
Fast die Hälfte der Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz ist im vergangenen Schuljahr 2025/26 in Teilzeit beschäftigt gewesen. Das teilte das Statistische Landesamt in Bad Ems mit. Demnach waren an den Schulen insgesamt 41.800 hauptamtliche beziehungsweise hauptberufliche Lehrerinnen und Lehrer tätig, knapp 20.300 davon seien in Teilzeit beschäftigt gewesen.
Innerhalb der vergangenen zehn Jahre, also zwischen den Schuljahren 2015/16 und 2025/26, habe die Gesamtzahl der aktiven Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen um insgesamt 14 Prozent zugenommen, ermittelten die Statistiker.
Als Hintergrund verwiesen die Statistiker auf gestiegene Schülerzahlen, mehr Bedarf an Sprach- und sonderpädagogischer Förderung sowie auf den Ausbau des Ganztagsangebots. Während es im gleichen Zeitraum ein Drittel mehr Teilzeit-Lehrkräfte wurden, sei die Zahl der in Vollzeit tätigen Lehrkräfte mit einem kleinen Plus von 0,5 Prozent nahezu konstant geblieben.
Vor allem jüngere Lehrkräfte nähmen die Option, in Teilzeit zu arbeiten, zunehmend häufiger wahr, hieß es: Bei den unter 30-Jährigen sei die Zahl der Teilzeitkräfte in den vergangenen zehn Jahren – und vor allem in der Corona-Pandemie – sprunghaft von etwa 800 auf inzwischen knapp 2.000 angestiegen. Das entspreche einem Zuwachs von 139 Prozent. Im gleichen Zeitraum sei die Zahl der Vollzeit-Lehrkräfte in dieser Altersgruppe um 23 Prozent zurückgegangen. In anderen Altersgruppen fielen die Entwicklungen im Zehnjahresvergleich den Statistikern zufolge weniger deutlich aus. News4teachers / mit Material der dpa
Teilzeit-Rekord: Schon jede zweite Lehrerin arbeitet mit reduziertem Stundendeputat










Hmm… Was können die Länder nun tun, um diese Lehrkräfte aus der Teilzeit und völlig aus dem Schulbetrieb zu drängen? (Seufz)
Wenn die tatsächliche Arbeitszeit nicht erfasst wird, kann keine Aussage getroffen werden zu Teil – , Voll – und Überzeit.
Ja spannend…..1999 wurden uns Pollkräften nur 20 Stunden-Verträge angeboten. Im Anschluss gab es für jeder von uns zwar eine Planstelle, aber mit der Einschränkung auf 20 Stunden und ohne Verbeamtung. Gegen die 20 Stunden hat jemand geklagt und das hatte sich schnellerledigt und 2002 wurden wir auch verbeamtet….
Und nun genau andersherum….Druck ausüben auf die TZ-Kräfte…..
Zwangs-Teilzeit … gab es in NDS auch für junge Lehrkräfte.
Lehrkräfte als Kostenfaktor und Verfügungsmasse. Nichts hat sich geändert. „Bildungsrepublik Deutschland“ eben…
Das zählt eben auch zur Wahrheit über den „Lehrermangel“: wir hatten noch nie so viele Lehrkräfte im Land wie heute. Warum bekommen wir die „PS“ aber nicht mehr auf die Straße bzw. in den Unterricht? Liegt es auch an schlechteren Rahmenbedingungen, zu vielen unterrichtsfremden Aufgaben, weniger effizienten modernen Unterrichtsmethoden, inhomogenen und damit anstrengender zu beschulenden Schülerschaften, exzellenter Besoldung trotz Teilzeit (A13 + Famlienzuschläge sind schon ein Brett)?
Tja, das hohe Durchschnittsalter der Kollegien tut sein übriges hinzu. Die Altersermäßigungen sind zu gering, also wird das durch Stundenreduzierung kompensiert.
Der Altersaufbau der Kollegien kommt noch hinzu. Die Jüngeren reduzieren, da sie Kinder unter 14 Jahren haben, die Älteren wegen pflegebedürftiger Eltern. Die Kolleg*innen aus den mittleren Jahrgängen, deren Kinder aus dem gröbsten raus sind und deren Eltern noch rüstig sind, sind eben in der Minderzahl.
Alles Folgen des Schweinezyklus. Aber wie sollte der Dienstherr das auch ahnen können
Viele Lehrkräfte arbeiten bei einem Deputat von 18 Schulstunden (= Teilzeit) bereits 40 Zeitstunden pro Woche während der Schulzeit.
Es ist ein präventiver Schutz der Gesundheit, wenn man maximal 40 Zeitstunden pro Woche arbeiten will (netto während der Schulzeit, nicht auf der gesamte Jahr verteilt) und deshlab als Lehrer in teilzeit geht!
Wenn Elternpaare sich die Sorgearbeit teilen, sind beide in Teilzeit statt nur einer, dafür können beide zusammen wegen der besseren Flexibilität oft mehr Stunden arbeiten. Dass beide voll arbeiten geht mit Kindern nunmal nicht, dass die Frau zuhause bleibt, spätestens seit der Familienrechtreform von 2008 auch nicht. Oder sollen Lehrer einfach keine Kinder kriegen? Ach nee, auch schlecht, die Demographie.
Wir sind beide Lehrer, haben 3 Kinder in der Grundschule. Wir arbeiten 100% und 50%. Und so ist es schon kaum möglich, einen Stundenplan zu bekommen, bei dem Jemand die Kleinen in die Schule bringen kann und nach der Betreuung wieder abholen kann. Dazu kommen noch die nichtunterrichtlichen Verpflichtungen: die Anzahl an Konferenzen hat massiv zugenommen und die Klassengröße ist im Schnitt auch gestiegen.
Wenn man dann noch eine Familie will, die nicht nur aus gemeinsamen Abendessen besteht und man die Kindererziehung zum größten Teil selbst übernehmen will, geht 2 mal Vollzeit nicht. Oder man macht aus dem unverbindlichen Rechts eines familienfreundlichen Stundenplanes ein verbindliches Recht.