Optimismus trotz weiter steigender Inzidenzen unter Kindern? Lauterbach warnt

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BERLIN. Hat die dritte Welle in der Pandemie an Wucht verloren? Forscher beobachten ein Plateau bei den Infektionszahlen. Es könnte ein erster Vorbote für sinkende Zahlen sein – wenn alle weiter mitmachen beim Impfen und den Schutzmaßnahmen. Allerdings: Die Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen steigen weiter. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt deshalb.

Ist selbst ein studierter Epidemiologe, der in Harvard promoviert hat: Karl Lauterbach. Foto: Karl Lauterbach

Mit Blick auf die jüngsten Infektionszahlen in der Pandemie gibt es bei Kliniken und Wissenschaftlern vorsichtigen Optimismus. Nach einer Verdoppelung der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz von Mitte März bis Mitte April stagnieren die Zahlen seit rund zwei Wochen bei etwas über 160. Es gibt Einschätzungen, dass sie nach weiteren zwei Wochen sinken könnten – und die dritte Welle gebrochen wäre. Was spricht für positive Entwicklungen?

«Wir haben im Moment eine Gemengelage aus gegenläufigen Trends», sagte Virologe Klaus Stöhr. Auf der einen Seite gebe es weiter den Infektionsdruck der kühlen Jahreszeit, die Ansteckungszahlen nach oben treibe. Dazu komme eine Pandemiemüdigkeit in der Bevölkerung inklusive mehr Mobilität und Kontakten. Auf der anderen Seite sorgten zum Beispiel durchgemachte Infektionen und die Impfungen für eine Infektionsbremse. Dieser Ausgleich erkläre für ihn die Stagnation im Moment, sagte Stöhr. Er ist optimistisch. Sobald es draußen wärmer werde, gingen die Zahlen in rund zwei weiteren Wochen nach unten, prognostizierte der Experte. Denn draußen sei das Ansteckungsrisiko sehr viel geringer.

Eine Gefahr dieses Positiv-Szenarios: Deutlich mehr Menschen als jetzt werden unvorsichtig und halten sich nicht mehr an Schutzmaßnahmen und Auflagen. Eine weitere: Die Pandemie wird über geöffnete Kitas und Schulen wieder angeheizt.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) mit Stand vom Mittwoch binnen eines Tages 22.231 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 312 neue Todesfälle verzeichnet. Zum Vergleich: Am Mittwoch vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 24.884 Neuinfektionen und 331 neue Todesfälle verzeichnet. Die Sieben-Tages-Inzidenz ist trotzdem leicht gestiegen: von 162 (20. April) auf 168 (27. April). „COVID-19-bedingte Ausbrüche betreffen insbesondere private Haushalte, aber auch Kitas, Schulen und das berufliche Umfeld“, so heißt es im aktuellen Lagebericht, aber auch: „Beim Großteil der Fälle ist der Infektionsort nicht bekannt.“

Auch unter Kindern und Jugendlichen kann von Entspannung keine Rede sein. Die Inzidenzwerte für Kita-Kinder und Schüler sind weiter deutlich gestiegen – auf neue Rekordwerte. Die Null- bis Vierjährigen liegen nun bei 141, Grundschüler (Fünf- bis Neunjährige) bei 224, Zehn- bis 14-Jährige bei 234 und 15- bis 19-Jährige bei 260. Keine andere Altersgruppe ist aktuell stärker von Corona-Infektionen betroffen. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach twittert mit Blick auf diese Zahlen: „Kinder und Eltern werden voll dem Risiko ausgesetzt in den nächsten Wochen. Sie werden gar nicht oder zuletzt geimpft. Nachdem sich Kinder und Eltern so lange so vernünftig verhalten haben, wird jetzt überall nach ‚Lockerung sofort‘ gerufen. Kinder und Eltern leiden darunter sehr.“

«Das heißt, dass die Maßnahmen der Notbremse hoffentlich so langsam zu greifen scheinen»

«Die Hoffnung ist schon, dass wir hier so eine gewisse Plateaubildung sehen können», sagt Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, am Donnerstag in einem Youtube-Video. «Das heißt, dass die Maßnahmen der Notbremse hoffentlich so langsam zu greifen scheinen.» Auf den Intensivstationen sei die Lage mit über 5000 Covid-Patienten bundesweit aber immer noch sehr angespannt. Eine Trendumkehr ist dort immer erst zeitversetzt zu spüren.

