Europaweite Studie: Nur wenige Lehrkräfte sehen in Digitalisierung Hilfe für besseren Unterricht – Skepsis in Deutschland am größten

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DÜSSELDORF. Von einer breiten Woge der Begeisterung kann keine Rede sein: Lehrkräfte zeigen sich mehrheitlich skeptisch gegenüber den segensreichen Wirkungen der Digitalisierung von Schule – in elf Ländern Europas. In Deutschland ist die kritische Haltung besonders deutlich ausgeprägt. Lediglich 17 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer hierzulande sehen in digitalen Lernmedien eine Hilfe, um die schulischen Leistungen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Das sind die Ergebnisse einer neuen internationalen Studie.

Lehrkräfte zeigen sich wenig optimistisch, was die Möglichkeiten der Digitalisierung betrifft. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Lehrkräfte in Europa sind sich weitgehend einig: Die Schulen sind dafür verantwortlich, die Kompetenzen für die Zukunft – die sogenannten „21st Century Skills“ – der Schüler:innen zu fördern, zu denen u.a. digitale Kompetenzen gehören. Eine IPSOS-Befragung von 3.082 Lehrer:innen in elf europäischen Ländern im Auftrag der Vodafone Group Foundation verdeutlicht, dass Schulen im europäischen Ländervergleich jedoch sehr unterschiedlich darauf vorbereitet sind, eine Kultur der Digitalität im Klassenzimmer zu gestalten.

Die Umfrage fand in elf Ländern statt: Albanien, Deutschland, Großbritannien, Griechenland, Ungarn, Italien, Niederlande, Portugal, Rumänien, Spanien und der Türkei. In etlichen Bereichen der digitalen Bildung gibt es große Unterschiede zwischen den Ländern. Beispielsweise schätzen Lehrkräfte aus Griechenland, Spanien und Portugal ihre digitalen Lehrkompetenzen deutlich höher ein als deutsche Lehrkräfte, die im europäischen Vergleich auf den hinteren Plätzen liegen.

„Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass sich nicht alle Lehrkräfte abgeholt und gestärkt fühlen, wenn es um digitalen Unterricht geht“

„Die Lehrkräfte in Deutschland sind ganz besonders seit dem Frühjahr 2020 vor enorme Herausforderungen gestellt worden, wenn es um digitalen Unterricht geht. Viele haben die Umstellung schnell gemeistert. Die Ergebnisse unserer Studie zeigen jedoch, dass sich nicht alle Lehrkräfte abgeholt und gestärkt fühlen, wenn es um digitalen Unterricht geht. Und ein Großteil erkennt noch nicht die vollen Potenziale, die guter digitaler Unterricht bieten kann“, erklärt Matthias Graf von Kielmansegg, Geschäftsführer der Vodafone Stiftung Deutschland. „Wir wollen die nächste Generation junger Menschen erfolgreich auf die Herausforderungen einer immer komplexeren Welt vorbereiten. Dafür müssen wir Lehrkräften die Möglichkeit geben, zu erleben, dass guter digitaler Unterricht tatsächlich eine Hilfe und Unterstützung und keine Zusatzlast ist.“

Trotz der Umstellung auf digitales Lehren und Lernen in Zeiten von Schulschließungen während der Corona-Pandemie zeigt die Studie, dass die digitalen Kompetenzen der europäischen Lehrer:innen sehr unterschiedlich ausgeprägt sind. In Deutschland stufen nur 38 Prozent der Lehrkräfte (48 Prozent im europäischen Vergleich) ihre digitalen Kompetenzen als hoch ein. 24 Prozent der befragten deutschen Lehrkräfte geben an, dass sie wenig oder gar keine Erfahrung mit der Nutzung digitaler Technologien im Unterricht haben. Bei der Vermittlung digitaler Kompetenzen durch Schulen sind die in Deutschland befragten Lehrkräfte im Vergleich pessimistischer eingestellt: 45 Prozent äußern, dass ihre Schule aktuell nicht ausreichend ausgerüstet sei, um digitale Kompetenzen adäquat zu vermitteln (38 Prozent im europäischen Vergleich).

Quelle: Vodafone Stiftung

Nur eine Minderheit der Lehrkräfte spricht digitalen Technologien und Medien die Fähigkeit zu, den Unterricht generell effektiver zu machen und sie bei ihrer Lehrtätigkeit zu entlasten. Zwar geben 57 Prozent der Lehrkräfte an, dass ihre Schüler:innen durch digitale Technologien einen besseren Informationszugang erhalten. Aber nur ein Drittel schätzen sie als geeignetes Instrument im Unterricht ein, um Schüler:innen mit unterschiedlichem Lerntempo und Lernstärken auf ein ähnliches Niveau zu bringen. Lediglich 17 Prozent sehen in ihnen eine Hilfe, um die schulischen Leistungen der Kinder und Jugendlichen zu verbessern und nur 15 Prozent das Potenzial, Kinder und Jugendliche mit besonderen Unterstützungsbedarfen besser zu fördern (33 Prozent im europäischen Vergleich).

Als größtes Potenzial digitaler Technologien erkennen Lehrerinnen und Lehrer die Mög
lichkeit, ihren Schüler:innen Zugang zu besseren Informationsquellen zu ermöglichen

und sie darin zu befähigen, sich selbst Kompetenzen für ihre Zukunft anzueignen.
Auch
Lehrkräfte in Deutschland (57 Prozent) teilen diese Meinung
. Zugleich sind nur 15 Prozent der Befragten in Deutschland davon überzeugt, dass durch den Einsatz digitaler Technologien auch Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf besser unterstützt werden können. Mit dieser Einschätzung liegen sie im europäischen Vergleich auf dem letzten Platz. 

Die Mehrheit der europäischen Lehrkräfte macht sich Sorgen über die Risiken, die digitale
Technologien für den Bereich des Lernens und Lehrens mit sich bringen. Ihre Bedenken

beziehen sich insbesondere auf ein zunehmendes Gefährdungspotenzial durch Desin
formation sowie die Schwächung traditioneller Fähigkeiten – wie Handschrift oder das
Lesen von Büchern – bei der heranwachsenden Generation.
In Deutschland befürchten
mit 65 Prozent unterdurchschnittlich viele Lehrkräfte das Risiko der Desinformation, wenn auch auf
recht hohem Niveau. Weitaus mehr Lehrkräfte hierzulande fürchten (79 Prozent), dass Kulturtechniken wie Handschrift oder das Lesen von Büchern an Relevanz verlieren.

78 Prozent der europäischen Lehrkräfte beklagen zudem, dass die Erwartungen der regionalen Regierungen an den digitalen Unterricht zu hoch und nicht realistisch sind – jedenfalls zum gegenwärtigen Stand. 

„Die wahrgenommenen Risiken, d. h. Sorgen, Ängste und Vorbehalte der Lehrkräfte, müssen ernst genommen und aufgegriffen werden

Im internationalen Vergleich fällt auf, dass Lehrkräfte in Deutschland den 21st Century Skills ihrer Schüler:innen (neben digitalen Kompetenzen u.a. Verantwortungsbewusstsein, Flexibilität und Resilienz) eine hohe, aber etwas geringere Relevanz zuschreiben als ihre europäischen Kolleg:innen. Auffallend wenig deutsche Lehrkräfte sehen im Einsatz digitaler Technologien die Möglichkeit, neben digitalen Kompetenzen auch weitere Zukunftskompetenzen zu fördern und so auf breitere Bildungsziele einzuzahlen.

Prof. Julia Knopf, Leiterin des Lehrstuhls Fachdidaktik Deutsch Primarstufe an der Universität des Saarlandes, kommentiert die Studienergebnisse: „Um die Potenziale digitaler Technologien im Unterricht gewinnbringend nutzen zu können,
müssen die wahrgenommenen Risiken, d. h. Sor
gen, Ängste und Vorbehalte der Lehrkräfte, ernst genommen und aufgegriffen werden. Lehrkräften muss dabei einerseits verdeutlicht werden, dass digitale Technologien analoge Möglichkeiten keineswegs verdrängen bzw. abschaffen, sondern vielmehr sinnvoll ergänzen sollen.“

Dass beispielsweise die Handschrift zugunsten digitaler Technologien verschwinde – wie viele Lehrkräfte in Deutschland befürchten -, sei mehr als unwahrscheinlich. Knopf: „Auch in einer smarten, adaptiven und vernetzten Lernumgebung wird es neben den digitalen Angeboten auch immer Stift und Papier geben. Kommende Generationen werden vielmehr analoge und digitale Möglichkeiten viel selbst verständlicher miteinander verbinden: Sie lesen und schreiben beispielsweise analog, werden aber digital dabei begleitet. Entsprechende Konzepte, die beides sinnvoll kombinieren, gibt es. Andererseits muss Lehrkräften in Fortbildungen vermittelt werden, wie sie mit Risiken der digitalen Technologien umgehen und wie den zuvor beschriebenen negativen Faktoren im Unterricht begegnet werden kann.“ News4teachers

Hier lässt sich die vollständige Studie herunterladen.

Prof. Julia Knopf im Interview: „Ich halte nichts vom Bashing auf die Schulen der vergangenen Jahre, dass alles zu langsam vorangeht.“

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CoronaLehren
18 Tage zuvor

Die ich rief, die Geister,/Werd ich nun nicht los.

Aus dem analog erstellten Faust.

Die Aufnahmefähigkeit der Mehrzahl der Schüler nimmt stetig ab, mal fünf Minuten zuhören geht nicht mehr – selbst und gerade in der Oberstufe nicht. Da nutzt auch kein Fünf-Minuten-Youtube-Video etwas, das dann auch noch am besten selbst erstellt wurde und womit sich die Katze in den Schwanz beißt.

Man wird sehen, wohin das führt.

Ich lerne jeden Tag etwas dazu mit unseren digitalen Fernsehern, die unter Android 8 laufen.

Lehrerin
17 Tage zuvor
Antwortet  CoronaLehren

Faust?!
Na, klar!!

Riesenzwerg
15 Tage zuvor
Antwortet  Lehrerin

Falsch zugeordnete „Zitate“ – auch beim guten Faust!

Der Zauberlehrling hat bestimmt nichts dagegen.

DerechteNorden
18 Tage zuvor

Ich empfinde die Digitalisierung als Bereicherung. Es gibt so viele tolle Dinge, die diese bietet.
Dabei bin ich eine mittelalte Frau, die selbst viel dazu lernen musste.

Georg
17 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Solange Sie die immensen Risiken, insbesondere das Ablenkungspotenzial gerade für die mit geringer Leistungsbereitschaft, nicht unterschätzen oder ignorieren, ist alles gut.

Ach ja: In der Grundschule hat der Kram nichts zu suchen, solange die Kinder nicht vernünftig und ausdauernd lesen, schreiben und rechnen können.

Last edited 17 Tage zuvor by Georg
Dörte Gebert
17 Tage zuvor
Antwortet  Georg

Das können sie mit den digitalen Medien gut lernen!

Lanayah
17 Tage zuvor
Antwortet  Dörte Gebert

Das ist auch meine Erfahrung. Manchmal habe ich den Eindruck, dass diejenigen, die Grundschullehrer/innen kein A13 gönnen, den Grundschüler/innen keine digitalen Medien gönnen.

Riesenzwerg
15 Tage zuvor
Antwortet  Lanayah

Was ich den Kids auch gönne, ist ein Lernen mit Kopf und Hand. Nicht nur mit dem Finger.

Riesenzwerg
15 Tage zuvor
Antwortet  Dörte Gebert

Wir sprechen uns in fünf Jahren wieder.

Dann sind die Kids mit den ersten Abschlüssen beschäftigt.

Bisher machen wir die Erfahrung, dass eben nicht gelernt wird.

Aufgabe Klasse 9 für die Projektpräsentation (Teil des ESA-Abschlusses): Recherchiere! (Thema vom Schüly freiwillig selbst ausgesucht!)

Schüly sitzt vorm Techner, schaut sich die Welt an. „Hast du was zu deinem Thema gefunden?“ „Ja.“ „Hast du das gelesen?“ „Nein.“

Copy and paste and fertig ist die Arbeit. Inhaltlich verstanden? Nö.

Diese Schülys haben allerdings noch mit der antiquierten Methode – Buch – lesen lernen müssen.

Hoffen wir, dass die Stromfresser deutlich besseren Einfluss auf die Leseleistung haben werden.

Leseratte
14 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Das ist sehr häufig auch meine Erfahrung. Im Kopf müsse man es nicht haben, nur wissen, wo es (im Netz) steht.

Georg
13 Tage zuvor
Antwortet  Leseratte

Sie haben die Kompetenzorientierung richtig verstanden.

StrichVorPunkt
15 Tage zuvor
Antwortet  Georg

Richtig. Wer nicht weiß, wie man digitale Medien gewinnbringend in der Grundschule einsetzen kann, sollte diesem „Kram“ fern bleiben.

Wenn man keine Ahnung hat, sollte man sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. 😉

Georg
13 Tage zuvor
Antwortet  StrichVorPunkt

Mir scheinen digitale Medien und Leistungsorientierung bei den normalen Schülern schwierig, bei schwachen Schülern nicht miteinander vereinbar zu sein. Bei den Guten ist es egal.

(gut, normal, schwach alles im Sinne von der Arbeitshaltung)

Ron
18 Tage zuvor

Deutsche Lehrer sind in Bezug auf digitalen Unterricht skeptisch, weil sie bereits seit Jahren (teils Jahrzehnten) Computerräume, Tablets oder Smardboards nutzen und dadurch durchaus zu einer realistischen Einschätzung über die Möglichkeiten dieser digitalen Geräte im Schulunterricht gekommen sind. Sie wissen zudem, dass die Chancen der digitalen Welt nicht selten durch jahrelanges Verschlafen der Behörden, durch ausufernde Datenschutzanforderungen oder Systemsicherheitsstandards zunichte gemacht werden.

laromir
17 Tage zuvor

Es wäre schon mal toll, wenn alle angemessen lesen und schreiben könnten. Vielleicht sollte man einfach daran mal arbeiten. Dann klappt es auch mit Text verstehen auch ohne Bildchen, Filme oder Apps

Jürgen Döll
17 Tage zuvor
Antwortet  laromir

Tja, unsere Kinder machen heute im Jahr 2022 Physikunterricht in der „Lernwerkstatt“ mit einem Papierbuch im Selbststudium zum Thema Bewegung und Kräfte. Genau NULL Digitalisierung, keine Videos, garnichts. Das löst wahre Begeisterungsstürme aus und weckt das Interesse an den MINT-Fächern. Naja, Hauptsache Papier und Text lesen… Unterricht wie vor 100 Jahren.

Ron
17 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Das dürfte dann wohl eher an Ihrer Schule liegen. Schafft der Kollege nicht, den Computerraum zu buchen und ein Experiment vorzubereiten?

potschemutschka
17 Tage zuvor
Antwortet  Ron

Wir hatten früher noch Fachräume für Physik und Chemie. Da haben wir noch selbst Experimente durchgeführt, mit realen Gegenständen und Chemikalien. Ist heute natürlich viel besser, wenn man dazu ein Filmchen gucken kann, stinkt nicht, raucht nicht und ist viel ungefährlicher. (Ironie könnte dabei sein.)

Streamer01
17 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Früher hatten die Lehrer aber auch keine >26 Schulstunden + die Anzahl Nebentätigkeiten + Masse an Bürokratie abzureissen.

uwe
16 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ja, gerade im Chemieunterricht sind Simulationen sehr viel ungefährlicher. In Physik kann man Dinge simulieren die in der Realität schlicht unmöglich sind. Und sie haben völlig unironisch recht: Ihr Physik und Chemiunterricht war im vergleich zu den heutigen Möglichkeiten schlecht.

