WIESBADEN. Der Lehrkräftemangel frisst sich immer tiefer ins System – und er greift längst nach dem Nachwuchs. Was früher als pädagogisch begleitete Praxisphase gedacht war, ist heute vielerorts knallharte Notfallversorgung: Lehramtsstudierende springen ein, übernehmen Unterricht, bewerten Leistungen, stellen Zeugnisse aus. Nicht am Ende ihrer Ausbildung, sondern oft schon in den ersten Semestern. Eine nun veröffentlichte Studie aus Hessen zeichnet ein Bild, das kaum noch beschönigt werden kann: Schulen halten den Betrieb zunehmend mit angehenden Lehrkräften aufrecht, die dafür weder ausreichend qualifiziert noch systematisch begleitet sind. Die GEW Hessen spricht offen von einem „Verheizen“ des Nachwuchses.

Die Autorinnen und Autoren von sechs Hochschulen sprechen von der „derzeit größten Untersuchung in Deutschland zur Erwerbstätigkeit von Lehramtsstudierenden insbesondere an Schulen“. Die sogenannte LABORA-HE-Studie (das Akronym steht für „Lehramtsstudierende in Arbeit und Beruf: Organisation, Ressourcen, Aufgaben – Hessen“) ist auf ein Bundesland – Hessen eben – bezogen, gibt aber einen Einblick in eine Situation, die auch für andere Bundesländer gelten dürfte.
Die Hälfte der befragten Lehramtsstudierenden arbeitet demnach bereits während des Studiums an Schulen. Und das betrifft längst nicht nur Studierende in fortgeschrittenen Semestern. Bereits im ersten Studienjahr ist ein Drittel der Studierenden an Schulen tätig. Selbst unter denen, die noch kein einziges reguläres Schulpraktikum absolviert haben, arbeiten 31 Prozent bereits im Unterrichtsbetrieb.
„Die Ergebnisse der Befragung im Rahmen der LABORA-HE-Studie bestätigen aus Sicht der GEW Hessen, was Lehrkräfte schon lange wahrnehmen: Lehramtsstudierende sind inzwischen im großen Stil an den Schulen tätig, um die Lücken notdürftig zu füllen, die der massive Lehrkräftemangel aufgerissen hat“, heißt es in der Stellungnahme der Gewerkschaft.
„Der Lehrkräftemangel an Grund-, Haupt-, Real- und Gesamtschulen ist offensichtlich so groß, dass hier besonders viele Studierende aus anderen Lehrämtern eingesetzt werden“
Besonders problematisch ist dabei, dass der Einsatz der Studierenden häufig weder fachlich noch schulformspezifisch zu ihrem Studium passt. Nur 58 Prozent der an Schulen arbeitenden Studierenden unterrichten überhaupt in einer Schulform, die ihrem Studiengang entspricht, und zugleich in mindestens einem Fach, das sie auch studieren. Knapp über 30 Prozent unterrichten zwar ein Fach, das sie studieren, tun dies aber an einer Schulform, für die sie gar nicht ausgebildet werden. Vier Prozent sind sowohl fach- als auch schulformfremd eingesetzt.
Thilo Hartmann, Vorsitzender der GEW Hessen, macht das an einem besonders sensiblen Punkt fest: „Der Lehrkräftemangel an Grund-, Haupt-, Real- und Gesamtschulen ist offensichtlich so groß, dass hier besonders viele Studierende aus anderen Lehrämtern eingesetzt werden. Doch wer sich zum Beispiel für das Lehramt für Gymnasien entschieden hat, lernt im Studium nichts über den Schriftspracherwerb oder Grundschulpädagogik, die man bei einem Einsatz als Vertretungskraft an einer Grundschule dringend benötigt.“
Die Studie selbst formuliert das Problem noch schärfer. „Die große Mehrheit der von den Studierenden unterrichteten Fächer – 24 von 26 abgefragten Fächern – wird mehrheitlich fachfremd unterrichtet.“ Lediglich in Deutsch und Mathematik studiert eine Mehrheit der Studierenden, die diese Fächer unterrichten, tatsächlich auch das jeweilige Fach. Für alle anderen Fächer gilt: Unterricht findet überwiegend durch Personen statt, die weder über das fachwissenschaftliche noch über das fachdidaktische Wissen verfügen, das eigentlich Voraussetzung wäre.
Besonders gravierend ist, dass diese Situation nicht nur fortgeschrittene Studierende betrifft. „Diese Problematik wird noch verstärkt dadurch, dass Studierende bereits in ihren frühen Studienphasen unterrichten und die genannten Wissensbestände, Kenntnisse und Kompetenzen daher selbst dann noch nicht aufgebaut sein können, wenn sie ein Fach unterrichten, das sie selbst studieren“, heißt es in der Studie. Die Autoren sprechen von einer Entwicklung, die bundesweit kritisch diskutiert wird – und die sich durch den Einsatz von Studierenden noch verschärft.
Doch es bleibt nicht beim fachfremden Unterricht. Lehramtsstudierende übernehmen Aufgaben, die bislang ausgebildeten Lehrkräften oder zumindest Lehrkräften im Vorbereitungsdienst vorbehalten waren. 90 Prozent der an Schulen tätigen Studierenden unterrichten eigenständig im Klassenverband. 60 Prozent entwickeln eigenes Unterrichtsmaterial. Mehr als die Hälfte übernimmt Aufsichten oder unterrichtet in Förder- und Kleingruppen. Und etwa ein Viertel ist in besonders sensiblen Bereichen tätig: bei der Notenvergabe, in Klassenleitungsfunktionen oder beim Ausstellen von Zeugnissen.
Schon im ersten Studienjahr bewerten 17 Prozent mündliche Leistungen, 14 Prozent benoten schriftliche Arbeiten, zehn Prozent stellen Zeugnisse aus. Im neunten oder zehnten Semester steigt dieser Anteil auf über 40 Prozent bei mündlichen Noten und fast 40 Prozent bei schriftlichen Leistungen. „Damit sind schon früh im Studium Studierende in Entscheidungsprozesse eingebunden, die eine klare fachliche, fachdidaktische und pädagogische Expertise erfordern, die zumindest formal zu diesem Zeitpunkt nicht vorliegt“, stellt die Studie fest.
Besonders problematisch: Fachfremd eingesetzte Studierende übernehmen diese Aufgaben überdurchschnittlich häufig. Die Vergabe mündlicher Noten erfolgt fast doppelt so häufig durch fachfremde Studierende wie durch solche mit passendem Einsatz. Auch Zeugnisse werden deutlich häufiger von Studierenden ausgestellt, deren Einsatz weder fachlich noch schulformspezifisch zu ihrem Studium passt.
„Es liegt auf der Hand, dass die Qualität des Unterrichts dann nicht so gut ausfallen kann – besonders, wenn Fach und Schulform nicht zum Studium passen“
Die GEW Hessen betont ausdrücklich, dass die Verantwortung dafür nicht bei den Studierenden liegt. „Den Studierenden ist kein Vorwurf zu machen. Mit ihrem Einsatz vermeiden sie den ansonsten drohenden kompletten Ausfall von Unterricht“, sagt Hartmann. Zugleich warnt er vor den Folgen: „Doch es liegt auf der Hand, dass die Qualität des Unterrichts dann nicht so gut ausfallen kann – besonders, wenn Fach und Schulform nicht zum Studium passen.“
Hinzu kommen Belastungen für die Studierenden selbst. Viele berichten laut GEW davon, dass sie Studium und Vertretungstätigkeit kaum miteinander vereinbaren können. Die Studie bestätigt, dass gezielte pädagogische Begleitung und institutionalisierte Reflexion, wie sie in regulären Praxisphasen vorgesehen sind, bei Vertretungseinsätzen weitgehend fehlen. „Gezielte Reflexion der Erfahrungen im Rahmen der Erwerbstätigkeit an Schulen findet – anders als in den regulären Praktika im Lehramtsstudium – kaum in institutionalisierten, sondern vor allem in privaten und informellen Kontexten statt“, heißt es wörtlich.
