MAGDEBURG. Die AfD entwirft für den Fall einer – durchaus möglichen – Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt eine Schule, in der Lehrkräfte wieder Autorität verkörpern sollen, aber kaum noch pädagogischen Spielraum haben. Das beschlossene „Regierungsprogramm“ zielt auf ein zentral gesteuertes Bildungssystem mit einheitlichen Lehrmaterialien, nur noch rudimentär vorhandenen Mitbestimmungsrechten und einem vermeintlichen „Neutralitätsgebot“, das rechtsstaatliche Einordnung im Unterricht praktisch unmöglich machen würde. Lehrerinnen und Lehrer sollen dafür regelmäßig die Nationalhymne (vor-)singen.

Die AfD in Sachsen-Anhalt hat im Vorfeld der Landtagswahl am 6. September ihr „Regierungsprogramm“ beschlossen – und kündigt darin einen massiven Umbau des Bildungssystems an. Vorbild ist erklärtermaßen die Kultur vor „der 68er-Bewegung in Westdeutschland“, also vor der Bildungsexpansion und gesellschaftlichen Liberalisierung. Für Lehrkräfte (die dann nur noch als „Lehrer“ bezeichnet werden dürfen – das Genderverbot soll auch längst gebräuchliche Formen umfassen) ergibt sich daraus ein widersprüchliches Bild: Einerseits sollen sie wieder zu Autoritätspersonen werden. Andererseits wird ihnen die pädagogische Freiheit genommen.
„Lehrer müssen politisch neutral sein!“ – fordert die (in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestufte) AfD. Im ihrem „Regierungsprogramm“ heißt es dazu wörtlich: „Aktuell herrscht an unseren Schulen begründet durch den sogenannten Beutelsbacher Konsens ein sogenanntes Indoktrinationsverbot. Lehrer dürfen ihre politische Meinung zwar äußern, dürfen sie den Schülern nur nicht aufzwingen. Leider funktioniert das in der Praxis oft schlecht, weil Lehrer als Autoritäten fungieren und allein dadurch Schüler sich der Erwartung ausgesetzt sehen, die Meinung des Lehrers anzunehmen. Wenn dann einige Lehrer sogar systematisch versuchen, die Schüler zur Annahme ihres Weltbildes zu bewegen, hilft der Beutelsbacher Konsens nicht weiter.“ Dem bisherigen Politikunterricht attestiert die Partei „einseitige Indoktrination gegen gesunden Patriotismus bis hin zu offener Hetze gegen die AfD.“
„Neben dem Militär oder den Wirtschaftsunternehmen ist die Schule ein weiterer Bereich, wo das demokratische Prinzip fehl am Platz wäre“
Die AfD, die in Umfragen mit Abstand stärkste Partei im Land ist, zieht daraus einen Schluss in ihrem Sinne: „Wir werden deshalb das Indoktrinationsverbot zu einem strengen Neutralitätsgebot ausweiten. Der Lehrer hat die Meinungsäußerungen der Schüler zu moderieren, aber nicht mit eigener Meinung mitzudiskutieren“ – heißt offensichtlich: Auch klar verfassungsfeindliche Positionen dürfen nicht mehr als solche benannt werden.
