Eltern und Rentner statt Fachkräfte – Land senkt Anforderungen an Kita-Vertretungspersonal

24

HANNOVER. Getreu dem Motto „Kinderbetreuung kann ja jeder“ hat der niedersächsische Landtag in Hannover am Montag beschlossen, die Anforderungen an die Beschäftigten zu senken, um die Betreuung verlässlicher zu gestalten. Der Antrag kam von den Regierungsfraktionen SPD und Grüne. Das Ergebnis: Stehen nicht genügend Fachkräfte zur Verfügung können ab kommendem Kita-Jahr beispielsweise auch fachfremde Personen als Vertretung aushelfen.

Für mehr Verlässlichkeit: Niedersachsens Regierung nimmt Einschnitte in der Betreuungsqualität hin. Symbolfoto: Shutterstock/Roman Samborskyi

Viele Kitas mussten ihre Betreuungszeiten zuletzt einschränken, weil Personal fehlt. «Die Belastung in den Einrichtungen ist riesig groß», sagte Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne). Die Kindergärten bräuchten daher einen größeren Handlungsspielraum, um die Betreuung sicherstellen zu können.

Konkret werden nun unter anderem die Anforderungen an das Vertretungspersonal in den Kindergärten flexibler gestaltet und der Einsatz von Assistenzkräften erleichtert, wenn nicht genügend Fachkräfte zur Verfügung stehen. Die niedrigeren Standards gelten vom Beginn des neuen Kitajahrs im August an und je nach Aufgabenbereich für zwei bis sechs Jahre.

In der Praxis könnten dadurch künftig auch fachfremde Eltern und Rentner in den Kitas mit aushelfen – dafür hatten die Kommunen geworben. Kultusministerin Hamburg hatte sich offen für die Idee gezeigt und erklärt, man traue es den Trägern und Kita-Leitungen zu, zu entscheiden, welches Personal geeignet ist.

Koalition will Standards nicht dauerhaft senken

Die Ministerin betonte jedoch, dass das neue Gesetz nicht die alleinige Antwort auf den Fachkräftemangel sein könne. Die Regierung setze sich daher auch dafür ein, mehr Fachkräfte zu gewinnen und im Beruf zu halten. Derzeit seien rund 19.200 Erzieherinnen und Sozialassistenten in der Aus- und Weiterbildung, sagte Hamburg. «Das ist ein Ausbildungsrekord.» Die Zahlen sollten aber weiter gesteigert werden.

Die SPD-Abgeordnete Corinna Lange erzählte, sie habe selbst am Montagmorgen die Nachricht erhalten, dass die Kita-Gruppe ihrer Tochter aus personellen Gründen geschlossen bleibe. Ihr Mann habe daraufhin kurzfristig die Kinderbetreuung übernommen. Um Engpässen dieser Art zu begegnen, seien die geänderten Kita-Vorgaben eine pragmatische, kurzfristige Lösung. Man wolle aber keine dauerhafte Absenkung der Standards. Pascal Mennen von den Grünen kündigte an, 2026 wolle Rot-Grün das Kita-Gesetz noch umfassender überarbeiten.

Kritik kommt von der CDU

Anna Bauseneick von der CDU kritisierte dagegen, die Landesregierung handele zu spät. Der Mangel an Personal führe vielerorts bereits dazu, dass Eltern keinen adäquaten Platz für ihr Kind finden, Betreuungszeiten gekürzt und Beschäftigte überlastet werden. «Wir dürfen unsere Fachkräfte weder verheizen noch vergraulen», warnte Bauseneick.

«Ihr Ministerium hat hier ein Gesetz hingeklatscht, welches handwerklich eine echte Katastrophe ist», sagte die CDU-Politikerin in Richtung von Kultusministerin Hamburg und fragte sie: «Wo ist Ihre Vision für die Zukunft unserer Kinder?» Es brauche eine Strategie, um den Fachkräftemangel nachhaltig zu bekämpfen und die Bildungsqualität zu sichern.

