Einschulungen: Trend zur Privatschule hat sich in der Corona-Krise deutlich verstärkt

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SCHWERIN. Nach vielen sonnenreichen Wochen neigen sich in Mecklenburg-Vorpommern die Ferien dem Ende entgegen. Als erstes öffnen sich die Türen der Schulen schon vor dem scharfen Schulstart für die Erstklässler. Dabei wird deutlich: Immer mehr Kinder beginnen ihre Schullaufbahn an einer Privatschule – innerhalb der vergangenen beiden Jahre hat sich deren Zahl fast verdoppelt.

Immer mehr Eltern wählen für ihr Kind den Notausgang aus dem staatlichen Schulsystem, in Mecklenburg-Vorpommern jedenfalls. Foto: Shutterstock

Bei den traditionellen Einschulungsfeiern schließen am Samstag in Mecklenburg-Vorpommern etwa 14.800 Mädchen und Jungen erste Bekanntschaften mit ihren Schulen und Lehrern. Ausgestattet mit Schultüte und Ranzen nehmen sie erstmals in ihren Klassenzimmern Platz. Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) wünschte den Erstklässlern in einer am Freitag verbreiteten Mitteilung einen guten Start und viel Freude beim Lernen.

«Der erste Schultag ist ein ganz besonderer Tag für alle Kinder, Eltern und Großeltern. Zum ersten Mal gehen die Mädchen und Jungen mit Schulranzen und Schultüte in die Schule. Darauf haben sie sich schon lange gefreut und sie sind stolz, endlich Schulkinder zu sein», sagte Oldenburg, die am Samstag in Grevesmühlen (Nordwestmecklenburg) an Einschulungsfeiern teilnehmen will.

Von den knapp 15.000 Erstklässlern werden laut Bildungsministerium etwa 1800 ihre Schullaufbahn an einer Schule in freier Trägerschaft beginnen. Damit verstärkt sich der Trend, dass im Nordosten Eltern immer häufiger ihre Sprösslinge nicht auf öffentliche, sondern auf private Schulen schicken. Im Schuljahr 2020/21 waren es laut Statistikamt 1082, zum Schulstart 2003 rund 330.

Eine vorgezogenen Feier gab es bereits am Freitag in Rostock. Vor dem Ostseestadion, Spielstädte des Fußball-Zweitligisten Hansa Rostock, verteilten Mitarbeiter des Vereins und der Krankenkasse IKK etwa 3000 kleine Schultüten an Kinder. Darin unter anderem: Bleistift, Malblock, Schlüsselband und Traubenzucker. Der jüngste Hansa-Fannachwuchs konnte sich auch im Torwandschießen üben.

Innenminister Christian Pegel (SPD) appellierte an die Kraftfahrer, zum Schulstart besonders aufmerksam zu sein und rücksichtsvoll zu fahren. «Kinder sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer und sie sind vom Vorbild und der Anleitung der Erwachsenen abhängig. Je jünger sie sind, desto schwieriger fällt es ihnen, in der komplexen Verkehrswelt zurechtzukommen», sagte Pegel. Er kündigte für die kommenden Wochen verstärkte Maßnahmen zur Verkehrsüberwachung im Umfeld von Schulen an. Neben der Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit werde auch das richtige Angurten der Kinder im Auto kontrolliert.

«In der Lehramtsausbildung brechen viel zu viele Studierende ab»

Laut Pegel verunglückten im Jahr 2021 auf Mecklenburg-Vorpommerns Straßen 541 Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren. Auf dem Weg zur Schule oder von dort nach Hause ereigneten sich 65 Verkehrsunfälle und damit 19 mehr als im Jahr davor.

Nach dem letzten Ferienwochenende beginnt am Montag in Mecklenburg-Vorpommern für rund 195.400 Schülerinnen und Schüler wieder die Schule. Nach Angaben Oldenburgs kann der Unterricht weitgehend ohne Beschränkungen starten. Das bisherige Drei-Phasen-Modell, nach dem bei einem besonders schweren Corona-Ausbruch an einer Schule dort auch wieder zum Fernunterricht gewechselt würde, bleibe auch im neuen Schuljahr gültig.

