Karliczek: Thema Nachhaltigkeit in Kitas und Schulen verankern – „Auch bessere Bildung kann die Erderwärmung stoppen“

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BERLIN. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat dazu aufgerufen, im globalen Kampf gegen den Klimawandel stärker auf Bildung und Aufklärung zu setzen. «Ich bin überzeugt: Mehr Klima-Bildung wird auf längere Sicht zu weniger CO2-Ausstoß führen. Auch bessere Bildung kann die Erderwärmung stoppen», sagte Karliczek. Zur Rettung des Planeten müssten Staaten weltweit ihre Bildungsangebote ausweiten. Das sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Von morgen an bis zum 19. Mai veranstalten die Unesco und das Bundesbildungsministerium gemeinsam die digitale Weltkonferenz «Learn for Our Planet. Act for Sustainability».

Die globale Perspektive wird deutschen Schülern im Unterricht eher selten vermittelt. Foto: Shutterstock

«Bildung für Nachhaltigkeit braucht einen Platz in den Kindergärten und Schulen, an den Hochschulen und in der beruflichen Ausbildung», sagte Karliczek. Auch in der Weiterbildung und der Erwachsenenbildung müsse die Aufklärung über klimabewusstes und nachhaltiges Verhalten eine größere Rolle spielen. Der Appell steht im Zusammenhang mit der an diesem Montag beginnenden Weltkonferenz der Unesco, die sich bis Mittwoch auf diesen Aspekt der globalen Nachhaltigkeitsziele konzentrieren soll. Sie bildet den offiziellen Auftakt für die neue Dekade zur weltweiten Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in allen Bildungsbereichen bis 2030.

Drei Tage lang werden sich über 2.500 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aus der ganzen Welt über Lösungsansätze für eine bessere Verankerung von BNE in allen Bildungsbereichen, von der frühkindlichen Bildung über die Schulbildung, die Berufliche Bildung und das informelle Lernen bis hin zur Hochschulbildung, austauschen. Im Anschluss findet die nationale Auftaktkonferenz für das neue Unesco-Programm statt.

„BNE beginnt schon in der Kita, wenn Kinder fragen, woher die Erdbeeren im Winter kommen“

«Es ist enorm wichtig, Bildung für nachhaltige Entwicklung, kurz BNE, in alle Bildungsbereiche zu integrieren – etwa in die Lehrpläne, die außerschulischen Aktivitäten und die Lehrerausbildung», so Karliczek. «BNE beginnt schon in der Kita, wenn Kinder fragen, woher die Erdbeeren im Winter kommen oder warum ihr Frühstücksbrot in braunes Papier und nicht in glitzernde Folie eingepackt ist. Sie kann später im Unterricht behandelt werden, wenn es um Themen wie Umweltschutz, Artensterben oder auch Armut geht. Denn um globale Herausforderungen wie Klimawandel, Pandemien, Ungleichheiten und Ressourcenknappheit zu bewältigen, braucht es den Einsatz von jeder und jedem Einzelnen. BNE versetzt die Menschen in die Lage dazu. Sie befähigt die Menschen, die Auswirkungen ihres Handelns auf die Welt besser zu verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.»

Deutschland sei ein «weltweiter Vorreiter» beim Ziel, Bildung für nachhaltige Entwicklung breit zu verankern, sagte Karliczek. Zugleich betonte sie: «Auch wir sind noch nicht am Ende angelangt, sondern werden unsere Bemühungen weiter intensivieren.» Auf der globalen Online-Konferenz in der kommenden Woche soll das Unesco-Programm «Bildung für nachhaltige Entwicklung: die globalen Nachhaltigkeitsziele verwirklichen» vorgestellt werden. Mehr als 2500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 130 Ländern, darunter auch Minister und Vertreterinnen aus der Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, sind geladen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Generaldirektorin der Unesco, Audrey Azoulay, werden die Konferenz am Montag gemeinsam eröffnen. Auch eine Video-Botschaft des deutschen Astronauten Alexander Gerst steht auf dem Programm.

