Start Aus den Verbänden Nur zwei von fünf Lehrkräften würden ihren Beruf sicher nochmal wählen

Nur zwei von fünf Lehrkräften würden ihren Beruf sicher nochmal wählen

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SCHWERIN. Der Lehrberuf verliert aus Sicht vieler Beschäftigter deutlich an Attraktivität. Das legen Ergebnisse einer Befragung aus Mecklenburg-Vorpommern nahe, die die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gemeinsam mit der Universität Göttingen vorgestellt hat. Demnach würde sich nur noch eine Minderheit der Lehrkräfte ohne Einschränkung erneut für diesen Beruf entscheiden, während ein erheblicher Teil zweifelt oder bereits innerlich auf Distanz gegangen ist.

Begeisterung? Sieht anders aus (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Nach den vorliegenden Daten würden lediglich 42 Prozent der Befragten den Lehrerberuf noch einmal wählen. 19 Prozent schließen dies ausdrücklich aus, weitere 39 Prozent sind unentschlossen. Besonders deutlich fällt das Urteil bei der Weiterempfehlung aus: Nur 15 Prozent würden den Beruf uneingeschränkt empfehlen, während rund die Hälfte eher davon abrät. Die Studienautorinnen und -autoren meinen dazu: „Die Befunde zeigen eine ausgeprägte Verunsicherung“.

Die Ergebnisse basieren auf einer Online-Befragung von mehr als 2.000 Lehrkräften an öffentlichen Schulen Mecklenburg-Vorpommerns im November 2025. Sie sind Teil des Forschungsprojekts „Verbesserung der Attraktivität des Lehrberufs in M-V“, das auch Vergleiche mit anderen Bundesländern ermöglicht.

„Gerade für einen Beruf, der lange als familienfreundlich galt, markiert dies einen gravierenden Attraktivitätsverlust“

Als zentraler Belastungsfaktor erweist sich der Zeitdruck. 80 Prozent der Befragten geben an, sich dadurch stark belastet zu fühlen. Hinzu kommt eine Verdichtung der Arbeit: 73 Prozent berichten von gestiegenen Anforderungen, 68 Prozent von regelmäßiger Mehrarbeit. In der Presseinformation werden diese Faktoren ausdrücklich gebündelt beschrieben: „Belastungsfaktoren wie Zeitdruck, Mehrarbeit, steigende Anforderungen, Lehrkräftemangel, digitaler Stress, Konflikte mit Eltern und Schüler*innen sowie eine schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zeigen in der Analyse systematische Zusammenhänge mit erhöhtem Burnout-Risiko und niedrigerem Wohlbefinden“.

Besonders deutlich wird die Belastung bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. 81 Prozent der Lehrkräfte geben an, dass ihnen die Arbeit nicht genügend Zeit für Familie, Freundschaften und persönliche Interessen lässt. Die Studie formuliert das zugespitzt: „Gerade für einen Beruf, der lange als familienfreundlich galt, markiert dies einen gravierenden Attraktivitätsverlust“.

Hinzu kommt eine verbreitete Wahrnehmung mangelnder Anerkennung. Ein erheblicher Teil der Befragten erlebt laut Studie eine sogenannte Gratifikationskrise, also ein Missverhältnis zwischen Einsatz und Gegenleistung. Wörtlich heißt es: „Ein erheblicher Teil der Lehrkräfte erlebt eine Gratifikationskrise, die begründet wird durch hohe Belastungen, begrenzte Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, gesundheitliche Risiken und unzureichenden Gratifikationen“.

Diese Belastungen spiegeln sich auch in den Gesundheitsdaten wider. Nur 40 Prozent der Lehrkräfte bewerten ihren Zustand als gut oder sehr gut, während 22 Prozent ihn als weniger gut oder schlecht einschätzen. Beim psychischen Wohlbefinden liegen die Werte deutlich unter denen anderer Berufsgruppen. Die Studie hält fest: „Das Burnout-Risiko ist deutlich erhöht“.

Die gesundheitlichen Risiken bleiben nicht ohne Folgen für das System. Rund 24 Prozent der Lehrkräfte planen, ihre Arbeitszeit im kommenden Schuljahr zu reduzieren. Unter den über 55-Jährigen geben 60 Prozent an, voraussichtlich nicht bis zum regulären Pensionsalter im Schuldienst zu bleiben. In der Pressemitteilung wird der Zusammenhang klar benannt: „Dies verschärft den bestehenden Lehrkräftemangel zusätzlich“.

„Durch den Lehrkräftemangel ist die Lage an den Schulen alles andere als einfach“

Vor diesem Hintergrund verweist das Bildungsministerium in Schwerin auf eine vergleichsweise stabile Unterrichtsversorgung. Nach offiziellen Angaben fanden im vergangenen Schuljahr 97 Prozent des Unterrichts an allgemeinbildenden Schulen statt, an beruflichen Schulen waren es 92 Prozent. Der geringe Unterrichtsausfall wird dabei auch durch zusätzliche Belastungen im Kollegium ermöglicht.

Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) erklärte: „Durch den Lehrkräftemangel ist die Lage an den Schulen alles andere als einfach. Wir dürfen nichts beschönigen, aber die Lehrerinnen und Lehrer setzen alles daran, dass so wenig Unterricht wie möglich ausfällt.“

Die Landesregierung setzt nach eigenen Angaben auf Entlastung durch zusätzliche Unterstützungssysteme, etwa durch Verwaltungskräfte und Alltagshelfer sowie organisatorische Anpassungen im Schulalltag.

