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Viele Stellen unbesetzt: Thüringer CDU fordert „Schulleiter-Versprechen“

ERFURT. Über 50 Schulleiterstellen in Thüringen sind derzeit unbesetzt. Warum das so ist, darüber streiten die Parteien im Landtag. Oft seien Klagen unterlegener Bewerber der Grund, heißt es aus dem Bildungsministerium. Die oppositionelle CDU forderte die Landesregierung auf, dafür zu sorgen, dass keine Stelle länger als drei Monate frei bleibt.

Die Landespolitik debattiert über die Gründe für unbesetzte Schulleiterstellen. Sie seien vor allem an Grundschulen offenkundig nicht attraktiv genug, so dass derzeit 26 Schulen ohne Direktor auskommen müssten, sagte CDU-Fraktionschef Mike Mohring (CDU) am Freitag. Die CDU-Fraktion fordere daher vom Land ein «Schulleiter-Versprechen». Keine Stelle solle mehr als drei Monate unbesetzt bleiben. Vor allem von Linken und SPD, aber auch aus dem Bildungsministerium kam Widerspruch.

Schulleiterbüro

In nahezu allen Bundesländern bleiben viele einmal geräumte Schulleitersessel längere Zeit leer. Foto: Buero-Hotel Domspitzen Köln / Flickr (CC BY-SA 2.0)

Schulleiterstellen könnten wie andere Stellen der Landesverwaltung oft wegen Klagen von Konkurrenten nicht besetzt werden, hieß es. Mit einer Konkurrentenklage wollen unterlegende Bewerber um einen in der Regel besser bezahlten Posten klären, ob sie die Stelle zu Recht nicht bekommen haben. Das sei zwar «nicht schön», aber es stehe jedem offen, das Handeln einer Verwaltung zu kontrollieren.

Nach übereinstimmenden Angaben Mohrings und eines Sprechers des Bildungsministeriums sind derzeit 53 der etwa 850 Schulleiterstellen unbesetzt. Auch wenn es keinen formell berufenen Schulleiter gebe, sei aber in jeder Schule für eine Stellvertreterlösung gesorgt. «Diese Schulen sind nicht kopflos», sagte der Sprecher.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Hey wies darauf hin, schon weil Verfahren zu Konkurrentenklagen durchschnittlich sechs bis sieben Monate dauerten, sei das von der CDU geforderte Schulleiter-Versprechen nicht zu erfüllen. Trotzdem werde sich die Koalition um das Problem dieser offenen Stellen kümmern müssen.

Ähnlich äußerte sich auch die Vorsitzende der Linke-Fraktion, Susanne Hennig-Wellsow. Auch wenn sie die Grundannahme Mohrings nicht teile, sei sie offen für alle Vorschläge, wie diese Posten für Bewerber noch interessanter gestaltet werden könnten. Die CDU weise mit dem Vorstoß aber gleichzeitig auf eine «weitere Großbaustelle» hin, die Rot-Rot-Grün von der CDU nach deren fast 25 Jahre währenden Herrschaft übernommen habe.

Der Vorsitzende der Grünen-Fraktion, Dirk Adams, warf Mohring vor, Rot-Rot-Grün auf der einen Seite permanent zum Sparen anzuhalten und auf der anderen Seite immerfort Vorschläge zu machen, wo weiteres Geld ausgegeben werden könne. Nach Ansicht des Parlamentarischen Geschäftsführers der AfD-Fraktion, Stefan Möller, geht der CDU-Vorstoß am Grundproblem der offenen Stellen im Bildungsbereich vorbei. Nach Kenntnis seiner Fraktion gibt es kein verlässliches Datenmaterial, wer für welche Stelle eigentlich zur Verfügung stehe. (dpa)

zum Bericht: VBE-Umfrage zum Deutschen Schulleiterkongress: Ansehen von Schulleitern bleibt niedrig
zum Bericht: Schulleiter händeringend gesucht: Weiter viele unbesetzte Stellen an Grundschulen

2 Kommentare

  1. Man bürdet den Schulleitern immer mehr Aufgaben auf und was bekommen sie dafür?
    An Grundschulen oft nur eine Zulage von 200 € brutto und ein paar Stunden Ermäßigung, keine oder nur stundenweise eine Sekretärin …
    Da musst du ja masochistisch sein, um dir das anzutun!
    rfalio

  2. Ja und, wird doch keiner gezwungen Schulleiter zu werden. Die, die ich kenne haben alle von sich aus ja geschrien. Soll sich keiner beschweren, vor allem wenn die Cleveren ihre Konsequenzen aus der Situation ziehen – und nicht Schulleiter werden.

    Mir tun nur die armen Schweine leid, die so eine verwaiste Klitsche am Arsch von Nirgendwo auch noch kommissarisch auf’s Auge gedrückt bekommen haben. Wollten nie SL werden und müssen den Scheißjob jetzt trotzdem machen.

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