Eine besondere Herausforderung wartet auf Schulen, in denen viele Kinder und Jugendliche aus der Ukraine unterrichtet werden. Oldenburg zufolge soll es an ausgewählten Schulstandorten für diese Schüler Vorklassen geben, in denen vor allem Deutsch gelehrt wird. Zum Ende des vorigen Schuljahres waren laut Ministerium an den Schulen des Landes knapp 3000 ukrainische Schülerinnen und Schüler registriert.

Im Gespräch mit dem NDR räumte Oldenburg ein, dass die Besetzung der Lehrerstellen nach wie vor Probleme bereite. Einstellungsverfahren dauerten mitunter ein halbes Jahr. «Das ist einfach viel zu lange. Da müssen wir zügiger werden», sagte die Linken-Politikerin. Zudem beklagte sie, dass zu wenige Lehrer-Studenten den Weg bis vor die Klassen durchhielten: «In der Lehramtsausbildung brechen viel zu viele Studierende ab», konstatierte die Ministerin. Doch sei es dem Land gelungen, so viele Lehrer neu einzustellen wie seit 2015 nicht mehr, so dass sie dem Schulstart mit Zuversicht entgegensehe. News4teachers / mit Material der dpa

Unterrichten an einer Privatschule: „Wir können gezielter auf die Bedürfnisse der Schüler eingehen“ – eine Lehrerin berichtet

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29 Kommentare
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Jörg H.
1 Monat zuvor

Auch an den staatlichen Schulen haben schon längst die Eltern das Sagen. Vor deren Kritik und Beschwerden zittern doch alle.
In der Wählerschaft gibt es eben mehr Eltern als Lehrer und das zählt für Politiker. Eltern sollen sich im realen Schulleben ernst und wichtig genommen fühlen, die Lehrer kriegen dagegen nur fromme Sprüche über ihre wichtige Arbeit und hohe Belastung ab.

Heute noch Lehrer mit Rückgrat zu sein und aus Überzeugung gegen unselige Strömungen zu schwimmen, macht die Politik fast unmöglich. „Nirgendwo wird so viel geheuchelt wie im Bildungswesen“, sagte schon vor gut 20 Jahren der Bestseller-Autor im Vorwort seines Buches „Bildung – Alles, was man wissen muss“.

Dass Privatschulen (von speziellen Sonderschulen bis hin zu Gymnasien mit verschiedenen Schwerpunkten) Elternwünschen nachkommen, ist wenigstens offen und ehrlich. Und die große Nachfrage bestätigt das Konzept. 

Privatschulen setzen auf ein gegliedertes Schulsystem, das staatliche Bildungswesen dagegen auf „Eine Schule für alle“, weil diese Lösung angeblich „gerechter“ sei. Welch ein Unsinn! Indem alle Kinder über einen Kamm geschoren werden, wird man keinem Kind mehr gerecht – auch nicht mit „innerer Differenzierung“, die für Lehrer bekanntlich sehr arbeitsaufwändig ist und zudem nur unzureichend funktioniert.

Carsten60
1 Monat zuvor

„Als Nachteil der hohen Abiturquote wurde das sinkende fachliche Niveau im Gymnasium genannt. Um eine möglichst hohe Allgemeinbildung für möglichst viele Schüler zu gewährleisten und gleichzeitig ein Abitur auf hohem fachlichem Niveau zu ermöglichen, wäre wie in anderen Ländern ein Abitur (!) auf unterschiedlichen Niveaustufen (!!) sinnvoll.“

Das sagt der Mathematikdidaktiker Hans-Dieter Sill (Rostock) in einer Zeitung der Rostocker Linkspartei (!) auf Seite 12:

https://www.dielinke-rostock.de/fileadmin/kreise/rostock/user/upload/KLARTEXT_Dezember_2016.pdf

Dieser Vorschlag sollte vielleicht mal näher diskutiert werden.

