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Biologie: Forschungsschiff «Sonne» schaut bis zum tiefsten Meeresboden

WILHELMSHAVEN. Wunderwerk der Technik und schwimmendes High-Tech-Großlabor: Für Expeditionen auf den Weltmeeren haben deutsche Meeresforscher jetzt ein neues Werkzeug. Die «Sonne» gilt als das derzeit modernste Forschungsschiff.

Wunderwerk der Technik: das Forschungsschiff "Sonne" - hier im Modell. Foto: Markus Bärlocher / Wikimedia Commons (CC0 1.0)

Wunderwerk der Technik: das Forschungsschiff “Sonne” – hier im Modell. Foto: Markus Bärlocher / Wikimedia Commons (CC0 1.0)

Mit der «Sonne» haben deutsche Wissenschaftler das nach Angaben der Bundesregierung modernste Forschungsschiff der Welt bekommen. Es nahm nach 20 Monaten Bauzeit und mehrwöchigen Erprobungsfahrten seinen Dienst in Wilhelmshaven auf. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) übernahmen die «Sonne» dort von der Papenburger Meyer Werft.

Das schwimmende Hochleistungslabor stellt sich noch im November in norddeutschen Hafenstädten vor. Im Frühjahr beginnt die erste Forschungsreise. Die Haupteinsatzgebiete der 116 Meter langen und 21 Meter breiten «Sonne» liegen im Indischen und Pazifischen Ozean. An Bord ist Platz für bis zu 40 Forscher und die Besatzung von 35 Seeleuten. Federführend bei den weltweiten Expeditionen ist das Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Wanka lobte das 124,4 Millionen Euro teure Projekt als «Vorzeigewerk deutscher Schiffbaukunst». Das neue Hightech-Schiff werde höchsten Ansprüchen moderner Meeresforschung gerecht. Für die Wissenschaft seien Daten zum Klimaschutz, zur Erwärmung und Versauerung der Meere oder zur Eisschmelze in der Arktis besonders wichtig. Daher werde die Bundesregierung in den kommenden Jahren Milliarden investieren und vier weitere Forschungsschiffe erneuern. Als nächstes ist ein Nachfolger des Forschungseisbrechers «Polarstern» geplant.

Werftchef Bernard Meyer bezeichnete den Neubau als «Quantensprung» und Herausforderung für seine Ingenieure und Techniker. Die Forscher hätten nun ein schönes Werkzeug an die Hand bekommen: «Machen Sie was damit, denn das Meer hat mehr Geheimnisse als der Weltraum.»

Weil erinnerte an die Erfahrung der Werft beim Bau riesiger Kreuzfahrtschiffe: «Die Meyer Werft hat sicher größere Schiffe gebaut, aber dies ist bisher das intelligenteste.» Mit der Papenburger Werft, der Reederei in Leer und der Stadt Wilhelmshaven als Heimathafen habe sein Bundesland großen Anteil an dem Schiff, sagte Weil: «Die “Sonne” ist eine stolze Niedersächsin.»

Die «Sonne» löst nach 36 Jahren ihren gleichnamigen Vorgänger ab. Das neue Schiff zeichnet sich durch eine besonders hohe Energieeffizienz aus. Es wurde nach neuesten Umweltstandards konstruiert. Zur Ausrüstung gehören neben Kränen, Kühlräumen und Laboren auch Tiefsee-Lotanlagen. Damit kann der Meeresboden bis in eine Tiefe von elf Kilometern vermessen werden. Mit videogesteuertem Gerät können die Forscher von Bord aus Proben nehmen. dpa

Zum Bericht: Biologie: Hunderte Pflanzenfreunde verfolgen stinkende Titanwurz-Blüte

Ein Kommentar

  1. dass das schiff ein quantensprung ist, bezweifle ich stark, mehr ein gewaltiger satz. dummerweise ist das schulfach biologie auf einem fachlicb viel bescheideneren level …

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