Dafür müssen Lehrkräfte dann für Fahnenappelle und das demonstrative Singen der Nationalhymne herhalten. „Echte Bildung besteht nicht allein in der Aneignung von Kompetenz und Wissen, sondern auch in der Bildung einer stabilen Nationalidentität“, meint die AfD. „Wir werden deshalb dafür sorgen, dass an öffentlichen Schulen an jedem Schultag die Bundesflagge gehisst wird. Weiterhin werden wir das gemeinsame Singen der Nationalhymne im Kreise der gesamten Schüler- und Lehrerschaft als festen Bestandteil von Feierlichkeiten im Umfeld der Schule etablieren.“
Was die Bundesrepublik ausmacht – Rechtstaatlichkeit und Demokratie –, hat allerdings in der AfD-Schule keinen Platz mehr. „Die Demokratie ist die mit Abstand beste Staatsform, die sich im Laufe der menschlichen Geschichte entwickelt hat.“ Dann folgt die Einschränkung: „Es gibt jedoch Gesellschaftsbereiche, die an sich unpolitisch sind und bei denen die Anwendung des Demokratieprinzips nicht sachgerecht wäre.“
Und weiter, sehr deutlich: „Neben dem Militär oder den Wirtschaftsunternehmen ist die Schule ein weiterer Bereich, wo das demokratische Prinzip fehl am Platz wäre. Über Lehrpläne, Benotungen oder die besten Lehrbücher lässt sich nicht abstimmen, erst recht nicht unter Schülern. Hier müssen im Ministerium Sachverständige im Austausch untereinander Entscheidungen treffen“ – im Klartext wohl: die AfD. Denn: „Werden solche Entscheidungen den schulischen Vertretungsgremien überantwortet, ist das Ergebnis eine bildungspolitische Zersplitterung, eine Fülle nicht sachgerechter Entscheidungen und so ein Verfall des gesamten Bildungssystems, wie wir es ja aktuell erleben. Wir werden deshalb die Kompetenzen der Gesamtkonferenz auf nicht-pädagogische Bereiche beschränken.“
Ohnehin haben Lehrkräfte praktisch nichts mehr zu entscheiden, was ihren Unterricht betrifft. Inhalte und Materialien werden von oben vorgegeben. „Aktuell entscheidet die sogenannte Gesamtkonferenz einer Schule darüber, welche Lehrbücher an der Schule verwendet werden. Das Ergebnis ist, dass an Schulen der gleichen Schulform in der gleichen Jahrgangsstufe in Sachsen-Anhalt unterschiedliche Lehrbücher verwendet werden. Jeder Schulwechsel, sei es durch Umzug oder aus anderen Gründen, ist dadurch für die Kinder mit hohen Belastungen verbunden. Dem steht kein erkennbarer Nutzen gegenüber“ – meint die AfD.
Und weiter: „Nichts spricht dagegen, landesweit pro Schulform und Jahrgangsstufe die gleichen durch das Bildungsministerium festgelegten Lehrmaterialien zu verwenden. Eine solche Vereinheitlichung brächte aber viele Vorteile. Abgesehen von einem verbilligten Preis pro Buch durch die Großbestellung und abgesehen von einer Erleichterung des Schulwechsels ergäbe sich so auch eine bessere landesweite Vergleichbarkeit der Leistungen der Schüler an den einzelnen Schulen.“
„Hausaufgaben, Frontalunterricht, regelmäßige Übungsaufgaben im Unterricht, systematische Wiederholung und Leistungskontrolle, umfangreiche Lektüre“
Lehrkräftemangel? Wird sich durch Regierungsübernahme der AfD von selbst erledigen. „Der viel diskutierte Lehrermangel ist keine Ursache der Krise, sondern nur eine ihrer Auswirkungen. Die Bildung verfällt nicht, weil es immer weniger Lehrer gibt, sondern, weil die Bildung verfällt, will niemand mehr Lehrer werden. Auch und gerade der Unterricht, der stattfindet, taugt immer weniger. Diese Krise ist keine Krise des Geldes, es ist eine Krise des Geistes“ – meint die Partei.
