MRT-Daten: Ausgrenzung schadet der Gehirnentwicklung Jugendlicher nachhaltig

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BERLIN. Wissenschaftler der Universität Greifswald und der Berliner Charité haben untersucht, wie das Gefühl der sozialen Zugehörigkeit und Ausgrenzung in der Schule bei Jugendlichen mit ihrer strukturellen Gehirnentwicklung zusammenhängt.

Die Ergebnisse der Studie deuten auf einen Teufelskreis zwischen Ausgrenzung und der Entwicklung der sozialen Fähigkeiten Jugendlicher hin (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Dass das Gehirn von Jugendlichen ausschließlich wächst und neue Verbindungen entwickelt, bis es ausgewachsen ist, wonach der mehr oder minder langsame Verfall einsetzt, ist eine weitverbreitete Vorstellung. In der Realität verläuft die Hirnentwicklung allerdings wesentlich komplexer. Die normale Hirnentwicklung bei Jugendlichen ist durch eine Abnahme der grauen Substanz und Ausdünnung charakterisiert, was zu einer effizienteren Funktion beiträgt.

Ein Team aus Erziehungswissenschaftlern und Neurowissenschaftlern der Universität Greifswald hat nun gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Charité Berlin ermittelt, dass genau dieser Prozess bei Jugendlichen von Mitte der 9. bis Mitte der 10. Klasse umso geringer ausfällt, je mehr soziale Ausgrenzung die Schülerinnen und Schüler wahrnehmen. Dies gilt insbesondere in Bereichen des sogenannten Social Brains, das mit der Navigation in komplexen sozialen Umgebungen verbunden ist und die Interaktion und Kooperation mit anderen erleichtert.

Mit Hilfe von mit Hilfe von strukturellen Magnetresonanztomografie-Daten (MRT) und -Analysen identifizierten die Forscherinnen und Forscher zunächst spezifische Hirnregionen des Social Brains, die für soziale Akzeptanz und Ausgrenzung relevant sind. Die Ergebnisse kombinierten sie mit Daten aus begleitenden Befragungen von 71 Sekundarschülerinnen und -schülern.

Im Einzelnen analysierten die Wissenschaftler um die Greifswalder Schulpädagogin Diana Raufelder Veränderungen in verschiedenen Hirnregionen der pubertierenden Jugendlichen im Hinblick auf den Einfluss von Schulzugehörigkeit und sozialer Ausgrenzung in der Schule. Dabei zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen sozialer Ausgrenzung (und Nichtzugehörigkeit) und dem Volumen der grauen Substanz in der linken Inselrinde, eines Teils der Großhirnrinde.

Zusammenfassend zeige die Studie, so die Wissenschaftler, dass soziale Ausgrenzung in der Schule die strukturelle Entwicklung der grauen Substanz der linken Inselrinde von Schülerinnen und Schülern negativ beeinflusse. Diese Ergebnisse deuteten darauf hin, dass ungünstige soziale Faktoren die Entwicklung des Gehirns langfristig beeinträchtigen könnten.

Lehrerinnen und Lehrer sollten sich, wie schon Erzieherinnen und Erzieher bewusst sein, dass soziale Ausgrenzung in der Klasse schädliche und langfristige Auswirkungen auf die Entwicklung eines Kindes habe. Sie könne die Reifung des sozialen Gehirns so beeinträchtigen, dass sie die Interaktion und Kooperation eines Schülers mit anderen behindert.

Zugleich gebe die Studie Aufschluss darüber, wie die Entwicklung des sozialen Gehirns unterstützt werden und wie die soziale Kompetenz in der Schule gefördert werden könnten. Um Schäden zu verhindern, sei aber zunächst ein integratives Schulklima elementar, das durch qualitativ hochwertige Beziehungen und ein geringes Maß an sozialer Ausgrenzung gekennzeichnet ist. (zab, pm)

Ausgrenzung trifft eher Jüngere und macht depressiv: Was soziale Ausgrenzung im Alltag auslösen kann

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Indra Rupp
9 Monate zuvor

Beginnend mit der Erkenntnis, dass alle Menschen gleichwertig sind!

