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Neues „Dashboard“ soll Lehrkräften helfen, ihre Schulen besser zu steuern

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KIEL. Wie gut ist meine Schule aufgestellt? Was können wir besser machen? Fragen wie diese beantwortet ein neues Dashboard, das Schleswig-Holstein einführt. Ziel ist eine genauere Steuerung.

Neues Cockpit. (Symbolbild.) Illustration: Shutterstock

Schulen in Schleswig-Holstein können von heute an eine neue interaktive Online-Plattform nutzen, um schulische Daten zu analysieren und sich mit anderen Schulen zu vergleichen. Bildungs-Staatssekretär Tobias von der Heide (CDU) stellte das «Dashboard» gemeinsam mit Dirk Zorn, dem Direktor des Bildungsprogramms der Bertelsmann-Stiftung, in Kiel der Öffentlichkeit vor.

Bisher erhalten Schulen einmal im Jahr ein Datenblatt mit relevanten Daten zu Unterricht und Lernerfolgen. Fortan sind die Daten permanent abrufbar. «Das interaktive Dashboard wird die Entwicklung unserer Schulen und die pädagogische Arbeit der Schulen verändern. Es schafft eine verlässliche Grundlage, um Entwicklungen zu erkennen und Ergebnisse einzuordnen», sagte von der Heide.

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Mehr als 20 verschiedene Daten auf der Online-Plattform

Mehr als 20 unterschiedliche Daten würden Eingang finden, unter anderem auch Auswertungen nach Geschlecht oder migrantischem Hintergrund der Schülerinnen und Schülern. Das Dashboard enthalte neben statistischen Schuldaten auch Ergebnisse der Kinder und Jugendlichen aus Vergleichsarbeiten oder den Lernausgangslagen.

Auch Noten in den zentralen Abschlüssen oder Zahlen zum Ganztag würden abgebildet und vieles mehr, was für die Schulentwicklung notwendig sei. Individuelle Daten zu Schülerinnen und Schülern seien nicht enthalten. Es gebe klare Regelungen zum Datenschutz und zur Datensicherheit.

Aus den Informationen sollen konkrete Maßnahmen abgeleitet werden, damit Schülerinnen und Schüler die Unterstützung erhalten, die sie brauchen, um individuell erfolgreich zu sein, ergänzte der Staatssekretär. Die Bertelsmann Stiftung hat die Entwicklung des Dashboards unterstützt und dabei Akteure aller Ebenen des Schulsystems einbezogen. In den kommenden Wochen soll das neue Angebot in Regionalforen in ganz Schleswig-Holstein vorgestellt werden.

Kosten werden auf 700.000 Euro beziffert

Mit Ausnahme von acht Schulen hätten von heute an alle der mehr als 760 Schulen im Land Zugang zu der neuen Online-Plattform. Bei der Einführung sei die einheitliche Schulverwaltungssoftware im Land sehr hilfreich. Von der Heide bezifferte die Kosten des Projektes auf gut 700.000 Euro. Hamburg und Bremen hätten bereits eine vergleichbare Plattform, unter den Flächenländern gehöre Schleswig-Holstein zu den Vorreitern, so von der Heide.

Im Konzept «Schule 2035» hatte Schleswig-Holstein bereits Ziele der Schulentwicklung formuliert. Die Daten aus dem Dashboard seien den drei Zielbereichen zugeordnet: Leistungs- und Kompetenzentwicklung, Chancengerechtigkeit sowie Wohlbefinden und Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler. Die Vision dieses «lernenden Schulsystems» sei, den Unterricht mit Hilfe des Dashboards besser und effektiver zu machen.

Start mit Schulleitungen und Schulaufsicht

Zum Start sollen Schulleitungen und Schulaufsichten mit dem Dashboard arbeiten, sagte von der Heide. Das Ministerium erkläre die Funktionen der neuen Online-Plattform. Alle Nutzerinnen und Nutzer müssten wissen, was sich aus Daten lesen lasse und wie es einzuordnen sei. Um die Datenkompetenz zu stärken, würden Fortbildungen und Beratungen vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) angeboten.

«Der Blick auf international führende Bildungssysteme zeigt: Daten entfalten ihren Wert, wenn sie nicht primär zur Kontrolle, sondern als Ausgangspunkt für gemeinsames Lernen genutzt werden», sagte Dirk Zorn von der Bertelsmann-Stiftung. Dafür brauche es Vertrauen, Beteiligung und Dialog. Diese Datenkultur wolle man gemeinsam mit dem Land stärken. News4teachers / mit Material der dpa

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8 Kommentare
Realist
11 Tage zuvor

Interaktives Dashboard mit Real-Time-Daten?

Powered by Palantir?

Xxx
10 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Vielleicht auch Filled by Palantir, weil die Lehrer dafür keine Zeit haben.

Lera
8 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Joah, ein Pallantir, das mit Durchschnittswerten auf Meso-Ebene gefüttert wird.

Dürfte so machtvoll sein wie ein Ferrari mit Wasser im Tank.

Xxx
10 Tage zuvor

Nett von der Bertelsmann Stiftung, dass sie die Datenbank auch mit den Schülerdaten füllt. Da sind die 700000€ gut investiert und sie entlasten Lehrer.

