BERLIN. Private Smartphones und andere digitale Endgeräte sollen an Schulen bis einschließlich der siebten Jahrgangsstufe grundsätzlich tabu sein – nicht nur im Unterricht, sondern auch in Pausen und außerunterrichtlichen Angeboten. Das fordert die von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“. In ihrem Abschlussbericht formuliert sie insgesamt 56 Empfehlungen. Dazu gehören außerdem ein verpflichtendes „KI-Seepferdchen“ für Grundschulkinder, verbindliche Medienbildung im Lehramtsstudium und mindestens eine medienpädagogisch qualifizierte Ansprechperson an jeder Schule.

Die Kommission war im September 2025 von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) eingesetzt worden. Ihr gehörten Fachleute aus Wissenschaft, Praxis, Verwaltung und Zivilgesellschaft an. Nach einer Bestandsaufnahme im April und der Veröffentlichung der Empfehlungen im Juni liegt nun der 319 Seiten starke Abschlussbericht vor. Eingeflossen sind sechs Expertenanhörungen sowie sieben Workshops mit insgesamt 105 Kindern und Jugendlichen.
„Die Arbeit der Kommission endet heute, die Umsetzung ihrer Empfehlungen hat aber längst begonnen“, erklärte Prien bei der Übergabe. „Es gilt, an vielen Stellschrauben zu drehen und in Bewegung zu kommen: von der Kommune bis zur EU, von der Kita bis zur Jugendhilfe. Ich bin sehr optimistisch, dass wir schnell und konkret spürbare Verbesserungen erreichen können.“ Schutz, Befähigung und Teilhabe junger Menschen müssten gemeinsam gedacht werden.
Denn: „Die digitale Welt ist für Kinder und Jugendliche kein Nebenschauplatz, sondern selbstverständlicher Teil ihres Aufwachsens“, heißt es im Bericht. Ihre Rechte auf Schutz, Teilhabe und Befähigung gälten online ebenso wie offline. Die Verantwortung dafür lasse sich „weder an die Technik delegieren noch auf einzelne Schultern verlagern“. Die Kommission warnt deshalb gleichermaßen vor einem unkritischen Technikoptimismus und vor einer Politik, die allein auf Verbote setzt.
Deutlich fällt gleichwohl die Empfehlung zur privaten Nutzung digitaler Endgeräte in Schulen aus. Diese lenke im Unterricht erheblich ab, erschwere konzentriertes Lernen und beeinträchtige in den Pausen das soziale Miteinander. In Mobbingsituationen könnten Smartphones zudem verstärkend wirken. Bis einschließlich Klasse sieben soll die private Nutzung deshalb bundesweit einheitlich untersagt und das Verbot in den Schulgesetzen verankert werden. Ab der achten Jahrgangsstufe sollen Schulen gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern verbindliche Nutzungskonzepte entwickeln. Ziel sei, dass die Pausen „wieder Raum für direkte soziale Begegnung“ gewinnen.
„Nur wenn alle Akteure ihre Verantwortung wahrnehmen und nicht nur gegenseitig mit dem Finger aufeinander zeigen, ist Veränderung möglich“
Dabei plädiert die Kommission keineswegs für weniger digitale Bildung. Bereits im Sachunterricht der Grundschule sollen verpflichtende medienpädagogische und informatische Inhalte verankert werden. Auch der Ganztag soll stärker für entsprechende Angebote genutzt werden. Für die Sekundarstufen fordert das Gremium fachspezifische und fächerübergreifende Bildungsangebote zu künstlicher Intelligenz und algorithmischen Empfehlungssystemen.
Für Grundschulkinder schlägt die Kommission ein „KI-Seepferdchen“ vor: ein verpflichtendes, online zu erwerbendes und kindgerecht gestaltetes Zertifikat, das Grundwissen über Chancen und Gefahren künstlicher Intelligenz vermittelt. Ein Expertenrat auf Bundesebene soll die Inhalte fortlaufend aktualisieren. In den weiterführenden Schulen sollen KI-Kompetenzen in den Lehrplänen verankert, geeignete Werkzeuge bereitgestellt, das Fach Informatik ausgebaut und Lehrkräfte umfassend fortgebildet werden.
