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„Zu jung, um gehört zu werden, aber alt genug für Tränengas“: Warum Frankreichs Schüler rebellieren und die Proteste eskalieren

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PARIS. Frankreichs Schülerproteste haben sich zu einer landesweiten Bewegung entwickelt, begleitet von gewaltsamen Ausschreitungen und umstrittenen Polizeieinsätzen. Was als Protest gegen Unterrichtsausfall, marode Schulen und ungleiche Bildungschancen begann, ist zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung über die Zukunft der jungen Generation geworden. Viele Jugendliche erleben das Vorgehen der Sicherheitskräfte als Bestätigung ihrer Überzeugung, von Politik und Staat nicht gehört zu werden. Sozialwissenschaftler untersuchen, wie solche Erfahrungen junge Menschen politisieren, ihre Haltung gegenüber staatlicher Autorität verändern – und den Konflikt verschärfen können.

„Trop jeunes pour être écoutés, mais assez grands pour se faire gazer.“ Zu jung, um gehört zu werden, aber alt genug, um mit Tränengas beschossen zu werden. Der Satz gehört zu den Parolen der französischen Schülerbewegung. Er beschreibt eine Erfahrung, die für Jugendliche während der Proteste zum Gegenstand ihres politischen Engagements geworden ist: Sie verlangen, dass ihre Beschwerden ernst genommen werden, erleben den Staat bei Demonstrationen aber vor allem in Gestalt seiner Sicherheitskräfte.

Die Politikwissenschaftlerinnen Annabelle Allouch und Katharine Throssell haben vor und während der Proteste mit Jugendlichen gesprochen, die sich an Demonstrationen beteiligen, aber auch mit solchen, die nicht auf die Straße gehen. In einem Beitrag für das Wissenschaftsmedium The Conversation beschreiben sie, wie sich die Unzufriedenheit mit den eigenen Schulen zu einem grundsätzlicheren Misstrauen gegenüber politischen Institutionen entwickelt.

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Eine 16-jährige Demonstrantin schildert ihre Wahrnehmung der Polizeieinsätze mit den Worten: Dès qu’on s’exprime, on se fait réprimer dans la violence.“ – Sobald wir unsere Meinung äußern, werden wir mit Gewalt unterdrückt. Eine 17-jährige Schülerin formuliert dagegen eine grundsätzliche Erwartung an demokratische Institutionen: „Eigentlich sollte der Staat direkt auf die Bevölkerung hören.“ Zwei unterschiedliche Stimmen, die einen gemeinsamen Konflikt erkennen lassen: Die Jugendlichen verlangen Mitsprache – und stellen fest, dass ihre Möglichkeiten, tatsächlich Einfluss auf ihr Leben zu nehmen, begrenzt sind.

Allouch und Throssell beschreiben einen Unterschied zwischen den Gesprächen vor und während der Protestbewegung. Zunächst richtete sich das Gefühl, nicht gehört zu werden, vor allem gegen die Schule. Jugendliche beklagten fehlende Gelegenheiten für ernsthafte Diskussionen und schulische Mitwirkungsgremien, deren Einfluss sie als gering empfanden. Während der Proteste übertrugen sie diese Erfahrung zunehmend auf andere staatliche Institutionen.

Die Wissenschaftlerinnen sehen zwei Erfahrungen als prägend für das politische Selbstverständnis der Jugendlichen an: dass sie ihre Unzufriedenheit weder in der Schule noch innerhalb politischer Institutionen wirksam ausdrücken können und dass sie sich von den politisch Verantwortlichen nicht gehört fühlen. Sie sprechen ausdrücklich vom „Gefühl, von der politischen Macht nicht gehört zu werden“ – im Original: „sentiment de ne pas être écouté par le pouvoir politique“. Aus dieser Verbindung habe sich eine politische Haltung entwickelt, die weit über den Anlass der gegenwärtigen Proteste hinausreiche.

