CAMBRIDGE. Viele Eltern glauben, dass strenge Regeln und Disziplin Kinder zu verantwortungsbewussten Menschen machen. Doch eine neue Studie der Universität Cambridge zeigt: Übermäßig autoritäre Erziehung kann das Gegenteil bewirken – sie erhöht deutlich das Risiko für psychische Probleme.

Für ihre Untersuchung werteten die Bildungsforscher Ioannis Katsantonis und Jennifer Symonds Daten von 7.507 Kindern aus der nationalen Langzeitstudie Growing Up in Ireland aus. Sie verfolgten die Entwicklung der Kinder im Alter von drei, fünf und neun Jahren und analysierten dabei sowohl innere Symptome (etwa Angst und sozialer Rückzug) als auch äußere Symptome (wie Aggressivität und Hyperaktivität).
Grundlage war der international eingesetzte Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ), ein wissenschaftlich validiertes Instrument zur Erfassung emotionaler und verhaltensbezogener Auffälligkeiten bei Kindern. Der Fragebogen misst unter anderem Hyperaktivität, Verhaltensprobleme, emotionale Symptome, Schwierigkeiten im Umgang mit Gleichaltrigen sowie prosoziales Verhalten – und wird weltweit in Studien zur psychischen Gesundheit eingesetzt.
Zugleich wurde erhoben, welchen Erziehungsstil die Eltern pflegten – unterschieden wurde zwischen: einem warmherzigen Stil (Zuwendung, Verständnis, emotionale Unterstützung), einem konsequen-autoritativen Stil (klare Regeln, Vorhersehbarkeit) und einem feindselig-autoritären Stil, der durch Strafen, Anschreien und Überkontrolle gekennzeichnet ist.
Klare Ergebnisse: Feindselige Erziehung erhöht das Risiko um bis zu 57 Prozent
Die Analyse ergab, dass rund 83,5 Prozent der Kinder nur ein geringes Risiko für psychische Auffälligkeiten zeigten. Doch 10,1 Prozent gehörten zu einer Hochrisikogruppe, die überdurchschnittlich viele seelische Probleme aufwies, und 6,4 Prozent befanden sich in einer mittleren Risikogruppe mit dauerhaft erhöhten Symptomen.
Kinder, die in einem stark autoritären Umfeld aufwuchsen, hatten ein 1,47-fach höheres Risiko, in die Hochrisikogruppe zu fallen – und ein 1,57-fach erhöhtes Risiko, in die mittlere Risikogruppe zu gehören. Wörtlich heißt es in der Studie: „Feindseliger Erziehungsstil war ein wesentlicher Prädiktor für die Zugehörigkeit zur Hochrisiko-Klasse sowie zur mittleren Risikoklasse.“
Demgegenüber zeigte sich, dass ein konsequenter, aber nicht harscher Erziehungsstil Kinder offenbar schützen kann: „Ein konsequenter Erziehungsstil war ein Schutzfaktor gegen die Zugehörigkeit zur mittleren Risikoklasse.“
Ein warmherziger Erziehungsstil – also Zuwendung und Verständnis – hatte in dieser Untersuchung keinen statistisch signifikanten Effekt. Die Forschenden führen das auf die Vielzahl anderer Einflussfaktoren zurück, etwa familiäre Gesundheit oder sozioökonomische Bedingungen.
Innere und äußere Probleme hängen oft zusammen
Ein weiteres zentrales Ergebnis betrifft die enge Verbindung zwischen inneren und äußeren Symptomen. Die Forschenden fanden, dass Kinder mit Ängsten und Rückzugstendenzen oft gleichzeitig aggressiver oder hyperaktiver sind. „Die Entwicklungsverläufe innerer und äußerer psychischer Symptome waren positiv korreliert“, schreiben Katsantonis und Symonds. „Kinder mit höheren inneren Symptomen zeigten auch höhere äußere Symptome.“
Diese Korrelation verdeutlicht, wie wichtig ganzheitliche Diagnosen und Interventionen sind: Psychische Probleme treten selten isoliert auf.
Ursachenbündel statt Einzelfaktor
Die Wissenschaftler betonen, dass der Erziehungsstil nur ein Teil eines komplexen Ursachenbündels ist. Geschlecht, Einkommen, Familienstruktur und elterlicher Stress beeinflussen ebenfalls das Risiko. So zeigte die Analyse: Mädchen hatten etwas häufiger höhere psychische Belastungen, während höhere Einkommen das Risiko minderten. „Höheres Einkommen war ein Schutzfaktor gegen psychische Risiken und bestätigt den sozialen Gradient bei mentaler Gesundheit“, heißt es in der Studie.
Bedeutung für Pädagogik und Elternbildung
Aus den Ergebnissen ziehen die Forschenden weitreichende Konsequenzen: „Feindseliger Erziehungsstil ist ein erheblicher Risikofaktor für die zunehmenden psychischen Symptome bei Kindern“, schreiben sie. „Wir empfehlen evidenzbasierte Elterntrainings, um positive Interaktionen zwischen Eltern und Kind zu fördern.“
Die Autorinnen und Autoren fordern, dass Erziehungsstile bei psychologischen Screenings systematisch mitberücksichtigt werden. Lehrkräfte, Schulpsychologinnen und Kinderärztinnen sollten aufmerksam auf emotionale Kälte und feindselige Kommunikationsmuster in Familien reagieren. Ein liebevolles, aber zugleich verlässliches Elternverhalten könne zwar keine psychischen Probleme verhindern, aber die Widerstandskraft von Kindern erheblich stärken.
Fazit: „Ein emotional feindseliges Zuhause zu vermeiden, ist entscheidend“
Die Quintessenz der Cambridge-Studie lautet: Kinder, die in einem emotional feindseligen Klima aufwachsen, tragen ein deutlich höheres Risiko, seelische Probleme zu entwickeln – und zwar unabhängig von sozialem Status oder Geschlecht. Konsequenz ohne Strenge und Wärme ohne Nachsicht scheinen hingegen die beste Kombination zu sein.
„Feindseliger Erziehungsstil ist ein erheblicher Risikofaktor für die Entwicklung psychischer Symptome bei Kindern, während konsequente Erziehung als Schutzfaktor wirken kann“, fassen die Forschenden zusammen.
Quelle: Katsantonis, I., & Symonds, J. E. (2023). Population heterogeneity in developmental trajectories of internalising and externalising mental health symptoms in childhood: differential effects of parenting styles. Epidemiology and Psychiatric Sciences, 32, e16. Cambridge University Press. DOI: 10.1017/S2045796023000094
“Dann, liebe Mutter, werde hart”: Wie NS-Pädagogik Deutschland jahrzehntelang prägte









Und was ist mit dem gleichgültigen oder dem anbiedernden Erziehungsstil?
Oder aber was ist mit dem warmherzig zugewandten und (!) konsequent deutlichen Erziehungsstil?