Überhaupt sieht die Kommission bei der Qualifizierung des pädagogischen Personals erheblichen Nachholbedarf. Lehrkräfte seien für Schülerinnen und Schüler häufig wichtige Vertrauenspersonen, verfügten aber nicht immer über ausreichendes Wissen zu Datenschutz, Sicherheitseinstellungen, strafrechtlichen Fragen oder belastenden Medienerfahrungen. Ein medienpädagogisches Modul soll deshalb verpflichtender Bestandteil des Lehramtsstudiums und der Lehrkräftefortbildung werden.
Zudem soll jede Schule über mindestens eine medienpädagogisch qualifizierte Ansprechperson verfügen. Schülerinnen und Schüler bräuchten verlässliche Hilfe, wenn sie mit Cybermobbing, verstörenden Inhalten oder unangemessenen Kontakten konfrontiert seien. Denkbar seien speziell geschulte Fachkräfte, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter oder – unter Begleitung Erwachsener – ältere Jugendliche als Medienscouts. Wissenschaftlich geprüfte Peer-to-Peer-Programme sollen bundesweit ausgebaut werden.
Ein weiteres vorrangiges Bildungsziel soll die Stärkung der Selbstregulation in den ersten zehn Lebensjahren werden. Kinder müssten lernen, ihre Mediennutzung bewusst zu steuern und manipulative Mechanismen zu erkennen. Zugleich verlangt die Kommission mehr analoge Freizeitangebote in Verbindung mit Schulen, Vereinen und öffentlichen Einrichtungen. Sie sollen ein attraktives Gegengewicht zu intensiver Bildschirmnutzung bilden.
Die beteiligten Jugendlichen selbst zeichneten allerdings ein differenziertes Bild. Sie forderten nicht den Rückzug aus digitalen Räumen, sondern mehr Sicherheit, verständliche Regeln und kompetente Ansprechpartner. Ein generelles Verbot sozialer Medien für unter 16-Jährige befürworteten lediglich neun der 105 Beteiligten. Eine Altersgrenze von 14 Jahren fand bei 27 Teilnehmenden Zustimmung – von ihnen waren allerdings 23 bereits mindestens 14 Jahre alt.
Auch generelle Smartphoneverbote an Schulen betrachteten die Jugendlichen kritisch. Sie wünschten sich stattdessen „gemeinsam ausgehandelte Vereinbarungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Smartphones während des Schulalltags“. Zugleich beklagten sie ein „deutliches Umsetzungsdefizit“ bei der schulischen Medienbildung. In allen Workshops sprachen sie sich für eine umfassende, frühzeitige und kontinuierliche Vermittlung von Medienkompetenz im Unterricht aus.
Co-Vorsitzende Nadine Schön warnte entsprechend davor, die Verantwortung allein bei jungen Menschen und ihren Familien abzuladen. Kinder- und Jugendschutz sei „nicht Sache einzelner Institutionen – und sollte schon gar nicht allein auf den Schultern von Kindern und Eltern lasten“. Gefordert seien ebenso Politik und Plattformbetreiber. „Nur wenn alle Akteure ihre Verantwortung wahrnehmen und nicht nur gegenseitig mit dem Finger aufeinander zeigen, ist Veränderung möglich.“
Für Anbieter sozialer Netzwerke empfiehlt die Kommission verpflichtende sichere Voreinstellungen, wirksame und datenschutzgerechte Altersprüfungen sowie mehr Kontrolle der Nutzerinnen und Nutzer über Empfehlungssysteme. Risiken müssten bereits bei der Entwicklung digitaler Angebote berücksichtigt werden. Hinzu kommen Forderungen nach einer bundeseinheitlichen Kinderonlinewache, einem entschiedeneren Vorgehen gegen Cybergrooming und sexualisierte Gewalt sowie Altersgrenzen für sogenannte KI-Begleiter.