Aus Sicht der Forschenden reicht das nicht aus. Sie formulieren in der Pressemitteilung einen strukturellen Handlungsauftrag: „Eine nachhaltige Verbesserung [ist] nur durch ein Bündel struktureller Maßnahmen zu erreichen“. Dazu zählen insbesondere eine Reduzierung der Arbeitsintensität, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie eine stärkere Anerkennung der geleisteten Arbeit. Weitere Auswertungen der Studie sollen in den kommenden Monaten folgen, ein Abschlussbericht ist für den Herbst angekündigt. News4teachers / mit Material der dpa

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GEW schlägt Alarm: „Steigende Zahl langzeiterkrankter Kollegen ist ein deutliches Warnsignal“

 

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Realistin
1 Tag zuvor

Kein Wunder! So viele Verblendungen!
Es hat sich so viel verändert und in der Schule merken sie es nicht.
Es fängt bei der Bezahlung an, es sind die Nullrunden und die fehlenden Zusatzzahlungen. Bei anderen Branchen können das ganze 10 000 pro Jahr ausmachen.
Es sind auch aber die Bedingungen, 5-Tage Woche, 100% Präsenzanwesenheit mit Klassenfahrten und abendlichen Präsenzveranstaltungen z.B. Elternabenden.
Die Arbeitswoche liegt zwischen 41 und 61 Stunden.
Wer gegen Nachmittag nach Hause kommt, korrigiert munter weiter oder bereitet vor. Die Vorbereitung ist schon zeitfressend.
Es liegt also am Geld, an der Arbeitszeit und an den Bedingungen in der Schule.
Wir brauchen:
4-Tage Woche
30 % Homeschooling
17 % Gehälter rauf, Reallohnverlust ausgleichen

Frieda
1 Tag zuvor
Antwortet  Realistin

Ja bitte, schnell.
🙂

Thomas
1 Tag zuvor
Antwortet  Realistin

Sie schreiben es, alles richtig so

Walter Hasenbrot
1 Tag zuvor
Antwortet  Realistin

Das ist doch Quatsch.

Lehrkräfte haben eine Homeoffice-Quote von etwa 50 Prozent und gerade keine 100 Prozent “Präsenzanwesenheit”.

Das Problem ist die fehlende Arbeitszeiterfassung, nicht fehlendes Homeoffice.

Wer Lehrer oder Lehrerin geworden ist, dem musste bei der Berufswahl klar gewewsen sein, dass er einen (mehr oder weniger) sozialene Beruf ergreift, bei dem er mit Kindern und Jugendlichen arbeitet. Homeoffice ist in diesem Bereich der Arbeit nicht möglich.

dickebank
1 Tag zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Falsch, sie werden zum mobilen Arbeiten gezwungen, da ihr Arbeitgeber weder einen Arbeitsplatz in den Betriebsräumen noch das für HO erforderlichen Equipment zur Verfügung stellt.

Walter Hasenbrot
23 Stunden zuvor
Antwortet  dickebank

Der Einwand ist doch Haarspalterei.

Es geht den Kolleg:innen darum, dass sie auch zuhause oder an einem Ort ihrer Wahl arbeiten können. Und das konnten Lehrkräfte schon immer.

Die Einrichtung des heimischen Arbeitsplatzes könnte auch durch eine pauschale Zahlung abgegolten werden. Darum geht es den Kolleg:innen aber wohl nicht.

dickebank
22 Stunden zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Mag Haarspalterei sein, arbeitsrechtlich ist es aber ein gewaltiger Unterschied.

Schotti
20 Stunden zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Zwei völlig verschiedene Dinge zu betrachten ist neuerdings Haarspalterei? Dann sind Hund und Katze wohl auch die selben Tiere.

Konfuzius
1 Tag zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Lehrer haben kein Homeoffice.

Ulla
4 Stunden zuvor
Antwortet  Konfuzius

Natürlich haben Lehrer Home Office! Ihnen bleibt gar nichts anderes übrig, als zuhause zu arbeiten, und zwar auch abends und am Wochenende. Das ist aber mit anderen Berufen nicht zu vergleichen, weil man dort den ganzen Tag zuhause ist.

dickebank
4 Stunden zuvor
Antwortet  Ulla

Nein, das ist mobiles Arbeiten und kein HO.
Rennt man hier eigentrlich gegen Wände?

Petra OWL
1 Tag zuvor

ja ja, das sehen und hören wir jetzt sehr häufig.
Was bietet denn der Job noch???
Ihr kennt meinen Hasi, der wollte auch mal Lehrer werden, wir haben angefangen zu studieren, doch er roch schon, dass das nicht gut sein wird. Er sprang ab, wow.
Jetzt ist er erfolgreich, arbeitet für eine große Firma, hat 3 Tage Homeoffice und nur noch 35 Stunden pro Woche, einen Dienstwagen mit Tankkarte und Flexiurlaub. Es ist der glatte Wahnsinn. Morgens bleibt er zuhause und startet sportlich mit Kratftraining. Ich pendele und kratze im Winter den Wagen, stehe eher auf.
Es kann nicht mehr sein, das die Präsenzjobs weniger verdienen als die Homeofficejobs, in denen die meisten auch noch früher in Rente gehen. Z.B. mit 100% ab 63.
Bei Lehrern ist das 67?
Gen Z und die Jungen wissen schon längst, wie es in Schule läuft. Die Zahlen sidn eingebrochen, weniger Studienanfänger, viel weniger Refis usw.
Es besteht eklatanter Lehrermangel überall.
Viele sind erschöpft, kraftlos, deprimiert. Die Stimmung ist schlecht.
Aber es wird auch nichts geboten, es kann oft nichts geboten werden.
Freunde, es muss sich dringen was ändern!!!
mit 4 Tage Woche, Distanzunterricht und Deputaten von 18 Stunden wird‘s etwas besser.
PS: Teilzeit ist der größte Geldkiller, sowohl für Dienstzeit als auch Pension.
Ein Job muss auch zu 100% machbar sein, merkt euch das.
Eure Peti aus dem Lipperland 🙂 🙂
Habt nen Guten

