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Ob Klassengemeinschaft stärken, Selbstvertrauen fördern oder Demokratiebildung erlebbar machen: Gut konzipierte Klassenfahrten können weit mehr leisten als einen Tapetenwechsel. Wie das gelingt, zeigen zwei neue Programme des DJH Rheinland in den Jugendherbergen Kleve und Gemünd-Vogelsang – entwickelt gemeinsam mit dem erlebnispädagogischen Partner Transparenz NRW.

Klassenfahrten gehören zu den besonderen Momenten des Schuljahres. Sie schaffen gemeinsame Erinnerungen, bringen Bewegung in den Schulalltag und stärken das Miteinander. Doch professionelle erlebnispädagogische Programme können noch mehr leisten: Sie greifen Themen auf, die Lehrkräfte aus dem Unterricht kennen – vom sozialen Lernen über Selbstvertrauen bis hin zur Demokratiebildung – und machen sie unmittelbar erfahrbar.
„Der größte Unterschied zwischen einem schönen Ausflug und einem pädagogischen Programm ist, dass die Schülerinnen und Schüler etwas mitnehmen – nicht nur eine schöne Erinnerung“, sagt Felix Arabin von Transparenz NRW. Die Organisation entwickelt seit fast 30 Jahren gemeinsam mit dem DJH Rheinland Programme für Jugendherbergen.
„Sie nehmen Erkenntnisse über sich selbst mit, verstehen besser, wo sie stehen, wo andere stehen – und können diese Erfahrungen in ihren Alltag übertragen.“
Nicht Action um der Action willen
Viele Klassenfahrten setzen auf Sport oder Abenteuer. Daran sei grundsätzlich nichts auszusetzen, sagt Arabin. Entscheidend sei jedoch die pädagogische Einbettung.
„Natürlich kann ich einen Kletterbaustein so durchführen, dass es nur um Spaß geht. Ich kann ihn aber auch so anleiten, dass Vertrauen, Selbstwirksamkeit oder Kooperation im Mittelpunkt stehen.“
Deshalb beginne jede Programmentwicklung mit der Frage, welches pädagogische Ziel erreicht werden soll.
„Lehrkräfte buchen eine Klassenfahrt meistens nicht zufällig. Sie möchten häufig an einem bestimmten Thema arbeiten – etwa am sozialen Miteinander, an Vertrauen innerhalb der Klasse oder an gewaltfreier Kommunikation“, so Arabin weiter.
Dabei verändern sich auch die Programme selbst. „Viele Methoden, die wir vor 15 Jahren eingesetzt haben, würden heute nicht mehr in gleicher Weise funktionieren“, berichtet der Erlebnispädagoge. Aufmerksamkeitsspannen, motorische Voraussetzungen und Lebenswirklichkeit vieler Kinder hätten sich verändert. Deshalb würden die Konzepte kontinuierlich weiterentwickelt.
Kleve: Baumklettern als Vertrauensübung
Ein Beispiel dafür ist die Jugendherberge Kleve. Dort entstanden gemeinsam mit Transparenz NRW neue Programme rund um das Baumklettern.
Bevor ein Angebot entwickelt wird, schauen sich die Pädagoginnen und Pädagogen zunächst den Standort genau an. „Wir überlegen: Was gibt es bereits? Was fehlt noch? Welche Altersgruppen kommen hauptsächlich hierher?“, erzählt Arabin.
Erst daraus entstehe Schritt für Schritt ein Konzept – gemeinsam mit erfahrenen Trainerinnen und Trainern. Beim Baumklettern gehe es dabei keineswegs nur um den Nervenkitzel.
„Oft schauen alle nur auf das Kind, das gerade klettert. Dabei ist das Team am Boden genauso wichtig.“
Die Schülerinnen und Schüler übernehmen unter Anleitung Aufgaben innerhalb des Sicherungsteams, erleben Verantwortung und erfahren, wie wichtig gegenseitiges Vertrauen ist.

