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Lehrerverband weist behördliche Maßregelung von Kollegen zurück

MÜNCHEN: Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverbandes sieht eine zunehmende Zahl von Verwarnungen kritischer Lehrer und Schulleiter durch die Schulbehörden. Präsident Klaus Wenzel sieht in den Hinweisen auf die Loyalitätspflicht einen gezielten Versuch der Einschüchterung. Das Kultusministerium kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen.

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) hat das Kultusministerium in einer Resolution aufgefordert, sich schützend vor kritische Pädagogen zu stellen und die nachgeordneten Behörden zur Zurückhaltung zu ermahnen. «Wenn Lehrer und Schulleiter Personalmängel an ihren Schulen öffentlich thematisieren, darf ihnen nicht der Mund verboten werden», sagte BLLV-Präsident Klaus Wenzel.

BLLV-Präsident Klaus Wenzel

BLLV-Präsident Klaus Wenzel, fordert vom Bayerischen Kultusministerium, sich schützend vor die Lehrer zu stellen. Foto: BLLV

Nach Angaben des Lehrerverbands werden Schulleiter und Lehrer, die sich kritisch geäußert hätten, immer öfter von der Schulbehörde verwarnt. Der Hinweis auf die Loyalitätspflicht der Lehrer sei ein gezielter Versuch der Einschüchterung, erklärte Wenzel. Das Beamtenrecht dürfe aber nicht als Vorwand zur Einengung des höherwertigen Grundrechts der Meinungsfreiheit benutzt werden. Der BLLV forderte alle Kollegen auf, auf der Grundlage ihrer pädagogischen Verantwortung Probleme an ihren Schulen publik zu machen.

Das Kultusministerium wies die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher sagte, Lehrer könnten ihre Meinung frei äußern. «Einen Maulkorb gibt es nicht.» Bei Problemen an den Schulen sei allerdings die interne Suche nach einer Lösung vorzuziehen. Eine Zunahme von Gesprächen in vermeintlichen Konfliktfällen lasse sich im Zuständigkeitsbereich des Kultusministeriums nicht nachvollziehen. (dpa)

(19.03.2013)

Resolution des BLLV

Pressemitteilung des Bayerischen Kultusministeriums

2 Kommentare

  1. Leider haben wir gerade in dem Treibhaus der Demokratie (Schule) keine demokratische Kultur, die als Beispiel für gelebte Dialektik und konstruktive Auseiandersetzung in eingener Problemlage gelten könnte. Wir bleiben brav auf dem theoretischen Feld, wie es Goethe vor 200 Jahren kritisiert hat:
    „Man sperrt die jugen Leute herdenweise in Stuben und Hörsälen zusammen und speist sie in Ermangelung der Wirkichkeit mit Zitaten und Wörtern ab“.
    Weiter so!

  2. Ich habe nichts dagegen, wenn der BLLV sich gegen konkrete Missstände auflehnt.
    Dieser dubiose Verband tut jedoch immer wieder alles, um das bayrische Schulsystem schlecht zu machen und es auf rot-grüne Linie zu bringen.
    Z.B. verbreitet er in den Medien ständig die Behauptung, dass bayrische Schüler nur unter enormem Stress und Leistungsdruck lernten, so dass sie reihenweise krank würden.
    Dieser Lehrerverband ist für mich unseriös und eher ein parteipolitischer Interessensverein unter falscher Flagge.
    Für mich ist vorstellbar, dass sich der BLLV diese seine angebliche Beobachtung mal wieder aus den Fingern saugt:
    „Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverbandes sieht eine zunehmende Zahl von Verwarnungen kritischer Lehrer und Schulleiter durch die Schulbehörden.“
    Wer kann eine solch allgemeine Behauptung schon widerlegen?

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