„Selbst bei Jugendlichen, die nicht demonstrieren, politisiert der Anblick, wie Gleichaltrige mit Tränengas beschossen werden, die Erfahrung, nicht gehört zu werden“

Deutlich wird dies auch beim Verhältnis zur Polizei. Nach den Beobachtungen der Forscherinnen verändern die Einsätze gegen demonstrierende Jugendliche auch die politische Wahrnehmung von Schülerinnen und Schülern, die selbst nicht an den Protesten teilnehmen. „Même chez les non-manifestants, voir leurs pairs se faire gazer politise ce constat de non-écoute“, schreiben Allouch und Throssell. Auf Deutsch: „Selbst bei Jugendlichen, die nicht demonstrieren, politisiert der Anblick, wie Gleichaltrige mit Tränengas beschossen werden, die Erfahrung, nicht gehört zu werden.“

Die beiden Wissenschaftlerinnen sprechen deshalb von politischer Sozialisation durch die Demonstrationen. Jugendliche lernen Politik nicht nur durch Unterricht oder institutionalisierte Beteiligungsformen kennen, sondern durch die Erfahrung, dass sie öffentlich Forderungen stellen, auf Widerstand stoßen und sich mit anderen zusammenschließen. Auch wer nicht selbst demonstriert, kann durch die Ereignisse beginnen, das Verhältnis zwischen demokratischem Anspruch und staatlichem Handeln infrage zu stellen.

Wie weit die Ursachen dieser Mobilisierung reichen, erklärt der Soziologe und Ethnograf Romain Huët von der Universität Rennes 2. In einem Interview mit The Conversation, das auch die Universität veröffentlicht hat, verweist er zunächst auf die ungewöhnliche Breite der Bewegung. Selbst Schulen und Hochschulen, deren materielle Ausstattung vergleichsweise gut sei und die zuvor kaum von Protesten betroffen gewesen seien, beteiligten sich aus Solidarität. Das sei ein Hinweis darauf, dass es nicht allein um unmittelbar sichtbare Missstände gehe. Huët spricht von einer „saturation psychique“, einer psychischen Überlastung der Jugendlichen. Diese entstehe, weil sie ständig unter Druck gesetzt würden, insbesondere durch die Plattformen für Bewerbung und Auswahl im Hochschulbereich, von Parcoursup bis Mon Master.

In regelmäßigen Abständen müssten junge Menschen im Rahmen ihrer Bildungsentscheidungen eine Vorstellung von ihrer beruflichen Zukunft entwickeln. Huët hält diese Anforderungen für widersprüchlich. Es sei merkwürdig, von Jugendlichen eine so genaue Festlegung zu verlangen, obwohl die Welt selbst von grundlegender Unsicherheit geprägt sei.

Die schulischen Probleme sind aus dieser Perspektive Teil eines umfassenderen Konflikts. Zu Leistungsdruck und Zukunftsentscheidungen kommen wirtschaftliche Unsicherheit, die Folgen der Coronapandemie, ökologische Krisen und Kriege. Huët sieht darin eine wachsende Ablehnung gesellschaftlicher Verhältnisse, die jungen Menschen immer weniger erstrebenswert erscheinen.

Er spricht von einer starken Ablehnung des „monde d’hier“, der „Welt von gestern“. Damit meint er nicht nur einzelne politische Entscheidungen, sondern die Art, wie die Gesellschaft bislang funktioniert. Die Jugendlichen stellten das bestehende System infrage, das angesichts ökologischer Krisen und drohender Kriege kaum noch Zukunftsversprechen bereithalte.

„In dem, was gerade geschieht, steckt eine gewisse ‚revolutionäre‘ Absicht“

Huët geht deshalb über die Deutung der Proteste als gewöhnliche bildungspolitische Bewegung hinaus. „Il y a une intention un peu ‘révolutionnaire’ dans ce qui est en train de se passer“, sagt er. Übersetzt: „In dem, was gerade geschieht, steckt eine gewisse ‚revolutionäre‘ Absicht.“

Die Bewegung erinnert ihn sowohl an die französischen Studentenproteste von 1968 als auch an die Gelbwestenproteste von 2018 und 2019. Es gehe darum, die bisherigen Verhältnisse grundsätzlich infrage zu stellen. Allerdings betont Huët ausdrücklich, dass dahinter kein klar definiertes politisches Projekt stehen müsse. Er erkennt vielmehr einen deutlichen Wunsch nach einem Bruch mit dem Bestehenden.

