Lehrerverband fordert schnelles Impfangebot für die Flüchtlingsfamilien

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HANNOVER. Die nach Niedersachsen geflüchteten Kinder aus der Ukraine sollen alle ein Betreuungs- beziehungsweise Bildungsangebot bekommen. Dabei werde den Kita- und Schulträgern vor Ort in der akuten Notlage maximale Flexibilität ermöglicht, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) in Hannover vor Landtagsabgeordneten des Kultusausschusses. Der VNL weist darauf hin, dass die Flüchtlingskinder und ihre Familien zumeist nicht geimpft sein dürften.

Den geflüchteten Familien müsse schnell ein Impfangebot unterbreitet werden, meint der VNL. Foto: Shutterstock

«Wir haben funktionierende und etablierte Strukturen, um Kinder und Jugendliche aufzunehmen und sie zu fördern», erläuterte der SPD-Politiker. Die aktuelle Dramatik, Dimension und Dynamik der Fluchtbewegungen aufgrund des Krieges würden das System, so wie es ist, aber sehr schnell an Grenzen bringen.

Bei den neuen Betreuungs- und Unterstützungsangeboten sollen die zugereisten Erwachsenen eingebunden werden. «Es werden insbesondere viele Frauen mit einer pädagogischen Grundbildung unter den geflüchteten Ukrainerinnen sein, deren Kompetenz wir dringend nutzen müssen», sagte der Minister und nannte Lehrerinnen, Erzieherinnen, Musik- oder Theaterpädagoginnen, Wissenschaftlerinnen und Studierende.

„An den betroffenen Schulen sollten die Vorsichtsmaßnahmen wie regelmäßige Testungen und Schutzmasken beibehalten werden“

«Ihre Kompetenzen werden wir in die weiteren Planungen einbeziehen müssen und entsprechende Einstellungsangebote generieren», kündigte Tonne an. Es werde geprüft, sie als pädagogische Mitarbeiterinnen, Kulturvermittlerinnen, bestenfalls als Lehrerinnen beziehungsweise Quereinsteigerinnen einzustellen. «Es gibt keine Denkverbote in dieser Situation», betonte der Minister. Im Kita-Bereich gehe es vor allem darum, wie Platz in Gruppen geschaffen werden könne.

Die Schulen benötigen nach Auffassung des Verbandes Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL) zur Bewältigung der Herausforderung große personelle Unterstützung. Gleichzeitig müsse der Corona-Schutz gewährleistet bleiben, sagte Verbandschef Torsten Neumann am Freitag. Der Impfstatus der Geflüchteten liege bei etwa 35 Prozent. «Die Landesregierung muss umgehend dafür sorgen, dass die Geflüchteten ein Impfangebot erhalten. An den betroffenen Schulen sollten die Vorsichtsmaßnahmen wie regelmäßige Testungen und Schutzmasken beibehalten werden und entsprechende Impfangebote erfolgen», sagte Neumann.

Wie viele Kita- und Schulkinder bisher aus der Ukraine nach Niedersachsen geflüchtet sind, ist unklar. Das Land will deshalb ein neues Meldesystem etablieren. Kommende Woche sollen erste Zahlen aus den Schulen vorliegen. News4teachers / mit Material der dpa

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