Start Nachrichten Als Lehrer vier Schülerinnen missbraucht: Fünf Jahre und drei Monate Haftstrafe

Als Lehrer vier Schülerinnen missbraucht: Fünf Jahre und drei Monate Haftstrafe

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BERLIN. Ein Lehrer trifft sich nach dem Unterricht mit Schülerinnen, bietet Hilfe bei schulischen Aufgaben an. Doch in seiner Gartenlaube ist es immer wieder zu sexuellen Handlungen gekommen. Ein Gericht verurteilte den Mann jetzt zu einen hohen Haftstrafe. 

Das Gericht hat geurteilt (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Ein ehemaliger Lehrer ist wegen sexuellen Missbrauchs von Schülerinnen zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Der 39-Jährige habe bewusst seine Autoritätsstellung als Lehrer und das Vertrauen der vier betroffenen Schülerinnen ausgenutzt, befand das Berliner Landgericht.

Der Mann, der an verschiedenen Schulen als Vertretungslehrer tätig war, wurde unter anderem der Vergewaltigung in einem Fall sowie des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen in 19 Fällen schuldig gesprochen. Die Opfer seien 15 bis 17 Jahre alt gewesen. «Er kannte ihre Lebensumstände, ihre Probleme, er bot Hilfe an, er war der Lehrer auf Augenhöhe, der das Du anbot», hieß es im Urteil. Der Mann sei jeweils nach ähnlichem Schema vorgegangen.

Tatort Gartenlaube

Im Prozess gegen den damals angestellten Lehrer für Physik und Geografie ging es um mutmaßliche Taten zwischen März 2016 und März 2020. Tatort sei die Gartenlaube des Angeklagten in Berlin gewesen.

Im Februar 2018 soll der damals 32-Jährige laut Anklage ein 15 Jahre altes Mädchen, das über keinerlei sexuelle Erfahrungen verfügte, vergewaltigt haben. Von Januar bis Juli 2019 sei es in 16 Fällen zu sexuellen Handlungen an einer 16-Jährigen gekommen. Als ihr Lehrer habe er von ihren familiären Schwierigkeiten erfahren, dies gezielt ausgenutzt und Hilfe angeboten, «um eine persönliche Nähe zu ihr aufzubauen». Die entstandene emotionale Abhängigkeit der Jugendlichen habe den späteren sexuellen Kontakt ermöglicht, den er bewusst herbeigeführt habe.

Hilfsangebote habe er auch im letzten Fall der Anklage im März 2020 genutzt, um eine persönliche Bindung herzustellen und das Vertrauen einer weiteren 16-Jährigen aufzubauen. Das Gericht sei überzeugt, dass Hilfe «nicht ohne Hintergedanken» erfolgte.

Angeklagter gab sexuelle Kontakte zu

Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn vor knapp zwei Monaten sexuelle Kontakte zu Schülerinnen zugegeben und um Entschuldigung gebeten. Den Vorwurf der Vergewaltigung einer 15-Jährigen wies er aber zurück. Es habe jeweils ein «Einverständnis» gegeben, hieß es in einer Erklärung, die sein Verteidiger verlas. Der studierte Lehrer ist nach seinen Angaben seit 2021 nicht mehr in seinem Beruf tätig. Sein Leben sei seit Bekanntwerden der Vorwürfe «aus den Fugen geraten».

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren gefordert. Der Verteidiger plädierte auf Freispruch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. News4teachers / mit Material der dpa

Wie kann so etwas geschehen? Serien-Missbrauch an Erfurter Gymnasium (Richter: „Fassungslos!“) – schon der zweite Lehrer verurteilt

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5 Kommentare
Küstenfuchs
1 Tag zuvor

Igitt, ist das ekelhaft.

Roman
1 Tag zuvor

Der Verteidiger plädierte auf Freispruch.
unfassbar

Unverzagte
1 Tag zuvor
Antwortet  Roman

Ein echter Rechtsverdreher halt.

Küstenfuchs
20 Stunden zuvor
Antwortet  Unverzagte

Meiner Meinung nach sollte man mit solchen verunglimpfenden Bezeichnungen sehr vorsichtig sein. Es ist die Aufgabe eines Rechtsanwalts, seinen Mandanten bestmöglich zu verteidigen. Und jeder Angeklagte, egal was er getan hat, hat grundsätzlich Anspruch auf eine gute Verteidigung.
Das ist so einem Rechtsstaat und das ist gut so. Lynchjustiz ist glücklicherweise bei uns abgeschafft.

Unverzagte
20 Stunden zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Der hiesige Fall, in dem ein RA ernsthaft Freispruch fordert, verweist auf ein rechtsverdrehendes Verständnis –
Ist leider kein Einzelfall sowas.