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Bundesfreiwilligendienst findet hohen Zuspruch

BERLIN.  Zum neuen Bundesfreiwilligendienst  (BFD) haben sich Ende Februar – acht Monate nach dem Start – insgesamt 37.796 Männer und Frauen gemeldet. 18.979 und damit ziemlich genau die Hälfte machen einen Dienst von zwölf Monaten. Das geht aus einer der Nachrichtenagentur dpa vorliegenden Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. 47 Prozent der „Bufdis“ sind Frauen. Die meisten Freiwilligen (26.045) sind jünger als 27 Jahre. Über 60 Jahre alt waren den Angaben zufolge 1.895, davon 1.063 Männer.

Der Bundesfreiwilligendienst wurde zum 1. Juli 2011 als Ersatz für den zusammen mit der Wehrpflicht weggefallenen Zivildienst geschaffen. Da die Bundesregierung nur mit etwa 35.000 „Bufdis“ im ersten Jahr rechnete, sind die zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von rund 350 Millionen Euro wegen des unerwartet hohen Zuspruchs ausgeschöpft. Die Dienstleistenden erhalten bis zu 336 Euro Taschengeld im Monat. Ihre Sozialversicherungsbeiträge zahlt die Einsatzstelle.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) bescheinigt dem neuen Dienst einen großen Erfolg. „Alle, die sich so sicher waren, dass der BFD scheitern wird, haben gnadenlos unterschätzt, dass viele Menschen gerne bereit sind, einfach etwas für andere und damit auch für sich selbst zu tun“, sagte Schröder der Zeitung „Die Welt“. Auch die verkürzte Gymnasialzeit führe dazu, dass viele Abiturienten zwischen Schule und Studium oder Ausbildung den BFD leisteten.

Zum Plan von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), die „Bufdi“-Bezüge künftig zu besteuern, sagte Schröder mit Blick auf die steuerrechtlichen Freibeträge: „Das Ganze betrifft die allermeisten Freiwilligen überhaupt gar nicht. Also kein Grund zur Aufregung.“ Ute Kumpf, Sprecherin der Arbeitsgruppe Bürgerschaftliches Engagement der SPD-Bundestagsfraktion, hält eine Besteuerung dagegen für ein „vollkommen falsches Signal“. Die Betroffenen empfänden das als Bestrafung. „Das lähmt Engagement, anstatt es zu fördern.“ dpa

(3.4.2012)

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