Die aktuelle Datenlage gebe Anlass zu vorsichtigem Optimismus, hieß es am Mittwoch auch von der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Das sei aber noch keine Entwarnung mit Blick auf die weitere Entwicklung der Situation in den Krankenhäusern. Die Zahlen der Neuinfektionen und der Covid-19-Patienten bedeuteten ermutigende Entwicklungen, «die zeigen, dass die Bevölkerung schon vor dem Inkrafttreten der bundesweiten Notbremse am vergangenen Freitag ihren Beitrag zur Eindämmung der Pandemie geleistet hat», sagt Vorstandschef Gerald Gaß. Die Situation gebe Anlass zur Hoffnung, dass es tatsächlich gelinge, die dritte Welle zu brechen.

«Wir setzen weiter auf das Verständnis und das aktive Mitwirken der Bürgerinnen und Bürger, aber auch auf die Auswirkungen der Impfungen und den positiven Einfluss des nahenden Sommers», ergänzt Gaß. Die konsequente Umsetzung von Beschränkungen bei hohen Inzidenzwerten könnte die Trendumkehr einleiten.

Auch Mobilitätsforscher Kai Nagel von der Technischen Universität Berlin analysiert die stagnierenden Infektionszahlen. «Zunächst hatten die Osterferien einen deutlichen Einfluss», sagt er im Gespräch. «Hier sind nicht nur die Ansteckungen in den Schulen ganz weggefallen, sondern es waren auch viele Eltern nicht bei der Arbeit.» Es habe über die Osterfeiertage wahrscheinlich auch deutlich weniger Kontakte gegeben als vorher befürchtet.

Gutes Wetter lasse mehr Freizeitaktivitäten draußen stattfinden. Dazu seien in einzelnen Regionen schon vor der bundesweiten Notbremse Schnelltestangebote gekommen, auch durch Arbeitgeber und in Schulen, sowie eine Reduzierung privater Kontakte in den späten Abendstunden. In Nagels Modell für Berlin können solche Faktoren den R-Wert senken – also die Zahl der Menschen, die ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Die Hauptstadt liege um die 1, also an der Grenze, die eine Pandemie beherrschbar macht. «Aber es sind viele Effekte, die für sich genommen eher klein sind, und es ist daher für uns nicht möglich, Ursachen und Wirkungen genau zuzuordnen», schränkt der Wissenschaftler ein.

«Es ist eine schwierige Phase für uns alle. Wir sollten jetzt nicht lockerlassen»

An weniger PCR-Tests kann die Stagnation nach Beobachtung der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) zumindest nicht liegen. Sie seien in der 16. Kalenderwoche ab dem 19. April im Vergleich zur Vorwoche gestiegen – von rund 1.174.745 auf nun 1.231.477. Die Positivrate habe bei 13,3 Prozent gelegen (Vorwoche: 12,7 Prozent). Der Verband ALM bittet alle Bundesbürger, auf der letzten Teilstrecke des Corona-Marathons durchzuhalten und bei den Schutzmaßnahmen mitzumachen: «Es ist eine schwierige Phase für uns alle. Wir sollten jetzt nicht lockerlassen», appelliert der ALM-Vorsitzende Michael Müller. News4teachers / mit Material der dpa

RKI meldet weiteren verstorbenen Lehrer/Erzieher. Damit haben nun 30 Menschen aus der Berufsgruppe Corona-bedingt ihr Leben verloren

 

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33 KOMMENTARE

  1. Nun schaun wir mal, wie die Solidarität der Großen mit den Kleinen in den nächsten Monaten ausfällt. Oder wird es wieder als „Ehrenwertestes“ gehandelt werden, das unmündig‘ Jungvolk fix in die vorgesehenen Gehege zu treiben, denn nur in jenem Habitat gedeihen sie gar wohl?