Die schulische Praxis von Lehramtsstudierenden, so das Fazit der Studie, sei „in hohem Maße durch institutionelle Notlagen und Bedarfe strukturiert“. Der Lehrkräftemangel zwingt Schulen dazu, Verantwortung nach unten weiterzugeben – an Menschen, die sich noch mitten in der Ausbildung befinden.
Für die GEW Hessen ist das ein politisches Alarmsignal. Die Gewerkschaft fordert, endlich die Ursachen des Mangels anzugehen, statt ihn auf dem Rücken des Nachwuchses zu verwalten. „Der neu geschaffene Quereinstieg mit nur einem Fach war ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Aber wir warten noch immer auf das angekündigte berufsbegleitende Qualifikationsprogramm für langjährige Vertretungskräfte mit anderen Abschlüssen. Außerdem muss der Beruf attraktiver werden, damit wir die ausgebildeten Lehrkräfte halten können“, so Hartmann. News4teachers
Hier lässt sich die vollständige Studie herunterladen.









Studenten kann man nur abraten, während des Studiums Vertretungsunterricht zu halten. Sehr viele gewöhnen sich falsche Routinen an, und kriegen dann im Referendariat große Probleme, da seitens der Seminarleitungen diese Routinen als schlecht angesehen werden. So bestehen viele das Referendariat dann leider nicht.
Es kommt ja drauf an, ob man nur Vertretung macht, mit Material usw., da kann man ja einen kleinen Einblick bekommen. Oder ob man eigenständig eine Klasse aufs Auge gedrückt bekommt mit allem drum und dran.
Ist auch für die LuL ganz super, wenn sie dann so eine Klasse übernehmen und dann irgendwas gemacht wurde oder nur die Hälfte, weil die Studies keinen Ahnung von Lehrplan und Co hatten. Oder einfach Noten verteilen, am besten nur gute, damit die Eltern und SuS still sind und es keinen Ärger gibt. Punkteverteilung in Arbeiten stimmt nicht usw. Das ist für alle Seiten unfair. Ach ja, dazu noch die “kostenlose” Betreuung durch die Kollegen, die für Fragen etc. zur Verfügung stehen und helfen, wo es geht. Mal wieder nebenbei, zusätzliche Arbeitszeit. Oder Mails an die KL, weil im Vertretungsunterricht mal wieder die Kuh flog oder die Eltern “krawallig” sind, weil ja keine “echte” Lehrkraft vor der Klasse steht.
Und dann übernimmt man die Klasse im nächsten Schuljahr und gibt zwar faire Noten, reizt aber das Notenspektrum aus. Da stehen dann die Eltern auf der Matte und fragen sich zurecht, warum sich die Tochter von einer 1 auf eine 4 verschlechtert hat.
Außerdem bekommen Aushilfskräfte, die nicht fest an der Schule verankert sind, häufig die Klassen mit den Asikindern aufs Auge gedrückt. Man will das eigene Kollegium schließlich nicht verheizen. Bei fremden Studenten ist es egal, ob die nach sechs Monaten mit Burnout in der Klappse landen.
Wow, die Seminarleitung findet eine Routine schlecht. Sorry, durch das Ref sind wir alle, und viele der Fachleiter waren katastrophe und sind es. Es gibt nicht den “Lehretyp” und diese tolle Kriterien eines guten Lehrers sind nie wissenschaftlich in einer Studie überprüft worden. Die 2 Kollegen die im Ref im Hauptfach eine 1,0 hatten sind beide nach 3-5 Jahren im BurnOut gelandet, weil das was im Seminar gepredigt worden ist, so weit weg war vom Alltag und die Belohnungssysteme die im Ref vorherrschen danach nicht mehr vorhanden sind. Wenn ein Stundet vor einer Klasse steht, diese relativ im Griff hat und dann noch Wissen vermittelt wird, dann ist das in Realität bedeutend mehr wert wie irgendwelche andere Sachen oder tolle Methodiken.
Ganz meine Meinung, allerdings gelten leider bei Unterrichtsbesuchen andere Dinge als bewertungsrelevant.
Das Verheizen von Personal führt nicht zu Leuchtturmprojekten.
Passend zur Saison: Heizpilz statt Leuchtturm.
Wir haben schon Mangel, viele sind ausgebrannt, zu wenige kommen nach.
Der Beruf ist nicht mehr wettbewerbsfähig, es gibt keine benefits.
Bislang keine 4 Tage Woche oder Homeoffice online Unterricht von daheim.
Das Gehalt ist auch nicht prickelnd. Mein Hasi hat das auch erst gemacht und verdient jetzt doppelt, geht eher in Rente und hat eine 35 Stunden Woche.
Das hat auch Gen Z begriffen, nicht war Realist. Dein Leitspruch 🙂
Wir müssen die Deputate reduzieren und mehr online machen.
Eure Peti aus Lippe 🙂 Habt nen Guten
Nein, wir sollten nicht mehr online machen, da Heranwacgsende mehr statt weniger echte Bindung brauchen.
Hasi unser Hero. Hoffentlich ändert sich in der Schule was.
DerNorden, das verstehe ich wirklich nicht, 4 Tage sind doch noch immer in der Schule. Das sind nicht 0 Tage? 1-2 Homeschoolingtage klappen doch heutzutage. Bei uns hat jeder ein pad und wir haben ein Programm, da sind ganze Klassen online oder auch in Grüppchen.
1-2 Homeschoolingtage klappen doch heutzutage. Bei uns hat jeder ein pad und wir haben ein Programm, da sind ganze Klassen online oder auch in Grüppchen.
Wir haben während Corona gesehen, wie gut Videounterricht geklappt hat und tragen die Folgen noch heute…
Während der Pandemie hatten wir übrigens zeitweise den Präsenz-Unterricht nur in halben Gruppen und dazu sehr gut überlegt, wo Präsenzunterricht eigentlich einen Mehrwert liefert und entsprechend gearbeitet.
Viele tolle Arbeitsweisen kann man nur sehr schlecht digital umsetzen. Wenn Unterricht nur aus Lesen der Buchtexte und aufschreiben bestehen sollte, mag das anders sein…
Vier Tage sind nur vier Tage, sage dazu nur. Und Sie können dann einfach mal darüber nachdenken.
Die Auswirkungen der COVID-19-Schulschließungen sollten eigentlich deutlich gezeigt haben, dass Homeschoolingtage – euphemistisch formuliert – nicht unproblematisch waren und sind.
Wer den persönlichen Kontakt mit Schülern vermeiden oder verringern will, sollte sowieso grundsätzlich bezüglich seiner Eignung als Lehrer hinterfragt werden.