Riesenzwerg
15 Tage zuvor
Antwortet  uwe

Und dennoch entwickelten sich daraus gute Wissenschaftlerys….

Mika
15 Tage zuvor
Antwortet  uwe

Sie meinen das ironisch, oder? Video/Simulation in Chemie ist besser als selbst machen? Und in Physik genauso? Wir sprechen über zugelassene Experimente? Ironie, kann gar nicht anders sein. Oder? Irritiert guck…

potschemutschka
15 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Ich fürchte, er meint das wirklich ernst. Wahrscheinlich hat er selbst in seiner Schulzeit nie richtigen! Fachunterricht in einem gut ausgestattetem Fachraum erlebt, mit echten, gut ausgebildeten Fachlehrern für Physik und Chemie. Dann verstehe ich ihn sogar, denn nur mit dem Buch lernen ist in diesen Fächern wirklich langweilig. Ich jedenfalls habe diesen Fachunterricht damals geliebt. Vor allem, wenn mal irgendetwas nicht nach Plan lief (in diesen Stunden haben wir das meiste gelernt! :))

Uwe
13 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Ich wüsste jetzt nicht wie man die Schwerkraft auf verschiedenen Planeten im praktischen Experimenten erproben könnte. Nur mal so als Beispiel. Und wo ist der Unterschied zwischen einer gut gemachten Simulation und einem Experiment?

GriasDi
10 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

Tja, wo ist wohl der Unterschied? Wo ist der Unterschied zwischen FIFA zocken und selbst Fußball spielen?

Georg
13 Tage zuvor
Antwortet  uwe

Trotzdem können Simulationen echte, analoge Experimente nicht ersetzen.

Jürgen Döll
17 Tage zuvor
Antwortet  Ron

Der Computerraum (einer für 600 Kinder) besteht aus Rechnern die locker 10 Jahre alt sind, und das Internet für die gesamte Schule hat eine Bandbreite von 20Mbit, per Richtfunk an die Stadtverwaltung angeschlossen, was bei schlechtem Wetter nicht funktioniert. Davon abgesehen ist die Nutzung von IT-Systemen, voll in den Unterricht integriert, nicht vorgesehen und vielfach nicht gewollt. Selbst wenn man wollte, ginge es nicht. Aber erstmal muss jemand wollen…

Mika
17 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Dann können die Lehrkräfte ja nun wirklich nichts dafür! Das hörte sich für mich im Post eher so an, als ob die Lehrkräfte kein Interesse an der Einbindung von moderner Technologie hätten.

GriasDi
10 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Ich gehe mal davon aus, dass keine Lehrkraft absichtlich schlechten Unterricht macht und die Methoden verwendet, mit der sie einen Lernerfolg erzielt, bei einigermaßen angemessenem zeitlichen Aufwand. Und wenn digitale Methoden nicht helfen oder nicht bereit gestellt werden kommen eben solche Umfrage-Ergebnisse zustande.

vhh
16 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Werfen sie jetzt ernsthaft den NW-Kollegen mangelnden Willen zur IT-Nutzung vor, unter den gerade genannten Bedingungen?
Experimente helfen da in diesem Fall deutlich mehr als die beste machbare IT-Nutzung, gerade Bewegungen und Kräfte lassen sich im schlimmsten Fall sogar ohne Fachraum praxisnah mit Schülerversuchen unterrichten. Chemie ist allerdings ein anderer Fall, da sind wir mit den Sicherheitsvorgaben kurz davor, Kochsalz nur noch nach Gefahrenanalyse einzusetzen, Dihydrogenoxid klingt auch extrem gefährlich.
Wir sind jetzt seit einigen Jahren “total digital“ unterwegs, Bücher sind trotzdem an den richtigen Stellen immer noch sinnvoll. Vielleicht sieht man das Ganze erst nach der ersten Digitaleuphorie etwas differenzierter.

Jürgen Döll
16 Tage zuvor
Antwortet  vhh

Bitte richtig lesen. Es findet kein Unterricht statt, das nennt sich Lernwerkstatt in der sich die Kinder aus Büchern im Selbststudium selbst den Stoff beibringen. Der Lehrer unterrichtet nicht… Was auf dem Papier toll klingt funktioniert in der Realität leider nicht. Kann man sich so vorstellen – es gibt ein Buch das für den Frontalunterricht erstellt ist und die Kinder sollen sich aus diesem die physikalischen Erkenntnisse erlesen. Da frag ich mich – wofür braucht es dann einen Lehrer?

GriasDi
10 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Das ist allgemein das Problem mit Lernwerkstätten – ob digital oder analog. In beiden Fällen müssen SchülerInnen ihr Gehirn anstrengen und Lernvideos führen meist zur Verstehensillusion. SchülerInnen meinen, etwas verstanden zu haben, haben es aber nicht verstanen.

dickebank
15 Tage zuvor
Antwortet  Ron

Och, wenn der einzige Computer-Raum durch einen Informatik-Kurs zeitgleich zum Physikunterricht dauerhaft in einem Schuljahr durch eine andere Gruppe blockiert ist, bringt der Reservierungsversuch nichts. Der PC-Raum ist dann ganz einfach in diesem Zeitfenster gesperrt.
Fehlende Ressourcen stellen eher ein Problem dar als der mangelnde Wille Einzelner.

Koko Lorey
17 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Nur weil etwas auf einem Bildschirm flackert oder ein Text vom Tablet gelesen wird, ist es nicht innovativer und moderner. Gegen Bücher- auch in Papierform- ist nichts einzuwenden. Sie einfach undifferenziert als veraltet zu verunglimpfen ist populistischer Unfug. Und dass es zu allem und jedem nur ein Video etc. braucht, dann ist es gut, ist ebenfalls Quatsch. Bilden Sie sich fort!

Jürgen Döll
17 Tage zuvor
Antwortet  Koko Lorey

Tja, mit Bildung ist es bei Ihnen wohl auch nicht weit her, dann wüssten Sie, wie heute meistens Fortbildung, und das bestens, außerhalb von Deutschland geschieht. Viel Spaß weiter Bewegungsprinzipien und Gesetzte auf dem Papier zu vermitteln, ist total sinnvoll! Das ist wie Sportunterricht mit dem Lehrbuch.

Koko Lorey
17 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Wenn Sie das sagen! Danke für die freundlichen Hinweise.

potschemutschka
17 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Digitaler Sportunterricht ist natürlich viel besser, als mit dem Lehrbuch.

Jürgen Döll
16 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Na, da hapert es aber mit der Lesekompetenz… Es geht um Physikunterricht.

potschemutschka
15 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Nö! Sie schrieben: „Das ist wie Sportunterricht aus dem Lehrbuch“ und hier geht doch es um Digitalisierung, warum denn nicht auch im Sport?

Riesenzwerg
15 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Da kann man aber die eigenen Fehler beim Hürdenlauf erkennen.

Die Fußballprofis u.a. Sportlerys nutzen die Aufzeichnungen ihrer Auftritte zum Lernen – Reflexion.

Ansonsten – digitaler Sportunterricht verhindert Unfälle, ist auch ohne Sportzeug möglich und es ist auch nicht mehr wichtig, dass manche Mädels dreimal pro Monat ihre „Tage“ haben.

Win-win ja, aber leider keine Bewegung. Aber man kann ja nun wirklich nicht alles haben! 😉

potschemutschka
15 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Das meinte ich doch!

Riesenzwerg
15 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Um sooo lernen zu können, müssen Kids das Lernen gelernt haben.

Leider vermeiden diese (auch aufgrund von zuviel Medienkonsum) zunehmend.

Zusammenfassend – Kapiervorgang seltenst vorhanden.

Auch bei Filmchen ist es wichtig, den Inhalt zu verstehen.

Das tun die Wenigsten.

Film an – Hirn aus.
So sieht’s aus.

(Schlichte Gedichte, aber mir war grad danach 😉 )

GriasDi
10 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Wo funktioniert es denn bestens?

uwe
16 Tage zuvor
Antwortet  Koko Lorey

Bücher in Papierform sind heutzutage ein Witz. Außerdem ersetzen die iPads ja überwiegend Verbrauchsmaterial in Form von Kopierorgien, da sind ihnen die abgeholzten Wälder in der 3. Welt vermutlich wurscht (die werden nämlich für das Papier abgeholzt.

potschemutschka
16 Tage zuvor
Antwortet  uwe

..und iPads sind ökologisch vollkommen unbedenklich… Nur ganz fest dran glauben!

Uwe
16 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ein Ipad ersetzt buchstäblich zehntausende von Kopien. Alleine der Papierverbrauch plus die absolute ökologische Sauerei was die Tonerkartuschen angeht, ein ipad dagegen hält locker von der 5 bis zur 10.

Mika
15 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

EIN Schüler wird in 5 -6 Jahren keine 10.000 Kopien brauchen: das wären schultäglich ca. 8 – 10 Kopien. Dagegen rechne man Energie und Ressourcen wie seltene Erden für die Herstellung des Tablets sowie notwendige Energie für den Gebrauch plus mindestens eine Displayreparatur in 5 Jahren (eigener Erfahrungswert in einer Tabletklasse Gymnasium). Ich glaube, die ökologische Karte ist da ziemlich ausgeglichen. Ich denke allerdings, dass Tablets und Digitalisierung nicht primär als Mittel zur Ressourcenschonung dienen sollten, sondern um Lernen interessanter und damit nachhaltiger im Sinne der persönlichen Aneignung von Wissen zu machen.

Uwe
13 Tage zuvor
Antwortet  Mika

10 Kopien bekam ein/e Schüler*in locker jeden Tag, das ist nix außergewöhnliches. Und die Tonerkartuschen sind nun mal eine ökologische Katastrophe (und übrigens auch krebsAUSLÖSEND, nicht mal Krebserregend)

Georg
13 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

Das wären mindestens zwei oder drei Blätter pro Doppelstunde und das jeden Tag. Halte ich für ausgeschlossen.

Johannes
14 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

Wenn ich ein Buch habe, brauche ich keine Kopien. Höchstens im Ausnahmefall oder für Klassenarbeiten. Zudem können hier digitale Angebote durchaus ergänzend eingesetzt werden- nicht zuletzt die entsprechenden Begleitmaterialien der Schulbuchverlage. Aber undifferenziert hier herumzupalavern entspricht so manchem Herrn wohl eher.

Uwe
13 Tage zuvor
Antwortet  Johannes

Arbeitsblätter wurden massenhaft verteilt. Vor allem in Deutsch und Mathematik. Grade beim Üben sind die iPads unschlagbar, vor allem zum Mathematik üben aber auch Rechtschreibung und Grammatik.

Georg
13 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

In so einem Fall sollte sich die Fachkonferenz für die Anschaffung der Arbeitshefte zu den Büchern aussprechen. Abgesehen davon sollten zumindest in Mathe die Aufgaben aus dem Buch für die allermeisten Schüler reichen.

potschemutschka
13 Tage zuvor
Antwortet  Georg

Kosten sparender wäre es, wenn man, wie früher, in Schulhefte oder Hefter schreiben würde. Aber das sind die armen Schüler nicht mehr gewohnt. Ganze Sätze abschreiben oder Mathepäckchen – das ist ja viel zu anstrengend!

Doppel A15
13 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

Dem habe ich an meiner Schule Einhalt geboten durch die Einführung von Kopierkontingenten für meine Lehrer- aufgeschlüsselt auf Fächer etc. und Deputat. Wer über seins meint, der zahlt sie eben selbst.
Die VV zur Nutzung eingeführter Lehrwerke und anderer Unterrichtsmaterialien ist eindeutig.

GriasDi
10 Tage zuvor
Antwortet  Doppel A15

Kopierkontingente. Würde ich mein Kontingent ausgereizt haben, würde ich sicher nicht selbst zahlen. Dann würde ich mit dem Verweis auf das Kopierkontingent sagen „ihr würdet jetzt ein Arbeitsblatt bekommen, ich kann euch aber nichts mehr kopieren“. Ladet es euch herunter oder schreibt es ab.

Doppel A15
10 Tage zuvor
Antwortet  GriasDi

Ist doch in Ordnung.

GriasDi
10 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

Zehntausende von Kopien. Dann müsste jede Schülerin an jedem Schultag mindestens 11 Blätter bekommen.

Riesenzwerg
15 Tage zuvor
Antwortet  uwe

Ich bin für Witz. Gerne auch mal lachen.

iPads sind prima – suchtgefährdend, abhängig machend, kontrollierbar, aufspürbar, umweltunfreundlich, teuer, müssen (Wegwerforgie ohne nachhaltiges Recycling) ständig erneuert werden (kostenintensiv – Bücher haben da eine eindeutig bessere Ausnutzungsbilanz), die Bäume wachsen nach (man kann auch Papier aus Gras herstellen!), aber es ist bestimmt besser, mit „blutigen Handys“ zu arbeiten.

Bürgerkrieg, Vergewaltigungen, Kinderarbeit, Umweltvernichtung wegen der seltenen Erden…… Alles zum Wohl der Kids oder zum Wohl der Hersteller und Ausbeuter?

Uwe
13 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

iPads halten ewig und für die Behauptung das Schulbücher lange halten hätte ich doch mal gerne ein Beleg, die werden ständig ausgewechselt und nein, unser Papierverbrauch geht nur mit Raubbau, da wird gar nichts nachgepflanzt und das Gras Argument ist echt lachhaft.

Georg
13 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

Würde ich gelten lassen, wenn die digitalen Lizenzen an dem vierten oder fünften Jahr teurer wären als das gedruckte Buch (wenn es so lange hält, wovon man beim großen Teil der Bücher ausgehen kann).

Streamer01
15 Tage zuvor
Antwortet  uwe

Dann setzen Sie sich dafür ein, wenn sie wirklich etwas machen wollen, dass wirklich nachhaltig gearbeitet wird: fordern sie Veränderungen im Copyright und ermöglich es so, dass es einfacher und unkomplizierter für Lehrer und Schüler wird digitale Lehrprodukte zu nutzen. So, wie es jetzt ist, ist es grauenhaft und da benutze ich lieber Bücher oder R***k****n.

GriasDi
10 Tage zuvor
Antwortet  uwe

Und wer baut die seltenen Erden für die iPads ab? Wer fördert das Uran für die Kernkraftrwerke? Wer verbrennt die Kohle für den Strom?

Mika
17 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Bewegung und Kräfte: am besten durch eigene Erfahrungen zu vermitteln: Flaschenzug, Fahrrad, … Was ich am eigenen Körper erlebt habe, bleibt viel besser haften als das coolste Video oder Lernspiel, auch wenn es digital ist.

Jürgen Döll
17 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Total realistisches Szenario für den Schulunterricht, bei 0 Ausstattung und keinem Physiklehrer…

Finagle
17 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Ohne Physikehrer und mangelhafter IT-Ausststtung (Bei uns verkündete ein Aufkleber auf den Rechnern auch noch ganz stolz, dass sie Windows Vista ready wären) dürfte dann aber das Lehrbuch auch noch die beste Wissensquelle sein, die zur Verfügung steht.

Steht jetzt ernsthaft die vermutlich nicht-digitale, didaktische Vorgehensweise der nicht vorhandener Fachlehrer im Kreuzfeuerer der Kritik?

