Umfrage zur Sauberkeit in Schulen: Klassenräume Note 3, Toiletten Note 4

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BERLIN. In Berlin haben Schüler, Lehrer, Hausmeister und Eltern erstmals in einer Online-Befragung die Sauberkeit in öffentlichen Schulen bewertet. Am schlechtesten schnitten die Toiletten der Schüler ab (Durchschnittsnote: 4). Der Zustand der Räumlichkeiten wurde, immerhin, mit einer Drei bewertet.

Viele Kommunen sparen bei der Reinigung der Schulen. Foto: Shutterstock

Berliner Schüler und Schulmitarbeiter sind mit der Sauberkeit in öffentlichen Schulen mittelmäßig zufrieden. In einer Umfrage des Statistischen Landesamtes erhielten die Räumlichkeiten im Schnitt die Note 3 auf einer Skala von 1 bis 5. «Das Personal ist kritischer als die Schüler, was die Sauberkeit betrifft», sagte Referatsleiter Jörg Höhne bei der Vorstellung der Ergebnisse. Am schlechtesten bewertet wurden die Toiletten der Schüler mit einer Note 4.

Die Toiletten waren die einzige Kategorie, in der die Schüler strenger waren als das Personal. Die Bildungsverwaltung will die Reinigung in den Schulen jetzt besser kontrollieren lassen.

Teilnehmerzahl blieb unter Erwartungen

Die Sauberkeit in den Berliner Schulen ist seit Jahren umstritten. Um erstmals ein umfassendes Bild zu erhalten, ließ der Senat Ende 2023 alle Schüler, Lehrer, Hausmeister und andere Schulmitarbeiter sowie Elternvertreter von 694 Schulen befragen. «Insgesamt haben wir über 230.000 Personen angesprochen. Über 20.000 haben letztendlich an der Befragung teilgenommen», sagte Höhne. Der Rücklauf der Online-Befragung von weniger als zehn Prozent habe unter den Erwartungen gelegen, sei aber ausreichend.

Die Toiletten und Klassenzimmer gehören zu den Räumen, in denen den Befragten die Sauberkeit am wichtigsten ist. Gleichzeitig zählen diese Bereiche zu den am schlechtesten bewerteten. Mit einer 2,8 schnitten die Klassenräume allerdings noch deutlich besser ab als die Toiletten. In den Klassenräumen sind die Befragten mit Tischen, Fußböden und Fensterbänken besonders unzufrieden. In den Toiletten werden die Kabinenwände, Fußböden und vor allem die WCs und Urinale als besonders schmutzig empfunden.

Eine Umfrage der Deutschen Toilettenorganisation GTO unter rund 950 Berliner Schülerinnen und Schüler hatte 2023 ergeben, dass knapp die Hälfte der Befragten die Toiletten nicht einmal zum Pinkeln benutzt oder versucht, es zu vermeiden. Rund ein Viertel der Teilnehmer gab sogar an, immer oder oft weniger zu essen und zu trinken, um nicht aufs Klo gehen zu müssen (News4teachers berichtete).

«Der erste wichtige Schritt ist jetzt die verbesserte Kontrolle der Reinigungsleistung»

Als problematisch sieht die Mehrheit der Befragten, dass die Räume im Tagesverlauf schnell verschmutzen. Schlechte und zu seltene Reinigung werden als weitere Gründe für mangelnde Sauberkeit genannt. Schüler waren auch selbstkritisch und gaben an, dass Essen und Müll fallen gelassen oder die Gebäude mit dreckigen Schulen betreten werden.

«Der erste wichtige Schritt ist jetzt die verbesserte Kontrolle der Reinigungsleistung», sagte Torsten Kühne (CDU), Staatssekretär für Schulbau und Schuldigitalisierung. Nur, wenn Mangelleistungen sauber dokumentiert seien, könne man vermeiden, dass «schwarze Schafe» nicht bei der nächsten Ausschreibung wieder am Start seien, sagte Kühne mit Blick auf Reinigungsfirmen. Hausmeister in den Schulen sollen in diesem Jahr mit Tablets ausgestattet werden, mit denen sie die Reinigungsleitung dokumentieren können.

Ein weiterer Baustein sei eine Verstetigung der Tagesreinigung an den Schulen. Diese sei aber auch abhängig von der Haushaltslage. Bei der Tagesreinigung säubert das Personal die Schulen auch im laufenden Betrieb, Toiletten und andere stark genutzte Bereiche wie Treppenhäuser können häufiger gereinigt werden.

Svenja Ksoll von der GTO kündigte an, dass der Verein aktuell ein Hilfsportal für das Thema Schultoilette baut. Sie bekomme täglich Anfragen von Schulen, Schülern oder anderen Akteuren aus ganz Deutschland, die Hilfe suchen. News4teachers / mit Material der dpa

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24 Kommentare
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Petra OWL
8 Monate zuvor

und deshalb geht auch mal online-Unterricht und aus Wertschätzung fürs Kollegium muss es die 4 Tage Woche geben.