Sie meinten Bindungstypen in der Eltern-Kind-Beziehung.
“Die Bindungstheorie geht ursprünglich auf den englischen Kinderarzt, Psychiater und Psychoanalytiker John Bowlby zurück. Weiterentwickelt wurde sie durch die US-amerikanisch-kanadische Entwicklungspsychologin Mary Ainsworth. In den 1970er Jahren hat Ainsworth die vier Bindungstypen von Kindern mit Hilfe eines Verhaltenstests entwickelt („Strange Situation Test“). Bei diesem Test beobachtete sie, wie sich Kinder verhalten, wenn sie kurzfristig von ihrer Mutter getrennt sind und wenn sie dann wieder zu ihnen zurückkehrt.
1.Sichere Bindung
2.Unsicher-ambivalente Bindung
3.Unsicher vermeidende Bindung
4.Desorganisierte Bindung
Was können Eltern aus der Theorie der zwischenmenschlichen Beziehungen von Ainsworth und Bowlby lernen.
Bindungstypen: wie Bindungsstile Partnerbeziehungen beeinflussen
Wie viele denn?
In Deutschland wollen die meisten Eltern ja besties mit ihren Kindern sein.
In GB gilt auch eher “Let’s not … Shall we …?” Habe darüber mal einen Artikel im Guardian gelesen.
Man beneidete dort die französische Erziehung, die viel strenger sei.
Streng ist gut, aber ohne Liebe, Schutz und Zuneigung – a hitman.
Wer sagt denn, dass Strenge lieblos ist? Mal ehrlich, was ist leichter: die Kinder “großzügig” zu erziehen und ihnen fast alles durchgehen zu lassen oder Konflikten nicht aus dem Weg zu gehen, indem man auf die Einhaltung sinnvoller Verbote und Gebote achtet und nicht jeden Wunsch erfüllt, damit Ruhe und Zufriedenheit herrschen?
Lieblos ist nämlich auch, wenn man nur an seine Bequemlichkeit denkt und Streitereien mit den Kindern vermeidet, weil Trotz sowie Tränen und wütende Vorwürfe schwer zu ertragen sind.
“Wer sagt denn, dass Strenge lieblos ist?”
Niemand. Zusammenhänge erfassen, bitte.
Aber davon, dass es streng ohne Liebe, Schutz und Zuneigung sein soll, spricht er doch garnicht. Wieso wird denn das Wort „streng“ oder das Wort „Erziehung“ grundsätzlich direkt mit irgendwas lieblosem gleichgesetzt?
Das Kind braucht Grenze, aber… Das Kind braucht Liebe. Das Kind braucht Zuneigung. Das Kind braucht Schutz.
Ob das Kind später aber eine guter Mensch wird, so oder so erzogen, das sind dann reine Spekulationen. So einfach kann man es nicht zusammenfassen.
Fazit : “Ein liebevolles, aber zugleich verlässliches Elternverhalten könne zwar keine psychischen Probleme verhindern, aber die Widerstandskraft von Kindern erheblich stärken.”
Was ist “verlässliches Elternverhalten”? Darum geht es doch.
Verlässliches Elternverhalten ist doch oben aufgeführt, d.h. es beginnt damit, dass von der Geburt an zumindest bis zum 7.Lebensjahr eine sicher Bindung zum Kind von beiden Elternteilen aufgebaut wird, in der dem Kind klare Regeln des Verhaltens gegenüber anderen vermittelt wird. verlässliches Elternverhalten bedeutet, dass auf gleiche Reize mit den selben Antworten im Verhalten reagiert wird. Man geht als Eltern auf die Sorgen und Nöte der Kinder ein, geht einfühlsam mit diesen um, hört denen zu und vermittelt kindliche Geborgenheit.
Was für ein Forschungsergebnis. Ein feindseliger Erziehungsstil schadet dem Kind. Ist das wirklich neu?
Anti-Autoritär wurde gar nicht untersucht in dieser Studie, richtig? Vermutlich wäre das Ergebnis ähnlich.
Konsequent, aber mit Empathie und Verständnis. Das dies der richtige Weg ist, klingt logisch.
Frage wäre jetzt nach dem richtigen Gleichgewicht zwischen Konsequenz und Verständnis. Das ist doch die Herausforderung, oder wie sehen das die anderen?
Anti-autoritär dürfte dem “warmherzigen Erziehungsstil” entsprechen. Herzliche Grüße Die Redaktion
Das empfinde ich zu undifferenziert….
„Antiautoritäre Erziehung ist ein Erziehungsstil, der in den 1960er Jahren als Gegenbewegung zu autoritären Methoden entstand und Kindern maximale Freiheit und Selbstbestimmung gewähren soll. Anstatt Regeln und Verbote vorzugeben, zielt dieser Ansatz darauf ab, dass Kinder ihre Entscheidungen selbst treffen, Verantwortung für ihr Handeln übernehmen und Kreativität sowie kritisches Denken entwickeln. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass eine Erziehung ohne Grenzen zu egoistischem Verhalten, Schwierigkeiten bei der Einordnung in Strukturen und Impulsivität führen kann.“
Ein warmherziger Erziehungsstil kann vermutlich alles sein, von autoritär bis laissezfaire…..Warmherzigkeit ist in jedem Erziehungsstil sicherlich möglich….
Eltern, die bewusst anti-autoritär erziehen, sind dürften damit wohl tatsächlich nicht gemeint sein. Gibt es die allerdings heute überhaupt noch? Wenn, dann dürfte es sich um eine verschwindend kleine Zahl handeln. Beim Gros der beobachteten Fälle dürfte es sich um Laissez-faire handeln – das Erziehungsmodell, das offenbar auch in Deutschland weit verbreitet ist. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/09/studie-zwei-drittel-der-eltern-wollen-beste-freunde-ihrer-kinder-sein-wie-geht-das-mit-dem-leistungsanspruch-der-schule-zusammen/
Autoritär ist mit “warmherzig” ganz klar nicht gemeint.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Tamus Kommentar ist da sehr lesenswert…..
Die Entscheidung für einen bestimmten Erziehungsstil setzt voraus, dass man sich sehr aktiv mit den verschiedenen Stilen auseinandergesetzt hat…..da frage ich mich schon, wer das tut?
Danke, Fräulein Rottenmeier.
Eine rein anti-autoritäre Erziehung, die sich Gehen lassen ohne ein Vorleben von Grenzen, das wird die Gefahr in sich bergen, dass kleine Tyrannenkinder entstehen, die sich an keine Regel halten, die diese in ihrem Freiheitsdrang zuwider ist. Ich wünsche viel Spaß mit derartigen Kindern und den selbst gesteuerten Lernmethoden im Anfangsunterricht. Das wird so manche Lehrkraft an ihre psychischen Grenzen kommen. Also viel Spaß mit derartigen Heranwachsenden. Termine beim Psychologen sind rarer, der Burnout naht.
