100.000 Kinder sind seit Jahresbeginn symptomatisch an Corona erkrankt – Bildungssenator sieht „Zeichen der Hoffnung“

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BERLIN. Nach Wochen des Anschwellens scheint die Omikron-Welle nicht mehr weiter an Fahrt aufzunehmen. Zumindest legen das die offiziellen Meldedaten nahe. Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) kann mit Blick auf die in der Hansestadt leicht gesunkenen Inzidenzen unter Schülerinnen und Schülern ein „Zeichen der Hoffnung“ erkennen – und stellt schon mal Lockerungen im Schulbetrieb in Aussicht. Wahrscheinlicher als eine tatsächliche Beruhigung der Lage allerdings ist, dass immer mehr Infektionen im Verborgenen stattfinden, weil das Test- und Meldesystem überlastet ist. Seit Jahresbeginn sind rund 100.000 Kinder und Jugendliche symptomatisch an Corona erkrankt.

Rund 400 Kinder und Jugendliche mussten seit Jahresbeginn wegen Corona ins Krankenhaus (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Die offiziellen Corona-Fallzahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) nähern sich in der Omikron-Welle einem Plateau – allerdings ist die Aussagekraft der Daten derzeit eingeschränkt. Zum ersten Mal seit Ende Dezember meldeten die Gesundheitsämter binnen eines Tages weniger Neuinfektionen ans RKI als am selben Wochentag der Vorwoche. So gab das RKI die Zahl der neuen Corona-Fälle am Freitag mit 240.172 an, am Freitag zuvor waren es 248.838. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz stieg nur noch leicht auf 1472,2 (Vortag: 1465,4; Vorwoche: 1349,5; Vormonat: 387,9).

Bei Kindern und Jugendlichen sieht das Bild ähnlich aus, wie sich dem aktuellen RKI-Wochenbericht entnehmen lässt. Bei den Fünf- bis Neunjährigen stieg danach die Inzidenz gegenüber der Vorwoche leicht von 3.419 auf 3.598, bei den Zehn- bis 14-Jährigen von 3.394 auf 3.736, nachdem sich die Werte zuvor im Wochentakt verdoppelt hatten.

„Wenn die Inzidenzzahlen weiter zurückgehen, können erste Sicherheitsmaßnahmen an den Schulen auf den Prüfstand“

Mit Blick auf Hamburg, wo bei den Grundschülern eine Sieben-Tage-Inzidenz von 4.665 und bei den Sekundarstufen-Schülern eine von 3.642 offiziell gezählt wurden (was ein Rückgang um jeweils rund 15 Prozent bedeuten würde), meinte Schulsenator Ties Rabe (SPD): „Es ist ein Zeichen der Hoffnung, dass die Anzahl der infizierten Schülerinnen und Schüler im Vergleich zur Vorwoche erstmals abgenommen hat und damit auch die Inzidenzen den schulischen Altersgruppen wieder sinken.“ Der Höhepunkt der Infektionswelle scheine im schulischen Bereich überwunden. „Wenn die Inzidenzzahlen weiter zurückgehen, können erste Sicherheitsmaßnahmen an den Schulen auf den Prüfstand“, sagte der Senator – und fügte an: „Aber soweit ist es zurzeit noch nicht.“

Es ist schwer zu beurteilen, ob die offiziellen Zahlen das reale Infektionsgeschehen widerspiegeln und der rasante Anstieg bei den Ansteckungen in Deutschland tatsächlich abgebremst ist. Es könnte auch sein, dass die aktuellen Zahlen die Folge eines überlasteten Melde- und Testsystems sind. PCR-Tests, die die Grundlage der Statistik bilden, werden seit mehreren Wochen vorrangig im Gesundheitswesen einsetzt – und nicht mehr für Schülerinnen und Schüler.

