Hilfskräfte und Freiwillige sollen Lehrkräfte unterstützen – „Brauchen jede helfende Hand“

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STUTTGART. Der Lehrkräftemangel trifft die Schulen mit voller Wucht. Auch in Baden-Württemberg. Dort soll eine neue Maßnahme rasch neues Personal an die Schulen bringen: Kultusministerin Theresa Schoper schafft Stellen für Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahrs sowie Assistenzkräfte. Lehrergewerkschaften begrüßen die Maßnahme.

Hilfskräfte und Freiwillige sollen Lehrkräfte Arbeiten abnehmen. Foto: Shutterstock

Helfende Hände für Lehrkräfte: Mehr pädagogische Zusatzkräfte und Freiwillige sollen künftig in den Klassenzimmern in Baden-Württemberg mitarbeiten. Dafür sollen ab dem nächsten Schuljahr 250 neue Plätze für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) geschaffen werden, sagte Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) in Stuttgart. Außerdem werde die Zahl der pädagogischen Assistentinnen und Assistenten um 267 auf die doppelte Menge aufgestockt. Ziel ist es laut der Ministerin, schnell Personal an die Schulen zu bringen. Pädagogische Assistentinnen und Assistenten sind nicht oder nicht adäquat ausgebildete Zusatzkräfte, die im Vergleich zu Lehrkräften deutlich schlechter bezahlt werden.

Durch die Initiative können junge Menschen neuerdings einen Freiwilligendienst mit pädagogischem Fokus leisten. An Schulen gebe es Freiwillige bisher etwa im Sportbereich in Kooperation mit Sportvereinen, erklärte Schopper. Mit der neuen Einsatzmöglichkeit erhoffe sie sich einen Werbeeffekt für pädagogische Berufe. «Die sollen jetzt nicht irgendwie am Schulhof dann die Ecken ausfegen und hausmeistern», sagte die Grünen-Politikerin. Vielmehr könnten die jungen Menschen dabei unterstützen, Schülerinnen und Schüler individueller zu betreuen.

«Jetzt ist jede zusätzliche Person, die im Klassenzimmer die Lehrkräfte unterstützen kann, wertvoll»

Auch die Verdopplung der Stellen für pädagogische Assistentinnen und Assistenten soll ermöglichen, sich besser um einzelne Schulkinder kümmern zu können. Die Assistenzkräfte werden nach Angaben des Staatsministeriums an Grund-, Haupt- und Werkrealschulen eingesetzt. Die Kultusministerin hob hervor, dass die Verantwortung für den Unterricht in den Händen der Lehrkräfte bleibe.

Vereinigungen aus dem Bildungsbereich begrüßen die Pläne. «Fast alle Schularten haben in diesem Schuljahr zu wenig Lehrkräfte, um den Pflichtunterricht sicherzustellen. Wir brauchen für gute Bildung im Länd kurz- und mittelfristige Maßnahmen. Für den Lehrkräftemangel ist die Landesregierung verantwortlich, die nicht rechtzeitig die Studienplätze ausgebaut hat. Jetzt ist jede zusätzliche Person, die im Klassenzimmer die Lehrkräfte unterstützen kann, wertvoll», erkärt Monika Stein, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

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Auch aus Reihen des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) kommt Zustimmung. «Wir brauchen in den Schulen jede helfende Hand», betont der Landes- und Bundesvorsitzende Gerhard Brand. Er fügt hinzu: «Ein Freiwilliges Pädagogisches Jahr an Schulen analog zum Freiwilligen Sozialen Jahr sehen wir grundsätzlich positiv. Junge Menschen kommen mit dem Lehrberuf in Berührung und Lehrkräfte erhalten Unterstützung bei außerunterrichtlichen Tätigkeiten.» Die jungen Menschen könnten die Schulen etwa bei Aufgaben der Integration, als Begleitpersonen beim Schwimmunterricht, bei der Planung von Klassenfahrten und Wandertagen oder der Vorbereitung von Unterrichtsmaterialien entlasten.