Der Titel erweckt einen falschen Eindruck. Erstens geht es in der Studie um “übermäßig autoritäre” Erziehung, ohne dass klar wird, was “übermäßig” bedeutet; zweitens kennt man eigentlich auch noch den autoritativen Erziehungsstil – quasi als Mitte zwischen gleichgültig und autoritär. Vereinfacht gesagt geht es beim autoritativen Erziehungsstil um “hart, aber herzlich” (in Anlehnung an eine ehemalige Fernsehserie) oder “konsequent UND fürsorglich”. Ich finde den autoritativen Erziehungsstil ideal. Sollte vielleicht auch als Unterrichtsstil gelten.
Übersicht mit KI
Der autoritative Erziehungsstil ist durch ein Gleichgewicht aus hoher Wärme (Responsivität) und hoher Kontrolle (Anforderungen) gekennzeichnet und gilt als förderlich für die kindliche Entwicklung. Eltern setzen klare Grenzen und Normen, erläutern aber auch ihre Gründe dafür und beziehen die Kinder in Entscheidungen mit ein. Gleichzeitig gewähren sie ihren Kindern innerhalb dieser Grenzen Autonomie und unterstützen ihre Bedürfnisse, wodurch ein hohes Maß an Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und ein starkes Selbstwertgefühl gefördert werden.
Kennzeichen des autoritativen Erziehungsstils:
Hohe Kontrolle und klare Regeln: Es gibt deutliche Normen und Grenzen, die Eltern konsequent durchsetzen.
Hohe Wärme und Unterstützung: Eltern sind liebevoll, aufmerksam und reagieren auf die Sorgen und Bedürfnisse ihrer Kinder.
Begründete Entscheidungen: Erklären der Gründe für Regeln und Entscheidungen, damit das Kind sie versteht.
Einbeziehung und Autonomie: Kindern wird innerhalb der Grenzen die Möglichkeit gegeben, eigene Entscheidungen zu treffen und ihre Meinung zu äußern.
Gegenseitiger Respekt: Die Perspektive des Kindes wird berücksichtigt und respektiert.
Vorteile des autoritativen Erziehungsstils:
Gute soziale Kompetenzen: Kinder entwickeln ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und Kommunikationsfähigkeit.
Gesundes Selbstwertgefühl: Die enge und vertrauensvolle Beziehung zu den Eltern fördert ein starkes Selbstwertgefühl.
Starkes Selbstbewusstsein: Kinder lernen, ihre eigenen Fähigkeiten einzuschätzen und entfalten ein Bedürfnis nach Selbstständigkeit.
Psychische Widerstandsfähigkeit: Kinder entwickeln die Fähigkeit, Schwierigkeiten zu ertragen und daraus zu lernen (Resilienz).
Es sind drei Erziehungsstile beschreiben (gerne nochmal lesen): ein warmherziger Stil (Zuwendung, Verständnis, emotionale Unterstützung), ein konsequent-autoritativer Stil (klare Regeln, Vorhersehbarkeit) und einem feindselig-autoritärer Stil, der durch Strafen, Anschreien und Überkontrolle gekennzeichnet ist.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Es ist mir noch immer ein Rätsel, weshalb der autoritative Stil ohne liebevolle Zuwendung dargestellt wird, eher steril. Und das, obwohl Nanu gerade sehr gut beschrieben hat, was der autoritative Stil gerade im emotionalen Bereich alles kann, was nur möglich ist durch hohes Einfühlungsvermögen und viel Herzenswärme.
Sie stellen es dar, als wäre nur der „antiautoritäre“ Stil warmherzig, einfühlsam, verständnisvoll und zuwendend, wo doch genau diese Attribute im autoritativen Stil eine tragende Rolle spielen, dann allerdings zusammen mit klaren Regeln und Vorhersehbarkeit.
Ein wertvolles Upgrade sozusagen.
Ja, das hat mich auch sehr gestört.
Und zu was führt dann Überbehütung?
Wahrscheinlich zu ähnlichen Ergebnissen…
Im Artikel wird ein nicht näher bezeichneter Stil als warmherzig, zugewandt, emotional unterstützend und verständnisvoll dargestellt in Abgrenzung zum konsequent -autoritativen Stil mit klaren Regeln und Vorhersehbarkeit. Ich vermute, der warmherzig beschriebene Stil ist eher Laissez-faire in mehr oder weniger starker Ausprägung.
Ich bin davon überzeugt, dass der autoritative Stil von großer Warmherzigkeit geprägt sein kann. Man kann mit warmem, mitfühlendem Herzen erkennen, wenn das Kind Verhaltensweisen zeigt, die stören und mit denen man es nicht aufwachsen lassen möchte, weil es damit überall anecken und sich damit unfreiwillig isolieren würde. Man möchte sich auch selbst nicht unnötig über die Verhaltensweise des Kindes ärgern.
Die Warmherzigkeit wird einen gerade dahin führen, eine liebevolle Lösung für das Kind trotz der Konsequenz des Verbotes einer bestimmten Handlung zu finden. So können Grenzen aufgezeigt werden, die so lange gelten, wie sie notwendig sind, unabhängig von Emotionen. Das gibt Orientierung und Sicherheit, die das Kind und seine Beziehungen schützen.
Das Kind wird in seinem Frust über ein notwendiges Nein liebevoll aufgefangen, in seiner Emotion verstanden und falls möglich zu einer tauglicheren Möglichkeit geführt, durch die es die verbotene Handlung sinnvoll ersetzen kann.
Im autoritativen Stil wird weder die Emotion noch das Kind selbst abgewertet, ausgelacht oder nachgeäfft. Respektvoller und achtsamer Umgang lassen sich in diesem Stil am ehesten vermitteln und leben.
Mich wundert immer wieder, wenn Laisser-faire mit warmherzig, jeder Stil, der auch nur den Hauch von Regeln und Disziplin in sich trägt,eher als kühl bewertet wird. Ohne Disziplin, Respekt und Regeln sind Beziehungen nur schwer möglich. Wer reife Menschen erziehen möchte, muss frühzeitig mit Regeln und Warmherzigkeit fördern.
Ich selbst empfinde den autoritativen Stil als sehr kreativ und wertschöpfend. Er kommt bei den U3 Kindern gut an, weil sie es lieben, wenn sie etwas gelernt und begriffen haben. Sie werden viel sicherer im freien Spiel, weil sie die Regeln kennen und stundenlang in dem großen Raum der vielen erlaubten Möglichkeiten spielen können, ohne ermahnt zu werden. Das ergibt eine lockere, entspannte Atmosphäre und alle fühlen sich wohl.
Sie gewöhnen sich auch an, nach Regeln zu fragen, was von vornherein zu geklärten Situationen führt. Regeln sind für sie selbstverständlich und führen nur noch bei Müdigkeit und Überreizung zu Wutanfällen. Da man sich dann als Erstes um die Müdigkeit und die Überreizung kümmert durch Ruhe und Pause, muss man gar nicht auf das Verhalten eingehen.
