„Aufholprogramm“ in der Kritik: Falsch konzipiert, zu klein, zu bürokratisch, zu kurz gedacht – und ohne genügend Personal

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STUTTGART. Mit «Aufholprogrammen» wollen Bund und Länder Lücken stopfen, die die monatelange Corona-Pandemie im Unterricht gerissen hat. Der Bedarf ist groß, wie Studien und Umfragen zeigen. Geschätzt ein Drittel der Schülerinnen und Schüler weist gravierende Lerndefizite aus. Aber reichen die Inititiativen aus, die vor allem auf befristete Zusatzangebote und angeworbene Hilfskräfte setzen? Beispiel Baden-Württemberg: Hier ist jetzt eine scharfe Debatte darüber ausgebrochen, ob Anspruch und Wirklichkeit weit auseinanderklaffen.

Wie sollen Schülerinnen und Schüler Versäumtes nachholen, wenn sie gleichzeitig den vollen neuen Stoff zu lernen haben? Foto: Shutterstock

Statt Rückenwind nach den Herbstferien bekommt baden-württembergs Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) in diesen Tagen vor allem den Gegenwind aus den Lehrerzimmern und von den Eltern zu spüren. Denn mit dem Start des zweiten großen Förderprogramms an baden-württembergischen Schulen wird auch die Kritik am Projekt «Lernen mit Rückenwind» deutlich schärfer. Aber Schopper verteidigt sich vehement gegen die Gegner des Projekts.

«Setzt man voraus, dass das Land hier etwas Gutes initiieren wollte, dann ist das Ergebnis in jedem Fall ungenügend», urteilte der Vorsitzende des baden-württembergischen Landeselternbeirats, Michael Mittelstaedt, im Gespräch. Unter anderem werde das Geld für das Projekt bis auf einen geringen Prozentsatz mit der Gießkanne verteilt. Aufwändige Anträge für höhere Förderzulagen ersparten sich viele Schulen, sagte Mittelstaedt.

«Den niederschwelligen Ansatz, den die Jungen und Mädchen brauchen, den erreichen wir nicht»

Nach den «Lernbrücken» in den Sommerferien soll Kindern und Jugendlichen seit dieser Woche mit einem weiteren Programm geholfen werden, Corona-Folgen und Lernlücken zu bewältigen. Allerdings sieht auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) das Ziel der Regierung als nicht erreicht an. «Das Land wird seinen Ansprüchen nicht gerecht», sagte die GEW-Landesvorsitzende Monika Stein.

Deutlich unterschätzt werde vor allem der sozial-emotionale Bereich. «Wir hätten mehr Stellen benötigt für Schulpsychologinnen und Experten, wir brauchen Ansprechpartner direkt an den Schulen, eine Vor-Ort-Vermittlung also, damit uns die Schüler und Schülerinnen auf dem Weg zur Beratungsstelle nicht verloren gehen», sagte Stein. «Aber den niederschwelligen Ansatz, den die Jungen und Mädchen brauchen, den erreichen wir nicht.»

Das Land hätte zudem die Lehrpläne entschlacken und Inhalte sowie Prüfungen aus dem Plan streichen müssen, um Kapazitäten für «Rückenwind» zu gewinnen. «Das kann man aber nicht vor Ort entscheiden», sagte Stein. «Wenn man die Stunden gewinnen will, dann muss man im Kultusministerium den Mut und die Ehrlichkeit besitzen, die Notlage anzuerkennen und an die Inhalte und an die Stundentafel zu gehen.»

«Die Vielzahl an notwendigen Unterstützungslehrkräften ist längst nicht in Sicht»

Kritik kam auch aus den Reihen der Opposition: «Die Module werden zu spät und kurzfristig freigeschaltet, die Schulleitungen warten zu lange auf neue Informationen», kanzelte SPD-Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei das Projekt ab. «Wenn die Landesregierung jetzt nicht gegensteuert, fährt sie auch dieses Programm an die Wand.» Timm Kern von der FDP sagte, Zusatzbelastungen zur Aufarbeitung der Lernlücken könnten nicht auf den Rücken der vorhandenen Lehrkräfte geladen werden. Doch: «Die Vielzahl an notwendigen Unterstützungslehrkräften ist längst nicht in Sicht und das Rückenwind-Programm ist damit derzeit eher ein laues Lüftchen, wenn nicht gar eine Flaute.»

Schoppers Ministerium wehrt sich deutlich und mahnt zur Geduld: «Lernen mit Rückenwind» sei ein über zwei Jahre angelegtes Programm. «Es ist also ein Marathon und kein Sprint», sagte ein Sprecher. «Und natürlich wird im Laufe des Projekts an Stellschrauben gedreht.»

Es sei übertrieben und entbehre jeder Grundlage, das Programm bereits zu so einem frühen Zeitpunkt grundsätzlich als «ungenügend» zu bezeichnen, rügte der Sprecher zudem den Landeselternbeirat. Außerdem sei «Lernen mit Rückenwind» so gestaltet, dass die Profis vor Ort – die Schulleitungen und Lehrkräfte – die Mittel flexibel einsetzen könnten. «Wir arbeiten also nicht mit der Gießkanne, sondern geben den Schulen die Flexibilität, die sie benötigen, um die Schülerinnen und Schüler optimal fördern zu können», verteidigte er sich.