Jürgen Döll
17 Tage zuvor
Antwortet  Finagle

Nein, tut sie nicht. Es sollte aber einen weit verbreiteten Zustand in unserem Bildungssystem wiederspiegeln, nämlich die breite Abwesenheit der Wertschätzung von MINT und die sinnvolle und differenzierte Nutzung von Technologie um Wissen und Verständnis zu vermitteln, getrieben durch Skepsis vor allem was nicht so ist wie es schon immer war (zumindest in den letzten 100 Jahren). Nicht immer und überall, aber überwiegend. Und damit meine ich nicht (nur) die Schulen. Die gesamte deutsche Verwaltung hat 20 Jahre Weiterentwicklung vollständig ausgelassen, in jeder Hinsicht. Und das wirkt sich heute massiv negativ auf unsere Kinder aus, die gerade ihre Zukunft versaut bekommen, von jede Menge Verweigerern und Verhinderern.

Julia
17 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Ad 1: Verständnis kann man nicht „vermitteln“ ebenso nicht wie Kompetenz. Gehört zu den didaktischen Basics.
Ad 2: Widerspiegeln ohne E. Gehört zu den orthographischen Basics.
Ad 3: Lehrkräfte und andere, die sich um Kinder und Jugendliche kümmern und bemühen, „versauen“ ihnen nicht als „Verweigerer und Verhinderer massiv die Zukunft“. Adäquate Ausdrucksformen gehören zu den Basics des sozialen Miteinanders.

Jürgen Döll
16 Tage zuvor
Antwortet  Julia

Na, da spricht wohl eine Pädagogin die das Systemversagen noch immer nicht realisieren will und noch immer nicht gemerkt hat, dass wir international vollkommen abgerutscht sind. Da wird sich typisch beamtendeutsch an Formalien und Theorie geklammert, damit man sich mit der Realität nicht beschäftigen muss.

Davon abgesehen habe ich nie behauptet, dass Verständnis oder Kompetenz vermittelt werden kann (bitte richtig lesen, gehört zu den Basics beim Leseverständnis). Sehr wohl kann aber beim Erkenntnisgewinn unterstützt werden, Kompetenz kann man nur selbst durch Anwendung aufbauen.

Und bei der Anwendung moderner Medien kann eine Autokorrektur schon Mal ungewollt zuschlagen, aber das ist Ihnen sicherlich fremd, da Sie sich auch nicht vorstellen können, dass moderne Medien beim Erkenntnis- oder auch Kompetenzgewinn sehr gut helfen können.

Einfach weiter an Formalien festhalten, irgendwann hört die Welt schon auf sich weiter zu drehen… Immer ganz fest klammern, das klappt schon.

Julia
15 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Sehr geehrter Herr Döll,
auf Ihre erneut wertschätzende(n), freundliche(n), differenzierte(n) und qualifizierte(n) Replik(en) an mich oder andere Forist:innen gehe ich nicht weiter ein. Jedem Lesenden ist eine Einordnung von Posts hinsichtlich Inhalt und Duktus selbst überlassen.
Um noch überzeugender zu sein, sollten Sie trotz Ihrer autokorrigierenden Systeme die Kommasetzung und die Pluralbildung überprüfen, auch wenn man natürlich solche Formalia gerne redundant nennen kann.

Abschließend nur noch eine Frage: Wie können Sie damit leben, Ihr Kind zu einer derart schlechten und fehlausgestatteten Schule zu schicken? Da gibt’s doch sicher Alternativen für- pardon in- Deutschland.

Jürgen Döll
15 Tage zuvor
Antwortet  Julia

Tja, Behördenbriefe und Schulbriefe sind auch immer höchst höflich formuliert, trotzdem haben es die verantwortlichen Personen in den letzten 20 Jahren geschafft, das Schulsystem komplett gegen die Wand zu fahren. So ist das eben in deutschen Behördensystemen – Form zählt, Inhalt und Qualität spielen keine Rolle…

Gibt es übrigens eine aktuelle und sehr interessante Studie zu: OPUS 4 | Deutschlandweite Umfrage zum digitalen Reifegrad der öffentlichen Verwaltung auf Kommunalebene : Forschungsbericht (kobv.de)

Letztendlich ist das Ergebnis: Modernisierung der Verwaltung (wozu auch Schulen zählen) ist hoffnungslos – Kultur, Struktur und Wissen (und auch Kompetenz) sind auf dem Stand von vor 50 Jahren.

Und gerne nochmal – immer weiter ganz fest an den Formalien festhalten, dann wird schon alles gut werden. Realitäten spielen keine Rolle. Papier und Regeln sind Realität.

Koko Lorey
15 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Ihre Sätze sind übrigens vielfach derart syntaktisch grenzwertig oder gar fehlerhaft, dass ein sinnentnehmendes Lesen nicht immer möglich ist- unabhängig, ob man der dann angenommenen Intention zustimmt oder nicht.
Diese Schrift-Sprache nutzen auch SuS, die ausschließlich digitale Texte konsumieren bzw. produzieren. Alle Medien haben ihre Berechtigung und müssen immer zielgerichtet und kompetenzadäquat eingesetzt werden. Um Julia zu zitieren- das gehört zu den Basics der Didaktik….und der Differenzierung, sei es im Unterricht oder im Diskurs.
Von „neuen“ Medien wird übrigens auch lange schon nicht mehr gesprochen, sondern von digitalen.

Jürgen Döll
14 Tage zuvor
Antwortet  Koko Lorey

Konkretes Beispiel bitte. Sie stellen einfach eine Behauptung in den Raum ohne diese belegen zu können. Vollkommen wertlos diese Aussage.

PS: Sie glauben garnicht was viele SuS von LuL für Texte in die Hefte geschrieben bekommen. Da dreht sich selbst den SuS und ganz vielen Eltern die Socke in der Pfanne rum. Ich passe mich hier nur dem Sprachstil ganz vieler LuL an.

Last edited 14 Tage zuvor by Jürgen Döll
Koko Lorey
14 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Whataboutism in Reinkultur! Meinen Dank für die zahlreichen und hervorragenden Beispiele. Damit ist meine 3. Stunde morgen schon vorbereitet.
Wofür wollen Sie die Beispiele? Für die sprachlichen Fehler?

Jürgen Döll
14 Tage zuvor
Antwortet  Koko Lorey

Für die Sätze denen kein Sinn zu entnehmen ist, wie Sie schrieben.

PS: zum Thema „neue Medien“. Für die deutschen Schulen sind sie (noch immer) neu. Ansonsten würden sie ja schon eingesetzt, als integrales und Lern- und Lehrmittel Werden sie aber nicht. Ja, die Welt spricht schon lange nicht mehr von neu, Deutschland aber sehr wohl: https://www.cornelsen.de/magazin/beitraege/praxisideen-neue-medien-im-unterricht/

Sie dürfen sich dann gerne mit all den Verlagen, der Politik und auch den allermeisten LuL über das Thema streiten, dass es keine neuen Medien mehr sind.

PPS: Google ist toll!

Jürgen Döll
16 Tage zuvor
Antwortet  Julia

Wenn Sie unter kümmern die totale Unterfinanzierung des Systems Schule (und damit meine ich nicht das LuL-Gehalt, das ist WW Spitze), den Ausfall von ca. 30% der Schulstunden, und die Abwesenheit von Digitalisierung in der Schule meinen, dann weiß ich nicht, wie es sein müsste, wenn sich jemand nicht kümmert. Bei Ihrem Verständnis von gut Kümmern und Bemühen wollte ich nicht, dass Sie sich um mich oder meine Kinder kümmern und bemühen.

Doppel A15- gerne mehr!
13 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Mehr Geld nähme ich gern.

dickebank
16 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Nur die SuS, die an schlechter Selbstorganisation leiden, bekommen es mit Hilkfe ihrer digitalen Endgeräte auch nicht hin, eine Mappe zu führen.
Diejenigen, deren Handschrift in der SekI nicht entzifferbar ist, können auf dem tablet auch nicht leserlicher schreiben.

Jürgen Döll
16 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Hat auch niemand behauptet. Ist das ein Roter Hering?

Riesenzwerg
15 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Die schaffen es noch nicht mal, sich über eine Nachricht an die Hausaufgaben oder Geld, das mitzubringen ist, zu erinnern.

Wo kein Wollen…. nützen auch die besten Geräte nichts.

Riesenzwerg
15 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Eas machen Sie beruflich?

Handys verticken?

Dann kann ich Ihre Ambitionen verstehen.

Jürgen Döll
14 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Psst… Wollen Sie ein U kaufen?

potschemutschka
17 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Also liegt es nicht an der Digitalisierung. Früher war eben nicht alles schlechter.

Jürgen Döll
17 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Aber ihre vollständige Abwesenheit vergrößert die massiven Defizite noch mehr.

Mika
16 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Was hätte Digitalisierung an der von Ihnen beschriebenen Situation konkret verbessert?

Jürgen Döll
16 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Ok, bitte einfach mal selbst nutzen, dann werden Sie es erfahren. Schon mal gesehen wie Physikthemen in Sofatutor aufbereitet sind, oder auf diversen YouTube-Kanälen? Insbesondere wenn Experimente mit eingebunden sind? Das ist nicht im Ansatz mit einem Selbststudium im für Frontalunterricht ausgelegten Buch möglich. Gibt es denn hier niemanden in diesen Foren, der oder die schon mal was digitales zur Wissensvermittlung genutzt hat? Echt unglaublich.

Mika
15 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Warum gehen Sie hier eigentlich ohne Kenntnis der Person jeden an? Sofatutor, Daniel Jung, SimpleClub, kollaborative Tools (viel wichtiger meiner Meinung nach als YT), Feedbacktools, Einsatz von Tablets/PC im Unterricht (von SuS und logischerweise auch von mir) mache ich seit Jahren und kenne daher aus eigenem Erleben Vorteile und Grenzen des Systems. Ich möchte das nicht mehr missen, verwahre mich allerdings dagegen, die eierlegende Wollmilchsau darin zu sehen, jedem SuS und jeder Lehrkraft ein Tablet in die Hand zu drücken. Die beste technische Ausstattung und selbst deren professionellster Einsatz wird den Physiklehrer an Ihrer Schule nicht ersetzen.

Jürgen Döll
15 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Bitte meinen initialen Post lesen – es findet KEIN Physikunterricht statt. Wenn es denn einen Lehrer geben würde der unterrichtet, tut es aber nicht… Selbststudium ist angesagt, und das NUR mit Buch.

Es ist wirklich unglaublich, wie wenig Textverständnis hier unter denen herrscht die hier schreiben (ich hoffe keine LuL dabei, da wird mir Angst und Bange für den Unterricht in der Schule), das macht mich fassungslos.

Mika
14 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Was hat Ihr Post mit meinem zu tun, auf den Sie sich beziehen? Ich hab das Gefühl, Sie pampen einfach alle an. So ein Frustverteilen hilft keinem (auch Ihrem Kind nicht) weiter – und solche Eltern sorgen dafür, dass auch die letzten Lehrer keinen Bock mehr haben.

Jürgen Döll
14 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Das mit dem keinen Bock mehr würde ich mir sehr wünschen. Dann bricht es zu 100% zusammen, und wir können endlich Mal anfangen, etwas neues, zeitgemäßes aufzubauen. Denn bisher wird einfach weiter gemacht wie bisher und es tut sich nix, außer dass es immer schlimmer wird und wir weiter tapfer sehenden Auges auf den Abgrund zurasen.

Wir reiten das Tote Pferd deutsches Bildungssystem tapfer weiter…

Mika
14 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Na dann suchen und finden Sie mal Leute, die Lust drauf haben, aus Stoffwechselendprodukten Gold zu machen, das Ganze innerhalb von fünf Wochen (oder wo wollen Sie die SuS derweil lassen) und sich dabei noch von allen möglichen Leuten blöd anmachen lassen wollen. Glauben Sie ernsthaft, dass „Bildungsrevolution“ Vorteile für SuS bringt? Auch nach dem Zusammenbruch? Was ich in der Politik vernehme, sind Ideen in Richtung vollere Klassen, Deprofessionalisierung und ganz viele leere Wortblasen. Und Eltern, die ihren Frust ohne Ansehen der Person bei den Lehrkräften abladen, sorgen auf ihre Weise dafür, dass die Zahl der Personen, die sich Schule noch gibt, immer kleiner wird. Gute Leute finden überall einen Job – warum sollten die in die Schule gehen? So viele Masochisten gibt’s garnicht, auch nicht im Seiteneinstieg. Und Enthusiasten meiner Generation werden den immer größeren Lehrermangel nicht auffangen können.

Jürgen Döll
14 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Enthusiasten haben meine absolute Wertschätzung – meine ich diesmal nicht sarkastisch! Aber – Enthusiasmus kann das System nicht mehr retten, der Kipppunkt (tolle neue deutsche Rechtschreibung) ist überschritten. Und jeglicher Worthülsen (wie Sie richtigerweise schreiben)-Rettungsversuch zögert den Zusammenbruch nur noch weiter heraus und tut unseren Kindern, und damit der Zukunft unserer Gesellschaft, nur noch weiter Leid an. Und ja, vielleicht, oder sogar bestimmt, macht es Sinn, dass sich gute LuL umorientieren. Irgendwann wird der Schmerz so groß, dass es bricht, ja sogar brechen muss.

Das ist der große Fehler der in Deutschland immer wieder gemacht wird. Wir bauen Systeme, die robust sind. In Zeiten wie diesen (VUCA) brauchen wir aber lernfähige, adaptive und resiliente Systeme. Um diese schaffen zu können benötigen wir aber eine ganz andere Fehler- Lern- und Reflektionskultur. Und scheinbar (leider) muss in Deutschland erst immer etwas brechen, bevor Veränderung möglich ist.

PS: Danke, jetzt sprechen wir über Inhalte.

Mika
14 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Das Danke geht zurück an Sie: Sie frusten Leute nicht mehr an, sondern verdeutlichen, was Sie eigentlich wollen 😉
Ich denke allerdings nicht, dass ein Zusammenbruch des Bildungssystems eine Entwicklung in die von Ihnen beschriebene Richtung bringt. Wir haben doch bereits seit Jahren geplanten Unterrichtsausfall aufgrund fehlender Lehrkräfte, die Defizite der SuS sind bereits bei basalen Fähigkeiten in Mathematik und Deutsch katastrophal hoch – der Zusammenbruch des Bildungssystems hat uns doch längst erreicht. Und dann kommen Ideen wie: „Dann streamen wir eben den Physikunterricht aus Schule A in drei weitere Schulen.“ Und der verkündende Minister hält das dann für digitalen Fortschritt. Nee, was eine zukunftsorientierte Ausrichtung des Bildungssystems betrifft, sehe ich aufgrund meiner Erfahrungen schwarz.

Jürgen Döll
14 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Tja, wieder so ein wahnsinniger Vorschlag aus der Politik… ich bin ratlos und sehe daher nur noch den forcierten Systemzusammenbruch mit extremer Eskalation als Ausweg, etwas neues zu schaffen. Alles andere an Versuchen ist komplett gegen die Wand gefahren worden, oder einfach unterlassen worden – bewusst! Das ist mindestens mal unterlassene Hilfeleistung, wenn nicht sogar vorsätzliche Sabotage.

Und aktuell sehe nur jeden Tag bei meinen Kinder, dass wir uns mitten in einem Totaldesaster befinden, für alle Beteiligten im Schulsystem vor Ort. Explizit ausgeschlossen die Verwaltungs- und Politikebene, weil die es hätten abwenden können und es bewusst nicht getan haben und offensichtlich nicht gewillt sind zu realisieren, was sie dort für eine Katastrophe geschaffen haben durch Unterlassung.

