Liebesfalle Loverboy: Schon 14-Jährige werden Opfer – Aufklärung an Schulen gefordert

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STUTTGART. Liebe macht blind – diese Erkenntnis spielt bei der Loverboy-Methode eine große Rolle. Mädchen glauben an große Gefühle, während ihr vermeintlicher Liebhaber das große Geld im Auge hat.

Endstation Rotlichtviertel. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Sie nutzen die Gefühle junger Frauen und Mädchen schamlos aus, gaukeln die große Liebe vor und machen sie gefügig. Enden kann das sogar in der Prostitution. Sogenannte Loverboys nehmen im Internet und auch in unmittelbarer Nähe von Schulen Kontakt mit ihren Opfern auf. Das emotionale Thema ist der Öffentlichkeit wenig bekannt; auch weil sich die Betroffenen aus Scham nicht trauen, sich gegenüber Lehrern oder Freunden zu offenbaren.

Junge Männer suchen gezielt junge Frauen in schwierigen Lebensphasen, sei es durch Probleme mit Eltern oder Schule, durch Scheidung der Eltern oder Umzug mit Verlust des Freundeskreises. Sie entfremden die Mädchen ihrem sozialen Umfeld – am Ende entpuppt sich der vermeintliche Geliebte als Zuhälter, der die Termine mit Freiern organisiert.

Auch viele Unter-14-Jährige unter den Opfern

Die Loverboy-Methode ist nicht als eigener Straftatbestand in der polizeilichen Kriminalitätsstatistik aufgeführt. Sie fällt unter Menschenhandel und Ausbeutung. Im Jahr 2022 gab es laut Bundeskriminalamt in Deutschland 171 Verfahren mit minderjährigen Opfern, darunter 156 wegen kommerzieller sexueller Ausbeutung. Bei den Ermittlungen wurden 185 Opfer festgestellt. Darunter befanden sich 152 Opfer im Alter zwischen 14 und 17 Jahren sowie 24 unter 14 Jahren. Das Alter von neun Opfern blieb unbekannt.

Mehr Schutz durch obligatorische Aufklärung an Schulen fordert etwa die SPD im baden-württembergischen Landtag. Das Thema müsse in den Bildungsplänen verankert werden, sodass Lehrkräfte nicht umhinkämen, das brisante Thema im Unterricht zu behandeln: «Die Loverboy-Gefahr ist auch deshalb so groß, weil sie schlichtweg ignoriert wird», sagt der Abgeordnete Daniel Born, der eine Anfrage an die Landesregierung dazu gestellt hat. «Das muss sich ändern, denn für viele junge Frauen ist es eine reelle Gefahr, von erwachsenen Männern emotional abhängig und ausgebeutet zu werden, bis hin zur Prostitution.» Als potenzielle Ansprechpartner müssten auch die Schulsozialarbeiter sensibilisiert werden.

«Man kann wichtige Symptome für das Abgleiten erkennen»

Auch die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes (TdF) fordert mehr verbindliche Aufklärung an Schulen. «Man kann als Klassenkamerad und Lehrer wichtige Symptome für das Abgleiten der Mädchen in die Abhängigkeit von einem Mann erkennen, wenn man um deren Strategie weiß», berichtet Abteilungsleiterin Themen und Projekte, Gesa Birkmann. Die Aufklärung im Unterricht sei dabei essenziell, um möglichst viele potenziell Betroffene zu erreichen.

Doch das Interesse an dem Komplex lässt aus Sicht der Organisation zu wünschen übrig. Ein Webinar zu dem Thema, also eine internetbasierte Schulung für Schüler und Lehrer, sei in diesem Jahr erst von einer Handvoll von Schulen angefordert worden. «Das entspricht nicht dem, was wir uns gewünscht haben.» Das baden-württembergische Kultusministerium verweist darauf, dass die sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen zwar in den Bildungsplänen nicht vorkomme – es aber in Fächern wie Ethik und Gemeinschaftskunde oder dem für alle Fünftklässler obligatorischen Basiskurs Medienbildung «Anknüpfungspunkte» gebe.

