BERLIN. Hitzewellen verändern zunehmend den Schulalltag. Kinder und Jugendliche verbringen längst nicht mehr nur den Vormittag in der Schule, sondern vielerorts ganze Tage im Unterricht, in Arbeitsgemeinschaften oder in der Ganztagsbetreuung. Gleichzeitig heizen sich viele Schulgebäude und Schulhöfe im Sommer stark auf, während verbindliche Vorgaben für Begrünung, Beschattung oder klimaangepasste Schulgelände weitgehend fehlen. Schulen suchen deshalb nach eigenen Lösungen – von entsiegelten Höfen bis zu Unterricht unter freiem Himmel.

Als die Deutsche Umwelthilfe im vergangenen Sommer an 15 Berliner Schulen Temperaturmessungen durchführen ließ, zeigte sich ein erschreckendes Bild. Auf zahlreichen Schulgeländen wurden Temperaturen gemessen, die mit den Werten am als Hitze-Hotspot bekannten Alexanderplatz vergleichbar waren oder diese sogar übertrafen. An besonders heißen Tagen lagen die Temperaturen an elf der 15 untersuchten Schulen zeitweise bis zu sieben Grad über den gleichzeitig vom Deutschen Wetterdienst gemessenen Werten am Alexanderplatz. Die höchste gemessene Temperatur betrug 40,1 Grad Celsius auf einem Schulgelände in Berlin-Spandau.
Für Lehrkräfte beschreiben solche Zahlen Bedingungen, unter denen Unterricht immer öfter (angesichts des Klimawandel) stattfinden muss. Schülerinnen und Schüler verbringen heute häufig acht Stunden oder mehr täglich in der Schule. Mit dem Ausbau des Ganztags verlängern sich die Aufenthaltszeiten zusätzlich. Wo Schulhöfe kaum Schatten bieten und sich Klassenzimmer aufheizen, wird die Frage nach dem Lernort zunehmend auch zu einer Frage des Gesundheitsschutzes.
Während die Berliner Messungen die Dimension des Problems sichtbar machen, zeigt ein Beispiel aus Hessen, wie Schulen versuchen, darauf zu reagieren. Die berichtete jetzt über die, die mehrere sogenannte Grüne Klassenzimmer eingerichtet hat. Statt ausschließlich in aufgeheizten Räumen zu lernen, können Klassen dort unter Bäumen und zwischen Sträuchern arbeiten.
Lehrerin Julia Eberle hat an der Georg-August-Zinn-Schule im Odenwald drei sogenannte Grüne Klassenzimmer mitentwickelt – dauerhaft eingerichtete Unterrichtsbereiche im Freien, die durch Sitzgelegenheiten, Tafel- oder Arbeitsflächen sowie möglichst natürliche Beschattung Unterricht außerhalb des Schulgebäudes ermöglichen. Gegenüber der Frankfurter Allgemeine Zeitung beschreibt sie den praktischen Nutzen: Schülerinnen und Schüler könnten sich an heißen Tagen draußen oft besser konzentrieren als in den aufgeheizten Klassenräumen. Für Lehrkräfte bieten sie dann eine praktische Ausweichmöglichkeit. Hinzu komme ein pädagogischer Effekt. Der Unterricht finde in einer anderen Umgebung statt, ohne dass auf die gewohnte Struktur eines Klassenraums verzichtet werden müsse. Die Nachfrage sei entsprechend groß. Nach Angaben der Lehrerin seien die Grünen Klassenzimmer in den Sommermonaten meist vollständig belegt; eigentlich brauche die Schule zusätzliche Außenlernorte.
Kein Wunder: Das Schulgebäude stammt aus den 70-er Jahren und bietet wenig Hitzeschutz. Das Lehrerzimmer im zweiten Stock des Schulkomplexes liegt direkt unter einem Flachdach und verfügt über eine breite Fensterfront. „Es wird unerträglich heiß hier drin“, so Eberle. Ähnlich sei die Situation in vielen Klassenräumen. Hitzefrei komme wegen der Unterrichtsgarantie, wenn überhaupt, meist erst ab der fünften Stunde infrage. Zu diesem Zeitpunkt hätten die Temperaturen oft längst Werte erreicht, die konzentriertes Arbeiten kaum noch möglich machen.
Die Erfahrungen aus Reichelsheim decken sich mit dem, was Fachleute seit Jahren beobachten. Hitze wirkt sich nachweislich auf Konzentration, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden aus. Besonders problematisch wird dies in Gebäuden, die ursprünglich nicht für längere Hitzeperioden ausgelegt wurden. Viele Schulen stammen aus den 1960er- und 1970er-Jahren und verfügen weder über ausreichende Verschattung noch über moderne Konzepte zur Kühlung.

