
In einem Rechtsstreit um den Kauf neuer iPads für die Schulen in der Stadt Datteln gibt es noch keine Entscheidung. Der Elektronik-Konzern Samsung klagt gegen die Stadt im nördlichen Ruhrgebiet, weil sie für ihre Schulen gezielt neue iPads des Herstellers Apple nachbestellen wollte. Samsung verlangt hingegen, dass die Ausschreibung keinen Hersteller bevorzugen dürfe.
Bei einem kurzen Verhandlungstermin am Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf gab es noch keine Fortschritte. Der Senat habe mitgeteilt, dass noch Schriftsätze eingereicht worden seien, die man zunächst auswerten müsse, sagte eine Gerichtssprecherin. Eine Entscheidung wollen die Richter frühestens im September verkünden.
Die Stadt Datteln will rund 650 in die Jahre gekommene iPads, die an den Schulen genutzt werden, durch neue Geräte ersetzen. Der Auftrag dafür wurde ausgeschrieben. Dabei habe die Stadt gezielt die Anschaffung von neuen iPads – also Tablets der Marke Apple – ausgeschrieben, sagte die OLG-Sprecherin. Andere Hersteller mit anderen Betriebssystemen wurden also ausgeschlossen.
Stadt: Systemwechsel wäre nicht zumutbar
«Ein Systemwechsel wäre mit ganz erheblichen Komplikationen verbunden und der Stadt Datteln nicht zumutbar», sagte Jörn Rasmußen, IT-Leiter und Digitalisierungsbeauftragter der Stadt Datteln, im März der «WAZ». Aktuell äußert sich die Stadt nicht mehr zu dem Thema und verweist auf das laufende Verfahren.
Doch Apple-Konkurrent Samsung will nicht akzeptieren, dass die Stadt alle anderen Marken von vornherein ausschließt. Seit Monaten geht der Tech-Gigant nun juristisch gegen die 36.000-Einwohner-Stadt vor. «Wir möchten den Wettbewerb gesichert sehen. Deshalb plädieren wir an der Stelle für offenere Standards und produktneutrale Ausschreibungsverfahren», sagte eine Unternehmenssprecherin.
In erster Instanz wurde die Klage zurückgewiesen, doch Samsung zog daraufhin vor das Oberlandesgericht Düsseldorf. Rein rechtlich sei es unter bestimmten Voraussetzungen zulässig, dass sich eine Kommune schon bei der Ausschreibung auf ein bestimmtes Produkt oder eine Marke festlege, erläuterte die Gerichtssprecherin. Doch die Voraussetzungen dafür seien eng gefasst. Ob sie im Fall der iPads für die Schüler in Datteln vorliegen, will der zuständige Senat in den kommenden Wochen weiter prüfen. Ein Verkündungstermin wurde für den 2. September festgesetzt.
Vorerst keine Tablets für Erstklässler
Die Schülerinnen und Schüler in Datteln müssen deshalb vorerst weiterhin ohne neue Tablets im Unterricht auskommen. «Wir haben aktuell mit den Grundschulen vereinbart, dass erste Klassen vorerst nicht mit neuen Geräten ausgerüstet werden und im Unterricht zunächst auf Tablets verzichten», sagte der städtische IT-Leiter Rasmußen im März der «WAZ». News4teachers / mit Material der dpa
iPads im Unterricht: Datenschutz-Beauftragte warnt Schulen vor unbedachter iCloud-Nutzung










Mit Glück sind wir die Dinger bald wieder los. Der Nutzen ist überschaubar, die Probleme, darunter KI-Nutzung und Ablenkung, weit größer.
Das war nur eine Frage der Zeit. Hat mich eh schon gewundert, dass Microsoft, Lenovo, Samung und Co das nicht schon lange vorher gemacht haben.