Salome
1 Tag zuvor
Antwortet  Petra OWL

Ach Peti, du nervst so sehr!

dickebank
1 Tag zuvor
Antwortet  Salome

Tja, steter Tropfen höhlt den Stein

potschemutschka
1 Tag zuvor
Antwortet  dickebank

Wer oder was ist der Stein?

dickebank
1 Tag zuvor
Antwortet  potschemutschka

Der Stein der 16 Weisen.

potschemutschka
1 Tag zuvor
Antwortet  dickebank

🙂

Mika BB
1 Tag zuvor
Antwortet  dickebank

Eigentlich ja DIE Stein, wenns um Charlotte von geht…

Thomas
1 Tag zuvor
Antwortet  Salome

Salome, du hast es nicht erfasst. Wenn sich nichts ändert, verschärft sich der Lehrermangel. Der Status Quo ist nicht verhandelbar.
Lehramt ist schon jetzt nicht mehr wettbewerbsfähig!

dickebank
1 Tag zuvor
Antwortet  Thomas

Lehrermangel ist aber ein Problem der Arbeitgeber, nicht eines der abhängig Beschäftigten.

Bienchen
1 Tag zuvor
Antwortet  Salome

Wir zahlen gerade viel mehr Geld für Sprit, um überhaupt in die Schule zu kommen. Natürlich wären 2 Tage Fahrt weniger besser. Und ja, wenn es heißt, geht alle ins Homeoffice. Ja, bitte. Dann machen wir jetzt Distanzunterricht, fertig.

Bienchen
1 Tag zuvor
Antwortet  Salome

diese 5 Tage sind unfair bei den Benzinpreisen Salome. noch nicht gemerkt?

Meiomei
1 Tag zuvor
Antwortet  Bienchen

Umstellen auf EAuto als Alternative.

Hans Malz
1 Tag zuvor
Antwortet  Meiomei

Ach, die kosten nichts?

Mika BB
22 Stunden zuvor
Antwortet  Hans Malz

Nö, Strom kommt vom Dach

Hans Malz
20 Stunden zuvor
Antwortet  Mika BB

Der Verband der Eigenheimbesitzer rät zum Kauf. Der Rest muss halt schauen…

Frieda
1 Tag zuvor
Antwortet  Petra OWL

Stimmt, warum wird‘s denn nicht besser?
Du kannst doch mal anregen, Deputate zu senken, die 4 T Woche einzuführen und den Distanzunterricht auszubauen. Auf der didacta gab‘s viele Stände, die sich mit Distanzunterricht beschäftigt haben. Das wird Einzug nehmen. Find ich gut 🙂

Philanthrop
1 Tag zuvor
Antwortet  Petra OWL

Keine Sorge, die Kultusministerien bauen vermutlich darauf, Lehrer, die Schüler lieber aus der Distanz unterrichten wollen, möglichst bald durch eine KI zu ersetzen. Keine Gejammere mehr und keine Gehälter mehr, also doppeltes Win-Win, und sogar ständiges Homeoffice für diese Petra und die Realistin.

Katze
1 Tag zuvor
Antwortet  Philanthrop

Zustimmung, Philanthrop!
Wer Kinder und Jugendliche auf Distanz halten möchte, wäre tatsächlich besser nie Lehrer geworden. Der Beruf lebt schließlich davon, dass man Menschen begegnet.
Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich meine Schüler irgendwann nur noch als pixelige Kacheln in Videokonferenzen sehen soll, hätte ich vermutlich einen großen Bogen um den Lehrerberuf gemacht.
Viele von uns hat dieses unfreiwillige Homeoffice‑Homeschooling während Corona mental an die Belastungsgrenze gebracht.

  • Wir wollten das nicht.
  • Wir haben es nicht erfunden.
  • Und wir haben es ganz sicher nicht als pädagogische Revolution gefeiert.

Wenn das die Zukunft des Unterrichts sein soll, dann gute Nacht.

laromir
1 Tag zuvor
Antwortet  Katze

Zumal der Kontakt mit Kindern und Jugendlichen an sich ja nicht an det mangelnden Weiterempfehlung Schuld ist, sondern einfach die unfassbar bescheidenen Rahmenbedingungen. Wenn ich nur Unterrichten und korrigieren müsste und dafür richtig Zeit hätte, wäre es ja super und genau das, was ich mir wünsche. Und SuS, die schätzen können, dass ihnen Bildung so leicht zugänglich ist, wenn sie sich drauf einlassen, das wäre auch ganz nett. Aber sinnlose Meetings, sinnloser Papierkram, komplizierte Verfahren, Technik die begeistert *hust*, Reformen die teilweise sinnfrei sind usw. Die SuS sind echt das kleinste Problem.

Realist
1 Tag zuvor
Antwortet  Petra OWL

Hasi war clever und ist vom dürren Acker des Lehrerberufs weggehoppelt. Er hat sich grünere Wiesen gesucht. Schlauer Hasi!