Selbstverständlich wird man auch im autoritativen Stil gelegentlich Laisser-faire anwenden ebenso wie autoritäre Ansätze, beispielsweise in gefährlichen Situationen. Beides wird man zeitnah dem Kind ohne große Worte erklären, so dass es die Ausnahme einordnen kann.
Bei dauerhaftem, warmherzigem Laissez-faire ohne Grenzen, bei dem das Kind alles tun darf und sich in der elterlichen Liebe dabei zurecht geborgen fühlt, besteht die Gefahr, dass es Schwierigkeiten hat, sich in Kita und Schule zurechtzufinden. Ich glaube, die U3 Jahre sind dafür maßgeblich, dass das Kind mit den Regeln draußen in der Welt zurechtkommt und es ist schwierig und für das Kind mit negativen Erlebnissen verbunden, wenn die fehlende rechtzeitige Annahme von Regeln und Grenzen später nachgeholt werden muss.
Ich sehe auch oft, wie Laissez-faire plötzlich in Autoritär umschlägt, wenn Eltern von ihrem eigenen Laissez-faire und ihrem entsprechenden Kind überfordert sind und dann schreien, extrem streng werden, mit Konsequenzen drohen, die sie niemals einhalten würden und ihr Kind bestrafen.
Ich glaube, Laissez-faire ist oft kein bewusst gewählter Erziehungsstil, sondern eine zunächst als einfach empfundene Form, um irgendwie mit Familie durchs Leben zu kommen, mit Autoritär als Notbremse, wenn alles über den Kopf wächst.
Ich kenne aber auch viele Laisser-faire- Familien, die niemals autoritär werden, auch wenn ihre Kinder völlig außer Rand und Band geraten und dann immer noch sagen „es sind halt Kinder“, obwohl ein Eingreifen dringend nötig wäre. Diese Eltern reagieren auch sehr abweisend, wenn „das Dorf“ das Kind zurechtweist.
Ich konnte meine U3 Tageskinder im liebevollen, autoritativen Stil begleiten und fördern und erlebe, dass diejenigen, die zu Hause genauso gefördert wurden, heute zufrieden und schulisch erfolgreich sind, während es die Kinder aus den ebenfalls liebevollen Laissez-faire- Familien eher schwer haben. Sie ecken an, fühlen sich nicht willkommen und brauchen viel Kompensation zu Hause für die als herausfordernd und anstrengend empfundenen Zeiten in der Schule.
Vermutlich sind einige auffällige Kinder in der Schule ohne feste Regeln aufgewachsen und wurden gleichzeitig sehr geliebt, so dass sie sich selbst in der Schule nun extrem verunsichert erleben und deshalb besonders wild sind, so wie ich das bei U3 schon erlebt habe.
Der frühkindlichen Entwicklung wäre meiner Meinung nach sehr geholfen, wenn klare Regeln und Vorhersehbarkeit mit Kreativität und Liebe von Anfang an in der öffentlichen Wahrnehmung verbunden würden, so dass der autoritative Stil zum normalen Erziehungsstil in warmherziger Form werden könnte.
Ja, so!
Zu viel Text. Hab nur bis zur Hälfte gelesen… Ich will nur hinzufügen. Oft werden autoritär und autoritativ verwechselt bzw. gleichgesetzt und gegeißelt wurde im Artikel auch nur die “übertrieben autoritäre Erziehung”. Das ist noch mal mehr als nur autoritär!
Keine Zeit, oder was? Gerade die ausführlichen Texte sind doch aussagekräftig…..Schade, dass Sie das bemängeln
Die taz schrieb zum autoritären Erziehungsstil etwas, das vielleicht unpopulär ist:
https://taz.de/Das-Fleisch-ist-deins/!824144/
Ich zitiere das nur und stelle es zur Diskussion. Man unterscheidet z.B. autoritative und autoritäre Erziehung, es heißt, die erste sei gut, die zweite schlecht. Offenbar gibt es auch den Begriff “dysfunktionaler Erziehungsstil” für einen, der einfach aus der Zeit gefallen ist. Schließlich entwickelt sich alles weiter, insofern sind veraltete Traditionen problematisch. Fragt sich noch, wer an Traditionen hängt und warum.
Es stimmt: “Bei dauerhaftem, warmherzigem Laissez-faire ohne Grenzen, bei dem das Kind alles tun darf und sich in der elterlichen Liebe dabei zurecht geborgen fühlt, besteht die Gefahr, dass es Schwierigkeiten hat, sich in Kita und Schule zurechtzufinden.”
Ich bezweifle allerdings, dass ein dauerhaftes Laissez-faire warmherzig ist und liebevolle Geborgenheit schenkt. Es zeugt doch eher von bequemer Gleichgültigkeit als Zuneigung zum Kind.
Ich halte dauerhaftes Laisser-faire für schädlich für die Kinder und von daher als Stil nicht für warmherzig.
Die Eltern, die diesen Stil anwenden, sind allerdings häufig sehr warmherzig. Sie können nur nicht konsequent erziehen und das mit ihrer Warmherzigkeit verbinden. Sehr häufig verzweifeln sie am Chaos und haben das (zurecht) das Gefühl, dass ihr Kind die Familie bestimmt und sie nichts mehr zu sagen haben. Da fallen Sätze wie „ich darf keinen Haushalt machen, so lange xy wach ist. Da ist sonst nur Geschrei. Ich muss die ganze Zeit mit xy spielen und kann erst etwas anderes machen, wenn xy schläft“.
Ich empfinde es als sehr wertvoll und wichtig, diese Eltern zu erreichen und ihnen Kurse anzubieten, in denen sie spüren, dass sich das bisherige Chaos in ihren Familien auflöst, wenn sie ihre Kinder so liebevoll wie bisher, aber konsequenter und mit klaren Regeln erziehen. Der Grund für diesen Stil ist nicht Kontrolle, sondern mehr Harmonie, Gelassenheit, gegenseitiger Respekt und Freude. Ich möchte, dass sich Familien auf einer stabilen Basis wohlfühlen und gemeinsam
entwickeln.
Das völlige Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse als Eltern ist auch sehr ungesund und macht auf Dauer sehr unzufrieden…..und was es mit den Kindern macht, kann man sehr schön jeden Tag in der Schule sehen, wo Kinder plötzlich realisieren, dass sie nicht die Sonne sind, um die alles kreist…..
Warum die Autoren jetzt gemäß der Überschrift eine autoritäre Erziehung automatisch mit diesem feindseligen anstatt dem konsequenten Typ gleichsetzen erschließt sich mir nicht.
Die Überschrift suggeriert, dass jede Form von autoritärer Erziehung und nicht nur übermäßige zu Problemen führt.
In meinen Augen ist die Überschrift daher falsch und verzerrt die Ergebnisse.
