MAINZ. Gewalt an Schulen beschäftigt Lehrkräfte, Schulleitungen und Bildungspolitik zunehmend – die Zahl der registrierten Vorfälle steigt, Verbände fordern mehr Unterstützung, Schutzkonzepte und Personal. Doch wie kann Prävention konkret im Schulalltag gelingen? Die ehemalige Schulleiterin Rosetta Scianna plädiert in ihrem Gastbeitrag für einen Perspektivwechsel: Statt ausschließlich auf Sanktionen zu setzen, sollten Schulen Resilienz systematisch fördern und Kinder stärken, bevor Konflikte eskalieren. Anhand ihres Konzepts „Vom Fehltritt zum Fortschritt“ beschreibt sie, wie pädagogische Maßnahmen dazu beitragen können, Verantwortung zu fördern, Selbstwirksamkeit zu erleben und Gewalt vorzubeugen.

Gewalt an Schulen: Warum Resilienzpädagogik jetzt systemisch gedacht werden muss
Über 25.000 Gewaltdelikte jährlich – Verbände fordern Schutzkonzepte. Ein Praxiskonzept zeigt, wie präventive Pädagogik Kinder stärkt, bevor sie zu Tätern oder Opfern werden.
Die Zahlen sind alarmierend: Mehr als 25.000 Gewaltdelikte an Schulen werden jährlich registriert, über 1.200 davon richten sich gegen Lehrkräfte. Nahezu jede zweite Lehrkraft nimmt laut Deutschem Schulbarometer Gewaltprobleme an der eigenen Schule wahr. Der Allgemeine Schulleitungsverband Deutschland (ASD) und der Deutsche Lehrerverband (DL) schlagen Alarm: „Schulen werden mit dieser Entwicklung oft allein gelassen“, kritisiert ASD-Vorsitzender Sven Winkler. Die Forderungen sind klar: verbindliche Schutzkonzepte, mehr Personal, systematische Qualifizierung. Doch was konkret fehlt, sind umsetzbare pädagogische Strukturen, die nicht nur reagieren, sondern präventiv wirken.
Gewalt entsteht nicht im luftleeren Raum
DL-Präsident Stefan Düll bringt es auf den Punkt: „Gewaltvorfälle an Schulen sind Teil einer gesamtgesellschaftlichen Tendenz mit mehr Aggressivität.“ Doch diese Erkenntnis allein reicht nicht. Wer verstehen will, warum Kinder und Jugendliche zunehmend mit Gewalt reagieren, muss genauer hinschauen – auf die Lebenswelten, aus denen sie kommen.
Laut Statistischem Bundesamt waren 2023 rund 2,1 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Deutschland armutsgefährdet – etwa 14 Prozent aller Minderjährigen. Armut bedeutet nicht nur weniger Geld. Sie bedeutet Stress zu Hause, Ausgrenzung in der Schule, fehlende Rückzugsräume, ständige Überforderung. Hinzu kommen weitere Risikofaktoren: psychische Belastungen in Familien, Trennungen, Mobbing, die permanente Konfrontation mit Gewaltinhalten in Social Media. Viele dieser Kinder sitzen täglich in unseren Klassenzimmern. Sie sollen sich konzentrieren, lernen, funktionieren – während in ihnen ein Sturm tobt.
Wenn Kinder keine Schutzfaktoren haben – keine verlässlichen Bezugspersonen, keine Wertschätzung, keine stabilen Routinen –, fehlt ihnen die Resilienz, mit Krisen umzugehen. Und dann äußert sich das, was sie nicht in Worte fassen können, in Verhalten: Sie stören, sie provozieren, sie schlagen zu.
Wenn Schule selbst zum Risikofaktor wird
Doch Gewalt hat nicht nur externe Ursachen. Manchmal trägt die Schule selbst dazu bei – ungewollt, aber wirksam. Etwa wenn Klassenarbeiten nach Leistung sortiert ausgeteilt werden und alle wissen, wer „die Schwachen“ sind. Wenn Kinder beim lauten Vorlesen bloßgestellt werden, weil sie nicht flüssig lesen können. Wenn beim Kopfrechenquiz alle aufstehen und nacheinander ausscheiden – bis nur noch die „Langsamen“ stehen. Was als Übung gedacht war, wird zur öffentlichen Demütigung.
Auch gut gemeinte Unterstützungsangebote können beschämen: Wenn Formulare für Zuschüsse zum Mittagessen vor der Klasse verteilt werden, wenn Lehrkräfte gezielt einem Kind den Zettel auf den Tisch legen, „weil man ja weiß, dass Bedarf ist“. Was hier passiert, ist eine stille Bloßstellung. Kinder spüren: Ich bin anders. Ich bin weniger wert.