Klamotten und Schmuck als mögliches Indiz

SPD-Mann Born fordert, dass die Loverboy-Masche als statistischer Erfassungsparameter eingeführt wird. Auch Birkmann betont, dass Zahlen und Fakten helfen würden, die von langer Hand geplante Strategie der Täter zu durchleuchten und präventiv einzugreifen. «Alarmglocken bei Mitschülern und Lehrkräften müssen schrillen, wenn Mädchen sich abschotten, sich nicht mehr mit Freundinnen treffen oder auf einmal teure neue Kleidung oder Schmuck tragen.»

Der Hinweis, dass das Thema ja in unterschiedlichen Schulfächern behandelt werden könne, ist aus Sicht von Terre de Femmes nicht angemessen: «Das Thema Loverboy fällt bei der Vielfalt der außerunterrichtlichen Herausforderungen für die Lehrer durch das Raster.»

In Baden-Württemberg gibt es kein landesweit standardisiertes Präventionsprogramm zur Loverboy-Methode. Das Ministerium verweist auf die Kooperation mit der Polizei, deren Jugendsachbearbeiter und Präventionsbeamte das Thema bei Informationsveranstaltungen für Lehrer, Schüler und Eltern aufgriffen. Nordrhein-Westfalen geht einen anderen Weg: Seit März 2022 sind dort Schulen verpflichtet, Schutzkonzepte gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch zu erstellen. Die Vorgehensweise der Loverboys ist Teil davon.

Annäherung via Internet

Beim Cybergrooming, also der Annäherung an das spätere Opfer über das Internet, sprechen junge Männer Mädchen im virtuellen Raum an. Bei einem Viertel aller Opfer von Menschenhandel wird der Erstkontakt über das Internet hergestellt, insbesondere über Anzeigenportale, Dating-Apps und Social Media oder Spiele mit Chatfunktionen. TdF sieht eine wachsende Verlagerung Richtung Instagram. Dem Trend trägt man in Nordrhein-Westfalen zum Jahreswechsel mit einem neuen Präventionskonzept zur Ansprache der Jugendlichen über Apps, QR-Codes, Social Media und Videoclips Rechnung.

Ist eine Vertrauensbasis geschaffen, kommt es zum Treffen. Loverboys täuschen die große Liebe vor, versprechen eine rosige gemeinsame Zukunft. Sie blenden Mädchen mit Komplimenten, protzigen Autos und Geschenken. Nordrhein-Westfalens Ministerin für Kinder und Jugend, Josefine Paul (Grüne), sagt: «Loverboys nutzen die Sehnsucht von Mädchen und Frauen nach Zuneigung, Verständnis und Partnerschaft auf perfide Weise aus.»

Der Loverboy isoliert sein Opfer und wird schnell der wichtigste Mensch in seinem Leben. «Dann kommt das große Theater», sagt Birkmann. Dem Mädchen wird weisgemacht, dass sein anfangs spendabler Freund in Geldprobleme stecke, aus der nur es ihn retten könne.

Eine begrenzte Zeit solle es anschaffen, um zur gemeinsamen Zukunft beizutragen. Die Liebesfalle schnappt zu: Das Mädchen glaubt, es müsse nur kurzfristig aushelfen. Von dem Geld der Freier sieht die junge Frau nichts und finanziert weiter den luxuriösen Lebensstil des Loverboys. Das auf den Mann fixierte Mädchen begibt sich in sein Schicksal und landet oft mit Gewalt, deren Androhung und Drogenverabreichung in der Zwangsprostitution.

Haftstrafe für Düsseldorfer Loverboy

Typisch ist der Fall einer jungen Frau, der laut Gericht ein 28-Jähriger erst eine gemeinsame Zukunft versprochen und sie dann zur Prostitution gedrängt hat. Das Amtsgericht Frankfurt verurteilte ihn 2022 wegen Körperverletzung und Zuhälterei sowie Zwangsprostitution zu einer Bewährungsstrafe von 18 Monaten. Die zur Zeit des Verfahrens 21-Jährige arbeitete als Prostituierte im Frankfurter Bahnhofsviertel, um eine gemeinsame Zukunft mit dem Mann zu sichern. Als sie erfuhr, dass er bereits mit einer anderen Frau liiert war und mit dieser auch ein gemeinsames Kind hatte, befreite sie sich mithilfe einer Frauenrechtsorganisation.