“Autoritärer Erziehungsstil – ein Erziehungsstil, bei dem die Eltern hohe Anforderungen stellen, aber wenig auf die Kinder eingehen. Autoritäre Eltern reagieren nicht auf die Bedürfnisse ihrer Kinder und neigen dazu, ihre Anforderungen durch die Ausübung elterlicher Gewalt und den Einsatz von Drohungen und Strafen durchzusetzen. Sie orientieren sich an Gehorsam und Autorität und erwarten, dass sich ihre Kinder ihren Anforderungen ohne Wenn und Aber, ohne Fragen und Erklärungen fügen.” Quelle: https://www.lehrbuch-psychologie.springernature.com/glossar/autorit%C3%A4rer-erziehungsstil-3
Das ist der in der Studie als “feindselig-autoritär” beschriebene.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ok, ich muss gestehen, dass mit nicht klar war, dass es noch einen autoritativen Erziehungsstil gibt. Ich dachte das autoritär würde sich lediglich auf eine Hirarchie und klare Regeln beziehen. Dem ist offenbar nicht so. Wieder was gelernt.
Autoritär ist nicht Autoritativ.
Schade, dass die beiden Ausdrücke vom Wort her so nahe beieinander liegen. Darunter leidet die Attraktivität des autoritativen Stils.
Worauf gründet sich die Aussage, dass viele Eltern (wie viele denn?) glauben, strenge Regeln und Disziplin Kinder zu verantwortungsvollen Mitmenschen erziehen? Gibt es dafür Belege? Ich würde eher sagen, “viele” Eltern glauben, dass Regeln und die Einhaltung dieser Regeln für das menschliche Miteinander fundamental sind, damit eben nicht das Recht des Stärkeren regiert. Ist das falsch?
Entgegen dem Schrei nach “Kinder brauchen Grenzen” zeigt die beschriebene wie viele andere Studien auch, eine falsch verstandene und gelebte Autorität kann Kinder zutiefst verletzten mit gravierenden Folgen. Zuviel Nachgiebigkeit oder die Unfähigkeit eigene Grenzen zu setzen, ist sicher auch nicht gerade hilfreich. Doch unterm Strich führt das nicht-gekonnte autoritäre Grenzen ziehen zu größerem Schaden. Ich heiße weder das eine, noch das andere für gut, nur finde ich wichtig, dass es ist die fehlgeleitete Autorität ist, die die psychische Gesundheit der Kinder nicht nur gefährdet, sondern sie häufig zerstört.
Wir brauchen eine Diskussion darüber, wie eine gute Autorität funktioniert! Und da helfen Platitüden wie “Kinder brauchen Grenzen” nicht…
Da ist das Erziehungskonzept „die neue Autorität“ wahrscheinlich hilfreich….. https://www.google.com/search?q=die+enue+autorit%C3%A4t&rlz=1C9BKJA_enDE1075DE1075&hl=de&sourceid=chrome-mobile&ie=UTF-8#ebo=0
Wer kommt auf so ein Blödsinn??
Sind alle psychisch krank die vor 30 oder 40 Jahren groß geworden sind. Antiautoritäre Erziehung hat genau das gefördert was jetzt als Problem gesehen wird. Die Zahlen für Hyperaktiv Kinder ist in die Höhe geschnellt, Eltern haben ihre Kinder mit Drogen voll gestopft weil sie nicht sitzen bleiben können. Nicht gehorchen wurde als Symptom für Hyperaktivität benutzt. Leute wenn ich weichere erziehe muß ich mich nicht wundern wenn ein Kind gemobbt wird. Ein Kind braucht Regeln und klare Strukturen, ich muß mit meinen Kind nicht diskutieren warum etwas verboten ist, es sollte reichen wenn ich nein sage.
“Sind alle psychisch krank die vor 30 oder 40 Jahren groß geworden sind?”
Nein, aber viele: “Bundesweit erfüllt mehr als jeder vierte Erwachsene im Zeitraum eines Jahres die Kriterien einer psychischen Erkrankung. Zu den häufigsten Krankheitsbildern zählen Angststörungen, Depressionen und Störungen durch Alkohol- oder Medikamentengebrauch. Für die knapp 18 Millionen Betroffenen und ihre Angehörigen ist eine psychische Erkrankung mit massivem Leid verbunden und führt oft zu schwerwiegenden Einschränkungen im sozialen und beruflichen Leben.” Quelle: https://www.dgppn.de/schwerpunkte/zahlenundfakten.html
“Ich muß mit meinen Kind nicht diskutieren warum etwas verboten ist, es sollte reichen wenn ich nein sage” – ist übrigens völlig bekloppt. Sie verwechseln Kindererziehung mit Hundedressur.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Aber warum nehmen dann psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen seit Jahren zu? Der autoritäre Erziehungsstil in Schulen und Familien ist doch seit Jahren auf dem Rückzug (seit 1968 die antiautoritäre Erziehung propagiert wurde).
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2022/PD22_32_p002.html
Wer sagt denn, dass das die einzige Ursache ist?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“Psychische Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland stabilisieren sich auf einem hohen Niveau. Nach Anstiegen seit der Corona-Pandemie gab es 2022 im Vergleich zu 2021 leichte Rückgänge in den ambulanten und stationären Behandlungszahlen. Trotzdem ist die Inanspruchnahme bei jugendlichen Mädchen immer noch höher als vor der Corona-Pandemie. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse des Kinder- und Jugendreports der DAK-Gesundheit. Die Daten zeigen, dass weiterhin jugendliche Mädchen am stärksten von Depressionen, Angststörungen und Essstörungen betroffen sind. Vor allem Mädchen aus besser gestellten Familien sind häufiger in Behandlung als Teenager aus sozial schwächeren Schichten.” Psychische Erkrankungen bei Jugendlichen bleiben auf hohem Niveau
COPSY-Studie: Jungen Menschen geht es weiter schlechter als vor Pandemie | tagesschau.de
Zahl der Krankenhausbehandlungen wegen Depression 2023 gegenüber Vorjahr um 3,6 % gestiegen – Statistisches Bundesamt
… jetzt müsste man durch eine Studie feststellen, welcher Erziehungsstil in den Familien dieser Jugendlichen gelebt wird.
Valide erfasste Risikofaktoren zu den einzelnen kindbezogenen psychischen Krankheitsbildern, die mit medizinwissenschaftlichen fundierten Untersuchungen erfasst wurden, wie großen Studien, die habe ich doch weiter unten dargestellt als Auszug aus jeweils gekennzeichneten Quellen.
Meine Augen könnten Ihren Beitrag genauso gut lesen, wenn er nicht von vorne bis hinten fett gedruckt wäre. Dass jemand mal ein Wort oder einen Satz hervorhebt, um die Wichtigkeit zu betonen, kann ich verstehen. Aber einen ganzen Kommentar?
Mich interessiert, warum Sie das machen und bitte um eine Erklärung.
