Start Politik Brandbrief-Schule! Ministerin stellt klar: Die (allermeisten) Schüler waren nicht das Problem

Brandbrief-Schule! Ministerin stellt klar: Die (allermeisten) Schüler waren nicht das Problem

19
Anzeige

LUDWIGSHAFEN. Ein Brandbrief von Lehrkräften machte die Karolina-Burger-Realschule plus bundesweit bekannt, die „Bild“-Zeitung erklärte sie zur „gefährlichsten Schule Deutschlands“: Polizeieinsätze und massive Probleme schienen das Bild einer Schule zu zeichnen, deren Schülerschaft außer Kontrolle geraten war. Doch nach Darstellung von Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig (CDU) lag das eigentliche Problem gar nicht bei den Kindern und Jugendlichen. Entscheidend für die Krise sei vielmehr eine massive Lagerbildung innerhalb des Kollegiums gewesen. Nachdem personelle Konsequenzen gezogen wurden, soll sich die Lage zunehmend beruhigen.

Feuer gelöscht? (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Die Situation an der Karolina-Burger-Realschule plus beruhigt sich nach Angaben von Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig zunehmend. Der Schulleiter der Brennpunktschule sowie zwei weitere Lehrkräfte seien mittlerweile an anderen Schulen tätig, berichtete die CDU-Politikerin im Bildungsausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags. Der Krankenstand der Lehrkräfte habe reduziert werden können.

Nach den Herbstferien werde die Ludwigshafener Schule von einem erfahrenen Schulleiter mitgeführt, um die Schule auf ihrem Weg zu unterstützen, kündigte die Bildungsministerin an. Dieser Schulleiter werde jeden Tag an der Halbtagsschule vor Ort sein. Der Einsatz sei bis Ende Januar nächsten Jahres geplant. Die Suche nach einer neuen dauerhaften Leitung der in die Schlagzeilen geratenen Realschule plus laufe.

PhoneLocker, verschließbare Smartphone-Tasche

Polizeieinsätze und Differenzen im Kollegium

Die Brennpunktschule geriet wiederholt wegen Polizeieinsätzen in die Schlagzeilen. Als Konsequenz aus starken Differenzen im Kollegium wurden Wechsel in der Schulleitung sowie bei den Lehrkräften angeordnet. Fachleute der Schulaufsicht ADD, des Bildungsministeriums oder des pädagogischen Landesinstituts arbeiten mittlerweile täglich und unbefristet an und mit der Schule an neuen pädagogischen Konzepten.

Die Kinder und Jugendlichen seien nicht das auslösende Problem an der Brennpunktschule gewesen, betonte die Bildungsministerin. Es habe eine massive Lagerbildung im Kollegium gegeben. Knapp zwei Handvoll Schüler seien für die Vorfälle und Schwierigkeiten verantwortlich. Schritte seien deswegen eingeleitet worden.

Über verschiedene Maßnahmen wurde nach Angaben von Eiling-Hütig zusätzliches Personal für die Schule gewonnen: Sowohl um die Vertretungssituation aufgrund des Krankenstandes zu verbessern, als auch die Abschlussklassen zu stärken. Auch die multiprofessionellen Teams seien personell gestärkt worden.

Maßnahmen benötigen Zeit

Die weiteren angekündigten Maßnahmen benötigen noch mehr Zeit, erklärte die CDU-Politikerin. Dazu zähle etwa die Überarbeitung der Pausen- und Präventionsprojekte sowie interne und externe Maßnahmen zur Berufsorientierung. Außerdem soll es eine weitere «2P plus»-Gruppe geben, um die Deutschkenntnisse der Schülerinnen und Schüler zu verbessern.