„Wir müssen noch mehr Tempo vorlegen, wenn wir bis 2030 BNE als Querschnittsthema in alle Bildungsbereichen integrieren wollen“

Der Aspekt «Bildung für nachhaltige Entwicklung» ist Teil der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Zur Umsetzung hat die UN-Bildungsorganisation Unesco Weltprogramme ins Leben gerufen. Das aktuelle Programm, das in der kommenden Woche auf der Tagesordnung steht, gibt es seit 2020.

Allerdings, so Karliczek: «Wir müssen noch mehr Tempo vorlegen, wenn wir bis zum Jahr 2030 BNE als Querschnittsthema in alle Bildungsbereichen integrieren wollen. Deutschland ist dabei weltweiter Vorreiter. Wir haben mit der sogenannten Nationalen Plattform BNE ein Gremium geschaffen, in dem sich Bund, Länder, Kommunen und verschiedene gesellschaftliche Gruppen regelmäßig zu unserem gemeinsamen Ziel austauschen. Vertreterinnen und Vertreter der jungen Generation sind dabei auch einbezogen. Und das Bundesbildungsministerium fördert BNE an vielen Stellen: im frühkindlichen Bereich mit der ‚Stiftung Haus der kleinen Forscher‘, in der beruflichen Aus- und Weiterbildung anhand von ‚BNE-Modellversuchen‘, an Hochschulen durch die milliardenschwere FONA-Strategie, in der Gesellschaft durch die Wissenschaftsjahre, auf lokaler Ebene durch das ‚BNE-Kompetenzzentrum Bildung – Nachhaltigkeit – Kommune (BiNaKom).’» News4teachers / mit Material der dpa

Die meisten Programmpunkte werden per Streaming auf dem BNE-Portal für eine breite Öffentlichkeit zugänglich sein.

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39 KOMMENTARE

  1. „Zur Rettung des Planeten müssten Staaten weltweit ihre Bildungsangebote ausweiten.“

    Nicht ausweiten, ändern.

    Und das kostet natürlich zu viel Geld.

  2. Gebt uns einfach mehr Zeit für Bildung!
    Zeit für die Kinder, sicher lesen und schreiben zu lernen; Zeit, Informationen finden und bewerten zu lernen; Zeit, mit Kindern über „Gott und die Welt“ reden zu können; Zeit, mit ihnen in die Natur zu gehen, Natur zu erleben; Zeit, mit ihnen die Auswirkungen menschlichen Handelns zu erleben; Zeit für Beziehungen als Grundlage für Vertrauen; Zeit, sich im Lebenszusammenhang selbst erkennen zu können…

    Umweltbildung sollte genauso zentral und selbstverständlich sein wie Lesen und Schreiben.
    Um Leben und Umwelt sollte sich Bildung drehen; Bildung sollte dem Leben – nicht nur dem vermeintlich besseren Leben des Menschen – nutzen!

    Seit Jahren gewinnt man aber den Eindruck, Bildung soll in erster Linie (oder nur?) Abschlüsse liefern und Menschen, die ihre Arbeit tun, dann konsumieren und die Taschen einzelner nicht nur füllen, sondern schlichtweg überlaufen lassen sollen sollen.
    Wen kümmert es, wer oder was darunter leidet?

    All das ist aber seit 40 Jahren und länger bekannt, wurde uns schon in der Schule beigebracht (wenn es eine gute Schule war). Hat sich etwas geändert?
    Ja, zum Negativen. Mehr Konsum, mehr sinnlose Produktion, weniger Sensibilität für alles um uns herum.
    Und dann die Forderung, nach Corona wieder „zum alten Leben zurück“… Wie absurd!!!
    JETZT wäre DIE Chance, endlich in der Realität anzukommen und damit in den Schulen anzufangen!
    Lippenbekenntnisse reichen schon lange nicht mehr, festgefahrene Lehrpläne auch nicht.
    Da muss Bewegung und Reaitätsbezug rein – im wahrsten Sinne des Wortes!