Unter dem Titel «Lernen mit Rückenwind» sollen arbeitslose Lehrer, Pensionäre, Lehrkräfte in Elternzeit oder beurlaubte Pädagogen ebenso eingesetzt werden wie Lehramtsstudierende, Sozialpädagogen und Erzieherinnen. Über ein Portal im Internet können sich auch Kooperationspartner wie Nachhilfeinstitute, Jugendhilfeorganisationen und Vereine registrieren lassen. Die Entscheidung über die Hilfen treffen die Schulen selbst und erhalten ein Budget.

Schülerinnen und Schüler können nach den Plänen des Landes durch weitere Lehrkräfte im normalen Unterricht zusätzlich gefördert werden. Auch gesonderter Förderunterricht für kleine Gruppen in zusätzlichen Schulstunden ist möglich. Außerdem gibt es Bildungsgutscheine, die Schülerinnen und Schüler etwa bei einem Nachhilfeinstitut einlösen können.

«Die Zahl der teilnehmenden Schulen wird somit sukzessive steigen» – hofft das Kultusministerium

Nach Angaben des Ministeriums haben sich bislang 4.500 Hilfskräfte über das Onlineportal gemeldet. Benötigt werden aber wohl deutlich mehr. Vor allem in ländlichen Regionen fehlt es an Freiwilligen. Außerdem seien über 6.000 Förderkurse vereinbart worden. Ursprünglich war das Land von bis zu 25.000 Förderkursen ausgegangen. Es wird dauern, bis endgültige Zahlen auf den Tisch kommen können: «In den folgenden Wochen werden weitere Schulen hinzukommen, wenn die einzelnen Verträge mit den Unterstützungskräften final abgeschlossen sind», sagte der Ministeriumssprecher. «Die Zahl der teilnehmenden Schulen wird somit sukzessive steigen.»

Das Programm richtet sich vor allem an Abschluss- und Übergangsklassen, also an die vierten Klassen der Grundschulen, die Klassen 9 und 10 und die Abiturjahrgänge. Im Fokus stehen die Fächer Mathe und Deutsch sowie Fremdsprachen. Die Kosten von rund 260 Millionen Euro teilen sich Bund und Land.

Der Bedarf ist unbestritten: Nach einer Forsa-Umfrage für das „Schulbarometer“ (News4teachers berichtete) ist die Mehrheit der landesweit Befragten (66 Prozent) der Ansicht, dass im vergangenen Schuljahr 2020/2021 im Vergleich zur Zeit vor Corona «weniger» oder sogar «deutlich weniger» Schülerinnen und Schüler die Lernziele erreicht haben. Etwa jeder vierte Schüler im Land (27 Prozent) weise erhebliche Lernrückstände auf, bundesweit sind es 33 Prozent. Zwei Drittel der Lehrer bundesweit klagen über Motivations- und Konzentrationsprobleme bei den Schülern, ein Viertel über Schulschwänzer und aggressives Verhalten. News4teachers / mit Material der dpa

„Die Aufholprogramme werden ihre Ziele verfehlen“: Initiative fordert ein zusätzliches Schuljahr für alle Schüler (die wollen)

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44 KOMMENTARE

  1. Ich unterrichte u. a. in einer 11. Klasse eines Beruflichen Gymnasiums. Förderangebote für die SuS gibt es schlicht und ergreifend nicht, obwohl die SuS riesige Lernlücken aus den abgebenden Realschulen/Gymnasien mitbringen. Es ist nur noch frustrierend, wenn schon in der ersten Klassenarbeit 40 % der SuS Fünfen und Sechsen schreiben und sowohl die Kollegien als auch die SuS alleine gelassen werden. Dennoch wird in der Öffentlichkeit der gegenteilige Eindruck erweckt. Irgendjemand hat das mal als „Wunschdenken“ bezeichnet.

  2. Panta rhei. Im Schulsystem leider manchmal im Kreis oder rückwärts.
    Die ersten SuS oder gar ganze Klassen gehen in Quarantäne, es gibt keine Mechanismen, wie diese Kinder am Unterrichtsgeschehen teilnehmen sollen. Neue Lücken werden entstehen. Und alle werden überrascht sein.