„Plattformen, die gezielt Abhängigkeit bei Minderjährigen erzeugen, müssen dafür in die Verantwortung genommen werden“
Der Deutsche Philologenverband (DPhV) begrüßte insbesondere, dass die Erfahrungen der Kinder und Jugendlichen in den Bericht eingeflossen seien. „Dass dieser Abschlussbericht die Stimmen von Kindern und Jugendlichen einschließt, ist kein symbolischer Akt – es ist methodisch richtig“, erklärte die DPhV-Bundesvorsitzende Susanne Lin-Klitzing.
Der Verband verlangt nun verbindliche gesetzliche Vorgaben vor allem für Plattformanbieter. Altersgrenzen allein griffen zu kurz, solange soziale Netzwerke weiterhin suchtfördernde Mechanismen einsetzen dürften. „Plattformen, die gezielt Abhängigkeit bei Minderjährigen erzeugen, müssen dafür in die Verantwortung genommen werden – finanziell, rechtlich und strukturell“, betonte Lin-Klitzing. Die Schule könne politische Versäumnisse im digitalen Kinder- und Jugendschutz nicht kompensieren. News4teachers
Hier lässt sich der vollständige Abschlussbericht herunterladen.
Social Media: Prien will Elternpflicht zur Medienerziehung gesetzlich festschreiben










„gemeinsam ausgehandelte Vereinbarungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Smartphones während des Schulalltags“
Ein verantwortungsvoller Umgang mit Smartphones während des Schulalltags ist es, im Unterricht auf kein Display zu starren und in den Pausen auf kein Display zu starren.
Was für „Vereinbarungen“ sollen das denn sein? Wer soll die wie überprüfen oder gar durchsetzen? Was für ein Affenzirkus, nur weil ein paar Suchtis nicht mal für ein paar Stunden von ihrem Zeug lassen wollen.
Wenn die Vereinbarungen helfen würden okay, allerdings versuchen viele Jugendliche diese zu umgehen oder in ihrem Sinne sehr großzügig auszulegen. Selbstregulation ist ebenfalls ein sehr schönes Wort, bei Süchtigen oder Suchtgefährdeten allerdings eher ein Witz. Süchtige sind ja süchtig, weil sie diese Regulation nicht mehr hinbekommen. Würden sie sich so einfach regulieren können, dann wären sie ja nicht süchtig. Außerdem merken viele nicht (oder wollen es nicht wahrhaben), dass sie ein kritisches Konsumverhalten haben. Wenn selbst Erwachsene sich nicht gut selbst regulieren können, dann kann das von Kindern wohl nur schwer erwartet werden. Und egal wie, die Eltern müssen hier mit ran. Ich kann nicht den SuS abends sie Handys ausschalten, damit sie schlafen und ich kann die Handys nicht auf Apps mit Suchtpotenzial untersuchen, ebenfalls nicht die Chats auf bedenkliche Inhalte durchforsten. Das müssen die Eltern machen, wer soll das sonst leisten? Aufklärung wir an unserer Schule genug betrieben, trotzdem gibt es immer Probleme. Probleme, die wir nicht lösen können, weil wir es nicht dürfen.
// gemeinsam ausgehandelte Vereinbarungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Smartphones während des Schulalltags //
Das ist doch nur das übliche Wohlfühl-Blabla, um einen „demokratischen Prozess auf Augenhöhe“ zu simulieren.
Das Offensichtliche: Es braucht gar keinen Umgang mit Smartphones während des Schulalltags. Es gibt da nichts zu handeln.
In anderen Ländern macht die Politik erst einmal ihre Hausaufgaben (harte Altergrenze mit Strafen für die Unternehmen für Social Media), in Deutschland setzt man eine „Kommission“ ein und schiebt die Verantwortung wieder der Basis zu, weil man sich nicht traut. Könnte ja irgendein Unternehmen mit Klagen, Abwanderung oder irgendein Präsident mit Zöllen drohen. Oder es könnten gar Steuereinnahmen verloren gehen.