«Selbstverständlich, und das steht außer Frage, dürfen diese jungen und nicht ausgebildeten Menschen aber keinerlei unterrichtliche Tätigkeiten ausführen»

Allerdings schränkt Brand ein: «Selbstverständlich, und das steht außer Frage, dürfen diese jungen und nicht ausgebildeten Menschen aber keinerlei unterrichtliche Tätigkeiten ausführen. Ebenso wenig dürfen sie zum Stopfen von Personallücken dienen. Darüber hinaus weisen wir darauf hin, dass wir bei den Überlegungen eines Freiwilligen Pädagogischen Jahres die Kitas nicht außer Acht lassen dürfen. Auch sie haben jede zusätzliche Unterstützung dringend nötig.»

Dem erweiterten Einsatz von pädagogischen Assistentinnen und Assistenten steht der VBE-Vorsitzende ebenfalls positiv gegenüber: «Diese Assistenzkräfte sind an den Schulen hochwillkommen. Wir benötigen sie dringend und zwar an ausnahmslos allen Schularten. Hierbei ist wichtig zu betonen, dass die pädagogischen Assistentinnen und Assistenten vom Land einen eigenen Haushaltsposten erhalten und nicht wie früher mit Stellen für Lehrkräfte gegengerechnet werden.»

Die GEW fordert in dem Zusammenhang mehr Qualifizierungsangebote für die Hilfskräfte. „Auch wenn Lehrkräfte so nicht ersetzt werden können, erwarten wir mehr Qualifizierungsangebote, um die Pädagogischen Assistenzen und FSJler*innen fit zu machen für die hohen Herausforderungen», sagt Landeschefin Stein. Sie weist zudem darauf hin, dass pädagogische Zusatzkräfte auch in den Schulen begleitet werden müssen und schlägt für diese Arbeit Entlastungsstunden für Mentoren und Schulleitungen vor.

Die Kosten für die Verdopplung der pädagogischen Assistenz belaufen sich laut Staatsministerium auf 14,9 Millionen Euro für das Jahr 2023 und 16,2 Millionen Euro für das Jahr 2024. Für das FSJ-Projekt stehen den Angaben zufolge in diesem Jahr Mittel in Höhe von 950 000 Euro im Haushalt bereit. Für das Jahr 2024 und die folgenden Jahre seien 3,6 Millionen Euro eingeplant. News4teachers / mit Material der dpa

Lehrermangel – Schulleitungen meinen, dass angemessene Förderung von Schülern nicht mehr möglich ist

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40 Kommentare
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Georg
13 Tage zuvor

Was können die dann eigentlich machen? Unterricht bereite ich lieber selber vor, Vorbereitung von Klassenfahrten finde ich schwierig, Integrationshelfer ist so eine Sache, wenn es keine Aufsicht werden darf. Vielmehr als Kopieren fällt mir spontan nicht ein.

KARIN
13 Tage zuvor
Antwortet  Georg

Wenn es ganz schlecht läuft, wird dadurch noch Personal an die Schule geholt, welches mehr be- als entlastet?
Unter welchen Kriterien werden sie ausgewählt?
Wer macht das, die Schulen zusätzlich?
Dann sind sie evtl. selber schuld, wenn ungeeignete Hilfskräfte ins Haus kommen?
Bekommen sie ein Arbeitszeugnis für diese Zeit ausgestellt?

KARIN
13 Tage zuvor
Antwortet  Georg

Der Vorschlag hört sich erstmal gut an, wenn es dann nach Einstellung auch gut, entlastend läuft! Da ein Vertrag geschlossen wird, kann dies auch eine große Belastung zusätzlich zum Unterricht sein! Z.B. kommt bei den Klassen nicht gut an, ist kein Vorbild ( muss dann noch mit erzogen werden) zusätzliche Stunden der Lehrkraft evtl. nötig um diese Hilfskräfte einzuführen, zu führen und evtl. auch zurechtweisen!