Lera
8 Tage zuvor
Antwortet  Xxx

Yet another Datenbank.

Schulen geben die Daten ein, anhand derer sie verglichen werden.

Es ist davon auszugehen, dass das gaaaanz tolle, suuuuper objektive und gaaaar nicht frisierte Daten sein werden.

Obwohl… Da gibt es so eine Theorie aus der Kommunikationswissenschaft, die Prinicipal-Agent-Theorie. Die ist recht bekannt und besagt, dass der Kontrolletti im klimatisierten Büro gegenüber dem beauftragten Agenten strukturell im Nachteil ist, da der Agent kontrolliert, welche Informationen der vermeintliche Kontrolletti überhaupt bekommt.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Die (sozial)wissenschaftliche Expertise der Landesregierung ist schlechter als die eines Kommunikations-Studenten im Grundstudium.
  2. Der Landesregierung ist bewusst, dass die Schulen „passende“ Daten eingeben werden. So kann man dann Schulen zumindest auf dem Papier – Verzeihung: im Dashboard – gaaaanz toll verbessern. Zum Nulltarif, wenn man mal von den 700.000 Euro absieht, die aber ja zum Glück an Akteure außerhalb des Bildungssystems fließen.

Ich tippe mal auf die zweite Möglichkeit 😉

vhh
9 Tage zuvor

20 gesammelte Daten, aber die dürften in jeder Schule bisher schon vorhanden sein. Warum? Weil irgendwer sie vorher erhoben haben muss und das meist vor Ort! Also eigentlich eine Datenbank, um Schulen zu vergleichen, sorry, natürlich nur den Leitungen zu ermöglichen, sich zu vergleichen. In welchen Zeiträumen wird eigentlich Schulentwicklung geplant? Tage, Wochen, Monate? Eher Jahre und warum reicht dann nicht das ‚Datenblatt einmal im Jahr‘? Die meisten Schuldaten werden sich in ‚real time‘ nicht ganz so schnell verändern wie die Bundesschuldenuhr.
Ja, datengestützte Unterrichts- und Schulentwicklung, der heiße Sch…, klingt innovativ und wenn sich nichts ändert, lag es nur daran, dass alle nicht innovativ und reaktiv genug sind.
„Leistungs- und Kompetenzentwicklung, Chancengerechtigkeit sowie Wohlbefinden und Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler. Die Vision dieses «lernenden Schulsystems» sei, den Unterricht mit Hilfe des Dashboards besser und effektiver zu machen.“ – also nicht die mittel- und langfristige Entwicklung, nein, Chancengerechtigkeit und Wohlbefinden sollen direkt durch die Ausführung, den Unterricht, beeinflusst werden. Das Ministerium erklärt, wie die Daten einzuordnen sind…denn es kennt sicher die Gegebenheiten in allen 760 Schulen mitsamt der Kommunen. Warum übernimmt es dann nicht gleich die logischen Maßnahmen? Weil es dann alles verantworten müsste? Ganz modern, zielorientiert, dürfen die Schulen das übernehmen, lückenlos dokumentiert durch neue (Verwaltungs)software. Aber besser aufpassen, die könnte auch zielloses, erfolgloses Handeln der zuständigen Bildungspolitiker dokumentieren.

Lera
8 Tage zuvor
Antwortet  vhh

„Aber besser aufpassen, die könnte auch zielloses, erfolgloses Handeln der zuständigen Bildungspolitiker dokumentieren.“

Genau hier greift die Pricipal-Agent-Problematik: Wer liefert sich schon selbst ans Messer? Natürlich werden SL die Daten so frisieren, dass sie – und damit auch die Bildungspolitik – möglichst gut dastehen, und das spätestens, nachdem sie sich in Runde 1 maximal für zu ehrliche Daten rechtfertigen mussten.

Lera
8 Tage zuvor

„Individuelle Daten zu Schülerinnen und Schülern seien nicht enthalten.“

„Aus den Informationen sollen konkrete Maßnahmen abgeleitet werden, damit Schülerinnen und Schüler die Unterstützung erhalten, die sie brauchen, um individuell erfolgreich zu sein, ergänzte der Staatssekretär.“

Finde den Widerspruch.

Aber klar, bei so viel bling bling im neuen Dashboard für 700.000 Euro kann einem das schon mal entgehen.

Weitere Logik-Meisterstücke:

Die Schulen erheben/haben – wie bislang auch – vor Ort Daten über sich selbst.

Wozu genau brauchen DIE SCHULEN jetzt nochmal dieses „Dashboard“? Sie haben die Daten doch schon. Der einzige Mehrwert wären theoretisch die Daten anderer Schulen zum Vergleich. Aber glaubt irgendwer, dass die SL benachbarter Schulen ihre Daten bisher nicht untereinander verglichen hätten? Die VERA-Ergebnisse zum Beispiel wurden natürlich auch bislang schon in SL-Dienstversammlungen mit dem Schulrat besprochen.

Worin besteht also der Mehrwert? Und ist der wirklich 700.000 Euro wert?

Diese Antwort bleibt der Staatssekretär schuldig, auch wenn er mit vielen Worten vom inhaltlichen Vakkum dieser Steuergeld-Verschwendung abzulenken versucht.

Bling, bling.