Alle Personen, mit denen sie bei dem Prozess gesprochen habe, hätten immer zwei identische Dinge berichtet, berichtete die Bildungsministerin: «Die Kinder und Jugendlichen an der Schule sind toll und sie mögen ihre Schule.» Alle Pläne aus dem Maßnahmenpaket würden konsequent kontinuierlich weiterverfolgt, um im Sinne der Schülerinnen und Schüler in den kommenden Monaten weitere Fortschritte zu erzielen. Die Schule brauche nun Ruhe von außen, um innen gut arbeiten zu können. News4teachers / mit Material der dpa

Karolina-Burger-Realschule plus: „Deutschlands gefährlichste Schule“ – oder vielmehr Deutschlands zerstrittenstes Kollegium?

Anzeige

Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei
19 Kommentare
Xxx
12 Tage zuvor

Es wäre wirklich schlimm, wenn nicht die allermeisten Schüler nicht das Problem wären. Nur wird man in Ludwigshafen einen signifikanten Anteil Problemschüler gehabt haben, wobei bereits drei pro Klasse einen geregelten Unterricht völlig zunichte machen können. Somit reichen schon 10-15%. Die ganzen Lernprobleme kommen aber noch oben drauf.

Rainer Zufall
12 Tage zuvor

„Ein Brandbrief von Lehrkräften machte die Karolina-Burger-Realschule plus bundesweit bekannt, die „Bild“-Zeitung erklärte sie zur „gefährlichsten Schule Deutschlands““

Die Anführungszeichen stehen falsch.
Bild-„Zeitung“ muss es heißen.

Rüdiger Vehrenkamp
11 Tage zuvor

Unterhält man sich mit Menschen, die die Schule wirklich kennen, wirken die Aussagen der Ministerin wie absoluter Hohn. Teils schwer straffällige Jugendliche gibt es dort nicht deswegen, weil man sich im Lehrerzimmer nicht einig war. Aber gut, machen wir das, was die Ministerin will: Schwamm drüber und bloß nicht mehr darüber reden. Die Schule braucht Ruhe. Der Maulkorb sitzt.

Rainer Zufall
9 Tage zuvor

„Unterhält man sich mit Menschen, die die Schule wirklich kennen“
Natürlich kennen Sie die auch.
Beineidenswert, wie viel Freizeit manche zu haben scheinen, um die „Brennpunktsschulen“ Deutschlands abzuklappern…

„Teils schwer straffällige Jugendliche gibt es dort nicht deswegen, weil man sich im Lehrerzimmer nicht einig war.“
Welche Jugendliche wurden da aufgrund „schwerer“ Straftaten veruteilt? Ich meine, Ihre engen Bekannten werden Ihnen ja nicht nur die jüngsten Ereignisse schildern, die Sie sich an einem Abend aus Zeitungen zusammenklauben können – Reizgas, Übergriffe durch eine psychisch kranke Schülerin, Böller, etc. (https://www.spiegel.de/panorama/bildung/karolina-burger-realschule-plus-deutschlands-gefaehrlichste-schule-bekommt-neue-schulleitung-a-d553dac6-7977-4344-b499-fffdad53cafa)

Hauen Sie raus! Was erzählten Ihnen Ihre guten Bekannten? 🙂

Bla
8 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Dass Sie noch nie an einer Brennpunktschule waren … Würde mich nicht wundern.

Rüdiger Vehrenkamp
8 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Wie Sie eventuell meinen bisherigen Posts der letzten Jahre entnehmen konnten, lebe und arbeite ich im Raum Rhein-Neckar/Mannheim. Ludwigshafen ist „einmal über die Brücke“ entfernt (selbst wenn die Überwege seit Jahren durch Baustellen erschwert werden). Natürlich hat man da Kontakte und befindet sich im Austausch. Gewiss werde ich hier für Sie aber keine Eulen nach Athen tragen. Die von Ihnen genannten Beispiele sollten im Grunde schon genügen, um zu erkennen, dass das Problem allenfalls sekundär von den Lehrerinnen und Lehrern dort ausgeht – wenn überhaupt.