Und Bequemlichkeit ist kein akzeptables Argument, Lehrer zu bleiben, scheint bei manchen hier aber trotz der damit verbundenen Belastung die treibende Kraft zu sein.
es klappt natürlich auch.
Sie wollen das nicht sehen.
Haben Sie valide Quellen dafür, dass „es natürlich auch klappt“? Die würden mich mal interessieren.
Wir brauchen eine echte 30-Stunden-Woche. Dann können sich auch beide Elternteile besser um ihre Kinder kümmern.
Meinen Sie die Eltern, die gar nicht arbeiten?
Mir fallen da so 3, 4, 5, 20 benefits ein…
Im Artikel steht, dass Studierende wegen Personalmangels eingesetzt werden. Wie kann man da ernsthaft eine Reduzierung der Deputate verlangen? Das ist doch ein Wolkenkuckucksheim.
Bin ich denn als Mitarbeiter haftbar, wenn die Personalverwaltung und die Geschäftsleitung unsägliche Planungsfehler bei der Personalplanung machen?
“Wie kann man da ernsthaft eine Reduzierung der Deputate verlangen? Das ist doch ein Wolkenkuckucksheim.”
Weil sonst der Nachwuchs ausbleibt und sich das Problem eh nur weiter verschärft. Natürlich ist es erst mal BILLIGER, wenn die eigenen Leute sich erschöpft in die Teilzeit retten und trotzdem arbeiten wie für eine Vollzeitstelle – aber ich persönlich würde das nicht als nachhaltige Problemlösungsstrategie bezeichnen:
Wenn ein Chef seinen eigenen Leuten öffentlich sagt “Ihr müsst arbeiten, bis zum Umfallen, weil der Nachwuchs fehlt” – was glauben Sie denn, wo dann der Nachwuchs bleibt?
In meiner Generation gibt es schon sehr sehr viele, die kein Lehrer mehr werden möchten.
Es sind zu negative Punkte und vieles geht nicht mehr mit der Zeit.
Oder könne sie mir sagen warum?
Stimme da schon eher Realist zu mit den besseren Bedingungen in den Firmen.
Meine Generation möchte unabhängig und flexibel arbeiten und nicht im festen Stundenplan verteilt auf 5 Tage.
Da kann ich mir nicht frei nehmen, wie ich möchte, da kann ich nicht Tage ins Homeoffice gehen, da kann ich nicht mal später anfangen. Da ist so viel, was ich jetzt schreiben könnte.
Elternabende usw. ihr wisst schon 😉
Das Geld zieht ja auch nicht mehr so seit der Inflation. Im Homeoffice zahle ich kein Benzin!
🙂 jaja
Früher war es der Beamtenstatus, aber das bringt es auch nicht mehr.
Hier hatte uns Realist informiert. Leider.
Kann ich dir nicht sagen, weder Geld noch Zeit.
Realistin hat uns aufgezeigt, dass ich wenn ich im Konzern mit 60 voll in den Ruhestand gehe, also abschlagsfrei, 7 Jahre weniger arbeite und Lebenszeit gewinnen. Das muss man sich echt mal ausrechnen. Und welche Lehrer schafft schon 65, 66 mit vollem Deputat und 5. Klasse?
Warum haben Lehrer eigentlich noch diese 41 oder 41,5 Stunden auf dem Papier stehen?
Noch nicht mitgekriegt, die Arbeitslisenzahlen steigen wieder. Das heißt, die sog. Wirtschaft sucht nicht mehr. Dazu kommt, dass dort durch KI Arbeitsplätze eingespart werden können. Das wird bald Auswirkungen haben. Mehr junge Menschen werden schlechtere Arbeitsbedingungen in Kauf nehmen, wenn sie überhaupt einen Job finden wollen.
Angebot und Nachfrage eben.
Ich gehe davon aus, dass in Kürze wieder mehr junge Menschen auf Lehramt studieren werden. Das entspricht dem sog. Schweinezyklus.
Das glaube ich nicht der Norden. Und was hat das mit den schlechten Arbeitsbedingungen zu tun. Nur weil es da schlechter ist, sollen sie Lehrer werden? Und dann ohne die 4 Tage Woche?
Das glaubst du doch selbst nicht
Ich glaube das schon…
Für Dauerkranke und Personen mit mindestens drei Kindern lohnt sich der Lehrerberuf dank Beamtenstatus immer noch.
Das Problem: Die sind dann nie da, und die anderen müssen vertreten…
Sie meinen also, dass mehr junge Menschen ein Studium beginnen werden, um später als arbeitslose Akademiker zu leben, anstatt ein Lehramtsstudium zu beginnen, weil in diesem Bereich derzeit ja Mangel herrscht und es die Aussicht auf einen insgesamt recht gut vergüteten Job gibt?
Es soll tatsächlich auch noch Menschen geben, denen eine sinnvolle Beschäftigung wichtiger ist als Bequemlichkeit und Belastungsvermeidung.
Wem die Vier-Tage-Woche wichtiger ist als persönliche Kontakte zu Schülern, sollte zudem besser nicht Lehrer werden (dürfen).
Dass die Dummen nicht aussterben, ist nun wirklich keine Neuigkeit.
“Es soll tatsächlich auch noch Menschen geben, denen eine sinnvolle Beschäftigung wichtiger ist als Bequemlichkeit und Belastungsvermeidung.”
Sinnvolle Beschäftigung – ja, sonst halte ich das eh nicht durch – und wozu auch… Nur Geld zu haben und keinen Sinn im Leben macht niemanden glücklich.
“wichtiger … als Bequemlichkeit” – Selbstverständlich, ich arbeite gerne, und es darf auch durchaus anstrengend werden, jedenfalls solange der Sinn dahinter erkennbar bleibt. Allerdings arbeite ich mich nur sehr ungern in meinen eigenen Burnout hinein: Da ist die GRENZE.
“Belastungsvermeidung” – Äh, nein, nicht BelastungsVERMEIDUNG, sondern notwendige BelastungsBEGRENZUNG.
“Wem die Vier-Tage-Woche wichtiger ist als persönliche Kontakte zu Schülern, sollte zudem besser nicht Lehrer werden (dürfen).”
Nun, dem stimme ich voll zu – eine Positivauslese wäre allerdings sicher besser zu bewerkstelligen, wenn die Arbeditsbedingungen attraktiver wären (Es muss ja nicht Vier-Tage-Woche und Homeoffice sein – wie wäre es mit multiprofessionellen Teams, nicht fremdschämgeeigneter baulicher Ausstattung, vernünftiger IT und Wartung derselben durch Fachkräfte): Dann würde man mehr und geeignetere Bewerber anziehen und könnte stärker auswählen.
Wenn man dagegen das Geld dafür nicht in die Hand nehmen möchte (oder glaubt es anderswo dringender zu benötigen), dann… bleibt alles bei den alten Problemen.
der Beruf steht dennoch im Wettbewerb zu anderen Berufen.
Es fallen viele Leute raus, weil sie eben kein Homeoffice bieten oder 1 Tag frei etc.
Leider
Es fallen vor allem Leute raus, weil sie einfach nicht Lehrer werden möchten….es gibt sooooo viele andere Berufe….
Lehrer war mal ein “Aufstiegsberuf” aus sozialwissenschaftlicher Sicht. Heute ist es aus betriebswirtschaftlicher Sicht ein Beruf auf dem absteigenden Ast.