  3. Die Mogelpackung ist aufgeflogen und findet endlich erneut einen Platz in der Öffentlichkeit. Die Mogelpackung bleibt weiterhin ohne Inhalt und die Versprechungen für ein Aufholprogramm sind für die Schüler an vielen Schulen in Mannheim nicht eingetroffen. Frau Schopper bekennt sich lauthals für die Gemeinschaftsschulen und die anderen Schulformen gehen leer aus.https://www.igmh.de/sites/default/files/presseartikel/281021_Ministerin_Brief_Bilanz_und_Ausblick_zur_Situation_an_den_Schulen.pdf Frau Schopper betreibt auf Kosten der Schulen, Blendwerk und Augenwischerei. Die Ernsthaftigkeit der angehäuften Lernrückstände in verschiedenen Fächern sind für viele Schüler eine große Last geworden. Die Schulleitungen, Lehrer, Schüler und Elternschaft warten in Dauerschleife auf ein klares Konzept der Aufarbeitung. Ein Brief zu verschicken an die Schulen ist keine Kunst. Ein tragendes Konzept wird darin nicht vorgestellt und welche Möglichkeiten Schulen bekommen um dieser fehlenden Lernzeit gerecht zu werden. Die Dauerschleife ist zur Endlosschleife geworden und das Abwarten auf ehrliche Unterstützung ist ausgereizt. Bei allen an die am Schulleben beteiligt sind, ist der Geduldsfaden überspannt und ein Brief langt nicht aus um Zufriedenheit aufkommen zu lassen.

  4. In dem schweren Ausnahmezustand sich für eine Schulform zu bekennen in aller Öffentlichkeit,
    ist herber Schlag für die anderen Schulformen.https://www.swp.de/politik/landespolitik/schule-bw-erste-gemeinschaftsschueler-mit-abitur_-warum-ministerin-schopper-ein-fan-der-schulart-ist-60485455.html Die Gießkanne wird nur an der Gemeinschaftschule verteilt und die anderen Schulformen stehen im vertrockneten Boden. Gerechtigkeit ist für Frau Schopper ein Fremdwort und hat die Notlage vieler Schüler nicht anerkannt und als etwaige Lernrückstände eingestuft.

  5. Besonders hart sind die G8 Schulen betroffen die in dem Ausnahmezustand ein nochmals verkürztes G7 Schuljahr absolviert haben.https://www.phv-bw.de/phv-bw-zu-einem-corona-aufholjahr-fuer-schueler-am-allgemeinbildenden-gymnasium-durch-uebergang-auf-g9-ab-september-2021/ Es sind tragende Vorschläge gemacht worden von Herrn Scholl vom PhV-BW und hat mit seinem tragenden Konzept kein Gehör gefunden. Wie ein Aufholprogramm bei einem G7 Schuljahr an G8 Schulen eingebaut werden soll, ist sehr fraglich. An dieser Schule gab es noch keine Ankündigung wie die Bildungskrise an den Schulen umgesetzt werden kann und vor allem bei einem G8 Schuljahr. Der Flickenteppich von G8 hat ausgedient in dieser schweren Krise von den Jugendlichen. Es muss eine adequate Lernzeit und Lernfreude geschaffen werden um diesem Lernfrust gerecht zu werden. Viele Schüler stehen an der Wand mit ihren Leistungen und der persönliche Frust kommt noch dazu. Viele durchleben ihre erste Lebenskrise und brauchen Lichtblicke um dieser langen ausgebremsten Lebenshase im schulischen und persönlichen Entwicklung gerecht zu werden.

    • @Indra Rupp

      Generell würde ich sagen: JAAAA, das ist immer sinnvoll.

      ABER – das wird dann wieder ehrenamtlich geregelt – Ministerium tut nichts dafür, ist aber verantwortlich.

      Das muss vor die Wand fahren – wir dürfen das nicht noch länger rauszögern und uns dabei aufreiben und kaputt gehen.

      Eltern können das auch gerne zu Hause mit ihren Kindern üben. (Ja, Ungerechtigkeit – aber mal ehrlich: So ist es!)

      • Der letzte Teil der Antwort suggeriert schon was merkwürdiges… Eltern bieten sich zum Lesen üben in der Schule für alle Kinder an, weil sie zu faul sind das Zuhause mit dem eigenen Kind zu machen?
        Ehrenamt – klar, da ist das Ministerium fein raus aber im Grunde läuft doch generell nichts ohne Ehrenamt.

        • @Indra Rupp

          Ja, merke ich auch gerade. Ist so aber nicht gemeint.

          Da war ein nicht geäußerter Gedankensprung drin.

          Generell können Eltern ja auch mal mit ihren Kindern zu Hause lesen üben. Das wäre schon mal eine Hilfe für die Kinder.

          Hat mit Ministerium und ehrenamtlich keinen Zusammenhang.

          Und ja, extrem viel läuft über Ehrenamt – einerseits gut, andererseits wird dadurch viel „verschleiert“, fällt also im Ministerium nicht auf, dass etwas sehr schlecht läuft, was der Verantwortung des Ministeriums unterliegt.

  6. Jetzt wird es hier im Forum aber langsam unverschämt.

    Die KMK arbeitet bei der Aufarbeitung der Lernrückstände nach dem alt bekannten und bewährten Muster.

    Wir tun was!
    Ab damit in die Presse.
    Hauptpunkt: Sieht für den Laien gut aus und kostet wenig bis nichts.

    Jetzt zu kritisieren, das das Programm mit zu wenig Einsatz an Mitteln und ohne Plan abläuft ist jedoch eine bodenlose Frechheit.