Dabei widerspricht er der Darstellung, Jugendliche würden von politischen Organisationen instrumentalisiert. Wer ihnen unterstelle, sie seien bloß manipuliert, spreche ihnen die Fähigkeit ab, eigenständig politische Urteile zu bilden. Huët bezeichnet eine solche Sichtweise als „âgisme“, als Altersdiskriminierung. Schließlich könnten die Jugendlichen selbst am besten beurteilen, unter welchen Bedingungen sie zur Schule gingen.

Auch die Frage nach der Gewalt ordnet Huët in diesen Zusammenhang ein. Er kritisiert, dass die öffentliche Debatte über Ausschreitungen häufig die ursprünglichen Forderungen verdränge. Zudem hält er es für problematisch, Gewalt von Demonstrierenden und Gewalt durch Sicherheitskräfte ohne Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen Folgen gegenüberzustellen. „Mais il me paraît secondaire par rapport à l’interpellation très directe de notre société par les lycéens et les étudiants“, sagt er über die Gewaltdebatte. In deutscher Übersetzung: „Aber sie erscheint mir zweitrangig gegenüber der sehr direkten Herausforderung unserer Gesellschaft durch die Schülerinnen, Schüler und Studierenden.“

Huët bestreitet damit nicht, dass Gewalt ein Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzung sein muss. Er verlangt jedoch, zuerst zu verstehen, welche politischen Hindernisse und Erwartungen sich in den Protesten ausdrücken.

Die Bildungshistorikerin Laurence De Cock, die viele Jahre als Lehrerin gearbeitet hat, beschreibt eine weitere Ursache dieser Entwicklung. In einem Interview mit dem linken Magazin Marx21 verweist sie auf die Lebensbedingungen an Schulen in sozial benachteiligten Stadtteilen. Sie berichtet von dauerhaft genutzten Provisorien, beschädigten Fenstern, unzureichenden Sanitäranlagen, kaputtem Mobiliar und fehlenden Reparaturen. Hinzu kämen überfüllte Klassen und Lehrkräfte, die angesichts der Arbeitsbedingungen an ihre Grenzen gerieten. Für die Jugendlichen seien solche Zustände keine abstrakten bildungspolitischen Probleme, sondern tägliche Erfahrungen.

De Cock sieht darin eine Ursache für die schnelle Ausbreitung der Proteste. Besonders in sozial benachteiligten Gegenden erlebten Schülerinnen und Schüler, wie stark die Bedingungen ihrer Ausbildung vom Wohnort und vom sozialen Umfeld abhingen. Zugleich hätten sich Jugendliche aus besser ausgestatteten Schulen solidarisiert. Die Historikerin verweist unter anderem darauf, dass Schülerinnen und Schüler des renommierten Lycée Henri-IV in Paris zusätzliche Mittel für Schulen im Département Seine-Saint-Denis forderten.

Damit widerspricht De Cock auch der Vorstellung einer einheitlichen Gruppe protestierender Jugendlicher. Die Bewegung umfasse unterschiedliche soziale Milieus und Schulformen. Gemeinsam sei vielen Beteiligten die Erfahrung, dass ihre Lebensbedingungen und ihre Anliegen von Erwachsenen nicht ausreichend berücksichtigt würden. Doch die Jugendlichen seien keineswegs darauf angewiesen, dass Erwachsene ihre Forderungen für sie formulierten. „Die Schülerinnen und Schüler finden gerade ihre eigenen Worte dafür“, sagt De Cock. „Sie zeigen neue Wege auf – gehen wir sie mit.“ News4teachers 

Nach Schülerprotesten eskaliert die Gewalt in Frankreich: Tausende Jugendliche festgenommen

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56 Kommentare
Karl Heinz
2 Tage zuvor

Das Resultat ist jedenfalls schon absehbar:

Der demokratische Kern wird einmal mehr ignoriert.
Stattdessen baut man wieder einen Popanz auf – mal wieder eine angebliche extreme Linke…
Der Politik der Härte bereitet den Boden für Le Pens Wahlerfolg.

Und dann stellen sich wieder die üblichen Verdächtigen hin und fragen „Wie konnte das passieren?“

Ukulele
1 Tag zuvor
Antwortet  Karl Heinz

Nein, die müssen sich nicht wieder hinstellen.

Menschen wie ich sehen schon da und fragen: Wie könnte es so weit kommen?

