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„Wir brauchen mehr aufgeklärte Lehrkräfte, die einen weltoffenen Islam vorleben und argumentativ vertreten“ – ein Interview

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MÜNSTER. Der Islamunterricht kann nach Ansicht des Münsteraner Professors Mouhanad Khorchide einen wichtigen Beitrag zur Demokratiebildung, Identitätsentwicklung und Extremismusprävention leisten. Im Interview mit News4teachers erklärt der Leiter des Zentrums für Islamische Theologie der Universität Münster, warum junge Musliminnen und Muslime einen reflektierten Zugang zu ihrem Glauben brauchen, welche Rolle Schulen dabei spielen und weshalb der Ausbau des islamischen Religionsunterrichts in Deutschland dringend vorangetrieben werden sollte. 

„Wenn junge Menschen Diskriminierung erleben, kann das dazu führen, dass sie sich stärker einem identitären Islamverständnis zuwenden. So verstärken sich islamistische und islamfeindliche Tendenzen gegenseitig“: Prof. Mouhanad Khorchide. Foto: ZIT/Peter Grewer

News4teachers: Welche Bedeutung hat der Islamunterricht an deutschen Schulen?

Khorchide: Der Islamunterricht an deutschen Schulen verschafft jungen Musliminnen und Muslimen einen reflektierten Zugang zu ihrem Glauben, sodass sie sprachfähig über ihren Glauben werden. Er bietet Orientierung für große Fragen der Existenz, des Sinns und des Lebens. Außerdem wirkt er identitätsstiftend.

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Heute informieren sich viele junge Menschen über den Islam vor allem über soziale Medien. Das ist gewissermaßen die Hauptkonkurrenz sowohl zur elterlichen Erziehung als auch zum islamischen Religionsunterricht. Dort finden sich viele Angebote, darunter auch menschenfeindliche Auslegungen des Islams. Der islamische Religionsunterricht soll junge Menschen befähigen, zwischen menschenfreundlichen und menschenfeindlichen Auslegungen zu unterscheiden und ihre Religiosität selbstständig und verantwortungsvoll zu entwickeln. Dazu gehört auch, argumentieren zu lernen und Gegenargumente abzuwägen.

News4teachers: Deutschland kennt verschiedene islamische Strömungen und Verbände. Was macht aus Ihrer Sicht einen qualifizierten Islamunterricht aus?

Khorchide: Unabhängig von Konfessionen, Ethnien oder Zugehörigkeiten zu bestimmten Moscheegemeinden sollte der islamische Religionsunterricht erstens einen Zugang zu einer dialogischen Gott-Mensch-Beziehung schaffen. Es geht um Beziehung und nicht darum, den Islam als Ansammlung von Gesetzen zu vermitteln.

Zweitens sollte Religionsunterricht Menschen befähigen, sich selbst im Angesicht Gottes zu definieren. Der Koran verwendet den Begriff des Kalifen nicht im politischen Sinn, sondern in einer Bedeutung, die dem christlichen Motiv des Ebenbilds Gottes ähnelt. Der Mensch ist beauftragt, Liebe, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit Gottes in die Welt zu tragen.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist der interreligiöse Dialog. Junge Menschen sollten lernen, Vielfalt anzuerkennen, andere Religionen kennenzulernen und zu würdigen. Außerdem müssen zeitgemäße Fragen behandelt werden, etwa Künstliche Intelligenz, Umweltschutz, Gendergerechtigkeit sowie der Umgang mit Diversität und Vielfalt. All das sollte im Rahmen einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft diskutiert werden.

News4teachers: Was kann der Islamunterricht in Ergänzung zum Gemeinde- und Familienleben leisten?

Khorchide: In Familien und Gemeinden wird meist eine bestimmte Sicht auf den Islam vermittelt. Der Imam oder die Eltern vertreten ihre jeweilige Position und sagen: So ist der Islam.

In der Schule lernen junge Menschen dagegen die Bandbreite islamischer Auslegungen kennen. Sie erfahren, wie verschiedene Schulen argumentieren und welche Positionen es gibt. Lehrkräfte können ihre eigene Sicht erläutern, gleichzeitig sollen die Schülerinnen und Schüler befähigt werden, selbst eine Position zu entwickeln und argumentativ zu begründen.

Verkürzt gesagt: In Familie und Moschee geht es häufig um Verkündigung. Der Religionsunterricht verkündet keine Wahrheiten, sondern befähigt dazu, verschiedene Positionen abzuwägen und selbstständig zu entscheiden, welche Position überzeugender erscheint.