Kami
1 Tag zuvor
Antwortet  Petra OWL

Vielleicht sollte Hasi ja mal ne Standheizung spendieren…. Bei dem Gehalt sollte das ja locker drin sein….
Und ernsthaft: ja, die Bedingungen müssen sich verbessern, aber nicht so, wie Sie es immer wieder runterleiern. Bessere Bedingungen durch kleinere Klassen, Minderung oder Abgabe von Zusatzbelastung an die Verwaltungsebene, u.s.w.. Änderungen, die uns und den Schülern zugutekommen. Aber wer Homeoffice will, darf keinen Beruf wählen, der vom persönlichen Kontakt lebt!!!

Lateinlehrer
1 Tag zuvor
Antwortet  Petra OWL

Da du immer wieder mit deinem Distanzunterricht und Homeschooling kommst: Wir haben während Corona gesehen, wie gut (oder eher wie schlecht) der aus allen möglichen Gründen funktioniert hat. Entweder waren die Schüler daheim nicht gut ausgestattet oder es gab technische Probleme, regelmäßig Server-Ausfälle. Oder Schüler haben sich morgens brav angemeldet und sich danach ausgeklinkt, wenn sie keine Lust mehr hatten. Fürs soziale Miteinander ist Distanzunterricht auch nichts. Meine Schüler waren mehrheitlich heilfroh, als sie nach Corona wieder in die Schule durften. Bei einem überwiegenden Teil von ihnen ist (laur eigener Aussagen und auch nach meinen eigenen Beobachtungen) vom Stoff bei ihnen nichts oder kaum etwas hängengeblieben. Im Übrigen habe ich explizit keinen Bock darauf, dass die Eltern heimlich neben ihrem Kind sitzen und meinen Unterricht unerlaubterweise aufnehmen, damit sie sich, wenn ihnen irgendwas nicht passt, mit ihrem Filmmaterial im Gepäck bei der Schulleitung beschweren können. Mir selbst ist das zum Glück nicht passiert. Dafür beherrschen die Eltern in der Regel zu schlecht meine Fächer. Aber laut einer guten Freundin, deren Sohn ein anderes Gymnasium besucht, ist das z.B. einer Kollegin mit Englisch passiert, die angeblich Fehler beim Sprechen machte. Sie passte den Eltern nicht von ihrer Persönlichkeit, ihrem Aussehen und Auftreten her und sie suchten absichtlich das Haar in der Suppe. Die Frau hat Probleme bekommen, weil das eine Schule in nobler Wohngegend mit reicher, einflussreicher Elternschaft ist und der Schulleiter den Eltern lieber nach dem Mund redete. Die arme Frau hat sich versetzen lassen, um dem Mobbing zu entkommen. Distanzunterricht öffnet Mobbing und Schikane Tür und Tor. Ich rege an, kurz mal darüber nachzudenken.

dickebank
1 Tag zuvor
Antwortet  Lateinlehrer

Wenn die SL sich die Aufnahme anschaut und nicht umgehend Strafanzeige stellt, läuft etwas schief.

Schotti
20 Stunden zuvor
Antwortet  Lateinlehrer

Naja, nur weil Distanzunterricht in Gymnasien in noblen Wohngegenden nicht funktioniert, kann man das doch nicht allen Schulen verbieten. Das hat doch mit der Realität in Deutschland nichts zu tun.

Katze
1 Tag zuvor

„Nur zwei von fünf Lehrkräften würden ihren Beruf sicher nochmal wählen.“
Waaaaaas – immer noch zwei von fünf?
Angesichts des Geisterlehrer‑Skandals in Baden‑Württemberg, wo zwischen 2015 und 2025 über 1.440 bis 2.500 Lehrerstellen einfach unbemerkt unbesetzt herumspukten, wundert mich eigentlich nur eins:
Immerhin würden die Geisterlehrer den Beruf sicher nochmal wählen.
Die haben ja auch die besten Arbeitsbedingungen – keine Klassen, keine Konferenzen, keine Vertretungspläne, nicht mal ein funktionierendes IT‑System, das sie bemerken könnte.
In der Statistikabteilung sitzt vermutlich jemand, der sagt:
„Wir haben fünf Lehrkräfte. Zwei echte, drei paranormal erfasst. Macht fünf. Alles korrekt.“
Und plötzlich wirkt die Quote fast schon optimistisch.

Frieda
1 Tag zuvor
Antwortet  Katze

kommt doch keiner mehr

Rainer Zufall
1 Tag zuvor
Antwortet  Katze

Arbeiten Sie in BW?

Realist
1 Tag zuvor
Antwortet  Katze

Waaaaaas – immer noch zwei von fünf?”

Da sind die “Geisterlehrkräfte” mit eingerechnet…

Mika BB
1 Tag zuvor

So leidenschaftlich ich Lehrer bin:
ich würde diesen Beruf aus heutiger Perspektive nie wieder ergreifen, und ich kann ihn niemandem reinen Gewissens empfehlen.
Die Gründe sind oben beschrieben. Hinzu kommen die unrealistischen Erwartungen von Politik und Gesellschaft an Lehrkräfte sowie die nichtexistente Fürsorge und Unterstützung durch den Arbeitgeber.

Bienchen
1 Tag zuvor
Antwortet  Mika BB

und 5 Tage fahren, Benzinpreis massiv hoch. Die im Homeoffice lachen sich alle ins Fäustchen. Unfair

Salome
1 Tag zuvor
Antwortet  Bienchen

Ganz ruhig!
Die Ferien stehen vor der Tür!

potschemutschka
1 Tag zuvor
Antwortet  Mika BB

“….Da ich ein Kind war,
Nicht wußte, wo aus, wo ein,
Kehrt’ ich mein verirrtes Auge
Zur Sonne, als wenn drüber wär
Ein Ohr zu hören meine Klage,
Ein Herz wie meins,
Sich des Bedrängten zu erbarmen.
Wider der Titanen Übermut?