Rüdiger Vehrenkamp
2 Tage zuvor

Die sogenannten Schülerproteste in Frankreich wurden mittlerweile von Linksextremen und gewaltbereiten Migrantengruppen gekapert, die mit ihrer Zerstörungswut und den Angriffen auf andere Menschen eine freiheitliche, demokratische Grundordnung ablehnen. Unser Innenminister benennt diesen Umstand inzwischen offiziell.

Protest ja, aber nicht so, nicht mit diesen Mitteln und nicht mit diesem hohen Gewaltpotenzial.

Rüdiger Vehrenkamp
2 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Wer auch immer an diesen Ausschreitungen teilnimmt, sie sind in voller Gänze zu verurteilen. Es ist kein Protest, wenn man Rathäuser anzündet, Geschäfte plündert oder Menschen von hinten in den Rücken springt. Wer sich mit diesen Akten der Gewalt solidarisiert, hat kein Interessen an einem demokratischen Diskurs.

Rüdiger Vehrenkamp
2 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Niemand Ernstzunehmendes solidarisiert sich mit Gewalt. Der Punkt ist ein anderer: Die Schülerproteste sind legitim, auch wenn sie von Scharfmachern (auf allen Seiten übrigens) benutzt werden.

Liebe Redaktion, wir sind selten einer Meinung, aber das hier unterschreibe ich.

Susanne M.
2 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Hat sie. Vergleichweise unbemerkt finden nämlich in Spanien auch soziale Proteste statt. Bekannt ist der wegen Wohnraum, aber auch wegen Bildung gehen Lehrer auf die Straße. Ihr Motto: Demonstrierend unterrichtet der Lehrer auch“ Nur: Ein Auto anzuzünden oder zu plündern, das wäre absolut asozial. Das Auto gehört im Zweifelsfall dem Nachbarn, der dafür geschuftet hat. In Frankreich ist es eher Symbol eines bürgerlichen Lebens, das man nicht haben kann.
Warum so unterschiedlich? Zwei Gründe: Die spanische Polizei wirkt eher deseskalierend.. Und: Seltsamerweise der französische Zentralismus. Es gibt keine zwischengeschalteten lokalen Instanzen mit Entscheidungsgewalt. Und bevor es nicht brennt, hört uns der Präsident nicht, so denken viele.

DerechteNorden
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

Prima, dann haben wir ja die Schuldigen gefunden!
Die Polizei.
Doch recht einfach.
Oder doch nicht?

Uwe
16 Stunden zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich bin oft in Frankreich und noch öfter in Paris. Die Polizei hier ist mit der deutschen Polizei nicht zu vergleichen, nix Bürger in Uniform oder Freund und Helfer. Sie betrachtet die Bevölkerung als Feind und ist gradezu irrsinnig brutal. Hände werden weggesprengt, Augen mit Gummigeschossen zerballert und auch mal ein Unterkiefer so zertrümmert das der amputiert werden muss. Genauso wurde hier auch gegen die Schüler*innen vorgegangen und ein Staat der so gegen Kinder vorgeht ist moralisch restlos bankrott. Der kann nicht mit dem Finger auf China oder Russland zeigen.
War übrigens vorgestern noch in Paris, sieht teilweise echt verherrend aus.

Heinz
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

Der Polizei die Schuld für diese Eskalation zu geben, bei der sich Demokratiefeinde und Erlebnisorientierte die an sich legitimen Schülerproteste zu Nutze machen und diese Missbrauchen, ist eine Täter-Opfer-Umkehr. Ungefähr so, als würde ich dem Vergewaltigungsopfer sagen, dass es falsche Kleidung getragen hat.
Es gibt hier einen Haufen Leute, die nur auf solch eine Situation gewartet haben, und diese jetzt Ausnutzen, die Polizei macht das, wofür sie da ist, das Gewaltmonopol des Staates ausüben um damit versuchen die Demokratie zu sichern.

