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Anklage: Hochstapler mit falschen Zeugnissen im Schuldienst

LANDAU/ RASTATT. Er war schlecht in der Schule und wollte trotzdem Lehrer werden. Das schaffte der Schummler mit selbst gefälschten Zeugnissen. Doch am Ende fiel er wieder auf – wegen schlechter Leistungen.

Mit falschen Zeugnissen zur Lehrerstelle: Die Staatsanwaltschaft Landau klagte den Mann nun an. Foto: mcschindler/Flickr

Mit falschen Zeugnissen zur Lehrerstelle: Die Staatsanwaltschaft Landau klagte den Mann nun an. Foto: mcschindler/Flickr

Er hatte weder Abitur, noch einen Hochschulabschluss – dennoch hat ein 43-Jähriger in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg fast fünf Jahre lang unbemerkt als Lehrer gearbeitet. Die Staatsanwaltschaft im pfälzischen Landau klagte den Mann nun wegen Betrugs und Urkundenfälschung an. Der Mann soll sich die Stellen im Staatsdienst mit gefälschten Zeugnissen und Papieren erschlichen haben. «Zu keinem Zeitpunkt» habe er in seinem Leben ein Gymnasium besucht. Laut Staatsanwaltschaft hat der Mann die meisten Vorwürfe zugegeben.

Der Betrug begann vor sechs Jahren, wie Oberstaatsanwalt Hubert Ströber berichtete. Mit falschen Zeugnissen bewarb sich der Angeklagte auf eine Stelle als Sport- und Biologielehrer in Rastatt und arbeitete dort seit September 2006. Er wurde auch zum zweiten Staatsexamen zugelassen, das er mit der Note 3,5 bestand. Dieses Zeugnis fälschte er und gab sich den Angaben zufolge die Note 1,5. Von August 2008 an unterrichtete er an einem Landauer Gymnasium.

Dort kam der Betrug wegen schlechter Leistungen des Mannes ans Licht, er wurde vergangenen September fristlos entlassen. Nach Angaben der Behörde in Trier, die für die Einstellung von Lehrern zuständig ist, waren im Zusammenhang mit einer Abiturprüfung so grundlegende Organisationsprobleme des Lehrers aufgefallen, dass «massive Zweifel an seiner Qualifikation» aufkamen. Daraufhin wurden seine Zeugnisse überprüft.

Den Ermittlern sagte der 43-Jährige, seine Eltern hätten ihn unter Druck gesetzt, Abitur zu machen und zu studieren. Da er aber unter einer Konzentrationsstörung litt, habe er den Wunsch nicht erfüllen können, berichtete Ströber. dpa

(25.4.2012)

Zum Bericht: Kündigung wegen gefälschter Zeugnisse

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