
Zum ersten Mal wird Plattdeutsch an einer Schule in Niedersachsen zum regulären Unterrichtsfach. Das Land genehmigte die Einführung von Niederdeutsch als zweite Fremdsprache an der Oberschule Uplengen im Landkreis Leer. Die ersten Schülerinnen und Schüler, für die die Genehmigung gilt, sind die kommenden Sechstklässlerinnen und Sechstklässler.
Kultusministerin Julia Willie Hamburg sprach von einem Meilenstein. «Die Förderung unserer Regionalsprachen ist für uns ein wichtiges Anliegen auch und gerade zur Pflege der Sprachenvielfalt im Land», sagte die Grünen-Politikerin. Indem man diesen Sprachen Raum im Klassenzimmer gebe, gebe man ihnen auch eine Zukunft, getragen von einer neuen Generation.
Landesweit tragen laut Ministerium inzwischen 50 Schulen den Titel «Plattdeutsche Schule» oder «Saterfriesische Schule», weil sie sich besonders für den Erhalt und die Förderung dieser Sprachen einsetzen.
Niedersachsens Landtag hatte die Weiterentwicklung des Niederdeutsch-Unterrichts hin zu einem ordentlichen Unterrichtsfach 2017 beschlossen. Bisher erfolgt der Unterricht häufig in AGs oder Ganztagsangeboten. News4teachers / mit Material der dpa
Plattdeutsch als Schulfach: Uni bildet Lehrkräfte aus – warum eigentlich?









Der Zug ist abgefahren. Man lernt dann dort einen deutschen Dialekt, der nicht mehr zu retten ist. Unsere Großeltern haben ihn aufgegeben, unsere Eltern beherrschen ihn schon nicht mehr. Es gibt kein plattdeutsches Sprachmilieu im Alltag mehr in wohl kaum einem Ort in „Niederdeutschland“, wo man Plattdeutsch im Alltag in allen Generationen verwendet. Das ist wie Latein lernen oder Esperanto und kaum jemanden haben, mit dem man das sprechen kann. Da steht ja sogar das Niedersorbische in Brandenburg besser da, da gibt es noch drei oder vier Grundschulen, die einige Fächer auf Niedersorbisch unterrichten und trotzdem steht die Sprache kurz vor dem Aussterben. Es verwendet eben fast niemand mehr im Alltag.
In Uplengen wordt de Spraak heel seker in‘t Alldag proot. De Ostfreeske Landschup stöönt de Insatz van de Spraak mit mennig Aktionen.
Friesisch ist aber auch eine Sprache und kein Dialekt.
Plattdeutsch war, ist und wird eine eigenständige Sprache bleiben. Sie unterscheidet sich regional abhängig durch Dialekte.
Diese Diskussion ist mühselig. Es gibt keine klare Abgrenzung zwischen Sprache und Dialekt. Da ist viel Selbstverständnis dabei! Die Jugendsprache ist keine eigene Sprache, auch wenn sie so heißt.
Dank für diese weiterführende Info, war mir so nicht klar.
Ist die „Jägersprache“ auch eine Sprache und kein Dialekt?
Alles klar bei Ihnen?
Sie reagierten nicht mehr, nachdem Sie im Forum um Hilfe baten
(https://www.news4teachers.de/2026/06/positive-spiralen-oder-teufelskreise-wie-stark-emotionen-von-lehrkraeften-den-lernerfolg-im-unterricht-beeinflussen/#comment-810129)
Plattdeutsch ist auch eine Sprache und kein Dialekt… und in Uplengen ist es Platt und nicht Friesisch.
Plattdeutsch bezeichnet die plattdeutschen Dialekte. Es ist keine eigenständige Sprache. Es handelt sich um Dialekte der deutschen Sprache, so wie auch die mitteldeutschen und die oberdeutschen Dialekte. Salpeter hat schön beschrieben, dass die Einordung/Zuordnung eher eine Frage der eigenen „Ehre“ ist.
Folgte man der Sprachlandschaft von Nord nach Süd Ort für Ort, wo es jeweils immer bereits kleine Unterschiede gab (und gibt), ist der Übergang von einem Dialekt zum anderen jeweils fließend, man ist wechselseitig jeweils gut verständlich, und nicht abrupt wie es bei einer Sprache wäre (Deutsch vs. Französisch).