Wer rettete vom Tode mich,
Von Sklaverei?
Hast du’s nicht alles selbst vollendet,
Heilig glühend Herz?
Und glühtest, jung und gut,
Betrogen, Rettungsdank
Dem Schlafenden dadroben?…”

(Goethe “Prometheus”)

Ich finde das passt zu unseren KuMis und Co. 🙂

dickebank
1 Tag zuvor
Antwortet  potschemutschka

Prometheus, der Erfinder des Feuerzeuges?
Ist das eine bildhafte Anspielung, der Kultusbürokratie Feuer unter dem Arsch zu machen?

unfassbar
1 Tag zuvor

Wohnen Petra, Realistin, Tanya, Tanyas Frau, Frieda, Hasi, Thomas usw. eigentlich alle im selben Haus mit Terrasse, um sich dort zum Kaffee zu treffen?

Realist
1 Tag zuvor
Antwortet  unfassbar

Bald müssen sie alle bei Hasi einziehen, eigenes Haus und eigene Wohnung wird für junge Lehrkräfte immer unrealistischer…

dickebank
1 Tag zuvor
Antwortet  Realist

Deshalb doch die Forderung der Lehrerarbeitsplätze in der Schule. Da braucht man als lehrkraft kein eigenes haus mehr, da reicht das Kinderzimmer im Elternhaus. Alternative, man sucht sich einen Ehepartner außerhalb des schulkosmos mit richtig Knete. Ob erarbeitet oder geerbt, ist dabei vollkommen egal.

Hans Malz
1 Tag zuvor
Antwortet  unfassbar

Nein, die treffen sich natürlich per Videokonferenz zum Kaffeetrinken, die sind doch im HomeOffice.

unfassbar
1 Tag zuvor

Ich persönlich bin mir sehr unsicher, ob ich den Berufswunsch als jetzt Abiturient nochmal angehen würde, wenn ich wüsste, wie sich die Bedingungen während meiner Lehrerzeit an der Schule selbst verschlechterten, wie das Land als Dienstherr mit seinem Personal umgeht und wie sich die Bedingungen absehbar in den kommenden Jahrzehnten noch weiter verschlechtern werden.

Realist
1 Tag zuvor
Antwortet  unfassbar

in den kommenden Jahrzehnten”

Das “Tal der Tränen” wird 2030-2040 kommen. Der “deutscher Milei” steht schon irgendwo in den Startlöchern, Gen Z und Gen Alpha werden dafür sorgen (die haben keine Lust mehr auf “Umverteilung”). Armutsquote in Argentinien im öffentlichen Dienst größer als 50%, bei Lehrkräften größer als 70% (den letzten beißen die Hunde)-

unfassbar
1 Tag zuvor
Antwortet  Realist

Die absehbar immer schwieriger werdende Schülerschaft kommt noch erschwerend dazu. Ich bin gespannt, ob die aktuell jungen bis mittelalten, aber angestellten Lehrer in 30 Jahren im Rentenalter besser oder schlechter dastehen als die verbeamteten Kollegen.

dickebank
1 Tag zuvor
Antwortet  Realist

Also sollte man rechtzeitig Schul- und Studiengebühren einführen, die mit Berufseintritt fällig gestellt werden, wenn die Gebühren über Darlehen finanziert worden sind.

unfassbar
21 Stunden zuvor
Antwortet  dickebank

Man könnte die Studiengebühren auch als negative Einkommenssteuer gestalten. Jedes Studiensemester entspricht dann einem Jahr Vollzeitlehrertum und muss spätestens zum Pensionseintritt ausgeglichen sein (oder nachgezahlt werden, falls es bis zum Pensionseintritt nicht genügend Vollzeitberufsjahräquivalente gegeben hat).

laromir
1 Tag zuvor
Antwortet  unfassbar

Genau so ist es. Ich würde es ebenfalls nicht noch einmal machen. Und empfehlen ebenfalls nicht. Und das ausdrücklich nicht, weil ich Home-Office möchte ( in vielen Berufen schwachsinnige Forderung). Ich bin in der Regel gerne im Klassenraum und ich denke mir auch gerne was schönes aus für die Kinder. Ich mag auch Wandertage und Projektwochen. Aber der Rest ist einfach unterirdisch. Und es reicht auf Dauer nicht, wenn die Hälfte der Arbeit und mehr plus die Rahmenbedingungen einfach mies sind. Reicht einfach nicht zur Weiterempfehlung.

Rainer Zufall
1 Tag zuvor

“19 Prozent schließen dies ausdrücklich aus”
Schlimm und ein wenig gruselig…

Mit Blick auf die Kinder, was treibt diese Kolleg*innen an, durchzuhalten bzw. treibt sie noch etwas an?
Im Forum kann sich ausgekotzt werden – fair – aber retten sich Kolleg*innen “”nur noch”” auf die Rente unter verbleib ihrer verbliebenden Gesundheit? Oder sind es gerade ihre Kinder, die sie – noch! – durchhalten lassen?

Wahnsinn, was sich ein so reiches Land zu leisten bereit ist -__-

unfassbar
1 Tag zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Sie haben sich verschrieben. Richtig lautet Ihre letzte Aussage:
Wahnsinn, was ein großer Teil der Lehrer mit sich machen lässt.