    Wenn die Leute jetzt plötzlich anfangen von den Bildungsminsterien mehr als Augenwischerei, Gelaber und sinnlosen Aktionismus zu verlangen dann hätte man das vorher ankündigen müssen.
    Die Landesregierungen hätten dann eben Personen zum Bildungsminister gemacht die nicht weniger Ahnung von Schule haben als der Hausmeister ober die Reinigungskraft.

    Jetzt ist es aber zu spät um sich zu beklagen. Nach dem der blinde Aktionismus und das Gelaber jahrelang ausgereicht haben, sind momentan eben 16 Elite-Dilettanten im Amt.

    • Schattenläufer, Sie bringen es exakt auf den Punkt. Es wird sch aber nichts ändern solange der Politzirkus in dieser Form weitergeht. Das Schulsystem sollte tatsächlich bald gänzlich zusammenbrechen (ist wohl kurz davor) damit die Damen und Herren Kultusminister endlich mal in Bewegung kommen, und damit meine ich nicht die Schönreden in Nachrichten und Talkshows.

  7. Traurig ist, dass wir in der GS bei Klassengrößen von 28 all den Defiziten die uns jetzt begegnen gar nicht mehr gerecht werden können. Nicht nur die Inhalte sitzen nicht, sondern die Kinder haben sozial-emotional riesige Defizite. Ich weiß an manchen Tagen nicht wo ich noch anpacken soll.
    Es hätte jetzt klar finanzielle Mittel gebraucht, um jeder Klasse eine „Hilfskraft“ zur Seite zu stellen, die mit anpackt. Außerdem benötigen alle Schulen ein multiprofessionelles Team. Aber wie immer ist für Kinder und Jugendliche kein Geld da. Frau Schopper ist nur eine Marionette auf dem KM Thron, weder ist sie fähig sich im Landtag durchzusetzen (das hätte ja eher Frau Eisenmann hinbekommen) noch scheint sie einen Durchblick zu haben.
    Kinder aus sozial schwach gestellten Familien haben auf ganzer Linie verloren und zahlen am Ende den höchsten Preis.

    • Ist eigentlich mal nachgewiesen worden, dass die vielzitierten „multiprofessionellen Teams“ das bewirken, was sie angeblich bewirken sollen? Ich lese auf der Seite des VBE eine lange Liste von Gelingensbedingungen, die ihrerseits nicht automatisch erfüllt sind. Also wieder nur Postulate?

      • @Carsten60

        Ob das nachgewiesen ist, weiß ich nicht.

        Nachgewiesen ist aber schon seit langem – in kleinen Klassen lernt es sich besser.

        Wäre doch auch ein guter Ansatz?!

        • Na klar, da bin ich auch der Meinung. Aber die Bildungswissenschaft hat doch befunden, dass die Größe der Klassen einen nur geringen Einfluss hat. Da gibt’s tatsächlich einflussreiche Leute, die sagen, man solle das Geld im Zweifel (!) lieber für anderes ausgeben. Mehr fordern kann man natürlich immer.

          • @Carsten60

            Das sind die Experten? Gelle?!
            Die scheinen nicht besonders helle.

            Die Bildungswissenschaft hat vor Jahren, als vieles noch relativ gut lief, aber auch mal herausgefunden, dass kleine Gruppen und geringe Lautstärke sehr förderlich für den Lernprozess sind.

            Ich fürchte, man muss deutlich mehr als das Maximum fordern, um ein ganz klein wenig zu kriegen. Meist ja noch nicht mal Gehör.

  8. Eine Märchenerzählerin brauchen wir in der Krise nicht! Wer sich weiterhin ein Märchen von Frau Schopper aufbinden will, kann gerne bei Ihr in erster Reihe sitzen und entspannt zu hören. Vielen ist das Zuhören vergangen und möchten kein Märchen mehr hören sondern ehrliche Wahrheit wie es weiter gehen kann.https://www.phv-bw.de/zumeldung-des-philologenverbands-baden-wuerttemberg-phv-bw-zur-dpa-meldung-schopper-blitzt-mit-forderung-nach-hunderten-stellen-ab-vom-26-10-2021/ An vielen Schulen ist Schopper abgeblitzt mit Ihrer Mogelpackung!

  9. Man soll aber bitte nicht die Illusion verbreiten, da könne etwas „aufgeholt“ werden, ohne das Lerntempo oder die Zahl aufgewendeten Stunden insgesamt zu erhöhen. Geld allein kann da nichts bewirken, die Zusatzveranstaltungen müssen auch angenommen werden, und die Lernenden müssen sich aktiv anstrengen und dann logischerweise Unterhaltung und Vergnügungen einschränken. Aber wollen die Lernenden, die es besonders nötig hätten, und will die GEW das überhaupt? Einen Zwang soll es doch wieder mal nicht geben. Dann gehen vielleicht die in die Förderkurse, die es eigentlich nicht nötig hätten. Mancher Funktionär scheint da an einen Nürnberger Trichter zu glauben, dessen Bezahlung jetzt nur im Haushalt sicherzustellen ist.
    Man sollte auch fragen: wie sind denn die Erfahrungen mit dem Aufholen individueller Rückstände aus anderen, individuellen Gründen? Anderes als Pauken mit Nachhilfe war doch noch nie erfolgreich, oder irre ich da? Mit dem allgemeinen Wohlbefinden ist das schlecht kombinierbar, Rückstände aufholen bei gleichzeitigem normalen Voranschreiten ist eine harte Sache.