Die CDU-Politikerin forderte zudem die Einführung einer dualisierten Ausbildung für Erzieher, die vom ersten Monat an vergütet wird. Bei der sogenannten praxisintegrierten Ausbildung sind die angehenden Erzieherinnen und Erzieher neben einem Theorieteil an einer Fachschule bereits an Kindergärten im Einsatz. News4teachers / mit Material der dpa

FDP macht Bundesmittel für Kita-Qualität von Kürzung bei Sozialausgaben abhängig

Anzeige


Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei

24 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
Echt
29 Tage zuvor

Man könnte diesen Ansatz pragmatisch nennen. Jedoch wird hierdurch nur noch deutlicher, dass es in der „Bildungseinrichtung“ Kita mittlerweile in erster Linie nur noch um Betreuung geht. Mittel für tatsächliche Bildungs- und Förderangebote wurden und werden eher weiter gestrichen (s. Sprachförderung). Weiterhin werden kurzfristige Projekte medienwirksam für ein paar Jahre aufgelegt und dann still und heimlich wieder gestrichen. Statt z.B. älteren und erfahrenen pädagogischen Fachkräften gute Angebote (z.B. familienfreundliche Arbeitszeiten beim Wiedereinstieg nach Familienphase oder beim Arbeitgeberwechsel ein Vergütungsangebot, dass den tatsächlichen beruflichen Erfahrung entspricht, statt höchstens Stufe 3) zu machen, setzt man auf kostengünstiges junges Personal oder nun halt kostengünstiges Betreuungspersonal (Rentner oder „wer so Zeit hat“). Wertschätzung = Fehlanzeige. Wir haben einen allgemeinen massiven Fachkräftemangel (der sich noch verstärkt, wenn die „Boomer“ ihre Zeit als Rentner in der Kita verbringen 😉 ). Es ist schon naiv, diesem allein durch Zuwanderung begegnen zu wollen. Vielleicht sollten wir Einheimischen, wie Zugewanderten erst einmal ein reeles Bildungsangebot machen, statt die Mangelverwaltung weiter zu forcieren. Reale Bildungschancen, statt sich kreativ immer neue Programnamen zu überlegen.

A.M.
29 Tage zuvor

Obwohl – oder vielleicht auch weil Erzieherinnen so dringend gebraucht werden, gehen viele Erzieherinnen vorzeitig in Rente. Zu einem nicht geringen Teil aus gesundheitlichen Gründen und dem Gefühl der Überforderung. Und jetzt wird um Senioren geworben?

Für das Einstellungsverfahren sind Tests auf körperliche Belastbarkeit, Augenuntersuchungen und ein Hörtest bestimmt nicht vorgesehen. Man möchte den Erzieherinnen also wieder zutrauen, dass sie eine Notlösung nach der anderen akzeptieren. Und sich möglichst noch Mühe geben, ehemalige Berufskolleginnen anzuwerben, was schwierig ist…

Ich hoffe sehr, dass die Berufsverbände der Kitafachkräfteverbände gegen diese „Pläne“ ihre Stimme erheben.
Ohne Anspruch auf Allgemeingüktigkeit möchte ich sagen, dass ich Anfang der Neunziger miterlebt habe, dass Kitas und auch Horte wirklich gute Erfahrungen mit sorgsam ausgesuchten Eltern hatten, die aushilfsweise in Einrichtungen gearbeitet haben. Allerdings waren damals in NRW viele Kitas über Mittag geschlossen, das Mittagessen gab es daheim und viele Mütter blieben deshalb länger nicht erwerbstätig, hatten also die Möglichkeit im Kindergarten ihres Kindes zu familienfreundlichen Arbeitszeiten tätig zu sein. – Grundschullehrerinnen, aber auch andere Akademikerinnen freuten sich über die Möglichkeit, befristet vormittags im Kindergarten zu arbeiten. Die Rahmenbedingungen sind heute dagegen völlig anders.

