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Lehramtsstudium: Überzeugungstäter sind weniger Burnout gefährdet

SAARBRÜCKEN. Der Lehrerberuf gilt als Knochenjob. Mancher Student stellt nach dem Examen fest, dass er der Belastung nicht standhält. Doch wer ist geeignet? Eine neue Studie legt nahe, dass Studierende dann wenig Gefahr laufen, ein Burnout zu bekommen, wenn sie Überzeugungstäter sind. Sie gehen dann bereits gelassener mit den Herausforderungen des Studiums um als jene, die sich dafür entschieden haben, weil sie es zum Beispiel für leichter halten als andere Studiengänge.

Für die Studie haben Forscher der Universität Saarbrücken 559 Lehramtsstudierende im ersten Studienjahr befragt. Sie ließen sie zunächst auswählen, welche Motive sie für die Studienwahl hatten. Dann mussten sie Angaben zu ihren Persönlichkeitsmerkmalen machen. Dabei kam heraus: Wer sich für das Studium entschieden hat, weil er gerne unterrichten möchte oder ihn das Fach interessiert, war auch tendenziell sehr stressresistent. Entschieden sich Studierende dagegen eher für den Job, weil sie das Lehramtsstudium für leichter hielten als andere Studiengänge, haben sie sich tendenziell eher belastet gefühlt. dpa

 

Zum Beitrag: Umfrage: Die meisten Studenten fühlen sich mit dem Bachelor schlecht vorbereitet

6 Kommentare

  1. Schmarrn!

    Eben wenn du motiviert bist, das Ganze als Beruf (von Berufung) und nicht als Job ansiehst, dann hauts di eini.
    Immer wieder kommen äußerst durchdachte Anweisungen und formaljuristisch abgesicherte Entscheidungen von den Kultusbürokraten und -juristen, die dir das Lehrerleben erschweren. Alles muss dokumentiert werden, ist Gegenstand einer „wissenschaftlichen“ Untersuchung; über Beförderungen und sonstige Anerkennungen entscheiden Notenschnitte deiner Schüler in zentralen Prüfungen, die du gerecht korrigiert hast. Natürlich hättest du auch etwas an der Notenschraube justieren können, aber du bist ja ehrlich.
    Ich habe in meiner Therapie genug „ausgebrannte “ Lehrer kennengelernt; keiner war ein Bildungsjobber, alle waren Lehrer, wie ich sie mir für meine Kinder gewünscht hätte.
    Ja, ich bin auch ein „Ausgebrannter“, ermüdet von der Bürokratie, abgestoßen von dem „Notenfetischismus“ der oberen Behörden, ausgegrenzt von „zu jung“, dann auf einen Schlag „zu alt“, zu wenig Erfahrung in der EDV, dann auf einmal „das spielt doch keine Rolle“, wenn du dich eingearbeitet hast…
    Und ich bin trotzdem noch gerne Lehrer, arbeite gerne mit Schülern, setze mich für meine Schule ein, entwickle mit über 60 noch neue Ideen und Konzepte, lerne jeden Tag dazu und probiere Neues.
    „Burn out“ bedroht m.E. hauptsächlich die, die sich mit den bestehenden Zuständen nicht abfinden, die innovativ wirken wollen, die sich engagieren und dann immer wieder „auflaufen!

    So sprach Goethe!

    • Sehr gut und absolut treffend geschrieben. Danke, rfalio!

    • Verbrennen oder verbrannt werden – das ist hier die Frage.

      Lehrkräfte werden verbrannt, da ihre dienstvorgesetzten ihrer gesetlichen Fürsorgepflicht nicht nachkommen.

      In keinem Beruf wird so viel „für die Tonne“ gearbeitet. Jeder Blähung bildungspolitischer Hirne verursacht nämlich heftigste Wirbel in den Schulen, wo dann „mal eben“ Konzepte erstellt, implementiert und anschließend evaluiert werden müssen …. Wobei bis zum Punkt Evaluation kommen die meisten Konzepte an Schulen erst gar nicht, da in der Zwischenzeit schon die „nächste Sau durch’s Dorf getrieben wird“.

      Und an den Folgen dieser Hektik, die die Politik initiiert um geistige Windstille zu verbergen, leiden dann die Schüler bzw. die Beziehungen zwischen Eltern, Schülern und Lehrern, da an den vielen Misserfolgen der bildungspolitischen bemühungen natürlich die Lehrer schuld sind, die keine Zeit für „ihre“ Schüler haben.

      Wer schon einmal bis 20:00 Uhr in Konferenzen zur Schulentwicklung gesessen hat, weiß selbst wie gut der unterricht am Folgetag wird.

      • Ursula Prasuhn

        Ihrer Beurteilung der Lage an den Schulen stimme ich voll zu. Sie ist ein Trauerspiel, das Sie ganz richtig beschreiben.
        Was wäre an Windstille denn so schlimm? Die Lehrer sehnen sich nach ihr, um endlich in Ruhe das tun zu können, was ihnen am Herzen liegt und nicht mehr ausgiebig “für die Tonne” statt für die Schüler zu arbeiten.
        Windstille ist für Politiker offenbar ein Graus, weil das Bildungswesen mehr und mehr zum Profilierungsfeld verkommen ist. Keine noch so hektisch ausgebrütete Idee wird verworfen, wenn sie denn Aufsehen erregt und als Fortschritt oder Wohl für die Schüler geltend gemacht werden kann. Aktionismus ist das Gebot jeder Stunde.
        Die Heerschar der geistigen Zulieferer – genannt „Experten“ – ist in einer ähnlichen Lage. Ständige Neuerungen schützen bzw. schaffen Arbeitsplätze und sichern die Einnahmequellen.
        Ich glaube noch nicht einmal, dass all diese Nutznießer – um nicht zu sagen „Schmarotzer“ – sich im Klaren sind über ihr Tun. Wären sie es, ließen sich eingefahrene Bahnen leichter durchbrechen. Solange aber viel Selbstbetrug im Spiel ist und jeder sich vormacht, er diene vor allem schulischen Verbesserungen, ist dem Unwesen kaum beizukommen.

    • Das stimmt ja alles, aber das macht die Studie nicht zum Nonsense. Die Lehrerberufsforschung kennt seit Jahren vier Typen von Lehrern – unterschieden hinsichtlich der Frage, wie diese mit den beruflichen Anforderungen umgehen. Burnoutgefährdet aus jeweils anderen Gründen sind demzufolge sowohl Überzeugungstäter, die zu Perfektionismus neigen und sich nicht vom Beruf abgrenzen können, als auch fachlich und pädagogisch Desinteressierte, die die Arbeit als unbefriedigend empfinden (daneben gibt es Überzeugungstäter, die einen Ausgleich zum Beruf haben, und Desinteressierte, denen einfach alles egal ist und die entsprechend auf Schonung schalten und sich befriedigende Tätigkeiten anderswo besorgen können). Halte ich für sehr plausibel. Von daher bietet die Studie jetzt auch nichts, was man noch nicht wüsste. Denn welcher der vier Typen der ‚beste‘ Lehrer sein kann, ist ja wohl klar. 😉

      • Und genau diese 4 Gruppen gibt es in anderen berufszweigen außerhalb von Schule auch.

        Der wesentlich Unterschied ist, dass einige dieser Gruppen nicht bei einem AG auf der Payroll stehen sondern von der Bundesagentur verwaltet werden.

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