Nach Microsoft-Verbot: Nur vier von zehn Schulen nutzen Landesplattform

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Angesichts des geltenden Microsoft-Verbots für Schulen muss man wohl von «nur» sprechen: Vier von zehn Schulen in Rheinland-Pfalz nutzen die landeseigene Plattform «Schulcampus RLP».

Die Umleitung wird von der Mehrzahl der Schulen noch nicht genutzt. Foto: Shutterstock

Bislang arbeiteten 644 der 1624 allgemeinen und berufsbildenden Schulen mit dem dafür vom Land eingerichteten «Schulcampus RLP», teilte eine Sprecherin des Bildungsministeriums am Dienstag mit. Sie holten sich Lernmaterialien aus dem Netz und haben auch die Lernfortschritte von Schülerinnen und Schülern online im Blick. Hinzu kommen den Angaben zufolge 23 Studienseminare in der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern.

Die Nutzung der Plattform sei nicht nur vom Angebot selbst, sondern auch von der Medienkompetenz der Lehrkräfte abhängig, erklärte allerdings die Pädagogik-Wissenschaftlerin Mandy Schiefner-Rohs von der TU Kaiserslautern zu einem jetzt vorgelegten Bericht zur Begleitforschung zum Schulcampus. «Neben einer kontinuierlichen Weiterentwicklung des Produktes Schulcampus RLP werden nun auch auf der Ebene der Aus- und Fortbildung entsprechende Kompetenzen der Lehrpersonen weiterentwickelt.»

Der Bericht gebe wichtige Hinweise für die Weiterentwicklung des Schulcampus, sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). So sei jetzt auch ein Auftrag erteilt worden, einen Messengerdienst an die besonderen Anforderungen der Schulpraxis anzupassen und in die Plattform zu integrieren. Eine Wahl haben die Kollegien in Rheinland-Pfalz praktisch nicht: Hubig hat den Schulen im Land – außer Berufsschulen – verboten, das zuvor vielfach gebräuchliche System Microsoft Teams zu nutzen. News4teachers / mit Material der dpa

Hubig verbietet Schulen, die Microsoft-Software Teams zu nutzen (den Berufskollegs aber vorerst nicht) – CDU: „Verstörend“

 

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3 Kommentare
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Ron
13 Tage zuvor

Die Digitalisierung der deutschen Schulen zerreibt sich schon wieder an den Schnittnähten von Datenschutz und Firmeninteressen. Es geht weiter wie bisher. Besserung ist nicht in Sicht.

Andre Hog
12 Tage zuvor

Es läuft, wie an vielen anderen Stellen öffentlicher Entscheidungen immer gleich (schlecht).

Bewährte bzw gewohnte Systeme werden abgeschafft, eingeschränkt oder verboten – ohne vorher einen funktionierenden, praxistauglichen, verlässlichen und attraktiven Ersatz zu schaffen.

Der Hintergedanke, die User schon mal zu nötigen, auf’s neue Pferdchen zu setzen und dabei „kleine Einschränkungen / Einbußen in der Performance“ hinzunehmen, scheint hier vorherrschend zu sein.

Man setzt auf den Push-Faktor Zwang anstatt auf den Pull-Faktor gute Alternative.

Gleiches zu beobachten bei der Verkehrswende, wo das Gewohnte und Bewährte gegen Provisorien oder sogar Nicht-Funktionelles „getauscht“ wird. Kein spürbarer Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, keine sinnvollen Taktungen, keine Ausweichmöglichkeiten z.B. in Form von Park&Ride, dafür aber massiver Erhöhung der Parkgebühren in den Städten, Abschaffung von Stellplätzen, Einschränkung von Zufahrtsmöglichkeiten usw. …. und sich dann lautstark beschweren, wenn das Geschäft in den Innenstädten erlahmt, Löden schließen müssen, Internetkäufe zunehmen.

Wer ist so doof, sein altes Haus erst abzureißen und dann erst mit dem Bau des neuen zu beginnen. Wer schüttet seinen alten Brunnen zu und gräbt erst dann einen neuen?

Genau das wird hier aber immer wieder betrieben … und dazu erzählt, dass man die Menschen dazu zwingen muss, sich für das Neue zu entscheiden.

Womit ich von nach B komme ist mir egal, wenn ich verlässlich und pünktlich ankomme … womit ich in der Schule digital arbeite ist mir egal, solange ich alle Praxisanforderungen damit erfüllen kann und es händelbar ist.
Da sind die meisten Menschen unideologisch – aber an Umsetzbarkeit interessiert.
Behörden, die inkompetent und unkreativ sind wollen jedoch mit allen Mitteln ihre Holzwege beschritten sehen.

Und das ist falsch!!
Macht das Neue so attraktiv, dass vom Alten, Unerwünschten eigenständig Abstand genommen wird.
Alles andere führt zu Stillstand!

Last edited 12 Tage zuvor by Andre Hog
Dil Uhlenspiegel
12 Tage zuvor

Teamarbeit ist out.
Jetzt kommt der Schulcrampus.

PS: „Krampusattacken […] sorgen regelmäßig für Entsetzen und öffentliche Diskussionen. Jährlich kommt es bei Krampusläufen zu Auseinandersetzungen.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Krampus