Bremer SPD-Chefin Aulepp (Richterin) soll Bildungssenatorin der Hansestadt werden

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BREMEN. Die Bremer SPD-Landesvorsitzende Sascha Karolin Aulepp soll neue Bildungssenatorin in ihrem Bundesland werden. Bürgermeister Andreas Bovenschulte schlage die 50-Jährige als Nachfolgerin von Claudia Bogedan (beide SPD) vor, berichteten Medien der Hansestadt unter Berufung auf den Senatssprecher.

Hatte beruflich bislang nichts mit Kitas und Schulen zu tun: Sascha Karolin Aulepp (SPD). Foto: Foto-AG Melle / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Bovenschulte halte Aulepp «vor dem Hintergrund ihrer vielfältigen politischen Erfahrungen, ihrer Durchsetzungsstärke und ihrer Empathie für die Kitas und für den Bildungsbereich für eine sehr geeignete Kandidatin». Das teilte der Sprecher am Dienstag mit. Im Landesparlament, der Bremischen Bürgerschaft, ist die Juristin Aulepp derzeit justizpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.

Laut Wikipedia studierte Aulepp bis 1997 Rechtswissenschaften an der Universität Bremen und in Liverpool. Nach dem Ersten und Zweiten Staatsexamen war sie seit 2001 als Rechtsanwältin in Bremen tätig. 2005 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der SPD-Bürgerschaftsfraktion und seit Ende 2005 Mitarbeiterin in der Senatskanzlei der Freien Hansestadt Bremen. Sie wurde 2008 Richterin und danach Jugendrichterin am Amtsgericht Bremen und später zudem stellvertretende Richterin am Staatsgerichtshof der Freien Hansestadt Bremen bis zu ihrem Einzug in die Bürgerschaft. Während ihrer Zeit als Bürgerschaftsabgeordnete ruht gemäß § 36 des Richtergesetzes ihr Richteramt. Aulepp ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Das Bildungsressort ist im Bundesland Bremen für Schulen und Kitas zuständig. Bogedan hatte nach sechs Jahren als Bildungssenatorin vergangene Woche überraschend ihren Rücktritt zum Ende des Schuljahres angekündigt. Sie wird Geschäftsführerin der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. News4teachers / mit Material der dpa

Besseren Job gefunden: Bildungssenatorin Bogedan (SPD) kündigt Rücktritt an

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13 KOMMENTARE

  1. Warum ist der Job des KuMis in Deutschland ein Job für Jurist*innen?
    Geht es bei diesem Job in erster Linie um
    a) Bildung von jungen Menschen und Weiterbildung von SuS
    oder
    b) geht es um juristische Absicherung des Staates und juristische Absicherung von Prüfungen?
    Dies ist eine systemische Frage.

    • Ich glaube: weder noch. Es geht in erster Linie um die parteipolitische Ausrichtung, die Parteitagsbeschlüsse und die im Koalitionsvertrag. Seit 1946 stellt die SPD in Bremen sowohl den Regierungschef als auch den Schulsenator. Die „Erfolge“ sind ja bekannt, und Zweifel an der bisherigen Politik dürfen gar nicht erst aufkommen. Weiter so, weiter so.
      Gleichwohl gab es in allen öffentlichen Verwaltungen lange ein „Juristenmonopol“, viele höhere Posten sind mit Juristen besetzt, und viele Politiker sind von Hause aus Juristen.

    • „Dies ist eine systemische Frage.“

      Nein, S., so gestellt (vel vel) ist es eher eine polemische Frage ;).

      Natürlich geht es um beides. Es gab und gibt genügend fachfremde Minister, die ihren Job mit beiden Zielen prima hinbekommen. Ein besonderes Vorrecht ausgerechnet die Position des/der KuMi speziell mit LuL zu besetzen, gibt es nicht und wäre m.E. auch nicht sinnvoll. Gerade die wachsenden Vorbehalte gegen LuL würden bei der Bevölkerung das Vertrauen in die KuMis schwinden lassen, wenn man ihnen Arbeit „pro domo“ vorwerfen kann – der Fluch des bösen Scheins.

