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Sexualisierte Gewalt gegen Kinder: Bundeselternrat fordert mehr Prävention an Schulen

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BERLIN. Die Zahl der registrierten Fälle sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche bleibt hoch – zugleich verlagern sich Straftaten zunehmend in digitale Räume. Der Bundeselternrat sieht darin ein deutliches Signal, den Kinderschutz stärker als bisher in Schulen und Familien zu verankern. Im Mittelpunkt seiner Forderungen stehen verbindliche Präventionskonzepte, mehr Medienbildung und eine dauerhafte Finanzierung von Schutzangeboten. Aus Sicht des Elternverbands darf Prävention nicht länger hinter der Strafverfolgung zurückstehen.

Missbrauch wird immer öfter online angebahnt (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Angesichts der aktuellen Zahlen des Bundeskriminalamts zur sexualisierten Gewalt gegen Kinder und Jugendliche verlangt der Bundeselternrat ein deutlich stärkeres Engagement von Bund, Ländern und Kommunen bei der Prävention. Besonders mit Blick auf digitale Tatformen wie Cybergrooming, Sextortion, Livestreaming oder den Missbrauch neuer Technologien reichten bisherige Maßnahmen nicht aus, erklärt der Verband in einer Pressemitteilung.

Nach Angaben des Bundeselternrats wurden im Jahr 2025 bundesweit 20.051 minderjährige Opfer sexuellen Missbrauchs registriert. Besonders besorgniserregend sei der Anstieg der Missbrauchshandlungen ohne Körperkontakt um 16,5 Prozent. Zudem hätten Straftaten im Zusammenhang mit jugendpornografischen Inhalten einen neuen Höchststand erreicht. Für den Verband sind diese Entwicklungen ein Hinweis darauf, dass sich Gefährdungen zunehmend in digitale Lebenswelten verlagern.

Aus Sicht des Bundeselternrats muss Kinderschutz deshalb deutlich früher ansetzen. Prävention müsse fester Bestandteil von Bildung, Erziehung und Familienunterstützung werden. Kinder und Jugendliche bewegten sich selbstverständlich im Internet und in sozialen Netzwerken. Deshalb müssten sie frühzeitig lernen, Risiken zu erkennen und Hilfe zu suchen. Gleichzeitig benötigten Eltern verlässliche Unterstützungsangebote, während Schulen verbindliche Schutzkonzepte, ausreichend Zeit und entsprechend qualifiziertes Personal bräuchten, um Prävention und Medienbildung dauerhaft zu verankern.

„Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, sicher aufzuwachsen – analog wie digital“

Konkret fordert der Bundeselternrat, Schutz- und Präventionskonzepte gegen sexualisierte Gewalt an allen Schulen verbindlich einzuführen. Darüber hinaus spricht sich der Verband für regelmäßige Fortbildungen von Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften, den verbindlichen Ausbau einer altersgerechten Medienbildung sowie flächendeckende Beratungs- und Unterstützungsangebote für Familien aus. Präventions- und Opferschutzangebote müssten nach Auffassung des Elternverbands dauerhaft und verlässlich finanziert werden.

Eileen Schulz, stellvertretende Vorsitzende des Bundeselternrats, erklärt: „Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, sicher aufzuwachsen – analog wie digital. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Prävention nicht länger nachrangig behandelt werden darf. Eltern, Schulen und Politik tragen gemeinsam Verantwortung. Dafür braucht es verbindliche Strukturen, starke Medienbildung und niedrigschwellige Unterstützungsangebote für Familien. Kinderschutz beginnt nicht mit der Strafverfolgung – er beginnt lange davor.“

Der Bundeselternrat verbindet seine Forderungen zugleich mit Kritik an der Politik. Alarmierende Entwicklungen dürften nicht länger mit Routine beantwortet werden. Bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder dürfe es weder ein Abwarten noch ein Verschieben notwendiger Maßnahmen geben. Hinter jeder statistischen Zahl stehe ein betroffenes Kind, dessen Leben dauerhaft beeinträchtigt werden könne. Ausbleibende politische Entscheidungen bedeuteten deshalb aus Sicht des Verbands fehlenden Schutz.

Der Elternrat bezeichnet Kinderschutz als staatliche Verpflichtung und nicht als Vorhaben, das von der jeweiligen Haushaltslage abhängig gemacht werden dürfe. Prävention, Aufklärung, Medienbildung und wirksame Schutzkonzepte müssten verbindlich, flächendeckend und dauerhaft umgesetzt werden. Kinder hätten keine Zeit, auf spätere Reformen oder weitere Arbeitsgruppen zu warten, warnt der Verband. Jede verzögerte Entscheidung könne dazu führen, dass weitere Kinder Opfer sexualisierter Gewalt würden. News4teachers

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3 Kommentare
Frederik März
21 Stunden zuvor

…fordert von den Schulen… und tschüss!

Jerunda
9 Stunden zuvor

„Gleichzeitig benötigten Eltern verlässliche Unterstützungsangebote, während Schulen verbindliche Schutzkonzepte, ausreichend Zeit und entsprechend qualifiziertes Personal bräuchten, um Prävention und Medienbildung dauerhaft zu verankern.“
Okay! Was Schulen, Lehrer und Erzieher alles tun sollen, wird immer wieder gefordert und entsprechend oft diskutiert.
Jetzt würde mich mal interessieren, wie sollen konkret die verlässlichen Unterstützungsangebote für Eltern aussehen? Welche Vorschläge hat der Bundeselternrat dafür? Also: Wer? Wann? Wie? Mit welchen Ressourcen? Bleibt es wieder an den Lehrern und Erziehern hängen? Für „Umme“, ohne zusätzliche Ressourcen? Es wird ja bewusst im Konjunktiv formuliert: „… während Schulen verbindliche Schutzkonzepte, ausreichend Zeit und entsprechend qualifiziertes Personal bräuchten“,(aber nicht haben!)
Die Kinder können ja nichts dafür, Richtig! Aber welche Rolle spielen die Eltern und was genau können und sollen die tun?

laromir
2 Stunden zuvor

Die Deputatsstunde für das Schutzkonzept wurde gerade wieder gestrichen. Konzept ist ja jetzt entwickelt. Umsetzung anscheinend nicht relevant. Soviel dazu. Ach ja, dann noch Eltern, die sich gegen den Sexualkundeunterricht stemmen, wo auch über sexuelle Selbstbestimmung usw. aufgeklärt werden wird. Läuft mal wieder. Aber Schulen sollen….