    Klingeling, die Schellen der Narrenkapp‘ ahnen schon was …

  2. Das sollte auch mehr als deutlich den Kultusminister *innen beigebracht werden, das gerade JETZT KEINE SCHULOEFFNUNGEN STATT FINDEN DUERFEN!!!!, schon gar nicht mit der hirnlosen Inzidenz von 165.

    DAMIT GEFAEHRDEN DIE DAS BEREITS SCHWER ERKAEMPFTE der derzeitigen 3.Welle!!!!

    Es werden ALLE(Lehrkraefte, Kinder, Eltern) der Infektion ausgesetzt, da bisher kein Klassenraum von den Kumis mit Hochleistungsfilteranlagen ausgestattet wurde.

    Naja, und diese Hygienekonzepte sind nur fuer die Aktenfuehrung im Pruefungsfall.

    Wichtig waere jetzt, noch etwas durchhalten und im Distanzunterricht zu bleiben, um diese 3.Welle zu brechen und uns und unsere Lieben zu schuetzen.

    Weder alle Lehrkraefte, noch die Kinder(gibt es noch keine Impfstoffe) , geschweige die Eltern sind alle geimpft!!!

    Das Schuljahr ist eh schon gelaufen und nicht mehr aufzuholen, warum muss jetzt geoeffnet werden????
    Klar, wollen die Kinder ihre Schulfreunde wieder sehen, um den Lehrstoff geht es weniger, nur um jeden Preis???
    Oder weil irgedwelche Lobby-Kinderaerzte jammern, sie haetten zu wenig zu tun???
    Die haben doch gar keinen Plan, wie sie die infizierten Kinder richtig betreuen sollen/muessen mit z. B. Longcovid Folgen!

    Gerade jetzt sollten die Damen und Herren der KM ENDLICH MAL WACH WERDEN und die Schulen ausstatten, ohne ewige Buerokratie, der naechste Herbst kommt schnell!!!

    Herr Lauterbach hat (leider) immer Recht behalten mit seinen Prognosen….

  3. „Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach twittert mit Blick auf diese Zahlen: „Kinder und Eltern werden voll dem Risiko ausgesetzt in den nächsten Wochen…'“

    SPD-Bildungssenator Rabe sieht die Lage nach einem aktuellen Bericht im „Hamburger Abendblatt“ da viel, viel rosiger: Durch die Tests in den Schulen seien die aktuell im Wechselunterricht arbeitenden LuL und SuS nicht nur selbst sicherer, sondern es werde durch Schnelltests an den Schulen sogar die Inzidenz in der Hamburger Gesamtbevölkerung gesenkt:

    „‚Da auf diese Weise rund zehn Prozent der Hamburger Bevölkerung mehrmals wöchentlich zuverlässig testen [sic!], erhöhen wir zugleich auch die Sicherheit in den Familien und in der Freizeit. Damit leistet die Schnelltest-Strategie an den Schulen auch einen Beitrag, um die Pandemie in den Griff zu bekommen und die Infektionszahlen insgesamt zu senken‘, so Rabe.“ (https://www.abendblatt.de/hamburg/article230939138/corona-news-blog.html)

    Ich frage mich: Ist das nicht die neueste Versimplifizierung komplexer Sachverhalte, eine weitere wissenschaftlich nicht haltbare Behauptung, die aus dem ursprünglichen „Schulen sind sicher“ und „Schulen sind keine Pandemie-Treiber“ jetzt sogar ein „Schulen sind Retter in der Pandemie“ macht?

    Oder sehe ich das falsch? Dass die genannten „10 Prozent der Hamburger Bevölkerung“ an den Schulen überhaupt durch Schnelltests getestet werden, ist ja daran geknüpft, dass sie sich überhaupt in größeren Gruppen in mehr oder weniger gut gelüfteten Räumen für mehrere Stunden versammeln. Müsste man dann nicht die Inzidenzen, die aus den Versammlungen für Wechselunterricht resultieren, mit den Infektionen, die eventuell durch die Testungen an Schulen in der Hamburger Bevölkerung vermieden werden, verrechnen?