Es ist immer nur die Rede von Ipads hier und da … das Problem ist, dass das Universum des angebissenen Apfels leider immer nur schwer die Kommunikation mit anderen Plattformen zulässt und deshalb für mich als IT’ler eigentlich totaler Mist ist.
Mal abwarten…
Aus der Sicht eines ITlers kann ich Ihren Standpunkt nachvollziehen. Aus Sicht eines IT-Lehrers, der sich ohne eine IT-Abteilung um alles kümmern muss, sehe ich das anders: Was Sie an Apple (zurecht) kritisieren, macht das digitale Leben an der Schule erst möglich. Wir haben keinerlei Ressourcen (weder finanziell, personell, organisatorisch noch professionell) uns mit einem offeneren und dadurch komplexeren System auseinandersetzen.
Ich differenziere mal kurz: Ich bin ebenfalls Lehrer, allerdings mit IT Vorerfahrung. D.h., ich mache den ganzen Sch… in der Schule selber.
Viele Lehrer, die ich kenne, die mein Fachwissen nicht haben, fluchen ebenfalls über die Administration der Apple Geräte, weil das einfach nicht strikt durchdacht und durchgängig ist. Manche Profile blockieren sich gegenseitig und selbst unser Anpsrechpartner aus dem Schulamt kann mir bei vielen Problemen nicht sagen, welche Logik dahintersteckt.
So einfach ist es halt nicht.
Wir nutzen iPads, weil das Apple-System in sich sehr geschlossen ist. Dazu mag man unterschiedlicher Meinung sein. Aber: Uns dan den Schulen kommt dieser Umstand jedoch sehr entgegen. iPads sind einfach zu handhaben, leicht zu regulieren und mittlerweile günstig. Ein Ähnlich praktikables System mit z.B. MS-Surface-Tablets wäre ungleich komplizierter und teurer. Und: Wie soll der Umstieg denn praktisch funktionieren? Die Hälfte der Schüler nutzt ein iPad, die andere ein Surface? Das geht nicht!
Ich bitte vor allem einen Umstand zu bedenken: Wir haben an den Schulen keine IT-Abteilungen. Wir haben LehrerInnen, die für viel zu wenig Entlastungsstunden und viel Idealismus das IT-System am laufen halten. Und hier ist Apple die einfachste Wahl.
Außerdem unterstützt uns der Schulträger bei der Pflege und Wartung der Geräte im MDM. Der Schulträger (= die Kommune!) ist aber finanziell und personell überall am Limit. Die IT an Schulen muss also möglichst einheitlich und günstig umsetzbar sein.
Wer hier eine Öffnung hin zu mehr Gerätevielfalt fordert, muss im gleichen Atemzug darlegen, wie sich das in der Praxis vor Ort an den Schulen umsetzen lässt.
Wir brauchen an den Schulen wirklich keine weitere bürokratische Scheindebatte, die und dann – wie sonst so oft – im Regen stehen lässt und alles nur verschlimmert.
„Wer hier eine Öffnung hin zu mehr Gerätevielfalt fordert, muss im gleichen Atemzug darlegen, wie sich das in der Praxis vor Ort an den Schulen umsetzen lässt.“
Nein, das muss er nicht. Gerätevielfalt wird ja nur gefordert, wenn die Geräte auch verpflichtend im Unterricht verwendet werden müssen. Müssen sie aber nicht. Die Alternative, keine Tablet-Klassen einzuführen, liegt ja auf dem Tisch.
Ich habe von der Seitenlinie die eine oder andere Tablet-Klasse beobachtet. Überzeugt bin ich von dem Konzept nicht, schon allein, weil ich nicht denke, dass zusätzliche Bildschirmzeit das ist, was Jugendliche dringend benötigen.
Und wenn Sie denken, es ginge hier nur um eine bürokratische Scheindebatte, haben Sie offenbar nicht verstanden, was die großen IT-Konzerne vorhaben, wenn sie vergünstigte Software und Hardware für Schulen bereitstellen. Meinen Sie, die hätten einfach eine soziale Ader?