Irrtum, Plattdeutsch war, ist und wird als eigenständige Sprache anerkannt.
Ja, der Übergang von einem plattdeutschen Dialekt zum nächsten ist fließend, man kann auch Groningse verstehen,
aber der Übergang zwischen Platt- und Hochdeutsch ist die Unterscheidung einer Sprache.
Niederländisch ist nicht Deutsch und Spanisch nicht Italienisch, auch wenn es Ähnlichkeiten gibt.
Und gerade weil der Unterschied so groß ist, hat man in den 80ern gesagt, dass Kinder lieber mit Hochdeutsch als Erstsprache aufwachsen sollen, um ihnen mehr Bildungschancen zu ermöglichen, weshalb sie nicht selbst Plattdeutsch gesprochen haben und es nicht an die eigenen Kinder weitergeben konnten. Genau das erklärt die Abnahme der Sprechenden unter denen, die heute 50 Jahre 7nd jünger sind, gleichzeitig aber auch, warum viele von ihnen Plattdeutsch verstehen, da es doch weiterhin Familiensprache unter den Älteren blieb.
Die Forschung zur Erst- und Zweitsprache ist nicht stehen geblieben, Zweitsprachkenntnisse erhöhen u.a. die kommunikative Kompetenz. Deshalb kann Plattdeutsch als Erstsprache oder Zweitsprache neben Hochdeutsch stehen und muss nicht länger abgewertet werden.
„Plattdeutsch war als Lingua Franca der Hanse die wichtigste historische Wirtschaftssprache im Nord- und Ostseeraum. Heute prägt sie im norddeutschen Raum vor allem Branchen wie Landwirtschaft, Tourismus und Handel, wo sie maßgeblich dazu beiträgt, im direkten Kundenkontakt Vertrauen und Nähe aufzubauen.Die wirtschaftliche Bedeutung und Nutzung von Plattdeutsch stützt sich auf folgende Kernbereiche:Historische Basis: Während der Hansezeit (ca. 12. bis 16. Jahrhundert) war das Mittelniederdeutsche (die Hansesprache) der Standard für den internationalen Handel. Aus dieser Zeit stammen viele noch heute gebräuchliche Ausdrücke.Berufliche Praxis: In Norddeutschland (u.a. in der Finanzwelt, dem Steuerwesen, der Landwirtschaft und im Handwerk) wird Plattdeutsch von vielen Unternehmen als Kommunikationsmittel eingesetzt.Kundenbindung: Der Gebrauch der plattdeutschen Heimatsprache bricht oft das Eis und schafft Vertrauen. Ein „Moin“ oder kurze plattdeutsche Floskeln erleichtern den persönlichen Dialog im ländlichen Raum.“
Es kommt darauf an, was Sie meinen: ostfriesisches Plattdeutsch oder Friesisch. Friesisch gibt es als Nord-, Ost- und Westfriesisch. Vom Ostfriesischen ist wohl nur noch das Saterländische/Saterfriesische übrig; das in einer Sprachinsel (Saterland) gesprochen wird bzw. wurde.
Westfriesisch ist in den Niederlanden (Nordosten) beheimatet und dort noch sehr lebendig.
Ob das Saterfriesische eine eigene Sprache ist, sei mal dahingestellt. Wenn ich weiß, dass es im folgenden Text um das „Vaterunser“ geht, erkenne ich eigentlich nahezu jedes Wort. Ähnlich wie beim Schweizerdeutsch/Schwyzerdütsch, das nicht als eigene Sprache gilt.
(Aus Wikipedia:)
Vater unser (Uus Babe):
Uus Babe in ’n Heemel,
läit hilliged wäide dien Noome.
Läit kuume dien Riek.
Läit geböare dien Wille,
as in ’n Heemel so uk appe Äide.
Uus deegelke Brood reek uus dälich.
Un ferreek uus uus Skeeld.
so as wie uk do ferreeke,
do juun uus skeeldich sunt.
Stjuur uus nit in Fersäikenge,
man erlööse uus fon dät Kwoode.
Dan dien is dät Riek un ju Kroasje
un ju Heerligaid in Eeuwigaid.
Amen
Stimmt, 80 Prozent der Wörter kann man gut erkennen, wenn man weiß, worum es geht. Das wäre bei einer anderen Sprache (Polnisch, Spanisch, Türkisch) nicht so!
Das wird die Niederländer freuen:
Onze Vader, die in de hemel zijt,
Uw naam worde geheiligd.