Die Zahl der registrierten Ausbrüche in Bildungseinrichtungen ist nach wie vor extrem hoch. „Die Zahl der übermittelten Ausbrüche in Kitas nahm seit dem Jahreswechsel wieder sehr rasch zu. Seit der Meldewoche 02/2022 überstieg die Zahl der Ausbrüche bei Weitem das Höchstniveau der dritten und vierten Welle (Faktor = 1,7). Für die letzten vier Wochen (Meldewochen 02 – 05/2022) wurden bisher insgesamt 1.355 Ausbrüche übermittelt. Der weitere Trend bei Kita-Ausbrüchen kann wegen Nachmeldungen noch nicht gut bewertet werden.“ Für die Schulen gilt: „Die Zahl an übermittelten Schulausbrüchen war ebenfalls seit Beginn des Jahres 2022 wieder sehr rasch ansteigend und erreichte in Meldewoche 03/2022 mit bisher 869 übermittelten Ausbrüchen etwa das Höchstniveau der vierten Welle (Herbst 2021). Bisher wurden 2.124 Schulausbrüche für die letzten vier Wochen (Meldewochen 02 – 05/2022) übermittelt. Auch hier muss insbesondere für die letzten zwei Wochen noch mit Nachmeldungen gerechnet werden.“

Heikel auch: Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die wegen sypmtomatischen Corona-Infektionen zum Arzt müssen, steigt weiter stark an. Bei den Null- bis Vierjährigen verfünffachte sich die sogenannte Konsultationsinzidenz (also Corona-bedingte Arztbesuche auf 100.000 Menschen) seit Jahresbeginn von etwa 100 auf 500, bei den Fünf- bis 14-Jährigen von 200 auf 1.000. In den ersten fünf Wochen des Jahres wurden unter Fünf- bis Elfjährigen 62.058 symptomatische Covid-19-Fälle registriert; 236 davon mussten ins Krankenhaus. Unter den Zwölf- bis 17-Jährigen wurden 40.885 symptomatische Fälle gezählt, 171 davon mussten ins Krankenhaus. Zwei Kinder mussten in diesem Zeitraum auf die Intensivstation, eins verstarb. Insgesamt 47 an Corona gestorbene Kinder und Jugendliche hat das Robert-Koch-Institut bislang gezählt.

„Der Verlauf dieser Omikron-Welle scheitelt jetzt und wir rechnen damit, dass dann die nächsten Tage das Maximum erreicht ist“

Der Corona-Modellierer Dirk Brockmann rechnet trotz dieser Zahlen damit, dass der Höhepunkt der Omikron-Welle demnächst erreicht wird. „Der Verlauf dieser Omikron-Welle scheitelt jetzt und wir rechnen damit, dass dann die nächsten Tage das Maximum erreicht ist“, sagte der Physiker der Berliner Humboldt-Universität am Freitag im Deutschlandfunk. Nach seinen Prognosen sei Mitte Februar das Maximum erreicht.

Ein Unsicherheitsfaktor ist Experten zufolge die Omikron-Subvariante BA.2. Sie ist nach ersten Erkenntnissen übertragbarer als die bislang dominierende Form BA.1. BA.2 breitet sich nach Einschätzung des RKI in Deutschland weiter aus – jedoch bislang auf niedrigem Niveau. Für die Woche bis zum 30. Januar weist das RKI in seinem Wochenbericht vom Donnerstagabend einen Anteil von 8,1 Prozent aus – im Vergleich zu rund fünf Prozent eine Woche zuvor. „Hinsichtlich der klinischen Charakteristik gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass sich Infektionen mit BA.2 von Infektionen mit BA.1 unterscheiden“, heißt es in dem Bericht.

Mitten in der Debatte um mögliche Corona-Lockerungen wiesen Experten zuletzt immer wieder auf den neuen Subtyp BA.2 hin, der sich unter anderem in Ländern wie Dänemark bereits stark ausgebreitet hat. Dies ist demnach auch in Deutschland möglich und könnte nach Einschätzung vieler dafür sorgen, dass die Omikron-Welle länger dauert.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 226 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 170 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 12.009.712 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Lehrerverband: „Die Omikronwelle hat den Schulbetrieb nach wie vor fest im Griff“

In den Schulen gibt es nach Ansicht des Deutschen Lehrerverbands noch keine Entspannung der Corona-Lage. «Die Omikronwelle hat den Schulbetrieb nach wie vor fest im Griff, auch wenn es gelungen ist, in der Fläche den Präsenzbetrieb weitgehend aufrecht zu erhalten», sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger.