Defence
29 Tage zuvor

Die einzige Qualifikation, welche man braucht, ist Mutter oder Vater zu sein oder eben Renter. Verstehe ich das richtig?

Wie bitter. Da machste 5 Jahre lang ne Ausbildung, um Dich zu professionalisieren und dann kommen Hinz und Kunz und machen das für Lau.

In Zukunft bitte dann auch Taxifahrer als Fahrlehrer, Kleinkriminelle bei der Polizei und Metzger in der Chirurgie.

Wobei; Bei dem Vergleich lässt sich wenigstens fast ein Bezug herstellen.

A.M.
28 Tage zuvor
Antwortet  Defence

Für mich sind die Ungelernten nicht „Hinz und Kunz“. Sowohl unter den Fachkräften als auch unter den Ungelernten gibt es solche und solche. Deshalb würde ich lieber mit einer freundlichen, den Kindern zugewandten und verlässlichen ungelernten Aushilfe zusammenarbeiten als beispielsweise mit einer ruppigen, berufsmüden Fachkraft.

Die für geeignet gehaltenen Ungelernten werden in der Praxis motiviert, die PiA oder die Externenprüfung zu machen. Und bei denen, die als ungeeignet empfunden wurden, wird der Vertrag nicht verlängert. Oder sie werden entlassen, was bei ungeeigneten Fachkräften kaum noch passiert, weil sie gebraucht werden, um auf den Personalschlüssel angerechnet zu werden…

Zu denken geben sollte uns, dass sowohl Anerkennungspraktikanten als auch Ungelernte manchmal bei den Kindern besonders beliebt sind. Die Dauer der Ausbildung und die Noten sind keine Garantie dafür, dass eine pädagogisch wertvolle Arbeit geleistet wird. Insofern plädiere ich für Unvoreingenommenheit gegenüber Bewerbern, die sich wirklich für die Arbeit in einem Kindergarten interessieren. Aber es darf keinen politischen Druck geben, Ungelernte oder Ehrenamtler zu beschäftigen. Kindergartenleitungen und Gruppenleitungen tragen die Verantwortung und damit nicht später Schuld auf sie abgewälzt werden kann, sollte ihnen das Recht zugebilligt werden, einfach und ohne Begründung „Nein“ zu sagen.

Defence
28 Tage zuvor
Antwortet  A.M.

Hmmm. Da sind die professionell ausgebildeten ganz schnell und pauschal „ruppige, berufsmüde Fachkraft“ geworden. Und andere, die lediglich Interesse haben, sind „ freundliche, den Kindern zugewandte und verlässliche“ und dürfen an den Kindern herumexperimentieren. Kriegen dann nach max. 2 Jahren eben den Vertrag nicht verlängert. Ihr Ernst?

Ich habe Interesse an Astronomie. Die NASA sollte mich einstellen. Bin bestimmt besser als so ein nicht verlässlicher Astronaut.

DerechteNorden
27 Tage zuvor
Antwortet  Defence

Aus der Perspektive als Lehrkraft: Ich wäre sehr froh, wenn ich Unterrichtsassistenzen hätte, die mich unterstützen könnten.
Diese Personen würden ja nicht dieselbe Arbeit machen wie ich.
Das geht in Kitas doch auch.
Vielleicht würden nicht mehr so viele Fachkräfte reduziert arbeiten oder früher in Rente gehen, wenn sie entlastet werden?

A.M.
27 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Es werden auch viele Erzieherinnen froh sein, wenn sie durch motivierte und schnell einzuarbeitende „Ungelernte“ unterstützt werden. Andere aber werden es scheuen, dass jemand als Externer hinzukommt, der dann über grobes Erzieherverhalten etwas sagen kann. Oder beanstandet, dass sich eine Gruppenleitung übermäßig lange für die Führung der Bildungsdokumentationen aus dem lauten Alltag mit den Kindern zurückzieht und diese den Praktikantinnen überlässt. Was alles vorkommt. (Entsprechende Klagen habe ich von Praktikantinnen mehr als einmal gehört.)