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Warum Mathematik, Deutsch oder Sachunterricht immer nur im Klassenzimmer vermitteln? Der Schulhof, das Schulgelände oder der Sportplatz können zu Lernorten werden, an denen Grundschülerinnen und -schüler Unterrichtsinhalte aktiv entdecken und mit allen Sinnen erfahren. Unterricht außerhalb des Klassenzimmers kann dabei helfen, den Schulalltag aufzubrechen und neue Zugänge zu bekannten Themen zu schaffen. Allen drei Titeln „Auf Schulhof & Co.“ gemeinsam ist ihr hoher Praxisbezug.
Die Grundschul-Materialien des Auer-Verlags für Deutsch, Mathematik und Sachkunde (kostenpflichtig) – gibt es hier.
Die Deutsche Umwelthilfe verweist darauf, dass die strukturellen Voraussetzungen vielerorts fehlen. Nach Angaben der Organisation existieren in 15 der 16 Bundesländer weder verbindliche Vorgaben zur Größe noch zu einem verpflichtenden Anteil von Grünflächen auf Schulgeländen. Gleichzeitig seien zahlreiche Höfe stark versiegelt und würden sich im Sommer massiv aufheizen.
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe, formulierte die Kritik bereits nach Veröffentlichung der Berliner Messungen deutlich: „Mit unserer ersten Erhebung in Berlin zeigen wir, was deutschlandweit Standard ist: Schülerinnen und Schüler sind auf ihren Schulhöfen im Sommer gefährlichen Temperaturen von mehr als 40 Grad ausgesetzt. Kinder und Jugendliche verbringen regelmäßig 8-Stunden-Tage in der Schule. Für ein gesundes Aufwachsen braucht es mehr als eine triste Betonwüste mit wenigen Bänken und einer Tischtennisplatte. Wir müssen unsere Kinder dringend vor den Auswirkungen der Klimakrise schützen – und dafür brauchen sie Zugang zu grünen Abkühlungsoasen.“
Die Umwelthilfe fordert deshalb bundesweite Mindeststandards für klimaangepasste Schulgelände. Begrünung, Beschattung und Entsiegelung müssten nicht länger freiwillige Einzelmaßnahmen engagierter Schulen bleiben, sondern Teil einer systematischen Infrastrukturpolitik werden. Bund und Länder sollten Kommunen finanziell unterstützen und verbindliche Vorgaben schaffen. Außerdem fehle bislang ein bundesweites Monitoring, das überhaupt erfasse, wie stark sich Schulen im Sommer aufheizen.
„Naturnahe Schulgelände schützen Kinder vor Hitze, Luftverschmutzung und Bewegungsmangel“
Gleichzeitig verweist die Organisation auf die pädagogischen Chancen grüner Schulgelände. Naturnah gestaltete Höfe seien nicht nur Orte der Abkühlung, sondern könnten eben auch als Lernräume genutzt werden. Grüne Klassenzimmer, Schulgärten und Lernstationen eröffneten Möglichkeiten, Unterricht zeitweise nach draußen zu verlagern. Ziel sei es, aus versiegelten Schulhöfen „klimagerechte, nachhaltige und grüne Lebens- und Lernräume“ zu machen.
Dass die Debatte inzwischen auch politisch an Fahrt gewinnt, zeigt eine aktuelle Unterschriftenaktion der Deutschen Umwelthilfe. Mit einem offenen Brief an die Umwelt-, Kultus- und Bauministerien der Länder fordert die Organisation verbindliche Regelungen für grüne und hitzeresiliente Schulhöfe. „Die Klimakrise ist da – und sie trifft Kinder sowohl physisch als auch psychisch besonders hart“, so heißt es darin. „Naturnahe Schulgelände schützen Kinder vor Hitze, Luftverschmutzung und Bewegungsmangel.“
Nach Angaben der DUH haben bereits mehr als 26.000 Menschen die Petition unterstützt. Die Organisation kritisiert, dass sich bislang kaum ein Ministerium für die klimaangepasste Gestaltung von Schulgeländen zuständig fühle, obwohl diese nach ihrer Auffassung einen wichtigen Beitrag zu Gesundheitsschutz, Klimaanpassung, Biodiversität und Naturerfahrung leisten könnten. Bund und Länder müssten deshalb gemeinsam Verantwortung übernehmen und die Kommunen beim Umbau versiegelter Schulhöfe unterstützen, fordert die Umwelthilfe.