Riesenzwerg
12 Tage zuvor
Antwortet  KARIN

Allein schon die Diskussion um Handy weg! wird Nerven kosten und ist als eher belastend einzuschätzen.

Und so ganz dürfen wir die Sache mit dem Datenschutz ja auch nicht aus den Augen verlieren…..

Last edited 12 Tage zuvor by Riesenzwerg
Jette
13 Tage zuvor

Ich glaube, es bringt so gut wie überhaupt nichts, wenn jetzt Hilfskräfte eingestellt werden, die quasi nichts selbstständig tun dürfen oder können. Abgesehen davon, dass ich bezweifele, dass eine nennenswerte Zahl von pädagogischen Assistent:innen oder FSJ-lern zur Verfügung stehen wird. Es kommt mir wie eine Alibi-Veranstaltung vor, damit dann seitens der Behörden gesagt wird: „ Wir haben ja was gemacht“. Die eigentlichen Probleme werden damit kaschiert:
1.     Es wurden viele Ressourcen „verplempert“ durch ständiges Ändern von Vorgaben, Richtlinien und Konzepten.
2.     Eine überbordende Bürokratie lähmt den Schulbetrieb.
3.     Den Eltern wird suggeriert, Lehrkräfte könnten alle Erziehungsprobleme lösen und müssten alle Forderungen der Eltern erfüllen. Die Pflichten der Eltern werden kaum benannt.
4.     Den Lehrkräften wird seitens der Dienstbehörden zu wenig Wertschätzung entgegengebracht und zu wenig Mitsprache eingeräumt, so dass viele aussteigen oder gar nicht erst einsteigen.
Die KuMis sollten daran arbeiten, wie der Beruf wieder sinnstiftend und attraktiv gestaltet werden kann, dann kommen auch wieder mehr Lehrkräfte. Es dürfen gerne auch mal durchdachte und tragfähige Konzepte dabei sein!

Andre Hog
13 Tage zuvor
Antwortet  Jette

„Sogenannte Alltagshelfer sollen nach den Worten von Feller etwa Kinder zur Toilette begleiten oder ihnen beim Jacke anziehen oder Ranzen ausräumen helfen.“

Das ist das, was die KuMi von NRW sich vorstellt, was diese Assistenten im Rahmen ihrer Tätigkeit in den Schulen machen könnten.

Da scheint es mir egal, ob es sich hier um geringbeschäftigte Personen oder junge Menschen im FSJ handelt.

Ich stelle mir gerade vor, wie einer unserer Abiturienten aus den letzten 2 Abschlussjahrgängen wieder zurück in unsere Anstalt kommt und einer S* der Q1 beim Gang zur Toilette oder beim Taschepacken behilflich ist. 😉

Mitten aus dem Leben … und bringt garantiert Stimmung in die Bude! 🙂

Teacher Andi
12 Tage zuvor
Antwortet  Andre Hog

Also ich wusste auch nicht, dass man Schulkinder noch auf die Toilette begleiten und ihnen beim Anziehen helfen muss. Aber man lernt ja nie aus!

Neustart
12 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Diese Schulbegleiterinnen gibt es schon.
Wenn ein diagnostiziertes Kind in der Klasse inklusiv beschult wird hat es unter Umständen das Recht auf so eine Begleitung. Und das ist auch notwendig.
Allerdings kann es bis zu einer solchen Diagnose manchmal lange dauern. Und die Menschen, die dann Schulbegleitung machen sind leider nicht immer geeignet und motiviert.

Pädagogische Assistenten gab es vor ca. 10 Jahren. Das Modell lief aber dann aus.
Sie könnten zumindest Aufsicht führen. Zum Beispiel während des Religionsunterrichts. In der Grundschule gibt es nämlich (obwohl schon lange versprochen) keinen Ethikunterricht. Und die Gruppe der “ Nichtchristen“ ist inzwischen die größte. Diese Kinder müssen beaufsichtigt werden. Momentan durch kostbare Lehrerstunden.