Im selben Jahr wurde ein Gangster-Rapper zu einer weit gravierenderen Strafe verurteilt: Das Landgericht Düsseldorf schickte ihn wegen versuchter schwerer Zwangsprostitution, Zuhälterei und Körperverletzung fünf Jahre und zehn Monate in Haft.

Anders als in der Erwachsenen-Prostitution, die zu 80 Prozent Frauen aus dem Ausland betrifft, sind die Opfer von Loverboys laut BKA zu mehr als 70 Prozent deutsche Staatsangehörige. Über die Täter ist wenig bekannt. Sie sind nach Auskunft Birkmanns 20 bis 30 Jahre alt und kommen aus dem Dunstkreis der organisierten Kriminalität.

Scham hält Mädchen vom Offenbaren ab

Die Dunkelziffer sei exorbitant hoch, so Birkmann; die Mädchen sähen die Schuld für ihre Lage bei sich und/oder würden mit Gewalt daran gehindert, sich zu befreien und ihren Peiniger anzuzeigen. Sie fürchteten emotionalen Druck des Loverboys und Stigmatisierung, wenn sie den Schritt zurück in die Normalität versuchten. Die Expertin: «Die Mädchen brauchen nach den schlimmen Erfahrungen eine Therapie, ihr Selbstbewusstsein ist völlig zerstört.»

Bundesweite Anlaufstellen sind unter anderem Hilfetelefone von «Gewalt gegen Frauen», das «Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch» oder die «Nummer gegen Kummer». Von Julia Giertz, dpa

Zu wenig Aufklärung? Abtreibungen: Zahl steigt auf höchsten Stand seit Jahren

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RainerZufall
29 Tage zuvor

„Junge Männer suchen gezielt junge Frauen in schwierigen Lebensphasen […]“
What else is new?

Ein weiterhin wichtiges Thema zur Selbstbestimmung von Frauen. Es würde aber nicht schaden, würden sich die Behörden die „Ratgeber“ wie selbsternannte Alphas, Datingcoaches etc. auf Youtube, Tiktok und wasauchimmer zumindest annehmen…

Und natürlich müssen auch die Jungen zu guten Deutschen Puffgängern gebildet werden, die sich in Osteuropa austoben und hierzulande den Familienvater geben 😉

447
28 Tage zuvor
Antwortet  RainerZufall

Immer wenn ich denke „cringe-iger“ (im ursprünglichen Wortsinn dieses Wortes) geht es nicht mehr – kommt von irgendwo eine Betroffenheitspädagogik daher…schon aus blankem Selbstschutz werde ich als männlich gelesene Drohne gar niemals und nimmermehr mit Schülerinnen im Detail über ihr Liebesleben sprechen.

Die mittlerweile normalisierte Männerfeindlichkeit schneiden Sie ja dankenswerterweise auch gleich an 😉 – prima, sollen sich die König_/*+-#Innen der neuen Geschlechterhierarchie drum kümmern.

RainerZufall
28 Tage zuvor
Antwortet  447

Es geht mit konkret darum, solchen Menschen die Plattformen zu entziehen Meiner Meinung nach könnte dies durchaus einen Effekt haben.
Warum Sie dies auf alle Männer beziehen müssen, sagt viel über Sie aus, war aber nicht meine Absicht

447
28 Tage zuvor
Antwortet  RainerZufall

Können Sie nicht, da sog. „Loverboys“ international agierende, organisierte Kriminelle sind, die i.d.R. „ältere Damen mit unreifer Selbsteinschätzung“ (nennen wir es mal so) verbal einwickeln. Häufig von einer Reihe afrikanischer Standorte aus.

Quasi das Gegenstück zu „Mai Ling, 21 Jahre, Model-Look aus Thailand“, die sich natürlich unsterblich in „Wampen-Werner, 54, mittlerer Büroangestellter“ verliebt hat und ihn ja so gerne besuchen würde, wäre da nicht die kranke Oma ($), das teure Fliegen ($$) und die drückenden Mieten ($$$).

Alles seit Jahren bekannt & im Netz.

RainerZufall
27 Tage zuvor
Antwortet  447

Und solchen sollte man nicht die Plattformen entziehen?