DerechteNorden
26 Tage zuvor
Antwortet  A.M.

Ja, das dachte ich mir, dass einige Praktikannt*innen auch nicht gern dabei haben mögen.
Schade, dass das so ist.
Ich finde es immer hilfreich, wenn ich Praktikant*innen habe.

A.M.
26 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Immer können Erzieherinnen die Anwesenheit von Praktikantinnen leider wirklich nicht hilfreich finden. Es gibt eben wie überall „solche und solche“. Wenn das Grüßen am Morgen schon keine Selbstverständlichkeit ist, das Smartphone während der Arbeitszeit immer wieder gecheckt wird und nach einer Zigarettenpause außerhalb der Mittagspause gefragt wird, dann kann man nur hoffen, dass diese Praktikanten sich nicht für den Erzieherberuf entscheiden und später – sofern sich ihre Einstellung zur Arbeit nicht geändert hat – auch noch eingestellt werden.
Aber es gibt auch wirklich viele Praktikanten und Praktikantinnen, die von den Kindern sehr gemocht werden. Fragen sie nach längerer Zeit noch nach ihnen und hoffen, dass sie wiederkommen, dann ist das ein gutes Zeichen.

A.M.
27 Tage zuvor
Antwortet  Defence

Lässt ihre Solidarität mit der eigenen Berufsgruppe den Gedanken nicht zu, dass es berufsmüde und ruppige Fachkräfte gibt? Bitte lesen Sie meinen kritisierten Beitrag noch einmal und versuchen nichts, aber auch wirklich nichts hineinzuinterpretieren, was ich nicht geschrieben habe.
Erinnern Sie sich doch mal an Gerichtsverfahren gegenüber Erzieherinnen, Zeitungsberichte oder die neusten Ergebnisse über die Zunahme von Gewalt gegenüber Kindern durch Fachkräfte.

Sogar Andreas Ebenhöh, der die Berufsgruppe als „liebe Kitaheldinnen und -helden“ anspricht, berichtet darüber. Und zwar nicht weniger kritisch als ich. Nur dass ich einen anderes Verständnis von Heldentum habe. Wie schon mal gesagt: In jedem Beruf gibt es solche und solche.

Defence
27 Tage zuvor
Antwortet  A.M.

Ich finde solche Kommentare diskreditierend und dem Berufbild der Erzieherin/ des Erziehers schadend. Kann man sich gerne sparen.
Ich bin nicht einmal Erzieher und es ärgert mich trotzdem.

Letztens erst einen Bericht gesehen. Ungelernte Fitnesstrainerin erteilt Sportunterricht in der Schule.
Kommentar im Bericht: sie bringt Schwung in die Bude, neues Leben in den eingestaubten Unterrichtsalltag der Lehrkräfte.

Gelernte Lehrkraft mit 2(!!!) Staatsexamen= eingestaubt
Ungelernte= Frisch, lebendig

Da passiert ganz viel und unterschwellig. Ich würde sogar so weit gehen, dass da System dahinter steckt. Es gibt Fachkräftemangel. Also müssen ungelernte in den Himmel gelobt werden, für mehr Akzeptanz. Für mich ein No Go und ein Armutszeugnis der Gesellschaft.

