„Meilenstein“: Bund und Länder unterstützen Brennpunkt-Schulen mit 20 Milliarden Euro

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BERLIN. 20 Milliarden Euro extra für 4.000 Schulen im Land, um Bildungsdefizite auszugleichen – das sogenannte Startchancen-Programm ist das zentrale bildungspolitische Vorhaben der Ampel und kann nun kommen.

Heute ist es soweit: Bund und Länder haben das #Startchancen-Programm ratifiziert und die Vereinbarungen unterzeichnet. Das größte Bildungsprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik startet damit zum Schuljahr 2024/25. Das ist der Einstieg in die bildungspolitische Trendwende. pic.twitter.com/nnW5uc7kNl

— Bettina Stark-Watzinger (@starkwatzinger) June 4, 2024

Mit ihrer Unterschrift haben Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) und die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Christine Streichert-Clivot (SPD), am Dienstag in Berlin den offiziellen Startschuss für das wichtigste bildungspolitische Vorhaben der Ampel gegeben. Ab kommenden Schuljahr sollen mit dem sogenannten Startchancen-Programm bundesweit zunächst rund 2000 und später 4000 Schulen in sozial schwierigen Lagen eine spezielle Förderung bekommen.

Über die kommenden zehn Jahre wollen Bund und Länder dafür 20 Milliarden Euro bereitstellen. Die Förderung soll zu 60 Prozent an die Grundschulen gehen, da sich in Bildungsstudien zunehmende Defizite beim Lesen, Schreiben und Rechnen gezeigt hatten.

Etwa jede zehnte Schule des Landes soll den Plänen zufolge eine Startchancen-Schule werden. Entscheidend sind vor allem der Anteil ärmerer Kinder und Jugendlicher und der Anteil an Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. Die konkrete Auswahl treffen die Bundesländer. Das Geld ist für Baumaßnahmen gedacht, allerdings nicht für ohnehin notwendige Turnhallen- oder Toiletten-Sanierungen, sondern für Lernlabore, Multifunktionsräume, Werkstätten, Ateliers oder für Sport- und Erholungsangebote im Außenbereich.

Die Startchancen-Milliarden sollen außerdem in zusätzliches Personal wie Sozialarbeiter investiert werden und die Schulen bekommen ein Budget zur freien Verwendung. Das ehrgeizige Ziel: Bis zum Ende der Programmlaufzeit 2034 soll die Zahl der Schüler, die die Mindeststandards in Mathematik und Deutsch verfehlen, an den Startchancen-Schulen halbiert werden. Zudem geht es um eine Förderung der sogenannten sozio-emotionalen Kompetenz, der Fähigkeit zu angemessenem Verhalten im Umgang mit anderen Menschen und in verschiedenen Situationen.

Da Bildung in Deutschland in der Hand der Bundesländer liegt und Berlin nicht einfach Geld geben kann, haben Bund und Länder sogenannte Verwaltungsvereinbarungen getroffen, in denen die genaue Mittelverteilung und -verwendung geregelt ist. Diese Vereinbarungen sind inzwischen von allen Bundesländern unterschrieben. Stark-Watzinger und Streichert-Clivot, die auch saarländische Bildungsministerin ist, setzten die Dokumente mit ihrer Unterschrift am Dienstag in Kraft.

Beide sprachen von einem Meilenstein. Es handele sich um das größte und langfristigste Bildungsprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik, sagte die Bundesbildungsministerin. News4teachers / mit Material der dpa

Startchancen-Programm: Welche Leistungen Schulen damit einkaufen können

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3 Kommentare
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Realist
1 Monat zuvor

Na gut, dass an den anderen 36.000 Schulen im Land „Friede, Freude, Eierkuchen“ zu herrschen scheint…

RainerZufall
1 Monat zuvor

Gute Sache! Brennpunkte zuerst anzugehen, halte ich für eine recht geeignete Reihenfolge. Leider kommen die Mittel zum ungünstigen Zeitpunkt: Was sollen die Schulen mit dem Geld machen?
Personal, DIES ist für Kinder im Brennpunkt wichtig, ist kaum verfügbar =/

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  RainerZufall

Man könnte bspw. mal ernsthaft hinterfragen, warum es Fachkräftemangel gibt und diesen beheben … Viele würden das schonmal (theoretisch) wissen. Das ist eigentlich gar nicht das Problem.
So, dann sollte oder könnte man das Geld bspw. nehmen, um Attraktivität und somit geeignete und gute Rahmenbedingungen zu erstellen und machen/stellen.
Als Denkanreiz: Erst dann überhaupt würden wir wohl von einer möglichen Verbesserung der Personalsituation sprechen.

Fazit: „Die Schulen“ hinken eben hinterher. Dies ist erstmal aufzuholen.