„Es geht nicht um die Frage, ob man Muslim oder Deutscher beziehungsweise Europäer ist“

News4teachers: Welche Rolle spielt der Islamunterricht bei der Identitätssuche muslimischer Jugendlicher?

Khorchide: Viele junge Menschen stehen vor einem vermeintlichen Entweder-Oder: Bin ich Deutscher oder Muslim? Vertrete ich die freiheitlich-demokratische Grundordnung oder eine göttliche islamische Gesellschaftsordnung?

Der islamische Religionsunterricht versucht, ein „Sowohl als auch“ zu vermitteln. Er zeigt, wie sich demokratische Werte, Menschenrechte, Gendergerechtigkeit, Meinungsfreiheit, der Schutz der Menschenwürde und die Bewahrung der Schöpfung aus der islamischen Tradition heraus begründen lassen.

Damit kann ein gemeinsamer Nenner entwickelt werden. Es geht nicht um die Frage, ob man Muslim oder Deutscher beziehungsweise Europäer ist. Der Religionsunterricht wirkt auch islamistischen Bestrebungen entgegen, die auf Spaltung und Polarisierung setzen.

News4teachers: Braucht es aus Ihrer Sicht mehr muslimische Lehrkräfte an deutschen Schulen, um eine Vorbildfunktion für die Kinder und Jugendlichen einzunehmen?

Khorchide: Definitiv. Wir brauchen mehr aufgeklärte Lehrkräfte, die einen weltoffenen Islam vorleben und argumentativ vertreten.

Zugleich zeigt die Praxis, dass viele muslimische Lehrkräfte wichtige Vermittlungsarbeit leisten. Sie fungieren oft als Brücke zu Familien und genießen bei vielen muslimischen Schülerinnen und Schülern besonderes Vertrauen. Dadurch übernehmen sie häufig auch eine wichtige Rolle als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner.

News4teachers: Wie steht es um den Ausbau des Islamunterrichts in Deutschland?

Khorchide: Nordrhein-Westfalen war 2012 das erste Bundesland, das konfessionellen islamischen Religionsunterricht nach Artikel 7 Absatz 3 eingeführt hat. Ende 2025 hatten jedoch nur etwa 6,3 Prozent der muslimischen Schülerinnen und Schüler islamischen Religionsunterricht. Rund 92 Prozent hatten keinen Zugang dazu.

Daran sieht man, dass wir trotz der Einführung noch ganz am Anfang stehen. Bis ein flächendeckendes Angebot erreicht ist, werden vermutlich noch Jahrzehnte vergehen. Es gibt also erheblichen Nachholbedarf.

Wenn junge Menschen keinen reflektierten Zugang zu ihrem Glauben erhalten, suchen sie Antworten häufig in sozialen Medien. Dort besteht die Gefahr, auf islamistische oder menschenfeindliche Positionen zu stoßen.

News4teachers: Was unterscheidet konfessionellen Islamunterricht von islamkundlichem Unterricht?

Khorchide: Beim konfessionellen Religionsunterricht organisiert der Staat den Unterricht in Kooperation mit Religionsgemeinschaften. Der Staat stellt die Schule, die Lehrmittel und die Lehrkräfte bereit. Religionsgemeinschaften haben bestimmte Mitwirkungsrechte.

Davon unterscheidet sich der islamkundliche Unterricht. Dieser informiert über den Islam, spricht also mit einer gewissen Distanz über Glaubensinhalte und religiöse Praxis. Er ist weniger identitätsstiftend, weil er nicht aus dem Glauben heraus argumentiert.

Man kann vereinfacht sagen: Es gibt einen Unterschied zwischen dem Reden über Religion und der Möglichkeit, innerhalb einer Religion Identität zu bilden. Letzteres ist eher Aufgabe des konfessionellen Religionsunterrichts.

News4teachers: Besteht beim konfessionellen Religionsunterricht nicht die Gefahr, dass er zur Verkündigung wird?

Khorchide: Die Rolle der Religionsgemeinschaften besteht vor allem in einem Vetorecht gegenüber Lehrkräften oder Lehrplänen aus klar religiösen Gründen. Sie dürfen sich jedoch nicht in die Didaktik oder die inhaltliche Ausgestaltung des Unterrichts einmischen.

Dadurch bleibt die Garantie bestehen, dass der Unterricht keine Verkündigung ist. Die Religionsgemeinschaften dürfen keine inhaltlichen Vorgaben machen.