    Die wohlklingende „Schlussfolgerung“ von Senator Rabe beruht wohl eher auf einer Michmädchenrechnung. Er kann diese Behauptung – wie auch frühere Behauptungen – nur aufstellen, weil – wie auch im obigen Artikel erwähnt, laut RKI Infektionsorte nach wie vor meist nicht bekannt sind.
    Was sollen diese Statements? Warum fällt dem Rabe keiner seiner wissenschaftlich höher qualifizierten Parteigenossen (Herr Prof. Dr. Lauterbach, Herr Dr. Tschentscher) ins Wort?

  4. Die sog. Alten sind nicht ansatzweise so solidarisch wie die Jungen. Aber leider führt ihre Masse zu stetige Umwerben der Politik. Bestes Beispiel: Die Reallöhne sinken, die Gehälter der Bundestagsabgeordneten sinken, die Renten sinken NICHT! Dabei haben wir die reichste Rentnergeneration ever! Und viele der Ü60 und Ü70 sind sich zu fein für Astrazeneca! Ganz ehrlich, den Alten gehört der Marsch Geblasen! Lediglich das gibt Hoffnung: Da gerade Unmengen Erwerbstätig sterben und berufsunfähig werden, sinkt hoffentlich auch bald die Rente der Boomergeneration!!

    • Zu „die Gehälter der Bundestagsabgeordneten sinken“
      Es sinkt die steuerpflichtige Abgeordnetenentschädigung um 70,58 auf 10.012,89 Euro. Satte 0,7 %!

      Die neuesten Zahlen zur Lohnentwicklung in Deutschland hatte das Statistische Bundesamt im März veröffentlicht. Demnach gingen die Löhne bei angelernten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit 2,5 Prozent am stärksten zurück, gefolgt von ungelernten Angestellten (minus 1,6 Prozent), Fachkräften (minus 1,2 Prozent) sowie »herausgehobenen Fachkräften« (minus 0,2 Prozent). Die Verdienste von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in leitender Stellung legten hingegen mit plus 0,2 Prozent leicht zu.
      https://www.spiegel.de/politik/deutschland/deutscher-bundestag-diaeten-fuer-abgeordnete-sinken-zum-ersten-mal-a-97b94dc0-36c3-4255-9859-bb157705c2f4

    • Emil
      Solche Anschuldigungen sollten wir hier unterlassen.
      Es ist vielleicht Ihre Meinung, aber so pauschal zu urteilen finde ich nicht gut.
      Unter der „reichen“ Rentnergeneration gibt es sehr viele die auch am Existenzminimum leben. „Zu fein“ für AZ Impfung halte ich auch für falsch. Da gibt es einfach viel Verunsicherung und Ängste, wie bei allen anderen auch.

      • @Emil liegt vielleicht doch nicht so falsch. Die vielen in der Gruppe der 60- bis 70-jährigen verstrichenen Termine ohne Absage in den Impfzentren sprechen eine eindeutige Sprache. In NRW dürfen die Impfzentren mit Laumann’scher Billigung die Termine deshalb um 10% überbuchen.

    • „Und viele der Ü60 und Ü70 sind sich zu fein für Astrazeneca! Ganz ehrlich, den Alten gehört der Marsch Geblasen!“

      Erzählen Sie das dann mal Dana Ottmann [1] oder dem Staate Dänemark [2]!

      1 https://www.welt.de/politik/deutschland/article230732399/Gehirnblutung-Tod-junger-Frau-hing-mit-AstraZeneca-Impfung-zusammen.html

      2 https://www.swp.de/panorama/impfung-astra-zeneca-daenemark-stellt-impfstoff-ein-thrombosen-verboten-todesfaelle-56259707.html

    • Das Rentensystem haben Sie noch nicht ganz verstanden. Weniger Erwerbstätige bedeutet höhere Gehälter. Steigt das Lohnniveau, steigen zwangsläufig die Renten. Die Summe der Einzahlungen in das Rentensystem ist entkoppelt von der Summe der Auszahlungen. Für die Differenzen muss wegen der vielen beitragslosen Rentenzahlungen (Mütterrente etc.) ohnehin der Steuerzahler einspringen.
      Btw der überwiegende Anteil der Boomer ist noch gar nicht in der ungekürzten Rente. Der geburtenstärkste Jahrgang 1964 als letzter Jahrgang der Boomer ist erst 57 und somit noch 10 Jahre vom Beginn der gesetzlichen Altersgrenze für den rentenbezug entfernt.