447
26 Tage zuvor
Antwortet  RainerZufall

Der Konjunktiv halt…ohne eine Totalüberwachung des Internets ist das nicht möglich.
Sollen „wir“ jetzt anfangen, die typischerweise für viele Frauen attraktiven Männer entsprechender Gruppen pauschal zu sperren? Sperrbegründung: „Sie sind zu durchtrainiert und romantisch in Ihrem Profil!“ ? 😀
Junge Thailänderinnen kriegen auch Internetverbot? 😀

Ich traue Dodoschländern ja viel zu, aber ich glaube da stockt sogar dem Anzeigenhauptmeister der Atem… 😀

RainerZufa
25 Tage zuvor
Antwortet  447

Was hat Kontrolle mit Totalüberwachung zwingend gemein?
Polizei schmeißt auch nicht das Handtuch, weil es später wieder Straftaten geben wird.

Wenn Insta den Menschenhandel bekämpfen würde, sollte dies nicht schaden. Ein wichtiger – selbstredend nicht der einzige – Baustein

447
25 Tage zuvor
Antwortet  RainerZufa

Ich sage nicht, dass ich dagegen bin … aber wie konkret soll das durchführbar sein, vor ohne dabei die Realitäten der Täterverteilungen/statistische Merkmale zur Kenntnis nehmen zu müssen?

A.M.
28 Tage zuvor

Es ist schon ein Phänomen, dass nun anscheinend auch mehr Mädchen aus der Mittelschicht Opfer manipulativer Machenschaften werden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ich_geh%C3%B6re_ihm
Waren früher vor allem in Innenstädten herumlungernde Jugendliche und Heimkinder von Zuhältern, Pädophilen und Schwulen angesprochen, werden jetzt auch Mädchen zu Opfern, von denen man glauben möchte, dass sie niemals auf so eine verlogene Masche hereinfallen würden. Der Film „Ich gehöre ihm“ kann ich empfehlen. Auch für Eltern.
„In der Mediathek der ARD war der Film nur von 20 bis 6 Uhr zugänglich, weil er nur für über 12-Jährige geeignet sei.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Ich_geh%C3%B6re_ihm
Vor über einem Jahr habe ich ihn auch tagsüber kostenlos über eine Mediathek sehen können. Dazu habe ich mich entschieden, weil ich einen derart realistischen, eindringlichen und harten Film abends nicht hätte anschauen können.

SekII-Lehrer
27 Tage zuvor
Antwortet  A.M.

„Zuhältern, Pädophilen und Schwulen“ – Sie sind offenbar in den 60ern steckengeblieben, dass Sie Schwule in eine Reihe mit Leuten stellen, die Frauen ausbeuten und Kinder missbrauchen, ne?

A.M.
27 Tage zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

Weder jeder Zuhälter noch jeder Schwule und auch nicht jeder Pädophile macht sich an Minderjährige ran. Sachlich spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, eine Aneinanderreihung anzugeben, die nicht verallgemeinernd – ich habe nicht geschrieben „alle“! – sich auf für Kinder Fremde bezieht, die signifikant oft wegen entsprechender Delikte vor Gericht stehen.

Es wäre nett, wenn man generell darauf verzichten könnte, etwas in einen Text hineinzuinterpretieren, was nicht gesagt wurde. Ich habe noch nie etwas gegen Schwule gehabt. Aber ich mache die genderkorrekten sprachlichen Pirouetten nicht mit.

A.M.
26 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich habe Schwule nicht sinnfrei erwähnt. Klarstellen möchte ich, dass es hier um Kinderschutz geht. Die Interessen von Minderheiten stehen deshalb für mich hier nicht im Vordergrund.

Schwule sind gewiss unterrepräsentiert, wenn es darum geht junge Mädchen mit Drogen und Prostitution in Kontakt zu bringen, was das noch zu vertiefende Thema des Artikels ist.
Aber Schwule leben nun mal gehäuft promiskuitiv, was ihr Recht ist, sofern es sich nicht um Kinder und Minderjährige in Abhängigkeitsverhältissen handelt. Leider dürfen Pädagogen nicht die Augen davor verschließen, dass einige nicht nur Kinderpornographie konsumieren, sondern auch Jungen missbrauchen. Darunter auch fest verpartnerte Schwule und solche, die Kinder adoptiert haben.