„Wer weiß, was ihn als Muslim ausmacht, braucht kein Feindbild zur Selbstdefinition“

News4teachers: In einem Interview mit der Zeitschrift „Die Welt“ sagten sie unlängst, dass es in den sozialen Medien spalterische Tendenzen gibt, die „den bösen Westen“ propagieren und Muslime als Opfer darstellen. Beobachten Sie eine stärkere Hinwendung muslimischer Jugendlicher zu konservativ-islamischen Ideologien?

Khorchide: Studien zeigen, dass die Bedeutung des Islams für viele junge Menschen stärker identitätsbezogen geworden ist. Gleichzeitig werden religiöse Praxis und Spiritualität oft weniger wichtig. Viele besuchen seltener Moscheen, beten weniger oder lesen weniger im Koran, identifizieren sich aber stärker mit dem Islam.

Die Herausforderung besteht darin, dass Menschen, die sich stark mit ihrer Religion identifizieren, aber wenig über sie wissen, häufig eher darüber definieren, was sie nicht sind. Dann entstehen leichter Abgrenzungen.

Hier kann der islamische Religionsunterricht helfen, Wissen zu vermitteln und eine sichere religiöse Identität zu entwickeln. Wer weiß, was ihn als Muslim ausmacht, braucht kein Feindbild zur Selbstdefinition.

News4teachers: Beobachten Sie im Schulalltag religiösen Druck unter muslimischen Jugendlichen?

Khorchide: Solche Phänomene erleben wir durchaus. Beispielsweise treten manche Jugendliche während des Ramadan als eine Art Religionspolizei auf und wollen kontrollieren, wer fastet.

Interessanterweise zeigt sich in Gesprächen oft, dass einige dieser Jugendlichen selbst nicht fasten oder in anderen Bereichen religiöse Gebote nicht einhalten. Es geht daher häufig weniger um Religiosität als um Identität und Selbstbehauptung.

Außerdem spielt bei manchen Jungen ein bestimmtes Verständnis von Männlichkeit eine Rolle. Kontrolle und Dominanz werden als Stärke verstanden. Auch das sollte im Religionsunterricht thematisiert werden. Die Frage lautet: Ist Stärke Dominanz oder eher Empathie, Verantwortung, Bescheidenheit und Demut?

News4teachers: Bereiten Ihnen islamfeindliche Tendenzen in der Gesellschaft Sorge und wie wirken sich diese Tendenzen auf die muslimische Gemeinschaft aus?

Khorchide: Ja das tun sie, denn diese Tendenzen liefern islamistischen Akteuren Argumente. Islamisten nutzen solche Erfahrungen, um daraus eine Erzählung über einen angeblich islamfeindlichen Westen abzuleiten.

Wenn junge Menschen Diskriminierung erleben, kann das dazu führen, dass sie sich stärker einem identitären Islamverständnis zuwenden. So verstärken sich islamistische und islamfeindliche Tendenzen gegenseitig.

„Wir sollten nicht in Kategorien wie ‚wir Deutschen‘ und ‚die Muslime‘ denken“

News4teachers: Was braucht es aus Ihrer Sicht für ein gelungenes Zusammenleben zwischen Muslimen und Angehörigen anderer Religionen?

Khorchide: Entscheidend sind die Anerkennung von Vielfalt und die Bereitschaft, an einem gemeinsamen „Wir“ zu arbeiten. Wir sollten nicht in Kategorien wie „wir Deutschen“ und „die Muslime“ denken.

Außerdem brauchen wir positive Erzählungen übereinander. Muslime sollten stärker über Religionsfreiheit und Teilhabemöglichkeiten sprechen. Gleichzeitig sollte die Gesellschaft Muslime nicht nur mit Terror, Gefahr oder Angst verbinden, sondern auch die vielen positiven Beiträge sichtbar machen.

Wir erzählen uns oft vor allem das Negative. Das fördert Vorbehalte. Deshalb sollten positive Erfahrungen stärker in Bildung und Öffentlichkeit präsent sein.

News4teachers: Könnten gemeinsame Lernformate verschiedener Religionsgemeinschaften dazu beitragen?

Khorchide: Unbedingt. Darin sehe ich die Zukunft des Religionsunterrichts. Bereits heute gibt es Modelle des konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts.