Die enorm hohen Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen hätten die Testkonzepte an den Rand des Scheiterns gebracht. «Wir warnen davor, bei ersten Anzeichen eines Rückgangs der Neuinfektionen sofort Gesundheitsschutzmaßnahmen wie regelmäßige Testungen und die Maskenpflicht zurückzunehmen und abzubauen.» Die Infektionszahlen dürften nicht durch zu frühe Lockerungen nochmals hochgetrieben und dadurch der flächendeckende Präsenzunterricht erneut gefährdet werden. News4teachers / mit Material der dpa

Hier geht es zum aktuellen Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts.

Durchseuchung – und was dann? Kinder sind nach der Omikron-Welle offenbar kaum vor weiteren Infektionen geschützt

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AvL
3 Monate zuvor

Danke für die gut erstellte Übersicht !

Minna
3 Monate zuvor

Ein Kind starb in Deutschland nach der zweiten Impfung. Darüber konnte man in allen Medien lesen.
Nun … bislang null Artikel über die 47 Kinder. Also, außer in einem Nebensatz.

Ich komme mir vor als würden alle Kotzbrocken aus der Schulzeit unsere Geschicke heute lenken. Also die, die ein „Eure Armut kotzt mich an“-Schild an ihrem VW-Polo kleben hatten.

Ich muss da mal was loswerden
3 Monate zuvor

Von der einen Tasche in die nächste Tasche lügen…so nennt man das.

Brennpunktschule
3 Monate zuvor

Die Lösung liegt nahe, und ist Recht einfach – wir verzichten jetzt endlich auf das sinnlose, anlasslose Testen.

Wer krank ist bleibt zu Hause, wer nicht krank ist kommt.

Was soll denn sonst die Lösung sein? Warten auf die an Omikron angepasste Impfung? Und dann warten auf die an die nächste Variante angepasste Impfung? Und so weiter, ad nauseam?

Wie schlimm ist es, dass wir mittlerweile eine Gruppe von völlig verängstigten SuS und KuK haben, die in völlig überzogener Risikoeinschätzung Panik bei dem Gedanken bekommt, sich mit Omikron zu infizieren.

Ja, es kann sein, dass wieder eine Variante kommen wird, bei der schärfere Maßnahmen notwendig werden. Aber bei Omikron nicht. Das Leben hat Risiken und wir müssen akzeptieren, dass wir uns diesen nicht entziehen können.

Die Experten in sehr sehr vielen Ländern sind der Ansicht, dass es jetzt mal gut ist, nur manche deutsche Experten beharren darauf, dass es zu gefährlich sei, Maßnahmen zügig aufzuheben.

Das Gute ist – in vier bis sechs Wochen wird die Macht des Faktischen diese Diskussion entschieden haben, dann ist die Durchseuchung so weit fortgeschritten, dass wir über Schutzmaßnahmen nicht mehr reden müssen.