    • @kanndochnichtwahrsein

      Volle Zustimmung, besonders „All das ist aber seit 40 Jahren und länger bekannt, wurde uns schon in der Schule beigebracht (wenn es eine gute Schule war). Hat sich etwas geändert?
      Ja, zum Negativen. Mehr Konsum, mehr sinnlose Produktion, weniger Sensibilität für alles um uns herum.“

      Ganz toll aber Karliczeks „Überzeugung“ (was auch sonst?):
      „«Ich bin überzeugt: Mehr Klima-Bildung wird auf längere Sicht zu weniger CO2-Ausstoß führen. Auch bessere Bildung kann die Erderwärmung stoppen», sagte Karliczek.“
      Das ist’n Lacher, danke Anja!
      Das letzte Jahr hat gezeigt, dass bei den aktuell Verantwortlichen in der Politik die (bessere = ?) Bildung noch nicht einmal Unwissenheit, Dummheit, Ignoranz oder gar unmoralische Positionen (oder den Mega-Mix aus all dem) stoppen konnte.

      „Zugleich betonte sie: «Auch wir sind noch nicht am Ende angelangt, sondern werden unsere Bemühungen weiter intensivieren.“
      Auch schön … noch nicht am Ende … soso … werden unsere Bemühungen weiter intensivieren …
      Will die uns jetzt so richtig Angst machen?
      Wenn wir die SuS auf diese Weise „motivieren“, werden die noch krank vor Lachen!
      Jaja, die Anja … die kannja … was eigentlich?

      • @ Pit 2020

        Volltreffer und mal wieder versenkt!

        Kriegen wir gerade ein Corona-Loch und wissen die Medien nicht zu füttern?

        Die hat sich doch seit Jahren darüber keine Gedanken gemacht, die gute Frau.

        Sonst hätten wir Luftfilter statt heute ständiger Vermüllung durch Testungen. Wo werden die die tollen Masken entsorgt?

        Das Zeug wird produziert – ganz ohne Belastung der Umwelt, da bin ich vollkommen sicher (ha!) und es wird entsorgt – ganz ohne Belastung der Umwelt, da bin ich mir auch vollkommen sicher (ha!ha!).

        D e n Fußabdruck möchte ich nicht sehen, den die Unvernunft der KuMis in diesem Corona-Jahr hinterlassen hat.

        • @Riesenzwerg

          Mir persönlich macht der „geistige“ Fußabdruck noch mehr Sorgen.

          Manchmal möchte ich nach dem Vorbild meiner DienstherrInnen auch Verstand und Moral (= Hirn und Herz) vergessen und meine Gedanken auch mal so richtig frei flanieren lassen … 😉
          Leider (?) stehen mir da doch Erziehung und Bildung im Weg, die mir tatsächlich „nachhaltig“ (jaja) vermittelt wurden.

          • @Pit 2020

            Über den „geistigen“ Fußabdruck mag ich gar nicht nachdenken.

            Vor über 25 Jahren haben wir in der Uni den Werteverfall diskutiert. Heute fragt man sich, ob es einen Himmel dafür gibt, oder ein Bermudadreieck.

            Meine klitzekleine Grundschule in einem klitzekleinen Städtchen (das ist nun deutlich länger als 25 Jahre her, seufz…) hat mich Werte gelehrt – selbstverständlich auch und in erster Linie meine Eltern.

            Wir haben sehr nachhaltig gelebt und gelernt.

            Im Religionsunterricht haben wir ein Bild
            (e i n Bild, schwarz-weiß, A4 – nicht für jeden eins in Farbe!) besprochen, auf dem ein Auto mit offenem Kofferraum und unsere Erde zu sehen war.

            „Wir gehen mit unsere Welt um, als hätten wir noch eine zweite im Kofferraum“ stand da zu lesen.

            Das hat uns kleinen Purze stark beeindruckt und tatsächlich nachhaltig geprägt.

            Danach war zu lesen: „Macht euch die Welt Untertan. Aber nicht so!“

            Auch das ist nachhaltig „hängen“ geblieben.