Wirtschaftliche Interessen waren in der „Bildungsrepublik Deutschland“ schon immer wichtiger als Bildung.
Ich kenne keine Schule, an der nicht die immer weitere Ausbreitung digitalen Suchtverhaltens von fast allen KuK beklagt wird. Die Antwort sollen jetzt wieder einmal Selbstregulation und ausgehandelte Vereinbarungen sein? Dann sehen das also alle Lehrkräfte falsch, es handelt sich nur um fehlende Regeln? Sorry, manchmal klopft die Realität an. Es wird langsam langweilig, aber wenn Schüler klare Regeln ignorieren, im Unterricht mit dem verbotenen Handy die KI fragen, die Antwort ganz offen ablesen, ist das dann noch selbstgesteuertes Verhalten? Ein Alkoholiker mixt Cocktails und reguliert den eigenen Konsum, der Laden läuft?
Es fehlt nicht an Regeln und Anleitungen, aber es gibt zu viele, bei denen die gewünschte Selbstregulierung nicht mehr funktioniert. Im Schnitt vier Stunden tägliches Internet, es gibt auch sechs bis acht Stunden, kann man die noch mit ‚besser geschulten Lehrkräften und Sozialarbeitern‘ erreichen? Die Politik setzt auf Kommissionen und will den Umfang des Problems immer noch nicht sehen.
Jetzt mal ernsthaft:
Fast alle Schüler, die wir im aktuellen Schuljahr in die 5. Klassen aufgenommen haben, zeigen massive Defizite beim Lesen. Sie sind nicht in der Lage, gezielt nach Informationen zu suchen oder diese gar zu beurteilen. Sie brauchen kein „KI-Seepferdchen“, sie sollten ganz weit weg von Bildschirmen gehalten werden.
Jugendliche wollen mitentscheiden, wann sie in der Schule sm Handy rumdaddeln dürfen? Weil ohne geht es schon gar nicht mehr…
Und dann erwarten wir, Kindern Selbstregulation beibringen zu können? Es arbeiten unzählige kluge Köpfe daran, online-Angebote suchterzeugend zu gestalten und wir machen was? – Erwarten, dass Kinder mit ein bisschen Training dagegen ankommen?
Ändern wir doch mal ein paar Wörter im Text:
Kinder müssten lernen, ihre Alkohol- und harte Drogennutzung bewusst zu steuern und manipulative Mechanismen zu erkennen.
Zugleich verlangt die Kommission mehr Getränkeangebote in Verbindung mit Schulen, Vereinen und öffentlichen Einrichtungen. Sie sollen ein attraktives Gegengewicht zu intensiver Alkoholnutzung bilden.
Die beteiligten Jugendlichen selbst zeichneten allerdings ein differenziertes Bild. Sie forderten nicht den Rückzug aus Kneipen, sondern mehr Sicherheit, verständliche Regeln und kompetente Ansprechpartner. Ein generelles Verbot von harten Drogen und Alkohol für unter 16-Jährige befürworteten lediglich neun der 105 Beteiligten. Eine Altersgrenze von 14 Jahren fand bei 27 Teilnehmenden Zustimmung – von ihnen waren allerdings 23 bereits mindestens 14 Jahre alt.
Auch generelle Alkoholverbote an Schulen betrachteten die Jugendlichen kritisch. Sie wünschten sich stattdessen „gemeinsam ausgehandelte Vereinbarungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Bier, Wein und Wodka während des Schulalltags“. Zugleich beklagten sie ein „deutliches Umsetzungsdefizit“ bei den schulischen Getränkeangeboten.
Könnten wir mal aufhören: a) die Junkies bei dem Thema zu befragen und b) so zu tun als hätten wir es mit einem neuen Kleidungsstil zu tun? Social Media ist nicht einfach nur ein neues Medium an dem man sich erstmal gewöhnen muss. Es hat massive verhaltensändernde Auswirkungen auf die Menschen wie es sonst nur harte Drogen haben.
Wie hieß es so treffend in der Meme zur Gesellschaftsentwicklung: Wie sehr muss man ein Lebewesen foltern, damit es aufhört sich fortzupflanzen?