Daher – ich sehe keinerlei Chance mehr durch Umgestaltung dieses robuste vollkommen veränderungsunwillige System noch zu retten. Es muss komplett kaputt gehen.

potschemutschka
14 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

„… wir können endlich mal anfangen, etwas neues aufzubauen…“ Wer ist WIR? Ich vermute, Sie sind kein Lehrer. Bitte verwenden Sie Ihre Energie nicht gegen die Lehrer. Sinnvoller wäre es, wenn Sie andere Eltern mobilisieren und endlich mal Druck von dieser Seite auf die Politik machen. Das würde allen helfen, den Kindern und den Lehrern. Aber von Elterndemos hört man leider fast gar nichts. Wie immer sollen es die Lehrer, die faulen S… richten. Eltern haben dafür anscheinend keine Lust. Es ist ja auch viel einfacher, in so einem Forum wie n4t ein bißchen Lehrerfrust abzusondern, als auf die Straße zu gehen.

Jürgen Döll
14 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Also – Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, und die Gesellschaft das sind WIR.

Und ja, ich bzw. unsere Familie hat durch Lehrer sehr schlimmes erfahren. Unserer Familie wurde an unserer alten Schule durch LuL und die Schulleitung massiv geschadet. Das ging bis zu Falschaussagen vor Gericht, Dokumentenfälschung und dem Bezichtigen ganzer Klassen voller Kinder als: alles Lügner. Ja, diese Erfahrung habe ich persönlich mit (und nicht nur einem) Lehrer gemacht (und nicht nur ich). Und wir haben auch massiven Unwillen zur Veränderung von LuL erlebt, bis zur Weigerung in der Pandemie, über Monate hinweg, unsere Kinder auf Distanz zu unterrichten. Ja, LuL gehören auch, in einer nicht zu vernachlässigenden Gruppe, zu den Veränderungsunwilligen Beteiligten im System – und damit zur Gruppe der Problemverursacher.

Und es gibt ganz viele Initiativen von Eltern und SuS, die für eine Veränderung im Schulsystem kämpfen (u.A. ich auch, mit anderen). Nur haben weder Eltern noch SuS per Gesetz irgend welche Mitspracherechte, noch eine massive Lobby, wie die LuL. Politik und Verwaltung – und auch Schulen – bremsen diese in vielen Fällen aktiv aus oder sabotieren sogar.

Und seien sie heute mal Eltern in Deutschland. Keine Lobby, wenig Geld und viel Arbeit und zusätzlich noch keine Bildung (und die damit verbundenen Sorgen) für die Kinder, die sie selber daheim nacharbeiten müssen mit diesen, weil in der Schule nur noch sehr wenig Unterricht stattfindet.

Und jetzt sollen wir auch noch auf die Straße gehen? Wann denn bitteschön? Die meisten Eltern sind gerade dabei das totale Systemversagen, so gut es denn geht, noch im kleinen Rahmen der Familie zu kompensieren.

Und von der Presse wird das Thema auch geflissentlich wegignoriert. Über jeden Scheiß wird geschrieben, aber über das, was der Staat unseren Kindern antunt, darüber schreibt keiner.

Der Staat versagt gerade vollständig auf allen Ebenen des Schulsystems, und das wissentlich, absehbar und damit vorsätzlich. Und ja, LuL sind (in Teilen) Teil des Problems und (in Teilen) Teil der Lösung. Welcher Teil überwiegt, weiß ich nicht, das werden Sie mir bestimmt sagen. Und gegen den Teil, der Bestandteil und auch Ursache des Problems ist, richte ich sehr gerne meine Energie.

potschemutschka
14 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Die schlechten Erfahrungen, die Sie mit Lehrern gemacht haben kann ich nicht beurteilen.
ABER: Ja, die Eltern sollen auf die Straße gehen, denn das Systemversagen in der Bildung können Eltern beim besten Willen nicht auffangen. Und ja, es gibt Elterninitiativen, aber in den Medien hört man nur von solchen, die keine Masken und keine Corona-Schließungen wollen. WARUM? Anscheinend ist das vielen Eltern wichtiger als gute Bildung. Wenn genügend Leute (Eltern) für bessere Bildung auf die Straße gehen würden, dann würden die Medien auch darüber berichten und die Politiker müssten vielleicht doch mal handeln. Es gibt in D mehr Eltern als Lehrer.

Stromdoktor
13 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Die Frage wäre doch, was aus Elternsicht konkret kritisiert werden muss:

1) Ich würde zunächst kritisieren, dass man in Deutschland Anfang der 2000er die Geburtenraten absolut falsch prognostiziert hat und sich am Ende doch viele Familien für mehr als 1,3 Kinder im Schnitt entschieden haben. Ein „Planungsfehler“ auf Grundlage der Entwicklungen zwischen 1980 und 2000. Meiner Meinung nach auch auf die schlechten Betreuungsmöglichkeiten und das fehlende Elterngeld in dieser Zeit zurückzuführen.

2) Dann die Phase der Fluchtbewegung ab 2015 mit einem Zuzug insbesondere junger Menschen und Familien.

3) Nun die Phase der Fluchtbewegungen ab 2022.

Ersteres ist ein „Planungsfehler“. Spätestens ab dem zweiten Punkt hätte man bereits ableiten müssen, dass die Ausbildung von LK Priorität hat und eine „Zeitenwende“ in der Bildung begann.

Die dritte Phase gibt dem System den Rest. In diesem Zusammenhang braucht man noch nicht einmal die Unterschiede in den Voraussetzungen der SuS zu strapazieren. Für eine erste Betrachtung reichen hier die nackten Zahlen.

Seit 2012 hat die BRD mindestens 4 Millionen Einwohner hinzugewonnen.

Zahl der Einwohner in Deutschland bis 2021 | Statista

Insofern noch einmal die Eingangsfrage:

Was soll man konkret kritisieren? Die Bildungskrise ist in weiten Teilen auch eine europäische Gesellschaftskrise.

Selbst wenn man 2015 mit der Ausbildung von LK begonnen hätte, wären diese gerade so heute einsatzbereit.

Konkret kritisiere ich daher die halbherzige Herangehensweise an zentrale Fragen unseres gesellschaftlichen Zusammenhaltes und eine ausgeprägte Fehlerkultur politischer Entscheidungen der vergangenen Jahre.

Und in Vorwärtsrichtungen werden ebenfalls nur halbherzige Entscheidungen getroffen.

Möchte man den zugezogenen Menschen eine dauerhafte Perspektive und eine Integration in diese Gesellschaft ermöglichen, dann müssen entsprechende Entscheidungen getroffen und u.a. das Bildungssystem dahingehend ertüchtigt werden.

Aktuell sieht es aber eher danach aus, dass man mit einer Mischung aus europäischem Grenzschutz, Kooperationen mit Drittstaaten, Schleierfahndungen, freiwilliger Ausreise und Abschiebung den weiteren Zuzug aus dem nahen Osten und Afrika begrenzen und die teilweise Rückabwicklung der ersten Welle vollziehen möchte.

Bzgl. der geflohenen Menschen aus der Ukraine setzt man auf ein schnelles Kriegsende und eine Rückkehr zwecks Wiederaufbau. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist relativ groß, da mit einer riesigen finanziellen Unterstützung der internationalen Gemeinschaft zu rechnen ist und entsprechende Perspektiven entstehen könnten.

Leider lässt sich nicht mal in Ansätzen erkennen, wie und wann sich diese Ausgangslage verändert und ob es jemals dazu kommt.

Eines steht (für mich) fest. Je länger der Krieg dauert, umso größer ist die Chance, dass sich viele Menschen aus der Ukraine hier eine neue Heimat suchen und die Bereitschaft zum Erlernen der Sprache steigt.

Politisch bedeutet das nur, dass man entweder LK ausbildet, die man ggf. in der naher, mittlerer oder ferner Zukunft doch nicht mehr in dieser Anzahl braucht…

oder

… man lässt das bestehende System so wie es ist und setzt auf das Prinzip Hoffnung.

Ja. Wir Eltern können für ein besseres Bildungssystem auf die Straße gehen – keine Frage. Die Dimension ist für mich aber eine ganz andere.

Ich habe zumindest keine Lust darauf, die Gesamtzusammenhänge auszublenden und nur so zu tun, als ob es eine reine „Bildungskrise“ wäre, nur weil damit politische Verliererthemen verbunden sind, über die offen kaum diskutiert wird.

Last edited 13 Tage zuvor by Stromdoktor
potschemutschka
13 Tage zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Ihre Feststellungen sind größtenteils richtig. Und nun? Wer soll es richten? Keine Lust – genau. Jeder schiebt den schwarzen Peter dem anderen zu.
Der Lehrermangel besteht übrigens schon wesentlich länger. Berlin erhöhte deshalb z. B. die Pflichtstundenzahl der Lehrer schon 2003. Und das war und ist bis vor Kurzem die einzige Maßnahme gewesen. Obwohl absehbar war, dass die Boomer-Lehrer irgendwann in Rente gehen.
Wo spart unser Staat denn zuerst, wenn das Geld knapp wird? Und warum? Weil es da nur wenig Protest gibt. Anders bei z. B. der IGMetall – trotz Krise und knapper Kassen haben sie ihre Forderungen durchsetzen können. Eltern könnten ja mal für eine Einführung der Reichensteuer und Übergewinnsteuer zur Finanzierung der Bildung auf die Straße gehen.

potschemutschka
13 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

@Stromdoktor
Danke übrigens, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, für Jürgen Döll zu antworten.

Stromdoktor
13 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Die Feststellung traf ich ja schon einmal gemeinsam mit Schattenläufer.

Wer heute im Bildungssystem aktiv ist bzw. wessen Kinder derzeit zur Schule gehen, der wird auf absehbare Zeit keine Verbesserung der Situation erleben. Ich denke, das wird mindestens eine Generation überdauern.

Wir heutigen Eltern haben diesbezüglich einen massiven Interessenskonflikt. Jede freie Minute, die ich mit meinen Kindern verbringe und sie unterstütze, ist besser investiert, als für gesellschaftliche Themen auf die Straße zu gehen. Insbesondere dann, wenn man davon überhaupt nicht mehr profitieren wird.

Sofern man wirtschaftlich leistungsstark ist und der Wohnort sowie die Schule mehr oder weniger frei wählbar ist, so kann man sich vieler gesellschaftlicher Probleme entziehen und „sein Ding“ machen.

Das scheint in allen Altersgruppen und Gesellschaftsschichten mittlerweile das Mittel der Wahl zu sein.

Aus meiner Perspektive haben wir die Solidarität hier schon vor Jahrzehnten miteinander gekündigt. Zuallererst blieb die Solidarität mit den jungen Menschen und Familien auf der Strecke.

Ich für meinen Teil gehöre zu der „gehetzten Generation“ und kann froh sein, dass ich aktuell (noch) nicht für pflegebedürftige Angehörige, schulpflichtige Kinder und meine eigene Altersversorgung gleichermaßen verantwortlich bin.

Ihre Kernkritik teile ich aber zu 100 %. Möchte aber eben nur darauf hinweisen, dass auch „Eltern“ ein „Recht“ auf Egoismus haben, wenn sich alle um einen herum gleichermaßen verhalten und man es sich leisten können.

potschemutschka
13 Tage zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Was Sie schreiben trifft den Nagel auf den Kopf. Und genau deswegen ändert sich nichts und wird sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern. Das ist kein Vorwurf. Ich verstehe Sie nur zu gut. Deshalb habe ich auch meinen Ruhestand vorgezogen.

Koko Lorey- Lebenszeitbeamtin :-))
13 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Wusste ich`s doch: Schul- und Lehrertrauma, dass man an vielen Stellen exzessiv auslebt! Hauen Sie weiter drauf, lieber Jürgen, wenn’s Ihnen dabei besser geht.
Ihre Kinder sind also Schulnomaden und solche Nerv-Eltern sind uns allen wohlbekannt. Werden wir auch wieder los….jeder Schüler geht irgendwann.

Jürgen Döll
13 Tage zuvor

Aha, Lebenszeitbeamtin – diese arrogante Haltung gegenüber den Menschen – weit verbreitet bei uns im Behördenapperat. Gesetze spielen keine Rolle und morgalische Vorstellungen aus dem Mittelalter. Alles was Rechte einfordert wird entrechtet und entsorgt. So ist das in Deutschland. Dass solche Menschen wie Sie das ganze Land gerade gegen die Wand fahren, ist Ihnen natürlich egal – als Lebenszeitbeamtin. Sie zerstören mit dieser Einstellung unser Land und das Leben unserer Kinder. Aber – als Lebenszeitbeamtin kann Ihnen das natürlich egal sein. Mit dem Beamtenschwur wurde jegliche Verantwortung abgelegt und auch jedes moralische Grundgerüst…

Jürgen Döll
13 Tage zuvor

Und Ihre Behauptungen haben Sie immer noch nicht mit Fakten untermauert. Auch typisch – viel BlaBla und nix konkretes…

Mika
13 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Aus welchem Bundesland kommen Sie? Normalerweise sind die Mitwirkungsrechte der Eltern im jeweiligen Landesschulgesetz verankert.

Koko Lorey- Lebenszeitbeamtin :-))
13 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Da entgegnet er dann sicher wieder mit dem formal- höflichen Beamtenapparat, der ja das System an die Wand fahre….bla, bla.

Jürgen Döll
13 Tage zuvor

Hat er es nicht schon getan? Btw. – Sie haben Ihre Behauptungen, dass ich Sätze formuliere, welchen kein Sinn zu entnehmen ist, noch immer nicht mit einem Beispiel untermauert… soviel zum Thema bla, bla. Und Ihre Aussage, dass man in Deutschland „schon lange nicht mehr“ von Neuen Medien im Schulkontext spricht, war ja auch nur bla, bla,… wie die einmalige Eingabe bei Google (Vorsicht – neues Medium) sehr schnell zeigt.

Last edited 13 Tage zuvor by Jürgen Döll
Koko Lorey- Lebenszeitbeamtin :-))
13 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Die sprachlich- syntaktische Fehleranalyse überlasse ich Ihnen selbst- ich jedenfalls finde meine Tippfehler etc. beim nochmaligen (Korrektur-)Lesen meiner Texte. Brauchen Sie da Hilfe?
Was die Bezeichnung „neue Medien“ angeht, war das nicht auf den Schulkontext bezogen oder beschränkt. Richtiges Zitieren geht anders. Diesbezüglich empfehle ich neue Forschulngsergebnisse von Frau Prod. Mandy Schiefner- Rohs (TU Kaiserslautern). Davon abgesehen ist Google eine Suchmaschine und kein Medium im eigentlichen Sinne- wobei sich die Geister in der Medientheorie bzgl. der begrifflichen Schärfung durchaus scheiden.

Jürgen Döll
13 Tage zuvor

Geil – dann lesen Sie mal Ihre eigenen Texte und versuchen die Fehler zu finden die es gibt – auch in diesem, den Sie als fehlerfrei bezeichnen 🙂

Was soll ich sagen. Da überschätzt sich wohl jemand vollkommen. Aber das ist der – leider – nicht seltenen vorhandende Gott-Komplex im Beamtenwesen.

Das kommt daher, dass Widerspruch durch „normale“ Bürgerinnen und Bürger (oder in der Schule durch SuS und Eltern) nicht akzeptiert wird und eine Fehlerkultur praktisch nicht vorhanden ist. Dadurch sind diese Menschen nicht in der Lage zu erkennen, was alles schief läuft.