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Dann kann man auch gleich dieses Abitur auf niedrigerem Niveau nach Klasse 10 ansetzen. Das ist somit nichts anderes als das ehemalige duale Ausbildungssystem, das aber dem Bologna-Beschlüssen zum Opfer fiel.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Man könnte auch — das würde der Intention aus dem Link eher entsprechen — alle Schulformen des gegliederten Schulsystems auf 12 Jahre ansetzen, aber mit Abschlüssen, die im Anspruchsniveau abgestuft sind. Dann könnten die Haupt- und Realschüler mehr Allgemeinbildung erwerben, was ja wünschenswert wäre. Und das Abitur als Einheitsabschluss zum Discount-Tarif wäre vermieden. Bekanntlich sind ja auch die Lerngeschwindigkeiten der einzelnen Individuen sehr unterschiedlich.

Georg
1 Monat zuvor

Bei wie vielen Kindern hatten die Eltern keine Wahl, weil die einzige Grundschule im Umkreis einen privaten Träger hat? Wie viele der privaten Grundschulen sind ehemalige staatliche Schulen, die das Land wegen des demographischen Wandels aus Kostengründen aufgegeben hat? Insbesondere letztere Schulen muss man rausrechnen und auch längere Zeiträume als die vergangenen drei Jahre berücksichtigen.

Hortus Megabombus
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

Das stimmt genau. Im ländlichen Raum in Ostdeutschland wurden in den letzten Jahrzehnten viele Schulen geschlossen. Immer wieder gründeten dann Elterninitiativen an ihrer Stelle kleine Privatschulen. Das sind allerdings oft solche, die deutlich schlechtere Gehälter zahlen als die staatlichen.

Alla
1 Monat zuvor

In MV sind von den insgesamt 267 Grundschulen 42 in privater Trägerschaft. Unter diesen gibt es 1 Internationale Schule, 3 Montessorischulen und 18 Schulen in kirchlicher Trägerschaft. Waldorfschulen habe ich nicht gefunden. Allerdings habe ich auch nur die gezählt, die evangelisch/christlich oder Montessori/Waldorf im Namen führen.
15,7% der GS in MV sind also Privatschulen.

In SH sind von den insgesamt 463 Grundschulen 19 in privater Trägerschaft. Unter diesen gibt es 1 Internationale Schule, 11 Waldorfschulen und 2 Schulen in kirchlicher Trägerschaft.
4,1% der GS in SH sind also Privatschulen.

Was ist los, Meck-Pom? Unterstützt jetzt gerade eine linke KM den Ausbau der Privatschulen? Oder warum gibt es knapp 4mal so viele private GS in MV wie in SH mit einer CDU – KM?

Ich bin verwirrt….

Last edited 1 Monat zuvor by Alla
Alla
1 Monat zuvor
Antwortet  Alla

Und noch interessant:

In einem Bundesland wie MV, in dem sich nur 17,8% (2020) der Menschen einer der beiden Amtskirchen zuordnen, sind 6,5% der GS in kirchlicher Trägerschaft. (Und das sind ja nur die GS, in denen es ausdrücklich im Namen der Schule erwähnt wird. Eine GS mit dem Namen ‚Christopherusschule‘ könnte durchaus auch einen kirchlichen Träger haben.)

In einem Bundesland wie SH, in dem sich 48% (2020) der Menschen einer der beiden Amtskirchen zuordnen, sind 0,4% der GS in kirchlicher Trägerschaft.

Wie kann es sein, dass in einem eigentlich wenig „religiösem“ BL wie MV der Bedarf an christlichen Schulen 16,25 mal höher ist als in einem vergleichsweise „religiösem“ BL wie SH mit knapp 3mal so vielen Christen?