Vor Cybergrooming werden Kinder heute immer wieder gewarnt. Sie wissen um das Riesenproblem und trotzdem passiert es, dass sie sich auf Kontakte einlassen, die manche hinterher bitter bereuen. Heimkinder, aber auch andere Kinder mit einer Familiengeschichte, die von traumatischen Erlebnissen geprägt sind, waren schon immer besonders stark gefährdet, Opfer von sexuellem Missbrauch auch durch Fremde zu werden. (Wir wissen alle, dass Missbrauch innerhalb der Familie und dem nahen Umfeld prozentual öfter vorkommen.) Aber immer wenn Kinder besonders bedroht sind, müssen Pädagogen besonders aufmerksam und lieber etwas zu misstrauisch sein als etwas auszublenden, weil es als „Generalverdacht“ missverstanden werden könnte.

Ganz bestimmt nicht grundlos wurden die Berufsanfänger unter den HeimerzieherInnen von erfahrenen HeimerzieherInnen auf die Plätze, Unterführungen, Parks und andere Orte aufmerksam gemacht, an denen die ihnen anvertrauten Kinder möglicherweise gefährdet waren. Das gleiche galt für Mädchen, die von Zuhältern angesprochen wurden. Und trotz Cybergrooming bleibt es auch heute dabei, dass Kinder und Jugendliche, von Anmache im Alltag von denen, die sie missbrauchen wollen, geschützt werden müssen. Der Gedanke, dass man Fremden nicht von vornherein vertrauen sollte, ist unpopulär geworden. Als ob es schlecht wäre, erst mal abwartend und neutral zu sein.

Cybergrooming hat selbstverständlich dazu geführt, dass das Internet wesentlich mehr Bedeutung als Kontaktbörse eingenommen hat als nicht virtuelle Kontakte. Inwieweit sich das Verhältnis von sexuellem Missbrauch durch Verwandte und nahes Umfeld der Familie (Das Delikt sexueller Missbrauch von Kindern fand über viele Jahre ganz überwiegend in Familien statt) verschoben hat zu Fremden, ist eine interessante Frage. Und es bleibt abzuwarten, was sich verschieben könnte, wenn eine effektive Chatkontrolle Cybergrooming erheblich erschweren würde.

Den Film „Ich gehöre ihm“ https://de.wikipedia.org/wiki/Ich_geh%C3%B6re_ihm finde ich deshalb besonders eindringlich, weil ein Mädchen aus einem sehr bürgerlichen Milieu Opfer geworden ist, das eigentlich gute Chancen gehabt hätte, einen anderen Weg zu gehen.
Wurde über diesen Film eigentlich früher schon auf news4trachers diskutiert?

Ulrika
27 Tage zuvor
Antwortet  A.M.

Bemühungen bzw. berechtigte Forderungen von Menschen nach geschlechtersensibler, inklusiver Sprache derart despektierlich abzubürsten, passt zur mit Recht kritisierten und vollkommen inakzeptablen Aneinanderreihung- ignorant, selbstgefällig und egoperspektivisch!

potschemutschka
27 Tage zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

Haben Sie den Satz im Kommentar von A. M., auf den Sie sich beziehen, richtig gelesen und verstanden?
Die Frage geht auch an @Redaktion

potschemutschka
26 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Buchtipp: Christiane F. „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“

Indra Rupp
27 Tage zuvor
Antwortet  A.M.

Sie haben die Heteros vergessen!

potschemutschka
27 Tage zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Das sind ja die „Zuhälter“ und „Pädophilen“.

447
25 Tage zuvor
Antwortet  A.M.

Erklärung ist extrem stumpf:

Alleine die VORSTELLUNG, Mädchen/Frauen irgendwas in dem Lebensbereich „““vorzuschreiben“““ (wie etwa: „Glutäugige Sandokhans aus dem Internet sind nix für Dich, Finger weg!“) zu wollen ist in unserer Gesellschaft nahe an dem, was woanders „Blasphemie“ wäre.

In die spitze Pfahlgruppe können sich andere stürzen, ich nicht.

Geliefert wie bestellt.

Individualist
28 Tage zuvor

Aber eine Chatkontrolle wg. seualisierter Gewalt scheiterte am Widerstand der Ampel-Regierung:
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/chatkontrolle-eu-100.html

Unfassbar
27 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Da hat die FDP durchaus erstens Verstand und zweitens Rückgrat bewiesen.