TaMu
3 Monate zuvor
Antwortet  Brennpunktschule

Brennpunktschule@ die Experten in vielen Ländern sind auch der Meinung, dass Kinder im Auto nicht in Kindersitzen angeschnallt sein müssen. Dort haben die Kinder sehr viel Spaß und Bequemlichkeit im Auto, freies Spielen auf der Rückbank und Einschlafen ausgestreckt unter einer Kuscheldecke. Ich erinnere mich auch gerne daran, denn ich habe es noch so erlebt. Da Kinder nicht in sehr hohen Zahlen in Autos sterben, weil sie nicht angeschnallt sind und viele Kinder trotz Sicherung bei Autounfällen ums Leben kommen, könnten wir in Deutschland in der von Ihnen vorgeschlagenen Denkweise dazu übergehen, die massiv einschränkenden Kindersitze wieder abzuschaffen. Tatsächlich widersprechen Kindersitze in jeder Hinsicht den motorischen und sozialen Bedürfnissen von Kindern, sie müssen sich frei bewegen können. Wir schnallen sie schließlich auch nicht in ihren Betten an, was Kindesmisshandlung wäre, obwohl sich viele Kinder trotz überwältigender Müdigkeit weigern, sich freiwillig hinzulegen. Was also Kindesmisshandlung beim Schlafen im Bett ist, ist im Auto erlaubt. Darüber sollte doch einmal nachgedacht werden. Indische oder türkische Kinder werden, soweit ich das von Eltern verlässlich erzählt bekommen habe, in ihren Ländern jedenfalls im Auto sehr viel freier behandelt, obwohl dort die Verkehrsregeln und das Verkehrschaos aus unserer Sicht gefährlicher sind. Die sterben doch auch nicht in extremen Zahlen. Wegen den wenigen bei Unfällen wegen fehlendem Kindersitz gestorbenen Kindern schnallt doch nicht die ganze Nation jetzt plötzlich ihre fröhlich mitfahrenden Kinder an! Ich erlebe immer wieder, wie Kinder in Deutschland sich schreiend dagegen wehren, in ihrem Kindersitz angeschnallt zu werden. Sollten wir da nicht langsam die Regeln lockern? Wie würden Sie sich fühlen bei 160 auf der Autobahn im dichten dreispurigen Verkehr, wenn Ihre Kinder unangeschnallt auf der Rückbank spielen würden? German Angst oder German Sicherheit? Wer es für seine Angst bräuchte, dürfte ja immer noch freiwillig für seine Kinder den Kindersitz verwenden! Ich bin der Meinung, wenn wir über Lockerungen mit Ländervergleich sprechen und die German Angst besiegen wollen, sollten wir das nicht auf die Pandemie beschränken.

Leseratte
3 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Genau. Tests weg bzw. reduzieren, Masken auch weg. So Frau Prien. LuL spielen bei Überlegungen für den Schulbetrieb offenbar keinerlei Rolle. Bei uns viele LuL um oder über 60, zum Teil mit Vorerkrankungen und / oder mit pflegebedürftigen Angehörigen im selben Haushalt, auch jüngere KuK mit Vorerkrankungen (Krebs…). Spielt alles keine Rolle. Luftfilter werden wohl bei den „positiven“ Aussichten auch nicht mehr kommen. Und im nächsten Herbst/Winter dasselbe Spiel. Und das nun die letzten paar Jahre bis zur Rente/Pension, mit selbst gekauften ffp2, die vom Finanzamt bei der Steuererklärung noch ungläubig beäugt werden…

+++ 06:43 KMK-Chefin Prien: Tests an Schulen schrittweise beenden +++
Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Karin Prien, fordert Lockerungen der Corona-Maßnahmen an Schulen. „Wir müssen raus aus einer Kultur der Angst an den Schulen“, sagt die schleswig-holsteinische CDU-Bildungsministerin der „Bild“-Zeitung. Wenn ab Mitte Februar, Anfang März geöffnet werde, müsse auch an Schulen gelockert werden. „Sport und Musikunterricht muss wieder in vollem Umfang stattfinden. Das Testen muss schrittweise enden. Spätestens Ende März reichen wahrscheinlich auch zwei Tests pro Woche.“ Schrittweise müsse die Testpflicht zur „Testmöglichkeit“ werden. Auch die Maskenpflicht müsse nach und nach fallen, zuerst im Klassenraum am Platz, dann im Gebäude. Ihre Begründung: Der Höhepunkt der Omikron-Welle sei in ersten Bundesländern wie Schleswig-Holstein, Berlin, Bremen und Hamburg bereits überschritten, so Prien. „Das zeigt sich erfreulicherweise auch in den rückläufigen Infektionszahlen bei den 5- bis 18-Jährigen.“ Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, hingegen, die Omikronwelle habe den Schulbetrieb nach wie vor fest im Griff. Die Infektionszahlen dürften nicht durch zu frühe Lockerungen nochmals hochgetrieben und dadurch der flächendeckende Präsenzunterricht erneut gefährdet werden. Zahlen der Kultusministerkonferenz zufolge waren in der vergangenen Woche in Deutschland etwa sechs Prozent der Schülerinnen und Schüler und rund drei Prozent der Lehrkräfte entweder infiziert oder in Quarantäne.“