Resilienzpädagogik bedeutet deshalb nicht nur, Kinder zu stärken. Sie bedeutet auch, Schule so zu gestalten, dass sie niemanden beschämt. Dass Unterstützung würdevoll und anonym erfolgt. Dass Fehler Lernchancen sind, nicht öffentliche Niederlagen.
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- Sofort umsetzbare Übungen für mehr Selbstvertrauen, Gemeinschaft und innere Stärke
Mit zahlreichen leicht umsetzbaren Impulsen hilft das Material der früheren Lehrerin und Stressmentorin Bianca Kaminsky dabei, das Klassenzimmer zu einem Ort zu machen, an dem Kinder ihre psychische Widerstandskraft stärken und ein positives Miteinander erleben können. Die Übungen lassen sich ohne großen Vorbereitungsaufwand in den Schulalltag integrieren und eignen sich auch für kurze Unterrichtsphasen zwischendurch.
Im Mittelpunkt stehen die zentralen Schutzfaktoren der Resilienz: Selbstwahrnehmung, Selbstregulation, Selbstwirksamkeit, Optimismus, Lösungsorientierung, Akzeptanz und soziale Kompetenz. Spielerische Übungen, Reflexionsaufgaben und Gruppenaktivitäten unterstützen die Kinder dabei, ihre Stärken zu entdecken, mit Gefühlen umzugehen, Herausforderungen zu meistern und tragfähige Beziehungen aufzubauen.
Lehrkräfte erhalten neben einem kompakten theoretischen Fundament vor allem zahlreiche praxiserprobte Strategien und Übungen, die flexibel und unabhängig voneinander eingesetzt werden können. Viele der Aktivitäten kommen sogar ganz ohne zusätzliche Materialien aus und lassen sich unkompliziert in den Unterricht integrieren. So entsteht Schritt für Schritt eine resiliente Klassengemeinschaft, in der Kinder gemeinsam lernen, lachen, wachsen und gestärkt ihren Schulalltag bewältigen können.
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„Vom Fehltritt zum Fortschritt“ – ein Praxiskonzept
Genau hier setzt ein Konzept an, das in der pädagogischen Praxis entwickelt wurde: „Vom Fehltritt zum Fortschritt“. Die Grundidee: Wenn ein Kind negativ auffällt, lautet die Antwort nicht automatisch Strafe oder Sanktion, sondern Verantwortung. Das Kind bekommt eine Aufgabe, die es wieder ins System zurückholt – und die ihm zeigt: Ich bin mehr als mein Fehlverhalten.
Die sogenannte „Toolbox“ umfasst pädagogische Maßnahmen aus verschiedenen Bereichen: Unterstützung im Unterricht (etwa Lernmaterialien für Mitschüler:innen erstellen), persönliche Entwicklung (Reflexion mit Leitfragen), Kommunikation und Sozialkompetenz (Gesprächsregeln erarbeiten), kreative Beiträge (Anti-Mobbing-Poster gestalten), Sport und Umwelt (Sportassistenz, Pflanzenprojekte), Wiedergutmachung (vorbereitetes Entschuldigungsgespräch).
Entscheidend ist: Die Maßnahme muss zum Kind und zum Fehltritt passen. Sie wird dokumentiert, begleitet und nach einem festgelegten Zeitraum evaluiert. Nicht „irgendwas“, sondern das, was wirklich trägt. Und nicht von oben verordnet, sondern gemeinsam entwickelt – mit der Schülerin, dem Schüler, der Klassenleitung, manchmal den Eltern.
Ein Beispiel: Ein Schüler stört wiederholt den Sportunterricht. Statt Nachsitzen bekommt er die Aufgabe, über vier Wochen beim Auf- und Abbau der Sportgeräte zu helfen. Er übernimmt Verantwortung, erlebt Selbstwirksamkeit, wird anders wahrgenommen – und nimmt sich selbst anders wahr. Am Ende steht ein Gespräch: Was hat sich verändert? Was hast du gelernt? Soll die Aufgabe freiwillig weitergehen?
Was jetzt notwendig ist
Die Verbände fordern zu Recht Schutzkonzepte, Qualifizierung und mehr Personal. Doch Strukturen allein genügen nicht. Es braucht eine pädagogische Haltung, die Kinder nicht als Störfaktoren betrachtet, sondern als Menschen in Krisen. Eine Haltung, die fragt: Was steckt hinter diesem Verhalten? Und: Wie können wir dieses Kind stärken, bevor es eskaliert?