      Bezüglich der Solidarität der Älteren mit den Jüngeren gebe ich Ihnen hingegen recht, die ist jenseits von familiären Banden wirklich nicht sonderlich ausgeprägt.

    • Lieber Emil,

      ich verstehe Ihre Kritik sehr gut!

      Die jungen Menschen wurden von Anfang der Pandemie an aufgrund epidemiologischer Argumente vernachlässigt, was der Wirtschaft in die Hände spielte. Die Politik hat es versäumt, diese Personengruppe angemessen zu berücksichtigen – ein grob fahrlässiges, wenn nicht sogar vorsätzliches Verhalten.

      Nun haben wir den Salat und die Jungen fangen an, sich die Alten vorzuknöpfen.

      In Einzelfällen halte ich das sogar für berechtigt. Ich finde es z. B. nicht in Ordnung, dass Geimpfte nun Sonderrechte erhalten sollen. Damit werden wieder viele junge Menschen in eine Opfersituation gebracht, in der sie seit Monaten verharren. Hier zeigt sich auch wieder, dass Recht kriegen nicht gleich Recht haben bedeutet.

      Generell rate ich den jungen Menschen, für Ihre Rechte einzutreten, ohne andere Menschen zu beschimpfen und einzelne Personen(-gruppen) für ihr Schicksal verantwortlich zu machen. Denn es ist in der Tat so, dass die meisten Rentner*innen ihr Leben lang gearbeitet und ihre Rente damit mehr als verdient haben. Die Erhöhungen der letzten Jahre stehen in keinem gesunden Verhältnis zu den Reallöhnen beispielsweise; aber das sind politische und tarifrechtliche Entscheidungen; genau so, hätten die Gewerkschaften auch höhere Löhne aushandeln können.

      Die Zukunft wird zeigen, ob es Politiker*innen und Verantwortlichen in der Wirtschaft gelingen wird, den sozialen Frieden zu wahren. Hoffen wir im Namen aller Menschen in diesem Land mit ihren jeweiligen Einzelschicksalen, dass es gelingen wird, konsensfähige Lösungen zu finden.

      Ich wünsche Ihnen, dass Sie den Blick für das Wesentliche nicht verlieren und Ihre Energie konstruktiv einsetzen und damit an sozialverträglichen Lösungen mitarbeiten können.

      Danke!

      • na ja, dann darf ich mich ja freuen, dass sie nicht bundeskanzler sind, oder in der politik viel gewicht haben.

        mein vater ist 78 und hat sich seine rente mehr als verdient und wurde zudem mit astra zeneca geimpft, nur mal so nebenbei.

        aber wenn jemand angst vor astra zeneca hat, habe ich auch verständnis dafür.

        in deutschland gibt es sehr viele rentner die am existenzminimum leben. durch die pandemie sieht man inzwischen weniger renter, die pfandflaschen sammeln, was aber nicht heißt, dass es ihnen jetzt besser geht.

        rentenerhöhung für die, die nicht viel geld haben zu leben, ist gut.

        so wie sie sich ausgedrückt haben, könnte man fast schon davon ausgehen, dass jeder bis zur rente arbeiten soll und dann kann man sie fallen lassen (nett ausgedrückt).

        nach kinderfeindlichkeit kommt jetzt renterfeindlichkeit?

        auch mit den rentenerhöhungen, haben die renter nicht wirklich viel davon, da die lebenserhaltungskosten auch stetig steigen.

        von daher stoßen ihre äußerungen bei mir auf unverständnis, obwohl ich noch seeeehr weit entfernt von der rente bin.

        ich möchte meine soziale blickweise auch nicht verlieren und dabei geht es auch nicht nur um renter, sondern in allen bereichen. bestimmte bereiche in der gesellschaft als sündenbock darzustellen ist falsch.

        ihr beitrag zeigt auch, dass unsere ellenbogengesellschaft sich immer weiter in die richtgung bewegt, was mir überhaupt nicht gefällt.

        in der politik müsste sich einiges ändern, damit es die ganze gesellschaft besser hat.