Uw rijk kome.
Uw wil geschiede
op aarde zoals in de hemel.
Geef ons heden ons dagelijks brood.
En vergeef ons onze schuld,
zoals wij ook aan anderen hun schuld vergeven.
En leid ons niet in bekoring, but verlos ons van het kwade.
Ausnahmen bestätigen die Regel. Es hat wenig Sinn, auf Ausnahmen zu verweisen, um eine allgemeine Aussage anzufechten.
Können Sie irgendwie nachweisen/belegen, dass auch die Kinder und Jugendlichen in Uplengen untereinander Plattdeutsch im Alltag verwenden?
Wer brauch wozu einen solchen Nachweis, wenn es aktuell Schulen gibt, die weiterhin die friesische Sprache unterrichten?
Es war oben nicht von Friesisch die Rede, sondern von Plattdeutsch. Es gibt ein ostfriesisches Platt, Katabaster brachte einen Link, der zeigt, wie auch das kaum noch unter jungen Leuten verwendet wird (0,9%). Ostfriesisches Friesisch gibt es nur noch in Gestalt des Saterländischen im Saterland. Kann man nachlesen. Bitte informieren Sie sich.
Apropos Information bezüglich Gebrauch von älteren Sprachkulturen: In Nordfriesland wird wie in ganz Schleswig Hollstein und Hamburg plattdeutsche und zum Teil auch friesische Kommunikation gelebt.
Ich bin aus Schleswig-Holstein. Das ist Quatsch. Hier spricht kaum jemand im Alltag Platt, schon gar nicht junge Leute. Verbreiten Sie doch bitte nicht solche Gerüchte.
Ich bin auch oft in Hamburg. Junge Leute sprechen da eher Englisch, aber kein Platt!
Ah, noch einer, der für alle Plattsprechenden in zwei Bundesländern sprechen kann, sehr beeindruckend,
Sagt die, die für alle Norddeutschen sprechen will?
Wo lesen sie diese behaupteten Anmaßungen?
Andere lernen in der Schule Russisch und verwenden es nie.
Als wenn Schule immer praktisch Anwendbares vermitteln würde…Willkommen in der Wirklichkeit.
Haben Sie je sowas wie z.B. Kurvendiskussion in Ihrem Alltag benötigt ?
Die Pflege der plattdeutschen Sprache ist in Lehrplänen verankert. Weiter finden plattdeutsche Lesewettbewerbe statt.
Können Sie nachweisen, dass Plattdeutsch im Alltag u . a. in den Niederlanden, Hamburg , Schleswig Hollstein ebenso wie in übrigen Regionen Niedersachsens im Alltag nicht angewendet werden würde ?
Wäre eine sehr gewagte, nahezu absurde These zu der Sie aktuell keine Studie vorlegen werden können .
Es wird immer skurriler. Die Niederlande und Deutschland sind nicht vergleichbar. Es ging um Plattdeutsch in Deutschland, hier in Niedersachsen und speziell in Ostfriesland.
Aktuelle Studien belegen den drastischen Rückgang. Man findet mehrere im Internet. Sie ignorieren das und bringen keinerlei Gegenbeweis.
Es geht um eine (!) regional auf Teilen in Ostfriesland begrenzte Studie, die zum aktuellen Gebrauch der plattdeutschen Sprache geforscht hat.
Inwiefern wirkt in diesem Kontext ein Vergleich zu Niederlande auf Sie so skurril ?
Allgemein bekannte Tatsachen benötigen keine „Gegenbeweise“.
0,8 Prozent der Leute unter 20 in Ostfriesland beherrschen noch Plattdeutsch. Daran ändern einzelne Ortschaften eigentlich nichts.
https://www.sprachspuren.de/plattdeutsch-in-ostfriesland/
Plattdeutsch umfasst weit mehr Ländereien als Ortschaften in Ostfriesland.
Wurde auch nicht behauptet. Oben hatte Palim auf lebendiges Plattdeutsch in Uplengen verwiesen und in Ostfriesland. Der Link von Katabaster zeigt, dass auch in Ostfriesland Plattdeutsch am Verschwinden ist, ob Ihnen das nun gefällt oder nicht. Warum bestreiten Sie das? Machen Sie den Faktencheck!
Bitte realisieren Sie, dass besagter link sich ausschließlich auf einen (!) Teil Frieslands bezieht.