Resilienzpädagogik muss systemisch gedacht werden:
- In der Ausbildung: Lehrkräfte brauchen verbindliche Qualifizierung im Umgang mit Konflikten, Krisen und Gewalt – nicht als Zusatzaufgabe, sondern als festen Bestandteil ihrer Arbeitszeit.
- In den Schulen: Klare Konzepte, die nicht jedes Mal neu erfunden werden müssen. Toolboxen, Handlungsleitfäden, kollegiale Fallberatung.
- In der Politik: Ressourcen bereitstellen – für Schulsozialarbeit, Schulpsychologie, für Zeit zur Begleitung statt nur Reaktion.
- In der Gesellschaft: Die Frage stellen, die DL-Präsident Düll aufwirft: „Wie erziehen wir unsere Kinder? Welche Vorbilder geben wir ab?“
Resilienz beginnt dort, wo Kinder gesehen werden
Gewalt an Schulen ist kein Schicksal. Sie ist vermeidbar – wenn wir Kindern zeigen, dass sie gesehen werden. Nicht nur als Schüler:innen mit Noten, sondern als Menschen mit Stärken, Schwächen, Krisen und Potenzialen.

Das EU-Projekt SESAME-RESIST an der Bergischen Universität Wuppertal arbeitet bereits daran, Resilienz gegen Extremismus zu stärken – durch sozial-emotionales Lernen, schulweite positive Verhaltensförderung und Maßnahmen zur psychischen Gesundheit. Projektleiter Prof. Dr. Gino Casale betont: „Wir stärken Jugendliche dort, wo sie einen Großteil ihres Alltags verbringen – in der Schule.“
Genau das ist der Kern von Resilienzpädagogik: Nicht nur unterrichten, sondern stärken. Nicht nur bewerten, sondern begleiten. Nicht nur reagieren, sondern vorbeugen.
Die Zahlen zur Gewalt an Schulen sind alarmierend. Aber sie sind auch ein Auftrag: Wir müssen handeln. Nicht mit härteren Strafen, sondern mit einer Pädagogik, die Kinder auffängt, bevor sie fallen. News4teachers
Rosetta Scianna leitete bis 2024 eine Integrierte Gesamtschule in Mainz. Heute produziert sie den Podcast „Die Macht der Schule“ und setzt sich für Demokratiebildung und Bildungsgerechtigkeit ein. Die Miniserie „Vom Fehltritt zum Fortschritt“ beschäftigt sich mit Unterrichtsstörungen als Chance zur Resilienzförderung. Die Toolbox zum Konzept mit konkreten pädagogischen Maßnahmen steht als kostenloser Download zur Verfügung. Hier geht es zum Podcast „Die Macht der Schule“.
Hier geht es zu allen Beiträgen des News4teachers-Themenmonats „Gesunde Schule“.









„Etwa wenn Klassenarbeiten nach Leistung sortiert ausgeteilt werden und alle wissen, wer „die Schwachen” sind. „
An welchen Schulen in welchen Bundesländern wird das denn noch so gemacht?
Das war zwar zu meiner Schulzeit am Gymnasium noch so, dazu gab es dann auch noch entsprechende Kommentare , hat sich aber grundlegend geändert.
Mittlerweile werden die Noten sogar nicht mehr auf die Vorderseite der Arbeiten geschrieben, sondern innen in den Bogen, damit sie beim Austeilen nicht zu sehen sind. Auch die Verteilung auf die Notenstufen wird nicht mehr genannt. usw, usw.
Zumindest an der hiesigen Berufsschule ist das so geregelt.
Wenn Schüler*innen ihre Note lasen und lange bevor – wenn überhaupt – sie sich Feedback ansehen, schauen sie, was die Nachbar*innen haben.
Es geht auch heute noch um den Umgang mit Fehlern, nicht die Existenz von Unterschieden
Was wollen Sie ausdrücken?
Heißt das. dass Sie nichts dagegen einzuwenden hätten, wenn schriftliche Leistungsnachweise nach Noten sortiert zurückgegeben würden und die Anzahl der der jeweiligen Noten an Tafel/Whiteboard etc. stehen würden ?
Ich halte dies nicht für das wichtigste Problem („Es geht auch heute noch um den Umgang mit Fehlern, nicht die Existenz von Unterschieden“).