Gut zusammengefasst.
Überall gelten Gesetze, um Kinder und Jugendliche zu schützen, hier will keiner ran. Stellt sich mir immer mehr die Frage, warum hier nicht? Andere Interessen scheinen an dieser Stelle wichtiger als der Schutz. Fragt man sich, wer hat den Nutzen? Vielleicht findet man dann die Gründe, warum wir Kinder an dieser Stelle nicht besser schützen wollen.
Bei dem Begriff „Selbstregulation“ rollen sich mir bereits die Fußnägel nach außen auf! (Ähnlich wie bei „Worklife- Balance“…)
Die Eltern schaffen dies meist selbst nicht… Viele können sich darunter nicht einmal iwas vorstellen!
Kinder, die es nicht hinkriegen während des Unterrichts NICHT zu stören, sich in den Hofpausen (wenigstens einigermaßen) sozial zu verhalten, Konflikte gar mit Worten, statt mit Fäusten und/ oder Füßen zu lösen, Kinder, die keinen geraden Satz sinnerfassend lesen können, geschweige denn schreiben,… und daher die Hälfte des Sch..drecks von Socialmedia gar nicht kapieren – (übrigens so allerlei Eltern auch nicht!) – , ausgerechnet DIE sollen sich SELBST regulieren? Von den „Süchtigen“ will ich gar nicht mehr reden, das hat Kollege/Kollegin Iaromir vor
9 Stundenschon erledigt, Danke dafür!Ehrlich, selten so gelacht! Oder besser: geheult!
„Überhaupt sieht die Kommission bei der Qualifizierung des pädagogischen Personals erheblichen Nachholbedarf. Lehrkräfte seien für Schülerinnen und Schüler häufig wichtige Vertrauenspersonen, verfügten aber nicht immer über ausreichendes Wissen zu Datenschutz, Sicherheitseinstellungen, strafrechtlichen Fragen oder belastenden Medienerfahrungen.“ [Hervorhebung (fett) von mir]
Ach! Sowas aber auch!
Angehende LKs studieren künftig also auch noch Jura mit Schwerpunkt Strafrecht, absolvieren nebenbei ein IT- Studium, werden zum perfekten Datenschützer ausgebildet und müssen bei Socialmedia den ganzen Sche…dreck auch noch als eigene „Medienerfahrung“ nachweisen? Oder was?
(Seufz und Augenroll!)
Ich weiß nicht, wo die Verwunderung in den Kommentaren herkommt:
Der Quark mit „Selbstregulation“ von Kindern und Jugendlichen basiert letztlich auf der gleichen Utopiedenke wie „Kinder wollen leeeeeernen!!!“ usw. und verkennt völlig, dass Kinder eben NICHT „Das ganze Paket eines Erwachsenen, nur als unentwickeltes Potential“ sind, sondern ANDERS als Erwachsene sind und ENTWICKLUNGSPHASEN durchlaufen.
Nein, Kinder wollen nicht lernen.
Nein, Kinder wollen sich nicht selbst regulieren.
Und nein, schon garnicht in die idealisierten Richtungen, die ein Erziehungsbetrieb normativ vorgibt.
Das einzige was Kinder (unbewusst) wollen ist das, was jedes gelingende Leben will: Wachsen.
Und bis dieser Prozess (hoffentlich glücklich und gelingend, was NICHT von selbst durch utopische „Potentiale“ geschieht) abgeschlossen ist, sind Kinder/Jugendliche schlicht in praktisch jeder messbaren, relevanten Metrik Erwachsenen weit unterlegen.
Weswegen man sie (hoffentlich) gut versorgt, beschützt und erzieht.
Statt sie zynischerweise (was sie natürlich gerne hören) zu Quasi-Erwachsenen zu erklären und sie damit schutzlos ihrer (in der Masse faktisch nicht vorhandenen) „Selbstregulation“ zu überlassen – gerade bei digitalen Suchtmitteln.