Teacher Andi
11 Tage zuvor
Antwortet  Neustart

Ich denke nicht, dass die Rede von Inklusions-Kindern ist, wenn es um die notwendigen Hilfskräfte geht, sondern um das Aufrechterhalten des Unterrichts allgemein. Die Schulbegleiter für diagnostizierte Kinder sind natürlich notwendig, dazu braucht es aber auch eine Ausbildung.

asablau
12 Tage zuvor
Antwortet  Andre Hog

Also ganz ehrlich: Wozu brauchen wir Begleitung für die Schüler auf die Toilette oder Hilfe zum Anziehen? In der weiterführenden Schule wohl kaum. Und in der 1. Klasse erwarte ich diese Fähigkeit von den Kindern bei der Einschulung. Irgendwas sollten die Eltern auch noch leisten, bevor sie ihre Kinder an irgendwelche Institutionen abgeben. Es kann nicht sein, dass diese alles am Kind übernehmen müssen. Eltern haben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten.
Wichtiger wäre, manche Formulare abzuschaffen und das Mitsprache- und Entscheidungsrecht der Lehrer z.B. bei Versetzungen oder Schulübertritt zu erhöhen. Und wenn schon fachfremde Hilfe, dann sollte die Schule diese auch selbst aussuchen und einstellen und bei Unfähigkeit auch wieder entlassen dürfen. Sonst ist das alles nur eine Last.

Riesenzwerg
12 Tage zuvor
Antwortet  asablau

Was aber im Zusammenhang mit „Klo“ bzw. Toilette wichtig sein könnte – Aufsicht führen.

Unsere Damen und Herren versauen regelmäßig die Toiletten.

Draußen sitzen, Geld kassieren (?), kontrollieren. Das finde ich gar nicht schlecht. Doch wer lässt sich dazu herab?

Nina
11 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Tatsächlich müssen wir jetzt 1 Aufsicht zusätzlich machen wg der Toilettensituation, da könnten wir wirklich jemanden gebrauchen (kein Scherz).

Riesenzwerg
6 Tage zuvor
Antwortet  Nina

Kann ich mir gut vorstellen.

Bei uns ist das phasenweise auch der Fall – SL zögert.

Pit2020
11 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

@Riesenzwerg

„Doch wer lässt sich dazu herab?“

Tja, das ist entweder schwierig oder … ach, wir können ja ehrlich sein?! 😉

Aber der wirklich intelligente Nachwuchs mit kummuliertem Fachwissen kommt dafür ohnehin nicht in Frage.
Ob es solche Nachwuchskräfte heute noch gibt? – Na klar! Gestern, Jahrgangsstufe 9, O-Ton: „Hä??? Bäcker is‘ Handwerk??? Aber der repariert doch nichts???“

Mir schwant, „Hilfskräfte und Freiwillige“ („Freiwillige“ … an sich schon ein Mörder-Gag!) werden auch nichts reparieren …

Riesenzwerg
6 Tage zuvor
Antwortet  Pit2020

Schluuuuchz!

Und ein aufmunterndes DÖP 😉

Neustart
12 Tage zuvor
Antwortet  asablau

Haben Sie schon einmal etwas von INKLUSION gehört?
Auch Kinder, die den Toilettengang alleine nicht schaffen, haben das Recht in die Schule zu gehen!

Teacher Andi
11 Tage zuvor
Antwortet  Neustart

Das ist hier aber nicht Thema.

Riesenzwerg
6 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Es geht um Hilfe im Alltag – da ist in diesen Situationen durchaus ein helfende Hand sinnvoll.

asablau hat vermutlich noch nie Kinder mit dieser Problematik in der Klasse gehabt und kennt es logischerweise so nicht.

Warum nicht kurz erläutern?

