Bildungssenatorin Busse: Verbeamtung von Lehrkräften ist ihr wichtigstes Projekt

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Die neue Berliner Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) hat bekräftigt, dass sie die Verbeamtung der Lehrkräfte für die wichtigste Reform der kommenden Legislatur hält. «Als Schulleiterin weiß ich, wie schwer es ist, gutes Personal zu finden – und ich selbst musste zusehen, wie jedes Jahr gute Lehrerinnen und Lehrer unsere Schule verlassen haben, weil sie bei uns nicht verbeamtet werden konnten», sagte Busse, die bislang selbst Schulleiterin war, der «Berliner Zeitung». «Sie sind nun mal das A und O einer guten Schule.»

Weiß, wie wichtig gute Lehrkräfte sind: Astrid Sabine-Busse war bis vergangene Woche noch selbst Schulleiterin. Foto: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Die Grundbildung der Schüler zu verbessern, sei für sie ein weiteres Herzensanliegen. «Unsere Kinder müssen erst einmal gut lesen, schreiben und rechnen lernen, dann können sie später auch Informatiker werden», sagte Busse.

Auf die Frage, ob sie erneute Schulschließungen in Berlin verhindern werde, antwortete sie: «Es wäre verfrüht, so etwas zu sagen. Wir wissen nicht, was Omikron noch alles mit uns anstellt. Aber ich weiß natürlich, wie viel auf dem Spiel steht für die Kinder, wenn die Schulen geschlossen werden.» Sie sei sehr für das Ende der Maskenpflicht gewesen und habe einsehen müssen, dass es nötig war, sie wieder einzuführen.

Die designierte Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) hat sie dem Interview zufolge erst vor wenigen Tagen gefragt, ob sie den Posten übernehmen wolle. Ihre beiden Staatssekretäre habe sie am Morgen, als die SPD-Senatoren bekanntgegeben wurden, zum ersten Mal gesehen. dpa

Schulleiterin wird neue Bildungssenatorin – Lehrer hatten zuvor mit einem Brandbrief gegen sie gemeutert

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6 KOMMENTARE

  1. Einer der Staatssekretäre in der Schulverwaltung ist Aziz Bozkurt, bisher Vorsitzender der AG Migration und Vielfalt in der SPD. Ob sich Frau Busse den ausgesucht hat? Oder haben andere darüber entschieden? Wieso kannte sie die beiden Staatssekretäre vorher nicht?
    Der Herr Bozkurt kommt aus der IT-Branche, hat aber mit schulischen Themen bislang nichts zu tun. Angeblich soll er jetzt die große Digitalisierung der Schulen durchdrücken. Hoffentlich gibt das nicht Interessenskonflikte mit seiner eigenen Firma, einem Berliner Start-Up-Unternehmen.

  2. „«Unsere Kinder müssen erst einmal gut lesen, schreiben und rechnen lernen, dann können sie später auch Informatiker werden», sagte Busse.“

    Da kann man Frau Busse ja eigentlich nur zustimmen.

  3. Ich unterstütze sie. Die Verbeamtung ist zwar nicht das Wichtigste und bringt auch keinen Lehrer mehr, denn alle, die da nun verbeamtet werden, sind ja schon in Berlin und die berüchtigten 600,700,800 Lehrer, die jedes Jahr Berlin verlassen, tun es aus völlig unbekannten Gründen (zumal rund 230 davon ja verbeamtet sind!!). Bin mal gespannt, ob nach der Verbeamtung kein Lehrer mehr Berlin verlässt, weil keiner mehr umzieht und keiner mehr anderswo als in Berlin Lehrer sein will…. 🙂

    Aber ansonsten macht sie einen guten Eindruck auf mich. Ich will ihr die 100 Tage mal geben, die man neuen Politikern einräumen soll, bevor man sie „verreißt“. Mal schaun, was da noch so kommt außer der Verbeamtung.

  4. Verbeamtung!!! – will sie sich auf die „Fahne“ schreiben. Was hat das mit ihr zu tun?
    Das ist doch schon längst beschlossen – läuft also auch ohne sie.

  5. Stimmt. Aber nach dem „PISA-Schock“ wurde ganz groß getönt, Deutschland müsse doch in der Bildung mit den besten der Welt mithalten können, aber gerade in Berlin muss man eben viel bescheidener sein: lesen, schreiben und rechnen sind nicht mehr so selbstverständlich wie früher. Anders gesagt: selbst daran fehlt’s. Dafür ist Berlin laut dem neuen Koalitionsvertrag eine „Regenbogenhauptstadt“ mit einem „Berliner Gender Budgeting“ inkl. einem eigenen „Gender Budgeting Referat“ in der Verwaltung.
    Nebenbei: Heute steht in der Zeitung, dass Frau Busse erst jetzt — mit ihrer Ernennung zur Senatorin — SPD-Mitglied geworden ist. Das ist also keine Parteikarriere wie sonst so oft.

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