Mein Chef hat mir damals bei der Vereidigung in seinem Büro zum ” Gelöbnis der ewigen Armut” gratuliert
Aber erst zur Lebenszeitverbeamtung.
Meine Partnerin ist in einer großen Firma und hat genau das:
Homeoffice, 35 Std Vertrag tariflich, mehr Urlaub als 30 Tage und kann sogar für ein paar Groschen nochmal 10 extra Urlaubstage garantieren.
Gelinde gesagt, finde ich das unfair. Irgendwie arbeiten nicht mehr alle 40 Stunden an einem Arbeitsplatz. In deiner Generation, Tom, geht das remote, also flexibel von zuhause.
In der Schule finden wir deshalb weniger Personal 🙁
Ihre Partnerin hat es sehr gut erwischt, ganz wie Hasi.
Beneidenswert 🙂 Hoffen wir, dass sich in der Schule schnell etwas ändert.
LG und schönes Wochenend
Das mit dem Personal liegt wohl nicht zwangsläufig nur daran. Ich will einfach nur mal, dass die Arbeitszeit wenigstens eingehalten würde. Ich möchte mal mit funktionierender Technik arbeiten und nicht immer Plan B überlegen. Ich hätte gerne mal wieder ein paar mehr Kinder, für deren Eltern (und sie selbst) Bildung wirklich wichtig ist. Ich möchte nicht mehrere Stunden mit ineffizienten Konferenzen oder Verwaltungstools verbringen. Mich nervt, dass immer Zusatzaufgaben verteilt werden, aber nie bekommt man Zeit dafür, sondern soll das mal nebenbei machen. Und egal wo ich jetzt wäre, ob in der Schule oder zu Hause, diese Zeitfresseraufgaben ohne zusätzliche Zeit, wie ich sie nenne, sind das Problem. Arbeitszeiterfassung muss her und das Deputat runter. Die Arbeit mit den SuS im Klassenraum muss wieder Priorität haben.
Sie bringen die Probleme auf den Punkt! Endlich mal ein hilfreicher Kommentar, ohne “Hasi-Träume”, danke dafür!
Was hindert sie am Ausstieg, wenn es überall so paradiesischen ist?
Die Tatsache dass nicht alle Dienstherren Altersgeld zahlen wodurch der Rentenanspruch nicht unerheblich abgesenkt wird.
In NRW kennt man sich da aus.
Naja. Dann können die Bedingungen aber auch nicht so schlimm sein.
Ja, er wird abgesenkt im Bergleihh zur Pension. Aber das ist doch auch mehr als logisch.
Muss die Aussage in Reinform nicht heißen: ich steige nicht aus, weil ich mich finanziell verschlechtere?
Der Tausch erfolgt gegen: (vermeintlich) bessere Bedingungen.
Wenn die Bedingen aber vielleicht gar nicht besser sind?
Wenn die Bezahlung aber vielleicht deutlich geringer ist?
Dann ist es eine Abwägung und die Entscheidung muss in Reinfom lauten: ich nehme die Bedingungen in Kauf, weil ich so gut abgesichert bin mit all meinen Privilegien, dass das mit den “schlechten Bedingungen” in Ordnung ist.
Ein Umstieg ist also nicht attraktiv.
Das ist der Weg aus dem Beamtentum.
Und jetzt würde ich mich interssieren: wie könnte der Weg andersrum aussehen?
Also aus der Wirtschaft ins Beamtentum des Lehrers?
Nach sagen wir mal 15 Berufsjahren? Zi welchen Kosten? Unter welchen sich wechselnden Bedingungen?
Auch wenn es jemand wollte: es geht nicht. Und es würde sich mit absoluter Sicherheit nicht rechnen.
Also: danke für nichts.
Der Knackpunkt ist doch, dass die die Bruttobesoldung einer verbeamteten Lehrkraft niedriger ist als das sozialversicherungspflichtige Brutto eines Tarifbeschäftigten.
Der AN-Anteil zur Rentenversicherung fehlt im Falle der Nachversicherung, wenn eine Lehrkraft “entamtet” wird, und lediglich der AG-Anteil auf Basis der vormaligen Bezüge, die in dem Fall als sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt herangezogen wird, berechnet wird
Warum wirst du nicht Lehrer, wo doch ab 14:30Uhr in der Schule keiner mehr ein Finger krumm macht?
Weil ich keine Lehrer mag…
… und “Tschüss!”
6,5 Zeitstunden ohne echte Pause ist, ist per se schon mehr, als in den meisten Unternehmen effektiv gearbeitet wird. Insofern wäre das ein schlechter Deal…
Wiebitte? In welcher Wolke leben Sie denn? Die Schule geht von 8 bis 17:30 Uhr für die Oberstufe und bis kurz vor 16 Uhr für die Sek1!
Aber bestimmt nicht für jeden Lehrer jeden Tag…..oder wie erklärt sich dann ein Deputat von 25 Stunden? Oder haben alle Kollegen Anwesenheitspflicht in dieser Zeit?
Keine Anwesenheitspflicht, aber Springstunden zwischen den Unterrichtsstunden oder auch weitere Arbeit nach dem Unterricht mit Papierkram, Konferenzen aller Art, Gesprächen und Absprachen mit verschiedenen Personengruppen, Vorbereiten von Experimenten oder Aufräumen derselben, Kopieren, Aktenpflege, Organisation diverser Vorgänge, Sonderveranstaltungen wie Elternabende, Tag der offenen Tür, Klassenfest, Schulfest, Sportfest, Musikveranstaltung, Weihnachtsfest, Wartezeiten bei Terminen, Noteneingabe in Zeugnisnähe, Materialpflege z.B. von Musikinstrumenten oder anderen Geräten, Ausprobieren neuer Software oder geänderter Software nach Updates (danach funktioniert erfahrungsgemäß oft vieles nicht mehr), Prüfungen außer der Reihe, Betreuung von Prüflingen (z.B. im H/R-Bereich), … usw. … da wird einem nicht langweilig.
Das ist nicht alles jeden Tag dran, aber in unregelmäßigen Abständen wiederkehrend schon und die dafür nötige Zeit summiert sich. Auch, wenn man etwas nicht verantwortlich organisieren muss, so ist das Mitmachen und die Vorbereitung des eigenen Beitrags zeitaufwändig.
Im Vergleich zu anderen Schulformen mit reinem Fachlehrerunterricht ist die Zahl von Springstunden an GS eher vernachlässigbar.
“In der Schule finden wir deshalb weniger Personal”
“Rudis Resterampe ” ist scheinbar der Plan der Glorreichen 16…
Facharbeitermangel wie woanders auch.
@Realist
So sieht es aus:
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/berufsschullehrer-haelfte-wird-nach-ausbildung-nicht-uebernommen,berufsschule-104.html
Das wird aber nicht so bleiben, glauben Sie mir. Die deutsche Wirtschaft schwächelt, derzeit Stellen werden überall abgebaut, KI übernimmt vieles.
Bald wird es nur noch Fachkräftemangel in Berufen geben, für die man nicht studiert haben muss und wo man gar nicht im Home Office arbeiten kann.
Tanya, ihre Ehefrau zeigt uns das Problem ganz bewusst auf.
Wir sollten die Deputate reduzieren und den Stundenplan entschlacken.
Haben Sie ein schönes Wochenende, sie zwei 🙂
Homeoffice wäre superschön und 4 Tage auch!!!!!