  5. Gerade bei n-tv.de :
    ELTERN vor Kinderlose IMPFEN.

    >>Kinderärzte und der FDP-Familienpolitiker Grigorios Aggelidis fordern eine frühere Corona-Impfung für Eltern. „Wir müssen jetzt rasch einen Schutzwall um Kinder aufbauen, indem wir auch Eltern bevorzugt impfen“, sagt der Bundestagsabgeordnete. Es werde voraussichtlich noch Monate dauern, bis ein Impfstoff für Kinder zugelassen sei. Gleichzeitig erkrankten aber immer mehr jüngere Menschen. „Wir müssen jetzt handeln, um nach den Sommerferien eine Verbesserung für Kinder und Eltern zu erreichen“, fordert Aggelidis. Der Präsident des Berufsverbands der Kinder und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, nannte es „sehr sinnvoll, Eltern vor kinderlosen Erwachsenen im selben Alter zu impfen“.<<

  6. @Emil,
    eine Pauschslisierung finde ich nicht i.O., weil es eine überwiegende Zahl von „Alten“ gibt, die froh wären, sich sofort mit Astra impfen zu lassen.
    Allein der Impfstoff fehlt vielerorts. Mein Hausarzt hat gerade mal 10!!! Impfdosen erhalten. Im übrigen kann sich nach meinen Erkenntnissen jeder „Junge“ damit impfen lassen, der das möchte.
    Zum anderen „schmeckt“ mir nicht, wie Sie über die „Alten“ sprechen. Auch Sie werden alt…
    Und sehr viele dieser Generation wissen, was Verzicht bedeutet, aufgrund von Erfahrungen in dunklen Zeiten. Die jammern nicht …und viele machen heute noch ihre Arbeit, weil sie gern arbeiten oder weil sie leider abeiten müssen..
    Also, etwas differenzierter bitte!

    • erhalten. Im übrigen kann sich nach meinen Erkenntnissen jeder „Junge“ damit impfen lassen, der das möchte.
      Zum anderen „schmeckt“ mir nicht, wie Sie über die „Alten“ sprechen. Auch Sie werden alt…

      Das ist nicht ganz richtig: Da es eine klare Empfehlung der Stiko gibt, greift bei Leuten unter 60 der Versicherungsschutz im Falle eines Impfschadens nicht. Sprich: passiert was und man ist zb. berufsunfähig war es eigenes Risiko und keiner zahlt.
      Hier macht es sich Vater Staat verdammt einfach mit „auf eigenes Risiko“.
      Deswegen sehe ich tatsächlich die Aelteren in der Pflicht, wer nicht will raus aus der Priorisierung und hinten anstellen.

      Ansonsten verstehe ich schon seit Wochen die Welt nicht mehr… Meine Kinder verzichten seit einem Jahr auf nahezu alles… Geburtstage, Freunde, Sport, Hobbies, werden online mehr oder weniger beschult … Um die aeltere Generation zu schützen und jetzt wo die durchgeimpft sind und der Virus oh Wunder auf die juengeren geht ist plötzlich alles andere wichtiger…keiner weiss ob die Impfung wirkt trotzdem duerfen Geimpfte bald ungetestet ueberall hin.

      • Hallo, Deechen,

        „…plötzlich alles andere wichtiger…keiner weiss ob die Impfung wirkt trotzdem duerfen Geimpfte bald ungetestet ueberall hin.“
        1. Es sind längst nicht alle „Alten“ durchgeimpft!
        2. Das „die“ bald überall hin dürfen, das haben sich die wenigsten „Alten“ so gewünscht! Das ist m.E. eine Forderung weniger Menschen und einiger Politiker, die mit „der Rückkehr zu den genommenen Grundrechten“ Wahlen gewinnen wollen. Und deshalb wieder laut schreien.
        3. Was hätte man denn aktuell bis ca. Juni davon, wieder „überall hin zu dürfen“?
        Du meine Güte: Es hat doch fast alles geschlossen! Veranstaltungen gibt es keine!
        4. Die meisten „Alten“ (Ü70 / Ü80), die schon geimpft sind, sind Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen, die sind froh, wenn sie eine Runde mit dem Rollator um den Block drehen können / dürfen.
        Leute, lasst doch mal die Kirche im Dorf!
        Dieser Sozialneid ist einfach nur egoistisch und unerträglich!