A.M.
27 Tage zuvor
Antwortet  Defence

Kindergartenkinder sind ehrlich und über jeden Verdacht erhaben, sich an solchen unaufrichtigen Aktionen zu beteiligen. Manchmal wollen sie partout nicht in der Krippe bleiben, wenn die Betreuungskraft fehlt, die sie am meisten mögen. Gleichermaßen qualifizierte Erwachsene werden von ihnen nicht als gleich Vertrauen erweckend empfunden. Kindern kommt es nicht auf Noten und Zertifikate, sondern auf den Menschen an. Beliebte Erwachsene werden schon mal stürmisch umarmt, zum Kuscheln und zum Trösten aufgesucht und andere werden nicht nur ausnahmsweise so sehr gemieden oder abgelehnt, dass Eltern es vorziehen ihr Kind zur Oma zu bringen oder zur ehemaligen Tagesmutter, wenn nur die vom Kind abgelehnte Fachkraft Dienst hat.

Übrigens finde ich auch, dass sehr viel unterschwellig passiert. Von meiner Warte aus, werden Erzieherinnen viel zu oft über Gebühr gelobt. Wie in anderen Berufen auch, gibt es in Krippen und Kitas nicht nur Spitzenkräfte. Normal ist Mittelmaß. Für den Beruf ungeeignete Fachkräfte gibt es definitiv auch. Weil der Fachkräftemangel so groß ist, dass man sie einstellt. Sogar auf die früher übliche Probezeit wird verzichtet. Und dann muss ja noch so viel dokumentiert werden. Immer im wertschätzenden Stil und selbstverständlich so, dass Eltern sich möglichst keine Sorgen um das Wohl ihres Kindes in der Betreuung machen. Deshalb werden Erzieherinnen heute viel mehr über alles gelobt als früher. Aber wie ehrlich ist diese verbale Wertsch(w)ätzung? Ich fände es besser, wenn Erzieherinnen dazu stehen würdem was nicht zu schaffen ist.

Es spricht auch einiges für die These, dass auf die institutionelle Kinderbetreuung angewiesene Eltern am liebsten nur das Allerbeste über die Betreuugseinrichtung ihres Kindes hören und glauben wollen. – Das kommt auch dem Drang vieler Erzieherinnen, es möglichst allen recht machen zu wollen, sehr entgegen. – Bloß schade, dass jetzt so vieles nicht mehr geleistet werden kann wie vertraglich vereinbart. Darüber sind die Eltern sich jetzt im Klaren. Die Fassade der „Kinderbildungsparadiese“ hat tiefe Risse bekommen.
Sobald eine Aufarbeitung der Kita-Misere stattfindet, taucht irgendwann die für die zu „Kitahelden“ verklärte Berufsgruppe die Frage auf: „Warum haben wir so lange btav mitgemacht und geschwiegen, wo wir hätten widersprechen müssen!“

potschemutschka
26 Tage zuvor
Antwortet  A.M.

„Mittel gegen Hochmut der Grossen

Viel Klagen hör´ich oft erheben
Vom Hochmut, den der Große übt.
Der Großen Hochmut wird sich geben,
Wenn unsre Kriecherei sich gibt.“

(Gottfried August Bürger)

Hysterican
27 Tage zuvor
Antwortet  Defence

That’s it!

Danke!!

A.M.
26 Tage zuvor
Antwortet  Defence

Guten Morgen! Selbstkritik kann erheblich mehr Umdenken und Engagement bewirken als Kritik. Es kann sein, dass das Gros der Erzieherinnen (ich meine jetzt wirklich nur die Frauen) so einen Gedanken nicht mal ansatzweise in Betracht ziehen will.

Aber immerhin gibt es nun Kitafachkräfteverbände und die Hoffnung auf mehr Engagement und weniger Duldsamkeit was Missstände und Fehlentwicklungen angeht.

A.M.
28 Tage zuvor

Eine fast zehn Jahre alte Meldung über die Absichten der Seniorenunion: https://www.stern.de/lifestyle/leben/personalmangel-in-der-kinderbetreuung-kommen-bald-die-kita-omas–3953068.html

Was wurde daraus?

mathea kühnel
27 Tage zuvor

Wenn jemand eine Ausbildung zur Erzieherin, zum Erzieher macht, muss er einen Gesundheitscheck machen lassen und ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Müssen das Mamas, Papas und Senioren auch oder werden die einfach so auf die Kinder losgelassen. Absolut traurig, was in der Erziehung und Bildung passiert.