            Vor zig Jahren, ohne Internet – und dennoch möglich.

          • @ Riesenzwerg 17. Mai 2021 um 09:51

            „Früher war mehr Lametta!“ wusste schon Loriot.
            Aber da war so einiges anders, ehrlich gesagt kenne ich nur wenige Leute, die in den 70ern/80ern Kinder/Jugendliche waren und sich heute noch in der „Lebenwirklichkeit“ (auch vor Corona!) eine angenehme Kindheit vorstellen könnten …

            Und heute leider so:
            – Zuerst eine Unterrichtsreihe zum Themenkomplex „Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Wertstoffkreisläufe, Ausbeutung von Arbeitskräften (weltweit!), Kinderarbeit“ oder auch gerne „Waren und Werte, Bedarf und Bedürfnisse, Geld und Schulden, …“ oder „Entscheidungen treffen auf Grundlage von … Analyse und Argumenten (Pro und Kontra), Überlegungen, Wissen, Moral und Gruppendruck, Verantwortung, Zukunftsoptionen …“
            – Das passiert in den meisten Fächern (manchmal sogar fächerübergreifend) und ist seit Jahren ja irgendwie in jeder Jahrgangsstufe verankert.
            Am besten natürlich mit „was Kreativem“, denn dann ist ja für alle Lernertypen etwas dabei und oft kommt ja der SuS-Wunsch „Ooooh, können wir auch noch ein Plakat machen?“

            Danach direkt in der nächsten Pause mit schöner (?) Regelmäßigkeit wieder SuS-Gespräche mit Verabredungen zum Lieblingshobby „Shoppen“ in der Art von „Ey gehst du heute mit nach Pr*m*rk?“ und dann werden doch wieder haufenweise T-Shirts zweifelhafter Qualität und Produktionsbedingungen gekauft (obwohl Zuhause der Schrank schon nicht mehr zugeht), natürlich wird das Shoppen mit erfolgreichem „Beutemachen“ („Ey ich hab für 20 Euro 5 T-Shirts!“) danach zünftig „gefeiert“ mit Döner oder anderem Fastfood (stylishes Packaging, is klar, ne?)!
            Shoppen gegen Langeweile.
            Das machen auch die Kids, die eigentlich gar kein Geld dafür haben, aber man will ja „cool“ sein …
            Tja …
            https://www.schuldnerberatung.de/verschuldung-jugendlicher/
            Da müsste doch die Schule mal was gegen machen???
            😉
            Bestimmt kommt damit wieder jemand aus der KM-Truppe um die Ecke und zeigt mal wieder „geballtes Wissen“ 😉 , weil irgendjemand aus der zuarbeitenden Clique nicht geflüstert hat, dass solche Dinge schon seit Jahren Unterrichtsinhalte sind und es längst bis in sämtliche Schulbücher geschafft haben (was ja auch schon lange dauert).
            Ich wette 1 Döner auf „unser Anja K.“, denn die Anja, die kannja …
            Aber eigentlich könnte bei so einem ernstem Thema auch die Britta E. mal absenfen … (ernstes Thema + Britta, sorry, den musste ich mir jetzt gönnen …).
            🙂

  3. Das Thema „Nachhaltigkeit“ wird bereits im Unterricht durchgenommen, ist wohl nur noch niemandem in den höheren Etagen aufgefallen.
    Fächer: Religion, Ernährung und Gesundheit, Gegraphie /Erdkunde, Deutsch, Biologie…

    Achtung: Es taucht Ironie auf.

  4. Die Bildungsministerin ohne einen Schimmer an Ahnung sollte mal in die Lehr- und Bildungspläne schauen, statt mal wieder dumm zu schwätzen für eine Schlagzeile.

    • Diesmal, ausnahmsweise zu ihrer Verteidigung, das hat sie damit, glaube ich, nicht gemeint.

      Obwohl, das Wort Änderung, benutzte sie nicht.

      Man sollte aber unsere Lebensweise, unsere Angewohnheiten ändern.