Ich verstehe gar nicht, was Sie da diskutieren wollen. @ Palim behauptete mit Verweis auf Uplengen in Ostfriesland, dass Plattdeutsch dort noch sehr lebendig sei. @ Katabaster verwies auf eine aktuelle Studie über den Plattdeutschgebrauch in Ostfriesland, dass Plattdeutsch auch in Ostfriesland von jungen Leuten fast gar nicht mehr gesprochen wird. Sie antworten, Ostfriesland ist nur ein Teil von „Friesland“.
Abgesehen davon, dass es kein „Friesland“ gibt, ist die Friesisch gar nicht Thema dieses Artikels gewesen und auch nicht dieser Diskussion, sondern Plattdeutsch, das außer in den Niederlanden Friesisch überall im ehemaligen Siedlungsgebiet der Friesen weitgehend verdrängt hat und nun selbst vom Hochdeutschen verdrängt wird.
Es wird klar, dass Ihnen das nicht gefällt und deshalb kommen Sie mit lauter so kruden Antworten. @ Palim bemüht unten die Studie von @ Katabaster, dass Plattdeutsch in Ostfriesland doch noch „lebt“, weil in Manslag 92% oder so angegeben haben, sie sprächen Plattdeutsch. Aber in Manslagt leben nur 48 Menschen, wie andere Kommentatoren zeigten.
Soll Ihr Einwurf bedeuten, in anderen Teilen von „Friesland“ stünde es um Plattdeutsch besser? Wo ist der Beweis? Es steht anderswo um Plattdeutsch nicht besser.
Die gute Nachricht ist, dass Sie Friesland als über Tausende von Jahren gewachsenes Land mit entsprechendem historisch kulturellem Hintergrund nicht verstehen müssen.
Können Sie lesen? Ich antwortete auf die Behauptung, dass in Ostfriesland Plattdeutsch noch sehr verbreitet sei.
Sie hoffentlich auch !?
In der Deutsch-Schweiz ist es umgekehrt: Dort spricht man privat Dialekt, aber die Schule lehrt ausschließlich Hochdeutsch, der Unterricht ist auf Hochdeutsch. Dann gibt es Französisch als weitere Amtssprache, ist aber in der Grundschule umstritten. Migrantenkinder haben es bei dieser Sprachenvielfalt besonders schwer. Man stelle sich vor, Deutsche Auswanderer müssten in England mit Waliserisch klarkommen oder in Frankreich mit Baskisch.
Die Schweiz hat sogar 4 Amtssprachen, die in bestimmten Gebieten (Kantonen) Amtssprache sind, selten mehr als eine davon. Das sind Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Die „Sprachenvielfalt“ beschränkt sich auf 2 Amtssprachen in den wenigen Kantonen, die nicht nur eine von diesen 4 Amtssprachen haben.
Sprachen in der Schweiz – Wikipedia
PS: In der Schweiz sind vier Kantone offiziell mehrsprachig: Bern, Freiburg, Wallis und Graubünden, wobei Graubünden sogar drei Amtssprachen hat.
Wenn Zuwanderer im Baskenland einwandern, dann sollten sie dort, wo nur Baskisch gesprochen wird, auch Baskisch beherrschen im eigenen Interesse! Allerdings vermute ich ganz stark, dass im spanischen Teil des Baskenlandes fast alle Spanisch beherrschen, sodass ich sagen würde, wer in Spanien einwandert, sollte Spanisch lernen und das reicht. Ähnlich also auch, wer in Großbritannien einwandert. Der braucht Englisch und nicht unbedingt Walisisch, weil ja alle Waliser (die noch Walisisch beherrschen) Englisch können.
Schöner Artikel, der abbildet, dass die heute 50jährigen in einer Zeit aufgewachsen sind, in der das Sprechen der plattdeutschen Muttersprache verpönt war und nachfolgend vermieden wurde, stattdessen sprachen sehr viele Eltern mit ihren Kindern Hochdeutsch. Daraufhin ging die Anzahl der aktiv Plattdeutsch Sprechenden zurück.
Dennoch gibt es ja auch unter den 50jährigen und jüngeren durchaus Menschen, die Platt sprechen. Das kann man aktiv nutzen.