Wie ein solcher Lernort in der Praxis aussieht, zeigt auch das Albert-Einstein-Gymnasium im nordrhein-westfälischen Kaarst. Dort sitzt die Klasse 5e an einem Junivormittag nicht im Biologieraum, sondern zwischen Erdbeeren, Kräutern und Brennnesseln im neu eröffneten Grünen Klassenzimmer des Schulgartens, wie die Neuss-Grevenbroicher Zeitung berichtet. Lehrerin Melanie Canchola beginnt die Stunde mit einer einfachen Frage: Was fällt den Schülerinnen und Schülern an den Brennnesseln auf? Die Antworten schreibt sie auf die große Tafel, die eigens für den Unterricht im Freien angeschafft wurde.
Rund 35.000 Euro investierte der Förderverein der Schule in die Anlage. Entstanden sind robuste Gruppentische, Arbeitsplätze im Grünen und ein Unterrichtsort, der inzwischen von verschiedenen Lerngruppen genutzt werden kann. Die Idee dazu ging wesentlich auf Canchola zurück. Als deutlich wurde, dass sich das Gelände des ehemaligen Biotops nicht wie geplant als Schulgarten entwickeln ließ, brachte die Biologie- und Englischlehrerin ein Klassenzimmer unter freiem Himmel ins Gespräch.
Für die Lehrkräfte eröffnet der neue Lernort zusätzliche Möglichkeiten. Pflanzen, Boden und Tiere lassen sich unmittelbar in den Unterricht einbeziehen, Gruppenarbeit fällt leichter, und zugleich entstehen Räume, die auch für schulische Veranstaltungen genutzt werden können. News4teachers
Hier geht es zur Petition der Deutschen Umwelthilfe.
Hier geht es zu allen Beiträgen des News4teachers-Themenmonats „Guter Ganztag“.










Alle Jahre wieder…
Die Schüler*innen wären besser beraten, für sich und ihre Nachkommen auf die Straße zu gehen und für Klimaschutz zu demonstrieren…
oder zumindest in Rathäusern, Landtagen und im Bundestag die Klimaanlagen rauszureißen -__-
Wir können gerne Klimaschutz machen, aber die Idee, dass es deshalb demnächst weniger warm ist, ist Quatsch, das dauert Jahrzehnte.
Was nicht heißt, dass wir das Klima nicht schützen sollten.
Aber wir müssen und auch anpassen!
Es wird nicht kühler, wenn wir kein Co2 mehr emittieren. Nur nicht noch schneller wärmer…
Jahrzehnte? Weit länger.
Aber ja, wir werden uns anpassen, das steht außer Frage. Wir passen uns an Ernteausfälle, immer mehr Hitzetote, unbewohnbare Gegenden, Milliardenschäden durch Hochwasser und andere Wetterextreme, Klimaflüchtlinge etc an…
https://m.youtube.com/watch?v=GmrxDTM2zCI
Da die aktuelle Politik mehr Interesse an Anpassung denn Schadensbegrenzung hat, wären Schüler*innen besser beraten, für Klimaschutz auf die Straße zu gehen oder zum Lernen das Rathaus zu besetzen 😛
Ne sehe ich anders. Auch wenn wir in Windeseile co2 neutral sind, wird das der Entwicklung kaum was ändern.
Wir MÜSSEN uns anpassen.
Nur wegen klimaschutzmaßnahmen wird nix kühler.
???
Ne, aber es wird nicht noch schlimmer!
Anpassen werden sich die Menschen in jedem Fall:
in manchen Ländern werden sie Frischwasser aus LKW-Lieferungen beziehen,
Felder und Heimatorte aufgeben, um bspw. nach Mittel- und Nordeuropa zu ziehen, weniger AKW bauen, da die Kühling durch Flüsse im Sommer nicht mehr garantiert ist,
deutlich mehr Geld für Wasser und Lebensmittel aufwenden,
aus durch Bergsturz gefährdete Tälern wegziehen,
Milliarden für Ernteausfälle, Waldbrände, Hochwasser, Sturmfluten und andere Folgen von Extremwetter haften,
zuschauen, wie ganze Ökosysteme zerstört werden, die den rapiden Klimawandel nicht bewältigen – einhergehend mit Artensterben (und auch wieder dadurch enstehende Kosten),
öfter an Hitze oder durch invasive Tierarten eingeschleppte Krankheiten, draufgehen, die sich in unseren Breitengraden breitmachen,
für Schäden an Infrastruktur blechen, die durch Extremwetter und -Temperaturen schneller versagen
usw.