Das sind Kopien aus dem Link der DAK. Deshalb ist der kopierte Schriftteil auch in Anführungsstrichen gesetzt, wegen der Urheberschaft.
Nicht die einzige, aber eine ganz wesentliche. Wenn ein antiautoritärer Erziehungsstil, der die heutige Zeit kennzeichnet, psychische Erkrankungen in großem Stil fördert, kann man die Tatsache doch nicht auf den Kopf stellen und per dicker, fetter Überschrift behaupten: “Autoritäre Erziehung erhöht das Risiko für psychische Erkrankungen bei Kindern enorm”.
“Wenn ein antiautoritärer Erziehungsstil, der die heutige Zeit kennzeichnet, psychische Erkrankungen in großem Stil fördert” – wie kommen Sie darauf? Das sind zwei zu belegende Behauptungen. Die Studie, über die wir hier berichten, sagt schon mal etwas anderes.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Es leitet sich aber keine psychische Erkrankung der Kinder, siehe den obigen Hauptbeitrag und die zusätzlich von mir eingestellten Quellen weiter unten, aus antiautoritären Erziehungsstilen ab.
“Kinder, die in einem stark autoritären Umfeld aufwuchsen, hatten ein 1,47-fach höheres Risiko, in die Hochrisikogruppe zu fallen – und ein 1,57-fach erhöhtes Risiko, in die mittlere Risikogruppe zu gehören. Wörtlich heißt es in der Studie: „Feindseliger Erziehungsstil war ein wesentlicher Prädiktor für die Zugehörigkeit zur Hochrisiko-Klasse sowie zur mittleren Risikoklasse.“
Aber das ist doch hier das Thema…..der Erziehungsstil führt zur psychischen (Un-) Gesundheit….doch nicht??
Es gibt ja auch noch die Schule – und die Frage, wie von Kindern die Beziehungsqualität dort wahrgenommen wird.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ach, jetzt Schule? Wir machen zweimal im Jahr eine Edkimo Abfrage zum Schul-, zum Klassen- und zum Unterrichtsklima, werten diese aus und evaluieren und passen auf dieser Grundlage unser Erziehungskonzept an…..wir sind uptodate…..ganz sicher ……
Dann schauen Sie sich gerne die zahllosen Leser*innen-Briefe hier an, in denen Lehrkräfte über ihre schlechten Arbeitsbedingungen klagen. Wie soll das zusammengehen? Enge Beziehungsarbeit hier – völlige Überlastung dort… Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/09/studie-zeigt-lehrkraefte-schuften-weit-ueber-die-grenze-dazu-kommt-digitaler-stress-burnout-risiko-steigt-dramatisch/
Schön, wenn Sie an Ihrer Schule Lehrkräftemangel, entgrenzte Arbeitszeit, Burnout, wovon zahlreiche Studien zum Schuldienst berichten, nicht existieren. Das Schulsystem, haben wir schon öfter mal festgestellt, besteht aber nicht nur aus Ihrer Schule.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Sie switchen von einem Thema zu nächsten….was soll das?
Natürlich kostet es Kraft und Mühe alle lohnenswerte Konzepte aufrecht zu erhalten.
Auch in Zeiten von Lehrermangel (ja, wir sind auch betroffen) erhalten wir das aufrecht. Mehr noch, wir fügen einen offenen Anfang hinzu, ein Lernstudio und soziales Lernen in jeder Klasse wöchentlich……das ist viel Arbeit, aber es lohnt sich, weil es auf der anderen Seite (Beziehung zu den Kindern) sehr entlastet.
Wir tun das, weil es nötig ist, weil wir einen Sinn darin sehen, weil es den Kindern gut tut, weil es uns, wenn es funktioniert, entlastet.
Tun wir nicht. Wir antworten auf Ihre Frage (“Ach, jetzt Schule?”). Ja, mitunter auch Schule.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich jammere auch dann und wann https://www.news4teachers.de/2025/09/gew-schulleitungsstudie-keine-zeit-fuer-pausen-und-krank-zur-arbeit/#comments
Es ist ein knallharter Job, mehr noch, wenn man einer Schule arbeitet, die keine progressive Schulentwicklung betreibt …..da kann ich viele Kollegen verstehen, die quiet quitting betreiben…..
Unsere Kinder fühlen sich überwiegend in der Schule sehr wohl, haben bei Problemen einen Ansprechpartner, finden ihre Klassenkameraden oft zu laut, fühlen sich demokratisch eingebunden, trauen sich Probleme anzusprechen, haben Freunde, kennen die Schulregeln, bemängeln, dass sich viele trotzdem nicht dran halten,……
Sagen Sie das mal nicht zu laut hier – wir bekommen jedes Positiv-Beispiel um die Ohren gehauen. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/10/neubau-jenaplanschule-weimar-das-ist-jetzt-nicht-nur-unsere-schule-das-ist-unsere-idee-vom-lernen/
Aber im Ernst: Wir halten es für durchaus plausibel, wenn die alles in allem schlechte Stimmung im Schulsystem auf die Schülerinnen und Schüler durchschlägt. Und natürlich ist die Schule autoritär, wenn sie keine warmherzige Beziehung anbietet (und wird auch so empfunden). Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/08/wir-brauchen-keine-scheinbeteiligung-schuelervertreter-prangern-fehlende-mitwirkung-bei-den-wirklich-wichtigen-entscheidungen-der-schule-an/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich unterstütze, was Sie und Fräulein Rottenmeier sagen. Da ich aus der Frühkindlichen Förderung U3 heraus berichte, muss ich sagen, dass Schulen die Kinder so aufnehmen, wie sie bis dahin erzogen wurden und das ist häufig eine für die Schule nicht taugliche Basis. In Fräulein Rottenmeiers Schule klappt das besser, in anderen weniger gut.
Der autoritative Erziehungsstil unterstützt in jeder Hinsicht die kognitive und emotionale Schulfähigkeit. Bitte stellen Sie diesen häufiger vor und dann als das was er ist: respektvoll und warmherzig, Regeln und Verlässlichkeit.
Nur die Regeln stammen aus dem Autoritären, die Umsetzung ist respektvoll, liebevoll, kreativ und für alle zutiefst befriedigend.
Dann würden Schul- und Klassenregeln respektiert, Reinbrüllen und wildes Durcheinanderreden wären selten und es gäbe eine wirklich gute Atmosphäre an den Schulen von Anfang an.
Wir haben in jeder Klasse wöchentlich einen Klassenrat, einmal im Monat einen Schülerrat, wir haben verbindliche Schulregeln für alle, wir haben jeden Morgen einen sprachsensiblen Morgenkreis, wir haben einen Kummerkasten, wir haben eine pädagogische Insel, wir haben Sprechstunden für alle Kinder, …..ich glaube, wir sind extrem gut in Beziehungsarbeit!