Praktischerweise braucht es dann auch keine Konzepte, wie das Problem gelöst werden kann: „Wir gehen davon aus, dass bei einer Regierungsübernahme durch die AfD unsere Schulen (…) für Lehrer wieder so attraktiv werden, dass viele engagierte Lehrer aus dem ganzen Bundesgebiet nach Sachsen-Anhalt kommen wollen, um hier an unserem großen bildungspolitischen Aufbruch mitzuwirken. Wir werden diesen Andrang unserseits durch eine gezielte Anwerbekampagne im gesamten Bundesgebiet kanalisieren. Der größte Anreiz wird dabei nicht das Geld sein, sondern im Bundesgebiet einzigartige Rahmenbedingungen.“
Welche das sein sollen? „Hausaufgaben, Frontalunterricht, regelmäßige Übungsaufgaben im Unterricht, systematische Wiederholung und Leistungskontrolle, umfangreiche Lektüre – das sind die Instrumente, die unserem Schulsystem wieder auf die Beine helfen.“ Der Lehrer sei dabei „nicht bloßer ‚Lernbegleiter‘, sondern Autorität und Vermittlungsinstanz.“
Zu viel Autorität aber auch nicht. Zum Druck von oben kommt nämlich dann noch verstärkter Druck von unten. So schreibt die AfD: „Um auf Fehlverhalten von Lehrern und Schulleitern angemessen reagieren zu können, werden wir erweiterte Appellationsrechte für Eltern und Schülern schaffen und am Bildungsministerium eine Beschwerdestelle mit erhöhter Sichtbarkeit einrichten.“ News4teachers









“Hausaufgaben, Frontalunterricht, regelmäßige Übungsaufgaben im Unterricht, systematische Wiederholung und Leistungskontrolle, umfangreiche Lektüre”. N4T macht Werbung für die AfD? Potzblitz
Die AfD nutzt Platitüden, um zu punkten – nennt man Populismus. Relevant ist die Einordnung. Zum Beispiel die Frage, woher die Lehrkräfte dafür kommen sollen: Da wären wir dann bei Zauberei (oder einem bundesweiten Rekrutierungsprogramm für Rechtsextremisten, die gerne mal in die Schule möchten). Herzliche Grüße Die Redaktion
An diesem Absatz sieht man, dass es der AfD einmal mehr möglich ist, manche vernünftige Positionen nur deshalb zu besetzen, weil sie von anderen politischen Akteuren vernachlässigt werden. Denn die oben aufgezählten Methoden gelten bei vielen populären Bildungswissenschaftlern und Parteien zu unrecht als veraltet oder überholt – häufig sogar wider empirischer Erkenntnisse.
Abgesehen davon folgt die Idee der AfD mit Vereinheitlichen von Lehrwerken und Wegnahme pädagogischer Freiheit natürlich nahtlos der Vorgabe vom Kreml. Ich hoffe nicht, dass es soweit kommt.
Zum Glück gilt das für die perspektivisch bundesweit teilweise vereinheitlichten Abituraufgaben nicht. Für die bundesweit durch die KMK verabschiedeten einheitlichen Prüfungsanforderungen mit dem Ziel eines vergleichbaren Abiturs gilt das zum Glück auch nicht. Von der KMK zugelassene Lehrwerke für ein Bundesland beziehen sich zum Glück auch nicht auf denselben Lehrplan und sind daher zum Glück auch nicht (in weiten Teilen) vereinheitlicht.
Ich gebe aber zu, dass das Glück ganz schnell Pech werden könnte, sollte sich Sachsen-Anhalt aus der KMK zurückziehen. Die Konsequenzen daraus für die Anerkennung der Abiture kann ich überhaupt nicht abschätzen.
Oder wenn es aus der Tarifgemeinschaft austritt. Hessen ist allerdings auch nicht drin. Berlin war es zeitweilig nicht.
Die weitestgehend dem Auge und Interesse(!) der Öffentlichkeit entzogenen Angleichungen des Bildungsföderalismus durch die KMK sind natürlich auch kritisch zu sehen.
Die einheitlichen Lehrwerke gibt es auch in Frankreich. Das kommt schlicht darauf an, wie weit ein Staat föderal organisiert ist.
Ich gebe Hausaufgaben auf, habe nichts gegen Frontalunterricht einzuwenden (organisatorisch viel einfacher; meine Schüler übrigens auch nicht, weil auch für sie bequemer), lasse Übungsaufgaben im Unterricht machen, wiederhole zwischendurch, führe Leistungskontrollen durch (auch Tests, nicht nur die Klassenarbeiten). Nur die Lektüre entfällt aufgrund meiner Fächer. All das habe ich schon so gemacht, bevor die AfD gegründet wurde. Meine Kollegen, die ich dem linksgrünen Spektrum zuordne, machen das ebenfalls seit quasi immer, vielleicht weniger frontal, dafür mit mehr Lektüren. Machen wir also alle etwas falsch?