Angepasst haben sich die Menschen schon immer, aber den Klimawandel schnellstmöglich auszubremsen spart uns später unfassbar viel Geld und gibt uns Zeit, UM uns anzupassen.
https://www.tagesschau.de/wissen/klima/studie-klimaschutz-100.html
Achja, letztens gab es noch einen Vorschlag, vor allem Methan zu vermeiden, da dies im Vergleich zu CO2 30mal stärker wirkt, sich aber erheblich schneller abbaut.
So ließe sich Zeit gewinnen (und weniger Anpassungsdruck würde entstehen)
Absolut. Deswegen unbedingt beides.
Auf der Straße ist es noch heißer.
Jeder Billigsupermarjt so: „Wir haben mindestens zwei Klimaanlagen!“
Schulsystem so: „ACH JA?! Wir haben brandschutzkobforme, verletzungsfreie TÜV-Betonflächen als Schulhöfe!“
Ich verstehe auch nicht wieso man Schulgebäude (vor allem neue) nicht mit Klimaanlagen (Luft luft Wärmepumpen) und pv ausstattet.
Da könnte man im Sommer emissionsfrei kühlen, im Frühling in Herbst emissionsfrei heizen und im Winter emissionsarm heizen.
Weil es Geld kostet.
Ja ich weiß. War ne rhetorische Frage
Zwar bin ich komplett bei Ihnen, aber die Antwort ist klar:
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/kommunen-rekordschulden-100.html
Zuschüsse von Bund und Ländern fordern? 🙂
Jepp … und sich wieder einmal fadenscheinige Ausreden anhören.
Ganz einfach: kostet beim Bau mehr Geld.
Wie begründen sich dann die langen Sommerferien?
Wenn überall Klimaanlagen sind, sollte es auch mehr Unterrichtstage geben.
Auf Kartoffeläckern habe ich schon lange keine Kinder mehr gesehen.
Für Frühkartoffeln zu spät, für die Haupterntezeit zu spät.
Wahrscheinlich eine Lehrerverschwörung – bei klimatisierten Schulen gäbebes kein Hitzefrei mehr. 🙁
Hitzefrei? Welches Hitzefrei?
Lehrer haben nicht hitzefrei.
Hey, wir haben eine Anleitung zum Querlüften. Sogar laminiert. Das ist doch viel besser.
Und ganz besonders häufig gibt’s Klassenzimmer mit gegenüber liegenden Wänden mit Fenstern (!) zum Querlüften…
Wäre doch mal eine Anregung zu den Schulbaurichtlinien, nur solche Räume zu planen.
Musst doch nur die Wand zum Flur wegreissen und offenen Unterricht anbieten.
Mit laminierten Handlungsanweisungen kann man sich immerhin ein wenig Kühlung zufächeln.
Na also, positiv denken.
Unterricht im Freien? Wo soll denn eine große Schule mit 1000 Kindern hin? Wie wecjseln die Fachlehrer zwischen den Klassen?
Das kann man mal einen Tag machen, aber sicher keine Woche.
So ne Innenstadtschule, die an einer stark befahrenen innerstädtischen Straße liegt, wird vor Begeisterung im Dreieck springen.
Hinter den Hauptbahnhöfen sind oft große Plätze. Da sind die Kinder dann auch mitten im Leben.
In DO ist auf der Nordseite des Hbf das pralle Leben inkl. Rotlicht.
Die sollten dann nur nicht über die Gleise laufen…
Jop. Es müssen nicht mal tausend SuS sein. Es reicht schon, wenn 10 Klassen Rind um die Schule versuchen einen Platz draußen im Schatten zu bekommen. Und ein bis drei grüne Klassenzimmer für 30 Klassen funktioniert nur begrenzt. Und mittags müssen die Jalousien hoch gefahren werden, heißt also morgens direkt pralle Sonne im Raum bis um acht die Jalousien wieder runter gefahren werden. Was auch nicht so gut ist, weil dann schlecht gelüftet werden kann. Spätestens in der 4. Std. kochen alle in ihrer eigenen Soße.
Ist es im Freien kühler? Nur mal so….
Bei Raumtemperaturen über 27°C darf laut BASS hitzefrei unter bestimmten Voraussetzungen beschlossen werden.
Schickt man die SuS nach draußen, ist die Raumtemperatur irrelevant. – Clever, die Völklinger Straße.
