MAILAND. In der norditalienischen Wirtschaftsmetropole Mailand ist es am Wochenende, offenbar ausgelöst durch die Protestwelle im benachbarten Frankreich, zu gewalttätigen Ausschreitungen von Jugendlichen gekommen. Meist schwarz gekleidete und vermummte junge Leute schlugen rund um den zentralen Piazza del Duomo Schaufensterscheiben ein, plünderten Geschäfte und Supermärkte, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa meldete. Die Polizei habe Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt und mindestens 160 Menschen festgenommen, davon 80 Prozent Minderjährige.
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni berief für Montag eine Sitzung in ihrem Amtssitz in Rom mit den Sicherheitskräften ein. „Ich habe für morgen eine Sitzung zur öffentlichen Ordnung im Palazzo Chigi einberufen, um die Lage zu beurteilen und weitere Maßnahmen gegen diejenigen zu erörtern, die legitime Demonstrationen missbrauchen, um Gewalt und Chaos zu stiften“, wurde sie von Ansa zitiert.
Bereits am Samstag war es in Mailand und anderen Großstädten am Rande friedlicher Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten zu schweren Unruhen gekommen. Einem am Sonntag veröffentlichten Polizeibericht zufolge wurden bei Ausschreitungen in Mailand, Bologna, Brescia, Bergamo und Turin insgesamt 28 Menschen festgenommen.
Die Unruhen erinnern an die Gewalt im Nachbarland Frankreich. Dort waren – ausgehend von Schülerprotesten über schlechte Lernbedingungen – Hunderttausende aus Wut über steigende Kosten und den Abbau öffentlicher Dienstleistungen auf die Straße gegangen. Es waren die schwersten Proteste in Frankreich seit Jahren. News4teachers / mit Material der dpa
Nach Schülerprotesten eskaliert die Gewalt in Frankreich: Tausende Jugendliche festgenommen