Palim
9 Monate zuvor

„Lehrerinnen und Lehrer sollten sich, wie schon Erzieherinnen und Erzieher bewusst sein, dass soziale Ausgrenzung in der Klasse schädliche und langfristige Auswirkungen auf die Entwicklung eines Kindes habe.“

Tatsächlich?
Da habe ich wahrlich Jahrzehnte auf diese Studie warten müssen.
Wie sonst hätte ich wohl zu dieser Erkenntnis gelangen sollen?
Hm? Abschluss in pädagogischer Psychologie? Beobachtung? Klassenführung? Gespräche? Soziales Lernen?

… aber bestimmt wird genau dies in Zukunft als Baustein der Arbeitsbeschreibung und Arbeitszeiterfassung anerkannt und zur Unterstützung der SchülerInnen in der Stundentafel eine Stunde für Klassenlehrkräfte sowie eine weitere für Konflikt-Schlichtung eingesetzt.
Vielen Dank für die Wahrnehmung des professionellen Handelns von Lehrkräften!

Carsten60
9 Monate zuvor

Der Titel ist etwas zu reißerisch. Auch andere Gehirnteile werden wohl negativ beeinflusst, wenn sie nicht aktiviert werden, z.B. der Teil für Sprachen, für räumliches Denken, für Musikempfinden usw. Davon wird aber nie geredet, und dafür wird keine Umstellung an den Schulen verlangt. Hatte man nicht 100 Jahre lang die „Streber“ ausgegrenzt und gemobbt, ohne dass mal was nachhaltiges dagegen getan wurde? Das kann den „Strebern“ wohl auch geschadet haben, während es denen, die den Vorwurf erhoben, vielleicht sogar genützt hat, weil sie sich als Herrscher aufspielen konnten.
Das geforderte „integrative Schulklima“ mit mehr „Sozialkompetenz“ (steht das so wirklich in der Studie der Wissenschaftler?) klingt schon wieder wie eine Forderung nach mehr Inklusion und — in der Sprache der Grünen — nach der „inklusiven einen Schule für alle“. Ob in der aber für die allermeisten die Gehirnentwicklung besser verlaufen würde, das müsste wohl noch untersucht werden, selbstverständlich ist das keineswegs. Ich denke eher, es wird auch dabei Gewinner und Verlierer geben. Und was ist eigentlich mit Cliquen, die sich gegenseitig ausgrenzen, intern aber sehr wohl integrieren?

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Mein Sohn wurde zwar an der Oberschule erst als Streber ausgegrenzt, das war aber in keinster Weise ein Vergleich zu der sozialen Ausgrenzung, die wir (ganze Familie) als arm, alleinerziehend ect an der „schicken“ Waldorfschule in seinem 1./2. Schuljahr erlebt haben. Denn wenn mein Sohn in der OS auch als Streber verhöhnt wurde, so war er doch aufgrund seiner Intelligenz der „Stärkere“ – er wurde also von Schwächeren verhöhnt. Auch klar war stets die Anerkennung und nicht-Duldung dieser Ausgrenzung seitens der Lehrer*innen und das Wissen um die Vorteile im späteren Leben aufgrund der Fähigkeiten. Die Wertschätzung der Lehrkräfte führte dann auch zur Unterstützung. Sah so aus, dass mein Sohn den Anderen auch mal helfen oder was vorsagen durfte, was diese dann zu schätzen wussten. Tatsächlich ist mein Sohn in Geschichte so ein wandelndes Lexikon, dass er auch regelmäßig den Lehrer ergänzt und korrigiert. Dies finden die Anderen besonders lustig, wenn er „mehr weiß als der Lehrer“ und hat zu Anerkennung geführt. Der Lehrer hat das natürlich auch bewusst „mitgespielt“, das er sich belehren lässt um eben genau diese Anerkennung /Integration meines Sohnes in der Klasse zu fördern. Teilweise hat der Eifer meines Sohnes auch auf Andere abgefärbt. Teilweise ist er aber auch mal Zielscheibe für Aggressionen von Einzelnen. Das ist dann zB ein Kind, das Stress mit den Eltern wegen seiner Leistung hat und dies an meinem Sohn auslässt. Dieses Kind hat wahrscheinlich auch Missbrauchserfahrungen oder leidet unter Unsichtbarkeit bzw Gleichgültigkeit bei den Eltern, so dass es ständig mit Missbrauch von Seiten der Lehrer spekuliert. ZB im Bus “ wenn der auf die Idee kommt, meine Freundin anzufassen, dann…“. Wenn solch ein bedauernswertes Kind einen anfeindet, dann ist das zwar unangenehm und unfair (zumal mein Sohn sich in der Klasse auch für Benachteiligte/Minderheiten einsetzt) aber man fühlt sich überlegen und nicht ohnmächtig. Ein ausgegrenzter Starker und ein ausgegrenzter Schwacher ist also nicht dasselbe. Erster hat mehr Lobby, Kraft und (gesellschaftlichen) Halt. Ja, die Gesellschaft hat immer noch mehr Achtung vor den Starken, dass erkennt man an vielen Kleinigkeiten im Alltag – allein der grausame „ELTERN wettbewerb“ verdeutlicht das, sowie auch der Elternstress in Klasse 4! Letzterer hat mit viel mehr Minority stress zu kämpfen, mit Ohnmacht und Teufelskreis. Und das viele soziale Entgegenkommen ist oft viel selbstverliebte /selbstgerechte Heuchelei,von Leuten, die sich in Wahrheit für was besseres halten. Das merkt man auch an vielen Kleinigkeiten (Microagressionen) wenn man ein guter Theaterkritiker ist.