Eben, was bringt das, wenn es draußen im Schatten auch 33 Grad hat ?!
Geht mit einzelnen Kursen schon bei individueller Arbeit ohne Besprechen der Ergebnisse. Kommt aber weniger bei herum
(Normale) Schüler – „Unterricht“ im Freien.
Ist klar.
Jawoll, Frau Hauptmann, es wird streng unterrichtet, jawoll-ja! 😀
Ach, da stellen wir einfach ein Stühlchen dazu, dann passt das schon. Das ist ein bewährtes Konzept.
Es geht doch gar nicht darum, praktikable Lösungen zu finden.
Jedes Jahr dieselbe Diskussion: Kein Wärmeschutz in Schulen, keiner will Geld ausgeben, also empfehlen die „Experten“ den Dummerchen in den Klassenzimmern:
Einfach einmal an die frische Luft unter das schattige Bäumchen gehen!
Problem gelöst, Zeit und Geld für „Wichtigeres“ ist wieder da…
…und das mit unter das schattige Bäumchen gehen!… klappt auch nur, wenn „man am schnellstens ist!“ – ,sonst ist das Bäumchen schon besetzt.
Wir haben noch Klassenarbeiten zu schreiben, bis Mitte Juli. DV Unterricht am PC bis Ende Juli. Da können wir nirgendwohin ausweichen.
Des Deutschen Angst vor Klimaanlagen. Völlig unverständlich. Gerade in Zeiten des im Überfluss vorhandenen Solarstroms gibt es absolut keinen Grund (abgesehen von Anschaffungskosten), warum man nicht die allermeisten Gebäude klimatisieren sollte. An vielen Schulgebäuden steht doch sicherlich ein Tausch der Heizungsanlage an. Warum nicht Luft-Luft-Wärmepumpen (vulgo: „Klimaanlagen“) einbauen und von der Doppelfunktion profitieren? Damit hat sich die Hitzefrei-Diskussion erledigt und das Wohlbefinden aller wird gesteigert.
Das heißt natürlich umgekehrt nicht, dass Entsiegelung und grüne Schulhöfe eine schlechte Idee wären, im Gegenteil.
Das wäre ja sinnvoll. Das machen wir nicht.
Mal ein „Spaß“ 🙁 am Rande:
Erinnert sich noch jemand an die Werbung der Sparkasse vor bestimmt 12 – 15- Jahren? Es wurde über allerlei „Maßnahmen zur Einsparung von Werbungskosten“ diskutiert… Alles war zu teuer!
Am Ende sagte einer: „Wir machen das mit den Fähnchen!“ und wedelte mit einer Papierflagge mit Sparkassen- Logo herum,.. und alle Manager wedelten mit!
Und ja! Auch in der Bildungspolitik macht „man das mit den Fähnchen!“
Wohnen jetzt im Erdgeschoß eines Altbauklinker mit hohen Räumen. Haben hier vielleicht 18-20 Grad, draußen 30.
Wohnten vorher im Bauwagen wegen Wohnraummangel. Hätten dort jetzt 50 Grad drinnen ähnlich wie im Auto…
Ist eigentlich ganz einfach und logisch. Betonbauten lägen dann so dazwischen.
Wieso wurden eigentlich diese alten Bauweisen verschmäht?
Diese alten Klinkerbauten werden auch für Tierställe empfohlen, da im Sommer kühl, im Winter warm.
Wenn das zu teuer wäre, warum hatten die Menschen früher solche Häuser? Hatten die etwa mehr Geld?
„Experten“ haben sicherlich berechnet, dass Sanierung und Renovierung der städtischen Schulen aus der Gründerzeit viel teurer ist als Abriss und Neubau auf der grünen Wiese.
Und nebenbei wurden so noch wertvolle Flächen in den Zentren der Städte frei, die man gewinnbringend an die Leistungsträger in der freien Wirtschaft verkaufen konnte. Natürlich zum Vorzugspreis, denn das schafft Arbeitsplätze (oder so ähnlich)…
Liebe Indra Rupp,
mal ganz abseits von der Diskussion hier:
Ich freue mich ehrlich und von ganzem Herzen für Sie, dass Sie endlich eine Wohnung für sich und Ihre Kinder gefunden haben. 🙂
Ja, da schließe ich mich an!
Danke @ Marion und Caro!