Last edited 1 Monat zuvor by Alla
Hortus Megabombus
1 Monat zuvor
Antwortet  Alla

Sie müssen nicht verwirrt sein, Sie finden die Antwort in dem Kommentar, den ich gerade eben schrieb. Der Kern daraus:
„Im ländlichen Raum in Ostdeutschland wurden in den letzten Jahrzehnten viele Schulen geschlossen. Immer wieder gründeten dann Elterninitiativen an ihrer Stelle kleine Privatschulen…“

Hortus Megabombus
1 Monat zuvor

Dass in der Lehrerausbildung zu viele Studenten vorzeitig abbrechen, ist einer der wirklichen Gründe für den Lehrermangel.

Es sollte aber eigentlich kein Problem sein, bei uns gilt die Freiheit der Berufswahl, es sollten nur deutlich mehr Studienplätze bereitgestellt und deutlich mehr Interessenten geworben werden, damit am Ende so viele übrig bleiben, wie man sie braucht.

Die jetzigen Maßnahmen, wie Verbeamtung und A13, nützen fast ausschließlich den Lehrern, die ja schon Lehrer sind. Die müssen zumindest nicht dafür geworben werden, Lehrer zu werden. Sprich, die jetzigen Maßnahmen tragen nur sehr wenig zur Beseitigung des Lehrermangels bei.

GS in SH
1 Monat zuvor

In meinem Umfeld nehme ich wahr, dass viele junge Leute sich gegen ein Lehramtsstudium entscheiden.

Dafür nennen sie besonders 3 Gründe, die allerdings miteinander zu tun haben:

1. Lehrer haben ein schlechtes Renomee! Getoppt wird es allenfalls von Politikern, Bankern und Gebrauchtwagenhändlern! Ingenieure, Ärzte/Pfleger, ITler, „irgendwas mit Medien“, Handwerker/Techniker, Juristen, BWL’ler … haben ein höheres Ansehen.

2. Warum soll ich mir eine so lange Ausbildung antun (immerhin 7 Jahre, in denen nur die Referendarzeit, wenn auch unter Mindestlohn, bezahlt wird), um hinterher nicht nur kaum Aufstiegschancen zu haben, sondern auch noch dauernd von Schülern, Eltern und dem (einzigen) Dienstherrn gemobbt zu werden? (Jaja, unsere snowflakes!)

3. Bei Lehrerkindern kommt -aus eigener Erfahrung- auch die fast unbegrenzte Arbeitszeit, die hohen eigenen Ausgaben für Unterrichts-/Büromaterial, keine Unterstützung z.B. für Diensthandys, Bahncard, Gesundheitsschutz… dazu.

Last edited 1 Monat zuvor by GS in SH
Hornveilchen
1 Monat zuvor
Antwortet  GS in SH

Meine Steuerberaterin sagt, Lehrer kommen mit Schuhkartons voller Quittungen. Die rechnen jeden Bleistift und jeden Radiergummi bei der Steuer ab.

Im Status meiner Kollegen sehe ich in den Ferien lauter tolle Reisebilder. Keiner macht was für die Schule.

Übrigens bekommen Lehrerstudenten in Referendariat nicht nur eine Vergütung (sie arbeiten auch noch nicht voll, bei mir waren es 12 statt 28 Unterrichtsstunden, meist betreut), sie bekommen auch die gesamte Ausbildung (7 Jahre rund) kostenlos vom Staat finanziert!

Last edited 1 Monat zuvor by Hornveilchen
GS in SH
1 Monat zuvor
Antwortet  Hornveilchen

Mein Schwager ist Arzt in einem Krankenhaus. Und er kommt nicht mit Schuhkartons voller Quittungen zum Steuerberater. Er muss keine einzige Spritze, Kanüle, kein Pflaster, keine Maske oder Handschuhe, kein was-auch-immer er zur Ausübung seines Berufes braucht, aus eigener Tasche bezahlen! Sein privater Laptop, sein privates Handy ist komplett frei von allem Dienstlichen, selbst von E-Mails. Er hat noch nie einen Krankenbericht auf seinem privaten Drucker ausgedruckt.
Ebenso bekommt er die Jahreskarte vom Verkehrsverbund, die er auch außerhalb der Arbeitszeit nutzen kann, vom KH gestellt.
Und,Wunder über Wunder, seine Ausbildung wurde kostenlos vom Staat finanziert.