      Konsumgesellschaft und Erderwärmung stoppen, kommen nicht miteinander klar.

  5. @kanndochnichtwahrsein
    Sie sprechen mir aus der Seele. Genau so ist es.
    Ach, und was die Frage nach den Erdbeeren betrifft, ich hätte da mehrere Gegenfragen: Warum müssen bei uns Erdbeeren im Winter überhaupt angeboten werden? Warum kaufen die Leute sowas? Warum geben Eltern ihren Kindern das zum Frühstück in die Kita mit? Und ist es meine Aufgabe, den Kindern dann zu erklären, daß das Mist ist?

    • @Marion

      „Warum geben Eltern ihren Kindern das zum Frühstück in die Kita mit? Und ist es meine Aufgabe, den Kindern dann zu erklären, daß das Mist ist?“

      Ja. Ist es.

      Aber bitte bloß nicht in die häuslichen Belange und Überzeugungen der Eltern einmischen! Man darf sie nun mal in ihrer Unvernunft und Ignoranz nicht bloßstellen….

      Deswegen werden Elterngespräche auch zunehmend schwieriger.

      Und da die SuS-Zahlen über die KuK-Zahlen bestimmen….. sonst fallen Lehrerstellen weg. Dann wird evtl. die Schule geschlossen und noch mehr Menschen können dich auf Massenhaltung, äh, Massenunterricht(sversuche) freuen.

  6. Finde ich super, dass sich dann auch alle Kolleg*innen mit dem Thema Nachhaltigkeit im Unterricht beschäftigen müssen. Die, denen es schon wichtig war, haben es im Rahmen der Themen Umwelterziehung und „Rund um den Müll“ eh schon eingebettet. Allerdings müsste eher den Kindern, die ihr Frühstück in der glänzenden Folie verpackt bekommen, erklärt werden, warum das braune Papier umweltfreundlicher und nachhaltiger ist. Die Kinder mit dem braunen Papier wissen dies doch wahrscheinlich schon von ihren Eltern.

    • Es gibt gar keine Kinder mit Brot in braunem Papier, sie bringen alle Brotdosen mit und sehr viele Kinder auswaschbare Trinkflaschen.

      Bis auf die, die noch kein Frühstück hatten und nichts mitbringen oder morgens schnell etwas beim Bäcker kaufen oder einzeln verpackte Schokobrötchen oder Chipstüten als Frühstück mitbringen, weil sich niemand um diese Kinder kümmert. Da hilft aber kein BNE-Programm, das Schulen aufgetragen wird.

  7. So so unsere Kinder sind, um klimabewusst zu leben, also nicht ausreichend aufgeklärt..

    Wenn aber, wie ganz aktuell in Hamburg, ein GRÜNER Bezierksamtsleiter den ROT-GRÜNEN Senat, zwecks Enthebelung von bürgerlichen Mitspracherechten, um die Anwendung eines Gesetzes aus der NS- Diktatur bittet, damit ein unter LANDSCHAFTSSCHUTZ stehendes MOORGEBIET (Moore sind wichtige CO2 Speicher) mit 700 Wohnungen zugepflastert werden kann, und der Senat dieser Bitte auch noch nachkommt, dann sollten sich die politisch Verantwortlichen sinnvollerweise, bzgl. Demokratie und Umweltschutz, ersteinmal selber (weiter)bilden Klingt alles ziemlich spooky? Interessierte können einfach “ Rettet das Diekmoor“ googeln, sich dort über „Pressespiegel“ über die politische Vorgehensweise informieren und, falls gewünscht, auch die Petition zum Erhalt des Landschaftschutzgebietes, unterschreiben.