    • @Carsten60

      Wenn die Lernenden sich aktiv anstrengen würden – hätten wir solche Probleme überhaupt nicht.

      Ein Schuljahr dranhängen für Schüler, die es brauchen. Oder auch zwei.

  10. Jedem sollte eigentlich klar sein, dass man Gegenwind braucht, damit man leichter aufsteigt. Wer nur einmal ein Segelflugmodell mit bzw. gegen den Wind gestartet hat, weiß was ich meine.
    An meiner Schule wird das Wind-Projekt von Studenten und Senioren getragen. Bringt für jede Klasse eine Förderstunde. Ist zwar besser als nichts, aber ein Windrad kann man damit noch nicht antreiben.
    Nachdem Frau Schopper den geimpften Lehrern sogar das freiwillige Testen untersagt hat, frage ich mich, woher dieses Geld stammt? Hat das Kultusministerium begonnen, sein Drogenlager im Keller zu räumen? Anders kann ich mir den Geldsegen nicht erklären, steht mir doch je Tag maximal eine FFP2-Maske zu.
    Als Lichtblick: Zumindest nach dem Verkauf der Drogen sollten doch irgendwann einem im Kumi Schoppers wieder klar in der Birne werden und es sinnvolle und unsere Kinder schützende Anweisungen geben?!
    Alternativ könnte man das Kellerzeugs auch an die Schulen verteilen, dann werden die Kollegien gechillter und es kommt weniger Widerspruch gegenüber dem Kumi. Wer aber nicht teilen will, hat den Ärger….

  11. Ach, das ist doch alles egal. Bildung und Förderung ist schlicht überbewertet. Im KM ist man gerade dabei, alle Schulen (außer natürlich das Gymnasium) gleichzuschalten und eine Einheitsschule aus HS, WRS und RS zu machen. Also die Pläne, die im Jahre 2011 geschmiedet wurden, nun ganz still und leise und heimlich umzusetzen. Fällt im Moment nicht so groß auf, weil glücklicherweise Corona.
    Dann sind alle gleich gut oder gleich schlecht, was im Einheitsbrei ja gar nicht mehr auffällt.
    Deshalb hat ja auch die Landesregierung die neue Werbekampagne „The Länd“ gestartet, mit dem Ziel, aus aller Welt Fachkräfte nach BaWü zu rekrutieren.
    Cläwer: Im Ländle die Schulen demontieren, an Bildung sparen, um dann die gut und teuer Ausgebildeten aus anderen Ländern reinzuholen. Also WinWin: Die 21 Mio, die für die Werbekampagne rausgeschmissen wurden, hätten für die Sanierung und Förderung der hiesigen Schullandschaft ja gar nicht gereicht. Im Prinzip ja superbillig billig für uns. Das nennt man ein gutbürgerliches, schwäbisches Sparprogramm. Mal schauen, ob die Milchmädchenrechnung aufgeht.

    • Völlig richtig, was Sie sagen. Aber warum wählen denn die Schwaben (und die Badener) so begeistert die Grünen, die genau das schulische Programm umsetzen wollen, das Sie beschreiben? Jedes Volk hat (in der Demokratie) die Regierung, die es verdient, denn die hat es gewählt.

      • @Carsten60
        1. O-Ton-Antwort eimes Kollegen „Wegen Fukushima“….
        Außerdem sind viele Menschen Fän vom alterssenilen The Länd-Chef.
        2. Uns geht es im Ländle noch so gut, dass wir es uns leisten können, Grün zu wählen.
        3. Sind sehr viele nicht an der Bildungspolitik interessiert (in dem Bereich lief es jahrelang zu gut, die Schäden, die angerichtet wurden, sind noch nicht so sichtbar, dass es weh tun könnte).
        4. Sind hier sehr viele Menschen uninformiert, darunter auch massenhaft Lehrer.

  12. Rückenwind brauche ich nur beim Pinkeln. Sonst bin ich der begossene Pudel…

    Woher sollen die zusätzlichen Kräfte kommen? Wollen die Mitarbeiter im Kultusministerium tatsächlich aus ihrer Trutzburg herauskommen und was Sinnvolles arbeiten?

    • Also die zusätzlichen Kräfte sollen in NRW z. B. aktive LuL sein, die sich über den Satz der Mehrarbeit ein Zubrot verdienen können. Da allerdings der Mehraufwand für Brutto gerade einmal 25€ pro Stunde inklusive Vor – und Nachbereitung in keinem Verhältnis steht, macht es bei uns keiner. Immerhin ist man ja auch so schon gut beschäftigt.