Ich will hier nicht pauschalisieren Damit täte ich zu vielen Idealisten und Enthusiasten, die am Wohle der Menschen wirklich interessiert sind, Unrecht. Es gibt auch Ausnahmen, aber diese bestätigen – leider – die Regel, wie auch sehr offensichtlich in Ihrem Fall.

Eigentlich tun Sie mir total leid… Und ich würde Sie auch knuffeln – wenn solche Menschen nicht einen so extremen Schaden in der Gesellschaft und bei unseren Kindern anrichten würden. Denn eigentlich ist dieses Verhalten ein Zeichen von totaler Unsicherheit, Unzufriedenheit und sich ungeliebt fühlen.

Ich empfehle die Lektüre von Erich Fromm: Vom Haben zum Sein. War (unter Anderem) für mich vor über 25 Jahren ein Eye-Opener und hat von da an mein Leben (mit)geprägt.

Es ist nie zu spät…

Last edited 13 Tage zuvor by Jürgen Döll
Koko Lorey- Lebenszeitbeamtin :-))
13 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Vielleicht war`s mit Absicht- nein, eher nicht. Einen überfüssigen Buchstaben unf einen fehlerhaften können Sie gerne mit Hilfe dieses Satzes ergänzen bzw. tauschen. Abgesehen davon empfiehlt sich wieder genaues Lesen. Es war die Rede davon, eigene Fehler beim erneuten Lesen zu erkennen und nicht, grundsätzlich keine zu machen.

Jürgen Döll
13 Tage zuvor

Aha, dann gestehen Sie sich etwas zu, was sie anderen, in diesem Falle mir, absprechen. Auch das zeigt wieder mal Ihre Sicht auf andere Menschen. Scheinbar ein ganz schlimmer Knuffel-Fall. Schon lange nicht mehr in den Arm genommen worden…

Koko Lorey- Lebenszeitbeamtin :-))
12 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Wo ist da das Zugestehen? Sie fordern mehrfach ultimativ eine Benennung von Fehlerstellen, deren Vorliegen ich ankreidete. Darauf wandte ich ein, Sie würden/ könnten/ sollten Ihre sprachlichen Fehler sicher selbst identifizieren, wenn Sie eigene Texte später nochmal läsen. So jedenfalls geht es mir. Nicht immer geschieht das vor dem Absenden, aber früher oder später schon. Also, wenn Sie wissen möchten, wo Ihre Fehler sind- natürlich nur die sprachlichen, über andere könnte ich nur wenig qualifiziert mutmaßen- schauen Sie selbst über Ihre Texte.
Da ist nichts, was Ihnen abgesprochen würde- obgleich die Zahl der sprachlichen Fehler in den Postings verschiedener Personen durchaus unterschiedlich ist, ganz wertfrei gesprochen.
Gerne können Sie weiter der Küchenpsychologie frönen.

Jürgen Döll
13 Tage zuvor

Ich zitiere „ich jedenfalls finde meine Tippfehler etc. beim nochmaligen (Korrektur-)Lesen meiner Texte.“ Diese Aussage ist absolut. Es gibt in Ihrer Aussage keine Relativierung.

Es sei denn, Sie lesen Ihre Texte hier nicht Korrektur, erwarten dieses aber von allen anderen, da Sie diese Fehler bei anderen ankreiden, ohne sie konkret benennen zu können.

Dann also doch der Dunning-Kruger-Effekt… – oder ehr der Gott-Komplex?

PS: Ist Ihnen aufgefallen, dass keine einzige Aussage von Ihnen sich auf die Sache bezog, sondern alles nur auf Formalien? Wirklich Ihr einziger Anker im Leben?

Koko Lorey- Lebenszeitbeamtin :-))
12 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Da muss ich intervenieren, aber auch das können Sie selbst nachlesen.
Das Stöckchen habe ich ja bereits gestern zurückgegeben. Weitere Postings zu diesem Thema/ dieser Meldung meinerseits erfolgen nicht mehr.

Jürgen Döll
13 Tage zuvor

Ach ja, hatte ich vergessen…

Ich unterstelle Ihnen hier nicht das Erliegen des Dunning-Kruger-Effektes, nur um das klarzustellen, sondern rein die Kulturell-Soziale Prägung durch das System, in dem Sie sich befinden. Wenn Sie dieser Prägungsvorgang interessiert, empfehle ich den guten Gerdard Roth (u.A. „Warum es so schwierig ist, sich und andere zu ändern„)

Koko Lorey- Lebenszeitbeamtin :-))
13 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Es muss heißen ‚dem Erliegen eines Effekts‘ oder ‚das Vorliegen‘ desselben. Und hier ist dann das Stöckchen, über das Sie die ganze Zeit springen. Ich mache jetzt Feierabend und freue mich des Beamtinnenlebens, dazu gibt es Rotwein- sei es Reminiszenz an die sozial- kulturelle Prägung durch das System, Folge von Alkoholismus aufgrund persönlicher Unzufriedenheit oder Lieblosigkeit oder Gram, als gottähnliches Wesen allein, allein zu sein. Einen ebenso schönen Abend wünsche ich Ihnen 😉

Jürgen Döll
12 Tage zuvor

Es gab hier mal einen tollen Gastbeitrag, der passend die Kategorie Mensch beschreibt, mit der ich in Ihrem Fall hier konfrontiert werde. Sie tun mir wirklich leid… https://www.news4teachers.de/2022/02/autoritaerer-reflex-wie-politiker-mit-der-schuelerinitiative-wirwerdenlaut-umgehen-und-was-dahintersteckt-ein-gastbeitrag/

Last edited 12 Tage zuvor by Jürgen Döll
Jürgen Döll
13 Tage zuvor
Antwortet  Mika

NRW. Es gibt tatsächlich eine Verankerung im Schulgesetz, das aber nur auf extrem abstrakter Ebene (Elternvertretung) ohne jegliche Konkretisierung. Das führt in der Praxis dazu, dass auf Behördenebene jegliche Einfluss nehmende Mitwirkung der Eltern (oder SuS) der expliziten Zustimmung bzw. Duldung der jeweiligen Schulbehörde bedarf.

Konkretes Beispiel – wir wollten (und werden) eine Stadtelternschaft gründen um an den Sitzungen der Kummune teilzunehmen im Schulausschuss. Wir haben Vertreter der Kommune zur Gründungssitzung eingeladen (Bürgermeister und Schulausschussvorsitzender). Diese haben (sehr freundlich) dankend abgelehnt.

Als offizielle demokratisch gewählte Vertretung dürfen wir nach Gesetz nur als normale Bürger am öffentlichen Teil der Sitzungen – als Zuhörer – teilnehmen. Wenn die Stadt zustimmt, dürfen wir eine Person als „beratenden“ Teilnehmer entsenden, mehr aber nicht. Und ob (und welche) eine Person gehen darf oder nicht, darf auch die Kommune bestimmen. Wenn Sie also eine kritische Person schicken wollen die nicht die Zustimmung des Rates findet, darf diese nicht teilnehmen. Gleiches gilt auf allen anderen Ebenen. In NRW haben Eltern, und auch SuS, keine gesetzlichen Mitsprache- und Einflussrechte in dem System, in dem sie gefangen sind und sind auf das Wohlwollen und die Zustimmung der jeweiligen Verwaltung angewiesen. Und selbst wenn jemand „zugelassen“ wird, kann dieser, wenn er/sie unbequem wird, ganz schnell wieder aussortiert werden.

Das passt total gut zu der Einstellung der lieben Koko – „die werden wir schon wieder los“, Menschen, die für Rechte von Kindern kämpfen.

Last edited 13 Tage zuvor by Jürgen Döll
Mika
13 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Ich hab jetzt kurz mal gegoogelt, in NRW ist die Schulkonferenz zu je einem Drittel mit Vertretern der Lehrer, Eltern und Schüler besetzt. Die Schulkonferenz beschließt über so ziemlich alles, was die Ausrichtung der Schule betrifft. Sind sich Eltern und Schüler einig, überstimmen sie auch die Lehrer – das betrifft jede Schule.
Was die Mitbestimmung auf kommunaler Ebene betrifft ist das, was Sie beschreiben, üblich, auch wenn ich das nicht so negativ sehe wie Sie. Wenn Sie aktiv gestalten wollen, ist der einfachste Weg, sich zur Kommunalwahl aufstellen zu lassen und sich mit dem Bildungsthema zu profilieren. Ich finde es korrekt, dass Kommunalpolitik von den gewählten Vertretern gestaltet wird: andernfalls könnten zig verschiedene Gruppierungen/Interessenvertretungen z.B. zur Schulbildung dazu führen, dass sich alle gegenseitig blockieren. Und wer stellt ggf. sicher, dass die sich durchsetzende Interessenvertretung dann auch tatsächlich den Mehrheitswillen repräsentiert? Der Lauteste oder Cleverste hat Recht? Da ist mir die gewählte Demokratie wirklich lieber.

Jürgen Döll
13 Tage zuvor
Antwortet  Mika

In Teilen teile ich Ihre Ansicht. Über die Schule kommen Eltern und SuS aber nicht hinaus. Da wir aber insb. bei Schule von einem Zwangssystem sprechen, also Eltern und SuS verpflichtet sind (ww eine der totalen Ausnahmen), ist aus demokratischer Sicht ein Mitsprecherecht zwingen, zumindest in den Gremien, die Entscheidungen treffen welche Schule direkt beeinflussen. Wenn also eine Kommune (wie in unserem Fall) seit Dekaden die Schulausstattung und die Gebäude massiv vernachlässigt und Gelder einfach immer wieder von der Schule abzieht, obwohl sogar lauf Landesgesetz zum Unterhalt verpflichtet, dann ist das eine katastrophale Situation. Gleiches gilt für Entscheidungen auf der Landesebene. Dazu kommt noch, dass, wie wir höchst persönlich erfahren haben in unserer „alten Schule“, Eltern und SuS die gegen die Mehrheit der LuL votieren, mit massiven Nachteilen im Schulalltag zu rechnen haben. Die Machtbeziehung Schule-Eltern-SuS ist nicht im Ansatz ausgeglichen. Hier mag es sicherlich auch andere Beispiele geben, aber insgesamt ist in Deutschland das Schulsystem nicht auf die Einbeziehung der „direkt betroffenen“ ausgelegt. Es ist ein ganz klar hierarchisch aufgebautes System, welches mit Partizipation nur sehr schwer klar kommt.

Zum Thema Kommunalpolitik möchte ich nur sagen – ich möchte nicht (mehr) Bestandteil eines solchen Systems sein. Das habe ich zeitweise versucht und konnte dieses mit meinem Ethos nicht (mehr) vereinbaren. Auch hier möchte ich nicht pauschalisieren, aber es gibt mittlerweile viele PolitikerInnen, die das auch nicht mehr mitmachen möchten. In Teilen auch wegen der Anfeindungen aus der Bevölkerung, aber überwiegend weil dieses Systhem aus moralischer Sicht nicht mehr tragbar ist.

Ansonsten würde z.B. eine Kommune total dankbar sein, dass Eltern sich engagieren und konstruktiv-kritisch mitarbeiten wollen. Es wird aber direkt von Anfang an abgeblock. 0 Interesse. Anstatt es als Gelegenheit zu sehen gemeinsam etwas zum Besseren zu entwickeln, wird es als Bedrohung empfunden, dass jemand die eigene Machtposition beschneiden könnte.

Und was ist falsches daran, wenn Eltern von knapp 10000 Kindern (die Kinder an den Schulen des Trägers) einen Vertreter/eine Vertreterin wählen, in einem demokratischen Verfahren, und gerne beteiligt würden an Entscheidungen die sie direkt, und nur sie als Eltern dieser Kinder und niemand anderen, betreffen?

Leider haben wir nur eine repräsentative und keine partizipative Demokratie. Und ist die Repräsentanz gewählt, kann sie tun und lassen was sie will, auch all die Versprechen brechen, die sie gegeben hat, und sich über bestehende Gesetze ohne Konsequenz hinwegsetzen (wie z.B. in NRW das Recht auf Bildung, was seit mittlerweile mehreren Jahren gebrochen wird – ohne Konsequenz).

Und die Hoffnung, dass wir noch eine Veränderung im Bestand schaffen, habe ich aufgegeben. Leider verlassen viel zu viele Menschen, die noch an den Menschen und der Gesellschaft und ihrer positiven Entwicklung unter Enbeziehung dieser interessiert sind, das System. Es fehlt mittlerweile die kritische Masse, um diesen Schwenk noch zu schaffen. Wir haben viel zu viele zementierende Kräfte, die nur am individuellen Machterhalt- und Ausbau interessiert sind.

dickebank
12 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Schulkonferenz und Stadtelternpflegschaft sind aber zwei Paar Stiefel.

Mika
12 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Ja logisch. Wie ich geschrieben habe: bzgl. der Ausrichtung der Schule haben Eltern und SuS Mitwirkungsrechte über die Schulkonferenz. Geht es um Belange des Trägers, z.B. die Finanzierung von Ausstattung o.ä., muss man über die Kommunalpolitik gehen.

dickebank
12 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Die Stadtelternpflegschaft ist der zusammenschluss der Schulpflegschaften einer Kommune. Der Vorsitzende (m/w/d) der Stadtschulpflegschaft kann auf Einladung einer im Gemeinde-/Stadtrat vertretenen Fraktion als „sachkundiger Bürger“ zu Ausschussitzungen bestellt werden.
Das geschieht aber auf Grundlage der kommunalen Bestimmungen und nicht auf Grundlage des Schulgesetzes.

Jürgen Döll
11 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Naja, genau das habe ich ja geschrieben. Die Kommune entscheidet, Rechte haben Eltern und Schüler keine. Wenn der Fürst es zulässt, darf der Pöbel zuhören

Alexander Christ
14 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Doch den gibt es und das schon seit über 3 Jahren im Distanzunterricht . Allerdings arbeitet der nicht mit Zoom, Microsoft, Jitsi oder ähnlichem sondern mit einer autonomen Eigenentwicklung 😀

Last edited 14 Tage zuvor by Alexander Christ
Riesenzwerg
15 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Nö.

Mika
16 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

@Jürgen Doll
Wenn weder Fachlehrer noch Ausstattung vorhanden sind, kann man wohl kaum die Schule und die vorhandenen Lehrer für die Misere des Physikunterrichts verantwortlich machen, und schon überhaupt nicht von fehlender Wertschätzung derselben bzgl. des Mint-Unterrichts oder digitaler Medien sprechen. „Es muss erst mal jemand wollen“ – die Schulen hätten gern Fachpersonal – bekommen sie aber nicht, weil keins da ist. Schulen dürfen sich heutzutage glücklich schätzen, wenn überhaupt genug Personen (gleich welcher Qualifikation) vor Ort sind, um in allen Klassen in jeder Unterrichtsstunde einen Erwachsenen einsetzen zu können. Für die Ausstattung ist der Schulträger (meist die Kommune) zuständig, und die finden IT in Schulen meist des Teufels: teuer, muss gewartet werden, digitale Schulbuchlizenzen sind jährlich neu zu erwerben, böser Datenschutz und Angriffe von außen müssen bedacht werden. Die Kommunen sind im Regelfall chronisch klamm, und eine neue Straße ist auch in den Augen der meisten Bürger wichtiger als die Sanierung einer Schule.