Carsten60
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

In Schulen, wo viel geprügelt wird, sind die „Streber“ keineswegs die Starken, sondern oft körperlich schwach, vielleicht auch jünger als der Durchschnitt. Sitzenbleiber sind in der Regel älter, größer und stärker. Daher leben die „Streber“ dann auch teilweise in (möglicherweise übertriebener) Angst, aber hier geht es ja gerade um das Subjektive Empfinden, nicht das Objektive.
Merkwürdig ist und bleibt jedenfalls die Tatsache, dass von der modernen Pädagogik alles und jedes erforscht wird, nur nicht die Sache mit dem Strebervorwurf, übrigens ein typisch deutsches Phänomen, das es im Ausland so meist gar nicht gibt. Ein „Nerd“ ist was anderes..

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Solche Oberschulen kenne ich nicht. OK, wir wohnen auf dem Land aber auch mit vielen Wohngruppen (Heimkinder), Migrations Hintergrund, ect. Mein Kind wurde nie bedroht oder gar verprügelt. Die kleinen Grundschulkinder müssen vom Busbahnhof durch den Pausenhof der Oberschule um zur GS zu kommen. Auch die (meine Tochter, andere mir bekannte Kinder) wurden da nie belästigt. Als es um die Schulempfehlung für meinen Sohn ging, machte ich mir auch um das soziale Klima an Oberschulen Sorgen. Die Lehrerinnen meinten, dies sei dort zwar offensichtlicher aber dann wäre es auch eher möglich einzugreifen. Am Gymnasium liefen die Dinge dagegen „unterm Tisch “ lang und die Lehrkräfte hätten diesbezüglich auch kein Interesse sich einzubringen, weil am Gym das Fach und nicht die Pädagogik zählt. Von intelligenteren Kindern gemobbt zu werden, kann BTW auch echt übel sein. An unserer OS ist es dagegen so, dass einem „Streber“ von Seite der Lehrkräfte auch schnell Hilfe zukommt und vor allem der „Streber“ für glaubwürdiger gehalten wird. Es kursieren schon auch viele Klischees und Vorurteile über Oberschulen. Die, die auffallen, fallen halt besonders auf. Bei uns laufen gerade immer Mädels mit Regenbogenmundschutz herum und kleben Regenbogenfahnen an die Scheiben (die dann wieder abgehängt werden). In der Klasse fanden es alle OK und nicht weiter interessant, als ein Lehrer zufällig zwangsgeoutet wurde . Ich selber lauf da auch mit lgbti-Armband rum und keinen stört es, auch nicht im Schulbus. Keiner wurde angegriffen und Moslems in der Klasse beklagten, dass es bei diesem Thema ihnen gegenüber Vorurteile gibt. Auch interessant war es, als es in Klasse 7 die Frage nach dem Berufswunsch gab und die Hälfte der Klasse antwortete „Arzt/Ärztin“ werden zu wollen. Grund dafür war immer ein erkrankter oder verstorbener Familienangehöriger (Großvater ect). Das diese Kinder wohl eher nicht Medizin studieren werden bzw sich darunter auch nichts vorstellen können ist dabei ja nicht relevant.
Dies nur einmal, um die Klischees über Oberschüler*innen zu hinterfragen.