      Wenn Mist bei der Arbeit raus kommt, muss man wohl eher an anderer Stelle suchen, z.B. bei den befragten internen Fachleuten im Ministerium und externen Beratern. Und natürlich bei den pol. Leitlinien, die im Land der/die MinisterpräsidentIn (wie auch immer der/die in Stadtstaaten heißt) vorgibt. Wenn da Schrott her kommt, wird das Ergebnis auch bei einem Fachmann auf dem Ministerposten nicht besser. Der Minister bekommt dann nur schneller Magengeschwüre 😀

  2. Und wieder jemand mit umfangreicher pädagogisch- didaktischer Expertise, gewachsenem und erlebtem Systemverständnis für das Schulwesen, ausgewiesener Empathie für ALLE Beteiligten und profunder Kenntnis durch Erleben von Schule vor Ort!

    Wahrscheinlich erworben in der eigenen Schulzeit vor 30-40 Jahren und als Mutti oder Zaungast!

    Und dann noch“durchsetzungsstarke“ Juristin- welch`ein Glücksfall!

    • Das Recht auf Bildung wird jetzt im schlimmsten Fall um jeden Preis durchgesetzt. Die Bremer Lehrerschaft hätte es verdient, dass sie von einem erfahrenen Schulpraktiker durch die Pandemie geführt wird.

  3. Ich habe viel Empathie für Gerichte und Gefängnisse – ich werd mich mal für den Posten des Justizministers bewerben. Die Qualifikation “Empathie “ scheint ja zu genügen.

  4. Dass jemand LehrerIn ist, schützt leider nicht davor, als Kumi Mist zu verzapfen. Ich erinnere an Frau Löhrmann (Grüne), Vorgängerin unserer allseits geschätzten Frau Gebauer in NRW!
    Ohne ausreichende finanzielle Mittel und völlig ohne Empathie für die schwächsten SchülerInnen hat sie das Schulsystem umgebaut. Besonders geärgert hat mich, dass sie doch genau um die Konsequenzen ihres Handelns wusste.

    Ich habe über 20 Jahre in einer Hauptschule gearbeitet mit kleineren Klassen, guten Konzepten und ausreichend Zeit, mich um die SchülerInnen zu kümmern. Nun sind fast alle Hauptschulen (und Realschulen) weggespart. Zuletzt durfte ich eine Inklusionsklasse in einer Gesamtschule unterrichten (5 SuS mit anerkanntem Förderbedarf plus einige heftige „U-Boote“ von insgesamt 29 SuS), Doppelbesetzung nur in zwei Stunden, die noch häufig ausgefallen für Vertretung, kein Raum, kein Material, keine Zeit…die Kinder haben mir einfach nur noch leid getan!

    So viel zu Bildungsgerechtigkeit und diesem ganzen Geschwafel!
    Kinder haben keine Lobby und LehrerInnen lassen sich (fast) alles gefallen.

  5. „Ohne ausreichende finanzielle Mittel und völlig ohne Empathie für die schwächsten Schüler hat sie das Schulsystem umgebaut.“

    Nicht nur sie hat das Abitur als das Allheilmittel angepriesen und so die Hauptschule zur Resterampe aus Bildungsverlierern und Förderschülern (weil die spezialisierten Förderschulen aus Kostengründen im Namen der „Inklusion“ geschlossen wurden) verkommen lassen. Sie hat allerdings das G8 in NRW vermurkst, indem sie die Mittelstufe und nicht die Oberstufe verkürzt hat. Wenn gleichzeitig perspektivisch 50% des Jahrgangs das Abitur schaffen können soll, geht das nur zulasten des Bildungsanspruchs.

  6. Ich mache jetzt mal etwas, wozu ich eigentlich (das Wort, das für den Untergang aller Zivilisationen verantwortlkich ist …“eigentlich müsste man jetzt…“) nicht neige.
    Vorverurteilen:

    „Sie war Juristin – und auch sonst eher dürftig von Verstand“

    Ich meine, dass dieser Ausspruch in der männlichen Version ursprünglich von Georg Friedrich Liechtenberg stammt … ich schaue das aber nochmal in der Sammlung seiner Aphorismen nach.
    Warum – zum Henker – bestellt man auf diesem Posten nicht eine Person mit pädagogischer Expertise ein…in der SPD müssten doch massenhaft Pädagog*en herumlaufen, denn auch das ist bekannt: „Im Jahre 1912 rief August Bebel die Lehrer auf, der SPD beizutreten – von diesem Schlag hat die Partei sich nie erholt“ 😉

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