Jürgen Döll
16 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Ich sprach nicht pauschal von LuL. Ich sprach von allen Ebenen… Das geht von der Politik runter bis in die Schulen. Und wenn ich hier so die Kommentare lese, dann gibt es nicht wenige LuL, die von Digitalisierung in der Schule überhaupt nichts halten. Und genau diese zähle ich dann zu „muss erstmal jemand wollen“.

Last edited 16 Tage zuvor by Jürgen Döll
Riesenzwerg
15 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Wieso?

uwe
16 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Ja klar, das wissen sie aus Erfahrung. Den Fortschrittsfeinden ist kein Argument zu blöd, hoffen wir das Menschen wie sie nicht zu sehr dominieren sonst sitzen wir irgendwann wieder in der Höhle.

Riesenzwerg
15 Tage zuvor
Antwortet  uwe

Bei dem Umgang, den wir und vor allem DigiFans haben, gehe ich fest davon aus!

Mika
15 Tage zuvor
Antwortet  uwe

Pampen Sie mich gerade von der Seite an, dass ich ein Fortschrittsfeind wäre? Na wenn Sie meinen… und ja klar, dass weiß ich aus Erfahrung, weil erstens Physiklehrer (und Mathe, Informatik – sogar echt ausgebildet für alle drei Fächer) und zweitens in Kommunalpolitik aktiv. Ich maße mir eher selten an, über Dinge zu reden/schreiben, von denen ich keine Ahnung habe.

potschemutschka
15 Tage zuvor
Antwortet  uwe

Und woher wissen Sie, dass das nicht stimmt, was Mika schreibt? Sind Sie MINT- Lehrer, und wenn ja wie lange schon?

Pit2020
15 Tage zuvor
Antwortet  Mika

@Mika

„Was ich am eigenen Körper erlebt habe, bleibt viel besser haften als das coolste Video oder Lernspiel, auch wenn es digital ist.“

Genau!
https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/videos/eigenwahrnehmung-video-100.html
06:52 Min.

Und bevor jemand jetzt sagt: „Aber diese Analysemöglichkeiten, die erst mit digitalen Mitteln möglich sind …“
*hüstel*
Glaubt jemand ernsthaft, dass
1. Schulen dieselben technischen Voraussetzungen bekommen werden wie eine Universität?
2. SuS (auch in der gymn. Oberstufe) in großer Anzahl diesem Input mental folgen UND ihn dann auf den eigen Körper bezogen umsetzen können?
Das sind sinnvolle „Tools“ für den Leistungssport – noch nicht einmal für den Breitensport, geschweige denn für die heterogene Schülerschaft. DA geht es erst einmal um „im Schritt-Tempo rückwärts gehen – und bitte ohne hinfallen“, oder auch um „möglichst lange auf EINEM Bein stehen – und bitte ohne hinfallen.“ Für so etwas muss man kein Sportlehrer sein, da genügt schon die Illusion, man könne Vokabeln zum Thema „Bewegung“ leichter lernen durch die Verknüpfung mit der tatsächlichen Bewegung, also das durchaus hilfreiche „Lernen mit allen Sinnen“ (geht leider gar nicht digital, sorry). Ist aber oft zum Scheitern verurteilt, wenn 30% bis 70% (je nach Lerngruppe) einfachste Bewegungsabläufe aus einem weitgehend normalen Alltagsleben kaum ohne Verletzungsgefahr hinbekommen!

Pit2020
15 Tage zuvor
Antwortet  Pit2020

Ergänzung:
Wenn die Oma sich – nach einem Sturzerlebnis und sinnvollem Training – sicherer bewegen kann als die Enkel …
https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/videos/sechstersinn-video-102.html
06:06 Min.

Natürlich hätte die ältere Dame („Generation Oma“) auch digital trainieren können. 😉
LOL !

Streamer01
17 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Kamen die größten Physiker nicht vor 100 – 50 Jahren aus Deutschland? Na so schlecht kann das ja nicht gewesen sein.

Jürgen Döll
16 Tage zuvor
Antwortet  Streamer01

Der größte Feind von zukünftigem Erfolg ist vergangener Erfolg… Da haben wir sie wieder, unsere 100 Jahre!

Riesenzwerg
15 Tage zuvor
Antwortet  Streamer01

Wie konnte das nur passieren? So ganz undigital…

Riesenzwerg
15 Tage zuvor
Antwortet  Jürgen Döll

Wieso wird hier eigentlich geglaubt, dass die Schülyleistung durch die Digitalität besser wird?

Bei uns erfahren wir zunehmend das Gegenteil.

Wir fangen – oldfashion und bodenständig – wieder mit Buch und „Lesen macht stark“ an.

Buch ist unkompliziert und muss nicht ständig aufgekaden werden.

Haptisch viel besser.

Pit2020
15 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

@Riesenzwerg

„Buch ist unkompliziert und muss nicht ständig aufgekaden werden.“

Und wenn ein Schulbuch aus den kleinen SuS-Händchen rausrutscht und zu Boden fällt … kann es zwar beschädigt werden, funktioniert aber noch: Der Inhalt ist immer noch zuverlässig „abrufbar“. 🙂
Zudem kostet ein durchschnittliches Schulbuch deutlich weniger als ein durchschnittliches digitales Endgerät. 🙂

Carsten
17 Tage zuvor

Gibt es auch Länder, die die digitalen Gerätschaften mangels Einlösung der Versprechungungen wieder rausgeworfen haben ?

Georg
17 Tage zuvor
Antwortet  Carsten

Australien

Carsten60
17 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Der Bericht im Link bezieht sich nicht auf Kita oder Grundschule. Wenn in der 7. Klasse gelehrt wird, wir man damit umgeht, wie mag das vorher aussehen?

Lanayah
16 Tage zuvor
Antwortet  Carsten60

Wir, an der Grundschule, arbeiten ganz im Gegenteil daran, endlich eine vernünftige Digitalisierung aufzubauen. Leider bringt es der Digtalpakt nur mäßig, und wir warten auf die digitalen Boards, bevor wir als nächsten Schritt die kleinen Roboter beantragen können. Bisher muss ich mir die Blue Bots ausleihen und sehr zum Bedauern der Kinder zurückgeben, die gerne weiter auf den Ipads mit Blue Blocs programmiert hätten. Aus meiner Lehrerinnensicht ist das eine wunderbare Methode das logische Denken zu schulen, und es motiviert auch Kinder, die sonst schwer zu motivieren sind. Es geht bei Digitalisierung ja nicht nur um stumpfen Konsum. Wer es einfacher möchte: Das korrekte Schreiben von Zahlen kann beispielsweise mit Lernprogrammen geübt werden. Das Papier (das wir natürlich auch verwenden) gibt keine Rückmeldung, ob der Bewegungsablauf richtig war, die Lehrerin auch nur bedingt (weil sie sich nicht durch 25 teilen kann), das Lernprogramm schon.
Auch an der Grundschule fände ich es schön, wenn ich für einen 4minütigen Film über den Igel nicht erst mit der Klasse wandern müsste, sondern diesen mal eben an der Tafel abspielen könnte. Ich könnte hier noch viel mehr schreiben aber das würde den Rahmen sprengen. Das ist mein Erfahrungsbericht von der Grundschule.

Riesenzwerg
15 Tage zuvor
Antwortet  Lanayah

Im Silicon Valley lassen Softwareentwickler ihre Kids erst ab 14 an die Geräte.

Die Kids dürfen Musik, Kunst und andere tolle Dinge lernen.

Was wissen die wohl, was wir nicht wahrhaben oder sehen wollen?! Grübel…

Pit2020
15 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

@Riesenzwerg

Ja, diesen Gedanken finde ich auch immer wieder interessant.

Außer uns beiden finden das aber wohl viele, viele kluge 😉 Zeitgenossen totaaaal uninteressant.
Auch in der Bel étage unserer Bildungs-Experten-Pyramide würde das doch diskutiert?! 😉
Das habe ich aber noch nie (!) in einem Interview von jemandem aus dem „Club 16“ gehört oder gelesen …

Sissi
15 Tage zuvor
Antwortet  Pit2020

Weil der Club 16 meint, die Nabelschnur sei das HDMIkabel. ?
Und dann fehlts am Biowissen, die bleibt nicht……

Uwe
15 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Wahrscheinlich „wissen“ sie, weil Anthroposophisch verblödet: Erst nach zwei jahrsiebten hat man den Ätherleib.

447
17 Tage zuvor

Ja.

Weil:

1. Digitale Arbeitsmittel verstärken nur, was vorher schon da ist (Kevin konsumiert „Deutschrap“ – Videos, Luisa lernt mit der Mathematik-App währenddessen schon das übernächste Thema)

2. Aufgrund von passivem und aktivem defunding scheitert es alleine schon an sowas wie der Bandbreite (Kevin ist im gratis-schlechten Schulnetz mit dem ALDI-„Tablet“ im Datenstau, Luisa fliegt mit Pappis Datensim durch virtuelle Welten)

Bla
17 Tage zuvor
Antwortet  447

Sehe ich auch so ähnlich … Nur muss man natürlich nicht den Kevin als Stereotyp verwenden …

Man kann mit der Digitalisierung viel Zugewinn haben. Natürlich sollten darunter Lesen, Schreiben und Rechnen nicht leiden… Auch viele LuL welche wirklich (ansatzweise) digital arbeiten können/dürfen, arbeiten weiterhin bei den SuS mit Hefteinträgen auf Papier und/oder beides.
Das sollte ergänzen und nicht ausschließen.

Wenn allerdings weder leistungsfähige Endgeräte, noch Methoden bzw. Zeit dafür zur Verfügung stehen… Dann wird’s natürlich schwierig. Ohne funktionierendes W-Lan/Internet und die Sicherheit dafür heißt im Prinzip doppelte Stunden vorzubereiten. Darauf haben wohl die Wenigsten lust. (Ich auch nicht)

Dazu kommt natürlich die Bürokratie und die Datenschutzargumente …

Sport: Beispielsweise könnte man den Bewegungsablauf von Profisportler analysieren und den eigenen Bewegungsablauf der SuS aufnehmen und diese analysieren (lassen).
Das ginge bei doppelter Besetzung im Schwimmunterricht bspw. auch durch Unterwasseraufnahme und begleitender Kameraführung durch Lehrpersonal.

Auch in Geschichte und HSU kann man Museen digital besuchen, wenn es die Örtlichkeit sonst nicht hergibt. Dazu gibt es bereits VR-Möglichkeiten an einigen Stellen.

Präsentationen: Auch mal aufnehmen, damit die SuS sich selbst auch mal „sehen und hören“. Das wirkt ganz anders und oft objektiver. (Sind wir wieder beim Datenschutz, Recht am Bild/Ton …)

Zusatzförderung durch Lerntheken.

An Berufsschulen kann man das Schweißen bspw. durch Modellierung mit VR üben, damit bei Berufsschülern die Angst davor etwas vermindert wird. Praxis brauchen sie danach trotzdem. Aber es kann eine sinnvolle Ergänzung sein. (Gibt es ja auch an der ein oder anderen Berufsschule – mit Erfolg)

Usw. Usf.

Das Setting muss halt stimmen und vorhanden sein … Viele Schulen sind doch bei weitem von „Digital“ entfernt. Klar wird das so nicht funktionieren.

Grundschule: Analog, mit kleinen digitalen Berührungen -> Zusatzförderung, Lego-Programmierung …

Weiterführunde Schule: Umgang mit Medien (auch Gefahren, Verwendung, Ablenkung durch „viele Informationen/Eindrücke“ und Spiele/Chats usw., Cybermobbing, dazu Anwendungsbezogener Umgang -> Was braucht man zum effektiven Arbeiten/Lernen)
Wenn das dann vorhanden ist, dann vermehrter zusätzlicher Einsatz, wo sinnvoll.
Auch muss das Ganze geschult werden … Lehrer, Schüler und bedingt vllt. sogar Elternangebote. Intern und Extern.
Dass das mit Zeit und Kosten natürlich einher geht … Ja, das wohl ein Problem – in Deutschland wohl mehr als wo anders.

447
17 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Ich bin total begeistert von digitalen Möglichkeiten.
Bin also keineswegs dagegen.

Die Fallhöhe beim Betreten einer normalen bundesdeutschen Schule beträgt 20 Jahresmeter komma 500 mbit.

/sadface. gif
🙁

Dörte Gebert
17 Tage zuvor

Die Überschrift ist verpeilt, geht am Thema vorbei.

Es geht gar nicht darum, ob Digitalisierung den Unterricht besser macht. Es geht darum, ob einige Kinder zuhause in der Neuzeit leben und an der Schule die Steinzeit erleben. Digitale Medien sind schon lange Kulturtechniken. Und die aus der Schule auszusperren, benachteiligt die sowieso Benachteiligten noch mehr.

Und um nach der Schule im Leben und der Arbeitswelt erfolgreich sein zu können, braucht man digitale Kompetenzen. Die muss man in der Schule lernen. Dafür braucht es Digitalisierung. Denn ohne Hard- und Software an der Schule kann niemand den Umgang damit erlernen.

Und: Digitalisierung kann Lehrkräften den Arbeitsalltag erleichtern – so wie alle Büroarbeiter es dadurch einfacher haben, sich zu organisieren und Aufgaben zu erledigen.

PS: Wo Hardware fehlt, kann jede Schule diese bei http://www.das-macht-schule.net/gratis-it kostenlos erhalten.

A

GriasDi
16 Tage zuvor
Antwortet  Dörte Gebert

Zitat:
„Und: Digitalisierung kann Lehrkräften den Arbeitsalltag erleichtern – so wie alle Büroarbeiter es dadurch einfacher haben, sich zu organisieren und Aufgaben zu erledigen.“

Tut es aber nicht. Im Büro hat der Arbeitgeber einen Nutzen davon, dass er sich um Ausstattung und zeitgemäße Software kümmert. Bei LehrerInnen hat keiner derjenigen, die das Geld geben müssen ein Anliegen, dass LehrerInnen schneller oder besser arbeiten können – insofern muss man halt mit viel billgem Zeugs zurecht kommen oder – wenn man vernünftig arbeiten will – sich alles selbst beschaffen.

Mika
15 Tage zuvor
Antwortet  GriasDi

Ich denke, dass bei den Geldgebern nicht nur kein Interesse für einfacheres und effizienteres Arbeiten der Lehrkräfte vorhanden ist, sondern dass diese auch die Lernbedingungen der SuS, deren Lernerfolg und deren Förderung gerade bei schwierigen häuslichen Bedingungen wenig interessieren. Wäre es anders, würden viele Schulen nicht sowohl innen wie auch außen dem Verfall nahestehen, dann würde die sächliche Ausstattung nicht bereits musealen Wert haben, dann würde man nicht jeden Antrag für z.B. ein Messgerät für den Physikunterricht ellenlang begründen müssen mit dem Ergebnis, dass der Antrag abgelehnt wird, weil leider, leider keine Mittel dafür da sind und es bis dato ja auch irgendwie ging.
Dieses Zwitterwesen von personellem Träger (Land) und Schulträger (Kommune) ist dermaßen hinderlich für Schulentwicklung – jeder schiebt dem anderen die Verantwortung zu, und am Ende zahlen es Lehrkräfte und SuS mit den Zuständen vor Ort. Es ist einfach nur zum Brechen.

GriasDi
16 Tage zuvor
Antwortet  Dörte Gebert

Übrigens:
Büroarbeiter bekommen funktionierende Geräte und Software hingestellt und müssen sich nicht selbst um alles kümmern – das erleichtert die Sache ungemein.

