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Frankreichs Schülerproteste zeigen Wirkung: Bildungsminister will mehr Lehrkräfte einstellen

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PARIS. Nach wochenlangen Schülerprotesten hat die französische Regierung einen Fünf-Punkte-Plan zur Verbesserung der Bildungsbedingungen vorgestellt. Kleinere Klassen, zusätzliche Lehrkräftestellen, Milliardenhilfen für Schulgebäude und eine Reform der Studienplatzvergabe sollen die Forderungen der Jugendlichen aufgreifen. Die Schülervertretungen sprechen von ersten Erfolgen, halten die Zusagen aber für unzureichend. Besonders umstritten bleibt die Zahl der zusätzlichen Studienplätze. Für Samstag sind bereits neue Demonstrationen angekündigt.

Frankreichs Bildungsminister Édouard Geffray. Foto: Shutterstock / Ninotnan

Die französischen Schülerorganisationen haben die am Montag vorgestellten Bildungsreformen als ersten Erfolg ihrer Protestbewegung gewertet. „Wir können uns zu einigen ersten Siegen beglückwünschen“, erklärte Marius Mesnil von der Schülergewerkschaft Union syndicale lycéenne nach einem Treffen mit Premierminister Sébastien Lecornu laut einem Bericht der tagesschau. Beim Lehrkräftemangel, bei den Klassengrößen und der Sanierung von Schulgebäuden habe die Regierung Zugeständnisse gemacht. Das zeige, dass die Mobilisierung Wirkung habe.

Bildungsminister Édouard Geffray hatte zuvor angekündigt, die Klassenstärke in der zehnten Jahrgangsstufe der allgemeinbildenden und technologischen Lycées schrittweise auf höchstens 28 Schülerinnen und Schüler zu begrenzen. Ab 2027 soll die Regelung zunächst für die Hälfte der sozial am stärksten benachteiligten Schulen gelten, ab 2028 für alle entsprechenden Lycées. Zudem werden 836 geplante Stellenstreichungen im weiterführenden Schulwesen zurückgenommen und 500 zusätzliche Lehrkräftestellen geschaffen. Das geht aus einer Mitteilung des französischen Bildungsministeriums hervor.

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Auch bei der Sanierung von Bildungseinrichtungen stellt die Regierung zusätzliche Mittel in Aussicht. Vier Milliarden Euro sollen den Regionen als Darlehen für die Erneuerung von Schulgebäuden zur Verfügung stehen, eine weitere Milliarde Euro ist für Hochschulen vorgesehen. Allerdings stößt die Finanzierung auf Kritik. Kamel Chibli, Vizepräsident der Region Okzitanien, bemängelte gegenüber France Info, dass die Regionen keine zusätzlichen Kredite, sondern gezielte Zuschüsse für die energetische Sanierung ihrer Schulen benötigten.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die umstrittene Studienplatzvergabe. Das staatliche Zulassungssystem Parcoursup soll 2027 zunächst transparenter gestaltet und zum Studienjahr 2028 ersetzt werden. Zugleich kündigte die Regierung 15.000 zusätzliche Plätze in der Hochschulbildung an, überwiegend in berufsorientierten und technischen Studiengängen.

Gerade hier sehen die Schülervertretungen weiterhin erheblichen Handlungsbedarf. Die angekündigten Plätze reichten nicht aus, kritisierte Mesnil. Seine Organisation fordert 250.000 zusätzliche Studienplätze, damit künftig weniger Bewerberinnen und Bewerber abgewiesen werden. Ein neues Zulassungsverfahren allein werde das Problem fehlender Kapazitäten nicht lösen.

Grundlage der Reformen ist auch eine landesweite Befragung, bei der mehr als 100.000 Beiträge von Jugendlichen eingingen. Nach Angaben des Bildungsministeriums berichteten die Schülerinnen und Schüler insbesondere über schulischen Leistungsdruck und Sorgen um ihre Zukunft. Die Regierung will die Ergebnisse nicht nur für landesweite Reformen nutzen: Ab November sollen die Rückmeldungen aus den einzelnen Schulen auch in deren zuständigen Gremien beraten werden.

Die angekündigten Maßnahmen sind allerdings noch nicht vollständig umgesetzt. Ein Teil soll erst mit dem Haushalt 2027 finanziert werden, andere Veränderungen sind für 2028 vorgesehen. Die Schüler- und Studierendenorganisationen wollen deshalb den Druck aufrechterhalten. Für den kommenden Samstag haben sie zu weiteren Demonstrationen aufgerufen. News4teachers 

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2 Kommentare
Pit2020
1 Tag zuvor

„Frankreichs Schülerproteste zeigen Wirkung: Bildungsminister will mehr Lehrkräfte einstellen“
Wenn er die „mehr Lehrkräfte“ mit 24-Stunden-Lieferdienst bestellt, ist das Problem ja noch diese Woche gelöst, das wäre schon ziemlich gut.

Profi-Bildungsminister lassen die „mehr Lehrkräfte“ ganz altmodisch backen – allerdings beim Pizza-Service, denn dort „dauertehalbeSssstunde – iiiimmer“.
Problem noch schneller gelöst … 😉

Jerunda
22 Stunden zuvor
Antwortet  Pit2020

Oder einfach ein paar Lehrer-Roboter, made in China vor die Klassen stellen.