Nie wieder Lehramt
11 Tage zuvor

Bei swr.de liest sich das schon etwas anders: https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/ludwigshafen/videoueberwachung-an-der-karolina-burger-realschule-plus-100.html
Und zu Wort kommen dort alle möglichen Menschen, aber niemand aus der Lehrerschaft….da gilt wohl der Maulkorb. Und die Lage ist alles, aber nicht wesentlich verbessert.
Einen Schulleiter finden sie anscheinend bislang auch nicht, da muss eine kurze Abordnung bis zum Halbjahresende wohl reichen. Ausgeschrieben wurde bislang nichts, vielleicht lässt sich jemand ‚überzeugen‘, der noch was werden möchte.
Same procedure…

SchadeMarmelade
11 Tage zuvor

Wenigstens Mal ein ehrlicher Artikel. Wir brauchen keine Berichte über Vorzeigeschulen, die über den Klee gelobt werden, wo Geld, Personal und Zeit ohne Ende reingepumpt wird.
Die Realität ist anders. Ich möchte behaupten die meisten Brennpunktschulen sind ganz ähnlicher Natur.
Hier gehen Lehrer, Schüler und alle anderen Angestellten vor die Hunde.
Schule ist kein rechtsfreier Raum. Dieser Satz müsste transportiert und gelebt werden. Kinder die Gewalt ausüben, explizit auch verbale Gewalt, Dinge mutwillig beschädigen und immer wieder den Schulfrieden massiv stören laufen an den Schulen frei rum. „Schulpflicht“
Wieso lassen wir uns das gefallen? Wieso müssen wir das akzeptieren? Die Zustände an den Schulen werden immer schlimmer, die Sprache und die Verhaltensweisen immer enthemmter. Es ist frustrierend und ich rate allen davon ab den Beruf zu ergreifen.
Inzwischen ist man doch kein Lehrer mehr. Wie viel Zeit geht tatsälich mit „lehren“ drauf? Das Meiste ist doch Therapie, Sozialarbeit, Verwahrung, Dokumentation und endlose nicht fruchtende Gespräch eund Konferenzen mit sinnfreien Beschlüssen.
Du hast jetzt zum 5. Mal einen Schüler verprügelt, deinen Lehrer H.S. genannt, das geht nicht. Dafür musst du nun nach jeder Stunde mit Benimmsmileys zum Lehrer gehen.

Rainer Zufall
8 Tage zuvor
Antwortet  SchadeMarmelade

„Schule ist kein rechtsfreier Raum. Dieser Satz müsste transportiert und gelebt werden.“
Wird er, auch wenn Rechtsextreme in die Bildungspolitik drängen und Schulen unter Druck zu setzen versuchen, Demokratiebildung und Erinnerungskultur weggekürzt werden, am Grundrecht der Religionsfreiheit oder an gesellschaft Teilhabe gesä… Ach, Sie meinen die Schüler*innen – wie unerwartet!

Also es liegt wieder an den Kindern, Pädagogik ist für Sie unverständlich und Schulen, denen es gelingt, müssen finanzielle Vorsprünge haben, die Sie natürlich niemals fordern, da Sie wohl eine Partei wählen, die kein Geld dafür aufwenden will… :/

„Du hast jetzt zum 5. Mal einen Schüler verprügelt, deinen Lehrer H.S. genannt, das geht nicht.“
Garantiert ein echtes Beispiel aus Ihrem Leben und nicht irgendein Gewäsch, das sofort zusammenfällt, wenn Sie sich fragen lassen müssten, was Sie diesbezüglich getan haben -__-

Jerunda
11 Tage zuvor

Heute findet sich in der „Berliner Zeitung“ (2. bis 4. Oktober 2026) ein interessanter Artikel passend zum Thema.
Überschrift: „Rotation gegen Verkrustung – Wer jahrelang auf demselben Posten sitzt, kann Teil des Problems werden. Was passiert, wenn Kontrolleure selbst wieder Verantwortung an der Schule übernehmen müssen?“