Nina
11 Tage zuvor
Antwortet  Neustart

Genau ein solches Kind habe ich in meiner Klasse (trägt Windeln); dieses Kind hat aber eine Schulbegleiterin, die vom Jugendamt bezahlt wird.

Riesenzwerg
6 Tage zuvor
Antwortet  asablau

Äh, doch. Auch in der weiterführenden Schule braucht das eine oder andere Kind Hilfe beim Toilettengang, beim Umziehen für den Sportunterricht und danach …

Das ist Inklusion.

Beim letzten Durchgang eines GS Kollegys – wickeln. Vier Jahre lang. Dann Übergang mit Betreuung.

Ron
13 Tage zuvor

Grundsätzlich ist der Ansatz richtig. Ich habe nur die Befürchtung, dass das genauso administrativ angegangen wird, wie der Einsatz der (Hausfrauen-) Assistenzen. Da spüre ich nämlich nicht immer Entlastung, sondern darf gelangweilte Hilfskräfte in Teilen auch noch bespaßen.

Teacher Andi
12 Tage zuvor
Antwortet  Ron

Sie müssen sie nicht bespaßen, aber begleitend instruieren, und das bedeutet unter dem Strich mehr Arbeit für die Lehrer, darauf läuft es hinaus, zumal die Fluktuation auch ziemlich hoch sein dürfte. Allein die Begleitung von Praktikanten (zusätzlich und ehrenamtlich) erfordert nach meiner Erfahrung schon einen erheblichen Zeitaufwand, und die studieren immerhin schon auf Lehramt.
Durchdacht ist die ganze Sache irgendwie nicht, wie so oft. In den ersten beiden Klassen oder Vorschule mag das funktionieren, danach ist aber schnell Ende Gelände.

Johannes
13 Tage zuvor

„«Selbstverständlich, und das steht außer Frage, dürfen diese jungen und nicht ausgebildeten Menschen aber keinerlei unterrichtliche Tätigkeiten ausführen. Ebenso wenig dürfen sie zum Stopfen von Personallücken dienen.“ Aber wozu können wir sie dann brauchen? DIe Länder brauchen Lehrkräfte, die UNTERRICHT machen, AUFSICHT führen etc. Kopieren und sortieren- dazu jemanden, den ich noch mitbeaufsichtigen und anlernen und mit dem ich mich absprechen muss, bringt mir nichts.
Man hat viele Jahr(zehnt)e gepennt und schiebt es jetzt auf die ach in allen Branchen zuschlagende Demografie! Und am Ende passt es wieder, weil man den Lehrberuf von einem akademischen zu einem Anlernberuf degradiert- und zware in Zeiten, in denen es mehr denn je auf Professionalität- fachlich, pädagogisch, didaktisch, persönlich- ankommt. In all den kompetenten Diskussionsrunden tauchen immer wieder die Befürworter der ach so tollen und bereichernden Seiteneinsteiger etc. auf…

Sandrina
13 Tage zuvor

Was soll das bringen? Einer fehlenden Lehrkraft kann keine Assistenz zur Seite gestellt werden. Hört sich enorm nach blindem Aktionismus an…

Hornveilchen
13 Tage zuvor
Antwortet  Sandrina

Auch wieder wahr.

Egvina
12 Tage zuvor
Antwortet  Sandrina

Ganz einfach: die Lehrer werden durch das ihnen abgenommene Kopieren und Einsammeln von Entschuldigungen so entlastet, dass sie locker ein oder zwei Stündchen mehr unterrichten können. Problem des Lehrermangels gelöst.

Dil Uhlenspiegel
13 Tage zuvor

Frei ja, aber willig?
Und kurzfristig oder langweilig?

Maggi
12 Tage zuvor

Die tollste Aussage ist für mich, dass die FSJler in Kontakt mit dem Lehrberuf in Kontakt kommen.
Unterricht dürfen sie nicht halten, aber unausgebildet diesen planen? Wer bringt es ihnen bei? Wie viel Deputatserlass bekommt man dafür? Sollen sie mit in Konferenzen – geht ja nicht, gibt ja Verschwiegenheit in Konferenzen?
Wer sich das ausgedacht hat zeigt, wir praxisfern er ist.