Andreas
17 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

Diese einseitige Berichterstattung, verhamlosend und unausgewogen, ist nicht hinzunehmen. Die Zerstörungswut, diese Brutalität, das stiften von Chaos, das Verletzen von tausenden Menschen, das treiben tausender Menschen in den wirtschaftlichen Ruin, das Bespucken und Verächtlichemachen von Otto-Normal-Touristen, das Unkenntlichmachen durch Vermummung, das Auftreten von schnell agierenden Schlägertrupps mit Live-Schalte auf dem Smartphone, die die Opfer noch verhöhen- all das wird verharmlost! Ich war in Straßburg und habe es live erlebt. Zu viele, agile Trüppchen von 15-Jährigen halbvermummten Teenagern, die Anarchie gelebt haben. Es verängstigt! Jeder!!! hatte Angst. Die Touris, die Franzosen- Jeder! Die Polizei war darauf schlecht vorbereitet- aber meines Erachtens ist das in Straßburg schwer zu schaffen, da es zu viele Straßen und Gassen gibt. Es gab bestimmt Polizeigewalt an der ein, oder anderen Stelle- wie einige Berichte belegen. Selbstverstänlich ist das abzulehnen. ich mache den Schülerprotestlern aber deutliche Vorwürfe! So unterstützendwert ich viele Positionen der Schülis (usw.) finde, so absurd finde ich es auch, dass die Verantwortlichen Schüliprotestler so wenig über die Gewalt sagen und die Unterwanderung der Proteste! In Straßburg jedenfalls hat es die Demonstraten nicht gejuckt. Apotheke zerstört? Egal! Dönerladen zerstört? Egal! Elektronikladen ausgeraubt? Egal! ÖPNV zerstört? Egal! Wer ein Mindestmaß an Empathie und Unterstützung für seine legitimen Protestforderungen vom Rest der Menschen haben will, sollte dies auch selbst zeigen und leben.

Realist
17 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

Man kann legitime Proteste auch dadurch delegitimieren, indem man die veröffentliche Meinung auf Gewaltvorfälle reduziert…

Steißtrommler
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

Niemand Ernstzunehmendes solidarisiert sich mit Gewalt.
Oha, ich sehe das genau andersherum: Diejenigen, die sich mit Gewalt solidarisieren, MUSS man ernstnehmen!
Die französischen Sicherheitsbehörden machen derzeit drei Gruppen für die eskalierende Gewalt verantwortlich:

  • Eine gewaltbereite Ultralinke
  • Opportunistische Plünderer und jugendliche Randalierer
  • Jugendgruppen aus den Banlieues

Quellen bei tagesschau und ZDF.
Das das Problem mit der Polizei beginne, kann ich nicht überprüfen. In Deutschland ist es auch immer die böse Polizei, die friedliche Demonstranten völlig willkürlich einkesselt und verdrischt, wahrscheinlich ist es in Frankreich genauso.

Andreas
17 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

Unterscheidet doch bitte zwischen den Protestlern und Straftätern! Aber ich gebe euch Recht- Dobrindt wird verkürzt zitiert. Er hat gesagt, das die Demonstraten selbstverständlich demonstrieren sollen, aber dass unter dem Deckmantel der angemeldeten Demos sich die verschiedenen Trittbrettfahrer tummeln (gewaltbereite Linke, Gewaltbereite Abgehängte, gewaltbereite Jugenliche). Er sagt, oder das framing ist dann so, dass alle unter „Demonstranten“ laufen.

dickebank
16 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

Eben auch nicht illegitimer als die „Ausländermaut“

Hansjoachim
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

Frankreich hat eine andere „Linke“ als Deutschland. Das ist nicht einfach eine Partei, es ist auch eine generelle Anti-Stimmung, besonders in den Vorstädten (Banlieues). Bei uns motzen mehr die Rechten gegen alles, in Frankreich sind’s die Linken.

unverzagte
2 Tage zuvor

Wo entnehmen Sie Ihre Behauptung von den bösen Linken und Migrationsgruppen?
Im Artikel steht jedenfalls eher das Gegenteil, dass es eben keine einheitliche Bewegung sei…

Frauke98
2 Tage zuvor
Antwortet  unverzagte

Das meine ich auch! Immer sind es die Linken, auch bei uns in Deutschland. Wer hat denn in Deutschland Synagogen und Flüchtlingsheime überfallen. Den NSU schon vergessen? Typisches Zeichen Falls Flags. Die Rechten wollen uns nur verunglimpfen. Ich hoffe nur, dass unsere Comunity stark genug ist dies zu verhindern. Meine Schüler sind zum Glück voll überzeugt, dass es der rechte Mob ist der zerstört. Übrigens waren auch jüdische Geschäfte betroffen. Wir dürfen uns nicht nochmal an Israel verkündigen!