Deswegen SIND sie ja Kinder und darum gibt es eigene Wörter dafür.
Sonst würden wir sie „Minimenschen“ nennen oder so.
„Nein, Kinder wollen nicht lernen.“
Kinder lernen untentwegt („Kinder saugen Informationen auf wie ein Schwamm“) – nur nicht immer das, was Erwachsene wollen. Gerne hier nachlesen: https://www.spektrum.de/news/hirnstoffwechsel-warum-kinder-schneller-lernen-als-erwachsene/2100636
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Das ist richtig. Aber dazu muss man schon auch sagen, dass die Studie zwar recht eindeutig und „massive Effekte“ hatte. Jedoch eben keine Folgestudien bisher da sind, oder? Oder gab es diese jetzt seitdem?
Ich meine die Mittel und der Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Daher auch nur 13-14 Probanden jeweils.
Dazu müsste man theoretisch noch Neurobasiert weiter schauen, ob die Probanden jetzt bspw. neurodivers sind oder nicht und dies gesichert usw. usf.
Darüber hinaus ist die Konstellation nicht so einfach und zeigt auch gleich die „Schwammfunktion“. Kinder in solchen Setting überhaupt erst zu bringen ist deutlich schwieriger als Erwachsene.
Kinder nehmen Wissen „passiver (bleibt ja ein aktiver Prozess)“ auf. Wie ein Schwamm.
Aber Erwachsene nehmen dies oft strukturiert gezielter auf. Dazu zugleich als Einordnung in Bestehendes. Also brauchen die Grundverknüpfungen nicht mehr zu bilden, sondern „ordnen“ sie bestenfalls direkt ein. Vorerfahrungen eben.
Also ohne Lenkung: Kind nimmt schon wissen auf. Nur eben „unstrukturiert“ erstmal. Und das Wissen ist dann „ungelenkt“ durchaus auch „geködert“ von Reizen und Suchtimpulsen. Also kurzum: Sowas wie „Games“, „Medien“ und „Tiktok“. Und ja … Da können sie dann auch „Geschichten“ teilweise on Detail erzählen. Auch bei ihren Liebling-Netflix Serien eben die Charaktere und was in welcher Folge so geschah usw. Ganz faszinierend …. Aber eben nicht zielgerichtet in Bereichen, wo man als „Schule“ hin „muss“.
Und das ist so die Aufgabe … Wie lenken wir den Fokus auf „sinnvolles“? Eben weil viele SuS dies nicht selbst regulieren KÖNNEN.
Und die Frage/Aufgabe wird immer wichtiger künftig.
Schade, dass wir diesen Aspekt oftmals irgendwie „ausblenden“. Er scheint eben recht eindeutig bei einigen zumindest da zu sein. Offensichtlich. So offensichtlich, dass man diesen „ausblendet“. Schade.
Man verliert halt eben viele an „Bespaßung“. Und das als Schule „zu konkurrieren“ … Gut. Viel Glück. Gehen ja nur Berufszeige (!Mehrzahl) genau in die Richtung, wie man SuS/Kinder/Jugendliche gezielt „bindet“ und „süchtig macht“. Klar.
Bei Erwachsenen ja oftmals auch nicht anders … Wenn jemand sagt: So, jetzt 10 Kilometer laufen, danach 2 Stunden Matheaufgaben rechnen und dann noch 2 Stunden Buch lesen … Oder du nimmst Netflix und „was Essen“. Da würden sich natürlich einige für Ersteres entscheiden. Alle. Viel gesünder und sinnvoller bildungstechnisch. Ganz Rational. Oh Moment mal … Ne, das funktioniert ja so nicht. Die Mehrzahl nimmt irgendwie „automatisch“ schon Option B. Komisch aber auch.
Dafür bezahlen viele für Option A dann viel Geld an Supervision und Coaching … Naja. Klar. Weil Selbsregulation. Hat man so gelernt.
*seufz*
Wenn wir im Kontext schulischer (Teil-)Erziehung von „lernen“ sprechen, meinen wir logischerweise immer nur ganz bestimmte Formen von (meistens: letztlich kognitiv dominierten) Lernen.