Hirschlgruber
12 Tage zuvor

Nein danke! Hatte solche Hilfskräfte bereits in der Klasse und mein Fazit dazu ist, dass es mehr Störungen verursacht, als hilft. Zudem ist es für die Lehrkraft ein zusätzlicher Stressfaktor, da die Hilfskraft mit Aufgaben eingedeckt werden muss.
Eines meiner Kinder hatte in seiner Klasse ebenfalls eine solche Hilfskraft. Außer auf das entsprechende Kind zu schauen, begann die Person Gespräche mit den Klassenkameraden, was meinem Kind -als es selbst angesprochen wurde- äußerst unangenehm war.

böse Pruseliese
12 Tage zuvor

Wir hatten schon vor dem eklatanten Mangel immer 1-2 FSJler an der Schule. Da wir sie uns selbst aussuchen dürfen, hat das bisher auch (fast) immer gepasst.
Bei uns sind die jungen Menschen in den großen (zahlenmäßig) Klassen als Tandempartner mit dabei, unterstützen in der Hofpause, sind im Sport mit dabei, kleben ein Pflaster, trocknen Tränen, gehören zum Betreuungsteam von Mittagspause und Ganztag. Sie packen immer da mit an, wo früher noch Eltern Zeit hatten, zu helfen: wenn etwas gebacken, gekocht, gehäkelt, gebastelt wird und man einfach noch ein paar Augen und Hände braucht.
Den Kindern und uns tut das unwahrscheinlich gut, wir wollen die jungen Leute nicht mehr missen!
ABER: das gehört für mich zur normalen Ausstattung einer Schule mit dazu. Das kann weder zusätzlicher Luxus sein, noch kann damit Lehrermangel aufgefangen werden!!
Dieser Hype, der da jetzt veranstaltet wird – traurig!!

Teacher Andi
12 Tage zuvor
Antwortet  böse Pruseliese

Das funktioniert aber nur in den ersten beiden Klassen, danach wird die Betreuung imer mehr überflüssig.

Neustart
12 Tage zuvor
Antwortet  böse Pruseliese

„ABER: das gehört für mich zur normalen Ausstattung einer Schule mit dazu. Das kann weder zusätzlicher Luxus sein, noch kann damit Lehrermangel aufgefangen werden!!“

Genau so sehe ich das auch.
Hilfskräfte, die unterstützen und das Schulleben bereichern, sind zumindest in der Grundschule (Begleitpersonen bei Lerngängen und Ausflügen, zusätzliche Ansprechpartner, Helfer bei Ganztagesangeboten,….) sehr sinnvoll.

Trotzdem müssen dringend mehr professionelle, gut ausgebildete Lehrkräfte und Sozialarbeiter an die Schulen kommen.

Jens
12 Tage zuvor

An erster Stelle sollte die Politik erst einmal diesen Föderalismus Wahnsinn abschaffen und für ganz Deutschland ein einheitliches System erstellen. Dann die ganzen Lehrpläne einheitlich, digital und von Flensburg bis Garmisch auf einen Nenner bringen. Bei der Geschwindigkeit die wir heute haben sind dann in 10 Jahren die Pläne als Entwurf fertig, nach weiteren 10 Jahren haben wir uns dann geeinigt das wir das in den nächsten 5 Jahren umsetzen.
Armes, dummes und immer mehr, finanziell unterstützt, faules Deutschland!