In dem Programm heißt es auch, man wolle in Sachsen-Anhalt eine Pädagogische Hochschule neu gründen. Nach der Wende wurden die alle in die Unis integriert. An der neuen PH kann man dann das Lehrpersonal gänzlich neu auswählen, wie praktisch. Eine neue Pädagogik?
Abwicklung von A13 für Grundschule?
Wieso? Masterabschluss bleibt Masterabschluss, egal welche Hochschule ihn verleiht.
An Pädagogischen Hochschulen wurden in der DDR Unterstufenlehrer (bis Klasse 4) ausgebildet. Ohne Abitur und ohne Hochschulstudium. Da man in der DDR mit etwas 1,5 an die EOS wechselte (Abiturstufe) machte das Sinn, weil so auch andere gute Schüler Lehrer werden konnten. Jetzt kann man jedoch sogar mit 3,0 eventuell noch ans Gymnasium, sodass es fraglich ist, ob unter “den übrigen” noch geeignete künftige Lehrer sind.
PS: Solche nicht-universitären Lehrerbildungsstätten soll es in Baden-Württemberg noch geben (Werkslehrer).
Nein, BaWü hat nach wie vor PHs und bildet dort Lehrkräfte für die GS und die HS aus. Die Werklehrer werden an pädagogischen Seminaren geschult.
Ähnliches in BY, da werden Fachlehrer an Fachschulen ausgebildet.
Die PHs wurden sogar von der grünen Landesregierung ausdrücklich geschätzt und gelobt. In der Schweiz gibt es auch PHs, sie gelten als Hort einer “woken” Pädagogik. Seltsam, wie sich politische Kräfte von rechts und links einig sein können. 🙂
„ An Pädagogischen Hochschulen wurden in der DDR Unterstufenlehrer (bis Klasse 4) ausgebildet. Ohne Abitur und ohne Hochschulstudium.“
Das ist falsch. Sie meinen vermutlich IfLs – Institute für Lehrerbildung, an denen die DDR-Grundschullehrer ausgebildet wurden. Die PHs in der DDR haben die Lehrkräfte der weiterführenden Schulen ausgebildet, und dazu benötigte man ein Abitur.
Mit freundlichen Grüßen,
Mika BB
Korrekt!
Auch @ Simone L.:
Mit dem Berufswunsch “Unterstufenlehrerin” (Kl. 1-4) wurde automatisch der Zugang zum Abitur = zur EOS verwehrt, egal welchen Notendurchschnitt man hatte. Die Anzahl der EOS-Plätze war komplett und intransparent reglementiert.
In meinem Jahrgang, vierzügig, Berlin:
Der Zugang zur EOS wurde aber auch verwehrt, wenn man den “falschen” Berufswunsch hatte trotz 1,2er Abschluss, da half dann nur schummeln oder der Umweg über die “Berufsausbildung mit Abitur” und anschließendem Studium.
Zeitgleich zugelassen wurden stattdessen etliche Jungen mit dem Berufswunsch “Berufssoldat” und einem Abschluss von 3,3 oder schlechter. Die sind nach dem Abi natürlich nicht zur Armee gegangen…
Sowas habe ich nicht mitbekommen, das mit den Berufssoldaten aber auch. Danke für die Ergänzung!
Man brauchte doch aber als Unterstufenlehrer/in kein Abitur (“verwehrt”)! Wieso sollte man?
Ich erinnere mich anders: Mit dem Berufswunsch Lehrer “durfte” ich nicht 3 Jahre Wehrdienst machen, was ich aus bestimmten Gründen bevorzugte, sondern musste für 1,5 Jahre gehen. Man wollte Männer schneller im Lehrerberuf haben. Welche Schulart hatte ich noch gar nicht entschieden.
Danke für die Korrektur. Da hab ich mich falsch erinnert. Ist ja auch schon 35 Jahre her.
Da wird einem ganz anders.
Um es vorsichtig auszudrücken…
Ja, man fasst Hoffnung, ein lange vergessenes Gefühl.
Illusion als Placebo-Effekt?