  8. Mit dem Verzicht auf Erdbeeren im Winter kann man sein Gewissen beruhigen, aber den Klimawandel nicht verhindern, also braucht man so einen Unsinn auch nicht unterrichten. Überhaupt kann der Klimawandel nicht durch Umweltbildung aufgehalten werden, sondern nur durch politischen Entscheidungen die uns allen richtig weh tun:

    Besser wäre es, wenn wir den Individualverkehr – Autos wären dann der absolute Luxus – und den Konsum massiv einschränken würde, das Fliegen so teuer macht, dass die nächste Reise nur noch innerhalb Deutschlands mit dem Fahrrad stattfindet. Den Wohnraum aus energetischen Gründen verkleinert und auf Einfamilienhäuser verzichtet, für Fleisch utopisch hohe Preise nimmt. Strom teurer macht, damit er gespart wird, eine echte Kreislaufwirtschaft für Rohstoffe entwickelt und das Land mit Photovoltaik und Windkraft überzieht.

    Dass liebe Lehrer und Eltern, würde den Klimawandel wirklich bremsen. Wenn euch das nicht gefällt, dann unterrichtet doch einfach was über Erdbeerverzicht im Winter …

    • Genau, Klaus. Alles verbieten und teurer machen. Wählen Sie schön die Grünen. Wir werden dann alle sehen, wo uns das hin führt… wir haben zwar weniger Geld in der Tasche, dafür aber ein gutes Gewissen. Und was bringt es der Umwelt? Na, unsere Nachbarn und auch der Rest der Welt wird sich von Deutschland alles abgucken und ruck zuck haben wir den Klimawandel abgebremst.

      Wer ist morgen mit Märchenerzählen dran?

    • Ich würde gerne wie im Studium auf mein Auto verzichten. Das funktioniert leider nicht, weil das ÖPNV-Netz nicht so gut ausgebaut ist. Der Bus fährt nur während der Schulzeit/Unterrichtszeit 2x am Tag, wenn überhaupt. Außerdem fährt selbiger zu einer Unzeit, dass ich es nie pünktlich zum Unterrichtsbeginn schaffen würde. Eine Art von Thrill, die ich morgens definitiv nicht brauche. Dann lieber stressfrei morgens mit dem Auto zur Arbeit und genügend Zeit alles wichtige vorzubereiten.

      • @Biene

        Mehr als verständlich. Klappt bei mir auch nicht – schon alleine das ganze Unterrichtsmaterial muss transportiert werden.

        Dennoch – oder gerade deswegen:

        Ausbau des ÖPVs ist ein Muss!

  9. Ich fürchte aber, die Menschen würden lieber ihr Leben geben, um diese Rechte zu verteidigen, statt auf oben Aufgelistetes zu verzichten.

    Genau wie mit Corona.

  10. Gerne – mache ich ohnehin schon.

    ABER glaubt die gute Dame wirklich, dass damit eine Verhaltens- und Gieränderung in der Wirtschaft erreicht wird?! Ich lach mich weg.

    Werbung – bringt der Wirtschaft viel, der Umwelt nichts (oder zumindest viel zu wenig)

    Wirtschaft – bringt sich selber am meisten, der Umwelt nichts (oder nur den Untergang).

    Wir versuchen die Kids schon seit Jahren nachhaltig zu erziehen – dennoch Filzstifte (mit Plastik), Ordner (aus Plastik), Papier (gibt es OHNE Ende – kann man doch wegschmeißen), Handys (Entsorgung? Seltene Erden? Recyclen? – trifft ja nur die andere Seite der Welt – WIR kaufen ja nur – andere sterben dafür) Kleidung (für die Herstellung wird ….. verballert), Fleisch (da mag ich gar nicht mehr drüber nachdenken), Elektroautos und -roller und -räder – wohin mit dem Müll, woher mit den Rohstoffen? Ach, da gibt es doch die Länder, aus denen eh nichts wird – also da her und da hin.

    Das geht endlos so weiter.

    Aber vielleicht ein Anfang….. wenn Werbung wegfällt, wenn Verzicht und Genügsamkeit wieder in die Welt einkehren….,

    Ich drücke uns die Daumen.

    @Klaus
    Jau, das ist alles richtig – und dreimal pro Jahr in Urlaub fliegen, oder Kreuzfahrt – man muss dem Kind ja was bieten und mehr machen als der Nachbar.