Last edited 1 Monat zuvor by GS in SH
Hornveilchen
1 Monat zuvor
Antwortet  GS in SH

Kein Lehrer muss sich das Klassenbuch selber kaufen oder die Tafel, die Kreide, den Lehrertisch oder den Stuhl, den CD-Player, die CDs zum Lehrwerk, den Kopierer oder das Kopierpapier (wenn er das nicht selber will)…

Bringt Ihr Arzt-Bekannter auch Quittungen für Kugelschreiber, Bleistift und Radiergummi zur Steuererklärung mit?

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Hornveilchen

Klassenbuch, Kreide und CDs würde ich nicht so sagen … Da kenne ich durchaus Fälle.
Drucker und Kopierpapier ebenfalls, falls man daheim mal drucken will/muss. Denke das ist nicht gerade unüblich?
Ich hab auch einige Privat-Lizenzen für Materialien usw. … Das vereinfacht mir die Unterrichtsvorbereitung.

In meiner Ausbildung musste ich allerdings gar nichts selbst zahlen.
In meinen (Neben-)Jobs bisher auch nicht. Egal ob Bandarbeit, an der Uniklinik oder in der Nachmittagsbetreuung.

Ich kenne aus meinem Bekannten-, Freundes- und Familienkreis auch kaum jemanden, der seine Arbeitsgegenstände selbst zahlen muss.

Das kann sogar ich beantworten: Ne, das wird er nicht – das wird ja auch nicht privat angeschafft….

Auch mal ein Beispiel zu ihrem „Lehrertisch und Tafel“: Kein Pilot muss sich das Flugzeug und die Landeplätze/Flughäfen selbst kaufen … Warum sollte dann der Lehrer eine ganze Schule kaufen?

Emma
1 Monat zuvor
Antwortet  Hornveilchen

Aber natürlich zahlen Lehrer CD Player, CDs, Lehrwerke, Materialien etc. Viele meiner Kollegen haben sich auch einen Stuhl gekauft.
Wahrscheinlich ist dies von Schule zu Schule verschieden,aber sie argumentieren schon in einer sehr negativen, respektlosen und unangenehmen Art und Weise.
Auch ich kaufe mir Materialien für die Schule und reiche sie nicht ein, weil man diese Ausgaben sowieso erst ab einer gewissen Höhe absetzen kann.
Und wenn die Lehrer ihres Steuerberaters mit Kartons voller Quittungen kommen, sind dies sehr engagierte Menschen, die wohl sehr viel privates Geld in ihre Arbeit stecken, was sie nicht müssten. Und durch die Steuer bekommt man eh nur einen Bruchteil zurück.
Ich erlebe immer wieder, dass Kollegen privat Materialien kaufen, um den Unterricht zu bereichern. Das selbe habe ich auch bei Erzieherinnen, Logopäden oder anderen sozialen Berufen erlebt. Dafür können wir dankbar sein und ihnen nur wünschen, dass sie einen Teil des Geldes zurück erhalten.
Oh man…

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Hornveilchen

Aber sämtliche Unterlagen, Computerausstattung, generell alles zur Unterrichtsvorbereitung schon.

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  Hornveilchen

Stimmt. Muss ich nicht kaufen. Hab ich dann eben nicht, mach ich dann eben nicht. Mein Arbeitszimmer muss ich selbst einrichten. In der Schule habe ich eine Stuhl und 50x50cm Tisch, enorm viel Platz. Ich geb dann einfach auch keine Kopien mehr raus, soll die 5. Klasse zur Übung doch einfach das ganze Skelett und alle Innereien abzeichnen und dann beschriften in der Klassenarbeit. Macht die Korrektur wesentlich schneller, denn mehr als 2 Aufgaben schaffen die dann auch nicht mehr. Ach neeee, Korrektur mach ich gar nicht mehr, denn ich mag mir auch meine Rotstifte nicht mehr selbst kaufen. Tschüss digitales Material, denn Scanner mag ich auch nicht kaufen und teures Zeug von den Verlagen erst recht nicht. Mensch, die Unterrichtsplanung und Der Unterricht werden ein richtiges Fest für alle… Danke, für den Tipp, dass ich mir das einfach bloß alles nicht mehr kaufen muss, weil ich keine Lust drauf habe.