Riesenlob nach Dresden!
27 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Nein! Bin wahrlich kein FDP- Fan, aber schauen Sie mal hier nach, dann erscheint die Sache in einem anderen Licht!
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/prominente/chat-kontrolle-whatsapp-ashton-kutcher-100.html

447
26 Tage zuvor

Doch.

Ist wie bei Kontoabfragen oder Registrierungspflicht für Handys:

Eingeführt wird es mit großen moralischen Schlagworten („Terroristen“,“Pädophile“) – eingesetzt gegen Durchschnittsbürger.

Ginge es wirklich um den Schutz von Kindern, würde man Kinderschänder permanent wegknasten oder (wie in zahlreichen demokratischen Ländern) lebenslang mit Anwohnerwarnung, Foto und allen Daten öffentlich ausstellen.

Bei uns so: „Lol zwei Jahre Bewährung“ und ähnliche Späße.

Ulrika
25 Tage zuvor
Antwortet  447

Haben Sie sich die Doku mal angeschaut?

PaPo
25 Tage zuvor
Antwortet  447

Unsere Zensi-Zensa-Zensursula hatte ja bereits als Bundesfamilienministerin „Stoppschilder“ im Internet zum vermeintl. Schutz gg. Kinderpornographie gefordert, nach schwedischem Vorbild. Massive Eingriffe in unsere grundgesetzlichen (von der Ewigkeitsklausel erfassten) Grundrechte inkl. und ignorierend, dass die Erfahrungen in Schweden bereits damals zeigten, dass entsprechende Infrastrukturen, einmal vorhanden, allen Beteuerungen im Vorfeld zum Trotz, mir nichts dir nichts für alle möglichen anderen Dingen, auch solche, die (noch) gar nicht strafbar sind, eingesetzt wurden. Scheiterte bereits damals auch an der FDP… old habits die hard………

Bereits die Möglichkeit des „flächendeckende[n] und anlasslose[n] Auslesen[s] privater Kommunikation“ erf7llt allg. Zensurkriterien und ust geeignet, wie es im Jargon des BVerfG lautet, das Geistesleben zu lähmen. Ein ungelähmtes Kommunikationsleben ist aber notwendige Bedingung von Denokratie.

RainerZufall
27 Tage zuvor
Antwortet  Individualist

‚“[…] flächendeckendes und anlassloses Auslesen privater Kommunikation“ müsse verboten werden“

Interessant, dass sich der „Inidividualist“ an so einer Auffassung sträubt

Individualist
26 Tage zuvor
Antwortet  RainerZufall

Das hatte ich nicht zitiert, es ging um eine EU-Regelung, die an dem Widerstand Deutschlands gescheitert ist. Unsere europäischen Werte !!

RainerZufa
25 Tage zuvor
Antwortet  Individualist

Ich TEILE und TRAGE diese Freiheit und die damit folgenden Konsequenzen. Sie offenbar nicht. Ihr gutes Recht, aber Ihr Name gibt das nicht unbedingt her

Existiertnet
26 Tage zuvor
Antwortet  Individualist

Da können wir wirklich froh sein, dass dieses EU-Gesetz gescheitert ist. Dies es Mal wohl keinen Schritt in Richtung Überwachungsstaat.

Dies Gesetz wäre sogar noch krasser als die kürzliche Ankündigung des Metakonzerns, User Daten als Futtermittel für die hauseigene KI zu verwenden.

Das ist was ganz anderes? Nö. Das hiesige Bürgeramt und somit auch der Staat, verkauft bereits jetzt unsere Daten an die Privatwirtschaft, wenn wir nicht ausdrücklich bei der Anmeldung/Ummeldung des eigenen Wohnsitzes widersprechen. Chatnachrichten lassen sich bestimmt auch gewinnbringend verkaufen.

Was bedeutet das EU-Gesetz außerdem? Meiner Meinung nach wäre das auch ein faktisches Verbot der End-zu-Ende-Verschlüssung. Diesen Vorstoß hatten wir bereits in den 90er.
Mehr dazu (mit Vorsicht genießen):
https://www.danisch.de/blog/2024/06/19/erich-huettenhain-die-amerikaner-und-die-deutsche-kryptographie/

pfk
28 Tage zuvor

„Dem Mädchen wird weisgemacht, dass sein anfangs spendabler Freund in Geldprobleme stecke, aus der nur es ihn retten könne.“
Hä Grammatik, inhaltlich what?