Sepp
8 Monate zuvor
Antwortet  Petra OWL

Es ist wirklich ermüdend, dass Sie immer wieder den gleichen Kommentar schreiben, egal um was es im jeweiligen Artikel geht. Offenbar sind Sie sehr unglücklich im Job und verbreiten deshalb hier nur Unzufriedenheit.

Bitte gehen Sie doch endlich in die Firma ihres Mannes und arbeiten Sie dort glücklich bis zur Rente. Ich gönne es Ihnen, wirklich, ohne Sarkasmus.

Sternenblatt
8 Monate zuvor
Antwortet  Sepp

irgendwie auch ermüdend, dass sie alles so lassen. Wir wissen mittlerweile alle, dass es nicht mehr attraktiv ist und zudem noch unrentabel ist / für Leute, die 6 Jahre studieren.

Lera
8 Monate zuvor

Mit dem Thema Schultoiletten kann man öffentlich ja ganze Blumenläden gewinnen.

Ich finde es eher … sekundär.

Der eigentlich interessante Aspekt daran ist, dass es bei der Bildung flächendeckend NICHT EINMAL für elementarste Hygienefaktoren reicht.

Marie
8 Monate zuvor

Der erste wichtige Schritt ist jetzt die verbesserte Kontrolle der Reinigungsleistung.“ Ich finde ja, der erste Schritt wäre, den Kinder beizubringen, die Räume nicht zu verschmutzen. Ich hätte auch keine Lust, permanent mutwillige Hinterlassenschaften wegzuputzen.

Indra Rupp
8 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Ist das so? Ich hatte auch schon Putzjobs. Urinstein kann man auch von den Wänden kratzen, der landet nicht mutwillig da, sondern von alleine. Vor allem werden uralte Toiletten irgendwann undicht und dann tropft es stetig unterhalb der Kloschüssel. Sieht dann so aus, als hätten welche daneben gepinkelt.

Hans Malz
8 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Hmmm … und was ist mit dem Toilettenpapier, das rollenweise in die Kloschüssel gestopft wird und mit der Überschwemmung, die daraus entsteht? Oder dem muttwilligen Abbrechen von Türen oder Waschbecken? Oder dem Feuer, dass die lieben Kleinen ab und zu legen und die Kabinen anzünden? Oder dem beschmieren der Wände mit Fäkalien?

Ich habe allen Respekt vor unseren Reinigigungskräften!

laromir
8 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Genau. Es ist teilweise eine Zumutung für die Reinigungskräfte. Vielleicht sollten die Eltern den Kindern mal eine angemessene Nutzung der Toiletten beibringen.

Malte
8 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Viele Kinder in Deutschland haben keinen Bezug zu Arbeit, nicht zum Job ihrer Eltern, von dem sie streng abgetrennt sind, nicht zu eigener Arbeit, nicht mal simple Hausarbeit. Und in Schulen sind die Sphären Lernen und Arbeit durch den pädagogischen Leviathan getrennt.

Realist
8 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Ach das ist doch Quatsch. Wo viel Publikumsverkehr herrscht, werden dei Toiletten automatisch schnell verschmutzt.

Warum glauben Sie, sind die Toiletten in Einkaufszentren so sauber? Weil da nur verantwortungsbewusste Erwachse reinsch,,,? Nein, weil die jede Stunde gereinigt werden.

Und glauben Sie z.B: die Toiletten in Landtagen und Ministerien werden auch nur einmal pro Tag gereinigt, oder nur alle zwei Tage, wenn die Reinigungskraft gerade krank istt, wie in der Schule??

laromir
8 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Zumindest werden da idR nicht alle Klos verstopft und die Wände mit Scheiße beschmiert und das ständig. Das Toiletten geputzt werden müssen und Schmutz entsteht ist klar, aber zwischen schmutzig und völlig eklig und desolat, gibt es noch einen Unterschied.

ginny92
8 Monate zuvor
Antwortet  laromir

Also mir ist mehrfach das Problem von unterschiedlichen Schulen zu getragen worden, dass grade die Verstopfung dadurch kommen das kein Toilettenpapier benutzt wird, weil es keins gibt. Auch Seife oder ähnliches ist oft Mangelware. Klar muss man gegen mutwillige Verschmutzung oder Zerstörung vorgehen aber die Zustände im großen da können die Schüler nichts führt und da muss dringend was gemacht werden. Das ist einfach ein Recht für alle Schulbeteiligten das mal wider mit Füßen getreten wird.

laromir
8 Monate zuvor
Antwortet  ginny92

Bei uns stopfen sie ganze Klorollen in die Toilette, da wird jetzt schon über Rationierung von Papier philosophiert.

Besseranonym
8 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Stimmt, aber müssen wir an den Schulen wirklich mit den Grundstock für die Sauereien legen ?
Ich bleibe bei den Gummihandschuhen – bisher wirken die recht gut, auch an Schülerinnenhändchen.
( Bei uns gehen LuL/Männer und Frauen zwischendurch auf die jeweiligen Schülertoiletten, allein das bringt schon was ).

uwe
8 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Das ist einfach Unsinn. Schultoiletten werden ganz ernsthaft einmal täglich gereinigt, eine absolute Lachnummer. Jede andere offentlich zugängliche Toilette wird stündlich kontrolliert und im Bedarfsfall gereinigt.