Mama
27 Tage zuvor
Antwortet  mathea kühnel

War auch mein erster Gedanke. Bis dann doch mal was passiert… dann ist das Geschrei groß. Unverantwortlich. Zeigt aber einmal mehr, dass Kinder schlichtweg keinen Wert mehr hier haben.

nurmalso
27 Tage zuvor
Antwortet  mathea kühnel

Erweitertes Führungszeugnis werden sie auf jeden Fall brauchen, das wird immer und überall eingefordert, auch wenn man sozusagen nahtlos immer das gleiche macht… In meinem Fall nach Pensionierung Vertretungsvertrag, dann Minijob, dann wieder Vertretungsstelle… Immer die gleiche Schule, aber da ich ja jetzt „mit Kindern und Jugendlichen arbeite“, alle paar Monate wieder ein erweitertes Führungszeugnis…

DerechteNorden
26 Tage zuvor
Antwortet  mathea kühnel

Dann dürfen Kitas auch keine Praktikantt*innen mehr nehmen.

Hysterican
27 Tage zuvor

Hömma!! Et reicht doch wohl,wenn da jemand übber de Blagen kuckt, ne ?

Die sollen sich nich mitt’m Bauklotz den Schädel einbauen oda de annern mitt’m Schuh verkloppen tun … der Rest is ejal.

Da muss nix bei rumkommen … et reicht, wenn de Eltern ihre Brut spät nachmittachs heile wiederkricht!

MB aus NRW
26 Tage zuvor

Mal kurz aus der Praxis: die Abwägung besteht ja nicht aus „Fachkräfte oder Irgendwer“, sondern aus „Niemand oder irgendwer“

Dauernder Ausfall, dauernde Notbetreuung sind bestimmt nicht besser als eine zeitweise Aufsicht durch Ungelernte…eine Dauerlösung sollte das allerdings natürlich nicht werden…

Mona
26 Tage zuvor
Antwortet  MB aus NRW

Ich nehme an, Sie berichten aus der kommunalen Praxis, die sich gesetzlich zu Betreuungsangeboten verpflichtet sieht?

Aber: Gehen Sie auch zum Pferdemetzger oder Barbier, wenn kein Arzt verfügbar ist? So aus der Praxis heraus? Ist ja das gleiche Argument: „Niemand oder irgendwer.

Nein, es gibt verdammt gute Gründe für das Erfordernis einer Ausbildung von Fachkräften. Bei meinen Kindern würde ich definitiv keine ungelernten Personen in der Betreuung sehen wollen. Schon bei den Gelernten ist es so schwierig, die Ungeeigneten zu erkennen, wieder loszuwerden und durch gerichtsfeste Zeugnisse von der weiteren Kinderbetreuung fernzuhalten. Wie sollte das dann erst bei Ungelernten gehandhabt werden?

Mona
26 Tage zuvor

Wie stellt man sich das eigentlich ganz konkret vor, die Unterstützung durch die ungelernten Kräfte? Geplant ist lt. Artikel offenbar der Einsatz als „Vertretungspersonal“ am Kind, also ein gleichwertiger Einsatz wie eine gelernte Kraft. 

Ganz praktisch: Sind dann die Träger, die Einrichtungen oder sogar die in der Einrichtung anwesenden gelernten EuE mitverantwortlich für die versehentlichen oder sogar absichtlichen Verfehlungen der Ungelernten? Die hätten ja kraft überlegenen Wissens und ihrer Ausbildung besonders auf die Ungelernten aufpassen und was merken müssen?

Mal ganz abgesehen von der mit dieser Maßnahme noch weiter fortschreitenden Abwertung der gelernten Kräfte: Ich rate dringend zum Berufswechsel, wenigstens zu einer ergänzenden Diensthaftpflichtversicherung!