Warum ändert sich gar nichts? unattraktiv
“Stimme da schon eher Realist zu mit den besseren Bedingungen in den Firmen.
Meine Generation möchte unabhängig und flexibel arbeiten und nicht im festen Stundenplan verteilt auf 5 Tage.”
Ihre Generation fordert Unabhängigkeit und Flexibilität – aber Sie möchten schon, dass Ihre Kinder später auch 5 Tage in der Woche in der Schule betreut werden, oder wer kümmert sich um diese, während Sie noch überlegen, wo Sie heute arbeiten wollen?
“Da kann ich mir nicht frei nehmen, wie ich möchte, da kann ich nicht Tage ins Homeoffice gehen, da kann ich nicht mal später anfangen. Da ist so viel, was ich jetzt schreiben könnte.”
Das können Menschen in ganz vielen Berufen nicht. Wenn das Haus brennt oder der Vater einen Herzinfarkt hat, wäre es schon schön, wenn die Rettungskräfte sich nicht spontan frei genommen haben. Wenn die Kindergärtnerinnen gerade Bock auf Homeoffice haben, ist es auch ganz schön blöd, wenn man mit den Kids vor verschlossener Tür steht.
“Elternabende usw. ihr wisst schon ”
Klar ist man da nicht flexibel. Wissen Sie warum? – Weil man Rücksicht auf die Eltern nimmt.
Ich hätte kein Problem damit, wenn Elterngespräche grundsätzlich nur bis in den frühen Nachmittag gingen. Dann müssten sich Eltern eben freinehmen, um mit den Lehrkräften zu sprechen. Das machen sie beim Kinderarzt, Kieferorthopäden, beim Rechtsanwalt o.ä. aber auch…
“Das Geld zieht ja auch nicht mehr so seit der Inflation. Im Homeoffice zahle ich kein Benzin!”
Aber Homeoffice muss man sich eben auch leisten können:
Mir war klar, dass ich regelmäßig zu Hause arbeite, daher habe ich mir beim letzten Umzug extra eine größere Wohnung mit Arbeitszimmer genommen. Im Zweifelsfall bezahlt man als Arbeitnehmer also mehr. Der Arbeitsgeber kann dafür sparen:
Viele Betriebe haben ihre Arbeitsplatz-Kapazitäten seit Corona reduziert. Man muss nicht mehr reinkommen, hat aber oft auch keine festen Arbeitsplätze mehr. Das geht dann eben auf Kosten der Arbeitnehmer.
Ich hätte kein Problem damit, von 8 bis 17 Uhr in der Schule zu sein, wenn es echte, ergonomische Arbeitsplätze für alle gäbe, in kleinen Büros, so dass man auch korrigieren kann. Dann würde ich aber auch zu Hause nichts mehr machen für die Schule.
Insgesamt stellt sich mir die Frage:
Sind Sie bzw. “Ihre Generation” wirklich für Unabhängigkeit und Flexibilität für alle, mit allen Konsequenzen?
Oder geht es darum, dass andere Menschen Ihnen Unabhängigkeit und Flexibilität ermöglichen?
der Beruf steht im Wettbewerb, es kommen weniger Leute, weil die Arbeitsbedingungen nicht gut sind.
Mo-Frei 8-17 wird eben auch überboten. Aber ist ja toll, wenn sie das so machen!
Es gibt einfach Anforderungen, die ein Beruf mit sich bringt und gesellschaftliche Erwartungen, die erfüllt werden müssen.
Die Bäckereifachverkäuferin kann nicht einfach ins Homeoffice gehen und den Laden dicht machen. Ebenso kann die Krankenschwester, auch wenn wir sie heute anders nennen, nicht einfach Homeoffice machen und sich nicht mehr um die Patienten kümmern.
Das gilt nunmal auch für den Beruf des Lehrers, der an den direkten Kontakt mit Kindern und Jugendlichen geknüpft ist – und das bedeutet i.d.R., dass man vor Ort ist.
Wie wollen Sie Schüler z.B. auf ein naturwissenschaftliches Abitur und entsprechendes Studium vorbereiten, wenn Sie nicht vor Ort sind und keine Experimente durchführen können?
Gerade bei Ansätze wie projektartigem Arbeiten, eigenen Experimenten usw. brauchen Sie eher mehr Zeit vor Ort, Homeoffice bringt da nicht viel.
Wer wirklich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten will, für den ist m.E. das fehlende Homeoffice auch einer der unwichtigsten Gründe gegen den Beruf. Da sind die zunehmende Heterogenität der Schülerschaft, die Belastung dadurch, aber auch der ganze Papierkram viel wichtigere Gründe.
Der Job wird m.E. nicht deutlich attraktiver, wenn man einen Homeoffice-Tag einführt, sondern bspw. indem man Klassen verkleinert und/oder Deputate runterschraubt, um wirklich mehr Zeit für die einzelnen Schüler zu haben.
NEIN falsch !!!
Hohes Gehalt
Weniger Deputat
Freiheit
Gleitzeit
Mehr Urlaub
Flexitage!
Freiheit! Gleichheit! Brüderlichkeit!
Und ich muss verrückt sein, ich setz noch einen drauf! Eierkuchen für alle!!!
So ist es. Vor allem der Umstand, dass man nicht später anfangen kann, macht die meisten Kollegen im Alter krank.
Ach es soll auch “Lerchen” unter den Lehrern geben, nicht nur ” Eulen”. 🙂
Ich finds beeindruckend, dass dieselbe GEW den Umstand, dass Lehramtsstudierende ohne ausreichende fachliche, methodisch/didaktische und schulrechtliche Kenntnisse und ausreichend Anleitung als Lehrkraft arbeiten, bedenklich findet, während sie andererseits den Einsatz noch ahnungsloserer Seiteneinsteiger als unverzichtbar erklärt.
Sue scheinen nicht viele Seiteneinsteiger zu kennen, oder? Bei uns arbeiten sie langjährig und mit den gleichen Aufgaben wie alle anderen. Sie übernehmen sogar schwierige Klassen, die sonst keiner haben will. Bitte halten Sie nicht auf den wertvollen Stützen herum, die für die gleiche Arbeit finanziell schlechter gestellt sind (andere Vergütung und andere Pflichtstundenzahl und keine Möglichkeit aufzusteigen – also mehrfach bestraft in dieser Vierklassengesellschaft von Beamten, Angestellten mit abgeschlossenem Studium, angestellte Quereinsteigern, angestellte Seiteneinsteigern).
Ich haue auf niemandem herum. Ich kann’s nur nicht nachvollziehen, warum der Fakt, dass Personen ohne diesbezügliche Ausbildung und ohne intensive Betreuung Kinder unterrichten, einmal als sehr bedenklich (bei Lehramtsstudenten) und einmal als unverzichtbar bezeichnet wird.
Hier in BB kann jeder, der irgendeinen Ausbildungsberuf erlernt hat (nee, derjenige braucht weder Abi noch Bachelor) als Seiteneinsteiger mit E11 Kinder unterrichten. Berufsbegleitend gibt es dann ein paar Stunden „pädagogische Berufsqualifizierung“.
Finden Sie das verantwortungsvoll gegenüber Kindern und Seiteneinsteigern?
Erstere werden um ihre Bildungschancen gebracht, letztere genauso verheizt wie Lehramtsstudenten.
