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Neue Besoldungspläne in Schleswig-Holstein: GEW kündigt Proteste an

KIEL. Kein gutes Haar lässt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft an den Plänen der Landesregierung zur zukünftigen Besoldung der Lehrkräfte: „Die Lehrer an den Grundschulen bleiben in der Besoldung für weitere Jahrzehnte abgehängt – trotz in Zukunft gleichwertiger Ausbildung“, so die Gewerkschaft in einer Pressemitteilung. Auch an den Gemeinschaftsschulen bestehe die Ungerechtigkeit der ungleichen Bezahlung für gleichwertige Arbeit für weitere Jahre fort, weil nur die neuen Lehrkräfte nach A 13 besoldet werden sollen.

Der Euro ist in der Krise - der elfjährige Jurre weiß Rat. Foto: Images of Money / Flickr (CC BY 2.0)

Die GEW kritisiert scharf, dass Grundschullehrkräfte auch in Zukunft weniger verdienen sollen als Lehrkräfte anderer Schulformen. Foto: Images of Money / Flickr (CC BY 2.0)

„Die Landesregierung aus SPD, Grünen und SSW bescheinigt den Lehrerinnen und Lehrern an Grundschulen: Ihr leistet im Vergleich zu anderen Lehrkräften keine gleichwertige Arbeit. Auch in den kommenden Jahrzehnten werden wir euch deshalb schlechter bezahlen. Da hilft euch dann auch keine unbestritten gleichwertige zehnsemestrige Ausbildung. Das ist ein Höchstmaß an Geringschätzung, wie wir es so nicht für möglich gehalten hätten“, sagt der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Matthias Heidn.

Die Landesregierung könne sich schon jetzt auf Proteste einstellen. Kurzfristig werde die GEW zum Protest vor dem SPD-Landesparteitag am 14. März in Neumünster aufrufen, kündigt Heidn an. „Der Grundsatz ‚Gleiches Geld für gleichwertige Arbeit‘ scheint für die Sozialdemokratie in Schleswig-Holstein nur ein Füllsatz für das eigene Wahlprogramm zu sein. Wenn es dann in Regierungsverantwortung um die Umsetzung geht, hat man ihn anscheinend locker vergessen.“

Die ungleiche Bezahlung an Gemeinschaftsschulen nach Laufbahnen sei schon heute zutiefst ungerecht, so Matthias Heidn. Aber diese Ungerechtigkeit dann auch noch für die nächsten Jahre festzuschreiben, sei „völlig inakzeptabel“. Für wie absurd der GEW-Landesvorsitzende die Situation der auch zukünftig ungleichen Besoldung an Gemeinschaftsschulen hält, illustriert er an einem Beispiel: „Da kommt ein neuer Lehrer als Anfänger an die Schule und erhält A 13. Sein Kollege, der schon seit Jahrzehnten an der Gemeinschaftsschule unterrichtet, bleibt aber in den nächsten Jahren weiterhin bei A 12. Das geht gar nicht!“

Die GEW lehnt es auch ab, dass zukünftig an den Gemeinschaftsschulen bei der Besoldung danach differenziert werden soll, ob eine Lehrkraft ein oder zwei Fächer auf dem Niveau der Sekundarstufe II studiert hat. Das bedeute für die Gemeinschaftsschulen, dass dort ein neues Zwei-Klassen-System der Besoldung etabliert werde. Dies sei auch insofern ungerecht, weil zum Beispiel an der Universität Flensburg manche Fächer noch nicht auf Sekundarstufe-II-Niveau studiert werden könnten. Bei einem Fach wie Technik sei sogar von vornherein nur ein Studium auf Sekundarstufe-I-Niveau möglich.

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