,

    – eine bundesweite Plattform für sichere und kostenfreie Software vorhanden wäre,

    – ein IT-Support an jeder Schule fest installiert wäre (Stellenplan),

    – Grundschüler*innen ein personalisiertes Tablet und Schüleri*innen der Sek1 und Sek2
    sowie die Lehrkräfte ein personalisiertes Laptop zur Verfügung hätten,

    – ein dezentrales Rechenzentrum nur für Schulserver zur Verfügung stünde,

    – Lehrkräfte nachhaltig problemlos qualifiziert werden könnten,

    – Schulleitungen zusätzlich einen jährlichen Pauschalbetrag in Höhe von mindestens 100 €/Schüler*in für digitales Lernen und Lehren zur Verfügung hätten,

    – die Professionalisierungen an Hochschulen für Lehramtsstudierende das digitale Lehren und Lernen beinhalten würde (Hochschulen!)

    – und Gefahren und Risiken des digitalen Lehrens und Lernens öffentlich genau so Gehör bekommen wir Potenziale und Gütekriterien

    Dann hätte eine Förderung m. E. Erfolg. Die Endgeräte sind also nur ein kleines Puzzleteil und tragen aufgrund der schnelllebigen Technik nicht maßgeblich zum Erfolg bei, wie hier suggeriert werden sollte.

    Übrigens: Das Gaming gehört heute schon zu einer erfolgreichen digitalen Lernumgebung; weil im Artikel davon abgeraten wird.

    • Sie schreiben, Schulen brauchen „vor allem Autonomie, finanziellen Spielraum, eine bundesweite Plattform für sichere und kostenfreie Software (KMK!), durchgängiges Fortbildungskonzept unter dem Stichwort ‚lebenslanges Lernen’ (KMK!), abgebaute Hierarchie- und Funktionsbarieren und Vertrauen in ihre Fähigkeit, die Dinge unter dem Primat der Didaktik und dem Schutz ihrer Mitarbeiter*innen für jedes Kind zu regeln.“

      Das können wir die Digitalisierung ab sofort einstellen. Autonomie? Finanziellen Spielraum? Haha. Eine bundesweite Plattform für sichere und kostenfreie Software? Wer macht und pflegt diese Software denn? Das kann ja dann nur Ausbeutung sein (Lehrer machen’s wie bei OER noch obendrauf – reicht ja noch nicht an Arbeit) – oder eine weitere staatliche Murkslösung wie die Schulplattformen der Länder.

      Wenn die Polizei neue Polizeiautos braucht, kommt doch auch keiner auf die Idee, selbst ein Modell zu konstruieren und die Verbrecherjagd, bis es dann mal irgendwann fertig ist, per Fahrrad zu unternehmen. Natürlich werden Autos aus der Wirtschaft gekauft – und nach Bedarf angepasst. Überall funktioniert das so. Nur in der Bildung hat offenbar der Sozialismus überlebt – da werden Staatslösungen als das Nonplusultra angepriesen.

      Sieht man am Zustand der Schulgebäude (und am Stand der Digitalisierung der Schulen), wie nonplusultra der Staat als Dienstleister funktioniert.

      • @Bernd „ Eine bundesweite Plattform für sichere und kostenfreie Software? Wer macht und pflegt diese Software denn?“ In Dänemark beispielsweise wird diese Plattform zentral vom Schulministerium gepflegt. Nur das macht Sinn und entlastet die Lehrkräfte. Die Nutzung ist nicht verpflichtend, aber erleichtert das Arbeiten mit digitalen Medien. Für die Wirtschaft resp. Verlage ist das natürlich nicht so attraktiv, weil sie damit nicht dezentral 40.000 Mal Beute machen können.
        Interessante Literatur: von Burow, Schule digital – wie geht das? Beltz 2019

        • Dann schauen wir doch mal, was Dänemark selbst dazu sagt:

          „Bereits 2012 begann man 500 Millionen dänische Kronen in das digitale Lernen zu investieren. In den folgenden Jahren wurde der Markt für digitale Lehrmittel massiv ausgebaut und der so wichtige Zugang zu digitalen Lehrmitteln stark vereinfacht.

          Ein Budget für den Einkauf von digitalen Lehrmitteln wurde geschaffen, über die Anwendung dieses Budgets kann jede Schule selbst entscheiden und kann das Budget angepasst an die jeweiligen Bedürfnisse der Schule verwenden.“ – Das schreibt die dänische Botschaft.

          Von wegen zentrale staatliche Lösungen in Dänemark ….

          Von Schulministerien „gepflegte“ Plattformen haben wir hier, da muss ich gar nicht woanders hingucken. Sind anwenderfreundlich wie aus den 90-er Jahren und reihenweise mit Beginn des Distanzunterrichts in die Knie gegangen. Sie haben übrigens ein seltsames Verständnis von Marktwirtschaft. Klöppeln Sie auch ihr Klopapier selbst, damit die Klopapierhersteller nicht „Beute“ machen können?

          Quelle: https://www.digitales-daenemark.de/wie-danemark-seine-schulen-auf-das-digitale-zeitalter-vorbereitet-hat/

  2. Lieber @Bernd,

    vielen Dank für die Recherche! Vieles ist mir nicht unbekannt, sprechen doch auch die Ergebnisse von ICILS 2018 für die erfolgreiche Transformation des digitalen Lehren und Lernens in Dänemark im europäischen und internationalen Vergleich.

    Das dänische Modell nennt sich „Uni-Login“ – eine Single-Login-on-Lösung des Bildungsministeriums und eine sehr wichtige Säule der Digitalisierung. Schüler*innen, Eltern und Schulpersonal erhalten beim Eintritt in die Schule einen Benutzernamen, den sie das ganze Schulleben lang bis hin zur Uni behalten. Somit haben sie immer Zugriff auf digitale Produkte, die einigermaßen sicher und hilfreich und oftmals kostenfrei sind. Dieses System nutzen auch externe Anbieter wie Verlage.

    Es geht also nicht darum marktwirtschaftliche Instrumente auszugrenzen, sondern Strukturen zu schaffen, die eine effiziente Lehr-Lernumgebung im Transformationsprozess ermöglichen und Steuergelder gewissenhaft und zielorientiert verwenden.

    Viele Grüße

    PS: Die Idee mit dem selbstgeklöppelten Klopapier würde ich eventuell weiter verfolgen im Rahmen eines StartUps for Future. Wenn es nähere Informationen dazu gibt, gerne!

    • Ah, so kommen wir auf einen Nenner – nichts gegen eine effiziente Lehr-Lernumgebung, die für professionelle Anwendungen offen steht.

      Ob allerdings „der Staat“ mit Steuergeldern „gewissenhaft und zielorientiert“ umgeht? Naja, das Beispiel „ella“ in Baden-Württemberg zeigt, wie das in die Hose gehen kann (um von Großprojekten wie dem BER gar nicht erst zu reden). Da scheint mir die Ausgabenhoheit bei den einzelnen Schulen, die wirklich wissen, was sie brauchen – und wie’s ja offenbar auch in Dänemark praktiziert wird – besser aufgehoben.

      Und die Formulierung mit der „Beute“ würde ich mir an Ihrer Stelle auch nochmal überlegen. Sie arbeiten doch auch für Geld, oder? Selbst Lehrkräfte sollen ja nicht allein für Luft und Liebe arbeiten…

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