Auf derselben Seite steht auch:
„Die einzelnen Dörfer in der Krummhörn wiesen in einer Umfrage von Strybny (2009) unter Schüler*innen bezüglich der Aussage „Ich spreche plattdeutsch“ Werte zwischen 16,2 % (Loquard) und 94,4 % (Manslagt) auf…“
Eine Umfrage unter Schüler:innen der 5.-13. Klasse der Gymnasien und KGS.
Nun haben Sie sich das herausgesucht, was Ihnen gefällt, um den Anschein zu erwecken, dass es nicht stimmt, dass nur noch 0,8 % der Kinder und Jugendlichen in Ostfriesland Plattdeutsch beherrschen? Weil es in einige wenigen Orten anders ist? Erinnert mich an die „sich selbst erfüllende Prophezeiung“. Das ist nun also Manslagt. Ostfriesland ist mehr als Manslagt, oder?
Manslagt hat laut Wikipedia 48 Einwohner.
Ja, stimmt,
48 Einwohner … pro Quadratmeter!
Und ja, Ostfriesland ist mehr als Manslagt.
Ja, 48 Einwohner … je Quadratkilometer.
Manslagt ist ein Dorf, aber etwas größer ist es schon.
Bei 94% kann man davon ausgehen, dass der meiste Teil der Kommunikation im Ort, in den Vereinen und Familien auf Platt erfolgt.
Ebenso wie bei anderen Erst- und Zweitsprachen können die Sprechenden zwischen den Sprachen switchen und je nach Zuhörenden wählen.
Es sind aber 94 Prozent von 48 Einwohnern! Ich hab nachgeschaut.
Nein, es sind 94% der befragten Schüler:innen, da es ja um jüngere Sprecher:innen der plattdeutschen Sprache geht.
Also 94% von 3 befragten Schüler/innen in Manslagt?
Es wird immer lächerlicher.
Haben Sie die Studie von Strybny eingesehen?
Einordnen kann man es nur, wenn man es liest und nicht Zahlen ohne Kontext verbreitet (siehe 48 Einwohner in Manslagt).
Die Angaben stammen ja aus dem sprachspuren-Artikel, aus dem @katabaster die Zahlen genommen hat, u.a. die angeblichen 0,8%.
Zu Grunde liegen Daten von insgesamt 95 Sprecher:innen im Alter zwischen 15 und 88 Jahren. Wie viele davon unter 20 sind, wird nicht angegeben.
Es gibt andere Quellen – siehe anderer Beitrag, die zu ganz anderen Ergebnissen kommen.
95 befragte Personen im Alter zwischen 15 und 88.
Und darunter sagten 94% derer, die in Manslagt wohnen, sie beherrschen Plattdeutsch?
Wie viele der befragten Personen wohnen in Manslagt? 3 oder 5?
Und das ist nun Ihr Beweis, dass Plattdeutsch in Ostfriesland lebt?
Was genau haben Sie im letzten Satz von Palims vorherigen Beitrag nicht verstanden?
Sie vermischen die Studienzahlen.
Die Anzahl der von Strybny befragten Schüler:innen ist gar nicht genannt,
die im Projekt der Uni betrug 95 Sprecher:innen zwischen 25 und 88 Jahren. Der Uni ging es aber nicht um die prozentuale Anzahl der Plattdeutsch-Sprechenden, die wird gar nicht ausgewiesen, sondern darum nachzuweisen, dass eine akustische Analyse stimmlicher Merkmale ein Instrument sein kann, den Gebrauch der plattdeutschen Sprache (oder einer anderen Sprache) bzw. deren Sprachdominanz einschätzen zu können.
Deutsch wird immer englischer. Aber die Dialekte will man bewahren/beleben?
Es geht hier um Sprachen m i t Dialekten. Denglisch wäre ein anderes Thema.
Abgefahren mögen lediglich Ihre anmaßend, verallgemeinernden Behauptungen zum Sprachgebrauch sein, die Sie allein auf Ihre persönliche Einschätzung stützen. Seriöse Quellennachweise werden Sie kaum liefern können.
Doch, hat @Katabaster, hier nämlich. Gefällt Ihnen nur anscheinend nicht, sodass Sie so angepi…….t reagieren. Welche Quellen haben Sie? Ich sehe keine.
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Katabaster
22 Stunden zuvor
Antwortet Palim
0,8 Prozent der Leute unter 20 in Ostfriesland beherrschen noch Plattdeutsch. Daran ändern einzelne Ortschaften eigentlich nichts.
https://www.sprachspuren.de/plattdeutsch-in-ostfriesland
Ignoranz gefällt mir tatsächlich nicht. Bitte Ostfriesland als einen Teil von Friesland erkennen, danke.