PS: Ich bin selbst angestellte (grundständig ausgebildete) Lehrkraft.
Vielleicht ist der Unterschied, dass die Einen Berufs-, und mehr Lebenserfahrung haben inkl. eigenen Kindern, ein fachliches Fundament und vielleicht schon in angrenzenden Berufen tätig waren.
Auf Studenten trifft das i.d.R. nicht so sehr zu.
Wie gesagt, in BB kann jeder mit einem X-beliebigen Ausbildungsberuf als „Lehrer“ am Kind arbeiten. Derjenige muss weder Berufserfahrung haben noch Kinder (qualifiziert die Tatsache, Kinder zu haben, zum Lehrer?), ebenso braucht er kein fachliches Fundament oder muss in angrenzenden Berufen gearbeitet haben. Sie können mit ner Ausbildung als Fitnesskaufmann in Brandenburger Grundschulen problemlos als Deutsch- und Mathematiklehrer arbeiten.
Nee, ich finds einfach nur verantwortungslos allen Beteiligten gegenüber.
Und ja, da ich seit nunmehr ü30 Jahren im Job bin, kenne ich etliche Seiteneinsteiger.
Solange die Arbeitszeit nicht gesenkt wird von 41h, oft 50-60.
wird es schwer.
Dann später in den Ruhestand als andere.
Und wenn dann noch 2 Tage Homeoffice oder 4 Tage Woche dabei wären, kann man es nicht mehr nachrechnen. Dagegen kann Lehramt nicht gewinnen. Nicht bei der jungen Generation und hier leben schon zu viele von den ‚Alten‘ in der Lehrerblase. Ich auch!!
Das mit den 60 Stunden ist Quatsch bzw aus dem Paulanergarten.
Ist das so? Ich arbeite Teilzeit 50% und wenn ich meinen Unterricht wie erwartet differneziere und mit Klassenlehrertätigkeit komme ich oft auf 40 std pro Woche
Sie versuchen eine Unterrichtsqualität zu liefern, die Ihnen der Dienstherr nicht bezahlen will: Also aufstocken und die wirklich gewünschte Qualität liefern.
Das sehe ich genauso…..
Stimmt, im Ref waren es deutlich mehr. Danach kommt das aber schon hin, zumindest wenn man Korrekturfächer hat.
Woher haben Sie diese Erkenntnis?
Dauerhaft Quatsch, zeitweise allerdings durchaus realistisch.
Trifft nicht jeden, ist aber unter bestimmten Voraussetzungen für Einzelne eine Belastung, die zeitweise gestemmt werden muss.
Das Thema Klassenfahrt nehme ich dabei ausdrücklich aus.
Und egal mit wem man spricht, die meisten sehen nicht die eigentliche Unterrichtssituation in den Klassen als das am stärksten belastende Moment ihres Berufalltags an – auch wenn manche Klassen besonders herausfordernd sein können. Die meisten klagen um das “Drumherum”, die vielen zusätzlichen Verpflichtungen und Aufgaben, die viel Einsatz erfordern und große Mengen an Papieren/Dateien produzieren und im Prinzip für die Katz sind.
Exakt!!!
Ich arbeite an einer Gesamtschule als Vertretungslehrer. Ich bin gerade in Semester 6. Zu dem Artikel: Natürlich muss ich Noten geben. Praxis-Schock auf jeden Fall :-). Meine Schulform Berufskolleg. Zu denen, die hier für online Unterricht sind. Auf keinen Fall, wie soll so eine Beziehung aufgebaut werden.
4 Tage generell
und 5 Stunden pro Woche geht online super.
Gibt es im Ausland auch.
Auf dem Gymnasium kann man sowas erwarten.
Aber nicht mehr an jedem und dort auch nur in der Oberstufe.
Man meint, dass das an einem Gymnasium möglich wäre. Die Praxis sagt, nur für Sek ll und bei sehr zuverlässigen Kursen. Ansonsten funktioniert es eher mäßig. Beteiligung mäßig, Ergebnisse mäßig, zusätzlich Aufwand, es haben zu Hause nicht alle die entsprechende Technik. Bei den Kleinen müssen die Eltern zu Hause sein und die Arbeiten (oh Wunder) nicht unbedingt im Home-Office. Bei Corona hat sich gezeigt, dass es mit der Eigenverantwortung bei vielen nicht so weit her ist und Kinder Begleitung brauchen. Warum soll das plötzlich anders sein.
Und wenn die Eltern im Homeoffice arbeiten, dann ARBEITEN sie und sind nicht in der Lage, sich um die Kinder zu kümmern.
Müssen doch nicht beide zeitgleich einem 9-to-5-job machen. Schichtarbeit aus Liebe zu den lieben Kleinen.
Maximal in der Oberstufe mit disziplinierten S*S, die wissen worauf es ankommt. In der Oberstufe, in der ich tätig bin, würde das allerdings nicht gut funktionieren.
Die Corona-Zeit lässt grüßen.
Wenn einem persönlicher Beziehungsaufbau zu Schülern egal ist, geht dies natürlich online super – kann aber dann demnächst auch durch eine entsprechende KI ersetzt werden. Die braucht dann auch nur mittels Bildschirm agieren.
Besonders können die Schüler die “KI” nach Aussehen und Stimme so gestalten, wie sie es gerne haben möchte.
… und wie beim Navi im Auto kann man dann auch die Stimme und den Dialekt anpassen. 🙂
https://www.wz.de/auto/stimmen-fuer-gute-stimmung-wie-die-ansagen-aufs-navi-kommen_aid-29267691
Ich stell mir gerade Navi-Ansagen auf der Fahrt nach Kötschenbroda auf saarländich, friesischen oder schwäbische vor.
Oder auf sächsisch, weil die anderen Landsmannschaften daran scheitern, dem sprachgesteuerten Assistenten das Fahrtziel phonetisch überzeugend zu vermitteln
Was wäre wohl die Folge für den Aufbau des Lehramtsstudiums, wenn diese Studenten am Ende dennoch Erfolg hätten? Da müsste doch eigentlich…. nein! Was nicht sein soll, das darf auch nicht sein!
Was heißt am Ende Erfolg haben? Ihr Studium schaffen? Oder das Ref schaffen?
Bislang sehe ich sehr oft Schwierigkeiten, wenn man in den ersten Semestern einfach in die Klasse geworfen wird. Man hat einfach nicht so viel wissen, weder fachlich noch pädagogisch. Hätte man das, müsste man ja nicht mehr studieren. Aber gut, landläufig Meinung ist ja sowieso, dass jeder Unterricht halten kann, weil jeder mal in der Schule war.
Das sollte man mal so auf andere Berufe übertragen. Ich kann operieren, weil ich auch mal im Krankenhaus war, ich kann Pilot werden, weil ich schon 10 mal geflogen bin usw.
Und bei den Vertragskräften sitzen viele auch nur rum und daddeln am Handy, während die Kinder irgendwas machen.
Mit “Erfolg haben” meine ich nicht das Examen, sondern den Unterricht. Also, dass die Schüler was lernen und sich fair benotet fühlen usw. Wenn das gelingt, dann müssten wir darüber nachdenken, ob das Lehramtsstudium für Lehrer tatsächlich so wichtig ist, wie die Pilotenausbildung für Piloten. Jetzt schon können wir überlegen, wieso Eltern bereit sind, für Nachhilfe extra zu bezahlen, obwohl dieser Unterricht sogar oft von Schülern geleistet wird!