Carsten60
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Das ändert doch nichts daran, dass es im obigen Artikel nicht um objektive Fakten geht, sondern um subjektive Empfindungen, schauen Sie einfach auf den verlinkten Artikel der Wissenschaftler.
Es geht auch nicht um Ausgrenzungen von Eltern durch andere Eltern (was Sie oben 00:24 anklagend andeuten), sondern um die Schulkinder und deren Gehirnentwicklung.
Also Sie haben noch nichts gelesen davon, dass einige Jugend-Gangs auf dem Schulhof Schutzgelder erpressen. Gewiss kommt das nicht überall und zum Glück nicht allzu oft vor. Aber Angst davor zu haben wäre doch menschlich, oder?
Und wenn jemand als „Streber“ gemobbt wird, dann bekommt er zu allem Überfluss oft genug noch eine Mitschuld angehängt nach dem Motto „du bist doch selbst schuld, wenn du nicht beliebt genug bist. Wer beliebt ist, wird nicht gemobbt.“ So als könne man seine Beliebtheit aktiv beeinflussen. Wer nicht beliebt ist, kann eben ausgegrenzt werden oder grenzt sich sogar selbst aus, das ist leider so. Aber die penetrante Forderung, man müsse sich halt so verhalten, dass man beliebt ist, stört mich auch. Das kann mit „Sozialkompetenz“ doch wohl nicht gemeint sein.

Dil Uhlenspiegel
9 Monate zuvor

Ach sooooo, ja saperlott! Wat is’n da jetzt die Erkenntnis, außer dass man es (vielleicht erstmals?) bildgebend dokumentiert hat. Wie fast alles am Körper und gerade im Hirn: use it or lose it, außer vielleicht die Fettpolster. Aber schön, jetzt wissen das die Lehrers auch … wieder. Da können diese „tumben Steine“ sich jetzt endlich mal um gute Sozialstimmung in der Gesellschaft kümmern, nich‘ wahr!

Nun aber denke ich ja schon wieder in eine ganz, gaaanz verborgene Richtung, die immer vergessen wird bei all den schönen psychologischen und pädagogischen und hirnphysiologischen Wissenserrungenschaften i.d.R. allesamt mit Fokus ausschließlich auf SuS. Wenn man mal vorausstellt, dass auch LuL Gehirne, also je eins im Schnitt, haben (tatsächlich!) und sie auch eine Art menschlicher Wesen sind (jetzt fallen Weltbilder!), dann könnte man womöglich ableiten, dass auch dort etwas passiert, also im Gehirn … oder mit ihm … also im Sinne von einwirkend auf es. Denk, denk, denk … ahaa, da entwickelt sich plötzlich eine vernachlässigter Bereich hervor:

Sensationsmeldung: Das einzige Gehirn, welches sich nicht in Abhängigkeit von äußeren Faktoren verändert, muss daaaas …. tataaaaaa, Lehrergehirn sein! Bei diesem erstaunlichen Wunderwerk der Natur ist es so, dass es gegen jedweden Müll, dem es ausgesetzt wird, komplett immun ist und in keiner Weise förderlicher Rahmenbedingungen bedarf. Dies deckt sich auch mit der seit langer Zeit dokumentierten psychosomatischen Erkrankungsrate, etwa als Burnout, die man bei LuL … äh, kaum sieht … quasi nicht sieht … na gut, also quasi nicht zu sehen (ver-)mag … nur soweit sehen mag, wie man es noch leicht weglächeln kann. Nicht? Faszinierend.