Muxi
2 Tage zuvor
Antwortet  Frauke98

Seit dem 7.Okt.2023 eskalieren die antisemitischen Vorfälle. Man muss seinen Kopf schon sehr tief in den Sand stecken um nicht zu ahnen, wer für diese Eskalation verantwortlich ist.

https://www.news4teachers.de/2026/10/zu-jung-um-gehoert-zu-werden-aber-alt-genug-fuer-traenengas-warum-frankreichs-schueler-rebellieren-und-die-proteste-eskalieren/

Muxi
1 Tag zuvor
Antwortet  Muxi
unverzagte
1 Tag zuvor
Antwortet  Muxi

Diese Vorfälle dienen aber doch nicht als Motiv für die französischen Rebellionen – warum verlinken Sie den Artikel dazu ?

447
1 Tag zuvor
Antwortet  Frauke98

Nice ragebait.

Rechte Mahgreb-Franzosen mit Paliflaggen? Na dann…

447
1 Tag zuvor
Antwortet  unverzagte

Einfach mal das kleine deutschsprachige Internetuniversum verlassen.

Von Zeitungen bis live streams kann man sich dort einen (wenigstens oberflächlichen) Eindruck verschaffen, welche „Jugendlichen“ und „Schüler“ da Louis Vitton genau so plündern & anzünden Kleinkioske…wahrscheinlich auf der Suche nach Mathebüchern und Buntstiften.

Trotzdem ist es schon so, dass ein kleiner Teil und auch die Initialzündung von Schülern ausging, die gegen extrem schlechte Schulbedingungen demonstriert haben.

Bildungsnah
1 Tag zuvor
Antwortet  447

Aber wessen Schuld soll das sein? Woher sollen die Schüler wissen, dass es bei Louis Vuitton, Apple und Nike keine Buntstifte und Mathebücher gibt? Wäre der Unterricht nicht ausgefallen und hätten die Lehrer das richtig erklärt, gäbe es das Problem gar nicht.

Buntstifte entstehen nicht durch eine exotherme Reaktion aus einem historischen Rathaus? Hat die Chemielehrerin vielleicht versäumt so einen Sachverhalt richtig zu erklären. Die Vermutung liegt ja nahe.

Opossum
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

Sind Proteste berechtigt, selbst wenn es sicher ist, dass sie von gewalttätigen Menschen unterwandert werden und zu großen Schäden führen werden?

Was wäre eine verhältnismäßige Reaktion von Polizisten? Sie wurden auch angegriffen.

Wie wäre es möglich, die Schulen gerechter zu machen, wenn es tatsächlich nur an dem Zustand der Schulen liegt? Noch mehr Steuern für arbeitenden Menschen, deren Geschäfte geplündert werden und die danach alles aufräumen müssen? Enteignung, wie es in Berlin geplant wird?

Ich denke, in west europa sollte mehr über sovietische Revolution geredet werden. Haben Sie „Das Hundeherz“ von Bulgakov gelesen? Wurde es hier in Artikeln oft besprochen, dass statt eine bestimmte Partei aus Protest zu wählen (auf die Straßen zu gehen), sollte man friedlich durch demokratische Parteien sein Ziel erreichen?

Opossum
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

Proteste in Belarus seitens der Bürger waren tatsächlich friedlich. Selbst den Müll haben die Menschen selber aufgeräumt. Über Plünderungen gab es keine Rede. Vor möglichen unterwanderten Menschen wurde gewarnt.
Die Vorstellung, dass in Deutschland die Situation wie in Frankreich entstehen kann, macht mir Angst. Es tut mir leid für meine „undemokratische“ Seele. Idealistische Revolutionäre in 1917 haben nur Zerrüttung und neue Ungerechtigkeiten gebracht. Und wie die Revolution im Iran beendet hat?
Es ist natürlich noch keine Revolution, kann aber Kulisse für Krawalle geben.