https://www.n-tv.de/panorama/09-50-Mehrheit-der-Deutschen-haelt-Soeders-Ankuendigung-fuer-falsch–article21626512.html

Leseratte
3 Monate zuvor
Antwortet  Leseratte

@vhh

EinfachMutter
3 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

@TaMu
Also Sie vermischen Apfel mit Birnen, sorry, das sind keine Argumente. Wenn man diskutieren will, sollte man im Thema bleiben. Ich Frage mich auch, worauf man eigentlich warten muss, um überhaupt über die Lockerungen ansatzweise sprechen zu dürfen! Da hat @Brennpunktschule berechtigt auch den Nagel getroffen. Keiner behauptet, sofort oder morgen die Maskenpflicht im Unterricht aufheben, allerdings die Voraussetzungen zu schaffen finde ich schon überfällig. Sobald die Welle gebrochen, nach und nach die Maßnahmen in den Schulen herunterfahren. Ich sehe wie gesagt, nicht verkehrt darüber zu sprechen. Wenn ich mich dran erinnere, wie die Inzidenz vor einem Jahr im Juni Juli bei uns unter 20 war, und die Kleinen müssten trotzdem im Unterricht die Masken tragen, sage ich nur Sorry, das darf sich aber in diesem Jahr nicht wiederholen!

Maren
3 Monate zuvor
Antwortet  EinfachMutter

Welche Welle gebrochen?Bei uns schießen die Zahlen bei Schulkindern rasant nach oben!

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  EinfachMutter

Auf meine Schule bezogen haben wir gerade eine Inzidenz von 12.000, wobei wir nur die Fälle zählen, die uns die Eltern mitteilen, und das sind längst nicht alle. Reicht das als Begründung für eine Maskenpflicht? Oder sollten wir schnellstmöglich alle Maßnahmen beenden, damit sich auch sicher jeder ansteckt? Wir haben Schüler, die bereits das zweite Mal innerhalb von 6 Monaten an COVID-19 erkrankt sind. Sind solche Zustände Ihrer Ansicht nach erstrebenswert? Aber okay, wenn ein mehrfach an COVID-19 erkrankter Schüler Spätfolgen, einen schweren Krankheitsverlauf hat oder gar stirbt – ja klar, der hatte ja ne Vorerkrankung, das relativiert das dann ja gewaltig. Ist das Ihre Denke?