Ich kann mich irren, aber mir wäre jetzt nicht bekannt, dass die geplante Schulpolitik der AFD auch nur eine wählende Person dazu gebracht hat, dieser Partei ihre Stimme zu geben!
Wir hoffen sehr, dass die geplante Schulpolitik der AfD so manche denkende Person dazu bringt, es dann doch sein zu lassen. Herzliche Grüße Die Redaktion
Ich meinte, dass die WählerInnen der AFD diese eher wählen, um denen da oben den Mittelfinger zu zeigen oder die AusländerInnenpolitik für mega falsch halten, autoritäre Strukturen feiern usw
Mit Schulpolitik kann man eine Wahl verlieren, nicht gewinnen.
Naja, bin mal gespannt, ob die UnionschristInnen bei uns in RLP liefern
Die Jenny soll’s dann richten.
Und keine Wähler*in kann sich am Ende rausreden, es vorher nicht gewusst haben zu wollen…
Die sogenannte “pädagogische Freiheit” gibt es eigentlich auch jetzt schon nicht. Das ein Gerücht. Lehrer sind gebunden an schulgesetzliche Vorgaben, Beschlüsse der Gremien, Lehrplanvorgaben (soweit verbindlich). Die sogenannte “pädagogische Freiheit” ist eher eine pädagogische Verantwortung, die sich auf das methodische Vorgehen im Unterricht bezieht. Sprich, ich bin verpflichtet, z.B. die 4 Fälle im Deutschen zu behandeln, aber wie ich das mache, ist meine Sache. DAS ist die sogenannte “pädagogische Freiheit” auch jetzt schon. Nicht mehr und nicht weniger.
“Aber wie ich das mache, ist meine Sache” – eben. Bald womöglich nicht mehr.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich meinte das eigentlich anders. Es ist schon heute nicht so, wie viele glauben, dass man machen kann, WAS man will; nur, dass man es machen kann, WIE man es will. Ich meine die Methodik ist dem Lehrer weitgehend freigestellt.
Ansonsten wird vieles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Es gibt auch jetzt viele Vorgaben, die man einfach nicht schafft einzuhalten und dann passiert auch nichts weiter. Wie das bei einem AfD-Bildungsminister wäre, weiß ich natürlich nicht.
Wir haben da so eine Ahnung. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/10/weil-der-ein-praktikum-verbot-afd-anhaenger-wollen-schulleiter-abschieben-sogar-aufhaengen/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich glaube nicht, dass sich in der Praxis viel ändern wird. Es wird vielleicht anders für die Schulleitungen mit entsprechenden Vorgaben etc., aber die Basis lässt sich doch jetzt schon nicht kontrollieren. An meiner Schule machen schon jetzt viele Lehrkräfte was sie persönlich für richtig halten, ungeachtet irgendwelcher Vorschriften. Gerade mit einem guten Anwalt muss man sich nicht alles gefallen lassen.
Alleine durch die Schulbuchausleihe bin ich an Entscheidungen gebunden, die andere getroffen haben. Alle 3 Jahre dürfen wir die Bücher ersetzen. Das bedeutet, wenn sich etwas in der Praxis nicht bewährt hat, muss es dennoch 2 Jahre weitergeführt werden.
Nur mal so als Ergänzung.
Lehrbücher bieten auch nur Themen und Übungen an. Lehrbücher SINF keine Lehrpläne. Wer schafft das schon alles durchzuarbeiten?! Ich vielleicht 50 Prozent.
Bei manchen sind Lehrbücher ganz verpönt.
Wenn nicht oder kaum kopiert werden darf, werden Lehrbücher dann doch wieder sehr wichtig
Ist ja total stimmig.
Zuerst wird angegeben, Lehrkräfte hätten zu viel Autorität und würden mit dieser die Schüler:innen indoktrinieren,
abschließend werden besonders AFD-konforme Bedingungen genannt und aufgeführt, dass Lehrkräfte wieder Autorität hätten.
Dann können wir es ja bei der jetzigen Autorität belassen.
1, Die Lobbyisten der Schulbuchverlage werden Euch um die Ohren fliegen….glaubt Ihr wirklich, irgendein Verlag macht nur für Euch neue Schulbücher…..??