Ja, man KANN das natürlich zu „Kinder lernen immer“ ausweiten, um den ersten Satz dann mit dem zwangsläufigen Folgesatz gleich wieder zu entwerten.
Denn es geht praktisch immer um ganz eng selektiertes Lernen (auch und gerade bei stark affektiven Themen), und nicht irgendein „Herumgelerne“.
„Kinder lernen untentwegt („Kinder saugen Informationen auf wie ein Schwamm“) – nur nicht immer das, was Erwachsene wollen.“
Ja, eben.
Der Mitforist hat nur nicht präzise genug formuliert.
Wenn es nun aber mal so ist, dass Kinder nicht lernen wollen, was Erwachsene wollen, dann muss man dem, was sie lernen (wollen), was aber erwiesenermaßen schlecht für sie ist, einen Riegel vorschieben, oder nicht?
Dazu ist Kinder- und Jugendschutz doch auch da, oder nicht?
Der Mitforist zeigt hier auf, dass eine falsche Sichtweise auf Kinder und Jugendliche, dass sie sich wie erwünscht verhalten würden, wenn nur die Erwachsenen (in Schule) alles perfekt vermittelten, uns nicht weiterbringt.
Schule kann nicht wettmachen, was Eltern „versaut“ haben, dazu bedarf es anderer Mittel als Kinder und Jugendlichen zu erklären, dass sie besser …
„Kinder saugen Informationen auf wie ein Schwamm“
Auch jeden Mist im Unterhaltungsfernsehen, in der Reklame, in Spielfilmen usw. Aber das hilft nicht beim Lernen von lesen, schreiben, rechnen und schon gar nicht bei den 1000 Kompetenzen, die die Bildungsziele heutzutage vorschreiben.
Nein, Kinder wollen nicht lernen.
Nein, Kinder wollen sich nicht selbst regulieren.
Das es in vielen Schulen Probleme mit der Lernmotivation und Fremd-/ Selbstregulation gibt ist offensichtlich. Vielleicht ist das auch ihre Erfahrung in ihrem Arbeitsumfeld, aber das sagt dann eher was über die Kinder in ihrem Arbeitsumfeld aus, als über Kinder generell.
Wirklich?
Dass (klischeehaft gesprochen) Zahnarzt-Zoe und Radiologenehepaar-Rolf sich im sichtbaren (!) Bereich des (klischeehaft 2) Tagesunterrichtes am örtlichen „Schiller-Gymnasium in der Göthestrasse“ besser regulieren hat einen einfachen Grund:
Dort haben die Eltern (schon rein unbewusst durch ihren Lebenswandel, oft genug auch bewusst als Erziehubgsziel) ihren Job gemacht und Kindern das altersgemäß beigebracht.
Und doch könnte ich darauf wetten, dass Ihnen auch hier genügend Gymnasiallehrer berichten können, dass auch dort schon lange keine „heile Welt“ mehr herrscht, gerade bei Impulsverhalten, dass äusserlich sichtbar nicht unmittelbar erkennbar ist…wie z.B. bei Smartphones, wo man „äusserlich“ garnichts sehen kann, ausser eine eingefrorene Bückgestalt mit Hoodie (Gesamtschule) oder Ralph-Lauren-Kibderpulli (Gymnasium) – konsumiert und gepostet und ABSORBIERT wird der gleiche Müll: Mal unbeholfen-offen, mal verdeckt.
Die fordere für die Kommission ein verpflichtenes „Pädagogik-Seepferdchen“, ein Zertifikat, das Grundwissen über Kindererziehung vermittelt, damit die lernen das Smartphones und KI nicht in die Hände von Grundschulkindern gehören.
Zum Seepferdchen gehört ein (digitaler) „Nichtschwimmerbereich“.
Gerne her damit, dann schauen wir beim Seepferdchentraining weiter 😉
Die EU plant anderes (vermutlich zum Verdruss derer, die an Social Media verdienen):
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/soziale-medien-gesetz-eu-100.html