Jugendämter: Zahl der Schulabbrecher könnte sich verdoppeln

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BERLIN. Die Jugendämter in Deutschland warnen vor einer höheren Zahl an Schulabbrechern aufgrund der Corona-Krise. «Mit Blick auf die beiden Abschlussjahrgänge droht sich die Zahl der Schulabbrecher zu verdoppeln», sagte Lorenz Bahr, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Normalerweise verlassen pro Jahr rund 104.000 junge Menschen ohne Abschluss die Schule. «Wir rechnen nun mindestens mit einer Verdopplung: 210.000 Schulabbrecher in 2020 und genau so viele noch einmal in diesem Jahr.» Diese Entwicklung werde sich durch viele Schichten ziehen, auch Kinder aus der Mittelschicht würden einen «früheren Karriereknick» erleben. dpa

Zahl der Schulabbrecher steigt auf breiter Front – was sind die Ursachen? Verbände: Lehrermangel macht sich bemerkbar

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7 KOMMENTARE

  1. In der ARD war heute zu lesen, wie die Probleme besonders im letzten Quartal 2020 rapide zugenommen haben. Das ist doch interessant, also gab es genau da einen Anstieg als die Schüler, trotzt absurd hoher Zahlen, weiter in die Schulen geschickt wurden. So viele junge Menschen die jetzt ohne Abschluss dastehen oder in den nächsten Wochen ihre Prüfungen nicht schaffen. Es hätte verhindert werden können…

    • Das ist ja interessant. Das wirft ja die Frage auf, ob die Schule abgebrochen wurde, weil Schüler/innen den Wahnsinn des Präsenzunterrichts nicht mitmachen wollten.

    • Man muss aber schon die Frage stellen, bei wie vielen von denen der Abschluss ohnehin schon auf der Kippe stand und wie ernst die das Schülerleben genommen haben. Wer seit Februar 2020 chillt und die Versetzung geschenkt bekommen hat, braucht sich jetzt weder zu wundern noch darüber zu beklagen. Das gilt auch für die Sozialverbände, die die Versetzungen ermöglicht haben.

      • @Georg:
        Wie man es auch immer sehen will bzw. diese Feststellung interpretieren will…
        Fakt ist, dass es allem Anschein nach mehr Schulabbrecher geben wird. Egal ob alle Schulen seit Februar 2020 bis heute komplett im Distanzunterricht gewesen wären oder im unverantwortbaren Präsenzunterricht… In beiden Fällen (also egal wie die Politik entscheidet) hätte es diese Auswirkungen gehabt. Selbst im besten Distanzunterricht, oder in der besten Form des Wechselunterrichts – Schule macht unter diesen Umständen einfach keinen Spaß mehr! Auch für die Schüler, die sich vorher gut motivieren konnten. Fehlende Motivation führt nun bei mehr Schülern augenscheinlich zum Schulabbruch. Aber das ist doch eindeutig der Pandemie an sich geschuldet und nicht der Politik, die – egal wie sie entscheidet – immer den schwarzen Peter zugeschoben bekommt. Und die Forderungen, wie man sie hier immer hört (Luftfilter, Plexiglasscheiben,…) sind wichtig, keine Frage – aber selbst durch diese Maßnahmen kann man keine sichere Umgebung für die Schüler und Lehrer schaffen. Heißt: auch dadurch kann man keinen normalen Unterricht stattfinden lassen.
        Mein Grundschulkind hat momentan überhaupt keine Lust mehr auf Schule. Er ist vor der Pandemie wahnsinnig gern gegangen. Unsere Schule hat einen hervorragenden Distanzunterricht angeboten und in der Zeit, wo Wechselunterricht stattfand, wurde das auch prima umgesetzt. Aber das, was ihm immer so viel Spaß gemacht hat in der Schule (Gruppenarbeiten, Experimente, Ausflüge, eben auch das ganze Drumherum) ist komplett weg. Er hat keine Lust mehr in die Schule zu gehen. Einem 7-jährigen Kind ausschließlich trockenen Frontalunterricht anzubieten, verdirbt einfach die Freude am Lernen. Es wird älteren Schülern ähnlich gehen. Und ich kann dies sehr gut verstehen. Da kann aber keiner etwas dafür! Da können weder die Schulen, noch die Politik etwas daran ändern. Es ist eben gerade eine Pandemie. Und meiner Meinung nach kann man dem oben beschriebenen Trend weder durch Öffnung der Schulen (selbst mit besten Hygienestandards), noch durch gut durchgeführten Distanzunterricht entgegenwirken.

  2. Hätte man vor einem Jahr Luftfiltergeräte und Frischluftwärmetauscher in den Schulen installiert, wäre weniger Distanzunterricht und mehr Wechselunterricht möglich gewesen.

    Würde man den Wechselunterricht im täglichen Wechsel durchführen, würde es den Kindern leichter fallen.
    Wöchentlicher Wechsel ist die pädagogisch und psychologisch schlechtere Lösung für viele.

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