dauerlüfterin
1 Monat zuvor
Antwortet  Hornveilchen

Und das ist alles, was Sie zur Ausübung des Lehrerberufs benötigen? Schön für Sie.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Hornveilchen

Sie sind kein*e Lehrer*in!!!

Leseratte
1 Monat zuvor
Antwortet  Hornveilchen

Stellen Sie sich mal vor: Wir haben bis vor einigen Jahren sogar sämtliche Klassenfahrten, Studienfahrten ins Ausland usw. aus eigener Tasche bezahlt! Ansonsten hätten die Fahrten nicht stattfinden können.
Es hat sehr lange gedauert, bis sich das geändert hat..

https://www.tlv.de/presse/verzicht-auf-reisekostenerstattung-fuer-klassenfahrten-durch-lehrkraefte-ist-rechtsunwirksam/

GS in SH
1 Monat zuvor
Antwortet  Hornveilchen

„Übrigens bekommen Lehrerstudenten in Referendariat nicht nur eine Vergütung (sie arbeiten auch noch nicht voll, bei mir waren es 12 statt 28 Unterrichtsstunden, meist betreut),“

Warum bei Ihnen die 12 Unterrichtsstunden meist betreut stattfanden, kann ich natürlich nicht sagen. So etwas ist unüblich! Normalerweise bekommt die Mentorin eine Stunde zur Hospitation! Und selbst diese kann, wie die meisten Lehrer wissen, nicht immer stattfinden (Vertretung!) und weitere Betreuung schon mal gar nicht!
Die Mitarbeit bei Klassenleitungsfunktionen inkl. Elternabenden, Elterngesprächen, dem Erstellen von Förderplänen für I-Kinder,
die Teilnahme an allen Lehrerkonferenzen, sowie der entsprechenden Klassen-/Zeugniskonferenzen,
die Mitarbeit an mindestens einer Fachkonferenzleitung inkl. mindestens einem Vortrag zur Fachdidaktik/ -methodik,
die selbständige Organisation mindestens eines Ausflugs/Unterrichtsganges, sowie die Mitorganinsation und Teilnahme an mindestens einer einwöchigen Klassenfahrt,
die Mitarbeit am Schulprogramm und in mindestens einer weiteren Arbeitsgruppe, ……
all das wird dokumentiert und benotet.
Und wer eine 1 bekommen will tut gut daran, sich noch darüber hinaus zu engagieren, z.B. durch das Anbieten einer AG.
Wie Sie es mit gerade mal 12 meist betreuten Unterrichtsstunden durch die Referendarzeit geschafft haben ist mir ein Rätsel. Bei uns wären sie gnadenlos durchgefallen, wären nicht einmal zur Prüfung zugelassen worden!

Und bei Ihnen nehmen die Kollegen ihren Urlaub in den Ferien? Und verreisen dann sogar? Das ist natürlich geradezu sträflich! Pfui!

„Lehrer kommen mit Schuhkartons voller Quittungen. Die rechnen jeden Bleistift und jeden Radiergummi bei der Steuer ab“

Da frage ich mich doch, woher haben die Lehrer die Quittungen? Haben sie die Dinge vielleicht selbst gekauft? Mein verstorbener Mann war Ingenieur und hatte nicht eine einzige Quittung für Büromaterial, Fachzeitschriften, oder Ähnlichem. Weil er alles vom Arbeitgeber gestellt bekam! Er konnte noch nicht einmal die Fahrt-/Übernachtungskosten und Teilnehmergebühren für Fortbildungen absetzen, weil alles vom Arbeitgeber eins zu eins übernommen wurde, inkl. der Tagespauschale. Die Werbekostenpauschale stand ihm, wie jedem abhängig Beschäftigten, natürlich trotzdem zu.