vhh
3 Monate zuvor
Antwortet  Brennpunktschule

Welch kompetente, fundierte Meinung! Ich unterrichte und betreue ohne Panik zu verbreiten, trotz chronischer Erkrankung, passenden Alters, denn ich kenne meine Verantwortung. Alle wirklich Gefährdeten sind doch vom Präsenzunterricht befreit? Hahaha… , selten so gelacht. Omikron ist ungefährlich ? Schön, aber was passiert, wenn ein nicht so seltener mittelschwerer Verlauf und eine erhöhte Gefährdung durch Vorerkrankung zusammentreffen? Ich kann mich einem psychisch ziemlich belastenden Risiko nicht entziehen, aber sollte deshalb dieses vorhandene Risiko maximiert werden? Danke! Übrigens, wenn die „Durchseuchung fortgeschritten“ ist, sinkt bei geringeren Inzidenzen die Infektionsgefahr wieder und das Ansteckungsrisiko liegt dann eben nicht bei 100%, wie es zur Zeit ohne jede Kontrolle wäre.
Aber Lehrer werden bei der Inventur sowieso als Sachanlage oder Betriebsmittel verbucht, also nur weiter so, etwas Schwund ist immer, normale Abnutzung.
Viele KuK stehen jeden Tag vor ihren immer kleineren Klassen, trotz eigener Erkrankungen oder potentiell gefährdeter Angehöriger und jetzt kommt auch noch „endlich die Tests abschaffen“? Vielleicht die Masken gleich mit? Eventuell zur Feier der Normalität eine Schulparty mit verpflichtender Aufsicht? Die Fotos dazu können dann diejenigen, die das durchgesetzt haben auf der Homepage bewundern (sie konnten leider nicht selbst dabei sein).
Das Testen allein hilft nicht viel, Kontaktquarantäne gibt es selten bis nie, insofern wäre es nur konsequent, das „ihr seid uns egal“ noch etwas deutlicher zu zeigen, also die ach so belastenden Tests abschaffen… Es ist schwer, auf soviel Wertschätzung angemessen dankbar zu reagieren, aber „alles für die Schüler, so wenig wie möglich und nur nach Aufforderung für Verwaltung und Politik“ scheint mir passend.

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  Brennpunktschule

Ich verstehe ihren Unmut, denn wir alle würden gerne eher jetzt als zu einem späteren Zeitpunkt Öffnungen erleben. Wir sind alle geschafft von mehr als zwei Jahren Pandemie mit ihrem Auf und Ab.
Wir befinden uns aber mitten in einer Infektionswelle, deren Scheitelpunkt noch nicht erreicht ist.
Leider kann man als verantwortungsbewusster Politiker derzeit noch keine weiteren Lockerungen in Deutschland befürworten. In Dänemark sind sie am Ende einer Welle angelangt, und deshalb öffnen die jetzt bei einer sehr viel höheren Impfquote in der Bevölkerung als der unseren.

Mutti-NRW
3 Monate zuvor

Tests abschaffen, Maske runter. OK, wer erklärt es den Schattenfamilien?

Eine Gesellschaft, die die Schwachen zurücklässt, ist ekelhaft.

Diese Schwachen sind auf die Rücksicht ALLER angewiesen. Nicht nur in einer Pandemie, immer!
Aber man sieht es ja schon vor dem Supermarkt: Autofahrer ohne Rücksicht blockieren die Behindertenplätze, weil man so schön nah am Eingang parken kann.

Verdammt nochmal, während die einen nach Party, Urlaub und Karneval lechzen, gibt es 100.000e Familien, die eine berechtigte und unglaublich große Angst um ihre Gesundheit haben.
Die einen nennen es ‚Geiselhaft‘, die anderen möchten nur die Bereitschaft der Gesellschaft, dass jeder Mensch schützenswert ist.
Nenne ich es ‚Geiselhaft‘, wenn ich mein Kind in die Schule schicken muss, weil es irgendwo in diesem Land bedauerlicherweise Kinder gibt, die in einem schlechten Elternhaus großwerden müssen?
Nein. Ich könnte es tun, es ist aber schlichtweg nicht mein Niveau.

In meinen Augen ist es einfach nur noch erschreckend, wie hier in diesem Land mit den Kranken und Schwachen umgegangen wird.
Empathie und Einfühlungsvermögen gehören dringend auf die Lehrpläne und fest in die Köpfe unserer Mitbürger.
Ansonsten sehe ich für ein soziales Miteinander ehrlich keine Chance mehr.

TaMu
3 Monate zuvor
Antwortet  Mutti-NRW

Mutti-NRW@ ich fühle mit Ihnen mit

Maren
3 Monate zuvor
Antwortet  Mutti-NRW

Danke,Mutti -NRW,für diese deutlichen Worte.Dem ist nichts hinzuzufügen!