Silke Vogt
9 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

@Dil Uhlenspiegel
Wer hat eigentlich schon mal Anstalten gemacht, sich mit Gehirnen von Schulkind-Eltern zu befassen? Wir sitzen schließlich ebenso zwangsweise wie völlig unbezahlt mit im Lehranstaltenboot. Geschenkt.
Aber nicht nur Lehrergehirne wurden bei den Untersuchungen sträflich vernachlässigt, sozusagen böswillig ausgegrenzt. Ja, was macht das mit dieser Spezies? Weckt es gar vielleicht Rachegelüste, ausgelebt bei der Notengebung?
Gehen wir noch einen radikalen Schritt weiter und erweitern die Studie um unsere Kultusminister, sofern der Untersuchungsgegenstand bei ihnen überhaupt vorhanden sein sollte. Falls nicht, hat sich das direkt erledigt.
Ansonsten drängt sich die Frage geradezu auf, was alles mit den KuMi-Gehirnen in der vulnerablen Wachstums- und Neuvernetzungsphase geschehen sein muss, um sie zu dem zu bringen, was sie die ganze Zeit in der Pandemie tun, nämlich eben nichts tun. Bzw. nichts Zielführendes.
Es muss doch tiefsitzende Ursachen dafür haben, dass sie unisono Fakten dermaßen konsequent ignorieren, in der 4. Welle immer noch und für Welle n+1 wird das bestimmt nicht minder(bemittelt) gelten.
Was lief bei unseren nicht so wirklich glorreichen 16 damals schief?
Ausgegrenzt von Mitschülern und unfähigen Pädagogen vereinsamt daheim zu viel Pippi Langstrumpf geguckt, alternativ gelesen, die sich ihre Welt machte, wie sie ihr gefiel? Ist Astrid Lindgren Schuld an der aktuellen Corona-Schulmisere?
Wie konnten sie dennoch Kultusminister werden? Oder kommt man gerade solcherart biographiebedingt auf diesen Posten? Um ihn bequem auszusitzen? Englisch: to rest. Sind Kultusminister Restposten?
Fragen über Fragen.
Wen interessieren im Vergleich dazu schon Lehrergehirne?
Preisfrage: Wer kann mehr Schaden anrichten, ein gestörter Pädagoge oder ein gestörter Kultusminister?
Transferleistung für Fortgeschrittene: 16 gestörte Pädagogen oder…
Na, eben.

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  Silke Vogt

Nein, genau das Gegenteil. Die Kumis waren schon in der Schulzeit Bevorteilte, die später nur ihre Pöstchen ergattern konnten, weil sie bereit waren sich der Macht hinzugeben und auf andere keine Rücksicht zu nehmen. Die Gesellschaft hat sie gelehrt, dass sie so zu den Starken und Geachteten gehören und sich viel mehr erlauben dürfen. Das es zB viel weniger Aufsehen erregt, wenn sie große Summen hinterziehen als wenn ein H4ler ein 50 Euro – Weihnachtsgeschenk der Großmutter nicht zum verrechnen beim Amt angegeben hat. Mit der neoliberalen Einstellung, durch Rücksichtslosigkeit und dem Recht des Stärkeren schafft man Wirtschaftskraft, beruhigen diese ihr Gewissen und haben ein Alibi, nie mehr an irgendeiner Stelle Rücksichtsvoll und Gewissenhaft sein zu müssen. Und damit haben wir dann das Ergebnis : Kinder sind ideale Versuchstiere für Corona und können Mithilfe von Durchseuchung die Sache schneller erledigen. Die Vulnerablen belasten nicht weiter das System und die Wirtschaft läuft. Deutschland bleibt wohlhabend und Kumi dadurch ebenso. Hier haben wir es nicht mit den Ausgegrenzten in der Schule zu tun, sondern mit den ehemals Ausgrenzenden.

Alx
9 Monate zuvor

Ich frage mich, ob die Kausalität nicht auch anders herum sein könnte.
Also geringere Hirnentwicklung –> Ausgegrenzt sein/fühlen (das subjektive Gefühl würde ja erhoben).

Zudem fehlt eine Möglichkeit zur Validierung, weil ja kaum eine Kontrollgruppe herangezogen werden kann.
Spannend wäre der Vergleich zur Entwicklung dieses Zentrums bei den Eltern in Relation.

So ist es ein Henne Ei Problem.

Außerdem müsste betrachtet werden ob tatsächlich Ausgrenzung stattfand oder nur subjektiv erlebt wurde.

Weiß da jemand genaueres?

Carsten60
9 Monate zuvor
Antwortet  Alx

Im verlinkten Bericht der Wissenschaftler ist von einem Fragebogen die Rede, wo dann anzukreuzen war: „ich fühle mich dazugehörig“ oder „ich fühle mich ausgegrenzt“ usw. usw. Diese rein subjektiven Empfindungen sind nicht ganz unproblematisch. Es könnte sein, dass die jeweils anderen das anders sehen.
Jedenfalls versucht die Überschrift den Eindruck zu erwecken, als wären die davon Betroffenen dann sozusagen „hirngeschädigt“, könnten also nicht mehr richtig lesen, schreiben usw. Davon kann wohl keine Rede sein. Es geht nur um die Interaktion mit anderen.