Die drei Autoren, Rüdiger Barney, Dietmar Schewe und Uwe Schüsterl, analysieren den Zustand der Berliner Schulen, die Rolle von Schulleitungen, Bildungsverwaltung und Schulaufsicht und schreiben u. a. auch über die Berliner „Bergius-Schule“, die ebenfalls Berühmtheit durch einen Brandbrief erlangte.
Ein Fazit, welches sie Ziehen: „Es mangelt nicht an Erkenntnissen, sondern an Konsequenzen.“

mama51
10 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

„Es mangelt nicht an Erkenntnissen, sondern an Konsequenzen.“

Vor allem mangelt es an ZÜGIG umsetzbaren Konsequenzen! Nicht erst nach drei Klassenkonferenzen, 4 „runden Tischen“, 20cm dicken Stapeln mit Dokumentationen, -zig Elterngesprächen ohne Erfolg,… und derlei mehr !

Rainer Zufall
9 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

Rotation gegen Verkrustung? Klingt gut! Vielleicht bezeiten (soziale) Medien konsumieren, die nicht von Millionären kontrolliert werden? 😛

Jerunda
9 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Vielleicht sagt Ihnen ja der „Tagesspiegel“ mehr zu? Ist allerdings mit Bezahlschranke. Sie können sich aber auch das Buch von Rüdiger Barney auch kaufen und lesen. 🙂 Er schildert dort die Schattenseiten einer Eliteschule.
Berliner Schulleiter hat ein Buch geschrieben: Probleme hinter den Kulissen einer Sport-Eliteschule
Auch interessant zu lesen ist folgender Artikel:_
Dissertation_Barney_KJS_dig.pdf

Jerunda
8 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Alle drei Autoren des Artikels sind / waren Lehrer bzw. Schulleiter an verschiedenen Schulen, haben also langjährige, praktische Berufserfahrung, v. a. mit den Berliner Bildungsstrukturen.

Jerunda
8 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Hier noch ein Artikel ohne Bezahlschranke in der „Berliner Morgenpost“:

Wiederholtes Fehlverhalten … – Rüdiger Barney

Zitat aus diesem Artikel:

„Wenn es in der Berliner Bildungspolitik kracht, geraten reflexartig Lehrkräfte, Schulleitungen und die verantwortliche Senatorin ins Kreuzfeuer. Doch ein zentraler Akteur bleibt dabei regelmäßig unter dem Radar: die Schulaufsicht.

Wo bleibt die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Verhalten der zuständigen Schulaufsichtsbeamten? Jüngstes Beispiel: Der übergriffig behandelte Lehrer an der Carl-Bolle-Schule – kein erkennbarer Beistand durch den zuständigen Referatsleiter aus dem Bezirk Mitte. Stattdessen sollte genau dieser Schulrat nun über sein eigenes Handeln befinden. Ein klarer Fall institutioneller Selbstimmunität“.

Jerunda
8 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall
mama51
10 Tage zuvor

Mann, Mann, Mann,…
Die Hauptsache scheint zu sein, dass die armen, armen, SuS nicht schuldig sind… was nicht sein kann, dass nicht sein darf…
Sorry, ich kann es nicht glauben und ich will es auch nicht!

Vielleicht schickt man als Heilsbringer mal Jürgen Klopp hin… nicht als SL, sondern als Motivationstrainer, Stimmungsaufheller, Gute – Laune- Bär,…
Okay, Spaß sollte trotzdem sein dürfen, auch wenn’s vll nur Galgenhumor ist.

Ich wünsche allen an dieser Schule, dass endlich und zügig Ruhe und Frieden einkehrt. Auf welchem Weg auch immer!

Fräulein Rottenmeier
10 Tage zuvor
Antwortet  mama51

Jürgen Klopp hätte auch noch ganz andere Qualitäten als den LiLaLauneBär zu geben. Der weiß nämlich, wie man das letzte Quäntchen Leistung aus Seinen Spielern herausquetscht…..und das sicher nicht nur durch nettes und fröhliches Lachen und Spaß….da wird es (vor allem bei seinen Clubs davor) mächtig zur Sache gegangen sein….
Also ja, der wäre an so einer Schule vermutlich genau richtig.

Jerunda
8 Tage zuvor