Es gibt kein „Friesland“ und es ging um die Frage, ob in Ostfriesland Plattdeutsch noch mehr lebendig sei als anderswo. Das ist aber nicht so, egal, wie Sie sich winden und wenden. Sie ignorieren. Nämlich die Fakten! (siehe auch mein Kommentar oben)
Sind Sie ein Mensch? Ein Robot könnte auch die Existenz von Ostfriesland negieren…
By the way: Gibt es Bielefeld ?
Also in Nordfriesland sieht man das wohl auch anders. Aber da wird ja auch Friesisch gesprochen. Interessant: https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%B6lring
Slring, Fering, Öömrang usw.
Ach, das kennen Sie gar nicht?
Dank auch für den link.
Um auf Ihre Quelle einzugehen:
Da steht auch „In der historischen Erhebung lag der Anteil plattdeutscher Übersetzungen noch bei 97,6 %, bei unseren Sprecher*innen ist dieser Anteil um ca. 10 % auf 87,3 % gesunken. Einzelne Phänomene waren stark rückläufig (bspw. der s‑pitze S‑tein),“
Den s-pitzen S-tein hat es in Ostfriesland so nicht gegeben, waren wohl Hamburger mit der Forschungsfrage beauftragt.
Andere Umfragen kommen zu anderen Ergebnissen
“Zudem belegt die Umfrage, dass deutlich weniger jüngere Ostfriesen Platt sprechen können als ältere. So sprechen mehr als 76 Prozent der über 60-Jährigen gut oder sehr gut Platt, die 25- bis 60-Jährigen noch zu 52 Prozent und die unter 25-Jährigen sprechen nur noch zu 25 Prozent gut oder sehr gut Platt. Fast die Hälfte der Befragten unter 25 Jahren kann kaum oder gar nicht Platt sprechen.“ (siehe https://platt.ostfriesischelandschaft.de/neues/umfrage-2023-ausgewertet/?utm_source=chatgpt.com)
25% Gute oder sehr gute Plattdeutschkenntnisse im Sprechen und viel höhere Werte bei der passiven Sprachkenntnis im Jahr 2023 – so aussichtslos, wie Sie es darstellen wollen, scheint es nicht zu sein.
Eine Studie in Bremen kommt zu Werten um insgesamt 30% bei guten Kompetenzen.
https://ins-bremen.de/ergebnisse/
Ich brachte einen Link zu einer Studie. Danach beherrschen noch 0,8 Prozent der Unter-20-Jährigen Plattdeutsch. Und Sie meinen, wenn man das bestreitet und nicht wahrhaben will, ist es auch nicht so?
Ja, da Sie eine regional begrenzte Studie schlicht verallgemeinern, das halte ich für unredlich.
Unredlich ist, permanent zu ignorieren, was bereits erklärt wurde. Es ging um Plattdeutsch in Ostfriesland (Kommentar von Palim). Die Studie bezieht sich auf Plattdeutsch in Ostfriesland (meine Antwort).
Sie sagen nun, das ist zu Unrecht verallgemeinert worden. Heißt, anderswo in Deutschland ist Plattdeutsch doch noch viel lebendiger als in Ostfriesland? Sie bleiben jeglichen Beleg dafür schuldig. Und das ist redlich?
Glauben Sie, was Sie möchten, ansonsten einfach mal Tatsachen realisieren: Belege finden auch Sie zur Genüge im Netz.
Es spricht praktisch kein Kind in Norddeutschland bzw. im niederdeutschen Sprachraum in Deutschland noch einen niederdeutschen Dialekt im Alltag. Zeigen Sie mir eins!
Umfragen sind oft Selbsteinschätzungen und keine „Prüfungen“. Da wird gefragt, ob man und auf welchem Niveau man z.B. Niederdeutsch spricht und versteht. Es wird nicht geprüft, ob das wirklich so ist.
Niederdeutsch ist im Alltag in Deutschland praktisch ausgestorben. Daran ändert nicht, wenn man nun neuerdings irgendwelche Lieder und Gedichte in der Schule im Dialekt lernt und bei Folklorefesten damit auftritt, damit „die Alten sich daran erfreuen“. Plattdeutsch ist tot.