Riesenzwerg
15 Tage zuvor
Antwortet  Dörte Gebert

Das ist mir neu!

Eine Arbeitserleichterung hätte ich nur, wenn die notwendigen Lernapps und Programme auf allen Handys für das Schuljahr passend zum jeweiligen Leistungsstand mit Benotung selbiger vorbereitet sind.

Bisher suche ich für jedes Schüly selber nach möglichen, sinnvollen, kostenlosen Lernapps für die Inhalte, die gerade bearbeitet werden.

Dummerweise müssen bei jeder PupsApp (ich bin echt genervt!) auch die Eltern ins Boot geholt werden, da ich auf den Privatgeräten nicht rumfuckeln darf und sie die Schulgeräte natürlich nicht mitnehmen dürfen.

Wo ist da eine Erleichterung für mich?

Übrigens – da ich die Privatgeräte nicht einsehen darf, kann ich auch nicht gucken, was sie da in der Stunde machen und ob sie bei digitalen Klassenarbeiten die Lösungen aus dem Netz oder ihrer Cloud laden…..

Sonst noch irgendwelche glorreichen Vorteile, die mir bisher entgangen sind?

dickebank
15 Tage zuvor
Antwortet  Dörte Gebert

Erleichterung?
Die Noteneingabe in SchILD NRW ist nur mit Hilfe von PC möglich, die Übertragung von Daten über Apple-Devices ist nicht möglich. Stellt sich die Fragem warum NRW die lehrkräfte mit „angebissenen Äpfeln“ ausstattet.

Ernst Schuberth
17 Tage zuvor

Was sind Nutzen und und was sind Gefahren der Digitalisierung? Zu unterscheiden ist zunächst, ob es sich um neue Darstellungsmöglichkeiten (Whiteboard etc.), um das Abarbeiten von Routineaufgaben, das Abrufen benötigter Informationen oder um das Er- und Verarbeiten von Themen handelt, die uns maßgebliche Fähigkeiten vermitteln (Einführung des Schreibens etc.) oder uns mit der Kultur der Vergangenheit und Gegenwart verbinden (Geschichte des Mittelalters, Literatur, Wahrscheinlichkeitsrechnung etc.) Dass die breite Anwendungspalette wie die schnelle Bereitstellung von Informationen, die Verteilung von Nachrichten und vieles andere eine große Hilfe sein können, steht außer Frage. Aber: Ist die Vermittlung von Informationen der wesentliche Sinn von Unterricht? Haben die Befürworter einer umfassenden Digitalisierung den Lernbegriff mit seinen vielen Facetten wirklich durchdacht?
In jeder realen Unterrichtssituation hat man es mit einer einmaligen, hier und jetzt miteinander arbeitenden Gruppe von Menschen zu tun, die heute andere Fragen und Befindlichkeiten als gestern hat. Was Schule leistet, ist immer auch eine Sozialisierung, zu der die Wahrnehmung meiner Mitmenschen mit allen seinen individuellen Eigenheiten, die Entwicklung von Empathie, das miteinander Freude, Schmerz und Trauer und das gemeinsame Handeln gehören. Interesse und Zuwendung zu meinen Mitmenschen kann nicht durch Phrasen entwickelt werden, sondern nur durch das Eingehen auf einander. In der Schule haben Lehrerinnen und Lehrer eine Vorbildfunktion, ob sie wollen oder nicht: Wie höre ich einem Kind zu? Wie gehe ich auf seine Frage ein? Bin ich bereit, wirklich mitzudenken, was ein Kind sagt und nicht nur abzufragen, was ich ihm beibringen will?
Die Normierung von Lernen und die ständige Lernkontrolle führen zur Lähmung von Kreativität und Initiativkraft, denn das Neue ist gerade noch nicht lehrbar!
Schule muss und soll von den Betroffenen gemacht werden – den Eltern, Kindern und Lehrern. Sie darf keine Spielwiese für Politiker und Parteien sein, aber ebenso wenig von finanziellen Interessen großer Unternehmen und deren Lobbyisten bestimmt werden. Was junge Menschen suchen, ist eine ernsthafte Beziehung zu anderen Menschen, die Vorbild sein können, die auch bei Schwierigkeiten zu einem stehen, die mich erkennen, wie ich eigentlich bin und die mir vertrauen…

Pit2020
17 Tage zuvor
Antwortet  Ernst Schuberth

@Ernst Schubert

Das ist ein toller Kommentar, danke dafür! 🙂

AlexB
17 Tage zuvor
Antwortet  Ernst Schuberth

Ganz toll geschrieben, danke!

Nimi
16 Tage zuvor
Antwortet  Ernst Schuberth

Und wieso sollten all diese Aspekte guter Schule, die Sie aufzählen, nicht in einer Kultur der Digitalität (die überall außerhalb der Schule Realität ist) möglich sein? Natürlich muss man mit SuS in Beziehung treten und interagieren. Warum sollte das nicht digital unterstützt werden können? Die digitalen Möglichkeiten sollen ja nicht das bisherige Unterrichten ersetzen, sondern ergänzen. Sie eröffnen einen Möglichkeitsraum für neue Lernsituationen, die genauso (oder noch viel mehr) Kreativität, Kommunikation und Zusammenarbeit ermöglichen. Neue Prüfungsformate müssen das bloße Abprüfen von Inhalten ersetzen. Die SuS müssen lernen, die Welt in der sie leben, zu verstehen und sich kritisch mit ihr auseinander zu setzen. Diese Welt lässt sich nicht mehr in digital und analog aufspalten. Wie sollen wir SuS bilden, die die Probleme der Zukunft lösen können, wenn wir die gegenwärtige Realität aus den Klassenzimmern verbannen?

GriasDi
16 Tage zuvor
Antwortet  Nimi

Zitat:
„Neue Prüfungsformate müssen das bloße Abprüfen von Inhalten ersetzen. Die SuS müssen lernen, die Welt in der sie leben, zu verstehen und sich kritisch mit ihr auseinander zu setzen.“

Verantwortungsvolle Lehrkräfte unterrichten schon immer so, seit hunderten von Jahren.

Riesenzwerg
15 Tage zuvor
Antwortet  Nimi

Nun, vielleicht fangen wir mal an, die jetzigen Probleme zu verringern.

Die jetzigen Probleme sind auch die Probleme der Zukunft.

Verursacht von unseren Vorfahren, weiter getrieben von uns und dann sollen die heutigen Kids sie lösen?

Aus dieser Verantwortung sollten/dürfen wir uns nicht rausziehen!

Aber wenn wir ehrlich sind – was hinterlassen wir den Kids (weil wir nichts oder das Falsche tun!)

Müll und Probleme!

Mika
15 Tage zuvor
Antwortet  Nimi

„Pures Abprüfen von Inhalten“, also Reproduktion, sollte in jeder Prüfungssituation (egal ob Test, Klassenarbeit , Klausur oder Abschlussprüfungen) nicht mehr als 40% ausmachen, dazu kommen ca. 40% Anwendung und der Rest ist Transferleistung. Das ist seit Jahren so – bitte erkundigen Sie sich, bevor Sie den Lehrkräften indirekt den Vorwurf machen, nur auf den Nürnberger Trichter zu setzen.

Uwe
16 Tage zuvor
Antwortet  Ernst Schuberth

Geht ein bischen am Thema vorbei. Zur Mathematik kann ich sagen: iPads (haben wir) oder jeder andere Tablet sind ein Segen: Das gute alte „Päckchenrechnen“ das nun mal zum Einüben wesentlich ist kann man damit extrem gut üben. Mit sofortiger Rückmeldung richtig/falsch. Einmaleinsüben, der Tab ist dazu perfekt geeignet. Erklärvideos können sich die Schüler*innen auch in ihrem eigenen Tempo ansehen.
Soweit ich das verstanden habe ist geplant: Die Pads ersetzen die Bücher, die Kopierorgien und die Tafel. Nicht die Lehrkräfte.
Aber warum sollte ich noch einen Sachverhalt an der Tafel erklären wenn ich ein Video zum Thema über den nahdistanzbeamer zeigen kann?

GriasDi
16 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

Zitat:
„Aber warum sollte ich noch einen Sachverhalt an der Tafel erklären wenn ich ein Video zum Thema über den nahdistanzbeamer zeigen kann?“

Wenn man denn ein geeignetes Video findet, das zum aktuellen Stoff passt. Meist sucht man danach länger als man es im Unterricht erklärt – also lässt man es.

Uwe
16 Tage zuvor
Antwortet  GriasDi

In Mathematik ist das nicht so. Finde praktisch auf Anhieb das richtige Video.

GriasDi
15 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

Ich nicht. Leider.

Riesenzwerg
15 Tage zuvor
Antwortet  GriasDi

Ganz genau!

Riesenzwerg
15 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

Damit ist dann aber doch auch der (Mathe)lehrermangel behoben! 😉

Bin ich froh, dass ich Deutsch studiert habe!

Aber da übernimmt ja auch die Rechtschreibprüfung. Inhalt wird aus dem Netz kopiert. ….

Ich schule um auf Sportlehrery! Das kommt (noch) kein Robotti und übernimmt das Lauftraining und das Denken. 😉

Uwe
15 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Wie schon gesagt: Das iPad ersetzt die Arbeitsblätter, das Buch und den Tafelanschrieb. Merkwürdige Paranoia das der Lehrer mit Arbeitsblatt, Buch und Tafelanschrieb IDENTISCH ist. Komisches Selbstbild.

AlexB
17 Tage zuvor

Zunächst: Es gibt digitale Geräte und digitale Medien. Es gibt Hardware und Software. Es gibt das Internet und die technischen Voraussetzungen, dieses empfangen zu können. Alles zusammen ergibt eine digitale Infrastruktur.

Digitale Geräte und digitale Mediengehören heute zum Alltag der meisten Menschen. Für den Unterricht können beide in vielen Bereichen sicherlich hilfreich und unterstützend eingesetzt werden.

Darüber dürfen aber zum einen die grundlegenden Fähigkeiten und Kompetenzen, die ein Kind in unserer Gesellschaft benötigt, nicht vergessen werden.

Zum anderen muss die gesamte digitale Infrastruktur verwaltet und technisch unterstützt werden. In Deutschland meinen Politik und Verwaltung oft, dass Schulen bzw. Lehrkräfte hinreichend ausgestattet sind, wenn sie ein möglichst billiges Endgerät vorgesetzt bekommen.
Das reicht aber bei weitem nicht. Es werden nicht alle Bereiche der digitalen Infrastruktur gesehen.

Ich verwalte an meiner Schule viele Teile der digitalen Infrastruktur. Ich habe unfassbare Mengen an Stunden investiert, um alles ans Laufen zu bringen. Immer wieder bin ich vor die Wand gelaufen. Kein WLAN, kein Netz, Server ausgefallen, Software funktioniert nicht oder kostet zu viel, wird nicht betreut, Admin-Schulung – Wofür denn? Sinnvolle Fortbildungen – Fehlanzeige. Unsere digitale Infrastruktur läuft immer noch nicht so, dass es möglich wäre, besonders auch die nicht so digital affinen Kolleg*innen an die Hand zu nehmen und mit ihnen ein Konzept aufzustellen, wie denn die digitalen Medien hilfreich ungesetzt werden könnten. Geschweige denn, wie die Balance zwiaschen analogem und digitalem Lernen gewahrt bleiben könnte.

Wir sind – nicht nur an meiner Schule – oft noch in der digitalen Steinzeit. Zudem fehlen Kindern immer mehr grundlegende Fähigkeiten. Es muss nicht verwundern, dass Deutschlands Lehrkräfte sehr skeptisch sind.

Marion
17 Tage zuvor
Antwortet  AlexB

Und da ist er wieder, der Satz, der so oft fällt, wenn von Bildung, Erziehung und der Digitalisierung von Schulen die Rede ist: „ZUDEM FEHLEN IMMER MEHR KINDERN GRUNDLEGENDE FÄHIGKEITEN“.
Wie oft muß dieser Satz eigentlich noch fallen, bis man sich endlich ernsthaft die Frage stellt: WARUM fehlen Kindern immer mehr grundlegende Fähigkeiten?
Inwieweit kann Digitalisierung da Abhilfe schaffen oder inwieweit ist Digitalisierung auch Mitursache des Problems?
Wer hat Antworten auf diese existenzielle Frage?
Wie sollen wir ein Problem lösen, wenn wir nicht mal ansatzweise bereit sind, uns mit den Ursachen zu befassen.
Liegt es an dem eklatanten Personalmangel in Kitas und Schulen, an zu großen Gruppen/Klassen, an zu viel Lärm und Unruhe?
Dann brauchen wir mehr Personal (und mehr Platz) für weniger Kinder.
Oder besteht das Problem darin, daß zu viele Kinder mangelnde Deutschkenntnisse haben. Dann bräuchten wir mehr Zeit und Personal für weniger Kinder, um die Sprachentwicklung dieser Kinder vernünftig fördern zu können.
Vielleicht ist das Problem auch, daß es sehr viele Kinder aus prekären familiären Verhältnissen gibt. Dann bräuchten wir mehr Zeit und Personal für weniger Kinder, um diese Kinder angemessen betreuen und fördern zu können.
Vielleicht spielt auch die zunehmende Unfähigkeit mancher Eltern, ihrem Erziehungsauftrag gerecht zu werden eine Rolle, sei es aus Zeitmangel wegen beruflicher Belastung oder anderen Gründen.
Auch dann bräuchten wir mehr Zeit und Personal für weniger Kinder, um die Defizite der häuslichen Erziehung auszugleichen.
Oder Kindern fehlen grundlegende Fähigkeiten, weil sie zu viel vor dem Computer hocken und auf dem Handy herumdaddeln.
Dann bräuchten wir mehr Platz und Personal, für weniger Kinder, um die Kinder wieder zu mehr körperlicher Aktivität zu motivieren.
Sollte die Ursache ein Mix aus all den genannten Gründen sein, dann braucht es also hauptsächlich mehr Personal, mehr Zeit und mehr Platz.
Wenn wir das haben, dann können wir ja mal darüber nachdenken, inwieweit Digitalisierung auch noch hilfreich wäre.
Ich fürchte aber, daß uns, zumindest beim Personal, die demographische Entwicklung einen Strich durch die Rechnung machen wird. Kriegen wir aber nicht mehr Personal in Schulen und Kindergärten, wird es auch nichts mit „mehr Zeit“.
Dann funktioniert auch das mit der zusätzlichen Förderung für die Kinder, denen immer mehr grundlegende Fähigkeiten fehlen, nicht. Es ist ein Teufelskreis und ich frage mich ernsthaft, wie wir aus dieser Misere wieder herausfinden.
Ich schätze, mehr Digitalisierung ist da nur sehr bedingt eine Lösung.

Riesenzwerg
15 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Viele unserer Kids haben überforderte Eltern, tw. hochgradig depressiv.

Was die brauchen sind menschliche Ansprechpartnerys.

Wir sind so sensibel und aufmerksam und empathisch, dass wir ihnen das Gleiche wie zu Hause vorsetzen – digitale Babysitter.

Voll die gute Pädogogik!

Hilft unglaublich gut bei der Sozialisierung – zu (das Wort schreibe ich jetzt nicht!).

Ironie und Wahrheit können durchaus gleichzeitig gelten.

Sissi
15 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Manchmal brauchts die Ironie, um die Wahrheit auszuhalten.
Dem, was Du da geschrieben hast, möchte ich mich anschließen – ganz ohne Ironie, eher traurig, weils passt. 🙁

Dr. Kerie
17 Tage zuvor

Ich habe keine „Ängste“ und auch keine „Vorbehalte“. Ich habe kein stabiles WLAN.