Lametta
3 Monate zuvor

Die Deiche sind gebrochen, alle Kitas hinterm Deich überschwemmt, aber, hey, ein Hoffnungsschimmer, man kann schon wieder ein paar Schornsteine aus dem Wasser ragen sehen. Dann können wir bald auch die restlichen Deiche abreißen, mehr Raum für Kinderspielplätze direkt am Strand, glückliche Kinder, weil sie endlich direkten Zugang zum Wasser haben. Schwimmkurse brauchen wir für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an Schulen übrigens auch nicht mehr, denn Säuglinge können instinktiv schwimmen. Außerdem ist es nicht bewiesen, dass höhere Deiche die Überflutung verhindert hätten. Und statistisch gesehen ertrinken Kinder viel häufiger in der privaten Badewanne als bei Überschwemmungen. Das geht auf Studien des örtlichen Klempnervereins zurück. Wer höhere Deiche fordert, hat übertrieben viel Angst vor Wasser, typisch Deutsch. Dabei gibt es keine Orte in Deutschland, die besser mit Schnorcheln ausgestattet, als die Kitas. Und ein bisschen Untertauchen im frischem Winterwasser ist eher gut für die Gesundheit der Kleinen. Das sagen auch Kinderärzte Ergo: Die Kitas sind sicher.

TaMu
3 Monate zuvor
Antwortet  Lametta

Lametta@ man sollte tatsächlich den „Schimmelreiter“ zur Pflichtlektüre machen, besonders für die KuMis, und zur Aufgabe stellen: ziehe eine Parallele zum heutigen Leben. Ihr post hat mir die Situation deutlich vor Augen geführt.

TaMu
3 Monate zuvor

Ich mache das bei meinen U3 Kindern auch immer so: wenn nur noch 2 von 5 aus den Hochstühlchen stürzen, die Treppen herunterfallen, sich in Türen die Finger einklemmen und beim Spaziergang verloren gehen, atme ich tief durch und entspanne mich. Ich sehe dann Licht am Horizont und fühle, wie jetzt alles gut wird. Ich lockere dann die Maßnahmen, damit endlich wieder Normalität einkehren kann. Mit einem gewissen Risiko muss man leben lernen, auch die Kinder und ihre Eltern. Kinder lernen nun mal von Fall zu Fall und sind erstaunlich robust. Erwachsene muss man vor Stürzen schützen, indem man Warnschilder oder Geländer anbringt. Kinder verletzen sich häufig nur leicht und sind schnell wieder fit. Was für ein Glück! (Ironie? Ja klar doch!)

Indra Rupp
3 Monate zuvor

Ich frage mich, ob wirklich so wenig Leute gefährdete Angehörige (auch mit Impfung gefährdet!) haben. Oder sind die alle im Heim und werden eh nie besucht?

Ch.Wiechering
3 Monate zuvor

Durch die jetzige Welle wird es in 3 Monaten eine Welle von Diabetes 1 Fällen geben.
https://www.focus.de/gesundheit/news/ursachen-noch-voellig-unklar-drei-monate-danach-diese-krankheit-tritt-nach-covid-peak-besonders-haeufig-auf_id_43185027.html

Da nach einer Erkrankung, sei es Grippe oder COVID-19 persistierende Viren in den Organen zurückblieben können, ist es wichtig, diese so schnell wie möglich komplett zu Eliminieren, damit sie keine weiteren Schäden anrichten.

Bleiben Viren in der Bauchspeicheldrüse zurück, kann man an Diabetes Typ 1 erkranken, wenn nichts dagegen getan wird.