  13. Die Schüler*innen meiner 3. Klasse haben vor allem sozial-emotionale Defizite. Zuhören, abwarten, ausreden lassen, Rücksicht nehmen- alles perdu.
    Fachlich geht’s noch, da sie viel Onlineunterricht hatten.
    Aber, und das ist doch die Höhe in so einer Situation: aus 3 Klassen wurden 2 sehr große 3.Klassen, eine davon, und zwar meine- mit 4 Inklusionskindern ,die festgestellt sozial- emotionale Defizite haben, 2, die ich darauf überprüfen lasse. Der Rest hat ebenso Defizite in diesem Bereich. Mit 25 Kindern, von denen 6 wesentlich mehr brauchen als normal- wo krieg ich da ein bisschen Rückenwind her? Das ist die großartige Unterstützung, die wir bekommen: Zusammenlegung der Klassen. Unsere ersten Klassen wurden auch zu 2 Klassen zusammengelegt: 26 und 27 Kinder. Es macht einen fassungslos und deprimiert.

  14. Es sieht doch alles danach aus, als ob wir dieses Virus trotz vieler Impfungen nie loswerden, zumal es ja auch immer wieder aus dem Ausland eingeschleppt werden kann. Folglich werden wir wohl ewig Masken tragen müssen, und die Probleme in den Schulen und Hochschulen werden bleiben. Keine Regierung wird irgendetwas entscheidendes daran ändern können. Für diejenigen, die deswegen deprimiert sind, wird es psychologische Beratung geben, mehr nicht. Und das echte Aufholen von Lernrückständen in den Schulen wird eine Illusion bleiben. Im Hochsommer wäre das am ehesten möglich, weil das Virus sich dann wohl etwas zurückzieht. Aber genau im Hochsommer wird niemand büffeln wollen, es wird heißen, das sei nicht zumutbar. Und im Winter statt im Sommer lange Ferien zu haben, würde wohl auch nicht auf Begeisterung stoßen. Im Hinblick auf das Virus wäre das vielleicht das beste, die 2 Wochen Weihnachtsferien könnten so auf 8 Wochen (Dez.-Jan.) ausgedehnt werden. Eine Verlängerung der Ferien insgesamt würde wieder Lernrückstände zur Folge haben, es ist eine Art von Teufelskreis. Dass dann diejenigen, die am langsamsten oder am schwächsten lernen, am Ende Verlierer sind, wird wohl nicht zu vermeiden sein. Mehr als rhetorisches Beklagen mit Krokodilstränen wird da kaum möglich sein. Das sollten auch die Funktionäre bedenken, die immer so viele Forderungen aufstellen.

  15. Einen guten Überblick über die Situation durch Corona in den Schulen ermöglicht die Einschätzung der Lehrkräfte in der Forsa-Umfrage:
    Ein Vergleich von Schulen mit einem hohen (mehr als 50 Prozent der Familien mit Transferleistungen) und einem geringen Anteil (weniger als 25 Prozent der Familien mit Transferleistungen) belegt, dass die soziale Ungleichheit in der Pandemie deutlich größer geworden ist:
    Bereits der Blick auf die konkreten Auswirkungen der psychosozialen Belastungen macht das sehr deutlich. So beobachten insgesamt 23 Prozent der befragten Lehrkräfte eine deutliche Zunahme aggressiven Verhaltens bei ihren Schülerinnen und Schülern. An Schulstandorten mit einem geringen Anteil von armen Familien bestätigen 14 Prozent der Befragten einen solchen Anstieg; an Schulen in sozial benachteiligter Lage aber sagen 44 Prozent der Lehrkräfte, das aggressive Verhalten habe zugenommen.
    Lehrkräfte beobachteten an Schulen mit einem niedrigen Anteil von armen Familien bei 65 Prozent der Schülerinnen und Schüler Motivationsprobleme und bei 67 Prozent Konzentrationsschwierigkeiten. An Schulen mit einem hohen Anteil an Transferleistungen sind es hingegen 74 bzw. 77 Prozent der Schülerinnen und Schüler.
    Auch bei den Lernrückständen zeigt sich eine Verschärfung der sozialen Ungleichheit. Insgesamt gaben die Lehrkräfte in der Befragung an, dass etwa jede dritte Schülerin und jeder dritte Schüler zu Beginn des Schuljahres 2021/22 deutliche Lernrückstände aufweist. In Schulen mit einem geringen Anteil von armen Familien hat ein Viertel der Schülerinnen und Schüler deutliche Lernlücken. In Schulen mit einem hohen Anteil von armen Familien lassen sich nach Einschätzung der Lehrkräfte dagegen bei knapp der Hälfte aller Schülerinnen und Schüler deutliche Lernrückstände feststellen.
    Von den Schularten sind besonders Haupt-, Real- und Gesamtschulen (39 Prozent) sowie Förderschulen (42 Prozent) betroffen, an Grundschulen (28 Prozent) und Gymnasien (29 Prozent) beobachten Lehrerinnen und Lehrer zum Schuljahresbeginn etwas seltener deutliche Lernrückstände.
    Auf die Frage, wie groß der Anteil der Schülerinnen und Schüler ist, die die Lernziele im Schuljahr 2020/21 im Vergleich zu den beiden Vorjahren erreicht haben, zeigen sich die Auswirkungen der pandemiebedingten Maßnahmen an allen Schulen. Insgesamt stellt ein Viertel der Lehrkräfte fest, dass deutlich weniger Schülerinnen und Schüler die Lernziele im vergangenen Schuljahr erreicht haben. In Schulen in sozial benachteiligter Lage, an denen die Herausforderungen schon vor der Pandemie größer waren als an anderen Schulstandorten, bestätigen dies sogar 35 Prozent der Lehrkräfte.