Glauben wir Ihnen unbesehen. Wir wissen aber: Andere Schulen sind das nicht. Herzliche Grüße Die Redaktion
Deswegen schreibe ich hier…..auch wenn es um Schulbauten geht, auch wenn es um innovative Konzepte geht, auch wenn es um grenzwertige Arbeitszeiten geht, auch wenn es um SL geht, die ihre Kollegen nicht sehen….
Ich schreibe hier, um Probleme in den Blick zu nehmen vielleicht auch zu zeigen, dass es Lösungen gibt…..
Darüber freuen wir uns. Hin und wieder aber bitte mal den Gedanken zulassen, dass die Schilderung von Problemen – unsere journalistische Aufgabe – keine Angriffe auf Ihre Arbeit sind. Dass es nämlich durchaus sein kann, dass an Ihrer Schule manches besser läuft als an anderen. Und dass es systemische Probleme gibt, an denen eine einzelne Schule allein nichts ändern kann. Herzliche Grüße Die Redaktion
Mag sein, nein, ich weiß das….und finde es so schade, weil es langfristig die Kollegn entlasten würde…..denn das bezwecken wir als SL-Team…..Entlastung…..
Fragen Sie doch mal deren Schulleitungen. Ich denke, die würden das auch etwas anders darstellen.
Ich finde die Diskrepanz zwischen dem, wie sich Schulen über die Schulleitungen oft nach außen darstellen (“Bei uns läuft alles gut”) und wie die dort arbeitenden Lehrkräfte das dann tatsächlich sehen, immer sehr spannend.
dto
Bei der autoritären Erziehung ist nicht nur das Eltern-Kind-Verhältnis gestört, auch die Psyche des Kindes selber kann erheblichen Schaden nehmen, was sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzt.
Die Gefühle der Kinder und deren Ansichten sowie Bedürfnisse werden denen der Eltern untergeordnet. Nicht selten geht eine autoritäre Erziehung auch mit körperlicher Züchtigung, z.B. Schläge oder sehr lange an einer Wand stehen, z.B. Vietnam , einher. Deshalb wird dieser Stil meistens als nicht besonders förderlich für die Entwicklung der Kleinsten unserer Gesellschaft angesehen.
Folgen des autoritären Erziehungsstil:”Eine der zentralen Folgen des autoritären Erziehungsstiles ist es, dass die Kinder kaum ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln können. Dadurch, dass den Kindern durch die Eltern strenge und starre Regeln vorgesetzt werden, denen sie folgen müssen ohne sie zu hinterfragen oder die eigene Meinung äußern zu können, haben sie auch wenig Möglichkeit und Raum sich zu entwickeln. Dadurch wird es ihnen schwer gemacht, eigene Erfahrungen zu sammeln und eine eigene Persönlichkeit auszubilden. Das wirkt sich wiederrum negativ auf das Selbstwertgefühl der Kinder aus, welches sich nicht positiv entwickeln kann.
Dieses geringe Selbstwertgefühl kann sich in verschiedenen Verhaltensweisen ausdrücken. Entweder kann es sein, dass die Kinder auch im Erwachsenenalter und im Zusammensein mit anderen eine unterwürfige Rolle einnehmen und auf die Anweisungen von anderen angewiesen sind. Sie können also wenig selbständig sein und sich zurückziehen. Andererseits kann es sich auch darin äußern, dass die Kinder, auch im Erwachsenenalter, aggressiv und gereizt dominant aggressiv mit anderen umgehen und sich schlecht unterortnen können oder wollen. Die soziale Kompetenz kann demnach ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden.
Die oftmals fehlende emotionale Unterstützung und Zuwendung, ebenso wie die bereits genannten Aspekte, können sich sogar soweit auswirken, dass das Kind im späteren Leben eine psychische Störung entwickelt. Häufig in diesem Zusammenhang genannt werden Zwangsstörungen, sadistische oder paranoide Verhaltensweisen. Auch ein erhöhtes Suizidrisiko und häufigere Essstörungen werden genannt.”
aus der Quelle: https://www.profiling-institut.de/der-autoritaere-erziehungsstil/
Warum schreiben Sie mir das? Worauf nehmen Sie Bezug?
Der Beitrag galt gar nicht Ihnen sondern “Feli” und “Schulze”.
Psychische Erkrankungen stabilisieren sich nach der Covid-19 Pandemie auf einem gleichbleibend hohen Niveau.
Die Ursachen für eine psychische Erkrankung, hier die Magersucht, finden sich im Link oder daraus kopiert.
“1.Biologische Faktoren für MagersuchtErbliche Faktoren spielen laut Forschungserkenntnissen bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung einer Magersucht eine größere Rolle als bisher angenommen. In einer mit Ess-Störungen belasteten Familie ist das Risiko, an einer Magersucht, Bulimia nervoa, zu erkranken, erhöht. Auch depressive Erkrankungen und Zwangsstörungen treten in den betroffenen Familien vermehrt auf. Bekannt ist, dass Verwandte 1. Grades von Patienten, die an Anorexia nervosa erkrankt sind, ein 10-fach erhöhtes Erkrankungsrisiko gegenüber der Normalbevölkerung haben. Störungen des serotonergen Systems und des Dopaminsystems können beispielsweise einen ungünstigen Einfluss auf die Stimmungslage und Befindlichkeit (Ängstlichkeit, Zwanghaftigkeit, Gehemmtheit), die Impulskontrolle der Betroffenen sowie auf deren Appetitverhalten nehmen. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass einzelne Fehlfunktionen des Neurotransmittersystems die Entwicklung einer Essstörung insgesamt erklären.
2.PersönlichkeitsmerkmaleVerschiedene individuelle Merkmale bzw. Temperamentseigenschaften wie ängstliche und zwanghafte Züge sowie die Neigung zu Perfektionismus stellen Risikofaktoren dar. Dementsprechend haben Untersuchungen gezeigt, dass Betroffene in ihrer Flexibilität eingeschränkt sind.
3.Einflüsse und Ereignisse während der Pubertät bzw. der AdoleszenzVerschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass die Veränderung von Körperbild und Essverhalten u.a. als Reaktion auf pubertäre Veränderungen angesehen werden kann.
4.Familiäre FaktorenAls generelles Risiko wird eine Häufung von familiären Konflikten gesehen. Rückblickende Untersuchungen haben gezeigt, dass frühkindliche Fütterungsprobleme und eine depressive Erkrankung der Mutter als mögliche Risikofaktoren gesehen werden können.
5.Gesellschaftliche EinflüsseDie Magersucht ist eine Erkrankung, die offenbar kulturunabhängig auftritt, wobei die Krankheitshäufigkeit in den westlichen Industrienationen größer ist als in nicht-industrialisierten Ländern. Der hohe Stellenwert des Schlankseins in westlichen Kulturen trägt vermutlich dazu bei, dass betroffene Jugendliche versuchen, Gefühle von Wertlosigkeit durch Schlankheit zu kompensieren. Untersuchungen deuten darauf hin, dass auch in den östlichen industrialisierten Regionen Essstörungen in vergleichbarer Häufigkeit, wie in westlichen Industrienationen vorkommen.