Jahaaa, wenn den die Stadt als Schulträger nicht alle schönen großen Bäume, die über Jahrzehnte auf der grünen Schulhoffläche – ergo der Wiese auf dem Schulgelände – nicht komplett und radikal gefällt hätte, in deren Schatten wir uns noch im vergangen Jahr vor der brütenden Hitze im Gebäude („der berüchtigte dritte Stock“) zum Unterrichten zurückziehen konnten.
benannter Grund: Platz schaffen für die Unterrichtscontainer, um die Raumnot zu verringern … v.a. Weil der geplante solide Erweiterungsbau aus finanziellen Gründen nicht verwirklicht werden kann.
Die ganze Schulgemeinde war entsetzt – SuS haben geheult, als sie an einem Montag vor einigen Wochen aus dem Wochenende kamen und die ökologische Katastrophe sehen mussten, die die Stadt Bielefeld am unterrichtsfreien Samstag vorher heimlich still und leise angerichtet hat.
Dummheit und Rücksichtslosigkeit sind offenkundig nicht einzufangen bei solchen kommunalen Entscheidungsträgern, wenn sie nicht selber unter diesen Entscheidungen zu leiden haben.
Also werden wir bis zur partiellen Besinnungslosigkeit in den überhitzten Räumen Unterrichten / Unterricht haben … die Arbeitsschutzverordnung gilt für Schulen ja nicht, da sie keine Arbeitsstätten sind sondern Ausbildungsstätten.
Mal schauen, ob wir dann zuweilen die nahe stationierten RTWs bemühen müssen, wenn der eine oder andere Kreislauf schwächelt.
Aber ohne Brennholz kann doch die Erderwärmung nicht klimaneutral aufgeheizt werden.
Die Pflege der schulischen Grünanlagen stellt ja auch eine immensen Kostenfaktor dar und so ein Baum ist eine potenzielle Gefahrenquelle, für die der Schulträger haftbar ist.
Ein Betonplatz ist da auf Dauer viel günstiger und pflegeleichter…
Wenn man denkt „dümmer geht’s nicht mehr“…
Diese ganzen Experten haben leider überhaupt keine Ahnung wie komplex Schule heutzutage geworden ist.
Aber naja- eine Empfehlung mehr für die Tonne!
„Geht doch einfach draußen Unterrichhten“ ist wie „warum essen sie nicht einfach Kuchen statt Brot“
Ja, weit hergeholt.
Aber wenn ich mit meiner Klasse jeden Tag außerschulische Lernorte besuche (darauf hätte ich gar keine Lust By the way!), Dann entfällt nunmal mein kompletter Unterricht, den ich in anderen Klassen habe.
Diese Blitzbirnen- ehrlich!
Die Kinder könne aber auch nicht 6 Stunde npro Tag in einem grünen Klassenzimmer verbringen.
Dann haben wir es nämlich irgendwann eher mit Sonnenbränden statt Überhitzung zu tun.
Die Lösung für heiße Tage sind Klimaanlagen in Schulen und nicht Lösungen, die nichts kosten außer konzentrierter Unterrichtszeit. Ministerin Feller empfielht in NRW aber genau solche Scheinlösungen, statt sich dafür einzusetzen, dass Schulen entsprechend von den Kommunen ausgestattet werden.
In fast allen Berufen wird bei Hitze versucht, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Arbeitszeiten werden angepasst, Ventilatoren aufgestellt, Räume gewechselt oder technische Lösungen geschaffen.
Im System Schule dreht sich die Debatte erstaunlich oft darum, welche Tätigkeiten man ersatzlos streichen kann.
Hitzefrei, Unterrichtsausfall, keine Klassenarbeit, keine Nachholung.
Ein Privileg, das außerhalb des öffentlichen Dienstes eher selten anzutreffen ist.
Ventilatoren dürfen wir aus Sicherheitsgründen nicht aufstellen, und die würden auch nicht bezahlt. 16 Klassen können nicht in kühlere Räume wechseln. Technische Lösungen: Welche sollten das sein?
„Unterricht im Freien“ klingt immer herrlich nach Hochglanzbroschüre.
In der Realität suchen dann 1.000 Schüler gleichzeitig das eine schattige Bäumchen, während die Fachlehrer mit Stühlen, Arbeitsblättern und Klassensatz zwischen Sportplatz und Parkplatz pendeln.
Aber immerhin: Für das Foto im Schulentwicklungsplan sieht es bestimmt ganz toll aus.
Vielleicht sollte man einfach akzeptieren, dass man Gebäude, in denen Menschen acht Stunden täglich verbringen, auch so bauen muss, dass sie im Sommer benutzbar bleiben.