Es ist eine Katastrophe, was hier im Land abgeht.
Mindestens die Hälfte schmeißt den Job schon im Lehramtsstudium, und die anderen, die sich durchgebissen haben, werden dann im Beruf sofort am Anfang fertig gemacht.
Unbezahlte Überstunden vor allem bei Beamten, denn die sind heute die Sklaven für alle.
Kein Verständnis für familiäre Situationen vor allem bei Lehrerinnen mit Kindern, null Rücksicht, Vollzeit verlangen bei halber Bezahlung und alle Nase lang irgendwelche überflüssigen Fachkonferenzen abhalten statt sich auf den Unterricht vor der Klasse vorbereiten zu können.
So hält man keine engagierte Lehrkraft, sondern treibt sie schon nach einem Jahr in den Burnout.
Herzlichen Glückwunsch zu diesem System!!! Ganz toll.
Katastrophal für unsere Kinder.
Und sehr traurig und deprimierend für. die Lehrerin, die voller Elan und Freude einst für den Beruf brannte!
Merkt hier noch jemand was???
„ Unbezahlte Überstunden vor allem bei Beamten, denn die sind heute die Sklaven für alle.“
In der Schule sind, was das betrifft, alle Beschäftigten gleichgestellt: Angestellte wie Beamte.
Ja Angelina, das merke ich und bin da ganz bei Ihnen.
Das verstehe ich sehr gut!
Leider leben hier viele in ihrer Blase und wollen nicht sehen, wie es ‚woanders‘ ist.
Natürlich ist Homeoffice ein riesiges benefit. Lehrer müssten dafür viel mehr bezahlt werden.
Aber es kommen immer weniger nach, ja!
Gen Z & Co
Lehrer mit Beamtenstatus verdienen so gut wie Angestellte mit Studium und Personalverantwortung in einem DAX – Unternehmen. Also nicht schlecht . Ich weiß das, weil meine Frau beides gemacht hat. Trotzdem wollen immer weniger junge Leute Lehrer werden. Wir müssen eine andere Erklärung dafür finden, als das Gehalt.
Deputat runter
Flexitage
Mehr Geld
Freiheit
Mein Sohn ist 2x durchs Ref gefallen, zuviele Vertretungsstunden und wenig Zeit für richtige Betreuung durch die Mentoren. Bei der Wiederholungsprüfung durch Nervosität und vorverurteilung durchgefallen.
Am Ende des Tages Verständnisslose Schüler und Mentoren. Ein junger Mann der nicht mehr an sich selbst glaubt und nun Bürgergeld beantragen muss, er hat L3 Physik und Mathematik studiert und ist leider kein Quereinsteiger den mittlerweile der rote Teppich ausgerollt wird. Er hat das geliebt was er gemacht hat aber es hat in kaputt gemacht !!!
Das ist wirklich bitter….! Alles Gute für Ihren Sohn.
Ihr Sohn müsste trotz allem durchaus als Seiteneinsteiger im Schuldienst eingestellt werden können, falls er das noch möchte. Die Voraussetzungen dafür dürfte er in allen Bundesländern erfüllen.
Krise oder Chance?
Er hat doch den Master, d.h. eine Promotion anstreben oder sich die Studienleistungen für einen Master in Physik oder Mathematik anrechnen lassen.
Und dann in ein paar Jahren über die Lehrer lachen…
Wenn Lehrer das Berufsziel Ihres Sohnes ist, könnte er, mit einem Diplom oder Master, von der Seite einsteigen. Physiker werden da gerne genommen, auch ohne Ref! Und wenn sich nach ein paar Jahren herausstellen sollte, dass es doch nicht das Richtige war, gibt es für Ihren Sohn noch 100 andere Berufe!
Ich bin Jahrgang 1965 und kenne das Problem. Damals waren es Lehrpersonen, die völlig lehramtsfremd waren, sprich u.a. für Mathe und Physik Ingeneure Für Deutsch hatten wir eine Französin usw. Schön war das auch nicht. Als Schüler haben wir es überlebt. Und wir sind nicht untergegangen
Das werden die heutigen Schüler auch nicht. Nur die Studierenden tun mir leid.
1984 habe ich mit einem Studium zum Mathe-Chemie-Lehrer begonnen und es 1987 abgebrochen. Keine Entscheidung sehe ich heute, kurz vor der Rente als so sinnvoll an.
Mein Vater war sein Leben lang begeisterter Lehrer, aber das war eine andere Zeit, als Schüler noch Respekt hatten.
Hut ab vor Menschen, die den Beruf gern und gut ausüben.
Bei uns ist es verboten die Referendare alleinit den Schülern zu lassen, solange sie noch keine eigenen Klassen haben
Der Bericht klingt für mich daher fast ein wenig unglaubwürdig
Und im zweiten Abschnitt der Ausbildung ist es klar, dass man stunden übernehmen muss und da ist man auch keine Notfallversorgung
Im Vergleich zu meiner Zeit ist man in Baden Württemberg heute sogar sehr umsichtig
Man weiß inzwischen sogar, dass es Ruhezeiten gibt, war bei mir noch ein Fremdwort
Wie, kein bdU ab dem ersten Tag?
Ich wüsste nicht, dass das üblich ist…..bei uns werden die LAAs auch komplett begleitet…..
Bei mir gab es noch 24 Monate Vorbereitungsdienst. In den ersten sechs Monaten gab es nur angeleteten Unterricht. Je nach Mentor*innen ergab sich die Möglichkeit unter Anleitung Unterrichtssequenzen umzusetzen. Ab dem zweiten Halbjahr waren es dann mindestens 9 Stunden bdU je Woche und nur noch 3 Stunden abgeleiteten Unterricht. 2 Stunden hatten wir, um bei anderen Anwärtern oder Referendaren zu hospitieren. So habe ich u.a. im Musik- und Kunstunterricht hospitiert, ganz weit weg von meinen Fächern und dabei interessante Eindrücken und Erfahrungen gewonnen.
Nur im 1. Quartal sind die Refis noch komplett begleitet und hospitieren oder unterrichten unter Anleitung.Q 2und 3 beinhalten 9 Stunden BdU, da ist niemand mehr dabei, und außerdem noch 5 Stunden unter Anleitung, wobei es häufig so läuft, dass die LAA den vorgesehenen Unterricht macht und die Mentorin in den Vertretungsunterricht geschickt wird.Erst im Prüfungsquartal kriegt man (wenn nicht zu viele Leute krank sind) seine LAA wieder häufiger zu sehen.
Es geht nicht um Referendare, sondern um Studenten, die während ihres Studiums schon als Vertretungskräfte in Schulen arbeiten. „Unsere“ möchten wir nicht mehr missen, die machen das wirklich gut, werden allerdings auch vom Kollegium gut unterstützt. Beide erklärten übrigens kürzlich, dass sie gar keine Lust mehr auf die Uni hätten, sondern lieber Vollzeit unterrichten würde.
Es geht nicht um Referendare. Es geht um Lehramtsstudenten, und zwar ab dem ersten Semester.
Das ist ja der Witz. Wenn wir Praktikanten von der Uni haben, dann dürfen die nicht eine Stunde alleine in den Unterricht, Unterrichtsversuche nur unter Aufsicht der Lehrkraft. Haben wir Studies, die einen Vertretungsvertrag haben, dann dürfen die plötzlich alles alleine, inkl. Notengebung, Elterngespräche und Klausuren. Das ist total schräg. Das kann man auch niemandem logisch erklären. Da gibt es einfach keine Logik.