Rainer Zufall
1 Tag zuvor
Antwortet  unfassbar

Ist das so? Ich behalte Sie im Hinterkopf, wenn es um mehr Ressourcen für Inklusion, Ganztag ect. geht 😉

447
1 Tag zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ist doch schon oft diskutiert worden:
Das, was Lehrer EIGENTLICH tun sollten (Kinder unterrichten, diese schulisch erziehen) ist es nicht, was den Beruf schlecht macht.

Streiche ich imaginär:
– sämtliches Agitprop aus dem Kalender (von Aktionstag für/gegen ABC bis x-tes Ballsportturnier, dämliche “Schulfeste” mit dem Partyfaktor eines Gebrauchtwagenhändlertreffs usw. )
– Konferenzen auf ein normales Maß zusammen (pro 60 Min. sind 30-45 reines Labern ohne Informationsgehalt)
– Dokumentationsirrsinn auf das notwendige Minimum
– den ganzen AG- und OA-Angebotskram auf echte (!) Freiwilligkeit zusammen

wäre es fast wie (gefühlt) garnicht arbeiten und dafür bezahlt werden, es blieben nur noch Korrekturen als Nervfaktor, da könnte man aber mit leben und das weiß jeder vorher.

Bei gegebenem Stand kann man Berufsanfängern nur abraten.

Rainer Zufall
1 Tag zuvor
Antwortet  447

Dann ändern Sie doch etwas bei Ihren langweiligen Schulfesten, zu langen GLK und den “Angebotskram”. Wenn Sie so über Ihre eigene AG sprechen, dürfte Ihre Arbeitszeit im Unterricht besser aufgehoben sein, so klingt es zumindest.

Wie supercool waren de Schulfeste zu Ihrem Berufsanfang, dass Sie das als Kriterium für den Beruf machen?
Machen Sie das doch einfach wieder so 🙂

447
8 Stunden zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Willkommen in Rainers Phantasiewelt, wo Lehrer einfach überflüssigen Kram streichen können…es heisst DienstANWEISUNG, nicht “unverbindlicher Vorschlag zur Dienstgestaltung”.

Rainer Zufall
1 Stunde zuvor
Antwortet  447

Missverständnis, SIE schrieben, was Sie imaginär streichen würden.

Mich irritiert, dass Sie etwas komplett streichen würden, weil Sie Schulfeste “dämlich” finden. Niemand hinfert Sie an der Planung besserer Angebote, aber das muss die Landesregierung wohl irgendwie schuld sein ^^

Hans Malz
1 Tag zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Vielleicht trifft es beide Gruppen gleichermaßen und der ganze Sch…ß hängt zusammen.

Rainer Zufall
1 Tag zuvor
Antwortet  Hans Malz

Wahrscheinlich, aber ich weiß da persönlich nicht so recht 🙁
Ich finde es schlimm, wenn Lehrkräfte, die nicht (mehr) unterrichten wollen, vor den Kindern sitzen (und potenzielle Nachfolger*innen blocken).

Auf der anderen Seite ist das ja (bei den meisten) nicht die ganze Geschichte, sondern ein deprimierender Prozess von Verschlafen, Vertagen, Rauskaufen, sich dann “plötzlich” überrumpelt und überfordert fühlen, dabei aber immer schön das Kreuzchen bei jenen machen, die keine Verbesserung anzustoßen geloben mit der weltfremden, aber angenehmen Erinnerung, früher die Probleme anderer nicht wahrgenommen zu haben…

Aber was soll man da sagen, wenn jemand von dieser Berufung abrät, weil er die eigenen Schulfeste labgweilig findet? Wie viel Nachsicht kann/ sollte man da ernsthaft noch aufbringen?

laromir
22 Stunden zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Na da möchte ich doch mal sehen, wie sie alleine für über 1000 SuS ein bombastisches Schulfest auf sie Beine stellen. Ich war einmal bei der Orga dabei und konnte nur noch den Kopf schütteln. Bunter Blumenstrauß an Vorgaben, Bedenken und Maßregelungen. Spaß stand da irgendwie nicht im Vordergrund. Hab das also letztes Jahr noch einmal probiert und bin mit Vorschlägen es etwas locker oder besser zu gestalten angetitscht. Dann eben nicht. Und das ist ja ständig so. Irgendwann hat man einfach keine Lust mehr. Sollte man mal drüber nachdenken, warum viele LuL irgendwann einfach aufgeben. Die meisten haben ja so nicht angefangen, sondern sind über Jahre bzw. Jahrzehnte im System zerrieben worden. Innovation und Pragmatismus sind in der Schule unerwünscht.

447
8 Stunden zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ich habe hier mal einen tollen Selbstversuch für Sie:

Beim nächsten Schul”fest” (=Agitpropveranstaltung zum Anwerben von noch mehr SuS, obwohl eh alle Klassen aus den Nähten platzen, bevorzugt Freitags oder Samstags) sagen Sie sich selbst und vor allem den Schülern: “Die Teilnahme ist freiwillig”.

Nachdem Sie dann mit noch 5-10% der Belegschaft dastehen (halt den Leuten ohne real life) kassieren Sie die Abmahnung, das noch zwei mal machen – und schon müssen Sie garnicht mehr herumfantasieren, sondern wissen es ganz konkret.

dickebank
4 Stunden zuvor
Antwortet  447

Das heißt Marketing und nicht Agitprop. Sie sind im verkehrten Zeitalter oder in der verkehrten zeitzone aufgewacht.