    Um Lernrückstände auszugleichen, wird nur an rund der Hälfte der Schulen auf zusätzliches Personal zurückgegriffen. Meist sind es Lehramtsstudierende und pensionierte Lehrkräfte, die dann zum Einsatz kommen. Die Schulen kompensieren diese Lücken in erster Linie durch Differenzierung im regulären Unterricht. Darüber hinausgehende Unterstützung wie Angebote in der lernfreien Zeit gibt es immerhin an 47 Prozent der Schulen, zusätzliche Lernangebote für einzelne Schülerinnen und Schüler mit großen Lernrückständen nur an 40 Prozent der Schulen. Eine temporäre Anpassung der Stundentafel zugunsten von Mathematik und Deutsch – wie es die Ständige wissenschaftliche Kommission im Juni geraten hat – wird in knapp jeder fünften Schule umgesetzt.

    Deutlich wird, dass wir es nicht nur mit individuellen Lernrückständen einzelner Schüler und Schülerinnen zu tun haben, sondern mit der strukturellen Benachteiligung verschiedener Gruppen (vgl. M. Helbig: Als hätte es Corona nicht gegeben. Bildungspolitische Reaktionen auf Schulschließung und Distanzunterricht):
    • niedrige ökonomische, kulturelle und zeitliche Ressourcen in der Familie
    • kein Deutsch in der Familie
    • niedrige Breitbandabdeckung oder unzureichende IT-Struktur in den Familien
    • Schüler in Schulen mit vielen Schließungen wegen lokaler Inzidenz
    • unstrukturierter Videounterricht bei Lehrkräften mit wenig Feedback und ohne Videochat

    Mit Blick auf die von den Lehrkräften beobachteten Folgen der Pandemie zeigen sich dramatische Verwerfungen zwischen den Schulen mit mehr und solchen mit weniger armen Kindern. Gleichzeitig sind die Voraussetzungen, diese Folgen abzumildern und zu einem geregelten Lernen zurückzukehren, für Schulen in sozial benachteiligter Lage sehr viel schlechter. Die Gefahr ist groß, dass die Pandemie einen neuen Schub für soziale Ungleichheit bewirkt.
    Ob die Maßnahmen der Aufholprogramme zielführend sind, die Lernlücken insbesondere bei Schülerinnen und Schüler in Schulen mit schwieriger sozialen Lage zu schließen, muss mit einem großen Fragezeichen versehen werden. Gerade diese Schülerinnen und Schüler, die bereits vor Corona große Schwierigkeiten hatten, den angebotenen Lernstoff zu bewältigen, sind nun gefordert, sowohl den versäumten Lernstoff nachzuholen als auch den neuen Lernstoff zu bewältigen. Es besteht die Gefahr, dass sie diesem Druck nicht standhalten können. Um die Ziele der Aufholprogramme nachhaltig zu erreichen, erscheint es daher notwendig zu sein, entweder die Lehrpläne zu kürzen oder die Schulzeit zu verlängern.
    Wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen haben die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie auch im Schulbereich bereits bestehende Missstände noch deutlicher gemacht und den Handlungsbedarf erhöht. „Die Pandemie entblößt unsere Schwächen im Bildungssystem“, so der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Preisverleihung zum Deutschen Schulpreis 20/21. Einerseits haben wir privilegierte Lernsettings an Schulen mit wenigen sozial benachteiligten Kindern und einem guten Unterstützungsnetzwerk aus engagierten Eltern, pensionierten Lehrkräften und Schulfördervereinen. Andererseits haben wir Schulen, denen es an allem mangelt: an grundständig ausgebildeten Lehrkräften, an einem stabilen Unterstützungsnetzwerk.
    Gerade die Schulen in sozial benachteiligter Lage haben hier großen Bedarf, um entstandene Lücken schließen zu können und individuell stärker differenzieren zu können. Wir müssen endlich dahin kommen, Ungleiches ungleich zu behandeln. Hier sind Politik und die ganze Gesellschaft gefordert.