Das mag ja für Ihre Blase gelten. Andernfalls sollten Sie Ihre sehr gewagten Behauptungen belegen können.
Übrigens steht der Erhalt und die Pflege der plattdeutschen Sprache seit Jahrzehnten im Lehrplan und das bleibt auch so.
„Weltweit sprechen schätzungsweise 2 bis 5 Millionen Menschen Plattdeutsch (Niederdeutsch). In Deutschland können es je nach Region deutlich mehr Menschen zumindest verstehen als aktiv sprechen.Die Verbreitung ist regional sehr unterschiedlich:Deutschlandweit: Schätzungen zufolge können etwa 6 % der Gesamtbevölkerung Niederdeutsch sprechen.Ostfriesland: Hier ist die Sprache am lebendigsten. Laut Umfragen sprechen knapp 58 % der Bevölkerung dort gut bis sehr gut Plattdeutsch.Schleswig-Holstein: Etwa 24,5 % der Bevölkerung sind des Plattdeutschen mächtig.Hamburg: In der Hansestadt liegt der Anteil der Plattdeutsch-Sprechenden bei etwa 8,5 %.International: Plattdeutsch wird auch in den Niederlanden, Dänemark sowie durch Auswanderer in den USA, Kanada und Teilen Südamerikas (z.B. Brasilien, Paraguay) gesprochen.“
Die Sprachnudel schrieb richtig, diese Angaben beruhen auf eigenen Angaben. Die Sprachkompetenz wird nicht überprüft. Das heißt, die Zahlen sind noch niedriger, wenn es um die wirkliche Sprachkompetenz geht. Junge Leute sprechen in Deutschland kein Platt mehr.
Nur weil wir zu einer kulturellen Minderheit gehören, haben Sie kein Recht uns zu negieren.
Da steht Schätzungen!
Da steht 6% der Gesamtbevölkerung.
Da steht in Ostfriesland am lebendigsten. Die oben von mehreren zitierte Forschungsarbeit kommt auf die vielfach zitierten 0,8% bei Unter-20jährigen. Die Zahl findet man auch hier:
https://ids-pub.bsz-bw.de/frontdoor/deliver/index/docId/9037/file/Adler_Ehlers_Goltz_Kleene_Plewnia_Status_und_Gebrauch_des_ND_2016.pdf
Zitat: „Ob jemand das Plattdeutsche beherrscht, hängt stark mit dem Alter zusammen: Während in der Altersgruppe der unter 20-Jährigen 0,8 % angeben, das Plattdeutsche (sehr) gut sprechen zu können, sind es in der Gruppe der 40- bis 49-Jährigen 11,7 %, und von den über 80-Jährigen ist es über die Hälfte der Befragten (vgl. Abb. 11)“
(Das Projekt ist eine Kooperation des Instituts für Deutsche Sprache (IDS) und des Instituts für niederdeutsche Sprache (INS))
In Hamburg 8,5%. (Vermutlich fast alle über 80.)
Was wollen Sie? Alles ignorieren, was Ihrem Wunschdenken widerpricht?
Apropos Hamburg: In unseren Schulen finden sich Altersklassen ab 5 Jahren aufwärts, auch die kommen im Deutschunterricht an der plattdeutschen Sprachenpflege nicht vorbei.
Als UrNordfriesin und Wahlhamburgerin trete ich auch weiterhin sehr gern für den aktiven Gebrauch dieser wunderbaren Sprache ein.
„Es spricht praktisch kein Kind in Norddeutschland bzw. im niederdeutschen Sprachraum in Deutschland noch einen niederdeutschen Dialekt im Alltag. Zeigen Sie mir eins!„
Das da und das und das auch …
Ich kenne einige, manche Familien teilen es klar zwischen den Sprechenden auf, bei anderen wechselt es je nach Situation.
„Niederdeutsch ist im Alltag in Deutschland praktisch ausgestorben.“
Machen Sie mal Urlaub in Norddeutschland auf dem Land und hören genau hin. Aber wenn Sie sich als Touri zu erkennen geben, sind die Norddeutschen so nett und beteiligen Sie am Gespräch – sie wechseln ins Hochdeutsche, sofern Sie ihnen nicht völlig auf den Zeiger gehen.