Shuma Tino
17 Tage zuvor

Digitalisierung kann eine große Hilfe sein, aber nicht überall. Ich habe 20 Jahre IT-Azubis ausgebildet und war gleichzeitig der Administrator der Schule. Auch da gehörte Digitalisierung nicht in jeden Unterricht. Jetzt unterrichte ich hauptsächlich Mathe und verwende die Digitalisierung sehr dosiert (z. B. Geogebra).Außen vor lasse ich in dieser Betrachtung die Verwendung eines Beamers und der Dokumentenkamera. Um die Grundinhalte in Mathe zu vermitteln, ist die Entwicklung der Aufgaben an der Tafel entsprechend der Erfahrung der beste Weg. Digitalisierung kann zwar dazu führen, dass mehr Inhalt schneller vermittelt werden kann, allerdings mit der Erkenntnis, dass dabei kaum etwas hängen bleibt. Trotzdem möchte ich die Technik nicht missen, da es manchmal etwas gibt, was mit dieser noch anschaulicher wird.
Am schlimmsten ist allerdings, dass die Digitalisierung von anderer Seite behindert wird. Gerade in Thüringen hat sich der Landesdatenschutzbeauftragte als permanenter Blockierer hervorgetan, der in vielen Punkten in seinem Handeln die Grenze zum Amtsmissbrauch überschreitet. Korrekte Werkzeuge werden verboten (was diese Behörde als reine Kontrollbehörde ohne Weisungsbefugnis gar nicht darf) und nicht korrekte Lösungen durchgewunken. Datenschutz und Datensicherheit sind wichtig, werden aber nicht erreicht, wenn artfremde Juristen ohne entsprechende IT-Kenntnisse (die somit auch entsprechende Gesetze nicht verstehen) die Entscheidungen treffen. In Thüringen führte es dazu, dass sogar Lösungen befürwortet wurden, die gegen das Grundgesetz verstoßen. Hinweise von meiner Seite wurden mit fachlich unsinniger Begründung abgewiegelt. Meine 37 Jahre IT-Erfahrung (auch viele Jahre in der Praxis) waren dort nicht erwünscht…

kanndochnichtwahrsein
16 Tage zuvor

„…dass Kulturtechniken wie Handschrift oder das Lesen von Büchern an Relevanz verlieren.“

Dies und der ganze Text hört sich in meinen Ohren so an, als hätten deutsche Lehrer unbegründete Ängste, wollten hergebrachte Wichtigkeiten bewahren und seien (zu) traditionell oder gar rückwärtsgewandt eingestellt.

Ich sehe Handschrift, Lesen und einige andere „herkömmliche“ Fähigkeiten, die man bisher in der Schule erwerben konnte, als unabdingbare Voraussetzung für jedes weitere Lernen – gleich ob analog oder digital.
Ein Kind, das nicht sicher lesen und schreiben kann, womöglich deshalb gar nicht veinnerlicht hat, dass diese Techniken eine Grundlage fast all unserer Kommunikation sind, kann weder analoge noch digitale Texte verarbeiten und korrekt einschätzen.
Ein Kind ohne die Fähigkeit zu lesen und zu schreiben ist einfach ein Analphabet.
Dass man durch den/am Computer lesen und schreiben lernt, dürfte sich auf eine Minderheit beschränken. Das mag es geben. Wenn wir darauf setzen wollen, müssten wir aber ganz anders ausgestattet sein – und das schon ab dem Kitaalter.

Persönlich bin ich davon überzeugt, dass Lesen und Schreiben auch auf räumlicher Orientierung, begreifendem Lernen und Automatisierung zu tun hat. Das, was ein Kind mit STift und Papier, auf den Seiten eines Buches mit all seinen Sinnen lernt, kann m.E. digitale Technik nicht ersetzen. Auch halte ich es für entscheidend, ob einem Kind von Anfang an die Möglichkeit gegeben ist, sich die Welt, die es sich erliest oder aus seinem eigenen Stift fließen lässt, im Kopf in ganz persönlichen Bildern vorzustellen. Digitale Medien geben mir da zu viele Bilder vor, überlagern eigene Ideen und Assoziationen, verhindern eine uneingeschränkte Phantasie.
Nicht zu ersetzen durch Technik ist wohl auch das emotionale Erlebnis beim Lesen und Vorlesen, wie es m.E. nur mit einem Buch so möglich ist.

Vor dreißig, vierzig Jahren haben Lehrer versucht, dem Fernsehen Konkurrenz zu machen. Heute versuchen wir, Youtube, Tiktok und Co Konkurrenz zu machen?
Nein, das sollte nicht unser Ziel sein.
Digitale Möglichkeiten haben ihre Grenzen.
Wenn die Grundlagen bei den Kindern stimmen, können sie gerne und sicher auch mit Erfolg und Mehrwert als weitere Möglichkeit, vielleicht in einigen Bereichen auch als nicht durch andere Medien ersetzbare Möglichkeit (z.B. Simulationen) genutzt werden.

Riesenzwerg
15 Tage zuvor

Wer setzt denn hier rote Daumen?

Koko Lorey
15 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Vielleicht der Herr Döll?

Jürgen Döll
13 Tage zuvor
Antwortet  Koko Lorey

Unsere Lebenszeitbeamtin der die Menschen egal sind ist hier vielleicht ein leutendes Beispiel. Sätz wie „die werden wir auch schon wieder los“ sagen alles. Menschen- und insbesondere Kinder-Verachtender geht es nicht mehr.

Jürgen Döll
13 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Nur um das klarzustellen, so wie von der lieben Koko angenommen, ich bin es nicht 😉 Ich finde Ihre Anmerkungen sehr passend und die Einschätzung zutreffend.

Last edited 13 Tage zuvor by Jürgen Döll
Nimi
16 Tage zuvor

Hilfe! Wenn ich die Kommentare hier lese, stehen mir die Haare zu Berge. Mir scheint das größte Problem zu sein, dass Lehrkräfte offenbar keine Ahnung davon haben, wie guter digital gestützter Unterricht aussehen kann und stattdessen darunter nur youtube Filmchen und Handynutzung verstehen. Schule muss sich (wie alles andere) in einer Kultur der Digitalität bewegen, da diese die Realität ist. Die geht auch nicht mehr weg. Wir sollten die digitalen Möglichkeiten nutzen um es SuS zu ermöglichen kollaborativ an konkreten Projekten zu arbeiten, sich vertieft mit eigenen und fremden Texten auseinanderzusetzen, Algorithmen und Manipulationsmöglichkeiten zu verstehen, direktes Feedback und passgenaue Übungen zu erhalten und vieles mehr… Es braucht offenbar Modelle oder mehr Beispiele für sinnvollen digital gestützten Unterricht. Viele LuL wissen gar nicht, was das ist bzw. sein könnte.

GriasDi
16 Tage zuvor
Antwortet  Nimi

Zitat:
„Wir sollten die digitalen Möglichkeiten nutzen um es SuS zu ermöglichen kollaborativ an konkreten Projekten zu arbeiten, sich vertieft mit eigenen und fremden Texten auseinanderzusetzen … “

Und wenn sie dann die Möglichkeiten bekommen, dann werden sie nur von 10 % genutzt.

Riesenzwerg
15 Tage zuvor
Antwortet  Nimi

Grundlage für diese sinnvolle Nutzung sind aber nun mal eigene Fähigkeiten, die da heißen: lesen, schreiben, rechnen!

Schattenläufer
16 Tage zuvor

Digitalisierung KANN helfen und vieles für die SuS verständlicher und für die LuL einfacher machen.

Aber, es bringt viele Stolpersteine mit sich.

Zunächst ist ein digitalisierter LuL universal erreichbar und kontrollierbar. Das macht Stress und ist dienstrechtlich bei zentraler Wartung bedenklich. Wieso geht ihr Tablett immer erst um 8.30 an? Oft nutzen Sie das teure Gerät gar nicht! Sie tragen ihre Berichte immer erst mit zwei Tagen Verspätung in digitale Klassenbuch ein.

SuS mit mangelnder Motivation werden auch durch digitale Medien nicht motivierter. Spätestens wenn Sie feststellen, das die wirklich interessanten Seiten gesperrt sind und man mit dem Ding echt nur Unterricht machen kann lässt das Interesse schlagartig nach.
Digitale Medien ersetzen einfach keine Motivation und keine Erziehung.

Die Ausstattung muss auch wirklich vorhanden sein. Da diese über den Amtsweg angeschafft wird, werden die heutigen SuS die Digitalisierung wohl nicht mehr erleben. Wer einen Antrag zum Digitalpakt mal mit ausgefüllt hat kann das bestätigen.

Digitale Geräte veralten und brauchen Wartung. LuL können dies nicht leisten. Daher bringen die Digitalisierung jährliche Folgekosten mit sich. Wer die nicht tragen will oder kann der sollte von der Digitalisierung die Finger lassen.

Wenn dann mal alles da ist, dann müssen die LuL diese Geräte auch sinnvoll nutzen können. Es geht da nicht um WORD & Co. es geht um eine relativ unüberschaubare Menge an Apps zu Erstellung von Filmen, digitalen Arbeitsblättern, interaktiven Präsentationen uvm.
Das wird mehrere Jahre und viele, viele Fortbildungen brauchen.

Als kleine Hilfestellung noch ein Berg an Datenschutz-Fesseln und eine Flut von Nutzerrechten die berücksichtigt werden müssen.

Digitalisierung ist also kein Allheilmittel.
Im besten Fall wird sie in 5 bis 10 Jahren eine Hilfe sein. Wenn ausreichend geschulte Lehrer und Hardware zur Verfügung stehen.

Es wäre ratsam im Unterricht erst mal nach natürlicher Intelligenz zu suchen bevor man den Unterricht durch künstliche Intelligenz „revolutioniert“.

Damit meine ich, man muss zunächst mal für eine ausreichende Anzahl an LuL sorgen, diese Ausbilden und zeitliche Ressourcen in den Kollegien frei machen. Dann würde eine Digitalisierung als Hilfe was bringen.
Mit zu großen Klassen, überlasteten Lehrern die zusätzlich, natürlich am Besten in ihrer Freizeit, Schulungen zur Digitalisierung machen sollen und das System nebenbei warten, wird die Digitalisierung effektlos im Sand verlaufen.

Melissentee
15 Tage zuvor

An der Schule (Gymnasium) meines Sohnes schauen die Kinder in der Unterstufe mit schuleigenen Tablets im Unterricht Pornos, spielen Onlinespiele und schauen Fußball. Alle Dienste (YouTube, Internet) sind ungeregelt zugänglich. Das Sozialverhalten der Kinder geht seitdem den Bach runter, die Leistungen sinken und… es passiert nichts.

Jürgen Döll
13 Tage zuvor
Antwortet  Melissentee

Und wenn man ein wenig IT-Kompetenz in der Schule hätte, wäre es ein Einfaches, das zu regeln. Das ging aber auch schon vor 20 Jahren ohne Probleme – eigentlich…

Dreamghost
15 Tage zuvor

Ich fand das Hauptproblem war, dass einem ein Tablet zugeschmissen und dann gesagt wurde „Macht mal“.
Digitalisierung kann in der Schule helfen. Allerdings sollte dabei geschaut werden, dass vor allem die
verwaltungstechnischen Zusatzaufgaben „vom Computer gemacht“ werden, aka echte ArbeitsENTLASTUNG.
Leider ist genau das Gegenteil passiert: Die technikaffinen KuK, die sowieso schon auf ihren Burnout mit Mitte 30 hinarbeiten, gaben Schulungen zu diesem Thema:
Wie erstelle ich Lernvideos, eigene Zielkontrollen mit Top-Gamification, ganze Stunden in interaktiven Arbeitsmappen etc. pp.
Auf die Frage hin, wie viel das zusätzlich von der (sowieso schon knappen) Freizeit einfordert kam nur Schulterzucken und der Hinweis, dass man das ja den SuS geben kann und die dann die Stunde über selbstständig arbeiten (lach)
Selbst wenn das klappen WÜRDE, 8h am Tablet basteln für 45 min „Entlastung“ in der Stunde? Nein danke. Sagt Bescheid wenn das Kosten-Nutzen Verhältnis umgekehrt ist…

Last edited 15 Tage zuvor by Dreamghost
Leseratte
14 Tage zuvor

Habe bezüglich Nutzung der Digitalisierung einen „tollen“ Vorschlag unseres KM zur Abmilderung des Lehrermangels gelesen (die Werbekampagne für 600000€ mit Sprüchen wie „ Werde Welterklärer und Lieblingslehrer“ hat scheinbar nix gebracht…).

„Digitaler Unterricht kann nach Auffassung von Thüringens Bildungsminister Helmut Holter bei akutem Lehrermangel helfen. „Ja, auch unter dem Gesichtspunkt des Lehrermangels ist es ein Beitrag, um Fachunterricht zu ermöglichen“, sagte der Linke-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Es gehe ausdrücklich nicht darum, Lehrer zu ersetzen oder Lehrerstellen einzusparen. „Es geht darum, dass moderne Unterrichtsformen Einzug halten.“ Analoger und digitaler Unterricht sollten seiner Meinung nach gleichberechtigt an Thüringer Schulen Alltag werden. […]
Holter brachte nun eine Hybrid-Variante ins Spiel. Denkbar sei beispielsweise, dass ein Fachlehrer in einer Schule Physik unterrichte – und mehrere Klassen zugeschaltet seien, aus Schulen, wo es vielleicht nicht genügend Physiklehrer gebe. „Das müsste man aber rechtlich klären, auch Datenschutzfragen gilt es zu beachten“, sagte Holter. […]
Die FDP-Bildungspolitikerin Franziska Baum sagte, Holters Idee sei „kein großer pädagogischer Wurf“. Ein Lehrer im Stream müsse nicht unbedingt besser sein als ein Youtube-Video. Am ehesten könne sie sich ein solches Modell noch in Berufsschulen vorstellen. Baum regte an, die Schulen zumindest zeitweise für Nicht-Akademiker zu öffnen, um den Lehrermangel in den Griff zu bekommen. Als Beispiel nannte sie Fachchemiker, die keinen Hochschulabschluss hätten, aber Chemie unterrichten könnten.“

https://www.thueringer-allgemeine.de/politik/holter-digitaler-unterricht-soll-gegen-lehrermangel-helfen-id236961013.html

Das kann ja alles noch heiter werden…

Mika
14 Tage zuvor
Antwortet  Leseratte

Als ob es so viele arbeitslose Fachchemiker gäbe… Meine Güte, können die Leute nicht erst mal denken, bevor sie reden?

Johannes
14 Tage zuvor
Antwortet  Leseratte

Also ein arbeitsloser Fachchemiker (Was soll das genau sein?) ist sicher nicht ohne Grund arbeitslos bei dem Bedarf der Branche. Und ohne Hochschulabschluss kann er/sie/es Chemie unterrichten. Aha.
Und wenn kein Lehrer da ist, kann ein zugeschalteter mehrere Klassen an mehreren Standorten beschulen. Die SuS beaufsichtigen sich dann selbst? Aha 2.
Funfact: Seit wir in den Klassen interaktive Boards haben, dürfen- laut Dienstanweisung- keine SuS mehr in den Wechselpausen oder sonstwann ohne Aufsicht in den Räumen bleiben.

Leseratte
14 Tage zuvor
Antwortet  Johannes

Genau wie bei uns.