6.Diabetes mellitus Typ 1Jüngere Untersuchen haben gezeigt, dass der juvenile Diabetes mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko für Essstörungen einhergeht. Betroffene weisen überzufällig häufig ein gestörtes Essverhalten auf. Als mögliche Ursache hierfür diskutieren Experten, dass die ständige Kontrolle des Blutzuckerspiegels, das Auseinandersetzen mit Nahrungsmitteln, Gewicht und körperlicher Aktivität die Entwicklung einer Essstörung fördern kann. Magersucht (Anorexia nervosa) » Ursachen & Risikofaktoren »
Leichte depressive Verstimmungen bis hin zu schweren depressiven Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Im Vorschulalter sind ca. 1 % der Kinder und im Grundschulalter ca. 2 % betroffen. Aktuell erkranken etwa 3-10 % aller Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren an einer Depression .Depression im Kindes- und Jugendalter – Stiftung Deutsche Depressionshilfe
Das Borderline-Syndrom ist eine Persönlichkeitsstörung, die sich vor allem in einer emotionalen Instabilität zeigt. Eben diese weckt in vielen Kindern den Drang sich selbst Schmerzen zuzufügen, um dem inneren, emotionalen Druck ein Ventil zu geben. Die ersten Symptome treten häufig wie erwähnt in der Pubertät auf, können aber auch schon im Kindesalter beginnen. (hier zur Pubertät bei Mädchen & Jungen) Der Name dieser Krankheit stammt aus einer Zeit, als die Störung noch für die Grenze (engl.: Borderline) zwischen einer Neurose und einer Psychose gehalten wurde. Symptome einer Borderline-Störung
Borderline bei Kindern und Jugendlichen – Anzeichen und mehr
ADHS
ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Die Kernsymptome sind Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Diese Verhaltensweisen sind in einem gewissen Maße bei allen Kindern normal, doch bei ADHS treten sie in einem Ausmaß auf, das das tägliche Leben erheblich beeinträchtigt.
Hauptformen ADHS
ADHS bei Kindern: Frühzeitige Diagnose und Therapie
Sehr gute Aufzählung. Mir fehlt hier nur noch folgendes Persönlichkeitsmerkmal, was viele LuL noch nicht so richtig auf dem Zettel zu haben scheinen, obwohl es sich auch um eine Neurodiversität handelt, die viele Menschen haben: Hochsensibilität.
Der Begriff Hochsensibilität beschreibt eine Persönlichkeitseigenschaft, bei der Menschen Reize intensiver und differenzierter wahrnehmen als andere. Hohe Sensibilität betrifft etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung – laut aktuellen Studien möglicherweise sogar bis zu 30 Prozent aller Menschen. Die Wahrnehmung von Reizen erfolgt bei hochsensiblen Menschen durch einen „Filter im Kopf“, der weniger selektiv arbeitet. Dieser weniger gefilterte Input führt zu einer intensiveren Verarbeitung sowohl äußerer als auch innerer Reize – wie Geräusche, Geruch, grelles Licht, Emotionen oder soziale Stimmungen. Viele Menschen sind hochsensibel, ohne dies zu wissen, und erleben ihren Alltag dadurch als anstrengend oder herausfordernd.https://www.praxis-psychologie-berlin.de/wikiblog/articles/hochsensibilitaet-leben-mit-intensiven-wahrnehmungen-und-herausforderungen
Das hat für diese Kinder arge Folgen in der Schule. Sich auf den LuL zu konzentrieren verlangt unheimlich viel Konzentration und ist für viele unmöglich. Pausen stressen noch mehr.
Dadurch kommen viele dieser Kids vollkommen erschöpft nach der Schule nach Hause.
Hinweise für Schule:
Hochsensible Kinder und Jugendliche zeichnen sich durch Kreativität, Reflexionsfähigkeit und Empathie aus, sind jedoch schneller überfordert und gestresst. Daher sollten Lehrkräfte im Sinne des Diversity Management den Unterricht an diese Stärken und Schwächen hochsensibler Lernender anpassen.https://de.wikipedia.org/wiki/Hochsensibilit%C3%A4t
Es wäre schön, wenn LuL sich etwas informieren. Oder wenn Schule Ruheräume hätten.
Das ist ein guter Beitrag, danke dafür.
Vielen Dank. Ihrer zuvor auch – war eine gute Vorlage – Danke dafür 😉
Und, um auch mal den Bogen zum eigentlichen Thema zu schlagen, halte ich den autoritatven Erziehungsstil für sehr geeignet. Gerade Wärme, Nähe, Verständnis und Respekt gepaart mit klar begründetem Regelwerk gibt Hochsensiblen Halt, Struktur, aber auch das Gefühlt gesehen und unterstützt zu werden – meine Meinung.
Reicht offensichtlich nicht . Sind Sie “so” erzogen worden ?
Wahrscheinlich.
Also für ein ausgesprochenes Verbot sollte schon eine nachvollziehbare Begründung da sein und nicht so etwas weil “weil ich das nicht will”, “das hat Dich nicht zu interessieren” oder “weil das eben so ist”. Ein begründetes Verbot sollte dann auch durchgesetzt werden. Auf der anderen Seite testet einen der Nachwuchs auch aus. Von den Eltern her gesehen ist diese Reaktion sehr viel komplexer als im Zweifel ein klares Nein ggf. ohne triftige Gründe mit kompromissloser Durchsetzung des Verbotes. Aber auch das wird irgendwann zu Reaktionen führen, die Eltern partout nicht wollen. Es gibt kein Patentrezept wie man ideal darauf reagiert. Klare Strukturen finde ich auch wichtig, aber auch Anerkennung des Kindes von den Eltern.
Die Ursachen für psychische Erkrankungen sind im Einzelnen weiter unten aufgeführt. Eine antiautoritäre Erziehung wird bei keiner psychischen Erkrankung von Kinderpsychiatern genannt. Wenn Sie dies nicht glauben, so empfehle ich bei den AWMF-Leitlinien zu den jeweiligen Erkrankungen nachzuschauen.
Man, ist das Satire ? Weiter unten sind die negativen Auswirkungen eines autöritären Erziehungsstil auf die Persönlichkeitentwicklung der Kinder beschrieben, wie die Entwicklung von Zwangsstörungen z.B. ständiges Händewaschen, Kontrollieren ob Türen verschlossen sind, der Lichtschalter brennt . Es können folgen eine fehlende Selbstständigkeit, fehlende Gruppeneinbindung, weil die soziale Kompetenz nicht selbstständig entwickelt wurde und sich die Kinder als Erwachsene dann eben nur unterordnen können. Den Kindern fehlt die Fähigkeit eigene Interessen und Fähigkeiten an sich zu erkennnen und diese auszubilden und weiterzuentwickeln. Wir beneötigen aber keine Untertanen.