Der Grund dafür, dass Viren zurückbleiben, ist sehr wahrscheinlich eine Einstellung der Virenbekämpfung während der akuten Erkrankung. Bei denen die einen Vitamin-D Mangel haben, passiert dies zu dem Zeitpunkt, an dem Vitamin-D Vorrat im Blut aufgebraucht ist, da dieser Vitalstoff zwingend erforderlich zur Virenbekämpfung ist.
Studie Universität Kopenhagen:
„…Ist eine T-Zelle mit einem Krankheitserreger konfrontiert, fährt sie eine Art Signaleinrichtung oder „Antenne“ – einen Vitamin-D-Rezeptor – aus, mit dem sie nach dem Vitamin sucht. Die T-Zelle benötigt das Vitamin D also dringend. Fehlt es, wird die Aktivierung der Zelle eingestellt. Kann die T-Zelle nicht auf ausreichend Vitamin D im Blut zugreifen, findet nicht mal ansatzweise eine Mobilisierung statt.“
https://cordis.europa.eu/article/id/31850-more-sun-means-a-better-immune-system/de

Sind erst Viren in den Organen, hilft nach ein, nach heutigem Stand guter Vitamin-D Wert, von 30ng/ml, nicht aus, um die persistierende Viren relativ schnell zu zerstören. Dazu sind 25 OH Werte > 50ng/ml notwendig.

Besser ist es, kein Kind hat einen Vitamin-D Mangel, damit es gar nicht erst dazu kommt.
Hier eine Publikation zur Anreicherung von Milch mit Vitamin-D im Zusammenhang mit geringer werdender Zahl von Typ-1-Diabetes Fällen in Finnland.
„Bremst Vitaminmilch Diabetes aus?“
https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Bremst-Vitaminmilch-Diabetes-aus-270123.html

Das sich das aber wohl nicht verhindern lässt, ist es auf jeden Fall empfehlenswert, im Falle dessen, dass sich ein Kind nicht sehr schnell von einer Erkrankung erholt, diesen zu prüfen oder pauschal Vitamin-D zu Supplementieren.
2teres ist meiner Meinung nach die günstigere Variante und auch bessere Variante, da es vorkommen kann, das trotz eines guten Verlaufes Viren zurückblieben.

Von einem der führenden Ernährungsmedizinier Deutschlands wird dies ohnehin für alle Kinder empfohlen.
Deutsche Apotheker Zeitung: „Vitamin-D-Mangel bei Kindern ist häufig“
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2021/09/06/vitamin-d-mangel-bei-kindern-ist-haeufig

In der Hoffnung das dies ein paar Kinder vor Diabetes 1 bewahrt
Christian Wiechering
Kiel

Lehrer mit Seele
3 Monate zuvor

Ich denke man sollte endlich lernen beide Seiten zu sehen. Ja infektologisch ist Omnikron ein Monster. Ist es irgendwo drin, ist es kaum noch zu bremsen. Das ist so und muss anerkannt werden. Dass Omnikron trotz Immun Escape Variante in fast 100% für einen milderen Verlauf sorgt, ist ebenfalls Fakt. Fakt ist aber auch, dass wir 4 Millionen Kinder unter 5 Jahren haben, die wir nicht impfen können, Fakt ist, dass politische Aussagen bis hin zur Termin Vergabe für Kinderimpfungen gespickt waren mit Falschaussagen und Hürden für finanziell schwache Familien (z.B. durch sehr lange Anfahrtswege). Fakt ist weiterhin, dass Kitas und Schulen nach fast zwei Jahren nicht ansatzweise die Schutzmaßnahmen bekommen haben, die dafür sorgen würden, dass die Chancen auf Zeit bis zur Zulassung des Impfstoffes gewonnen werden könnte.

Und ganz pervers. Fakt ist, dass die Nicht Handlungen zum Schutz von Kindern mit der Öffnung von Großveranstaltungen -mehrheitlich für Erwachsene – begründet wurden, die das Infektionsgeschehen noch weiter angeheizt haben.

Schlussenslich ist auch Fakt, dass viele Politiker sich durch grobe Unkenntnis der Materie mit Falschaussagen wie zu „was bedeutet der R-Wert“ bis zu „Oberstufenschüler haben alle ein technisch sehr gut ausgestattetes Zimmer für sich alleine“ offensichtlich disqualifiziert haben und dies einfach von der Mehrheit der Menschen hingenommen wird.

Und begeistert singen wir den Kälbermarsch von Kurt Weill