Langfristig könnte es Formen gemeinsamen Religionsunterrichts geben, in denen Schülerinnen und Schüler ihren Glauben im Angesicht anderer reflektieren. Wichtig wäre dabei ein Modell, das beides verbindet: Phasen, in denen man die eigene Tradition vertieft, und Phasen des gemeinsamen Dialogs. 

News4teachers: Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Islamunterrichts?

Khorchide: Ich wünsche mir mehr aufgeklärte und weltoffene Lehrkräfte, die einen Islam vermitteln, der Europa bereichert und für den demokratische Werte, Menschenrechte und die freiheitlich-demokratische Grundordnung selbstverständlich sind. Zugleich wünsche ich mir einen Islamunterricht, der Menschen spirituell bereichert und sie daran erinnert, dass wir Verantwortung füreinander tragen und dazu berufen sind, Gottes Barmherzigkeit und Liebe in die Welt hineinzutragen.

Dazu gehört auch der weitere Ausbau des islamischen Religionsunterrichts. Eine große Herausforderung ist die fortschreitende Säkularisierung. Mittlerweile gehört weniger als die Hälfte der Bevölkerung einer Kirche oder Religionsgemeinschaft an.

Religion insgesamt steht dadurch stärker unter Rechtfertigungsdruck. Wir müssen uns fragen, ob wir Religionen heute noch so vermitteln, dass sie die Lebensrealität junger Menschen erreichen. Religionsunterricht kann dazu beitragen, Religion stärker von den Erfahrungen und Fragen junger Menschen her zu denken.

News4teachers: Sie haben die Säkularisierung angesprochen. Inwiefern betrifft diese Entwicklung auch den Islam?

Khorchide: Viele junge Menschen sagen mir, dass die Angebote in den Moscheen ihre Lebensrealität nicht erreichen. Die Imame sprechen oft nicht ihre Sprache – und damit meine ich nicht nur die Sprache im linguistischen Sinn, sondern auch kulturell.

Gleichzeitig beobachte ich ein Bedürfnis nach Spiritualität und nach Angeboten, die Menschen emotional ansprechen. Wenn religiöse Angebote als zu trocken oder zu politisch wahrgenommen werden, verlieren sie an Attraktivität.

Dadurch entsteht eine Lücke, die teilweise von Islamisten gefüllt wird. Religiöse Institutionen sollten deshalb selbstkritisch fragen, warum sie viele Menschen nicht mehr erreichen und wie sie Religion stärker an deren Lebenswirklichkeit ausrichten können. News4teachers / Nina Odenius führte das Interview

Zur Person

Mouhanad Khorchide wurde 1971 in Beirut (Libanon) geboren und wuchs in Saudi-Arabien auf. Er studierte Islamische Theologie und Soziologie in Beirut und Wien. Seit 2010 ist er Professor für Islamische Religionspädagogik sowie Professor für Koran und Koranexegese an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Dort ist er zudem geschäftsführender Direktor des Zentrums für Islamische Theologie.

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25 Kommentare
vhh
3 Monate zuvor

Es gibt immer mehr SchülerInnen, die neben massiven Konzentrationsproblemen auch die Haltung ‚weiß die KI‘ mitbringen. Die in Englisch nie Vokabeln gelernt haben, in Klasse 7 mit Zahlen über 100 kämpfen und in der Vergleichsarbeit 8 in Deutsch Niveau 0 oder 1 schaffen. Islam oder nicht spielt dabei keine Rolle, aber wie lern- und aufnahmebereit sind diese frustrierten Schüler wohl in einem islamischen Religionsunterricht? Der sie auffordert und von ihnen verlangt, ihre einfache Selbstdefinition über gläubig=gut=überlegen zu überdenken? Es gibt SchülerInnen, die über solche Fragen nachdenken, aber das sind die 15%, die auch insgesamt in Schule noch mehr als einen Treffpunkt sehen.
Herr Khorchide überschätzt geradezu absurd die Einflussmöglichkeiten, weil er das Desinteresse an ‚Lernen‘, wie auch immer man es definiert, massiv unterschätzt. Egal ob religiös geprägt oder nicht, ‚warum‘-Fragen sind so lange interessant, bis die KI eine oberflächliche Erklärung geliefert hat. Weitere Aspekte, andere Blickwinkel? Die schwierigsten Aufgaben sind heute ‚erläutere die Situation aus der Position von…‘. Warum sollen sich Jugendliche, die ihre Identität und ihren Wert als ‚gute Muslime‘ definieren, mit den Lücken und Widersprüchen darin länger befassen, wenn das schon in Hauptfächern nicht funktioniert?
Es ist einerseits schön und sicher notwendig, dass er optimistisch ist, auch manche Probleme sieht. Andererseits sollte man hier, wie in vielen anderen Bereichen, etwas ehrlicher sein und keine Wunder erwarten. Wenn wir nur dieses -hier islamischen Religionsunterricht- tun, wird jenes -Radikalisierung und Intoleranz- bestimmt bald besser werden. Eher nein, so eindimensional sind die gesellschaftlichen Probleme nicht und oft ist der familiäre Einfluss auf diese Haltung dominant.
Ich wünsche mir Ethik o.ä. statt Religion, viele Fragen und Diskussionen darüber, was ‚Gesellschaft‘ bedeutet, über Geld, Macht und Zufriedenheit, gerne auch über Spiritualität beliebiger Art, über Gerechtigkeit und Recht, mit der Stundenanzahl, die jetzt Religion hat.

unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  vhh

In kürzerer Form habe ich solche Fragen auch als Kommentar gestellt. Vielleicht wird er ja noch veröffentlicht.

Alese20
3 Monate zuvor
Antwortet  vhh

„Ich wünsche mir Ethik o.ä. statt Religion, viele Fragen und Diskussionen darüber, was ‚Gesellschaft‘ bedeutet, über Geld, Macht und Zufriedenheit, gerne auch über Spiritualität beliebiger Art, über Gerechtigkeit und Recht, mit der Stundenanzahl, die jetzt Religion hat.“

Ja, das halte ich auch für sinnvoll.

Unverzagte
3 Monate zuvor
Antwortet  Alese20

Im besten Fall stehen beide Optionen zur Wahl und die SuS können selbst entscheiden.

Karl Heinz
3 Monate zuvor

Wir brauchen endlich einen echten Laizismus.
Religion hat nichts in der Schule zu suchen.

btw:
„Es gibt zunehmend einen ‚Mainstream-Islam‘, der ultrareaktionär ist. Politiker verstehen das nicht, weil das mit ihrer Lebenswelt wenig zu tun hat“, sagt Balci weiter.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor

Schön zu wissen, dass geduldige, aufrichtige Menschen am Ball sind.
Sollte jenen zu denken geben, die sich vorschnell gegen (sämtlichen) Religionsunterricht aussprechen

Religionsmuffel
3 Monate zuvor

Brauchen wir auch mehr aufgeklärte Lehrkräfte, die ein weltoffenes Christentum vorleben und argumentativ vertreten? Brauchen wir auch Lehrkräfte, die die Ideen der philosophischen Aufklärung vor über 200 Jahren vertreten, also auch das „sapere aude“ ?

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Religionsmuffel

Wenn Sie den Artikel lesen, stoßen Sie vielleicht darauf, dass es um einen modernen Umgang in der heutigen Zeit geht.
„Der islamische Religionsunterricht soll junge Menschen befähigen, zwischen menschenfreundlichen und menschenfeindlichen Auslegungen zu unterscheiden und ihre Religiosität selbstständig und verantwortungsvoll zu entwickeln. Dazu gehört auch, argumentieren zu lernen und Gegenargumente abzuwägen.“

Wenn Sie es verbieten wollen, weil Sie es nicht teilen oder unzivilisiert finden, entspricht das mehr dem Zeitgeist von vor 200 Jahren…

Religionsmuffel
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Das“sapere aude“ hat doch nichts mit Verboten zu tun, sondern gerade mit der Aufforderung, selber zu denken, zu unterscheiden und zu argumentieren. Aber es gibt ja nun mal nicht nur den Islam des Herrn Khorchide, sondern auch all die anderen, auch das Christentum. Was ist mit denen?
Wie kommt es eigentlich, dass man allgemein davon ausgeht, Religion und Konfession würden sich von den Eltern auf die Kinder „vererben“? Wie viel davon ist freie Entscheidung, wie viel ist Vorschrift?

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Religionsmuffel

„Der islamische Religionsunterricht soll junge Menschen befähigen, zwischen menschenfreundlichen und menschenfeindlichen Auslegungen zu unterscheiden und ihre Religiosität selbstständig und verantwortungsvoll zu entwickeln. Dazu gehört auch, argumentieren zu lernen und Gegenargumente abzuwägen.“

Wie kommen Sie darauf, dies würde dem „selber Denken“ widersprechen, außer dass Sie da anders denken?