In diesem Kontext immer wieder köstlich die Werbung für Flensburger Pils…der Schnösel, der zwar viele Sprachen kann und dazu nen schickes Auto hat, was ihm aber auch nix nützte …
Die Werbung für Jever, in der „Jever“ falsch ausgesprochen wird, macht es auch nicht besser,
die gezeigten Orte und Leuchttürme waren überwiegend in Schleswig-Holstein. Da ist es zwar auch friesisch herb, aber Jever samt Brauerei liegt im Landkreis Friesland in NDS.
Oh, ich erinnere mich bestens an den unfassbar attraktiven sog. Jevermann, eine Lieblingswerbung.
Das ist fast nie „reines Platt“ mehr, sondern ein Mischmasch aus Hochdeutsche und Plattdeutsch. Ich sehe es wie die Sprachnudel. Plattdeutsch als Umfangssprache im Alltag ist quasi bereits tot. Ich lebe im Norden auf dem Lande!
Vielen Dank für Ihre Meinung, die Ihr persönlicher Umgang sicher maßgeblich beeinflusst hat .
…die IhrEN persönlichEN Umgang sollte es heißen, sorry.
Was ist denn“reines Platt“? Und welcher Dialekt soll es bitte sein? Und was ist, wenn sich Dialekte mischen? Was genau wäre denn „reines Hochdeutsch“?
Über das Mischen von Sprachen wird u.a. an der Uni Oldenburg geforscht, auch im Zusammenhang mit ganz anderen Sprachen. Um relativ ungemischte Sprachen zu finden und über ursprüngliche Wortverwendungen zu forschen, muss man in sehr abgeschiedene Regionen oder zu zurückgezogenen Gemeinschaften gehen.
Das mag für die Forschung interessant sein, lebensnah ist es nicht.
Zitat aus der Studie oben:
„2.2 Wer spricht Plattdeutsch?
lnsgesamt 15,7 % der Befragten geben an, Plattdeutsch (sehr) gut sprechen zu können (vgl. Abb 8). Das ist lediglich ein Drittel derjenigen, die angeben, Plattdeutsch (sehr) gut zu verstehen; es bedeutet, dass die aktive Kompetenz deutlich niedriger ist als die passive.
…
Während in der Altersgruppe der unter 20-Jährigen 0,8 % angeben, das Plattdeutsche (sehr) gut sprechen zu können, sind es in der Gruppe der 40- bis 49-Jährigen 11,7 % …“
Aus:
STATUS UND GEBRAUCH DES NIEDERDEUTSCHEN 2016
Erste Ergebnisse einer repräsentativen Erhebung
…
Das Projekt ist eine Kooperation des Instituts für Deutsche Sprache (IDS) und des Instituts für niederdeutsche Sprache (INS).
(Link siehe oben)
Kiek es!
Watt mutt, dat mutt – nütsch jo nix.
Schön! Eine Kollegin von mir wird sich freuen 😀
Dat froit mi og . Een heff ick noch :
Watt De eenen sin uhl is de annern er Nachtigall.
♀️
Die Pointe liegt in der Anerkennung als 2. Fremdsprache. Plattdeutsch als Unterrichtsfach mit Benotung gibt es auch in Mecklenburg-Vorpommern, doch nicht als anerkannte 2. Fremdsprache. Sie wird beim Wechsel auf das Gymnasium als Erfüllung der verlangten zwei Fremdsprachen auf dem Weg zum Abitur gesehen, wenn es von Klasse 6 bis 10 unterrichtet worden ist. Dann muss das Kind außer Englisch kein Französisch oder Spanisch oder Latein mehr lernen. Soll man das positiv sehen? Es betrifft natürlich nur eine Handvoll von Lernern.
Ja.
Sehr guter Artikel, der bezeugt, dass Plattdeutsch im Alltag bereits fast verschwunden ist.
https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/plattdeutsch-als-schulfach-rettet-das-die-sprache-wohl-kaum-50743235
Eine Meinung ist nur eine Meinung, sie kann nichts bezeugen…
Hier steht das alles auch, Marlene.
https://ids-pub.bsz-bw.de/frontdoor/deliver/index/docId/9037/file/Adler_Ehlers_Goltz_Kleene_Plewnia_Status_und_Gebrauch_des_ND_2016.pdf
Herzlichen Dank für diesen brauchbaren link.
Aber auf welche Parallelen können Sie sich beziehen vonwegen „auch hier stünde alles“??
Warum nicht auch Althochdeutsch als Schulfach?