Erst wird von kleinen Schulmädchen (14 und jünger) gesprochen, dann von einer 21-jährigen.
what?

Vielleicht sollten mehr die Männchen aufgeklärt werden und gewarnt, dass mensch, verdammt noch mal, andere nicht zu Sklaven machen sollte! F*ck, wo bleibt die Kritik an solch antisozialem, ungesetzlichen, alle Menschenrechte fahren lassende und frauenverachtendem Verhalten?

Immerhin, aber nur die Frauenopfertelefonnummern?
what?

Wo ist da bitte der notwendige Konstruktivismus bzw. die Einordnung zur verfassungsmäßigen Wahrung des Rechts der 4. Gewalt?

Was soll mir dieser Artikel und den Mädchen prospektive Frauen sagen?
Und den Jungen und Männern?
Ein Zuhälter zu sein ist ein adäquater Berufswunsch? Wenn die kleinen Mädchen epistemisch noch unwissend sind, sein müssten, dann kann man als „Lover(?)boy(?) schon grundsätzlich eine widerliche Verharmlosung des Tatverübenden in seiner wörtlichen Bedeutung. Eher f*ck*ng liar man.

Es ist schon schwer den Sexualkundeunterricht einigermaßen entspannt über die Bühne zu bringen, aber mit (5.Klasse) 10jährigen über sexuellen Mißbrauch zu parlieren…
In Gewi bei Medienbildung?
What?
Heute: wie wehre ich mich gegen toxische verlogene Männlichkeit im Pelz eines heulsusigen Schafes, verkauft als ein pick up „Artist“?

10 Sätze, wenn ein viel zu alter Drecksack dich abschleppen und versklaven will:
Das wäre eine Möglichkeit, sich gegen solche K*ck* zu wappnen.

Caro
27 Tage zuvor
Antwortet  pfk

Was geht denn bei Ihnen ab????

pfk
27 Tage zuvor
Antwortet  Caro

Mich widert der inhärente Sexismus an. Massiv. Er ist so massiv, dass ausgerechnet die Mangelware Lehrkörper und Sozialarbeitende zur Wachsamkeit und Aufklärung herbei gerufen werden.
– Blendi Blendi Bling Bling für die kleinen Mädchen (Dank geht raus an Kim K. Consorten und deren Epigonen; nicht.)
– Der unangetastete Jungmann aka Loverboy (sic) der einfach nur ein Zuhälter ist, mit Bonzenkarre und einer Bauchtasche von Gucci. (Dank geht raus an Andy T. und die anderen frauenverachtenden Proteinriegelbirnen; nicht).

Das geht ab.

Weiter unten gibt Frau Rupp eine
fallstudienartige Beschreibung.
Und das ist nur eine Möglichkeit. Von ungewollt schwanger, Menschenhandel, Verführung Minderjähriger, (schlimmste desintegrierende Kriminalität) zerstörte Körper und Geister von Menschen mit jahrelanger Therapie, oder eben gerade nicht, wegen der Scham, wie im Artikel genannt, ist da leider noch so viel mehr möglich. Und über das räudige Verhalten von Menschenschindern, die jungpubertierende Mädchen als Geldautomaten mit 2 Beinen betrachten, verliert kaum wer ein Wort. Dieses Verhalten gilt es zu ächten und zu beschämen.
Nicht um zu sagen, um es sehr kurz zu machen: wow, du hast viel Geld, bist einen Riesen*rsch, bist ein kranker Psychoparasit. Toller Typ. Mach weiter so. Aus dir wird was! Bist ein Spitzenvorbild.
Wenn Ihnen die Ironie dabei komisch vorkommt, dann ist es meistens die Ungerechtigkeit in der Sache, die dabei zu Tage tritt. Ironie ist ja eher selten ein Witz.

447
25 Tage zuvor
Antwortet  pfk

Sie regen sich gerade über genau das auf, was zu erwarten war.
Extrem viele Frauen stehen halt -richtig tief in den Eingeweiden- auf alpha-Gehabe.

Genau so wie (mit nur leicht sinkender Tendenz) viele Beta-Bernds jedem Rock hinterherjagen wie doof und sich dabei alles gefallen lassen.