Religionsmuffel
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Sie haben doch oben geschrieben „wenn Sie es verbieten wollen …“. Wie kamen Sie denn darauf ??? Ich will nichts verbieten, aber verbieten nicht Religionen gern dies und das? Dürfen die Gläubigen da auch selbständig entscheiden und Argumente abwägen?

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Religionsmuffel

„Dürfen die Gläubigen da auch selbständig entscheiden und Argumente abwägen?“

„Der islamische Religionsunterricht soll junge Menschen befähigen, zwischen menschenfreundlichen und menschenfeindlichen Auslegungen zu unterscheiden und ihre Religiosität selbstständig und verantwortungsvoll zu entwickeln. Dazu gehört auch, argumentieren zu lernen und Gegenargumente abzuwägen.“

Klingt ziemlich danach, meinen Sie nicht?

Susanne M.
3 Monate zuvor
Antwortet  Religionsmuffel

Was ist mit den Anderen? Nicht überall auf der Welt, aber in Deutschland gilt für Christen und Atheisten wohl die Beurteilung von “ Per Anhalter durch die Galaxis“ für die Erde: “ größtenteils harmlos“
Sie machen keine Probleme, weshalb ihnen keine besondere Aufmerksamkeit zu Teil wird.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Susanne M.

Sind Sie sicher? In diesem Forum fordern die unentwegt, die Ausübung Religion aus der Öffentlichkeit und moderne/demokratische Religionsbildung aus Schulen zu verdrängen… :/

Joachim Schwarz
3 Monate zuvor

Im Alter von 14 Jahren erreichen die Kinder die religiöse Mündigkeit. Dann können sie zwischen Religionen wählen.
Jeder Religionsunterricht steht einer freien Wahl im Wege. Denn er nimmt definitionsgemäß die eigene Perspektive ein.
Darum braucht es einen Ethikunterricht. Die Kinder müssen erfahren, dass sie ihre Religion wechseln dürfen. Auch Atheismus ist eine Option. Aufgabe der Schule ist es auch, die Kinder bei solchen Entscheidungen zur Not auch gegen die Traditionen ihrer Familien zu unterstützen.

unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  Joachim Schwarz

Wie soll die Schule gegen die Tradition der Familie ankommen? Gerade bei stark religiösen Familien, egal welcher Religion, halte ich das für nahezu ausgeschlossen, wenn die Jugendlichen in eine ähnliche Richtung tendieren.

Unverzagte
3 Monate zuvor
Antwortet  unfassbar

Sie halten das Pubertier demnach für ein Fabelwesen?

unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  Unverzagte

Nein, ich bin realistisch. Je nach Grad der Pubertät lassen sich Jugendliche auch in belanglosen Dingen nicht viel sagen und erst recht nicht beeinflussen.

Religionsmuffel
3 Monate zuvor
Antwortet  unfassbar
Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Religionsmuffel

Von wem?
Professor Khorchide aus dem Artikel?
Schulen? Politik?

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  unfassbar

„Wie soll die Schule gegen die Tradition der Familie ankommen?“
Ist halt schwierig – siehe Rechtsextremismus.

Aufstehen, Krönchen richten, weitermachen

Unverzagte
3 Monate zuvor
Antwortet  Joachim Schwarz

Ein gelungener Religionsunterricht offeriert unterschiedliche Perspektiven im Sinne einer Aufklärung über sog. Weltreligionen inkl. Atheismus.

Hans Malz
3 Monate zuvor

„Wir brauchen mehr aufgeklärte Lehrkräfte, die einen weltoffenen Islam vorleben und argumentativ vertreten“
Unterschreibe ich zu 100%. Aber nicht nur im Islamunterricht, sondern auch im täglichen Schulleben. Das müssen dann Menschen „mit Eiern“ sein, die auch den Konflikt nicht scheuen.

unfassbar
3 Monate zuvor

Was der Professor hierzu sagen würde?

Zitat: Religiös begründete Konflikte und extremistische Einflüsse nehmen zu. So berichtet jeder zehnte Schüler (Klasse 9-12) vom Druck, bestimmte religiöse Regeln etwa bei der Kleidung oder dem Essen einhalten zu sollen. Dabei finden 40 Prozent der muslimische Neuntklässler sogar, dass religiöse Regeln Vorrang haben sollten vor Schulregeln.

Immer mehr Religions-Konflikte an Berliner Schulen

Susanne M.
3 Monate zuvor
Antwortet  unfassbar

Das geht um Identität, nicht um Religion.