Katze
8 Monate zuvor

Ach ja, die (un)gute, (ur)alte Schultoilette, meist ein Feuchtbiotop und Immuntraining-Survival-Camp. Wir müssen diesen schlagzeilenträchtigen innerschulischen Lern- und Erlebnisort viel öfter ganz neu denken und in unsere Unterrichtskonzepte integrieren.
Biologie: “Naturkunde, anschaulich: Waschbär nistet sich in Schultoilette ein” (Fulda 2014) Junge Mikrobiologen forschen rund um Klo und Bürste. Was lebt denn da?
Chemie: Exotherme Reaktion und Flammenfärbung: “Klopapier in Schultoilette brennt” 
Qualitative Analyse und Drogenscreening: Spurensuche auf der Klobrille und in der
B-Probe
Kunst: “Nachwuchssuche mal unkonventionell – auch mit Kunst-Aktion auf Schulklos”(Berlin 2024) Als Nachwuchslehrer schon mal den Griff ins Klo üben.
So wird jede Pinkelpause zum chilligen Pausenhighlight “Disco-Licht und Handy-Halterungen auf dem Schulklo” (Berlin 2024)
Vom Hilfsportal für das Thema Schultoilette zum Eventmanagement “Lebens- und Lernort Schultoilette” das wärs! 

Ureinwohner Nordost
8 Monate zuvor
Antwortet  Katze

Da lässt sich ja ein Fächer übergreifendes “Projekt” generieren.

Ergänzung:
Physik: Temperaturmessung im frisch abgesetzten Schei…haufen und dessen Abkühlung im 10 Minuten Rhythmus auf Klotemperatur.
Mathe: Berechnung der Wärmekapazität von Schei…e, Masseberechnungen und und und…

Ich finde Ihre Ideen toll und wirklich lebensnah.
So stelle ich mir ein MINT-Projekt vor
😉

Katze
8 Monate zuvor

Bin dabei! Aber bitte mit digitaler Messwerterfassung und Ausdruck der Temperaturkurve direkt auf selbstrecyceltes Klopapier. Das Evaluieren auf allen Vieren oder alternativ im Stuhlkreis nicht vergessen.
Wir erfüllen damit auch die IQB-BILDUNGSSTANDARDS – Interdisziplinär Quietschvergnügt und Bildungsaffin.

Indra Rupp
8 Monate zuvor

Nee, nicht anspruchsvoll genug und zu langweilig!
Physik : Die dunkle Materie steht 6 zu 1 im Verhältnis zur sichtbaren Materie und macht 27% des Multiversum aus.
Portale zu Parallelwelten, auf dem Klo, wo Schulleiter und Hausmeister gleich sind – ach nee, das wäre eher für WuN.
Zeitreise evtl in der Quantenebene möglich oder als kleiner Quark, um die traumatisierende Begegnung rückgängig zu machen. Nein, geht nicht. Wenn du in die Vergangenheit reist, wird diese zu deiner Zukunft, die nicht deine Vergangenheit rückgängig machen kann,nur multiple Welten schafft und fiese Alternativrealitäten, wie der Notdurft im Wald.
Ich denk mal noch’n bisschen drüber nach, weil, irgendwas kollidiert da mit der Plankskala und macht Zeitreisen unmöglich, sagt Tony Stark, das gäbe kollektives Ableben. Nein, die Armee aus gruseligen Kleinstlebewesen in diesem Universum sollte Thanos-mäßig um 50 % reduziert werden – oh, auch wieder WuN. Dieses Universum bedarf einer Korrektur.
Aber wir haben verloren und ihr wart nicht da! Kein Wunder, damals hatten wir Meister Propper noch nicht. Es wird funktionieren. Ja, das wird es, denn ich wüßte nicht, was ich tun sollte, wenn nicht…

Indra Rupp
8 Monate zuvor

Ja, ja. Planck mit ck!!
Planck-Skala

Indra Rupp
8 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Und Meister Proper mit einem p – noch wichtiger!

Besseranonym
8 Monate zuvor
Antwortet  Katze

Da sorgt doch schon Tiktok für – mit zahlreichen also bisher falsch bewerteten challenges 😉
Ok, dann muss ich das einfach neu denken: Tiktok, eine dankenswerte, unterschätzte Unterstützung des naturwissenschaftlichen Unterrichts unserer Schulen – wie schön.
Danke @ Katze, geht klar, läuft.

Pit2020
8 Monate zuvor
Antwortet  Katze

@Katze

Die Idee mit der Kunstaktion auf den Schulklos gab es tatsächlich 2024 auch in NRW.
Na sowas!
Da haben wohl Glorreiche voneinander abgeschrieben?!

Ansonsten:
Tolle Idee – leider nur fürs Klo. 😉

Besseranonym_2
8 Monate zuvor