Carsten60
1 Monat zuvor

„… deutlich mehr Interessenten geworben werden“
Dieser Schuss kann nach hinten losgehen. Interesse kann man nicht befehlen, und wenn allzu penetrant für etwas geworben wird (auch die Offizierslaufbahn gehört dazu, der Handel wirbt auch um Azubis), dann denken die Leute erst recht, dass das unattraktiv ist, und sehen sich erstmal nach was anderem um. Man könnte das nur lenken durch Beschränkung der Zahl der Plätze in anderen Bereichen. Aber das würde wieder „Parkstudenten“ hervorbringen, also ist der Effekt nicht gesichert.

Ich muss da mal was loswerden
1 Monat zuvor

Trend zur Privatschule verstärkt – ja, das ist ein Trend den man auch in Dritte-Welt-Ländern festgestellt hat…Deutschland im Bildungswesen ein Dritte-Welt-Land?

klm
1 Monat zuvor

So ein Quatsch! In anderen westlichen Ländern (z.B. Italien) gibt es viel mehr Privatschulen.

Ich muss da mal was loswerden
1 Monat zuvor
Antwortet  klm

Viel mehr als öffentliche Schulen? Oder mehr als bei uns? Italien ist zuletzt ebenfalls trendmäßig eher Richtung zweite Welt einzuordnen…

Bla
1 Monat zuvor

„auch …“
Vielleicht wollen die Dritte-Welt-Länder AUCH eine bessere Bildung?
aber nicht nur diese, denn „auch“ nicht Dritte-Welt-Länder sind bei Privatschulen recht weit oben dabei.
EU- Vergleich:
https://www.privatschulen-vergleich.de/informationen/statistiken/privatschulen-in-eu-laendern.html

https://www.privatschulen-vergleich.de/informationen/welches-land/privatschulen-in-den-niederlanden.html

Was wollen Sie daher mit ihrem Kommentar bezwecken/aussagen?
Oder sind das „auch“ alles im Bildungswesen Dritte-Welt-Länder?

Last edited 1 Monat zuvor by Bla
Ich muss da mal was loswerden
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Hey, das ist ein super Link, danke! Hilft auch klm oben den Vergleich zwischen Deutschland und Italien besser zu ziehen. Denn so „viel mehr“ Privatschulen gibt es da jetzt nicht, oder?

In dem Chart sieht man leider kein einziges Dritte-Welt Land. Ich sehe meine Aussage im übertragenen Sinne: wir sind ein Entwicklungsland im Bildungswesen. Mittlerweile.

Bla
1 Monat zuvor

Gerne.
Aber das liegt doch nicht an den Privatschulen? Darum geht es mir. Wo soll hier eine Kausalität sein (Dritte-Welt-Länder und Privatschulen und schlechtere Bildung)

Die vermehrt schlechteren Rahmenbedingungen sind politisch gemacht. Viele LuL/Eltern/SuS flüchten an Privatschulen mit der Hoffnung, dass es dort besser ist/geht. Ob das so ist, liegt wohl im Einzelfall jeweils.

Die Sachen wie „Fairness“ und „Privilegien“ bei Privatschulen kritisch zu sehen und anzusprechen … Ja, das kann man und ist meiner Meinung nach auch berechtigt. Hier sollte man aber alle/mehrere Seiten (Pro/Kontra) dann sehen/erwähnen. Aber ein „weniger“ an Bildung? Das sehe ich eher schwieriger. Dafür gibt es meines Wissens nach auch keine (eindeutigen) Belege/Beweise oder auch nur Anzeichen, dass Privatschulen die Bildung in Deutschland nach unten bringen.
Zumindest nicht, wenn der Staat auch mal Geld in die Hand nehmen würde und die Rahmenbedingungen an Regelschulen zudem verbessern würde. (Politisch gemachtes Problem)