Riesenzwerg
12 Tage zuvor

„Auch aus Reihen des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) kommt Zustimmung. «Wir brauchen in den Schulen jede helfende Hand», betont der Landes- und Bundesvorsitzende Gerhard Brand. Er fügt hinzu: «Ein Freiwilliges Pädagogisches Jahr an Schulen analog zum Freiwilligen Sozialen Jahr sehen wir grundsätzlich positiv. Junge Menschen kommen mit dem Lehrberuf in Berührung …“

ÄHM, diese „jungen Menschen“ kommen gerade von der Schule und haben ihre Lehrys erlebt – die wollen bestimmt nicht so viel arbeiten müssen, wie wir. Die wären ziemlich blöde – mal ganz offen gesprochen.

“ … und Lehrkräfte erhalten Unterstützung bei außerunterrichtlichen Tätigkeiten.»

Aha, um die also zu beschäftigen und sinnvoll einzusetzen, muss ich noch mehr außerschulisch machen – noch mehr hinter Zetteln und Erlaubnissen hertelefonieren, Gelder einsammmel, ….. Brilliant oder blöd?

„Die jungen Menschen könnten die Schulen etwa bei Aufgaben der Integration,“

Schreiben die jetzt die ABs, machen die Aufgaben fertig, kontrollieren sie und ersetzen die Schulbegleitungen? (Und wer kontrolliert die Arbeit der jungen Menschen?) – aja, soso, nebenbei, …

„als Begleitpersonen beim Schwimmunterricht,“

Bei der Fahrt mit dem Bus zur Schwimmhalle? Beim Umziehen in der Kabine? UiUiUi, da muss noch mal nachgedacht werden, fürchte ich.

„bei der Planung von Klassenfahrten und Wandertagen“

Klasse – die rufen also die Busunternehmen oder die Bahn an und bestellen Fahrkarten. Und wer überprüft, ob sie das richtig machen? …..

„oder der Vorbereitung von Unterrichtsmaterialien entlasten.““ Genau! Die „können“ ja auch Lehry und sicher auch differenzieren. Tippen alles richtig und haben das richtige Niveau für jedes Schüly.

Oder geht es um`s Kopieren?

Gutes Konzept (hust, röchel) – NACHBESSERN. Vielleicht bleibt ja was Sinnvolles hängen.

alter Pauker
11 Tage zuvor

So falsch ist das gar nicht. Bei vielen Schülern ist es (ich spreche für GS/HS Niveau und SBBZ) schon eine große Hilfe, wenn jemand neben ihnen sitzt und hilft – oder auch nur da ist. Und für dieses Helfen ist, bei den recht einfachen Inhalten von Klasse 1-9, sind keine großartigen Abschlüsse möglich, wie wir (mit leider viel zu wenigen, wir haben nur eine) FSJ-lern/innen oder Tagesbegleiter/innen täglich erfahren. Es ist erstaunlich, wie stark sich gerade zurzeit eine FSJ-lerin in unserer Schule engagiert- und wie positiv die Kinder darauf reagieren- inhaltlich und sozial!

Riesenzwerg
6 Tage zuvor
Antwortet  alter Pauker

Bei uns platzen die Klassenräume aus allen Nähten, weil wir teilweise bis zu sechs (im Schnitt drei) Schulbegleitungen pro Klasse haben.

Ich träume ja davon, dass diese Überfüllung ein Klassenteilungsgrund wird…..