Die Grundschulen und offenen Ganztagsschulen werden in den letzten Jahren immer weiter deprofessionalisiert. Es werden nicht nur Studenten eingesetzt. In der Klasse meines Sohnes (2. Klasse) gab es z.B. neben der Klassenlehrerin (die aber Teilzeitkraft ist) zunächst eine Art “Aushilfslehrerin”, die wohl in einem anderen Land schon auf Lehramt studiert hatte. Aufgrund eigener fehlender Sprachkompetenzen scheiterte sie jedoch teilweise schon daran, sich durchzusetzen und verständlich zu erklären, also an Grundvoraussetzungen. Von standardorientiertem Unterricht ganz zu schweigen. Sie wurde irgendwann abgelöst von einer Sozialpädagogin, die jetzt auch regelmäßig Unterricht übernimmt, ganz ohne Lehramtsstudium oder Referendariat. Im Ganztag arbeitet keine einzige ausgebildete Erzieherin, es sind alles fachfremde Personen, die irgendein Seminar besucht haben. Das war es. Und dann wird über die Kinder und Jugendlichen geschimpft, die ja nichts mehr könnten und faul seien und schlecht erzogen usw., die Eltern werden dabei gleich mit beschimpft, weil sie ihre Kinder nicht erziehen würden. Ich sage nur, in einem Bildungssystem, in dem bald überwiegend Laien mit Kindern arbeiten dürfen, die aber einen Großteil ihrer Lebenszeit dort verbringen, muss das doch so sein! Denn wenn sie dort noch tolle Ergebnisse erzielen würden, dann müsste man ja echt an der Sinnhaftigkeit pädagogischer Ausbildungen zweifeln. Es ist alles so traurig :-(.
Warum sollten staatlich anerkannte Erzieherinnen im offenen Ganztag arbeiten?
Sie stellen auch keinen Techniker für leichte Montagearbeiten ein. Vor allem wollen Sie den Technikerstundensatz nicht dafür bezahlen.
Warum also sollte sich eine staatl. gepr. Erzieherin gegen ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen stellen?
Oh, oh…..bei uns arbeiten im ganz überwiegenden Teil ausgebildete Erzieherinnen (also alle Gruppenleitungen einschließlich der OGS-Leitung). Die Ergänzungskräfte sind mindestens entweder langjährig da oder Lehramtsstudenten…..
Den Unterschied zwischen grundständig ausgebildet und Seiteneinsteiger merkt man übrigens schon deutlich….
Sie hatten mit Ganztag wohl noch nichts zu tun?!
“Warum sollten staatlich anerkannte Erzieherinnen im offenen Ganztag arbeiten?”
Die kurze Antwort: “Weil das so vorgeschrieben ist.”
Fachkräfteschlüssel und so.
Kinder werden auch nicht “besser bedienbar” und sind einfacher zu bilden bloß weil die Sonne post meridiem steht. Ganz im Gegenteil.
Ich gebe Ihnen vollkommen recht. Die Erkenntnis, dass es sinnvoll ist, dass Unterrichtende das vorher auch gelernt haben, setzt sich jedoch in der Bevölkerung nur langsam durch.
Aber Unterricht- Ende ist doch Einzahl und wird allenthalben sehnlichst herbei geträumt.
Die Elternproteste werden nicht lange auf sich warten lassen.
Welche Proteste denn? Die Eltern sind froh, dass Unterricht stattfindet, egal, wer vorne steht.
Nee, da kommt nix. Das gibts seit Jahren. Hauptsache verräumt…
Wurde schon mal wissenschaftlich eine Erhebung eruiert inwieweit Sozialpädagogen während Studium und Ausbildung bereits im ersten Jahr mit drei Kindergruppen von bis zu 50 Kindern alleine gelassen werden aufgrund des ausgeprägten Erziehermangels?
Ich finde die Kommentare hier sehr amüsant. Die Probleme des Lehrerberufs kommen auch von einer viel zu aufgeblähten Ausbildung durch teils völlig ungeeigneter Kräfte. Ich bin einer derjenigen, die das System Schule für erhaltenswert hielten und es während meines Studiums mit aufrechterhalten haben. Positives Feedback von SuS, Eltern, Kollegen und der SL. Dann macht man einen guten Abschluss und wird im Hündchen-Hochsprung-Wettbewerb (Referendariat) vergrault. Sorry, aber ich habe keine fünf Jahre studiert für solch unterirdische Arbeitsbedingungen. Das System ist das Problem. Seht zu, wie ihr euren Laden am Laufen haltet – ich bin raus.
Die Erfahrungen kann ich erstmal so bestätigen. Es werden bevorzugt Studierende und Referendare auf Vertretungsstellen gesetzt. Als die netten Leute von der Landesschulbehörde bei uns im Studienseminar waren, um uns den Bewerbungsprozess ins Beamtentum zu erklären, haben die gar nicht so gerne auf Fragen geantwortet, die sich darum drehten, nicht sofort eine Planstelle anzutreten. Es bestand wirklich das Bedürfnis meiner Gruppe darin, sich erst ein paar Schulen anzugucken und den Lehrerberuf auf sich wirken zu lassen. Das wurde versucht zu unterbinden, indem uns Angst gemacht wurde, dass wir ja sonst keine Stelle bekommen würden, wenn wir das nicht so machen, wie es vorgesehen ist.
Eine Kollegin hatte mir erzählt, wie es war, als 1991 der eigenverantwortliche Unterricht im Referendariat eingeführt wurde. Es wurde mit 3h angefangen und sie wurden wohl hauptsächlich in den 11. Klassen eingesetzt, “Noch nicht so wichtig für das Abitur und angenehmer im Umgang.”
Heutzutage sind es ca. 10h in allen Klassenstufen. Auch Referendare müssen noch noch die Gelegenheit zum lernen und entwickeln bekommen. Stattdessen muss man direkt und wird genauso ins kalte Wasser geworfen und allein gelassen, wir die Vertretungslehrkräfte. Man soll die eigenen Klassen schon so betreuen, wie eine fertig ausgebildete Lehrkräfte, während man selbst noch ausgebildet wird. Das funktioniert doch nicht. Das hat mit qualitativ hochwertiger Arbeit nichts zu tun. So wird doch der Eindruck erweckt, als wenn wirklich jeder unterrichten kann und so findet auch eine Entwertung des Berufes statt.
Die Referendare „unseres“ Studienseminars haben aktuell nach ihrem Abschluss alle nur Vertretungsstellen bekommen – und das auch nur im wegen weiter Fahrwege unbeliebten Nachbarkreis. Das Maximum war die Zusage, nach 3 Jahren (!) dann eine Festanstellung zu bekommen. So vergrault man die Leute auch.
Das ist der Einstieg in ein “Duales” Lehramtsstudium.
Frühzeitig Erfahrungen sammeln, über den Tellerrand schauen, sich mit Herausforderungen auseinandersetzen und auch ungeplanten Situationen ausgesetzt sein, schulen den Blick fürs Leben und fördert die Qualifikation in der Tiefe für das Lehramt.
Das war zu meiner Zeit als Referendarin 1994-96 schon so. Und sicherlich auch davor. Es hat Methode.