Opossum
17 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

Die Reaktion des Staates in Belarus war nicht verhältnismäßig. In Frankreich – in den Gebieten mit Kravallen, nicht da, wo es freidlich lief, – hat die Polizei versagt, sonst wäre es nicht so viel zerstört worden. Es hätte mehr Polizisten geben müssen, sie hätten stärker eingreifen müssen. Zum Schutz von der friedlichen Bevölkerung.

Sepp
15 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

„Diese Erfahrungen könnten Sie auf den Gedanken bringen, dass Demonstrationsfreiheit ein sehr hohes Gut in der Demokratie ist.“

Also gibt es in Frankreich ein Recht darauf, Geschäfte zu plündern, Rathäuser anzuzünden und Polizisten anzugreifen – unter dem Deckmantel der Demonstrationsfreiheit?

Uwe
15 Stunden zuvor
Antwortet  Opossum

Nein die Proteste in Belaruss waren nicht allesamt friedlich. Es wurden Barrikaden errichtet, Steine und auch Molotowcocktails geworfen. Nach deiner Logik war also die Reaktion der belarussischen Polizei ok. Kommt dir das nicht selber komisch vor?

Opossum
13 Stunden zuvor
Antwortet  Uwe

In den ersten Tagen gab es das, nur gegen die Polizei und die Regierung, und ist schnell nachgelassen. Es wurden aber keine Zivilisten angegriffen und keine Geschäfte geplündert und aus Spaß verbrannt. Wenn die Protestierenden in einem Ausmaße wie in Frankreich die Sache des Lebens von anderen Menschen vernichtet hätten, ja, dann würde ich befürworten, stärker einzugreifen.

Opossum
13 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

Es ist aber keine Freiheit, berechtigte Proteste kapern zu dürfen und zu marodieren. Das Plündern und Verbrennen von Geschäften ist kein Teil der Freiheit.

Opossum
12 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

Altersbegrenzung in sozialen Media und damit verbundene entweder Klarnamenpflicht im Internet (gläserner Mensch) oder Altersverifikation (möglicher Verlust von biometrischen und persönlichen Daten an die Dritten) kann auch von autoritären Machthabern benutzt werden. Chat-Kontrolle, Regulierung von Online-Inhalten haben Missbrauchspotenzial, um Freiheitsrechte einzuschränken.
Proteste dürfen nicht beschränkt werden sobald keine anderen Menschen dadurch verletzt oder eingeschüchtert sind. Oder ihr Vermögen.

Uwe
13 Stunden zuvor
Antwortet  Opossum

Also findest du es OK Molotowcocktails auf Polizisten zu werfen? Das würde ja in Belarus gemacht? Die Grenze ist also Zivilisten angreifen und Geschäfte plündern? Wenn die Demonstranten in Frankreich nur Molotowcocktails auf Polizisten geworfen hätten würdest du die Reaktion der Polizei überzogen finden?

Opossum
10 Stunden zuvor
Antwortet  Uwe

Nein, das finde ich auch nicht gut. Aber zum einen sind die Proteste sehr schnell ausschließlich friedlich geworden, ohne Eskalation trotz Polizeigewalt. Zum anderen, es gibt doch einen Unterschied zu euren Ländern: die Proteste wurden sofort – egal wie friedlich sie waren – als nicht legitim eingestuft worden.

Jerunda
13 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

„Jugendliche mit Granaten zu beschmeißen, deren Einsatz international geächtet wird…“
Nicht das ich den Einsatz von Belend- und Tränengasgranaten bei diesen Protesten befürworte, aber Ihre Aussage ist mMn. nicht ganz korrekt – diese Granaten sind nicht international geächtet, sondern werden, auch von der deutschen Polizei, in bestimmten Situationen (Terrorabwehr, Geiselnahmen, ….) angewendet.
Blendgranate – Wikipedia

Hysterican
20 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

Einen 40-jährigen?
Also jemanden, der gerade auf dem 3. oder 4. Bildungsweg unterwegs ist?!

Das fällt dann wohl unter „lebenslanges Lernen“. 😉

Karl Heinz
1 Tag zuvor

Schreiben Sie doch mal ein Buch:
„Wie man normkonform protestiert und dabei auch noch Erfolg hat“

Rüdiger Vehrenkamp
1 Tag zuvor
Antwortet  Karl Heinz

Kann ich mir sparen… Die zerstörenden Horden würden es nicht lesen.

