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Datenschutzbeauftragter bemängelt Medienkompetenz von Schülern

ERFURT. Was löst das «gefällt mir» in Facebook aus, was passiert, wenn man Begriffe in Suchmaschinen eingibt? Für den Thüringer Datenschutzbeauftragten wissen Schüler darüber zu wenig. Das könnte auch am Schulunterricht liegen. Die SPD widerspricht dem.

Der Thüringer Datenschutzbeauftragte Lutz Hasse sieht Schüler beim Umgang mit persönlichen Daten im Internet schlecht gerüstet. «Sie können sich zwar auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken bewegen, sie können auch ihr Handy bedienen – sie wissen aber nicht, was im Hintergrund passiert», sagte Hasse. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung würden die meisten Schüler nicht einmal kennen.

Ein Grund dafür könne sein, dass das Schulfach Medienkunde in Thüringen möglicherweise nicht intensiv genug unterrichtet werde. Das Thema soll im Freistaat eigentlich integrativ, also im Rahmen anderer Fächer behandelt werden. «Aber ich habe so meine Zweifel, ob das wirklich an der Basis unterrichtet wird», sagt Hasse. Lehrer hätten ihm bestätigt, dass dem Fach Medienkunde nicht ausreichend Aufmerksamkeit entgegengebracht werde.

Dabei betrachtet der Datenschutzbeauftragte das Modell des integrativen Unterrichts als durchaus sinnvoll, schließlich sei Medienkompetenz auch im Alltag in vielen verschiedenen Bereichen gefragt. Auch seien die grundsätzlichen Inhalte für ihre Vermittlung in den Lehrplänen gut durchdacht. Es sei nur nicht klar, ob das Wissen auch tatsächlich vermittelt werde.

Deshalb veranstaltet Hasse anlässlich des «Safer Internet Day» am 10. Februar eine Fachtagung in Erfurt unter dem Motto «Medienkunde als eigenes Schulfach – Neuland in Sicht?». Eingeladen sind dazu auch Informatiker sowie Lehrer- und Schülervertreter, um über den Status quo der medialen Ausbildung in Schulen zu diskutieren.

Generell seien Menschen durch die aufgedeckten Spähskandale der letzten Jahre aber sensibler geworden, wenn es um die eigenen Daten gehe, glaubt Hasse. Dies merke er an vielen Anfragen aus der Bevölkerung zu dem Thema sowie den sich daraus ergebenden Diskussionen.

Die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag, Marion Rosin, wies mögliche Defizite im Bereich der medialen Schulbildung zurück: «Die Leistungsfähigkeit der Thüringer Schulen ist durch nationale und internationale Vergleiche belegt, dies gilt auch für die Vermittlung von Chancen und Risiken der Neuen Medien.» Bei der integrativen Vermittlung von Medienkunde besitze der Freistaat sogar Vorbildwirkung.

Ein Kommentar

  1. Ganz einfach: Dieses Thema interessiert die Schüler nicht. Die denken sich nur: was will der paranoide Alte da vorne. Nicht alles, was im Unterricht besprochen wird, kommt bei den Schülern auch an.

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