Eule
11 Tage zuvor

Ich mache gerade die Erfahrung, dass Schulleitungen Mitarbeiter vergraulen.Ältere Mitarbeiter sind nicht willkommen.Wenn man mal krank ist, wird man gleich zum Dienstgespräch einbestellt.Bin gerade in einem Bem Verfahren Es wird keine Rücksicht auf gesundheitliche Belange genommen.Und dabei haben wir Lehrermangel.Die müssten doch alles tun, um arbeitswillige Kolleginnen zu halten.Dort wurde ich von der Schulleitung angebrüllt, weil ich einen Vorschlag machte, meine derzeitige Vertretung während einer 4 wöchigen Eingliederung auf Anraten meines Arztes noch in in der Klasse zu belassen .Junge Mitarbeiter bekommen nur befristete Verträge und die Ferien nicht bezahlt.Das ist im Saarland schon seit Jahrzehnten so.Es ist eine Schande! Anderes Beispiel: Es ging um Förderstunden.M eine Sl sagte, sie habe keine Förderstunden.Ich bin ohne Klasse im Bem mit 15 Stunden da, könnte also Schüler/innen fördern, werde aber nicht dafür eingesetzt, sondern muss mich mit 10/15 Stunden mit pubertierenden 4.Klassen abmühen.Das ist demotivierend.Als ich um Entlastung bat, weil ich körperlich an die Grenze kam und Schüler mich beschimpften und permanent den Unterricht torpedierten hörte ich nur: Gehen sie in den Krankenschein.Alle kommen mit der Klasse klar, sie nicht, also liegts an Ihnen.Im Dienstgespräch versuchte die Sl alles, um mich zu diskreditieren.Nur Dank meiner Anwältin konnte er eine Überprüfung der Dienstfähigkeit noch verhindert werden.Der eigentliche Bildungsskandal ist der Umgang mit den Mitarbeitenden.In der Wirtschaft kündigt man, als Beamter ist man Sklave auf Lebenszeit.So kann m esan niemand raten, Lehrer zu werden.

Boo
11 Tage zuvor

Hi
Ich bin eine Alltagsbegleiterin an einer Förder Schule für Körperliche und Motorische Entwiklungsstörungen und kann dazu nur sagen:Wenn es solche Menschen wie mich nicht gäbe die ihren Job mit Herzblut ausüben würden sollte sich die liebe Regierung mal fragen was da schief läuft.
Ich hätte da mal einen Anhaltspunkt der überdacht werden sollte.
Wir gehen nicht nur mit den Kids zum Klo wie es dort so schön beschrieben wird.
Wir wechseln Windeln müssen die Arbeits und Förderpläne der Lehrer umsetzen teilweise können die Kids garnicht am normalen Unterricht teil nehmen das heißt wir fördern die Kids fast den ganzen Tag alleine ach ja und meistens haben die Kids auch noch Logo Ergo oder Physiotherapie da werden auch noch Förderpläne erstellt welche wir zusätzlich zu den schon bestehenden Plänen umsetzen müssen ups und ich vergaß das Essen (Frühstück und Mittagessen) muss auch angereicht werden.Zeitweise kümmern wir uns auch nicht nur um ein Kind sondern um 2 oder 3 wenn jemand ausfällt und keine Vertretung zum Ersatz kommt.
All das gehört eigentlich zur Pflege und zur Assistenz warum bekommen wir für all das den beschissenen Lohn (Mindestlohn) den man sich vorstellen kann.In der Pflege geht keiner noch nicht mal die Hilfskräfte unter 14 – 18 Euro die Stunde nach Hause. Warum müssen wir das dann tun?
Wie möchte man neue Kräfte gewinnen die diesen Job ausüben wenn man am Ende des Monats nicht weiß wie man seine Rechnungen bezahlen soll.
Der Witz an der Sache ist das diese Kräfte von der Stadt bezahlt werden aber es ist ja einfacher sich das Geld in die eigene Tasche zu wirtschaften als alle fair zu bezahlen.

Riesenzwerg
6 Tage zuvor
Antwortet  Boo

Ich sehe das auch so – wir wären aufgeschmissen ohne Menschen wie Sie.

Deswegen bin ich auch für sinnvolle Schulungen und – selbstverständlich! – für angemessene Bezahlung.

Ich hoffe, dass Sie nicht einen dieser menschenverachtenden Verträge haben, die in die Minusstunden führen, wenn das Kind krank ist und nicht zur Schule kommt.

Riesenzwerg
6 Tage zuvor

Blinder Aktionismus.

Dann lieber die Alltagshelfer in die Familien schicken.

Bei vielen ist viel im Argen.

Schulranzen packen, Hausaufgaben betreuen, Wäsche waschen, Zettel der Schule unterschreiben lassen, …