    • „Eine temporäre Anpassung der Stundentafel zugunsten von Mathematik und Deutsch …“
      Und wo kommen dann die zusätzlichen Mathematiklehrer her? Die waren doch schon vorher knapp. Es wird schon oft genug Mathematik von fachfremden Lehrern unterrichtet, gerade in den hochgelobten Gemeinschaftsschulen.
      Meine unmaßgebliche Einschätzung: die Abwendung des neuen Matheunterrichts vom Fachlichen und die Hinwendung zu dieser PISA-Literacy mit der im Hintergrund lauernden „OECD-Employability“ als Ziel haben dazu geführt, dass gute Mathematikstudenten erst recht nicht mehr Lehrer werden wollen. Sie wollen auch lieber keine lernbegleitenden Sozialarbeiter sein, sondern — wenn überhaupt — eben Mathelehrer. Wenn aber — so steht es schon ungeniert in Zeitungsartikeln — nicht mehr das Fach wichtig ist, sondern nur noch das Soziale, dann zieht das eben andere Leute an, und die studieren lieber nicht Mathematik. Und wenn „von oben“ quasi befohlen wird, es dürfe keiner mehr durchfallen, sondern man müsse halt die Ansprüche absenken, dann breitet sich bei ambitionierten Mathelehrern eben Resignation aus. All das hat die StäWiKo entweder nicht begriffen oder sie ignoriert es, weil das nicht ins politische Konzept der KMK passt. Es ist sicher auch kein Zufall, dass nur eine einzige Person in der StäWiKo etwas von Mathe versteht und dass die Naturwissenschaften dort nicht vertreten sind, sehr wohl aber die Tester a la PISA. Übrigens: Die GEW argumentiert eher gegen mehr Matheunterricht und für mehr Unterricht zu Politik und sozialen Themen, warum wohl?

  16. Die Hausaufgabenliste und ein Gespräch mit der KM Frau Schopper und die Mogelpackung ist ausgepackt……..alle schauen in eine leere Mogeelpackung…….Frau Schopper warum haben Sie, Ihre Hausaufgaben nicht erledigt. Diese Haltung von Ihnen können wir vor den heranwachsenden Kindern nicht vertreten. Wir machen bei Ihrer Mogelpackung nicht mit und schämen uns für Sie und dies ist noch milde ausgedrückt.https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/hausaufgabenliste-der-kultusministerin/

  17. Herr Möller: Forderungen aufstellen und Idealvorstellungen formulieren, das ist die neue Rhetorik. Darin sind Sie gut, aber wie es konkret geht und – vor allem — welche konkreten Effekte auf welche konkreten Maßnahmen zurückgehen, das ist unbekannt und soll offenbar nicht einmal erforscht werden. Oder welchen Effekt hat das Bonus-Programm für Brennpunktschulen in Berlin? Dass ALLE Krankheiten immer die Armen mehr treffen als die Reichen, dürfte doch wohl eine Binsenweisheit sein. Aber speziell bei diesem Covid-Virus wird gejammert, so als dürfte das einfach nicht sein.
    „Ungleiches ungleich behandeln“, dieser Slogan wird doch direkt konterkariert durch die Forderung nach der „inklusiven einen Schule für alle“. Im Sport trennt man sehr wohl die Leute nach Leistungsgruppen, es gibt Sport-Eliteschulen mit strengen Aufnahmeprüfungen (übrigens mit ausdrücklicher Billigung im neuen Koalitionsvertrag von rot-grün-rot in Berlin). Niemand achtet bei Sport-Eliteschulen auf eine soziale Ausgewogenheit. Aber grundständige Gymnasien in Berlin sollten abgeschafft werden, wenn es nach dem Willen der Grünen und der Linken ginge. Dass die mehr Geld als die anderen bekommen, davon hat man nie gehört. Also warum nicht das ungleich behandeln, was ungleich ist (nämlich ungleiche Leistungsfähigkeit wie im Sport) ? Die ungegliederten Schulsysteme in GB, F, S, N, DK, E, I, GR usw. leisten alle nicht mehr als das jetzige in Deutschland (laut PISA), trotz vollmundigster Ankündigungen beim Übergang von einem gegliederten System in das jetzige z.B in Frankreich.
    Ich finde es einigermaßen absurd, dass man das individuelle Unterrichten postuliert, aber dann ein Zusammenfassen in speziellen Schulen oder speziellen Klassen für ganz schrecklich erklärt, und schließlich Ungleiches ungleich behandeln möchte mit dem Ziel, irgendeine Gleichheit zu erreichen. Im Sport hieße das: die besten Trainer sollen die schwachen Sportler trainieren, die besseren Sportler brauchen das ja nicht. Die Ungleichheit ist Fakt, und nicht einmal der reale Sozialismus konnte das entscheidend ändern. Auch China und Nordkorea haben privilegierte Eliten und dann prekäre Minderheiten, die in Umerziehungslagern einsitzen. Diese Art „sozialistische Experimente“ mit einer Art von „Kulturrevolution“ wird nicht auf Gegenliebe stoßen. Das Volk ist da sehr misstrauisch geworden. Genau deswegen belassen es die Regierenden bei unverbindlicher Rhetorik.

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