Nova
1 Tag zuvor

Ich verstehe die Überbelastung etc. aber ich frage mich, warum lasst ihr euch das alles gefallen und warum lasst ihr euch ausnutzen? Ich würde, wenn ich Lehrerin wäre, mein Ding durchziehen und alles für die Schüler tun, damit sie auf den richtigen Weg gebracht werden, so wie ich es für richtig halte, also mit Humor, Gefühl, Phantasie, Konsequenz und Pragmatismus. Und warum sollte ich so viel arbeiten, dass ich burn out bekomme? Das ist doch unlogisch. Dann sage ich einfach nein oder lasse irgendwas Sinnloses weg. Macht es doch einfach so, wie ihr wollt, ist doch sowieso keiner mehr da, der irgendwas kontrolliert.
Mal ein bisschen Optimismus wie bei Ruffy in der Netflix Serie „One Piece“ würde vielen guttun:-)

447
1 Tag zuvor
Antwortet  Nova

Ich lasse mir nix (mehr) gefallen.

Es war(en) erst nötig:
– ein richtiger Aggro-Anwalt
– bei der BzReg (wieder: mit Anwalt) vorstellig werden und dort klarmachen: “Gespräche” mit mir laufen demnächst im Rahmen des Zulässigen ab
-indirekte Ankündigung, sonst gegen bestimmte Personen mit mehreren Klagen vorzugehen, und zwar egal ob das aussichtsreich ist oder nicht

Siehe da – läuft.

Die wirklichen Parameter sind juristischer Art.
Leider.

Glücklicherweise bin ich an meiner aktuellen Schule sehr zufrieden.

Aber besser wird es erst, wenn man sich durchsetzt. Mit “lieb sein” ist nix zu erreichen. Wird man nur hingehalten.

dickebank
1 Tag zuvor
Antwortet  Nova

Sie wissen was eine dienstliche Ermahnung ist?

vhh
1 Tag zuvor
Antwortet  Nova

Darum bist Du keine Lehrerin…
…mein Ding….wie ich es für richtig halte…weglassen ….keine Kontrolle – das ist die Vorstellung vom Beruf, dazu gibt es dann noch eine Realität. Die besteht aus Nachweispflichten, Konferenzen, Elternklagen, Nachfragen der Schulaufsicht und dem beliebten Spiel ‘Schwarzer Peter’. Wer den letztendlich immer hat, wenn irgendein Detail nachweislich nicht 100% vorschriftsmäßig war? Hm, mal nachdenken, habe ich wohl verdrängt, um weiterarbeiten zu wollen.

Mein Senf
20 Stunden zuvor
Antwortet  Nova

Genau, ich sage bei den anstehenden Abi Erst- und Zweitkorrekturen einfach nein, Schüler und Schulleitung werden’s schon verstehen 🙂

Nova
1 Stunde zuvor
Antwortet  Mein Senf

Wichtige Dinge würde ich immer erledigen, da ich das beste für die Kinder will. ich meinte ja, Sinnloses weglassen.
Ich komme nicht aus der Schule, aber ich mag euch Lehrer sehr, weil ihr meistens auch sehr nett und klug seid, nur manchmal bisschen anstrengend.
Und trotzdem bleibe ich dabei, NEIN zu sagen, muss man lernen, auch wenn man sich unbeliebt macht und ich wäre garantiert schon gekündigt worden, weil ich mir nichts gefallen lasse oder ich sage lächelnd ja und mache es doch so, wie ich es für richtig halte.
Krank wegen der Arbeit zu werden nutzt niemanden und NIEMAND wird es euch danken. Also hört auf zu Jammern und trefft die richtige Entscheidung – und zwar für euch

Mika BB
9 Stunden zuvor
Antwortet  Nova

Ich sag demnächst dann einfach: nicht mein Problem, wenn Schüler mir mitteilen, dass Schüler A sich gerade auf der Toilette ritzt. Sag ich dann auch Eltern, die dringend mit mir sprechen wollen, weil ihr Kind sich in den virtuellen Welten des Netzes immer mehr verirrt.
Rückgabefristen bei schriftlichen Arbeiten, insbesondere Prüfungsklausuren: mir doch egal.
Mündliche Prüfungen? Sorry, meine Arbeitszeit ist aufgebraucht, kann ich nicht machen.

Sie kommen nicht aus dem Schulbereich. Schule ist nicht so, wie Serien sie darstellen. Sorry.

Ulla
4 Stunden zuvor
Antwortet  Nova

Ich kann nicht “Dienst nach Vorschrift” machen, weil es immer zu Lasten der Kinder geht. Ich kann nicht sagen, ich kontrolliere einfach nur die Hälfte der Klassenarbeiten und lasse die andere Hälfte weg. Ich kann die Klassenarbeit auch nicht erst 6 Wochen später zurück geben. Ich kann natürlich sagen, ich fahre nicht auf Klassenfahrt, weil das extrem anstrengend ist und ich 5 Tage am Stück im Dauereinsatz bin. Aber dann fährt halt die Klasse nicht.

dickebank
3 Stunden zuvor
Antwortet  Ulla

Sind aber nicht Ihre Kinder. Warum ziehen Sie sich einen Schuh an, der acht Nummern zu groß für Sie ist. Es ist nicht sinnvoll, Arbeiten zu erledigen, die weit über das vereinbarte Arbeitsvolumen und die vereinbarte Arbeitszeit hinausgehen.

unverzagte
3 Stunden zuvor
Antwortet  dickebank

Ist vermutlich der Unterschied zwischen Quereingestiegenen, die zudem männlich sind: Befürchte, dass Behörde damit rechnet, dass Lehrer*innen insbesondere in der Grundschule die SuS sehr wohl als “ihre Kinder” betrachten. Ging mir auch so, meine Klassen waren stets “mein Baby”, dem es gut gehen sollte. Das geht über Ihre sehr reduzierte und rationale Betrachtung von “Arbeit” weit hinaus, auch wenn diese vermutlich gesünder wäre …

dickebank
2 Stunden zuvor
Antwortet  unverzagte

Selbst schuld. Es gibt kein größer Leid, als man sich selbst andeit.