    Und so lange die Regierung von der Wirtschaft regiert wird, wird das nichts mit Klimaschutz.

    @Stina
    Und der Hambacher Wald gehört auch dazu. Ich sag ja, die Politiker sind alle korrupt und käuflich.

    Vermutlich steckt auch da ein Wirtschaftsfuzzi hinter, der sich an neuen Strategien zur Rettung, röchel, aus Gutherzigkeit und wegen des Klimas, wälz auf dem Boden, eine goldene Nase, empör, verdienen möchte, hier kommen wir der Sache näher.

    • Das Bild mit dem scheinheiligen „Wirtschaftsfuzzi“, der hinter diesem Irrsinn ( Bepflasterung eines Moorgebietes )stecken könnte, drängt sich auch deshalb auf, weil es in dem Stadtrandbezierk, in dem das Moor liegt, viele Wohnungsleerstände gibt. In HH ist unter Rot Grün soviel gebaut worden, dass kürzlich sogar der BUND den Senat aufforderte, bzgl. seines Bauwahns, zur Besinnung zu kommen. Ökologisch ist die Bebauung der städtischen Naherholungsgebiete nicht nur für die dort lebende Tier und Pflanzenwelt eine Katastrophe, sondern auch für die Naherholungssuchenden, die zum Teil schon jetzt, mit dem Auto(!) ins HH Umland fahren, um sich dem Gedrängel in HH zu entziehen.
      Ökologisch kann die Bauwut des Senats also nicht motiviert sein ….

  11. Vielleicht auch mal wieder die Kernkompetenzen wie Lesen, Schreiben, Rechnen fördern statt immer dem neuesten Hype hinterherzurennen …

    • @Michael

      Ach wo! Sonst würden wir ja gebildete, mündige SuS auf die Menschheit loslassen. Das ist nicht im Sinne der Regierung.

      Die haben schon Kummer genug wegen der FfF-Bewegung.

      Ausrutscher in Richtung Ironie, Sarkasmus und Verzweiflung sind durchaus vertreten.

  12. Zur Nachhaltigkeit gehören auch Frischluftwärmetauscher, Luftfilteranlagen mit Frischluft. Ständig die Fenster öffnen und und womöglich mit fossiler Energie dauerheizen spart nicht gerade CO2 ein.

    Natürlich gab es im letzten Jahr keine Alternative.
    Aber in diesem Jahr sollte es doch möglich sein, nachhaltig für frische Luft zu sorgen.

  13. Während die Jugend freitags für die Zukunft auf die Straße geht und viele die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel schon im Schlaf runterbeten, aber sich von den älteren Generationen und ganz besonders den Politikern nicht gehört fühlen, wollen letztere nun den Jugendlichen erklären, was Nachhaltigkeit ist. Dafür fahren sie mit dem 10 Liter Benzinverbrenner die 5 km zum Pressetermin mitten in Berlin, schmeißen sich in Schale mit garantiert nicht fair gehandelten Designerklamotten und Hygieneartikeln voller Mikroplastik und hinterher gibt’s noch Häppchen mit Spießchen im voll klimatisierten Saal, wo man sich wieder mit den Vertretern von Auto- und Chemieindustrie privat trifft, um die Honorare und Gesetze abzustimmen. Wer Ironie findet, darf sie behalten.

  14. @Pit 2020 17. Mai 2021 um 12:38
    @ Riesenzwerg 17. Mai 2021 um 09:51

    Ach Pit. Das ist alles so wahr.

    Ich glaube schon laaaange, dass (hier kommt eine Erkenntnis, die ihresgleichen sucht!) Schule und deren Inhalte nicht mehr ernstgenommen werden. (Ja,ja!)

    Der Rucksack wird zu Hause abgestellt und dann kommt das Leben! Entweder im Konsum – shoppen ohne Ende, mit, nach, vor, während Corona oder/und das Leben im Netz.

    Im Netz braucht man nicht auf Umweltschutz zu achten – ein Klick und sie ist wie neu!