Stimmen Sie dem restlichen Beitrag uneingeschränkt zu, oder warum halten Sie sich ausschließlich damit auf? 😉
„Stimmen Sie dem restlichen Beitrag uneingeschränkt zu, „
Nein, denn dann müsste ich annehmen, dass es zu meiner Schulzeit z.B. in der 8. Klasse im Physikunterricht regelmäßig Gewaltexzesse hätte geben müssen. War aber nicht so.
Bis zur 7. Klasse war bei uns übrigens auch noch „körperliche Züchtigung“ erlaubt. Ich habe auch da nicht mitbekommen, dass das zu Gewalttaten gegen Lehrkräfte geführt hätte.
Ich fand es aber damals schon gut, dass es dann verboten wurde und das hat sich bis heute nicht geändert.
Deshalb ist die erste Frage an die SuS, die in unmittelbarer Nähe sitzen, nach Erhalt der Arbeiten ja auch: „Und, welche Note hast du?“
Innerhalb kürzester zeit weiß jeder von jedem, wie er/sie abgeschnitten hat. Den Rest erledigt der Klassenchat, damit die „lieben“ Eltern auch auf Stand sind.
„Was wollen Sie ausdrücken?
Heißt das. dass Sie nichts dagegen einzuwenden hätten, wenn schriftliche Leistungsnachweise nach Noten sortiert zurückgegeben würden und die Anzahl der der jeweiligen Noten an Tafel/Whiteboard etc. stehen würden ?“ (ed840)
Halt wie an der Uni, geordnet nach Matrikelnummer am schwarzen Brett.
Das ist aber (vermutlich) mit dem Datenschutz verträglich, weil die Kinder ihre Note ja selbst preisgeben.
Der Notenspiegel ist datenrechtskonform. In NRW ist er ohnehin irrelevant, da es die Drittelregelung nicht gibt.
Der Erwartungshorizont muss ja ebenfalls bekannt gegeben werden. Und dazu gehört ja auch die Punkteverteilung.
In welcher Form die Rückgabe erfolgt ist zweitrangig. Mindestens ein Drittel der SuS steht nach der Rückgabe ohnehin am Pult, um ggf. noch Punkte rauszuleiern. Diskussionswürdig sind ja auch immer die Punktgrenzen zwischen den Noten. Aber irgendwo muss ja die Grenzziehung z.B. zwischen 4+ und 3- liegen. Ergo gut, wenn es entsprechende Festlegungen der FaKo gibt, die Prozentwerte für die Notenstufen vorgibt, wie ja auch bei der ZP10.
Mein Korrekturfach ist Mathe gewesen.
Nachtrag:
Im Kurssystem an GE können fachleistungsdifferenzierte Gruppen sich aus SuS von bis zu 3 Klassen zusammensetzen. Da der letzte Schritt der Dokumentation die Eintragung der Noten in den jeweiligen Klassenbüchern, Teil B erfolgt, erfolgt die Rückgabe „klassenweise“.
Von Schülerseite wird dann auch gerne nach der Durchschnittsnote der einzelnen Teilgruppen gefragt:)
Sowas darf man garnicht – da ist der Datenschutz vor. Wenn’s passiert: als Elternteil den Kollegen ansprechen.
Ja, man darf es nicht, aber noch viel spannender finde ich die Frage: Warum sollte ich mir überhaupt die Mühe machen, den Stapel nach Güte der Arbeiten zu ordnen? Sinnloser kann ich meine Arbeitszeit kaum verbringen.
Wer also bitteschön macht das?
Keine Ahnung, vermutlich hat es die Autorin so gehandhabt? Was ich selber denk und tu…
Den Notenspiegel sage ich hin und wieder, wobei ich die Anzahl 5 und 6 nur als „der Rest ist unter dem Strich“ benenne.
Ansonsten schreibe ich die Note meist unter die letzte Seite.
Ist das auch in jedem Bundesland anders? Wir müssen den Notenspiegel anschreiben.
Ansonsten sortiere ich einfach immer alphabetisch und fertig.
„Etwa wenn Klassenarbeiten nach Leistung sortiert ausgeteilt werden und alle wissen, wer „die Schwachen” sind.“
Dazu muss Fehlerkultur gelehrt und vorgelebt werden, um mit vorhandenen Baustellen umgehen zu können. Bei den Schüler*innen mache ich mir diesbezüglich weniger Sorgen…
Die Zeiten der Bloßstellung von Schülern durch den Lehrer sollten mittelrweile endgültig vorbei sein, ich habe das bei mir und mienen Kindern noch erlebt, als Lehrer immer strikt abgelehnt. Wer das noch nötig hat, sollte sich schleunigst einen anderen Beruf suchen.
Ich habe das damals nur am Gymnasium so erlebt.
