Anzeige


Startseite ::: Leben ::: Großreinemachen in Bayern: Kultusministerium prüft Schulen auf NS-Namen

Großreinemachen in Bayern: Kultusministerium prüft Schulen auf NS-Namen

MÜNCHEN. Wernher von Braun als Namenspatron einer Schule? Das geht in Bayern nicht mehr: Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) lässt die Namensgeber sämtlicher Schulen in Bayern auf mögliche NS-Verbindungen überprüfen. «Personen, die sich durch ihre Zusammenarbeit mit menschenverachtenden Herrschaftssystemen, in der deutschen Geschichte geht es in erster Linie um die braune Diktatur unter Adolf Hitler, mitschuldig gemacht haben, können nicht als Namensgeber von staatlichen Schulen in demokratischen Rechtsstaat fungieren», erklärte Spaenle.

Seine Vergangenheit in Nazi-Deutschland macht ihn als Namenspatron für bayerische Schulen untragbar: Raketenpionier Wernher von Braun. Foto: NASA / Wikimedia Commons

Seine Vergangenheit in Nazi-Deutschland macht ihn als Namenspatron für bayerische Schulen untragbar: Raketenpionier Wernher von Braun. Foto: NASA / Wikimedia Commons

«Im Bereich der weiterführenden Schulen wird das vom Ministerium organisiert. Bei Grund- und Mittelschulen übernehmen das die Regierungen», sagte Spaenle der Nachrichtenagentur dpa. «Die meisten Grundschulen sind aber nach Orten benannt und nicht nach Personen. Ich begrüße es, dass die Schulen sich sehr intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen.»

Auslöser der Überprüfung ist die Diskussion über das Wernher-von-Braun-Gymnasium in Friedberg bei Augsburg. Der Raumfahrtpionier war während des Zweiten Weltkriegs Architekt des Raketenprogramms der Nazis. Dabei waren auch tausende Zwangsarbeiter ums Leben gekommen. «Seine Person ist damit von der Verbrechensbilanz des Dritten Reichs nicht zu trennen», sagte Spaenle. Von Braun machte nach dem Krieg Karriere in den USA und war maßgeblich am Mondflugprogramm der Nasa beteiligt.

Als positives Beispiel nannte Spaenle die Mittelschule Murnau, die früher nach dem Zoologen und Mundartdichter Max Dingler benannt war. Dingler war aber Teilnehmer des Münchner Hitlerputschs 1923 und Mitglied der NSDAP. Die Schule hatte sich dann 2011 selbst umbenannt. dpa

(6.3.2013)

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*