„Viele merken zum ersten Mal: Ich bin stark genug, einen anderen Menschen zu sichern. Ich kann Verantwortung übernehmen.“ Sicherheit habe dabei oberste Priorität, betont Arabin. Sämtliche Trainerinnen und Trainer seien nach den Standards der European Ropes Course Association (ERCA) ausgebildet. Seile, Gurte und Sicherungsgeräte würden regelmäßig dokumentiert und kontrolliert, jede Anlage werde vor der Nutzung überprüft. Die Schülerinnen und Schüler übernehmen Aufgaben ausschließlich unter professioneller Anleitung und Begleitung.
Mindestens ebenso wichtig wie das Klettern selbst sei für viele Lehrkräfte der Blick auf ihre Klasse: „Kinder zeigen auf einer Klassenfahrt Persönlichkeitsseiten, die im Unterricht oft gar nicht sichtbar werden.“
Lehrkräfte könnten beobachten, welche Kinder Verantwortung übernehmen, wer andere unterstützt oder über sich hinauswächst.
„Dieser andere Blick auf die Klasse ist für Lehrkräfte unglaublich wertvoll und erleichtert später häufig auch den Schulalltag.“
Gemünd-Vogelsang: Demokratiebildung zum Mitmachen
Einen ganz anderen Schwerpunkt setzt ein neues Programm in der Jugendherberge Gemünd-Vogelsang. Es verbindet historische Bildung mit Erlebnispädagogik und richtet sich an Jugendliche ab Klasse 9.
Bevor sich die Gruppe mit der Geschichte des ehemaligen Schulungsortes für NS-Führungsfunktionäre Vogelsang beschäftigt, erleben die Jugendlichen zunächst selbst, wie Gemeinschaft entsteht.
„Die Schülerinnen und Schüler erfahren im ersten Schritt, wie ein Wir-Gefühl entsteht. Erst danach fragen wir gemeinsam: Kann ein solches Wir-Gefühl auch manipulativ eingesetzt werden?“, erklärt Arabin.
Dabei werden bewusst einzelne gruppendynamische Übungen und Mechanismen aufgegriffen, wie sie auch von den Nationalsozialisten genutzt wurden, um Zugehörigkeit, Stärke oder Überlegenheitsgefühle zu erzeugen. Gerade weil die Jugendlichen diese Dynamiken zunächst selbst erleben, werde anschließend die historische Einordnung besonders greifbar.

„Plötzlich sagen Jugendliche: Das funktioniert ja bei uns auch. Genau dieser Moment eröffnet den Zugang zur eigentlichen Auseinandersetzung.“
Anschließend geht es um Fragen, die bis heute aktuell sind: Wie entsteht Gruppenidentität? Warum möchte ich dazugehören? Wie funktioniert Ausgrenzung? Welche Rolle spielen Desinformation und Manipulation?
„Unser Ziel ist nicht, Geschichte nur zu erzählen. Die Jugendlichen sollen die dahinterliegenden Mechanismen selbst erleben und anschließend reflektieren“, so der Pädagoge weiter.
Gerade angesichts sozialer Medien sei dieser Ansatz hochaktuell. „Wenn Schülerinnen und Schüler diese Mechanismen einmal bewusst erlebt haben,“ so Arabin, „erkennen sie sie später oft auch außerhalb des Programms wieder. Genau das ist unser Ziel.“
Mehr als eine Klassenfahrt
Für Arabin liegt die eigentliche Wirkung einer Klassenfahrt ohnehin nicht in den wenigen Tagen außerhalb der Schule.
Er ist überzeugt: „Wenn eine Klasse lernt, besser zusammenzuarbeiten, Konflikte konstruktiver zu lösen oder mehr Vertrauen zueinander aufzubauen, begleitet sie das oft über Monate oder sogar Jahre.“
Deshalb versteht Transparenz NRW die Programme nicht als Freizeitangebote. „Soziale Kompetenzen entstehen nicht allein dadurch, dass man über sie spricht“, sagt Arabin. „Sie entstehen dadurch, dass man gemeinsam Erfahrungen macht, Verantwortung übernimmt, scheitert, Lösungen findet und Erfolge gemeinsam erlebt.“
Und genau darin liegt für viele Lehrkräfte der eigentliche Gewinn einer professionell begleiteten Klassenfahrt: Sie kehren nicht nur mit schönen Erinnerungen zurück, sondern mit gemeinsamen Erfahrungen, auf die sie im Schulalltag immer wieder aufbauen können.
Einzelnen arbeitet oder Schwächen überwindet und daraus Stärken macht. Daraus kann etwas Großartiges entstehen.
Klassenfahrt Kleve
3 Tage Klassen-Outdoor-Training „Stark im Team“: https://www.jugendherberge.de/jugendherbergen/kleve/klassenfahrten/6800/
5 Tage Klassen-Outdoor-Training „Stark im Team“: https://www.jugendherberge.de/jugendherbergen/kleve/klassenfahrten/6801/
Klassenfahrt Gemünd-Vogelsang
3 Tage „Früher Täter – heute wir?“ Bildungsfahrt zum historischen Ort Vogelsang IP: https://www.jugendherberge.de/jugendherbergen/gemuend-vogelsang/klassenfahrten/6966/
Die vorgestellten Angebote in den Jugendherbergen Kleve und Gemünd-Vogelsang sind Teil eines breiteren erlebnispädagogischen Programms des DJH Rheinland in Zusammenarbeit mit Transparenz NRW. Je nach Standort stehen unterschiedliche Schwerpunkte im Mittelpunkt – von Teamtraining und sozialem Lernen bis hin zu Naturerlebnissen und historisch-politischer Bildung.
Weitere Programme finden Lehrkräfte unter anderem in den Jugendherbergen:
Weitere Informationen zu diesen und weiteren Klassenfahrten des DJH Rheinland gibt es unter: jh-klassenfahrt.de
Dies ist ein Advertorial / eine Pressemeldung des DJH Rheinland.

Hier geht es zu allen Beiträgen des Themenmonats „Klassenfahrten und außerschulische Lernorte“.
„Klassenfahrten sind das Beste, was Schule leisten kann“: Bildungsforscher im Interview





