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Kinder-Unis: Professoren machen Schülern Lust auf Wissenschaft

DRESDEN. Kurz vor Beginn des neuen Semesters verbuchen die Kinder-Universitäten in Sachsen großen Zulauf. An der TU Dresden etwa waren die knapp 1000 Plätze innerhalb von zwei Tagen vergeben. «Nach wie vor ist die Kinder-Uni ein Renner», sagte Sprecherin Kim Astrid Magister.

Bei der Auftaktvorlesung am 26. März erklärt ein Forstwissenschaftler die Sprache der Bäume. Zugelassen sind ausschließlich Kinder zwischen acht und zwölf Jahren. Eltern müssen vor dem Hörsaal warten, können das Geschehen aber per Videoleinwand verfolgen. Für die Kinder-Uni erklären Professoren spannende Phänomene und wollen bei ihren jungen Studenten die Lust an der Wissenschaft wecken. Die Teilnahme ist kostenlos.

An der Chemnitzer Kinder-Uni beginnt das Semester am 14. April mit einer Vorlesung zur Frage «Wer ist der Kaiser von Europa?» «Wir wollen den Kindern erklären, was die Länder in Europa unterscheidet und verbindet», erklärt Projektkoordinatorin Brita Stingl. Insgesamt stehen drei Veranstaltungen auf dem Programm. Der große Hörsaal der TU Chemnitz, der Platz für 700 Zuhörer bietet, ist meist bis auf den letzten Platz besetzt. Das Wichtigste ist für Brita Stingl, dass der Nachwuchs schon frühzeitig Uni-Luft schnuppert. «Wir sitzen hier nicht in einem Elfenbeinturm, das wollen wir den Kindern zeigen.»

Für Kindervorlesungen müssen viele Professoren umdenken. (Foto: tyo/Flickr CC BY 2.0)

Für Kindervorlesungen müssen viele Professoren umdenken. (Foto: tyo/Flickr CC BY 2.0)

Für Professoren ist die auf junge Zuhörer zugeschnittene Vorlesung eine Herausforderung. «Der Stoff muss ja ganz anders vermittelt werden», sagte etwa Anja Pohl vom Team der Kinder-Universität Leipzig. Anschaulich sollte die Vorlesung sein, gespickt mit vielen Beispielen und Material zum Anfassen. Zum Semesterauftakt Anfang März etwa habe ein Professor eine Schlange mitgebracht. «Die Kinder waren begeistert.» Oft lasse bei den jungen Studenten rasch die Konzentration nach – da sei es wichtig, sie bei Laune zu halten.

Rund 480 Kinder haben für das aktuelle Semester einen Platz an der Leipziger Kinder-Uni ergattert. Die Nachfrage war größer. «Viele mussten wir abweisen», sagte Pohl. Großes Interesse gab es für die Vorlesung am 22. März, in der der frühere Kosmonaut Sigmund Jähn über das Leben an Bord einer Raumstation berichtete.

Die Görlitzer Kinderakademie, ein Projekt der Hochschule Zittau/Görlitz und des Senckenbergmuseums für Naturkunde, startet bereits in ihr 17. Semester. Professoren lesen für deutsche, polnische und tschechische Kinder, die Vorträge werden übersetzt. «Wie funktioniert ein Computerprogramm?» – mit diesem Thema beginnt die Kinder-Uni am 23. März in Mittweida. Bis zum November stehen vier Vorlesungen auf dem Programm, unter anderem können sich die Kinder als Kommissar betätigen und einen nachgestellten Tatort untersuchen. dpa

(28.3.2013)

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