    Die Realität draußen, brrrr, interessiert doch nur peripher.

    Sie fallen aus den Bussen – wenig Kontakt zu Wetter, Sonne, Nebel, Temperaturen, Luft ….

    Sie fallen – nicht vom Baum, aber von total gesicherten Klettergerüsten mit weicher Landungsfläche – Sicherheit (und Realitätsferne) ist alles!

    Im Kleckermatsch – viel Wasser und Erde – mantscht keiner mehr rum. Keime und Bakterien! Und die viele frische Luft – ein echtes NoGo!

    Sie leben auf Barbies Ponyhof – life in plastic, it’s fantastic.

    Ich bin mal optimistisch: Die Herausforderung ist der Weg vom Wissen der Zustände zum Dissen der Zustände (frei nach Marc-(Dieter)-Uwe Kling und DEM Känguru).

    Und das kann Schule nicht leisten. Geht nicht. Döp und Punkt.

    Die meisten wissen eh schon, welche Dinge vermieden, gemindert, reduziert werden müssen. Mit meinen paar Stunden kann ich Noten verteilen, aber kaum jemanden zu anderem (Konsum)Verhalten bringen.

    Für die Noten scheinheiligen sie vor sich hin (übrigens das sog. KuMi-Phänomen) und im real life wird gebought ohne Ende.

    Zudem sind die den Einflüssen der Werbung ausgesetzt, dem Mithalten müssen, dem Gegenan, weil Schule und Pubertiere sich in einer ungünstigen Zeit treffen, den Kaufgewohnheiten der Erziehungsberechtigten, deren Umgang mit allem und wir mit unseren Stunden da keine Verhaltensänderung erreichen, denn die Eltern kaufen ein, teilen Geld zu und sing halt die ersten Vorbilder.

    Beim Thema Schuldnerberstung – ich glaube, hier muss jeder die Erfahrung selbst machen. Ich komme mit dem Geld sus oder nicht. Konsequenzen folgen auf dem Fuße. Mir ist der ganze kapitalistische Rattenschwanz dahinter klar. Aber den Umgang mit Geld lernt man wo noch mal? Ach ja, zu Hause.

    Doch da alles geleast, auf Raten etc. gekauft werden kann, geht der Überblick vollends verloren.

    In Verbraucherbildung (Fach in SH. Ehemals Hauswirtschaft, sprich kochen, hochgeputcht zu Haushaltslehre und schließlich mutiert zu Verbraucherbildung) gibt es ein ganz tolles Lernspiel für angehende Abschlussschüler. XAuskommen mit dem Einkommen“ – gute Idee. Der Faktor Sparen kommt aber nicht drin vor. Es geht such hier um Bedürfnisbefriedigung sofort und um jeden Preis – noch einen Kredit.

    Und zum fächerübergreifenden Projekt – jau, toll gelernt, eas alles die Umwelt schädigt und dann eben fiese Materialien für das zu erstellende Kunstprojekt auffahren. Die dind nicht doof, unsere Schüler. Die merken ganz schnell, dass such wir vor uns herscheinheiligen.

    In diesem Sinne: Nicht mein Zirkus – Döp

  15. Nehmen wir einmal an, dass unsere „obersten Politiker“ gebildet sind. Dann hat dieses Thema mit Bildung nichts zu tun. Denn was tun unsere Politiker dagegen?
    Nehmen wir einmal an, dass man sich große schwere SUV nur mit einem größeren Geldbeutel leisten kann und dass man einen größeren Geldbeutel hat, wenn man gebildeter ist. Auch dann sieht man, dass dieses Thema nichts mit Bildung zu tun hat.

  16. Nachhaltigkeit unterrichten? Mach ich seit fast 20 Jahren von Klasse 5 bis Abi, ebenso die Kolleg*innen in diversen anderen Fächern. – Kriegen wir jetzt ein Fleißsternchen?

    Bildungspläne schon mal angeschaut? Steht viel Interessantes drin, durchaus etliche brauchbare Punkte zur aktuellen Weltlage auch.

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