Bildungsnah
1 Tag zuvor

„Zu jung, um gehört zu werden, aber alt genug, um mit Tränengas beschossen zu werden.“

Wie alt man sein muss um im politischen Prozess als Wähler mitzuwirken, wird in Gesetzen festgelegt. Mit Tränengas hat das erstmal nichts zu tun. Ich sehe da keine Diskrepanz.

Umgekehrt hat das beschießen mit Tränengas keinen direkten Zusammenhang mit der Wahlmündigkeit. Es werden doch nicht grundsätzlich diejenigen mit Tränengas beschossen, die wahlberechtigt sind, sondern diejenigen, die an gewaltsamen Ausschreitungen teilnehmen.

Wenn man versucht mit Gewalt politische Ziele zu erreichen, hat sich dafür der Begriff eingebürgert, der mit T beginnt und mit ismus aufhört. Und falls irgendjemand noch einen Hinweis braucht um den zu erraten: Mit der freiheitlich demokratischen Grundordnung hat dieser Begriff nichts zu tun.

Ukulele
1 Tag zuvor

Simple Antwort auf den Titel „Warum Frankreichs Schüler rebellieren und die Proteste eskalieren“ lautet: Weil die Regierungen „der Mitte“ versagt haben.

Wenn es auch bei uns so kommt, kann man final festhalten, dass „Wir schaffen das“ nicht wahrgeworden ist.

Nun, da wir wissen dass die selbsternannte Mitte es nicht kann, werden wir entweder nach links oder nach rechts abbiegen. Hoffentlich nicht zu extrem.

Jeder kann jetzt selbst entscheiden ob er lieber in Paris oder in einer Französchein Provinz leben wollte. Wo würde man lieber eine Famili aufbauen und ein Eigenheim erwerben?

Das gleiche kann man auf Berlin vs. Ostdeutsche Provinz anwenden.

447
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

Ganz so einfach ist es nicht, haben Sie völlig recht. Fast nichts ist je komplett einfach.

Substantiellen Anteil hat sie aber, die sogenannte „politische Mitte“, die scheinbar das Innehaben aller formell und informell wichtigen Entscheiderpositionen als „Erbhof“ betrachtet (statt als Auftrag der Wähler, den man sich immer wieder verdienen muss) und sich quasi empört darüber beschwert, dass dieser „dumme Pöbel“ (=zunehmende Teile der Durchschnittsbevölkerung) ihre weisen Entscheidungen nicht versteht („Politik richtig erklären“-meme hier einsetzen)…zuletzt in der BRD geradezu memeartig von einer völlig politisch vernichtend geschlagenen Landes-CDU zum Ausdruck gebracht, deren erste mediale Reaktion NICHT ETWA
– Demut vor dem Wahlvolk
– sich entschuldigen
– Besserung versprechen
– interne Evaluation darüber ankündigen, was schief lief
– Zehn-Punkte-Papier vorstellen, was man jetzt sofort besser als der komplett populistische Gegner machen will, konkret ausnahmsweise!
…SONDERN die Verkündung war, man wolle jetzt „Regierung mitgestalten“.

So nach dem Motto: „Ja gut, Wahl hin oder her, wir sind doch die Partei XXX, also, Regierung, das sind doch eh wir! Ist halt so, was versteht ihr daran bitte nicht? Wir sind immer mindestens Mitbestimmer, egal was ihr da unten wählt, halllloooo?!???!“

Für Menschen ausserhalb der Politik- und Medienblase klingt das wie der Obdachlose, der einem im Brustton der Überzeugung Finanztipps geben will.

Ich weiß nicht, ob sowas in Frankreich auch abgeht/abging.
Würde aber einiges erklären.

447
20 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

Nö, würde ich nicht.

Wenn ich einen Fehler mache, gebe ich das auch vor SuS und Eltern zu und versuche, daraus aktiv zu lernen.

Was auch garkein Problem darstellt, da ich mich vorher nicht als „unfehlbar“ direkt oder indirekt präsentiere – also brauche ich auch nicht wie ein cry-bully ausrasten und gaslighten, wenn mal rauskommt, dass ich irgendwo falsch lag.

Statt auf meinem „Status“ zu beharren und darüber zu versuchen, die Realität zu verleugnen.