2. Lehrer hält man nicht, indem man Ihnen suggeriert, Sie hätten jetzt eine neue Autorität um sie gleichzeitig einzuschränken mit irgendwelchen Meldeportalen…..oh bitte, Ihr habt Studierte, denkende Menschen vor Euch, kein Wahlvieh….
3. Ihr könnt davon ausgehen, dass die meisten neuen Lehrer abwandern in Bundesländer, die nicht rechtsverseucht sind. Wer will unter der Knute eines Rechtssystems stehen, wo Meinungsäußerung nicht erwünscht ist??
Nur für nrw und nur für Bayern gibt es Bücher. Der dortige Markt ist aber auch viel größer.
Zu den Büchern:
Vielleicht findet sich ja im Bereich der Familien der zukünftigen Mitglieder des Landtages die entsprechenden Autoren.
… oder Geschichtslehrer Höcke schreibt ein Geschichtslehrbuch…
Mir wird schlecht!
Arbeitstitel:
Der Stürmer
Mal wieder typisch AFD – nichts richtig durchdacht.
Schüleraussagen moderiere ich jeden Tag ohne meine eigene Meinung offen zu legen. Und zwar in jeder Richtung, weil ich als Lehrkraft meinen Schüler im Diskurs und auch kognitiv überlegen bin.
Schulbücher werden nicht günstiger, wenn man mehr davon kauft, weil auch Schulbücher der Buchpreisbindung unterliegen.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass viele Lehrer in ein AFD-Bundesland wechseln. Dazu sind zuviele Lehrer so angenehm und im besten Sinne links-grün-versifft, wie man so schön sagt. Könnte mir eher Vorstellen, dass einige wenige das AFD-Land verlassen.
Nur in einem Punkt muss ich dieser Partei rechtgeben. Über Inhalte, Schulbücher und Benotung bestimmt die Fachkonferenz und lässt dies von der Schulkonferenz absegnen. Da haben Schüler kein Mitspracherecht.
Ich habe gar nichts gegen ein Neutralitätsgebot. Was soll daran schlimm sein? Nur was gegen das Grundgesetz verstößt, benenne und kritisiere ich offen! So kenne ich es auch jetzt schon.
In rlp entscheidet der Schulbuchausschuss- paritätisch aus LuL, SuS und EuE zusammengesetzt.
Also Lehrkräfte sollen Autoritätspersonen werden, die sich zu Themen nicht äußern sollen. Wie einfach es gehen kann!
Keine Beschwerden mehr über Respektlosigkeiten und Schlägereien, Lehrkräfte halten sich raus, wenn andere zum Beten gezwungen werden, Scharia gefordert oder Verbrecher wie die Hamas bejubelt werden – dass lösen wir alles über Fähnchenhissen und Hymne singen…
Es wäre fast komisch, wenn da nicht viele Menschen die Zukunft von Kinder anderer aufs Spiel setzen würden.
Schwierig sich an Programmen zu orientieren. Gerade bei einer bislang reinen Oppositionspartei. Dort werden Programm allg. weniger zur Umsetzung geschrieben, sondern eher zur Profilierung und Abgrenzung.
Siehe Trump und Orban. Nichts von den Versprechungen hin zu paradiesischen Zuständen wurde eingehalten – die Repression gab’s und gibt’s dagegen schon.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ist halt ein Ausblick darauf, was die AfD mit einer absoluten Mehrheit in den Sand setzen würde
Wir erinnern uns alle daran, als ein Kinderreporter von Logo einen AfD Politiker danach fragte, was denn sein deutsches Lieblingsgedicht sei…
Was hier skizziert wird ist nichts anderes als eine autoritäre Institution, in der jedes bisschen kritisches Denken ganz schnell unterbunden wird. Denn komischerweise gilt dieses “Neutralitätsgebot” nie für Dinge, die die AfD gut findet. Z.B. Hymnen singen. Dazu natürlich Denunziantentum, falls eine Lehrkraft, sorry, ein Lehrer, etwas sagt, was Reichsbürger Rudi nicht gefällt. Oder vielleicht einfach die Note nicht passt.