Das hat nach meiner Erinnerung besonders auch SuS aus Nichtakademikerhaushalten betroffen.
Die sind aber zum Glück deshalb nicht nicht gewalttätig worden.
Sorry, ein „nicht “ war zu viel. Sollte natürlich heißen
„ deshalb nicht gewalttätig worden.“
Das war selbst in meiner Schulzeit nicht üblich, dass LuL nach Noten sortiert hätten.
???
Mich hinterlässt das Empfehlen von Binsen irgendwie ratlos, weil: genauso werden bei uns und an x Schulen Konsequenzen für Fehlverhalten erstellt.
Müll auf dem Schulhof anstatt im Mülleimer entsorgt? Zuständig für die Reinigung des Schulhofs nach dem Unterricht, betreut vom Hausmeister. Papier/Brote/… im Klassenraum rumgeworfen? Das Reinigungspersonal freut sich über Unterstützung.
Schwieriger wird es bei körperlicher Gewalt.
Wenn es um durch Gewalt auffällige Schüler geht, sind Plakate erstellen, Regeln erarbeiten usw. kaum wirksame Methoden. ChatGPT übernimmt das gern. Klar kann man den Betreffenden nachsitzen lassen und die Aufgaben in dieser Zeit erledigen lassen, aber im Regelfall kommt da nicht viel rum.
Arbeiten fürs Gemeinwohl als Konsequenz für Fehlverhalten wurden in der Bergius – Schule erteilt und als unsinnig von der gesammelten Presse zerrissen (Schulhof fegen etc.).
Körperliche Gewalt, insbesondere regelmäßig angewandt, ist ne ganz andere Hausnummer als stören oder sich schlecht benehmen. Da komme ich an meine Grenzen, insbesondere wenn miteinander reden keine Wirkung zeigt.
Ich hab den Artikel gelesen in der Hoffnung, hier Anregungen zu finden. Die hab ich nicht gefunden, jedenfalls nichts, was wir eh schon machen. Schade.
Dieser Text strotzt vor im Grunde Lehrkräfte beleidigenden Schlaumeiersätzen! Beispiel:
„Es braucht eine pädagogische Haltung, die Kinder nicht als Störfaktoren betrachtet, sondern als Menschen in Krisen. Eine Haltung, die fragt: Was steckt hinter diesem Verhalten?“
Natürlich sehen fast alle Lehrkräfte die Kinder als Nummern, Störfaktoren und lästiges Übel im Beruf. Ein Glück, dass eine schulflüchtige Ex-Schulleiterin uns nun aufzeigt: Die Kinder sind Menschen!!!! Und sie haben oft Probleme, was sich auch im Verhalten äußert.
Ich muss sagen, Frau Scianna hat mir die Augen geöffnet, das ist mir in den ganzen über 25 Dienstjahren nicht klar geworden bzw. gewesen.
Frau Scianna ist nicht „schulflüchtig“ – sie ist im Ruhestand. Herzliche Grüße Die Redaktion
Mit diesem (mittlerweile fest institutionell verkrusteten statt wie ehemals „anti-establishment) Anti-Lehrer-Gerede macht man halt Kannibalismus-Karriere als Anti-Lehrer-Lehrer, „seht her ich bin do anders!“.
Die angesprochenen Beispiele sind so abstrus, dass man sie kaum ernstnehmen kann…
– Noten vor der Klasse (am besten noch abwertend) nennen? LOL, glasklarer Verstoß gegen Vorschriften? Wer macht sowas? Völlig realitätsfern, gefundenes Fressen für Dienstaufsichtsbeschwerden!
– Klassenarbeiten nach Leistung geordnet zurückgeben…LOL, erstens siehe oben, zweitens: Wer macht sich so eine unsinnige Zusatzarbeit?!
– „Schüler als Menschen sehen“ ist dann endgültig Zauberwald-Territorium…wer ausser völligen Soziopathen tut das nicht – UND kommt damit länger als ein oder zwei Jahre durch, in Zeiten von „Schüler und Eltern haben eh immer recht“ & superleichter Beschwerdekultur?! Absurd.
Es ist halt das übliche Zeug.
An unserer Schule gibts übrigens auch keine Gewalt, ausser in ganz seltenen Sonderfällen.
Weil Gewalttäter sofort sanktioniert und speziell unter Beobachtung gestellt werden. Einigkeit macht stark. Und zumindest DA sind sich btw. da auch die SuS mit den Lehrern einig.
Weil vorgelebt wird, dass an dieser (letzten) Grenze einfach Schluss ist, nix rumdiskutieren.