          • Aber ich gönne es ihm. Allerdings erwarte ich schon , dass sich alle noch ein bisschen zurückhalten bis wirklich jeder ein Impfangebot hat. Schließlich haben die Ungeimpften eine doppelte Last zu tragen. Sie dürfen nichts und können noch schwer erkranken.

    • Die 10 Dosen sind ja auch nicht unbedingt für die „Alten“ gedacht, da diese entsprechend der jeweiligen Priorisierung ein Impfangebot durch das räumlich zuständige Impfzentrum haben, Ist halt bequemer sich beim Hausarzt um die Ecke impfen zu lassen.

  7. Immer schön Bashing betreiben – Junge gegen Alte, Geimpfte gegen Nichtgeimpfte, Coronaleugner gegen Coronanichtleugner, Autofahrer gegen Radfahrer gegen Fußgänger, Männer gegen Frauen, Jeder gegen jeden…
    Ich bin mir sicher, das bringt uns weiter…

  8. Eltern tragen mit Ihren heranwachsenden Kinder die Hauptlast der Pandemie und sind die letzten in der Reihe! Karl Lauterbach hat mit viel Nachdruck ausgepsrochen:“ Wir bringen das Leben der Eltern in Gefahr und dies kann nicht der Wille der Schulpolitik sein! Viele Kinder werden ein Elternteil verlieren und zu Halbwaisen werden oder ein Elternteil mit Langzeifolgen begleiten müssen. Auch Kinder und Jugendliche können schwer erkranken und sind vor Lanzeitfolgen nicht geschützt. Gehör findet es in der Schulpolitik nicht. In BW- Mannheim finden ab Mai Klassenarbeiten an den Schulen statt und es besteht eine Anwesendheitspflicht! Die Eltern sind noch nicht geimpft und trotzdem fordert man es ein!

    • In NRW herrscht auch weiterhin Präsenzzwang mit übelsten Androhungen von Bußgeldern. Zudem bekommt man keine Unterlagen und es wird gedroht, dass es sich auf die „Leistungsbewertung“ auswirken kann. Ich habe auch schon von Schulen gelesen, die ganz unverhohlen mit Nichtversetzung drohen wenn Eltern ihre Kinder nicht testen lassen.

      Es wird also mit Erpressung auf dem Rücken der Kinder und Eltern ausgetragen.

      Einzig vom Verwaltungsgericht Aachen gab es gestern eine Meldung (beim WDR), dass die Schulen Distanzunterricht anbieten müssen wenn ein Kind sich nicht testen lassen will. Das ist allerdings offenbar nur für Aachen gültig und nicht für ganz NRW 🙁

      Man fühlt sich als Eltern (+Kinder +Lehrer +Erzieher), als ob es keinen Rechtsstaat und keine Demokratie mehr geben würde, als ob sämtliche Grundrechte auf körperliche Unversehrtheit und Schutz von Kindern plötzlich außer Kraft gesetzt wurden.