Was hat „man“/“frau“ denn gedacht, was eine völlige Deregulierung des sexuellen Marktplatzes ergeben wird? 😀

Solche fringe-Phänomene sind eines der logischen Ergebnisse davon.

Indra Rupp
27 Tage zuvor

In diesem Zusammenhang könnte man auch das Thema Vaterkomplex aufgreifen. Wird belächelt. Voller Vorurteile („Hat er ein schickes Auto?“). Schuldzuweisung an die junge Frau aus Neid und Missgunst seitens älterer Frauen. Betrifft grundsätzlich einen sehr großen Anteil an Frauen. Machtunterschied riesig. 15jährige ist nur ein Übergangsspielzeug, malt sich aber die große Liebe aus, hat von vornherein verloren, lässt sich ausbeuten und benutzen, wird mit sexuellen Wünschen überfordert. Darf selber gar keine Wünsche/Erwartungen stellen, hat zu warten, bis er wieder Zeit und Lust hat. Er 20 Jahre älter, hat vor, Frau und Kinder zu verlassen und auf Dauer eine neue gleichaltrige Partnerin zu finden. Neue Partnerin trifft dann auf heulende 15jährige und erklärt ihr, sie sei Abschaum und nur eine Affäre gewesen, neue Partnerin hat Angst vor Konkurrenz .
15jährige schluckt Tabletten, kommt aber nochmal mit dem Leben davon, braucht 5 Jahre um zu durchschauen, benutzt worden zu sein. Ist halt auch vom eigenen Vater keine Wertschätzung gewohnt und auf der Suche nach dem Guten in der Vaterfigur endlos opferbereit, hinnahmefähig und verständnisvoll,bis zur Aufgabe des eigenen Ich. Spuren sieht man natürlich lebenslänglich. Ungeliebtes Kind wird auch später nie geliebt. Zu schnelle emotionale Abhängigkeit, zu wenig ich = uninteressant für Freundschaften und Beziehungen. Mit der Zeit auch verlernen und einmauern diesbezüglich. Natürlich nicht erst, als vom 35jährigen ausgebeutet. Diese Ausstrahlung war schon vorher da, aufgrund der mangelhaften Beziehung zum Vater. Genau deshalb ja auch potenzielles Opfer später für entsprechende Männer ohne Aussicht auf Besserung. Sogar ein bisschen fasziniert von „bösen“ Männern. Wieviele Frauen sind das? Nein, die sollen nicht wirklich böse sein, es soll nur so scheinen (Beispiel: Severus Snape, Phantom der Oper,…) und man muss das Schloß knacken, um das Gute zu Offenbaren und damit das Böse zu widerlegen. Auch zurück zu führen auf den eigentlichen Vater, bei dem man hofft, das gleichkültige, kalte, ignorante sei auch nur oberflächlicher Schein und irgendwo Liebe zum Kind zu finden. Vielleicht aber auch ein Teil von Frauen selber, diese „böse-Männer-Faszination“ oder etwas evolutionstechnisches, wer weiß das schon. Meist stimmt von allem etwas.
Tatsache ist, geliebte Kinder sind starke Kinder, an die man sich nicht so schnell heran traut und mit denen jeder gerne zu tun hat (integriert).
20 Jahre später und selber 35. Erst da, mit der Perspektive von der anderen Seite, völliges Bewusstsein, was das damals für ein Machtunterschied war. Wie leicht man als 20 Jahre ältere Person, 15jährige emotional unter Druck setzten und ausbeuten könnte. Was man für ein Schw**n dafür sein müsste . Und Verwunderung über das gesellschaftliche, erwachsene, diesbezüglich Frauenkritische Umfeld : War euch gar nicht klar, dass das Missbrauch war?

447
25 Tage zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Dieses „etwas evolutionstheoretische“ ist schlicht die (der romantischen Verklärung beraubte) sexuelle Selektion der Frauen, die sich auf Männer richtet.

Im übrigen Stimme ich Ihrer zentralen These zu:
Vernünftig erzogene und mit sicheren Grenzen(!) statt narzisstischer Verherrlichung der eigenen Instinkte ausgestattete Frauen/Mädchen werden auf „loverboys“ o.ä. deutlich weniger reinfallen.