Ich habe sie immer als Kinder der von mir und meiner Co geleiteten Klasse betrachtet, die ich entweder 3 oder maximal 6 Jahre betreut und verwaltet habe.
Gab tolle Klassen mit wunderbarem Zusammenhalt und andere, die man auch gerne auch abgegeben hat.

unverzagte
2 Stunden zuvor
Antwortet  dickebank

Für mich ist das keine Frage von Schuld. Ihren zweiten Satz finde ich äußerst fragwürdig.
Klar, war das mitunter sauanstrengend, aber Sie erhalten auch von schwierigen Klassen 1:1 das zurück, was Sie an Energie etc. reingesteckt haben.

dickebank
2 Stunden zuvor
Antwortet  unverzagte

Der zweite Satz ist ein Aphorismus, der viel Wahres enthält. Manche Probleme schafft man sich halt selbst

Mona
1 Tag zuvor

Da musste ich jetzt doch ein bisschen schmunzeln. Bitte einfach mal den Blick aus der eigenen Blase heraus auch auf andere Tätigkeiten richten, z.B. hier oder ganz neu hier.

Spoiler: Dort (was die Lehrkräfte sogar einschließt) sieht es keineswegs besser aus. Nur 10% sind zufrieden, 77% machen nur noch Dienst nach Vorschrift und 13% haben innerlich sogar schon gekündigt. Da lässt eine Zufriedenheitsquote von 42% unter Lehrkräften ja schon fast auf paradiesische Zustände schließen. Auch wenn sich die Fragestellungen der beiden Studien (?) nicht gleichermaßen auf Beruf bzw. Arbeitgeber beziehen.

Nur vorsichtshalber: Über das düstere Gefängnis des Beamtenstatus sollte man den Menschen in unsicheren Branchen gerade derzeit besser nichts vorjammern 😉

vhh
1 Tag zuvor

97% der Stunden fanden statt, aber wieviel Prozent des geplanten Unterrichts? Vertretungsstunden als normal gehaltenen Unterricht zu zählen war schon immer üblich. Ein Teil davon ohne Material und das völlig zurecht, denn krank bedeutet nicht, mit Grippe in Heimarbeit trotzdem Stunden zu planen, auch wenn das erwartet wird. Dann gibt es noch die ‘Doppelbetreuung’, immer beliebter. Arbeitsaufträge für zehn Minuten, die eine Doppelstunde abdecken sollen sind dann auch ‘gehaltener Unterricht’. Besonders beliebt die Arbeitsaufträge, bei denen fünf Minuten vor Beginn auf einer A4-Seite vom kranken Kollegen detailliert erläutert wird, in welcher Reihenfolge die fünf Blätter (noch zu kopieren) bearbeitet und unter welchen Aspekten besprochen werden sollen. Nicht zu vergessen, den Tabletkoffer mitzunehmen. Ach ja, in den meisten Fällen ist dieser ‘Unterricht’ fachfremd, bitte keine Detailfragen zum Thema stellen.
Das ist zwar der Zustand einer Schule in NRW, aber wohl nicht so ungewöhnlich. Übrigens 10% Langzeitausfälle, dazu 5-10% kurzfristig, je nach Saison. Dauervertretungen werden in NRW nur mit 80% der Stundenzahl zugeteilt, aber offiziell ist so eine Schule zu 100% versorgt.
Wenn die Ministerien 50% ihrer Arbeitszeit für Selbstdarstellung in Problembewältigung stecken würden…

Ulla
4 Stunden zuvor

Was ich als extrem belastend empfinde, ist die Entgrenzung von Berufs- und Privatleben. Ich bin diese Woche krank geschrieben, bekomme aber auf allen Kanälen Nachrichten aus der Schule, die ich auch beantworten “muss”. Natürlich habe ich mit Fieber und Husten auch einen ausführlichen Arbeitsplan für meine Klasse geschrieben, Material und Arbeitsblätter mitgeschickt. Mein Mann sagt zu Recht: Warum machst du das?
Wenn ich es aber nicht mache, guckt meine Klasse eine Woche Filme oder malt Mandalas aus.

dickebank
3 Stunden zuvor
Antwortet  Ulla

Dann ist das eben so. Sie sind abhängig beschäftigt. Im Krankheitsfall hat der AG für den Arbeitsablauf ohne die erkrankten AN zu organisieren.

Ulla
3 Stunden zuvor
Antwortet  dickebank

Aber genau dieses “dann ist es eben so” funktioniert nicht. Wenn die Schüler eine Woche lang nicht vernünftig arbeiten, muss ich das in den Wochen drauf wieder auffangen.

Alex
2 Stunden zuvor
Antwortet  Ulla

Auch hier: „Dann ist das eben so.“

potschemutschka
1 Stunde zuvor
Antwortet  Ulla

Manchmal kann man engagierte Eltern dazu bringen, Missstände an höherer Stelle anzusprechen. (Okay, kann, wie ich selbst erlebte, dazu führen, dass man ein Gespräch mit dem Schulrat bekommt, der dann fragt, ob und warum man die Eltern “aufgehetzt hätte. Ich konnte ruhigen Gewissens antworten, dass ich die Eltern nur auf ihre Rechte hingewiesen hätte. 🙂 )