      • Testverweigerung und angemessener Distanzunterricht

        Habe dann gefunden. Pressemitteilung vom 27.04.2021 VWG Aachen zu Aktenzeichen: 9 L 241/21:
        …“ Die Teilnahme an den Selbsttests als Zugangsvoraussetzung für den Präsenzunterricht sei vor diesem Hintergrund grundsätzlich zumutbar. Im Übrigen werde eine Pflicht, an den Selbsttests teilzunehmen, nicht begründet.
        Die Antragsteller verhielten sich insbesondere nicht rechtswidrig, wenn sie an den angebotenen Selbsttests nicht teilnähmen. Allerdings entfalle dann ihr Anspruch auf Präsenzunterricht. Die Schulleitung sei in diesem Fall aber verpflichtet, ihnen angemessenen Distanzunterricht anzubieten. Die konkrete Ausgestaltung liege im schulorganisatorischen Ermessen der Schulleitung.
        Dass dieser Distanzunterricht nicht den gleichen Wert haben könne und müsse wie der Präsenzunterricht, liege auf der Hand und folge bereits aus den pandemiebedingten Einschränkungen, die sich in sachlicher und personeller Hinsicht für den Schulbetrieb und das häusliche Lernen ergäben.
        Ein individuelles Lernangebot, das beispielsweise über die bloße Mitteilung der Lerninhalte und Hausaufgaben hinausgehe, müsse daher nicht unterbreitet werden….“

        Damit ist Yvonne zumindest mit dem angedachten kompletten Unterrichtsausschluss bei Testverweigerung mal wieder gescheitert.

  9. Die Politik ist wohl der Ansicht, um Investitionen in den Schutz der Kinder herum kommen zu können.

    Das ist ein Irrtum.

    Besonders wenn weitere Mutationen auftreten, gegen die die Impfstoffe wenig ausrichten, sind die Kinder in noch größerer Gefahr.

    Daher muss jetzt in den Schutz der Kinder investiert werden.
    Z. B. in Luftfilteranlagen, mobile Luftfiltergeräte und Frischluftwärmetauscher.

  10. Hallo in die Runde…. Weiß vllt. jemand, wie mit Schülern verfahren werden soll, welche beim Schnelltest immer wieder kein auswertbares Testergebnis zu stande bringen? In meiner Klasse gibt 4 Schüler, welche in den letzten Wochen bei keinem Test ein Ergebnis hatten. Und es sind sonderbarer Weise immer die gleichen Schüler. Und die besuchen auch fortwährend die sogenannte „NOTBETREUUNG“, die bei uns in Thüringen gar keine ist. Das Wort „Notbetreuung“. ebenet hier nur die Öffnung der Schulen bis zur vollen Präsenz. Auch wenn es nicht zu diesem Artikel passt, freue ich mich über andere Erfahrungen.

    • Wie kriegen die das denn hin? Stecken sie evtl. die Popelstäbchen gar nicht in die Nase oder nicht in die Flüssigkeit? Oder tropfen zuviel oder gar nichts in die runde Öffnung der Tests? Oder tropfen nen Schluck Cola auf den Test o.ä.?

      Mein Grundschulkind hat mir übrigens auch von einem Mitschüler berichtet, der viel zu viel auf die Testkartusche geschüttet hat (was der Lehrer auch mitbekommen hatte) aber den Test nicht wiederholen musste. Super, da liegen wir dann wohl insgesamt noch nicht einmal bei den 58 % Wahrscheinlichkeit sondern können den ganzen Mist wirklich auch sein lassen.

      • Bei uns gibt es „Lollitests“-den müssen die Schüler zwei Minuten lang in den Mund nehmen und das war es dann. Problem ist nur, dass bei mir einige Schüler gibt, bei denen der Test noch nicht einmal ein gültiges Ergebnis hervor gebracht hat. Trotzdem sitzen die Schüler in der Notbetreuung. Das ist doch eigentlich nicht so gedacht???

        • Da sollte es eine Alternative geben. Wenn es kein Testergebnis gibt, mit einem anderen Testverfahren nachtesten. ‚Sicherheit‘ gibt es allerdings nie.

          Das ist nochmals so ein Beispiel aus der Praxis, das verdeutlicht, dass das Testen nicht in den Unterricht gehört … Tests gehören von Menschen gemacht, die dafür ausgebildet wurden und nicht noch 1000 andere Dinge gleichzeitig im Kopf haben. Ich wiederhole mich, aber trotzdem:
          Test- und Impfstationen an jede Schule!
          Wenn die Eltern zu Hause testen wollen, bitteschön. Um aber durchgehend vergleichbare Daten zu erhalten, ist eine einheitliche Methode unverzichtbar. M. E. ein spezielles Thema für das Infektionsschutzgetz und damit raus aus den Händen der Länder!

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